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Gesundheit

Appell zum „Tag der Organspende“: Die Leber testen und Lebertransplantation verhindern

Seit 1983 wird am ersten Samstag im Juni mit dem „Tag der Organspende“ das Thema Organspende in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Eine zentrale Großveranstaltung in wechselnden Städten wird durch bundesweite Veranstaltungen ergänzt. Am 4. Juni 2016 wird in München unter dem Motto „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.“ der Marienplatz zu einer großen Informationsplattform, die an alle Menschen appelliert: „Entscheide dich – Organspende ist Herzenssache“.


„Die Funktionen der Leber sind so komplex, dass diese nicht über einen längeren Zeitraum mit medizinischen Apparaten zu ersetzen sind. Die Lebertransplantation ist daher bei einer konservativ nicht mehr zu beherrschenden Lebererkrankung die letzte Möglichkeit, den Patienten zu retten“, erklärt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. „Für uns ist Organspende auch Lebersache.“

Doch die Bereitschaft zur Organspende ist rückläufig, dies belegen die Zahlen des Jahresberichtes 2015 „Organspende und Transplantation in Deutschland“ der Deutschen Stiftung Organtransplantation: Im Jahr 2015 wurden in Deutschland insgesamt 2.900 Organe postmortal gespendet. Im Vergleich zu 2010 sind das 1.305 Organe weniger. Das entspricht einem Rückgang von 31 Prozent. Speziell bei der Spende von Lebern ist der Rückgang eklatant. Waren es 2010 noch 1.114 postmortal gespendete Lebern, so sank die Zahl im Jahr 2015 auf 730. Gegenläufig zu dieser Entwicklung steigt die Zahl der Menschen, die auf eine Spenderleber warten. Nach Angaben der Stiftung Eurotransplant, die neben Deutschland in sieben weiteren europäischen Ländern für die Zuteilung von Spenderorganen verantwortlich ist, standen zum Stichtag 31.12.2015 in Deutschland 1.280 Menschen auf der Warteliste für eine Spenderleber.

Auf einer solchen Warteliste stand auch Egbert Trowe, stellvertretender Vorsitzender „Lebertransplantierte Deutschland e. V.“, bevor ihm im Oktober 2002 im Alter von 57 Jahren eine Spenderleber transplantiert wurde. Trowe berichtet: „Bei mir war die Grunderkrankung eine zu spät diagnostizierte chronische Hepatitis B, die mit Medikamenten nicht therapierbar war. Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass ich durch die Transplantation weiterhin aktiv am Leben teilhaben kann.“ Egbert Trowe weiß aus eigener Erfahrung, dass jedes gespendete Organ für einen schwerkranken Menschen die einzige Hoffnung und die Chance auf ein neues Leben bedeutet. „Ich hoffe, dass immer mehr Menschen sich ernsthaft mit dem Thema Organspende und Spenderausweis befassen und ich wünsche mir, dass die Überprüfung der Leberwerte bei Routine-Untersuchungen bald auch in Deutschland zum Standard wird, damit mehr Lebererkrankungen in einem frühen Stadium erkannt und therapiert werden und so weniger Transplantationen notwendig sind.“

Und Professor Manns bekräftigt: „Wird eine Lebererkrankung früh diagnostiziert, kann sie häufig gut behandelt werden. Daher ist die Früherkennung durch einen Bluttest der erste Schritt, um eine Transplantation verzichtbar zu machen.“

10 Jahre Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die Stiftung seit ihrer Gründung vor zehn Jahren sehr erfolgreich. Weitere Informationen: www.deutsche-leberstiftung.de.

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Grippewelle tötete 37 Menschen in NRW

GrippeimpfungHinter Nordrhein-Westfalen liegt eine eindeutig starke Grippe-Saison. Insgesamt 6023 laborbestätigte Erkrankungen zählten die Behörden, 37 grippebedingte Todesfälle wurden ihnen bekannt, darunter drei Kinder unter 14 Jahren. Das teilte das Landeszentrum Gesundheit (LZG) jetzt auf Nachfrage der Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung mit.

