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Gesundheit

Kopfläuse: Was wirklich hilft und nicht schadet

Stiftung Kindergesundheit informiert über ein häufiges Problem in Kitas
und Schulen

Es passiert immer wieder und zu jeder Jahreszeit: Landauf, landab wird in
Kindergärten und Schulen Läusealarm gegeben, Tendenz steigend. Der Befall
mit Kopfläusen ist die häufigste Parasitenerkrankung im Kindesalter und
nach den Atemwegsinfektionen die zweithäufigste Infektionskrankheit in der
Alterstufe der Sieben- bis Elfjährigen, berichtet die Stiftung
Kindergesundheit in einer aktuellen Stellungnahme.

„Die winzigen Parasiten sind seit Jahrtausenden treue Begleiter des
Menschen“, sagt der Würzburger Kinder- und Jugendarzt Professor Dr.
Johannes Liese, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische
Infektiologie und Kuratoriumsmitglied der Stiftung Kindergesundheit. „Wenn
Kinder beim Lernen, Kuscheln oder Spielen die Köpfe zusammenstecken,
ergreifen die 2 bis 3,5 Millimeter langen Parasiten die Gelegenheit, von
Schopf zu Schopf zu kriechen. Sie können sich in langen Haaren besonders
gut verstecken“.

Bei Kleinepidemien in Kitas und Schulen ist in aller Regel fast jedes
dritte Kind in der Gruppe oder in der Klasse betroffen. „Lausbuben“ und
„Lausmädchen“ geraten dann leicht in den Verdacht, ein rechtes
Schmuddelkind zu sein. Ist aber mangelnde Hygiene wirklich schuld an dem
Befall mit den an den Haaren krabbelnden Insekten?  „Keineswegs“, sagt
Kinder- und Jugendarzt Professor Johannes Liese. „Läuse sind zwar
unappetitlich, jedoch kein Beweis für Unsauberkeit: Jedes Kind und jeder
Erwachsene kann sich irgendwoher eine Laus einfangen, insbesondere in
Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder und Jugendliche. Läuse machen auch
keine Unterschiede zwischen Nationalitäten und Kulturkreisen: Kinder mit
Migrationshintergrund haben in Deutschland ähnlich häufig Kopflausbefall
wie Kinder deutscher Eltern“.

Besonders wohl fühlen sich Kopfläuse im Nacken, an der Schläfe und hinter
den Ohren, gelegentlich aber auch in den Augenbrauen der Kinder, bei
Erwachsenen auch unter den Achseln und zwischen den Barthaaren. Sie saugen
alle zwei bis drei Stunden Blut und können dabei hochrote, oft stark
juckende Stichstellen hinterlassen.

Läuse können nicht fliegen und auch nicht springen, betont der
Infektionsexperte der Stiftung Kindergesundheit: „Übertragen werden die
sechsbeinigen Plagegeister ausschließlich von Mensch zu Mensch, von Haar
zu Haar. Haben die Haare engen Kontakt, findet die Ansteckung in wenigen
Augenblicken statt. Besteht der Kontakt längere Zeit, zum Beispiel wenn
die Kinder in einem Bett schlafen, können die Läuse auch mehrfach hin und
her wechseln“.

Die Befürchtung, man könnte auch durch Kopfpolster in Bussen und Bahnen
mit Läusen angesteckt werden, ist ebenso grundlos wie die Annahme, dass
eine Übertragung auch durch Haustiere erfolgen kann, sagt Professor Liese.
Auch Mützen sind höchstens in Einzelfällen eine Ansteckungsquelle:
Australische Wissenschaftler fanden bei der Untersuchung der
Kopfbedeckungen von 1.000 Kindern keine einzige Laus, während sich in den
Haaren dieser Kinder 5.000 Läuse befanden.

Der Lebenszyklus der Kopflaus verläuft in drei Stadien: Ei, Larve bzw.
Nymphe (1–2 mm groß) und erwachsene („adulte“) Laus. Erwachsene Läuse
leben zwischen drei und vier Wochen. Die befruchteten Weibchen produzieren
in dieser Zeit bis zu 140 Eier. Die Eier werden mit einer
wasserunlöslichen Substanz in einem schrägen Winkel nah am Haaransatz an
ein Haar gekittet. Nach dem Schlüpfen der Nymphen können die leeren
sichtbaren Eihüllen, die auch als Nissen bezeichnet werden, noch
monatelang im Haar verbleiben.

