Veronika Gut – ein Probenbesuch beim Landschaftstheater Ballenberg von Gabriela Bucher – Liechti
Das Landschaftstheater Ballenberg inszeniert dieses Jahr einen spannenden historischen Stoff. «Veronika Gut – Aufruhr in Nidwalden» erzählt die Geschichte einer mutigen und umstrittenen Frau, die vor 200 Jahren der französischen Besatzung die Stirn bot und dafür einen hohen Preis bezahlte
Ein wunderschöner Vorsommerabend im Ballenberg, Besucher krabbeln immer noch wie Ameisen über die Gehwege. Ich spaziere mit der Marlise Fischer, der Regisseurin des diesjährigen Landschaftstheaters «Veronika Gut – Aufruhr in Nidwalden», Richtung Probeplatz «östliches Mittelland». Seit Anfang März laufen die Leseproben, seit 1. April die Proben hier vor Ort im Ballenberg. Es sei wichtig, möglichst früh damit anzufangen, um die Kondition der Schauspielerinnen und Schauspieler aufzubauen, erklärt Marlise.
Einerseits muss draussen sehr viel lauter gesprochen werden, das fordert die Stimme, dann sind da die langen Wege, die zurückgelegt werden müssen, das spezielle Terrain, wenn’s zum Beispiel geregnet hat, das alles bringe die Spieler an ihre Grenzen, das weiss sie aus eigener Erfahrung als Schauspielerin.
Herr Bühler und die Tribüne
- Veronika Gut – Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
- Veronika Gut – Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
- Veronika Gut – Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
Heute stimmen die meteorologischen Gegebenheiten, das Terrain ebenfalls. Eher schwieriger ist es mit den Besuchern, die sich das Spektakel dieser Probe nicht entgehen lassen möchten und nicht verstehen, dass ihre Präsenz, ihre Kinderwägen und ihr Ein- und Ausgehen in den Häusern, die ja jetzt eigentlich geschlossen sind, stören könnten. Macht nichts, meint Marlise Fischer, wir fangen an. Auf ihrem kleinen Holzpodest mitten in der blühenden Wiese hat sie einen Tisch, zwei Regiestühle und zwei Sonnenschirme aufgestellt. Die Spieler für die heutige erste Probeszene sind da. Karin Wirthner, welche die Veronika spielt, erzählt noch vom Fotoshooting und dem Interview, welches sie soeben geführt hat. Melchior muss noch schnell die Decke und den Schmuck bereitlegen, einer muss noch auf die Toilette. Herr Bühler, wie der Requisiteur und Bühnenbildner Christof Bühler scherzhaft genannt wird, schreitet derweilen mit langen Schritten durch die Wiese und schlägt mit einer Axt Pflöcke ein. Er markiert den Standort der Zuschauertribüne, ein wichtiger Faktor, beeinflusst er doch die Ausrichtung der Schauspieler auf dem Terrain. Ab und zu bleibt er stehen, schaut sich um, kratzt sich auch mal den Rücken mit seiner Axt. Die Spieler, die nicht mitmachen in dieser Szene, suchen sich etwas Schatten unter den Sonnenschirmen, eine strickt Babysöckchen, eine isst einen Apfel, einer geht seinen Text durch, einer versucht, mit einem Grashalm zu pfeifen und ein junges Mädchen hat ein Schulheft aufgeschlagen.
Chalen-Dorlis Liegeplatz
- Veronika Gut – Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
- Veronika Gut – Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
- Veronika Gut – Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
Veronika hat ihre Haube angezogen, das Chalen-Dorli (Silvia Jost) holt ihren Heubündel, Franzli fragt noch schnell nach ihrem Stichwort, dann gehen alle auf „Position 4.1.“ und die Regieassistentin ruft: «Achtung, es geht los». Hans kommt die Strasse runtergerannt, Ludwig Kayser schreit ihm hintennach, was einige Besucher, welche neu dazugekommen sind, ziemlich zu erschrecken scheint. Aber langsam pendelt sich alles ein, die letzten Schaulustigen gehen auf Abstand und nach Hause, die Szene läuft, und sie läuft gut. Marlise gibt mit leiser Stimme Anweisungen an die Assistentin Mirjam Berger «Hans muss weniger weit rennen» «Franzli muss schneller reagieren» «Chalen-Dorli“ muss vor dem Baum liegen» aber alles in allem ist sie zufrieden. Sie versammelt die Truppe beim Brunnen, gibt ihre Bemerkungen weiter, beantwortet Fragen. Man hört zu, nickt, witzelt, lacht und es geht in die zweite Runde. Ein Auto fährt vorbei, Grillen zirpen, ein Hahn kräht, eine Amsel singt und man hört das Wasser rauschen bei der Mühle. „Chalen-Dorli“ liegt nun am richtigen Ort, Franzli reagiert früher und spontaner, Hans rennt weniger weit. Und man wird sich bewusst, wie unglaublich viele kleine Details berücksichtigt werden müssen, damit eine Szene dichter und authentisch wird. Oder wie viele Schattierungen ein einziger Satz haben kann, und was die Tonart, in welcher er wiedergegeben wird, ausmacht, oder wie unterschiedlich eine Aussage sein kann, je nachdem, wie ein Gegenstand gehalten wird.
