Zum Hauptinhalt springen

Lifestyle

Spiel auf dem See Bregenz, Bühnenbild Turandot

Spiel auf dem See 2021 und 2022 Madame Butterfly folgt auf Rigoletto Beliebte Puccini-Oper auf der Seebühne

Rund sechs Wochen vor Start der 73. Saison am Bodensee haben die Bregenzer Festspiele die Seebühnen-Programmplanung bis ins Jahr 2022 abgeschlossen.

Spiel auf dem See Bregenz, Bühnenbild Turandot
Spiel auf dem See Bregenz, Bühnenbild Turandot

Als Spiel auf dem See zeigt das Festival in den Sommern 2021 und 2022 Madame Butterfly von Giacomo Puccini. Die 1904 an der Mailänder Scala uraufgeführte Oper wird erstmals bei den Bregenzer Festspielen gezeigt. Für die Regie zeichnet Andreas Homoki verantwortlich, das Bühnenbild entwirft Michael Levine. Beide sind erstmals bei den Bregenzer Festspielen tätig.

Die Oper setzt die Reihe beliebter Puccini-Werke auf der Seebühne fort. Nach La Bohème (2001/02), Tosca (2007/08) und Turandot, zuletzt gezeigt 2015 und 2016, steht mit Madame Butterfly die vierte Oper des aus Lucca in der Toskana stammenden Komponisten auf dem Spielplan.

Im kommenden Sommer ist erneut Carmen auf der Seebühne zu sehen, 2019 und 2020 zeigt das Festival Rigoletto von Giuseppe Verdi.

„Drama um Liebe, Verrat und Entsagung“
„Mit seiner wirkungsvollen und einfühlsamen Musik hat Giacomo Puccini der tragischen Frauenfigur Cio-Cio San in Madame Butterfly ein ergreifendes Denkmal gesetzt. Die Naturschilderungen und der hoffnungsvolle Blick Butterflys auf die Weiten des Meeres, machen den Bodensee zu einem idealen Hintergrund für das Drama um Liebe, Verrat und Entsagung“, sagt Intendantin Elisabeth Sobotka.

Die Premiere ist für 21. Juli 2021 geplant, die letzte Vorstellung des Sommers 2021 soll am 22. August über die Bühne gehen.

Rigoletto 2019 und 2020 auf Seebühne
Direkt nach Ende des kommenden Festspielsommers beginnt mit dem Abbau des Carmen-Bühnenbildes der Aufbau der Rigoletto-Kulisse. Die Verdi-Oper wird bekanntermaßen in den Jahren 2019 und 2020 in der Regie und im Bühnenbild von Philipp Stölzl auf der Seebühne gezeigt. Tickets sind ab 20. August 2018 verfügbar, dem letzten Spieltag der diesjährigen Saison.

Drei Viertel der 210.000 Carmen-Tickets verkauft
Carmen steht im diesjährigen Sommer 29 Mal auf dem Spielplan, Wiederaufnahme-Premiere ist am 19. Juli. Derzeit sind rund 75 Prozent der 210.000 Seebühnen-Tickets verkauft. Tags zuvor eröffnet die Oper im Festspielhaus und österreichische Erstaufführung Beatrice Cenci von Berthold Goldschmidt die Bregenzer Festspiele 2018.

Madame Butterfly: Leidenschaftliche, überwältigende Melodien
Madame Butterfly erzählt ein ergreifendes und berührendes Drama des japanischen Mädchens Cio-Cio San, die an einen wohlhabenden US-amerikanischen Marineleutnant verheiratet wird. Für die Liebe ihres Lebens nimmt sie den christlichen Glauben ihres Ehemannes an und bricht sämtliche Bande zu ihren Verwandten ab. Puccinis leidenschaftliche und überwältigende Melodien blicken tief in die Gefühlswelten seiner Figuren.

Der aus Deutschland stammende Regisseur Andreas Homoki ist seit 2012 Intendant des Opernhauses Zürich, darüber hinaus inszeniert er weltweit an renommierten Opernhäusern, so unter anderem an der Bayerischen Staatsoper, am New National Theatre Tokyo und beim Festival d‘Aix-en-Provence.

