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Gesundheit

Was genau ist ein Geriater? Und vor welchen Aufgaben steht die Altersmedizin hierzulande?

Der Geriater ist der Spezialist für die Behandlung sehr alter Menschen. Kinder gehen zum Kinderarzt – ganz klar! Ihr Organismus funktioniert anders als der von Erwachsenen. Und alte Menschen? Die sollten im besten Falle zum Altersmediziner, also zum Geriater. Der kennt sich aus. Denn auch der Organismus eines 90-Jährigen funktioniert anders, als der eines 30-Jährigen.


Vor allem: Der typische Geriater wird immer mehr zum Netzwerker zwischen den Disziplinen. Denn je nach Leiden oder Symptom, wird der alte Patient in unterschiedlichen medizinischen Bereichen behandelt, von vielen Ärzten und Therapeuten, die im Zweifelsfalle nichts voneinander wissen und sich nicht austauschen. Eigentlich ist in jedem Fall aber das Wissen der Altersmediziner vonnöten, um hochbetagten Patienten eine ausgezeichnete Versorgung zu gewährleisten. Gerade deshalb werden Geriater in der Medizin der Zukunft eine strategisch wichtige Rolle spielen. Bei ihnen laufen alle Fäden zusammen.

Die Zukunft der Medizin steht deshalb vor großen Herausforderungen. Da wäre die wachsende Komplexität von diagnostischen und therapeutischen Prozessen, die Zunahme dementieller Syndrome, die Verknappung von Ressourcen. Aber auch die familiäre Unterstützung wird weniger. Vor genau diesem Kontext sucht die Medizin des Alterns für ältere Menschen individuelle Lösungen. Anlässlich des vom 3. bis 5. September in Frankfurt am Main stattfindenden größten deutschsprachigen Altersmedizinkongresses, möchte die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) mit einigen Antworten auf wichtige Fragen von Angehörigen und Patienten verdeutlichen, wie die Geriatrie zur Optimierung und Zukunftssicherung der Versorgung sehr alter Patienten beitragen kann.

Häufig gestellte Fragen an Geriater:

Welche Patienten behandeln Geriater?

Bei einem Teil akut erkrankter alter Patienten treten spezifische Krankheitserscheinungen in den Hintergrund. Das klinische Bild wird aufgrund alterstypischer Multimorbidität und Vulnerabilität durch funktionelle Defizite und/oder durch Störungen primär nicht betroffener Organsysteme dominiert. Ein typisches Beispiel wäre ein hochbetagter, kognitiv eingeschränkter Patient mit einer höhergradigen Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz Stadium 4-5 und einer schweren Polyarthrose, der in Folge einer Dekompensation gestürzt war oder immobil wurde. Durch Verlust seiner Alltagskompetenz hat er Hilfebedarf bei den Aktivitäten des täglichen Lebens wie Nahrungsaufnahme, An- und Auskleiden, Kontinenz, Körperhygiene, etc. Weitere Komplikationen sind zu befürchten: Hospitalinfektionen, erneute Stürze, Delir, Mangelernährung etc. Die funktionellen Einbußen können bereits zu Beginn einer Erkrankung oder aber im Verlauf die diagnostischen und therapeutischen Bemühungen bestimmen.

Was sind Ziele und Besonderheiten geriatrischer Arbeit?

Es ist vorrangiges Ziel der Geriatrie, diese „geriatrischen Patienten“ zu identifizieren, dem funktionellen Abbau und der Beeinträchtigung des gesamten Organismus entgegenzuwirken und das bisherige Niveau an Autonomie zu erhalten oder wiederzustellen. Wegen der komplexen Situation dieser Patienten nutzt der Geriater zusätzlich zu den klassischen ärztlichen Untersuchungsmethoden das geriatrische Assessment, um alterstypische Multimorbidität, funktionelle Defizite, aber auch mentale und psychische Probleme sowie das soziale Umfeld des Patienten abzubilden, die multiprofessionelle Therapie im therapeutischen Team zu planen, zu leiten und die Ergebnisse der Behandlung zu überprüfen. Für diese Arbeit ist die kontinuierliche Vorhaltung geriatriespezifischer Ressourcen hinsichtlich Ausstattung und Personal sowie eine auf den geriatrischen Patienten fokussierte Organisation in der Abteilung oder Praxis notwendig.

Worin besteht der theoretische Hintergrund geriatrischer Arbeit?

