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Gesundheit

Tabakwerbeverbot: Jugendschutz darf nicht von Wirtschaftsinteressen der Politik blockiert werden

Deutsche Herzstiftung appelliert an alle Bundestagsabgeordnete für ein
umfassendes gesetzliches Werbeverbot zu stimmen

Um Kinder und Jugendliche vor dem Einstieg in die Raucherkarriere schützen
zu können und Rauchern den Ausstieg aus der Nikotinsucht zu erleichtern,
sieht die Deutsche Herzstiftung ein gesetzliches Verbot von
Zigarettenwerbung im öffentlichen Raum als die entscheidende Maßnahme.
„Dafür muss aber das längst überfällige Verbot der Zigarettenwerbung in
den Außenbereichen und in den Kinos in einem Gesetz festgeschrieben
werden. Leider verhindern diesen notwendigen Schritt immer noch
Bundestagsabgeordnete mit Lobbyinteressen in der Zigarettenindustrie“,
kritisiert Prof. Dr. med. Helmut Gohlke, Vorstandsmitglied der Deutschen
Herzstiftung (www.herzstiftung.de). Der Kardiologe verweist dabei auf
Widerstand aus Teilen der CDU und CSU gegen ein solches Gesetz bei den
Gesetzesverhandlungen im Spätsommer 2016. Sein kritischer Beitrag zu
dieser Blockadehaltung in der Herzstiftungs-Zeitschrift HERZ HEUTE* wurde
mit einem offiziellen Schreiben an 503 Bundestagsabgeordnete der
Fraktionen der CDU/CSU und SPD geschickt: „verbunden mit der Bitte,
endlich zu handeln“. Die Deutsche Herzstiftung hofft, dass dieser Appell
die Parlamentarier dazu veranlasst, das Gesetz endlich zu verabschieden.

Die Widerstände von Abgeordneten gegen den Gesetzentwurf waren seinerzeit
so stark, dass Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und
Bundesernährungsminister Christian Schmidt zusammen mit der
Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler in einem Brief die
Abgeordneten aufforderten, die Umsetzung dieses Gesetzes nicht länger zu
verzögern. Elf medizinische Fachgesellschaften und Institutionen, die im
Aktionsbündnis Nichtrauchen (www.abnr.de) vertreten sind (z. B. die
Deutsche Herzstiftung und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie),
koordiniert durch die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und
Beatmungsmedizin, unterstützten den Brief durch einen eindringlichen
Appell, der von über 100 Professoren aus der Medizin unterzeichnet wurde.

Werbung für Tabakprodukte: Deutschlands „beschämende Außenseiterrolle“
Wie Prof. Gohlke betont, „gibt es keinen rationalen oder rechtlichen
Grund“, das Gesetz, zu dessen Umsetzung sich die Bundesregierung bereits
vor elf Jahren verpflichtet hat, weiterhin zu blockieren. Deutschland hat
2005 das ratifizierte Rahmenübereinkommen zur Eindämmung des
Tabakgebrauchs (FCTC), das die WHO verfasst hat, nicht in Gesetze
umgesetzt. Damit ist die Bundesrepublik das einzige Land in Europa, das
die Außenwerbung für Zigaretten noch erlaubt, und nimmt international eine
beschämende Außenseiterrolle ein. Eine absurde Situation für eine
Industrienation wie Deutschland, wo jedes Jahr mehr als 120.000 Menschen
an den vielfältigen Folgen des Rauchens sterben: an Herzinfarkt und
Schlaganfall, an bösartigen Tumoren und an chronisch obstruktiver
Lungenerkrankung (COPD). Unbeeindruckt davon investiert die
Zigarettenindustrie große Summen in die Werbung – mit Ausgaben weit über
220 Millionen Euro. Sie spricht damit z. B. in den Kampagnen DON’T BE A
MAYBE oder DO YOUR THING besonders Jugendliche an, obwohl das per Gesetz
seit 1974 verboten ist.
„Das längst überfällige Tabakwerbeverbot schützt unsere Kinder und
Jugendlichen und erleichtert den Personen, die mit dem Rauchen aufhören
wollen, den Ausstieg aus deren Tabakabhängigkeit. Gerade unsere rauchenden
Herzpatienten berichten immer wieder, wie schwer es ist, mit dem Rauchen
aufzuhören, wenn sie an jeder Straßenecke Zigarettenwerbung sehen“, betont
auch Herzstiftungs-Geschäftsführer Martin Vestweber.