Der kanadische Bühnenbildner Michael Levine arbeitete mehrfach mit Homoki zusammen. Er ist ebenfalls an international renommierten Opernhäusern tätig, unter anderen am Opera House Covent Garden London, an der Metropolitan Opera New York und immer wieder in seiner Heimat für die Canadian Opera Company.

Die Bregenzer Festspiele 2018 finden von 18. Juli bis 20. August statt, Tickets sind erhältlich unter www.bregenzerfestspiele.com und Telefon 0043 5574 4076.

  • Aufrufe: 3296
Grand Théâtre de Genève, Don Giovanni, Foto Carole Parodi

Opéra des Nations Genf, Don Giovanni, Première 1. Juni 2018, besucht von Gabriela Bucher – Liechti

Grand Théâtre de Genève, Don Giovanni, Foto Carole Parodi
Grand Théâtre de Genève, Don Giovanni, Foto Carole Parodi

Produktion und Besetzung:

Musical Director Stefan Soltesz
Stage Director David Bösch
Set Designer Falko Herold
Costumes Designer Bettina Walter
Lighting Designer Michael Bauer
   
Don Giovanni Simon Keenlyside
Leporello David Stout
Donna Anna Patrizia Ciofi
Donna Elvira Myrtò Papatanasiu
Don Ottavio Ramón Vargas
Commendatore Thorsten Grümbel
Zerlina Mary Feminear*
Masetto Michael Adams
Grand Théâtre Opera Chorus
Director Alan Woodbridge
 
Orchestre de la Suisse Romande

 

Rezension:

Im ausverkauften «Grand Théâtre de Genève» fand letzten Freitag die Premiere von Don Giovanni statt.

DonGiovanni Szenefoto von Carole Parodi
DonGiovanni Szenefoto von Carole Parodi

Der Vorhang öffnet sich auf eine Bühne auf der Bühne,  ein paar alte Theater-Stühle stehen herum, ein paar trockene Grasstauden, das Ganze ist in sanftes Hellblau getaucht. Dieses Bühnenbild verändert sich nur insofern, als dass nachfolgend alle Spuren des Geschehens darauf zurückbleiben, sodass schlussendlich ein ziemliches Chaos herrscht: Kaputte Flaschen, Bartische mit leeren Gläsern, Konfetti, umgestossene Kisten und auch ein Teil der Asche des Commendatore.

Begeisternde Inszenierung

DonGiovanni Szenefoto von Carole Parodi
DonGiovanni Szenefoto von Carole Parodi

Regisseur David Bösch lässt es teilweise ziemlich krachen auf der Bühne und scheint sich dabei auch köstlich zu amüsieren. Don Giovanni bedient sich einer Polaroid-Kamera, um seine Eroberungen zu dokumentieren, zur Arie von Leporello über eben diese Eroberungen stolpern erschöpfte junge Frauen in zerrissenen Kleidern über die Bühne und winken müde mit der Fahne der jeweiligen Nation. Donna Anna tackert ein «Wanted»-Plakat von Don Giovanni an die Wand, Champagner wird aus Schuhen getrunken, Zerlinas-Hochzeitsschleier dient Don Giovanni als Stierkampf-Tuch um Donna Elvira zu reizen. Der Commendatore bleibt über das ganze Stück präsent, nach seinem Tod in Form einer schwarzen Urne, die entweder Don Ottavio oder Donna Anna mit sich rumtragen, später dann eben als Asche auf der Bühne. Das ist alles amüsant, entstaubt, «giocoso» eben, trotzdem wirkt es nicht derb.

DonGiovanni Szenefoto von Carole Parodi
DonGiovanni Szenefoto von Carole Parodi

Die Kostüme von Bettina Walter sind eine Augenweide, wunderschöne weite Röcke aus edlen Stoffen, ein absolutes Highlight der erste Auftritt von Donna Elvira in ihrem eleganten, cremefarbenen Mantel, passendem Hut, Sonnenbrille und schwarzem Koffer – ein Bild wie aus einer Modezeitschrift der 60iger Jahre.