Wegen der altersbedingt eingeschränkten Organreserven reagieren betagte Patienten auf unterschiedliche Auslöser häufig mit ähnlichen Reaktionsmustern. Diese werden als geriatrische Syndrome bezeichnet wie Sturz und Immobilität, Inkontinenz, Mangelernährung, Sarkopenie, Frailty/Gebrechlichkeit, Exsikkose, chronischer Schmerz, Delir u. a. Aufgrund ihrer multikausalen Verursachung unterscheiden sich diese vom klassischen Syndrom-begriff. Eine Behandlung muss sowohl die Auslöser aber auch die Reaktionen der verschiedenen Organsysteme im Kontext der Multimorbidität berücksichtigen. Dazu bedarf es der Priorisierung einer Multimedikation ergänzt durch nicht-medikamentöse Therapieformen wie Krankengymnastik, Ergotherapie, Sprach- und Schlucktherapie sowie soziale Maßnahmen.

Was muss ein Geriater können?

Neben dem multidisziplinären geriatrischen Assessment, der Kenntnis geriatrischer Syndrome sowie der Planung und Leitung des multiprofessionellen Teams, muss der Geriater vor allem gute differentialdiagnostische und pharmakologische Kenntnisse vorweisen. Unter Berücksichtigung der häufigsten chronischen Alterskrankheiten wie Hypertonie, Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern, koronare Herzerkrankung, Diabetes mellitus , chronische Atemwegserkrankungen, Durchblutungsstörungen, Niereninsuffizienz, Mangelernährung, Anämie, Arthrose, Osteoporose, Demenz, Depression, chronische Schmerzen u. a. wird deutlich, dass der Geriater über umfassende Kenntnisse und Fertigkeiten in der Inneren Medizin, ergänzt durch Aspekte anderer Fachgebiete verfügen muss. Hierzu gehören beispielsweise die Beurteilung von EKG, Langzeit-EKG und –Blutdruckmessung, Spirometrie, Endoskopie inkl. PEG-Anlage, Sonographie inkl. Duplexdiagnostik, Echokardiographie, Doppler-Druck-Messung, Schluckdiagnostik, Beurteilung von Standard-Röntgenuntersuchungen u.a. Eine qualifizierte Geriatrie ist zudem ohne Kenntnisse der internistischen Intensivmedizin nicht machbar. Spezielle Techniken wie EEG, ENG, CT, Herzkatheter und andere sind wichtige Ergänzungen in der Hand des konsiliarisch hinzugezogenen Organspezialisten.

Womit beschäftigt sich geriatrische Forschung?

Die Kompression der Morbidität mit Erhalt der Autonomie bis ins hohe Alter stellt das übergeordnete Ziel geriatrischer Forschung dar. Grundlagen-orientierte Schwerpunkte (Alternsforschung) umfassen beispielsweise die Bereiche Sarkopenie, Frailty, Immunologie und körperlicher Aktivität/Ambient Assisted Living. Neben der Präzisierung des geriatrischen Assessments erlangen aktuell vor allem Themen im Bereich der Mangelernährung, des körperlichen Trainings auch von Demenzpatienten, der Sturzprävention und der Polypharmazie (Interaktionen, Einschätzung neuer Medikamente etc.) klinisch Relevanz. Die wachsende Qualität kommt auch in einer Aufwertung der Publikationsorgane zum Ausdruck (steigende Impact Faktoren/ Reichweiten). Wesentliche Elemente geriatrischer Arbeit konnten zudem auf hohem Evidenzlevel bestätigt werden. Prominentes Beispiel ist der positive Effekt einer Assessement-basierten geriatrischen Behandlung auf Funktion und Überleben der Patienten im Vergleich zu einer herkömmlichen Behandlung (Cochrane Database Syst Rev. 2011 Jul 6;(7):CD006211).

Wo werden Geriater benötigt?

