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Gesundheit

UN-Bericht weist Krebs als Todesursache Nummer 1 weltweit aus

Krankenhaus"Der weltweite Anstieg von Krebserkrankungen ist ein grosses Hindernis für die menschliche Entwicklung und das menschliche Wohlbefinden," kommentiert Dr. Christopher Wild, Direktor der IARC. "Diese neuen Zahlen und Prognosen senden eine starkes Signal, dass sofortiges Handeln erforderlich ist, um gegen diese humanitäre Katastrophe anzugehen, von der alle Gemeinschaften der Welt ohne Ausnahme betroffen sind," unterstreicht Dr. Wild. Der Weltkrebsbericht 2014 bestätigt, dass bei der Krebskontrolle und -pflege ein globales Ungleichgewicht besteht. Die Anzahl von Todesfällen aufgrund der Erkrankung unter den ärmsten Menschen der Welt wächst schneller als zuvor erwartet. Um dies zu spezifizieren: Bis 2025 wird 80 % des Anstiegs bei der Anzahl von Krebserkrankungen in weniger entwickelten Regionen stattfinden.

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15.000 Thüringer im vergangenen Jahr neu an Krebs erkrankt

Experten vom Uniklinikum Jena betonen zum Weltkrebstag die Bedeutung der Vorsorge

Vorsorgeuntersuchungen spielen bei Krebs eine wichtige Rolle. „Mit wenigen Ausnahmen sind frühzeitig erkannte Krebserkrankungen weniger tödlich und besser behandelbar als Krebs im Spätstadium“, sagt Prof. Andreas Hochhaus zum diesjährigen Weltkrebstag am 4. Februar. Der Onkologe ist Direktor der Abteilung für Hämatologie und Internistische Onkologie und Direktor des UniversitätsTumorCentrums am Universitätsklinikum Jena (UKJ) sowie Vorstandsmitglied der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG).

Rund 15.000 Thüringer sind im vergangenen Jahr neu an Krebs erkrankt. Nach Schätzungen des Gemeinsamen Krebsregisters Berlin 2013, das die Daten für Ostdeutschland erhebt, wird diese Zahl bis zum Jahr 2020 um 15 Prozent ansteigen.

Diese Tendenz zeichnet sich bereits am Universitätsklinikum Jena (UKJ) ab. „Im Zeitraum von 2010 bis 2012 ist bei uns die Zahl der stationären Tumorpatienten um 25 Prozent gestiegen“, so Prof. Hochhaus. Jedes Jahr werden am UKJ mehr als 30.000 Menschen mit Tumorerkrankungen behandelt, davon fast 11.000 stationär und rund 22.000 Patienten ambulant. Bei 1.500 Patienten ist die Erkrankung neu aufgetreten. Ein Grund für die Entwicklung liegt im steigenden Lebensalter, da dies für die meisten Tumorarten zu den Hauptrisikofaktoren zählt. So betreffen drei Viertel der Krebsdiagnosen Menschen über 60 Jahre.

In Thüringen leben etwa 70.000 Menschen mit einer Krebsdiagnose, das sind rund 3,2 Prozent der Bevölkerung. Damit liegt Thüringen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von vier Prozent. Etwa die Hälfte aller Neuerkrankungen betrifft die drei häufigsten Krebsarten: Nach den aktuellsten Zahlen des Gemeinsamen Krebsregister entfallen bei den Männern in Thüringen pro Jahr knapp 1.700 Neuerkrankungen auf die Prostata sowie etwa je 1000 auf Darm und Lunge, bei den Frauen sind es knapp 1.800 Erkrankungen der Brustdrüse, 800 des Darms und rund 370 des Gebärmutterkörpers.

Die Zahlen des Gemeinsamen Krebsregisters zeigen aber auch, dass sich die Therapien verbessert haben. So hat sich die Überlebensrate für Krebspatienten in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. Inzwischen überleben etwa 60 Prozent aller Krebspatienten ihre Erkrankung mindestens fünf Jahre, vor 20 Jahren waren es lediglich 32 Prozent aller Patienten.

Darüber hinaus kann jeder etwas tun, um sein persönliches Krebsrisiko zu senken. Experten schätzen, dass rund zwei Drittel aller Krebserkrankungen auf Lebensstilfaktoren zurückzuführen sind. So ist ein Anliegen des Weltkrebstages, Menschen dazu zu animieren, sich viel zu bewegen, gesund zu essen, Übergewicht zu vermeiden und auf das Rauchen zu verzichten.
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.uniklinikum-jena.de

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Weltkrebstag: Aktueller Bericht zeigt, Brustkrebsscreening rettet Leben

Weltkrebstag: Aktueller Bericht zeigt, Brustkrebsscreening rettet Leben
Erfolgreiches Mammographie-Screening in den Niederlanden

Die Wirksamkeit des Früherkennungsprogramms für Brustkrebs wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Ein Report aus den Niederlanden dürfte das Thema erneut anfachen. Das unabhängige Dutch Health Council veröffentlichte kürzlich einen Bericht, der im Auftrag des Gesundheitsministers erstellt wurde. Auf dem Prüfstand stand das vor rund 25 Jahren eingeführte niederländische Mammographie-Screening. Ergebnis: Screening rettet jährlich 775 Frauen das Leben.