Exzellentes Sängerensemble

DonGiovanni Szenefoto von Carole Parodi
DonGiovanni Szenefoto von Carole Parodi

Und dann ist da die hochrangige Besetzung: David Stout als liebenswerter Leporello, agil, verspielt, mit grosser Bühnenpräsenz und schönem, expressiven Bariton. Ramón Vargas als Don Ottavio mit kräftigen Tenor, als Charakter aber etwas farblos, ein Anhängsel von Donna Anna. Bemüht aber etwas unbeholfen und man versteht, dass Donna Anna noch ein Jahr warten will bevor sie sich von ihm den Ring an den Finger stecken lässt. Patrizia Ciofi als Donna Anna modelliert ihre Stimme bis ins Letzte und vermittelt so ihre Verletztheit und ihre Trauer. Myrtò Papatanasiu ist eine angriffslustige, feurige Donna Elvira, Mary Feminear eine verspielte Zerlina, fein und zart, die aber genau weiss, was sie will und wie sie es will mit ihrem Masetto, Michael Adams, einem etwas verloren wirkenden Bauernbug in seinen zu grossen Hosen und dem Wams.

DonGiovanni Szenefoto von Carole Parodi
DonGiovanni Szenefoto von Carole Parodi

Und dann ist da natürlich der grossartige Simon Keenlyside. Nebst seiner unglaublichen Stimme hat er eine ebenso unglaubliche Bühnenpräsenz: Genau so könnte er gewesen sein, dieser Don Giovanni, etwas ins Alter gekommen aber immer noch sehr attraktiv,  dabei aber rücksichtslos, rastlos, ungeduldig, getrieben. Schnell eine Linie reinziehen, mit der Hand durchs halblange Haar und weiter, zur nächsten Beute, zur nächsten Eroberung, ja keine Zeit verlieren, ja keine Komplikationen mit den Frauen. Das alles liest sich in Keenlysides Gesicht, in seinen Gesten. Gefühlvoll ist er nicht, sein Don Giovanni, aber authentisch, direkt und faszinierend in dieser Direktheit. Nach dem Grande Finale taucht er nochmal kurz auf und hält die «Scena Ultima»  auf einem Polaroid-Foto fest.

DonGiovanni Szenefoto von Carole Parodi
DonGiovanni Szenefoto von Carole Parodi

Das Orchestre de la Suisse Romande unter Stefan Soltesz ist perfekte Begleitung für dieses hochkarätige Ensemble.

David Bösch ist eine sehr unterhaltsame Inszenierung gelungen, mit überraschenden Ideen und Effekten, jung, frisch, frech – so könnte Oper auch für ein jüngeres Publikum aufgehen und verständlich werden. Schöne Kostüme, die unvergleichliche Musik von Mozart – die Reise nach Genf würde sich durchaus lohnen, wären nicht bereits alle Vorstellungen ausverkauft.

Kleine Fotodiashow DonGiovanni Szenefotos von Carole Parodi:

fotogalerien.wordpress.com/2018/05/31/opera-des-nations-genf-don-giovanni-premiere-1-juni-2018-besucht-von-gabriela-bucher-liechti/

Text: www.gabrielabucher.ch  Fotos: www.geneveopera.ch

Homepages der andern Kolumnisten: www.leonardwuest.ch
 
 
Autoren- und Journalisten-Siegel von European News Agency - Nachrichten- und Pressedienst
  • Aufrufe: 428
Katie Perry im Hallenstadion Zürich, 1. Juni 2018, Foto Ruedy Hollenwäger

Katy Perry «WITNESS: The Tour»Hallenstadion Zürich, 1. Juni 2018, besucht von Léonard Wüst

Katie Perry im Hallenstadion Zürich, 1. Juni 2018, Foto Ruedy Hollenwäger
Katie Perry im Hallenstadion Zürich, 1. Juni 2018, Foto Ruedy Hollenwäger

Besetzung:

Katie Perry und Band

Support-Act: Tove Styrke

 

Rezension:

„WITNESS: The Tour“ ist Perrys erste Tour seit der „Prismatic“-Welttournee 2014/15. Damals spielte die Musikerin ein Mammut-Programm von 150 Konzerten.

Mit ihrem Album «Witness» findet Katy Befreiung in den Veränderungen ihres eigenen Lebens und in der Welt um sie herum, in dem sie Songs liefert, welche sowohl die Gedanken als auch die Bewegung inspirieren. Die bislang veröffentlichten Singles wie das platinveredelte «Chained To The Rhythm» mit Skip Marley und der neue Song «Bon Appétit» mit Migos und «Swish Swish» feat. Nicki Minaj zeigen die musikalische und thematische Bandbreite des neuen Albums.