Krankheitsspezifische und funktionsorientierte Maßnahmen müssen sich bei der Behandlung alter, multimorbider Patienten sinnvoll ergänzen. Deshalb ist es zweckmäßig, dass Geriater auf unterschiedlichen Ebenen der medizinischen Versorgung in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden.
Hochbetagte Patienten werden selbstverständlich nach den krankheitsspezifischen Leitlinien in den jeweiligen (Organ-)Abteilungen versorgt. Wenn jedoch Funktionsdefizite oder alterstypische Multimorbidität das klinische Bild bestimmen, können gleich zu Beginn oder im Verlauf einer akuten Erkrankung geriatrische Maßnahmen wie Assessment, multiprofessionelle Therapie und Rehabilitation in den Vordergrund rücken. Jeder Mediziner, der alte Patienten behandelt, sollte das Primat einer funktionserhaltenden Behandlung zum richtigen Zeitpunkt erkennen. Der Geriater muss gewährleisten, seine Therapie bedarfsweise zu Gunsten einer gezielten Intervention (etwa einer sofortigen PTA, einer Hüft-TEP, einer Krisenintervention bei schwerer Psychose, einer Lyse bei cerebraler Ischämie etc.) zurückzustellen oder zu unterbrechen. Dies stellt auch im aktuellen DRG-System für alle Beteiligten eine optimale Versorgungsform dar, da die Übernahme der Patienten zur geriatrischen Komplexbehandlung die Verweildauer in den verlegenden Abteilungen verkürzt. Zudem können viele Hochbetagte durch Erhalt ihrer vorbestehenden Alltagskompetenz ins gewohnte Umfeld entlassen werden.
Für die ambulante Medizin gilt, dass alte Patienten natürlich von Ihren Haus- und Fachärzten behandelt werden. Erst wenn umfassende Diagnostik und Therapie zur Aufrechterhaltung von Teilhabe und Autonomie notwendig werden oder komplexe Fragestellungen aus Multimorbidität und Polypharmazie resultieren, sollten Geriater wie andere spezialisierte Fachärzte auf Überweisung tätig werden.

Wie will sich die Geriatrie im Fächerkanon einordnen?

In den meisten europäischen Ländern ist Geriatrie ein eigenständiges Fach oder ein Schwerpunkt in der Inneren Medizin. In Deutschland ist sie als Schwerpunkt in der Inneren Medizin bereits in 3 Bundesländern (Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt) anerkannt. Da die Behandlung der häufigsten alters-assoziierten Erkrankungen Kenntnisse und Fertigkeiten der internistischen Basisweiterbildung voraussetzen und die meisten geriatrischen Kliniken (vor allem im Akutbereich) internistischen Abteilungen zugeordnet sind, ist ein Facharzt nur als Schwerpunkt in der Inneren Medizin (neben Gastroenterologie, Rheumatologie, Kardiologie etc.) sinnvoll. Für Fachbereiche mit hohem Anteil betagter Patienten wie der Neurologie, der Psychiatrie oder der Allgemeinmedizin, wird wie bisher eine fachbezogene klinische Zusatzweiterbildung in Geriatrie erhalten bleiben. Kurse zur Geriatrischen Grundversorgung sollten für alle Ärzte insbesondere in der ambulanten Versorgung angeboten werden.

Welche Rolle spielt die Geriatrie in der Krankenversorgung bisher und in Zukunft?

Geriatrie verfügt nach der Kardiologie mittlerweile über die zweitgrößte Anzahl von spezialisierten internistischen Betten in deutschen Krankenhäusern. Die Geriater sind in die Bereitschaftsdienste der jeweiligen Kliniken und, wenn vorhanden auch in die internistische Notaufnahme integriert. Die frühzeitige und kontinuierliche Einbindung geriatrischer Kompetenz in die Behandlungsabläufe wird die Qualität der Versorgung hochbetagter, multimorbider Patienten steigern. Es ist nicht Ziel der Etablierung des Fachgebietes Geriatrie, alle alten Patienten zu behandeln oder Spezialisierungen in den jeweiligen Organfächern für den alten Menschen zu kopieren.

Das Papier wurde von folgenden Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) erarbeitet und konsentiert: M. Denkinger (Ulm), V. Goede (Köln), W. Hofmann (Neumünster), A. Kwetkat (Jena), M. Meisel (Dessau), R. Püllen (Frankfurt), Ralf-Joachim Schulz (Köln), U. Thiem (Herne).
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.dggeriatrie.de/presse-469/996-pm-was-genau-ist-ein-geriater.html
Mitteilung hat die folgenden Anhänge:
Pressemeldung DGG

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Zwanzig Jahre Nierentransplantation in Dresden: Ein wichtiges Jubiläum für Ärzte und Patienten

Vor 20 Jahren wurde in der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus in Zusammenarbeit mit dem Schwerpunktbereich Nephrologie der Medizinischen Klinik III die erste Niere in Dresden transplantiert. In den 20 Jahren des Bestehens des Nieren-Transplantationszentrums erhielten am Dresdner Uniklinikum insgesamt 769 Patienten eine neue Niere. Dabei belegen die aktuellen Zahlen einen positiven Trend, mit dem sich das Klinikum von der bundesweiten Entwicklung absetzt. Gab es 2013 lediglich 52 Nierentransplantationen, waren es im Vorjahr 76. In diesem Jahr zählte das Klinikum bis zum 21. August bereits 57 Transplantationen.