Getrennt vom ihrem menschlichen Wirt sterben Kopfläuse innerhalb von zwei
bis drei Tagen, bereits nach wenigen Stunden sind sie nicht mehr
infektiös.
Nissensuche mit der Leselupe
Läuse benötigen alle drei bis vier Stunden Blut. Die Stichstellen der
Läuse jucken meist stark, das Kind kratzt sich deshalb oft intensiv am
Kopf. Jedoch nicht immer, hebt die Stiftung Kindergesundheit hervor: Haben
sich nur wenige Läuse auf dem Kopf eines Kindes eingenistet, werden die
Eltern oft nur durch die weißlichen Nissen auf den Befall aufmerksam.

Nissen unterscheiden sich von Kopfschuppen oder Haarspraypartikeln
dadurch, dass sie fest am Haar haften und nicht abgestreift werden können.
Beim Nachsehen sollte das Strich für Strich gescheitelte Haar genau
untersucht werden. Eine Leselupe kann dabei sehr nützliche Dienste leiten.

Zum Auffinden der Läuse muss das Haar systematisch Strähne für Strähne
gekämmt werden. Dabei muss der Kamm so geführt werden, dass er von der
Kopfhaut aus fest zu den Haarspitzen heruntergezogen wird. Besonders
geeignet, um die Läuse oder Nissen zu erfassen, sind spezielle Läuse-
Kämme, deren lange Zinken nicht mehr als 0,2 bis 0,3 mm voneinander
entfernt sind). Nach jedem Kämmen sollte der Kamm sorgfältig nach Läusen
untersucht und diese entfernt werden.
Kombination aus Insektizid und nassem Auskämmen
Leider ist es oft nicht einfach, die lästigen Tierchen wieder loszuwerden.
Mit häufigem Waschen der Haare allein ist das jedenfalls nicht zu
schaffen: Durch das Waschen der Haare werden die Läuse keineswegs
beseitigt, sie werden lediglich sauberer. Eine radikale Rasur des Kopfes
gilt zwar nach wie vor als die sicherste Läuseentfernung, wird aber von
den Kindern und ihren Eltern meist nicht gewünscht und ist in der Regel
auch nicht notwendig.

Erfolg verspricht nur eine gründliche und geduldige lokale Behandlung.
Ziel der Therapie ist es, sowohl geschlechtsreife Läuse als auch ihre
Larven wirksam abzutöten. Günstig ist es, wenn auch die Eier erreicht
werden, was nicht immer der Fall ist. Das Robert-Koch-Institut Berlin
empfiehlt dazu die Kombination von nassem Auskämmen und Insektiziden nach
folgendem Schema:

Tag 1: Mit einem Insektizid behandeln und anschließend nass auskämmen;

Tag 5: mit einem Läusekamm nass auskämmen, um früh nachgeschlüpfte Larven
zu entfernen, bevor sie mobil sind;

Tag 8, 9 oder 10: erneut mit dem Insektizid behandeln, um spät geschlüpfte
Larven abzutöten;

Tag 13: Kontrolluntersuchung durch nasses Auskämmen;

Tag 17: evtl. letzte Kontrolle durch nasses Auskämmen.

Gute Läusekämme sind aus Metall. Sie kosten in Apotheken, Drogerien und
Sanitätshäusern zwischen zwei und zwölf Euro. Oft liegen sie auch den
Verpackungen von Läusemitteln bei.
Läusemittel sind nicht harmlos!
Die als Medikament zugelassenen Läusemittel sind Insektizide, also
Insektenvertilgungsmittel. Da sie potentielle Nervengifte sind und
außerdem Allergien und Hautirritationen hervorrufen können, muss man sie
streng nach Vorschrift anwenden – nicht häufiger als wirklich nötig. Es
besteht außerdem das Risiko, dass sich unter den Läusen Resistenzen
entwickeln und die Mittel in vielen Fällen nicht mehr wirken.

Nicht chemisch, sondern physikalisch wirken als Medizinprodukt zugelassene
Läusemittel, die Dimeticone enthalten. Das sind synthetische Silikonöle.
Sie verkleben die winzigen Atemöffnungen der Läuse und töten damit die
Insekten ab.