*Helmut Gohlke, Tabakwerbeverbot: Wirtschaftsinteressen blockieren
Jugendschutz, in: Deutsche Herzstiftung (Hg.), HERZ HEUTE – Zeitschrift
der Deutschen Herzstiftung, Ausgabe 1/2017, Frankfurt am Main.

Tipp: Ein Probeheft von HERZ HEUTE (Ausg. 1/2017) mit zahlreichen
Informationen rund um das Thema Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann
kostenfrei bei der Herzstiftung per Tel. unter 069 955128400 oder per
E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. angefordert werden.

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Bin ich nicht zu alt dafür? Musiktherapie gegen Tinnitus für die Generation 65plus

Tinnitus-Musiktherapie auch bei "Best Agern"
sehr effektiv
Etwa jeder vierte Mensch über 65 Jahren leidet unter Tinnitus– mit
steigender Tendenz.
Dieser Alterstrend lässt sich auch in der Tinnitusambulanz am Deutschen
Zentrum für Musiktherapieforschung DZM e.V. beobachten: Seit über 10
Jahren wird die Neuro-Musiktherapie bei Tinnitus angeboten und zunehmend
von Senioren angefragt und in Anspruch genommen. Dabei taucht immer wieder
die Besorgnis auf „für diese Therapie bin ich doch schon zu alt, oder?“
Ausgehend von diesem Alterstrend wurde nun die „Neuro-Musiktherapie“ für
chronischen Tinnitus speziell auf die Bedürfnisse der Generation 65plus
abgestimmt.
Ergebnisse einer aktuellen Analyse an 140 Tinnitusbetroffenen bestätigen,
dass Teilnehmer ab 65 Jahren (Durchschnittsalter 72 Jahre) davon
profitieren – und sogar eine größere Chance auf Therapieerfolg erreichen,
wie eine im Schnitt rund 25 Jahre jüngere Vergleichsgruppe. Insgesamt
erreichten rund 80% der behandelten Senioren eine spürbare Verbesserung
ihrer Tinnitussymptome.
Gerade weil sich die Best Ager überwiegend „reich, jung und fit“ (Quelle:
Generali Altersstudie) fühlen, stellt ein dauerhaftes Ohrgeräusch eine
deutliche Belastung dar und führt zu Einbußen in der Lebensqualität im
dritten Lebensabschnitt. In der Regel sind die bisherigen Therapieangebote
offen für eine sehr große Zielgruppe, richten sich aber implizit vor allem
an die Gruppe der berufstätigen Erwachsenen im Alter zwischen 35 und 60
Jahren. Eine spezielle Anpassung der Therapie, wie sie am DZM e.V.
angeboten wird, erhöht allerdings die Therapiechancen drastisch.

Die Tinnitusambulanz des Deutschen Zentrums für Musiktherapieforschung
bietet laufend Kompakttherapien für Patienten mit akutem und chronischem
Tinnitus an. Weitere
Informationen für Patienten sind telefonisch erhältlich unter 06221 – 79
63 101 oder per E-Mail unter
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

Das Deutsche Zentrum für Musiktherapieforschung (Viktor Dulger Institut)
DZM e. V. wurde 1995 in Heidelberg gegründet. Heute ist das DZM eines der
größten musiktherapeutischen Forschungsinstitute in Europa und vereint
Forschung und Praxis unter einem Dach. Das DZM ist als gemeinnützig
anerkannt und finanziert sich zum überwiegenden Teil aus Spenden und
Forschungsdrittmittel. Am DZM entwickeln und erforschen Musiktherapeuten,
Mediziner, Musikwissenschaftler und Psychologen in interdisziplinären
Projekten musiktherapeutische und musikmedizinische Konzepte zur
Verbesserung der Lebenssituation erkrankter Menschen.
Außer dem Forschungsinstitut gehören eine Tinnitus- sowie eine Cochlea-
Implantat-Ambulanz zum DZM.

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Blick in die Zukunft der Altersmedizin in Heidelberg

Professor Dr. Jürgen M. Bauer ist Inhaber des neuen Lehrstuhls für Geriatrie an der Medizinischen Fakultät Heidelberg und Ärztlicher Direktor am AGAPLESION BETHANIEN KRANKENHAUS HEIDELBERG.  Universitätsklinikum HeidelbergUniversitäre Forschung unmittelbar mit Krankenversorgung betagter Menschen
verknüpft: Professor Dr. Jürgen M. Bauer ist seit dem Wintersemester
2016/17 neuer Ärztlicher Direktor des AGAPLESION BETHANIEN KRANKENHAUS
HEIDELBERG und gleichzeitig erster Lehrstuhlinhaber für Geriatrie an der
Medizinischen Fakultät Heidelberg / Vom Land gefördertes Verbundprojekt
„Medikation und Lebenssituation im Alter“ gestartet / Exzellente
Partnerschaft zwischen Universitätsklinikum Heidelberg und AGAPLESION
BETHANIEN KRANKENHAUS HEIDELBERG