Das Nieren- und Pankreastransplantationsprogra

mm des Dresdner Uniklinikums erfüllt dabei nicht nur die höchsten medizinischen Standards, sondern auch sämtliche ethischen und rechtlichen Vorgaben. Dies bestätigte die Prüfungs- und Überwachungskommission der Bundesärztekammer in einem Ende Juni herausgegebenen Bericht, dem eine umfassende Überprüfung des Transplantationsprogramms voranging.

Der Erfolg des Dresdner Transplantationszentrums gründet sich auf das Teamwork der Experten der Urologie sowie der in der Medizinischen Klinik III tätigen Nephrologen. Ein Schwerpunkt der internistischen Versorgung ist es, den Patienten vor und nach der Transplantation medikamentös so zu behandeln, dass der Körper das fremde Organ nicht abstößt. Dank innovativer Medikamente und neuer Therapiestrategien zur Unterdrückung der Abwehrreaktionen gegen das körperfremde Organ sind die Erfolgschancen einer Transplantation in den vergangenen zwei Jahrzehnten gestiegen und die Optionen der Lebendnierenspende deutlich verbessert worden. Als planbarer Eingriff unter Vermeidung jahrelanger Wartezeiten als Dialysepatient ist die Nierenlebendspende die Transplantation mit den besten Kurz- und Langzeit-Ergebnissen. Derzeit betreut das Transplantationszentrum 318 Patienten, die auf eine neue Niere warten. Im vergangenen Jahr waren 21 der 76 Transplantationen Lebendspenden.

„Wir haben uns die höchsten ethischen und rechtlichen Standards gesetzt, um der Transplantationsmedizin die bestmögliche Zukunft zu geben. Wir freuen uns deshalb sehr, dass unabhängige Gutachter nach intensiver Prüfung bestätigen, dass wir unserem eigenen hohen Anspruch gerecht werden“, sagt Professor Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums. Der Bericht der Prüfungs- und Überwachungskommission der Bundesärztekammer bestätigt dem Klinikum, dass Auswahl und Anmeldung sämtlicher Organempfänger keinen Anlass zu Beanstandungen gaben. Alle erforderlichen Unterlagen konnten unverzüglich und vollständig vorgelegt werden, so der Ende Juni herausgegebene Bericht.

Transplantierte Niere „arbeitet nahezu so gut wie vor zwanzig Jahren“
Für Karsten Dürr war es 1995 beinahe ein Geburtstagsgeschenk: Der Dresdner litt unter einer chronischen Nierenerkrankung, die beide Organe innerhalb weniger Jahre so stark schädigten, dass sie schließlich ihren Dienst versagten. Kurzfristig sicherte nur eine regelmäßige Blutwäsche – die Dialyse – sein Leben. Karsten Dürr kam deshalb auf die Warteliste für eine Spenderniere. Zwei Tage nach seinem 31. Geburtstag war es dann soweit: Ein Organ mit den richtigen Gewebemerkmalen stand bereit und konnte von Professor Manfred Wirth implantiert werden. Das interdisziplinäre Team um den Direktor der Klinik für Urologie und den in der Medizinischen Klinik und Poliklinik III tätigen Nephrologen um Professor Peter Gross (von 1995 bis 2009) und Professor Christian Hugo (seit 2009) nahm seitdem insgesamt 769 Nierentransplantationen vor. Die erste Nierentransplantation in Dresden war ein voller Erfolg: „Dem Patienten geht es hervorragend. Auch heute ist die Niere noch voll funktionsfähig – sie arbeitet nahezu so gut wie vor zwanzig Jahren“, sagt Prof. Wirth. Erfahrungen zeigen, dass Spendernieren durchschnittlich 10 bis 15 Jahre im Körper des Empfängers arbeiten, in den letzten Jahren mit weiter steigender Tendenz. „Für die Funktionsdauer des Nierentransplantates ist die Qualität des transplantierten Organes von großer Bedeutung, eine Tatsache, die auch für den Erfolg der ersten Transplantation von Herrn Dürr zutrifft und für das hervorragende Langzeitergebnis mitverantwortlich ist“, sagt Prof. Wirth.