Dimeticone gelten als sicher ungiftig, sind jedoch mit einem anderen
Risiko behaftet, berichtet die Stiftung Kindergesundheit: Sie sind extrem
leicht entflammbar! Es sind schon schwere Brandverletzungen berichtet
worden. Die Haare müssen deshalb nach Auftragen des Mittels von offenen
Flammen wie Zigaretten, Gasboilern oder Kerzen und starken Wärmequellen
(z. B. heißer Haartrockner) unbedingt ferngehalten werden.

Als „natürliche“ Mittel werden Produkte aus Kokosöl, Teebaumöl oder Neem-
Extrakten angeboten. Ihre Wirksamkeit ist jedoch  wissenschaftlich nicht
ausreichend nachgewiesen.

Ganz gleich mit welchem Mittel: Babys und kleine Kinder sollten nur unter
Anleitung eines Kinder- und Jugendarztes behandelt werden, betont die
Stiftung Kindergesundheit. In der Schwangerschaft und Stillzeit müssen die
Gegenanzeigen der einzelnen Mittel genau beachtet werden.
Wichtig: Die Einrichtung (Kindergarten oder Schule) informieren!
Eltern sind nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) verpflichtet, der
Gemeinschaftseinrichtung, also dem Kindergarten oder der Schule, die ihr
Kind besucht, Mitteilung über einen Kopflausbefall zu machen. Auch andere
Personen, die in letzter Zeit engen Kontakt mit dem Kind gehabt haben, zum
Beispiel Nachbarn oder Sportkameraden sollten informiert werden. Dies ist
sehr wichtig, denn nur so kann eine weitere Verbreitung der Läuse und auch
eine Wiederansteckung des eigenen Kindes verhindert werden, betont
Professor Johannes Liese von der Stiftung Kindergesundheit.

Auch die Verantwortung für die Behandlung und Kontrolle der notwendigen
hygienischen Maßnahmen liegt bei den Eltern. Im Fall des Besuchs einer
Gemeinschaftseinrichtung für Kinder und Jugendliche - z.B. Krippe,
Kindergarten, Kita, Schule oder Hort - sind die Erziehungsberechtigten
selbst verpflichtet, die korrekte Durchführung der Behandlung zu
bestätigen. Je nach örtlicher Regelung können die Institutionen auch eine
Bestätigung der korrekten Behandlung durch einen Kinder- und Jugendarzt
verlangen.

Damit die Plage nicht nach kurzer Zeit erneut losgeht, muss aber noch mehr
passieren, betont die Stiftung Kindergesundheit: Zum einen sollten auch
die Köpfe der übrigen Familienmitglieder nach lausigen Mitbewohnern
abgesucht werden. Zum anderen sollten die persönlichen Gegenstände der
verlausten Familie einer Temperatur von über 50 Grad ausgesetzt werden.
Das bedeutet: Bürsten, Haarschmuck und Kämme gehören in heißes Wasser,
Wäsche, Handtücher und Bettwäsche, aber auch Mützen, Schals und Kopftücher
müssen bei 60 Grad gewaschen werden. Größere Reinigungsaktionen in der
Wohnung sind dagegen unnötig.
Wann darf das Kind wieder zur Schule?
Nach der sachgerechten Anwendung eines zugelassenen Mittels ist eine
Weiterverbreitung auch bei noch vorhandenen Nissen nicht mehr zu
befürchten, stellt Infektionsexperte Professor Johannes Liese fest. Wird
das befallene Kind mit einem der zugelassenen Läusebehandlungsmitteln nach
dem obenstehenden Schema behandelt, darf es am Tag darauf wieder in die
Kita oder zur Schule, auch wenn die Therapie noch nicht abgeschlossen ist.
Es befinden sich nämlich keine lebenden Läuse mehr in seinen Haaren.

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Deutsche Leberstiftung schreibt Stipendien zur Förderung von klinischen Projekten aus

Mit ihren Freistellungs-Stipendien fördert die Deutsche Leberstiftung
klinische Studien oder klinische Projekte im Bereich der Hepatologie.
Bewerbungen sind bis zum 1. Oktober 2017 möglich.

Die Deutsche Leberstiftung schreibt auch in diesem Jahr Stipendien für die
Initiierung und Planung von klinischen Studien oder klinischen Projekten
im Bereich der Lebererkrankungen aus. Mit diesen Freistellungs-Stipendien
unterstützt die Deutsche Leberstiftung seit einigen Jahren kontinuierlich
die Planung und Vorbereitung von Investigator Initiated Trials,
Analysepläne von Kohortenstudien o. ä.