Bombastische Bühnenshow im „Wädlitempel“

Support-Act Tove Styrke
Support-Act Tove Styrke

Nach der, als Support Act engagierten Tove Styrke, bei der die Tontechniker den „leiser“ Regler nicht gefunden hatten, deshalb überschlug sich und widerhallte alles, dauerte es geschlagene 50 Minuten bevor sich der Main Act, also Katie Perry auf die Bühne bequemte, dies tat sie dann aber schwebend  aus einem Sternengerüst heraus und hernieder, dabei eine Kurzversion des Show Intros „Witness“ intonierend, um eine zweistündige Show zu zelebrieren, Auf der riesigen Showbühne hatte sich bereits ihre Band platziert. Diese bestand aus je einem Keyboarder, Schlagzeuger und Bassisten, ergänzt durch zwei Gitarristen und eine Gitarristin.

Der Sängerin Hang zur Reizüberflutung.

Katy Perry auf ihrer Welttournee  Witness The Tour  Bild  Paul Bergen Keystone
Katy Perry auf ihrer Welttournee Witness The Tour Bild Paul Bergen Keystone

Der in rosa Zuckerwatte gepackte Girlie Event im Zürcher Hallenstadion lockte sehr viele Besucher an, die Halle war praktisch ausverkauft. Die Zielgruppe, kreischende weibliche Teenies samt mütterlichem Anhang bevölkerte die Halle. Die Künstlerin betet eine bemerkenswerte physische Leistung, mit den Tanzeinlagen und all den anstrengenden Turneinlagen, auch nicht jederfau Sache, wie sie sich meterhoch über dem Hallenboden ungesichert auf einer Schaukel durch den Raum schweben lässt.

Ein richtiges Mutter mit Teenie Töchtern Konzert

Katy Perry auf ihrer Welttournee Witness The Tour, Szenenfoto
Katy Perry auf ihrer Welttournee Witness The Tour, Szenenfoto

In Zürich führt Perry ein halbes Dutzend knalliger Kostüme vor, spielt ein bisschen Gitarre und schlägt das Rad, während die sechs Musiker und acht Tänzerinnen um sie herumwirbeln. Ausserdem gondelt sie auf einem Planeten durch die Halle, wird von überdimensionalen Salz- und Pfefferstreuern gewürzt und bei «I Kissed a Girl» – ihrem ersten Hit von 2008 – von einem ebenso riesigen Kussmund verschlungen. Dazwischen übt die Entertainerin ein paar Brocken Schweizerdeutsch («Hoi zäme! – Heb Pfrässi!») und wirft mit einem Vater-Sohn-Fanduo überdimensionale Basketbälle in einen Korb. Irgendwann kommt dann auch der legendäre Left Shark auf die Bühne, jener aus dem Takt geratene Tanz-Haifisch von Perrys Super-Bowl-Auftritt 2015, der jetzt mit den Füssen Piano spielen kann.

Katy Perry auf ihrer Welttournee Witness The Tour, Szenenfoto
Katy Perry auf ihrer Welttournee Witness The Tour, Szenenfoto

Leider dauert diese Sequenz überlang und die Stimmung lässt hörbar nach. Die Musik dringt über weite Strecken übersteuert und matschig aus den Boxen, Hauptsache, es steppen die Riesenflamingos oder es wird Poledance an übergrossen Blumen vollführt. Erst bei ruhigeren Nummern wie «Into Me You See» spürt man so etwas wie Anmut und Kraft. Nur: Eigentlich wollte Katy Perry ja seit der letzten US-Präsidentschaftswahl, bei der sie Hillary Clinton supportete, viel weniger Budenzauber fabrizieren und stattdessen «purposeful pop» machen – also entschlossener, aktueller und kantiger klingen. Davon ist in Zürich wenig zu spüren, es sei denn, man entdecke Abgründiges darin, wenn die Sängerin «bubbles» auf «troubles» reimt, während sie durch ihr überzuckertes Fantasieuniversum swisht.Die Stimme in den hohen Passagen eher etwas wackelig und professionell vom Play-back abgelöst – eben mehr Show als Stimme. Diese war aber wirklich gigantisch. Und wer geht schon an ein Konzert der hübschen Dame, um nur Ihre Stimme zu hören? Den Fans hats gefallen und sie sparten denn auch nicht mit Applaus und lautem Kreischen, bis sie ihre Zugaben bekamen. Das Ganze ist eine Mischung aus Disneyworld, Moulin Rouge Revue, Cirque du Soleil und Friedrichstadtpalastshow