„Auch wenn sich die Dialysetherapie in den letzten 20 Jahren ebenfalls kontinuierlich weiterentwickelt hat und viele Leben rettet, ist sie bis heute für junge und ältere Patienten die schlechtere Alternative zur Transplantation: „Eine gut arbeitende Niere reinigt das Blut eben permanent und entgiftet den Körper vollständig, während der zeitlich beschränkte Einsatz der Dialyse – normalerweise drei mal fünf Stunden pro Woche – den Organismus nur zum Teil entgiften kann. Das belastet unter anderem den Kreislauf, was zu fortschreitenden körperlichen Schäden führt. Damit verschlechtert jedes Jahr an der Dialyse die Chancen für eine erfolgreiche Nierentransplantation“, berichtet Prof. Hugo. Deshalb solle kein Patient länger als nötig auf eine Spenderniere warten und auch deshalb ist die Lebendnierentransplantation so erfolgreich. Während Deutschlandweit die Spendebereitschaft seit 20 Jahren schlecht ist und sich derzeit auf einem absoluten Tiefpunkt befindet, zeigte gerade der Osten Deutschlands in den Jahren 2005 bis 2007, dass trotz ungünstiger gesetzlicher Voraussetzungen eine Verdoppelung der Zahl gespendeter Organe möglich ist. „Leider hat sich aber dieses spezifische Hoch an Organspenden im Osten in den letzten Jahren nicht gehalten und ist wie in den anderen Bundesländern auf gerade mal zehn bis zwölf Spenden pro Million Einwohner pro Jahr abgerutscht“, so Prof. Hugo. Wichtig ist aber die Erkenntnis, dass die Wartezeit in Dresden ganz entscheidend von der Spendebereitschaft in der Region Ost des Landes (Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt) abhängt und viel weniger von der allgemeinen in Deutschland oder im Eurotransplant-Verbund vorhandenen Bereitschaft, Organe zu spenden. Dementsprechend wird sich eine verbesserte lokale Spendebereitschaft auch in der Region um Dresden auswirken. Deshalb begrüßt das Dresdner Transplantationszentrum ausdrücklich alle positiven Aktivitäten zur Organspende, insbesondere die Aktivitäten zum Organspendejahr der sächsischen Landesärztekammer.

Deutsche Transplantationsgesellschaft tagt in Dresden
Der nach wie vor eklatante Mangel an Spenderorganen ist eines der Themen der 24. Jahrestagung der Deutschen Transplantationsgesellschaft, die vom 22. bis 24. Oktober im Internationalen Congress Center Dresden stattfindet. Tagungspräsident ist Prof. Christian Hugo. Die Experten der Transplantationsmedizin beschäftigen sich unter anderem mit der Frage, nach welchen Kriterien die wenigen Organe welchen Patienten zugeordnet werden sollten. Weitere Themen sind die interdisziplinäre Zusammenarbeit im gesamten Ablauf der Spende als wesentlicher Faktor für den Erfolg der Transplantation, die personalisierte beziehungsweise individualisierte Medizin auch in der Transplantationsmedizin, die Zukunft der immunsuppressiven Therapie sowie die spezifischen Herausforderungen bei der Betreuung von Transplantationen bei Jugendlichen beziehungsweise betagten Menschen.

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.uniklinikum-dresden.de/uro
http://www.mk3.uniklinikum-dresden.de

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Wilfried Jäckel und Wolfgang Bolten zu Ehrenmitgliedern der DGRh ernannt

Beim 43. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e. V. werden Prof. Dr. Wilfried H. Jäckel aus Freiburg/Bad Säckingen und Dr. Wolfgang W. Bolten aus Wiesbaden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Damit würdigt die Gesellschaft zwei Menschen, die in herausragender Weise zur Weiterentwicklung der Rheumatologie beigetragen haben. Die Ehrung erfolgt im Rahmen des Kongresses am 2. September in Bremen.