„Eine sinnvolle Therapie im hohen Alter erlaubt keine Pauschalisierung.
Die Entscheidung, welche Therapie hilfreich ist, muss immer im Hinblick
auf die Lebenssituation und die Lebensziele des Patienten getroffen
werden. Daran richten sich auch unsere Forschungsprojekte aus“, so
Professor Dr. Jürgen M. Bauer bei einem Pressegespräch am 31. Januar 2017.
Bauer besetzt seit dem Wintersemester 2016/17 den neu geschaffenen
Lehrstuhl für Geriatrie an der Medizinischen Fakultät Heidelberg, der von
der Robert Bosch Stiftung über fünf Jahre mit einer Anschubfinanzierung
von 1,25 Millionen Euro gefördert wird. Gleichzeitig ist er neuer
Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Akutgeriatrie des AGAPLESION
BETHANIEN KRANKENHAUS HEIDELBERG – eine optimale Verknüpfung von
Krankenversorgung betagter Menschen mit universitärer Forschung.

„Wir freuen uns, dass wir das Portfolio der Medizinischen Fakultät
Heidelberg um das in einer alternden Gesellschaft unverzichtbare Fach der
Geriatrie ergänzen können und den Lehrstuhl mit so einem renommierten
Kollegen und Altersmediziner besetzen konnten“, sagte der Dekan der
Medizinischen Fakultät Heidelberg, Professor Dr. Wolfgang Herzog. „Die
langjährige Kooperation zwischen Universitätsklinikum und

AGAPLESION BETHANIEN KRANKENHAUS bietet einer modernen geriatrischen Lehre
und Forschung in Heidelberg hervorragende Startbedingungen.“ Irmtraut
Gürkan, Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums Heidelberg
betonte, wie wichtig auf diesem Entwicklungsschritt die Unterstützung der
Robert Bosch Stiftung gewesen sei: „Sehr erfreut hat uns, dass wir die
Robert Bosch Stiftung von unserem zukunftstragenden Vorhabens begeistern
konnten und danken der Stiftung für ihr Engagement. Für unser Haus ist
dies ein weiterer Schritt in Richtung partnerschaftlicher Zusammenarbeit
mit Häusern der Umgebung und eine qualitätssteigernde Entwicklung.“

Große Entwicklung für AGAPLESION BETHANIEN KRANKENHAUS HEIDELBERG
„Das AGAPLESION BETHANIEN KRANKENHAUS HEIDELBERG betreibt seit 1979
Geriatrie und war somit eine der ersten Geriatrischen Fachkliniken
Deutschlands. Dadurch, dass wir Akademisches Lehrkrankenhaus der
Universität Heidelberg sind und die Aufgaben des Geriatrischen Zentrums am
Klinikum der Universität Heidelberg wahrnehmen, besteht seit Jahren eine
enge Kooperation. Durch den neugeschaffenen Lehrstuhl für Geriatrie,
dessen Inhaber auch Ärztlicher Direktor des Geriatrischen Zentrums ist,
werden unsere hochbetagten Patienten durch die noch engere Verzahnung mit
der Universität zukünftig von einer geriatrischen Versorgung auf
universitärem Niveau profitieren“, erklärte Dr. Claudia Fremder,
Geschäftsführerin AGAPLESION BETHANIEN KRANKENHAUS HEIDELBERG.

Die wesentlichen Erfolgsfaktoren auf dem Weg zu einer exzellenten
Versorgung älterer Menschen sind für Dr. Markus Horneber,
Vorstandsvorsitzender AGAPLESION gAG, die Aspekte Vernetzung, Wissen und
Innovation: „Neues Wissen aus Forschung und Praxis muss möglichst zügig
für die Patienten zugänglich gemacht werden. Wir sind froh, dass wir mit
Professor Bauer jemanden gewinnen konnten, der Forschung und Praxis zu
verknüpfen weiß. Das wird innovative Impulse setzen, nicht nur für die
stationäre Versorgung unserer Patienten, sondern auch den Übergang in die
weitere Betreuung zu Hause.“ Diesbezügliche Pläne gibt es schon: Moderne
Trainingskonzepte, insbesondere für Patienten mit leichten kognitiven
Einschränkungen, will Bauer im Laufe dieses Jahres in die klinische
Routine integrieren. „Gerade Patienten mit leichter Demenz sind besonders
gefährdet, während eines Krankenhausaufenthaltes und auch in der Zeit
danach weiter abzubauen. Dem kann man mit speziellen Bewegungsprogrammen,
kognitivem Training und stärkerer Einbeziehung der Angehörigen
entgegentreten“, sagt der renommierte Geriater.