Durch das Stipendium kann sich der Stipendiat freistellen lassen, um eine
klinische Studie oder ein klinisches Projekt zu planen und vorzubereiten.
Idealerweise sollte diese Planung in Zusammenarbeit mit etablierten
Studieneinheiten/-strukturen geschehen. In dieser Vorbereitungszeit
übernimmt die Deutsche Leberstiftung die Personalkosten eines Arztes.

Eine Freistellung wird für bis zu drei Monate (maximal € 20.000,-)
gewährt. Pro Jahr können zwei Stipendiaten und ihre Projekte gefördert
werden.

Einsendeschluss für die Anträge auf ein Freistellungs-Stipendium ist der
1. Oktober 2017. Die Begutachtung erfolgt durch ein unabhängiges
Gutachterkomitee. Dessen Mitglieder sind Prof. Dr. Frank Lammert,
Homburg/Saar, Prof. Dr. Christoph Sarrazin, Wiesbaden und Prof. Dr.
Christoph Schramm, Hamburg.

Die mit einer Freistellung geförderten Stipendiaten werden auf der 34.
Jahrestagung der GASL in Hamburg (Januar 2018) bekannt gegeben.

„Die Deutsche Leberstiftung hat die Aufgabe, die Versorgung von Patienten
mit Lebererkrankungen zu verbessern. Besonders klinische Studien und
Projekte sind dafür unverzichtbar. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir
auch in diesem Bereich die hepatologische Forschung fördern können. Die
Freistellungs-Stipendien tragen ganz direkt zur Verbesserung der
Patientenversorgung bei“, erläutert Prof. Dr. Michael P. Manns,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung das Ziel der
Freistellungs-Stipendien.

Weitere Informationen sowie das Bewerbungsformular (auch in englischer
Sprache) gibt es unter <www.deutsche-leberstiftung.de/foerderung> oder in
der Geschäftsstelle der Deutschen Leberstiftung, Telefon 0511 – 532 6819.

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern.
Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die
öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt
und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem
Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und
Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die Stiftung
sehr erfolgreich. Weitere Informationen: <www.deutsche-leberstiftung.de

>.

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert
umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen,
ihre Diagnosen und Therapien – jetzt in dritter, aktualisierter und
erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN
978-3-89993-899-9, € 16,99. Weitere Informationen: <www.deutsche-
leberstiftung.de/Leber-Buch>.
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Tag der seltenen Erkrankungen am 28.2. - NCL-Stiftung erhält Engagement- Preis der Hertie-Stiftung

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung verleiht den diesjährigen Hertie-Preis
für Engagement und Selbsthilfe an die Hamburger NCL-Stiftung für ihr
Projekt „NCL macht Schule“. Der Preis wird jährlich für vorbildliche und
kreative Aktivitäten von ehrenamtlichen Vereinen und besonders engagierten
Menschen im Bereich der Multiplen Sklerose und der neurodegenerativen
Erkrankungen vergeben. Die beteiligten Organisationen möchten mit der
Preisverleihung auf den Tag der seltenen Erkrankungen am 28.2. hinweisen.

NCL (Neuronale Ceroid Lipofuszinose) ist eine Stoffwechselerkrankung des
Gehirns, die ähnlich wie der Morbus Alzheimer ein schrittweises Absterben
von Nervenzellen verursacht. Betroffen sind jedoch Kinder, die oftmals
schon im Grundschulalter erkranken und nur selten ihr 30. Lebensjahr
erreichen. Denn NCL gehört zu den seltenen und tödlich verlaufenden
Erkrankungen, für die es bislang kaum Therapiemethoden und kein Heilmittel
gibt. Seit 2002 setzt sich deshalb die NCL-Stiftung für die Erforschung
der sogenannten Kinderdemenz ein, hat Forschungskooperationen initiiert
sowie Forschungspreise- und Stipendien vergeben.

Die Preisverleihung fand im Rahmen einer Unterrichtsreihe der Initiative
„NCL macht Schule“ am Hamburger Gymnasium Klosterschule, am 20. Februar
2017 statt. Ziel des Projekts ist, gerade die jüngere Generation auf die
Problematik der seltenen Erkrankungen aufmerksam zu machen. Das Projekt
ist modulartig aufgebaut und kann ergänzend zum Biologieunterricht der
gymnasialen Oberstufe eingesetzt werden. Neben theoretischen Grundlagen
erhalten die SchülerInnen unter anderem Einblicke in die praktische
Arbeitsweise eines medizinischen Labors und können Analysemethoden und
Diagnostik im Rahmen einer Lerneinheit in einem Schülerlabor selbst
erproben und durchführen.