„Prof. Jäckel hat die Rehabilitationsforschung in der deutschen Rheumatologie ganz entscheidend geprägt und seine Erfahrung in diesem Bereich stets erfolgreich in die Gremienarbeit unserer Fachgesellschaft eingebracht“, betont der Laudator Professor Dr. Matthias Schneider, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie. Prof. Jäckel studierte Medizin in Düsseldorf und erwarb die Facharztqualifikationen Innere Medizin/Rheumatologie, Physikalische und Rehabilitative Medizin, Chirotherapie und Sozialmedizin. 1988 habilitierte er sich an der Universität Ulm für das Gebiet „Rehabilitationsmedizin“. 1994 übernahm er eine Stiftungsprofessur für Rheumaepidemiologie und Experimentelle Rehabilitation am Universitätsklinikum Freiburg. Bis 2011 war er Ärztlicher Direktor des RehaKlinikums Bad Säckingen, einer Rehabilitationsklinik mit 220 Betten, und bis 2014 wissenschaftlicher Leiter des Hochrhein-Instituts für Rehabilitationsforschung in Bad Säckingen. Von 1999 bis zu seiner Pensionierung im Oktober 2014 leitete er als Ärztlicher Direktor das Institut für Qualitätsmanagement und Sozialmedizin am Universitätsklinikum Freiburg.

Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit war die Evaluation und Qualitätssicherung rehabilitativer Maßnahmen. Er hat Qualitätssicherungsprogramme für Renten- und Krankenversicherungsträger entwickelt. Prof. Jäckel war u. a. Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften (DGRW), Sprecher der Kommission Leitlinien der DGRW, Sprecher der Kommission Sozialmedizin der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, Sprecher des Rehabilitationswissenschaftlic

hen Forschungsverbundes Freiburg / Bad Säckingen und Mitglied des Ärztlichen Sachverständigenrates der Bundesarbeitsgemeinschaft Rehabilitation (BAR).

Dr. Wolfgang Bolten hat als Chefarzt, Ärztlicher Direktor und Lehrbeauftragter die dynamische Entwicklung der Rheumatologie in den letzten Jahrzehnten aktiv mitgestaltet. „Sein Steckenpferd ist die Pharmakotherapie rheumatischer Erkrankungen. Von seiner klinischen Expertise in diesem Bereich hat die Kommission Pharmakotherapie in unserer Fachgesellschaft, deren Mitglied er viele Jahre lang war, enorm profitiert“, so der Laudator Dr. Siegfried Wassenberg, Chefarzt der Rheumaklinik Themistocles Gluck Hospital, Ratingen.

Dr. Bolten studierte Medizin in Düsseldorf und arbeitete nach der Assistenzarztzeit in Kempen und Krefeld als Oberarzt in Wiesbaden, wo der 2009 verstorbene Rheumatologe Dr. Klaus Miehlke sein Mentor wurde. Dr. Bolten erhielt Lehraufträge an den Universitäten Heidelberg und Frankfurt/Main, arbeitete an Studien mit, organisierte Symposien und Weiterbildungsveranstaltungen in der Rheumatologie. 1987 verließ er Wiesbaden, um als Chefarzt die RHM-Rheumaklinik Bad Rappenau aufzubauen, kehrte aber 1994 als Chefarzt und Ärztlicher Direktor an seine frühere Wirkungsstätte, die heutige Klaus-Miehlke-Klinik der RHM-Klinikgruppe, zurück. Seit seiner Pensionierung im Jahr 2012 ist er weiterhin in einer Privatpraxis tätig. Er ist Mitglied zahlreicher Fachgesellschaften und setzt sich seit Dezember 2009 als Präsident der Rheuma-Liga Hessen intensiv für die Patientenselbsthilfe ein.

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) ist mit mehr als 1.400 Mitgliedern die größte medizinische Fachgesellschaft in Deutschland im Bereich der Rheumatologie. Sie repräsentiert seit mehr als 80 Jahren die rheumatologische Wissenschaft und Forschung und deren Entwicklung in Deutschland. Als gemeinnütziger Verein arbeitet die DGRh unabhängig und ohne Verfolgung wirt¬schaftlicher Ziele zum Nutzen der Allgemeinheit.
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.dgrh.de

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Vom Roboter gepflegt werden? Für jeden Vierten vorstellbar

Umfrage "ZukunftsMonitor" zeigt Einstellung der Deutschen zu Gesundheitstechnologien / Wanka: "Mit Bürgern dazu ins Gespräch kommen"