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Startschuss für die Online-Bewerbung um einen Studienplatz an der hsg

Ab sofort ist das Portal zur Online-Bewerbung um einen Studienplatz an der Hochschule für Gesundheit (hsg) in Bochum freigeschaltet.


Über die Homepage der Hochschule für Gesundheit (hsg, http://www.hs-gesundheit.de) können sich Studieninteressierte jetzt bis zum 15. Juli 2016 um einen NC-Studienplatz, also um einen Studienplatz mit Numerus Clausus (NC), zum Wintersemester 2016/2017 an der hsg bewerben.

Nach gut sechsjährigem Bestehen gehören mittlerweile sieben Bachelor-Studiengänge, ein Master-Studiengang sowie Zertifikatsmodule in der Pflege und in der Logopädie zum Angebot der Hochschule für Gesundheit. Die hsg ist die einzige staatliche Hochschule in Deutschland, die die fünf Gesundheitsberufe Ergotherapie, Hebammenkunde, Logopädie, Pflege und Physiotherapie als grundständige Bachelor-Studiengänge anbietet. Diese fünf Studiengänge sowie der Master-Studiengang ‚Evidence-based Health Care‘ gehören zum Department für Angewandte Gesundheitswissenschaften. Das Department of Community Health bietet darüber hinaus den Vollzeitstudiengang ‚Gesundheit und Diversity‘ sowie den berufsbegleitenden Studiengang ‚Gesundheit und Sozialraum‘ an.

Über die unterschiedlichen Studienvoraussetzungen informiert die hsg-Homepage oder die Zentrale Studienberatung. Die Studieninteressierten, die ein Vorpraktikum benötigen, sollten sich frühzeitig informieren. Zu den Studienvoraussetzungen des Studiengangs Pflege, der ohne NC auskommt, gehört neben dem Vorpraktikum und dem Gesundheitszeugnis auch ein Ausbildungsvertrag bei einem hsg-Kooperationspartner. Wer sich für den Studiengang Pflege interessiert, sollte sich über die hsg-Kooperationspartner informieren und sich bei ihnen um einen Ausbildungsvertrag bewerben. Weitere Informationen über die hsg-Kooperationspartner sind hier zu finden: http://www.hs-gesundheit.de/de/gesundheitswissenschaften/pflege/kooperationspartner/

Heute wurde der Startschuss für die Bewerbung um die Studienplätze in Ergotherapie, Gesundheit und Diversity, Gesundheit und Sozialraum, Hebammenkunde, Logopädie und Physiotherapie gegeben. Das sind die Bachelor-Studiengänge, die durch einen "Numerus clausus" (NC) zulassungsbeschränkt sind. In diesem Falle erfolgt die Auswahl der der Bewerberinnen und Bewerber wie an Hochschulen üblich in der Regel anhand deren Abiturdurchschnitte beziehungsweise der Länge der Wartezeit. Die NC-Werte werden nicht zuvor festgelegt, sondern ergeben sich jedes Jahr neu durch die aktuelle Bewerberstruktur. Die hsg bittet Studieninteressierte, sich frühzeitig über die Zulassungsverfahren und Studienvoraussetzungen an der Hochschule zu informieren (http://www.hs-gesundheit.de/to/voraussetzungen).

Ein Online-Selfassessment unterstützt Studieninteressierte im Bewerbungsverfahren. Ausführliche Informationen zur Bewerbung um NC-Studienplätze sind hier zu finden: http://www.hs-gesundheit.de/to/bewerbung/.