Dr. Eva Koch von der Hertie-Stiftung hob in ihrer Laudatio hervor, auf
welch modellhafte Weise SchülerInnen für das Thema seltener Erkrankungen
sensibilisiert werden. Auch die Jury der Hertie-Stiftung habe die
Verbindung von Theorie und Praxis im Schulprojekt der NCL-Stiftung sehr
gewürdigt. Die Hertie-Stiftung honoriert dieses Engagement mit einem
Preisgeld in Höhe von 12.500€ und unterstützt damit den Ausbau von „NCL
macht Schule“.
Dr. Frank Stehr, Vorstand der NCL-Stiftung bedankte sich bei der
Gemeinnützigen Hertie-Stiftung: „Die Hertie-Stiftung ist langjähriger
Partner der NCL-Stiftung. Wir freuen uns über die Auszeichnung, da wir
mithilfe des Preises unser Schulprojekt auch in anderen Städten anbieten
können. Gleichzeitig hilft uns der Hertie-Preis, die Öffentlichkeit auf
die tödliche Kinderdemenz aufmerksam zu machen.“

Der Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe ist aktuell wieder
ausgeschrieben: www.ghst.de/hertie-preis

Über die Kinderdemenz NCL

NCL ist die Abkürzung für Neuronale Ceroid Lipofuszinose, eine
Stoffwechselkrankheit die zur Folge hat, dass Protein- und
Lipidablagerungen in den Zellen nicht mehr richtig abgebaut werden,
wodurch zusehends die Nervenzellen absterben. Erkrankte Kinder erblinden
zunächst und verlieren dann zunehmend weitere kognitive und motorische
Fähigkeiten, bis sie schließlich sterben. Die kaum erforschte Krankheit
ist erblich bedingt und bedeutet eine immense Belastung für die
betroffenen Familien.

Der dramatische Verlauf der Kinderdemenz NCL kann bisher weder verzögert
noch gestoppt werden. Kaum eines der betroffenen Kinder wird älter als 30
Jahre. Da NCL sehr selten ist, findet die Krankheit weder in der
Pharmaindustrie, noch in der breiten Öffentlichkeit genug Beachtung.

Mehr Informationen zur Krankheit:

http://www.ncl-stiftung.de/main/pages/index/p/289

Über die NCL-Stiftung

Die NCL-Stiftung mit Sitz in Hamburg setzt sich seit ihrer Gründung im
Jahr 2002 aktiv für die nationale und internationale Forschungsförderung
ein, um den von NCL betroffenen Kindern (ca. 700 in Deutschland und 70.000
weltweit) eine Aussicht auf bislang fehlende Therapie- und Heilungsansätze
zu geben. Dieses Vorhaben wird durch die Initiierung, Finanzierung und
Unterstützung von weltweiten Forschungsprojekten, Forschungskooperationen
und gezielte Vernetzungsstrategien für die Bildung eines umfangreichen
NCL-Netzwerkes vorangetrieben. Die Stiftung leistet darüber hinaus
wichtige Aufklärungsarbeit bei Ärzten und sensibilisiert die
Öffentlichkeit für die Krankheit. Als Nachweis für einen
verantwortungsvollen Umgang mit Spendengeldern darf die NCL-Stiftung das
DZI-Spendensiegel führen.

Mehr Informationen zur Stiftung: http://www.ncl-stiftung.de

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Das Kreuz mit dem Kreuz: Auftakt zur Vortragsreihe „Neurochirurgie zum Anfassen“

Rückenschmerzen gelten inzwischen als Volksleiden. Zu langes Sitzen,
falsches Heben von Lasten, Übergewicht oder altersbedingte
Verschleißerscheinungen: die Ursachen sind vielfältig. Doch bei wem es im
Rücken bereits zwickt, der läuft unter Umständen Gefahr, dass es mit der
Zeit schlimmer wird oder sogar ein Bandscheibenschaden dazukommt. Beim
ersten Vortrag der Reihe „Neurochirurgie zum Anfassen“ (24.2., 18:00 Uhr,
Stadthaus Ulm) der Ulmer Universitätsklinik für Neurochirurgie wird der
Wirbelsäulenspezialist Dr. Christoph Grimm über häufige Rückenleiden wie
Bandscheibenvorfälle sprechen und Behandlungsoptionen erläutern. Der
Eintritt ist frei.