Roboter in der Pflege, Implantate für eine bessere Gedächtnisleistung – viele Deutsche haben wenige Berührungsängste, wenn es um visionäre Medizintechnik geht. Das geht aus dem ZukunftsMonitor "Gesundheit neu denken" hervor – einer repräsentativen Befragung, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Auftrag gegeben hat. Rund ein Viertel der Befragten (26 Prozent) können sich demnach vorstellen, von Robotern gepflegt zu werden. Implantate für mehr Konzentration oder Gedächtnisleistung befürworten sogar 51 Prozent der Befragten. Besonders jüngere Menschen finden diese Idee reizvoll (14 bis 19 Jahre: 62,3 Prozent).

Die Umfrage ist der Auftakt des neuen BMBF-Bürgerdialogs "ZukunftsForum". Bis 2017 sind im BMBF zu verschiedenen Zukunftsthemen jeweils eine repräsentative Befragung (der "ZukunftsMonitor"), ein moderierter Workshop mit 50 Bürgerinnen und Bürgern (der "ZukunftsTag") sowie ein Bürgerdialog mit der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, geplant (die "ZukunftsNacht"). Die Ergebnisse des Dialogs werden vom BMBF ausgewertet und in die Entwicklung langfristiger Innovationsstrategien einbezogen.

Das Thema des ersten BMBF-ZukunftsForums, das einen Beitrag zur Regierungsstrategie "Gut leben in Deutschland" leistet, lautet "Gesundheit neu denken – Wohlergehen durch Hightech-Medizin und Selbstoptimierung?". Für die Teilnahme an der ersten ZukunftsNacht mit Ministerin Wanka zu diesem Thema am 8. September in Berlin können sich Bürgerinnen und Bürger zurzeit online unter www.zukunft-verstehen.de/registrieren anmelden.

"Der ZukunftsMonitor zeigt, dass sich die Bürgerinnen und Bürger sehr für die Gesundheitstechnologien von morgen interessieren. Ihre Sorge um mögliche Risiken belegt aber auch, dass es noch großen Forschungsbedarf gibt, um Fragen in der Anwendung zu klären und Vertrauen in neue Technologien zu schaffen. Denn Technik muss den Menschen dienen. Über Chancen und Risiken will ich mit den Bürgern ins Gespräch kommen", sagte Bundesforschungsministerin Wanka.

Insgesamt sehen die Befragten laut ZukunftsMonitor viel Potenzial im Einsatz digitaler Technologien im Gesundheits-, Pflege- und Fitnessbereich. Besonders so genannte Wearables – also Fitnessarmbänder oder Kleidungsstücke, die Biodaten messen – nehmen die Bürgerinnen und Bürger als Chance wahr (55 Prozent). Große Möglichkeiten messen die Deutschen der Telepflege zu (51 Prozent), also der computergestützten Überprüfung von Gesundheitsdaten durch Hausarzt oder Pflegedienst aus der Ferne. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Bevölkerung einen hohen Anspruch an die Sicherheit von online gespeicherten Daten stellt. Eine erhebliche Anzahl der Befragten hat Bedenken, ihre Daten im Netz zu teilen (62 Prozent) oder lehnt es ab, sie der Krankenkasse zur Verfügung zu stellen (67 Prozent).

Insgesamt steht die Landbevölkerung den digitalen Technologien aufgeschlossener gegenüber, als Städter. 53,9 Prozent der Landbevölkerung sehen zum Beispiel eher Chancen in der Telepflege gegenüber 44,1 Prozent der Städter. Im Vergleich Ost-West zeigen sich die Bewohner der neuen Länder offener als die der alten. Die Befragten in den neuen Bundesländern schätzen die Chancen der einzelnen Technologien fast durchgängig höher ein als im Westen, im Fall von Telemedizin sehen zum Beispiel 43,1 Prozent der Ostdeutschen hier Chancen gegenüber 36,3 Prozent der Westdeutschen.

Der ZukunftsMonitor basiert auf rund 1000 persönlichen Interviews, die TNS Emnid im Juli im Auftrag des BMBF für den Auftakt der ZukunftsForen durchgeführt hat.

Mehr Informationen zum ZukunftsMonitor finden Sie auf der Webseite www.zukunft-verstehen.de oder unter www.bmbf.de/de/29248.php

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