Die Bewerbung um einen Studienplatz im Master-Studiengang ‚Evidence-based Health Care‘ (Vollzeitstudium) erfolgt ebenfalls ab sofort und über das hsg-Online-Portal. Der Studiengang schließt mit dem akademischen Grad Master of Science (M.Sc.) ab. Die Regelstudienzeit beträgt drei Semester. Es fallen keine Studiengebühren, sondern ausschließlich der halbjährlich zu zahlende Sozialbeitrag an. Aufgrund der begrenzten Kapazitäten und der damit verbundenen NC-Beschränkung stehen für den Studiengang aktuell 30 Studienplätze zur Verfügung.

Neben dem Zugang mit 210 ECTS-Kreditpunkten (Punkte, die nach dem European Course Credit Transfer System gezählt werden) ermöglicht die hsg auch einen Zugang mit 180 ECTS-Kreditpunkten. Über die Anerkennung von den 30 fehlenden Kreditpunkten gibt die hsg-Homepage Auskunft: http://www.hs-gesundheit.de/to/ebhc180.

Am 17. Juni 2016 von 13.00 bis 19.00 Uhr berät ein Team der hsg auf dem ‚Tag der offenen Türen auf dem Gesundheitscampus‘ in der hsg Studieninteressierte, Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern und Großeltern.

Außerdem wird sich die hsg auf dem langen Abend der Studienberatung am 23. Juni 2016 von 16.00 bis 21.00 Uhr im Hörsaalzentrum Ost (HZO) an der Ruhr-Universität Bochum mit einem Team der Studienberatung beteiligen.

Die Zentrale Studienberatung der hsg bietet zudem offene Sprechstunden (ohne Voranmeldung) dienstags von 10.00 bis 12.00 Uhr und donnerstags von 12.00 bis 14.00 Uhr für persönliche Beratung an. Weiterhin können Anfrage über Mail (zsb(at)hs-gesundheit.de) und telefonisch (Tel.: +49 (0) 234 77727-384 sowie -373) gestellt werden. Die Zentrale Studienberatung ist in der hsg (Gesundheitscampus 6 – 8, 44801 Bochum) im Erdgeschoss (Raum B-0104) zu finden. Mehr Infos finden Sie unter: http://www.hs-gesundheit.de/de/thema/studium/studieninteressierte/kontakt/

Einen Eindruck über die Studiengänge der hsg bietet das hsg-Filmportal http://www.hs-gesundheit.de/to/filmportal.

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Dialysezugang per Katheter: Dresdner Uniklinikum nutzt minimalinvasives Verfahren

Um die Versorgung von Dialysepatienten weiter zu verbessern, haben die Bereiche Interventionelle Radiologie sowie Angiologie am Universitäts GefäßCentrum des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden eine innovative Methode etabliert. Sie ist etwa für 40 Prozent der Patienten geeignet, die durch eine genaue präoperative Ultraschalldiagostik identifiziert werden können. Mit dem neuen, minimal-invasiven Eingriff wird ein Gefäßzugang zur Hämodialyse geschaffen, indem Arterie und Vene des Unterarms verbunden werden.


Um den gewünschten Kurzschluss – auch Dialyse-Fistel oder Shunt genannt – herzustellen, navigieren die Radiologen zwei spezielle Katheter unter Ultraschall- und Röntgenkontrolle über nadelstichgroße Punktionen am Oberarm zu dicht nebeneinander verlaufenden Blutgefäßen am Unterarm. Mit dem neuen Verfahren lässt sich eine offene Operation vermeiden.

Die meisten Dialysepatienten müssen sich drei Mal pro Woche einer Blutwäsche unterziehen. Dabei werden ihnen in der Regel zwei Kanülen in eine oberflächlich gelegene Armvene gestochen, über die das Blut zum Dialysegerät fließt, um dann gereinigt wieder zurück in den Körper zu gelangen. Das geht aber nur, wenn die Vene dazu groß genug ist und einen ausreichenden Blutfluss hat. Deshalb wenden die Ärzte einen Trick an: Sie verbinden im Unterarm eine oberflächliche Vene mit einer Arterie. Durch diesen Kurzschluss und den veränderten Blutfluss vergrößert sich das Gefäß deutlich. Mit einem Durchmesser von mehr als fünf Millimetern und über eine Länge von gut zehn Zentimetern ist es dann möglich, die Kanülen trotz häufiger Einstiche optimal zu platzieren.