Ein paar Videotrailer der Show:

https://youtu.be/Mgr6I74ZggY

https://youtu.be/6SADgpUClkAh

https://youtu.be/3glCsuH9TfI

https://youtu.be/g4xkiQ4RORc

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos:

http://www.abc-production.ch/index und

www.katyperry.com

 

Homepages der andern Kolumnisten: www.gabrielabucher.ch    https://noemiefelber.ch/  https://annarybinski.ch/    Paul Ott:www.literatur.li

Autoren- und Journalisten-Siegel von European News Agency - Nachrichten- und Pressedienst

  • Aufrufe: 533

Luzerner Sinfonieorchester, Unbekannte Schätze russischer Musik am Zaubersee gehoben

Intendant Numa Bischof Ullmann Foto Ingo Hoehn

Acht Konzerte an drei Veranstaltungsorten und ein begeistertes Publikum.
Die siebte Ausgabe des Zaubersee-Festivals bot zahlreiche Meisterwerke sowie unbekannte Schätze russischer Komponisten und festigte seinen Ruf als hochkarätiges Kammermusikfestival für russische Musik.

Von Mittwoch, 30. Mai bis Sonntag, 3. Juni veranstaltete das Luzerner Sinfonieorchester die siebte Ausgabe des Zaubersee-Festivals. In sieben Kammermusikveranstaltungen im Hotel Schweizerhof und in der St. Charles Hall Meggen traten Künstler wie die Cellisten Mischa Maisky, Truls Mørk und Christian Poltéra, die Mezzosopranistin Ekaterina Semenchuk oder die Pianisten Behzod Abduraimov und Stanislas Ioudenitch auf.

Behzod Abduraimov und Luzerner Sinfonieorchester_©Ingo Hoehn

Im Rahmen eines Sinfoniekonzerts im KKL Luzern gelangte unter der Leitung von James Gaffigan das zweite Klavierkonzert von Sergei Rachmaninoff zur Aufführung. Das Publikum bedankte sich dafür beim Luzerner Sinfonieorchester und beim Solisten Behzod Abduraimov mit stehenden Ovationen. Abduraimov, der erste Artist in Residence am Zaubersee-Festival, zeigte sich während der fünf Tage nicht nur im grossen Konzertrepertoire, sondern auch als versierter Kammermusiker und als Rezitalist.

Am Zaubersee wurden dieses Jahr aber auch unbekannte Schätze geborgen: In einer Welturaufführung spielte das Quatuor Danel die beiden Werke Improvisation und Romanze von Mieczyslaw Weinberg. Weinberg (1919-1996) nahm in der sowjetischen Musikszene zwar eine Aussenseiterrolle ein, inspiriert Musiker aber bis heute. Ebenfalls neuartig und aussergewöhnlich waren die Einführungen von Musikwissensschaftlerin und Cambridge-Professorin Marina Frolova-Walker sowie von Parfum-Experte Luca Turin.

 

Numa Bischof Ullmann, Künstlerischer Direktor und Gründer des Festivals Zaubersee, zeigt sich denn auch sehr zufrieden: «Die siebte Ausgabe von Zaubersee ist absolut gelungen». Die Auslastung lag mit nahezu 90% so hoch wie nie. Insgesamt zählte das Festival an den acht Konzerten rund 3‘000 engagierte Zuhörende, die aus der ganzen Schweiz wie auch aus dem Ausland nach Luzern reisten. Die gute Auslastung der Konzerte und die Rückmeldungen der Besucher zeigen, dass sich die Umbenennung des Festivals in «Kammermusikfestival russischer Musik in Luzern» gelohnt hat. «Das Publikum erhält so eine klarere Idee vom Inhalt des Zaubersee-Festivals», ist Bischof Ullmann überzeugt.  www.sinfonieorchester.ch

  • Aufrufe: 471