Bauer startet mit konkretem Verbundprojekt

„Unsere Forschungsprojekte richten sich nach den Anliegen der Patienten,
wie wir sie in der Klinik täglich erleben. So können wir neue Erkenntnisse
frühzeitig in die Krankenversorgung einbringen“, betonte Bauer, der seit
September der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie als Präsident vorsteht.
Ein entsprechendes Projekt unter seiner Federführung, vom Land Baden-
Württemberg gefördert, ist bereits angelaufen und wird in den kommenden
drei Jahren mit etwa 1,2 Millionen Euro gefördert. Gemeinsam mit Kollegen
der Universitätskliniken Heidelberg, Ulm und Freiburg will er darin unter
anderem untersuchen, wie die medikamentöse Behandlung der häufig chronisch
kranken, alten Menschen besser an deren Bedürfnisse angepasst werden kann:
Was erwarten die Patienten selbst von der Therapie? Wie bewerten sie
selbst Nebenwirkungen, wollen sie diese überhaupt noch in Kauf nehmen?
Nützen die Medikamente beispielsweise auch überwiegend bettlägerigen
Patienten? Stellt sich der Nutzen direkt ein oder erst nach mehrjähriger
Einnahme – die diese Patienten eventuell nicht mehr erreichen?

Professor Bauer wird auch in die Betreuung des Graduiertenkollegs
„Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“ am Netzwerk Alternsforschung der
Universität Heidelberg einsteigen. Das Kolleg für 13
Nachwuchswissenschaftler wird ebenfalls von der Robert Bosch Stiftung
gefördert und hat zum Ziel, in interdisziplinärer Perspektive innovative
Ansätze für eine verbesserte Krankenhausversorgung von Menschen mit Demenz
zu erforschen.

Darüber hinaus beschäftigt sich Professor Bauer schon seit seiner Zeit an
der Universität Erlangen-Nürnberg mit dem altersbedingten Abbau der
Skelettmuskulatur (Sarkopenie) und der erhöhten Stressanfälligkeit alter
Menschen. „Es gibt noch wenige Daten zu Risikogruppen. Aber gerade sie
sind besonders gefährdet, nach einem Krankenhausaufenthalt, z.B. wegen
eines Bruchs, so stark abzubauen, dass sie ihren
Alltag nicht mehr selbstständig bewältigen können. Dies gilt es zu
verhindern“,
so Bauer.


www.bethanien-heidelberg.de

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erzinfarkt bei Frauen: Wie erhöhen Frauen ihren Schutz vor dem Infarkt?

Frauen sollten untypische Beschwerden und Risikofaktoren kennen.
Information der Herzstiftung anlässlich des Valentnistags am 14. Februar.

Immer noch sehen viele Menschen den Herzinfarkt als „Männerproblem“, so
dass auch viele Frauen gesundheitliche Risiken eher dem Krebs zuschreiben
und nicht glauben, dass auch sie herzkrank werden können. Nicht aber
Krebs, sondern Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind bei Frauen in Deutschland
die führende Todesursache. Bei Betrachtung der Herzkrankheiten in der
Summe sterben daran mehr Frauen als Männer (2014: 110.915 Frauen gegenüber
97.061 Männern). Allerdings erliegen mehr Männer dem Herzinfarkt (27.188
Männer/20.993 Frauen). „Aber der Herzinfarkt bei Frauen bringt besondere
Probleme mit sich. Für Frauen gibt es bestimmte Faktoren, die sie und ihr
Arzt besonders im Blick haben sollten, weil diese die koronare
Herzkrankheit (KHK), die dem Herzinfarkt immer vorausgeht, begünstigen:
Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes“, betont Prof. Dr. med.
Christiane Tiefenbacher vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen
Herzstiftung und Kardiologin am Marien-Hospital Wesel. Worauf Frauen für
einen besseren Schutz vor Herzinfarkt (www.herzstiftung.de/Anzeichen-
Herzinfarkt.html
) besonders achten sollten, erläutert der Herzstiftungs-
Ratgeber „Herz in Gefahr“, der kostenfrei unter www.herzstiftung.de/khk-
sonderband.html
oder per Tel. unter 069 955128400 angefordert werden kann.