Bisher legten Gefäßchirurgen diese Dialysefisteln im Rahmen einer offenen Operation an, Dies ist oft mit einem stationären Krankenhausaufenthalt verbunden. In den vergangenen Jahren wurde nun ein schonendes, minimal-invasives Verfahren entwickelt, das im vergangenen Jahr auch in Deutschland Einzug hielt. Prof. Ralf-Thorsten Hoffmann, Leiter des Bereichs Interventionelle Radiologie am Institut für Radiologie des Dresdner Uniklinikums, gehörte zu den ersten deutschen Spezialisten, die diesen Eingriff in die klinische Routine integrierte. Bei dem Verfahren, für das lediglich eine örtliche Betäubung notwendig ist, navigieren die Radiologen die beiden Katheter unter Ultraschall- und Röntgenkontrolle zu den beiden benachbarten Gefäßen des Unterarms. Voraussetzung ist, dass die ausgewählte Arterie und die ebenfalls benötigte Vene sehr nah nebeneinander verlaufen und eine Verbindung zu oberflächlichen Venen besteht. Dies wird im Rahmen der Voruntersuchungen in der Fistelsprechstunde der Gefäßambulanz des Universitäts GefäßCentrums von Angiologen mittels Ultraschall untersucht. Sind bei dem Eingriff beide Katheter optimal platziert, presst ein Magnet Arterie und Vene aneinander. Hochfrequenter Wechselstrom öffnet danach die Gefäßwände und schafft eine Verbindung zwischen den beiden tief liegenden Gefäßen. Durch diesen gerade einmal eine Sekunde dauernden Vorgang entsteht ein direkter arterio-venöser Shunt.

Bei vorbestehender Verbindung aus dem tiefen Venensystem am Unterarm zu oberflächlichen Venen kann dann das Blut durch den kurzen Verschluss einer tiefen Armvene an die Oberfläche umgeleitet werden. Unmittelbar nachdem diese Verbindung geschaffen wurde, ist die oberflächliche Vene mit zwei Millimetern noch sehr klein. Durch den Blutfluss und die Druckverhältnisse weitet sich dieses Gefäß jedoch langsam. Nach dieser von Experten „Reifung“ genannten Phase nach durchschnittlich zwei Monaten ist die für die Dialyse benötigte Shuntvene gut zehn Zentimeter lang und hat einen Durchmesser von rund zehn Millimetern.

Erste klinische Daten belegen eine hohe Erfolgsrate des neuen Verfahrens mit niedriger Komplikationsrate. Die mit dem Kathetersystem vorgenommenen Shunt-Anlagen gelingen in 97 Prozent der Eingriffe. Davon sind nach sechs Monaten 96 Prozent offen. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Operation, bei dem die Wunden genäht und die Gefäße stärker verletzt werden müssen, dürfte das neue Katheterverfahren den Patienten deutlich schonen und auch dazu beitragen, funktionstüchtigere und auch langlebigere Shunts zu schaffen. Da jedoch für diese innovative, minimal-invasive Methode noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den langfristigen Ergebnissen vorliegen, beteiligt sich das Universitäts GefäßCentrum des Dresdner Uniklinikums an der ersten europäischen Studie, ab der sich Kliniken aus Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien beteiligen.

Kontakt für Patienten
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Universitäts GefäßCentrum
Fistel-Sprechstunde des (mittwochs 14 bis 16.30 Uhr)
Anmeldung über 0351 458 22 36
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
www.uniklinikum-dresden.de/ugc
 
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.uniklinikum-dresden.de/rad

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