Fast jeder zehnte Deutsche hat täglich Rückenschmerzen. Und bei
mittlerweile jedem 20. gesetzlich Versicherten lautet die Diagnose einem
Krankenkassen-Report zufolge sogar „Bandscheibenschaden“.
„Bandscheibenvorfälle oder andere Verengungssyndrome der Nerven und des
Rückenmarks wie Spinalkanalstenosen können in vielen Fällen konservativ
mit Physiotherapie und Schmerzmedikamenten behandelt werden, vor allem,
wenn die Beschwerden noch erträglich sind und sie die Betroffenen nicht
gravierend beeinträchtigen“, erläutert Dr. Christoph Grimm. „Unser Ziel
ist es, eine OP, wenn es geht, zu vermeiden. Ist eine Operation doch
notwendig, versuchen wir, den möglichst kleinsten Eingriff vorzunehmen, um
die Belastung und die Risiken für den Patienten zu reduzieren.“
In seinem Vortrag wird der Mediziner deshalb unter anderem verschiedene
Operationsverfahren vorstellen, auf Alternativen zur OP hinweisen sowie
darauf eingehen, wann eine Operation möglicherweise doch sinnvoll sein
kann. Die Zuhörer bekommen außerdem Einblicke in die Geschichte der
Medizin und erfahren, wie man Wirbelsäulenerkrankungen früher behandelt
hat. Nach dem Vortrag können sich interessierte Zuhörer von
Physiotherapeuten der Klinik zeigen lassen, wie man sich im Alltag
rückengerecht bewegt, also zum Beispiel, wie man einen schweren
Wasserkasten anhebt, ohne den Rücken zu viel oder falsch zu belasten.

„Mit der Vortragsreihe möchten wir Ulmer Bürgern das faszinierende
Fachgebiet der Neurochirurgie veranschaulichen und ihnen zeigen, was
heutzutage alles möglich ist“, sagt der Ideengeber und Organisator der
Vortragsreihe Professor Christian Rainer Wirtz. „Denn dieses älteste
chirurgische Fachgebiet, das unser komplexestes Organsystem, das
Nervensystem, in den Mittelpunkt rückt, steht heute gleichzeitig für
modernste Technik im OP und ist ohne sie kaum mehr vorstellbar“, so der
Ärztliche Direktor der Ulmer Universitätsklinik für Neurochirurgie weiter.
Bei den weiteren Vorträgen im April, Mail und September informieren die
Referenten über die chirurgische Versorgung geschädigter oder eingeengter
Nerven, die Taubheitsgefühle in Armen und Beinen verursachen, wie zum
Beispiel nach Unfällen oder beim Karpaltunnelsyndrom. Oder sie
thematisieren die Verwendung modernster Technik im OP-Saal sowie die
Behandlung von Schädel-Hirn-Verletzungen.

An der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Ulm werden rund
850 Patienten mit Wirbelsäulenerkrankungen im Jahr behandelt. Die
Besonderheit: Sie ist eine „Klinik an zwei Standorten“: Zu dem 1970
eingerichteten Standort am Bezirkskrankenhaus in Günzburg kam 2004 der
zweite am Uniklinikum Ulm hinzu. An beiden Standorten werden neben
weiteren auch Spezialsprechstunden zur Wirbelsäulenchirurgie angeboten.

Terminüberblick
Freitag, 24. Februar, 18:00 Uhr, Stadthaus Ulm; freier Eintritt
Das Kreuz mit dem Kreuz – was hilft, wenn´s im Rücken zwickt
Dr. Christoph Grimm

Weitere Termine der Vortragsreihe „Neurochirurgie zum Anfassen“
– Der Eintritt ist frei –

Freitag, 28. April, 18:00 Uhr, Stadthaus Ulm
High Tech im OP – Neurochirurgie mit modernster Technik
Prof. Dr. Ralph König

Freitag, 26. Mai, 18:00 Uhr, Stadthaus Ulm
Periphere Nervenchirurgie – wenn der Nerv nervt
Prof. Dr. Gregor Antoniadis

Freitag, 22. September, 18:00 Uhr, Stadthaus Ulm
Zack, Peng, Knuff - Was passiert, wenn Obelix den Römern auf die Birne
haut

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.uni-ulm.de/50jahre Weitere Informationen zum Programm auf der Uni-Jubiläumshomepage

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