Besonderes Augenmerk legt die Untersuchung auf die „Schaden-Nutzen-Relation“. Denn neben dem Anteil verhinderter Todesfälle an Brustkrebs fallen auch potenzielle Risiken der Früherkennung ins Gewicht wie falsch-positiv Befunde, Überdiagnosen und Intervallkarzinome. Nach eingehender Analyse kommen die Verfasser des Reports zum Schluss, dass die Vorteile überwiegen. Sie sprechen eine klare Empfehlung zur Fortführung und Weiterentwicklung des Mammographie-Screenings aus.

Der Report zeigt für die Niederlanden: Um eine Frau retten zu können, müssten 1200 Frauen gescreent werden. 23 von ihnen würden zu einer weiteren Untersuchung wieder eingeladen. Bei 16 Frauen bestätigt sich der Brustkrebsverdacht nicht. 7 bis 8 Frauen erhielten jedoch die gesicherte Brustkrebsdiagnose. 5 von ihnen hätten keinen gesundheitlichen Gewinn vom Screening wie eine weniger belastende Behandlung der Erkrankung. Auf der anderen Seite stehe jedoch die gewonnene Lebenszeit für die einzelne Frau. Demnach bedeute jedes gerettete Leben auch 16,5 gewonnene „Lebensjahre“.

Die Ergebnisse haben auch Bedeutung für das deutsche Programm. Denn das qualitätsgesicherte Früherkennungsangebot hierzulande weist große Ähnlichkeit mit dem des niederländischen Nachbarn auf. Beide Staaten sind in punkto Qualität führend im europäischen und internationalen Vergleich. Das zeigt sich beispielsweise in einer hohen Brustkrebsentdeckungsrate bei gleichzeitig niedriger Wiedereinbestellungsrate und der hohen „Treffsicherheit“ in der Diagnostik.

In beiden Ländern werden die Europäischen Leitlinien für die Qualitätssicherung des Brustkrebs-Screenings umgesetzt. Prof. Dr. Roland Holland von der EUREF, einem Gremium zur Zertifizierung von nationalen Mammographie-Screening-

Programmen, sagt: „Die bisherigen Ergebnisse des deutschen bevölkerungsweiten Mammographie-Screening-Programms sind sehr gut. Vergleichbar mit den holländischen Ergebnissen wird ein ausgewogenes Verhältnis zwischen einer hohen Entdeckungsrate früher Karzinomstadien und falsch-positiver Befunde erreicht. Zusammen mit den guten Therapiemaßnahmen in den Brustzentren werden diese Ergebnisse langfristig zu einer Senkung der Brustkrebssterblichkeit führen müssen. Leider steht bisher die Teilnahmerate hinter den Erwartungen zurück. Eine Steigerung der Teilnahmerate wäre im Sinne einer bundesweit qualitativ hochwertigen und kosteneffizienten Brustkrebsversorgung wünschenswert.“

„Wir fühlen uns in unserer Arbeit bestätigt. Die aktuellen Daten aus dem deutschen Programm zeigen uns deutlich, dass wir einen wichtigen Etappensieg im Kampf gegen den Brustkrebs erreicht haben. Wir wollen Krebs bei möglichst allen teilnehmenden Frauen frühzeitig entdecken, sie aber dabei so wenig wie möglich belasten“, betont Dr. Tatjana Heinen-Kammerer, Geschäftsstellenleiterin der Kooperationsgemeinschaft Mammographie.

Die Daten aus dem deutschen Programm werden am 20. Februar 2014 auf dem 31. Krebskongress in Berlin und im Internet unter http://www.mammographie-blog.de veröffentlicht.

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Gesetz über Sterbehilfe kommt nicht mehr in diesem Jahr

SterbehilfeEine gesetzliche Neuregelung der Sterbehilfe wird später kommen als zunächst gedacht, mit einem Gesetz ist frühestens im Lauf des Jahres 2015 zu rechnen: Führende Koalitionspolitiker sind sich nach Informationen der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) einig, dass der Bundestag in diesem Jahr zunächst eine breite Diskussion über die Sterbehilfe führen soll. Wie stark organisierte Selbsttötungshilfe eingeschränkt wird, gilt unter Fachleuten der Fraktionen als völlig offen, die Mehrheiten sind schwer einzuschätzen. "Wir glauben nicht, dass man die Entscheidung forcieren muss", sagte SPD-Fraktionsvize Carola Reimann der Zeitung.

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