Herzinfarkt: Untypische Beschwerden bei Frauen häufiger
Erleiden Frauen einen Herzinfarkt, ist die Verzögerungszeit bis zum Anruf
bei der Rettungsstelle (112) mit durchschnittlich 108 Minuten (80 bei
Männern) besonders lang. Grund für die Verzögerung, die beim Herzinfarkt
lebensbedrohlich sein kann, sind untypische Beschwerden. Beim Herzinfarkt
treten bei rund 80 % der Männer und Frauen Beschwerden im Brustkorb auf,
die bei rund 50-60 % in den linken Arm ausstrahlen. Frauen erleben weniger
einen starken Schmerz im Brustkorb, sondern deutlich häufiger Druck oder
ein Engegefühl in der Brust. Neben dem typischen Brustschmerz treten bei
Frauen häufig untypische Symptome auf: Kurzatmigkeit, Rückenschmerzen,
Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen im Oberbauch. „Bei Frauen macht sich der
typische Brustschmerz häufig weniger heftig bemerkbar. So schieben sich
die untypischen Beschwerden  in den Vordergrund: der Verdacht auf
Herzinfarkt stellt sich nicht ein und die Dringlichkeit, die 112
anzurufen, entfällt“, erläutert Prof. Tiefenbacher. Frauen sollten bei
Verdacht auf einen Herzinfarkt sofort den Rettungswagen (112) rufen.

Auf welche Risikofaktoren sollten Frauen besonders achten?
Für Frauen gelten die gleichen Risikofaktoren wie für Männer, die
konsequent zu behandeln sind: Rauchen, Bluthochdruck, Bewegungsmangel,
Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes, Psychosoziale Faktoren
(z. B. Doppelbelastung durch Beruf und Familie). Bis zu den Wechseljahren
sind Frauen allerdings wegen der Geschlechtshormone (Östrogene) relativ
gut gegen eine Verengung der Herzkranzgefäße (Arteriosklerose) und damit
vor dem Herzinfarkt geschützt. Ausnahme: Frauen, die rauchen und die Pille
nehmen, haben ein hohes Herzinfarktrisiko. Rauchen allein erhöht ihr
Herzinfarktrisiko um das Sechsfache. Nach den Wechseljahren nimmt das
Herzinfarktrisiko stark zu. Sorgfältig ist auf den Blutdruck zu achten,
weil dieser bei Frauen nach der Menopause sehr schnell ansteigt. „Dies ist
auch ein Grund dafür, dass bei Frauen mehr Schlaganfälle auftreten. Sehr
wichtig ist eine regelmäßige Blutdruckkontrolle beim Arzt oder zu Hause
mit dem Messgerät.“ Nicht empfohlen wird eine östrogenhaltige
Ersatztherapie für Frauen nach den Wechseljahren, weil eine Hormontherapie
das Risiko für Herzkreislauf-Komplikationen eher erhöht.

Besondere Vorsicht auch bei Übergewicht und Diabetes
Wichtig zu wissen ist, dass Frauen ab einem Taillenumfang von 88 cm ein
erhöhtes Herzinfarktrisiko haben, so dass zum Abnehmen geraten wird.
Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Diabetes treten
bei Frauen häufig in Kombination auf und steigern somit das
Herzinfarktrisiko. Die Häufigkeit von Diabetes nimmt z. B. mit Übergewicht
und Bewegungsmangel zu. „Diabetikerinnen haben ein sechsfach erhöhtes
Herzinfarktrisiko und sollten auf eine gute Blutzuckereinstellung achten“,
rät Prof. Tiefenbacher. Grundsätzlich gilt, dass alle Risikofaktoren
zunächst durch einen konsequent gesunden Lebensstil (regelmäßige
Ausdaueraktivitäten von 30 Minuten 5-mal pro Woche, Rauchverzicht, gesunde
Ernährung und Normalgewicht) optimiert werden sollten. Reicht das nicht
aus, wird eine medikamentöse Behandlung erforderlich. Frauen wie Männer
sollten ab dem 40. Lebensjahr Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin
regelmäßig kontrollieren, ab dem 50. Lebensjahr halbjährlich. Bei
genetischer Belastung kann die Kontrolle ab 40 zu spät sein, da Diabetes
und Bluthochdruck sehr früh auftreten können.

Tipps und Infos zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einen Herzinfarkt-
Risiko-Selbsttest erhalten Betroffene bei der Deutschen Herzstiftung unter
www.herzstiftung.de oder per Tel. unter 069 955128-400. Eine Darstellung
der Herzinfarkt-Alarmzeichen ist erreichbar unter www.herzstiftung.de
/Anzeichen-Herzinfarkt.html

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