- Veronika Gut – Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
- Veronika Gut – Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
- Veronika Gut – Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
Inzwischen ist auch Toni zur Probe gestossen, «grad richtig zum Verprügeln», meint Marlise. Die Szene hat’s dann auch in sich: Wenn Hans auf den Feldweg fällt und Toni – zwar mit einem Schaumstoff-Stock – auf ihn einschlägt, zuckt man unwillkürlich zusammen, das wirkt alles sehr echt und ziemlich heftig. Hans windet sich auf dem Boden, Staub wirbelt auf, seine Kleider werden grau und schmutzig und man hört das knirschende Geräusch der Schuhe auf dem steinigen Weg. Landschaftstheater eben.
Die Probe läuft richtig gut, die Regisseurin ist zufrieden, die Abendsonne taucht alles in ein wunderbares Licht. Die Spieler scheinen richtig Spass zu haben, eine eingeschworene Gesellschaft. Friedli hat belegte Brote gebracht, es gibt eine kurze Pause, beim Brunnen am langen Tisch wird gelacht, diskutiert, ein Aussenstehender könnte es für eine Szene aus dem Stück halten.
Bis Ende Monat sollen alle Szenen einmal ganz durchgearbeitet sein, dann fängt alles von vorne an, dann wird verfeinert, gefeilt, perfektioniert bis zur Premiere am 5. Juli. Dass heute alle ein bisschen länger bleiben müssen, stört keinen. Wie könnte es auch, mit dieser Kulisse, bei diesem Wetter, bei dieser Stimmung!
Ich gehe zurück zum Ausgang, es ist jetzt überall ganz still, ein Eichhörnchen läuft vor mir über den Weg, eine Maus rennt ins Gebüsch. Das Postauto bringt mich durch eine unglaublich heile Welt hinunter nach Brienz, und ich merke erst, wie gefangen ich noch bin von der Stimmung des Theaters, der Kulisse, des Lichts, als ich in Brienz in den Interlaken-Luzern-Express steige, der bis auf den letzten Platz gefüllt ist mit Gruppen indischer, chinesischer und japanischer Touristen.
Kleine Fotodiashows der Proben zur Produktion von Markus Flück, Landschaftstheater Basllenberg und Gabriela Bucher – Liechti:
Text: www.gabrielabucher.ch Fotos: fotogalerien.wordpress.com/2017/05/27/landschaftstheater-ballenbergveronika-gut-aufruhr-in-nidwalden-probenbesuch-von-gabriela-bucher-liechti/
Zusätzliche Infos über das Stück „Veronika Gut“ sowie Reservationen auf
www.landschaftstheater-ballenberg.ch
Der Vorverkauf ist eröffnet
Nähere Informationen und Ticketbestellung über:
landschaftstheater-ballenberg.ch/de/Willkommen
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Besetzung:
Die Lucerne Concert Band, entstanden aus der Feldmusik Luzern, platzierte sich auf der Bühne im fast total ausverkauften Konzertsaal. Wir wurden zuerst in die 1960er Jahre zurückversetzt, mittels Hörproben aus einer Tagesschausendung von 1964 (Eröffnung der EXPO 1964 in Lausanne) usw. Was sonst noch so los war damals, reportierte die Stimme des „Schnurri der Nation“ Bernard Thurnheer, der dann, zur Überraschung des Publikums, tatsächlich auf die Bühne trat und den Abend anmoderierte. Dies in seiner unnachahmlichen, charmanten Art.
Es sollte also eine Zeitreise in die Musik der 1960er / 1970er Jahre werden, damals, als alles anfing mit der Popmusik auf der ganzen Welt mit u.a. den Beatles, Rolling Stones usw. und den „Sauterelles“ in der Schweiz im Besonderen. Toni Vescoli gesellte sich zu Thurnheer und gemeinsam liess man etwas Musikhistorie Revue passieren. Hartes Brot mussten die jungen Musiker essen, nebenbei noch bürgerlichen Berufen nachgehen, leben von der Musik, ihr Traum, war noch weit entfernt. Sie bissen sich hartnäckig durch, in öfters wechselnden Besetzungen, mal mit mehr, aber meistens mit weniger Engagements. Ihr Musikstil, zuerst von den, von Toni Vescoli sehr verehrten „Shadows“ geprägt (Grösster Hit „Apache“ im Jahre 1960), hin zu Coverversionen der damals angesagtesten Gruppen, selbstredend u.a. den „Beatles“ und den „Rolling Stones“. Eine besondere Beziehung verband die Band auch mit „Casey Jones and the Governors“, mit denen man durch die Schweiz und mit den Kinks, mit denen man sogar durch die Schweiz und Österreich tourte, dadurch auch im nahen Ausland bekannt wurde, was auch dort einige Engagements einbrachte. Ein ganz besonderes Erlebnis auch der Gig als Vorgruppe beim legendären Rolling Stones Konzert im Zürcher Hallenstadion am 14. April 1967. (NZZ online: Mit dabei war auch der Sänger Toni Vescoli. Mit den Sauterelles, der damals wohl bekanntesten Schweizer Band, war er erfolgreich im Vorprogramm aufgetreten. Vescoli: «Wir waren die einzige Vorgruppe, die für ihren Auftritt nichts bezahlen musste und nicht ausgepfiffen wurde»). Dann orientierte Beni national, dass die Sauterelles erst nach der Pause auftreten würden, der erste Teil des Konzertabends von der Lucerne Concert Band bestritten werde. Also betrat jetzt auch Dirigent Gian Walker die Bühne und startete mit einem Medley von ABBA Hits das Konzert. Querbeet von Dancing Queen, über Mamma mia, Fernando, The Winner takes it all bis zum finalen 1974 Eurovisionssieger Hammer „Waterloo“. Viel gute Laune Musik also zum Einstimmen. was Moderator Beni zur folgenden kurzen Zwischenmoderation motivierte: Der am heutigen Abend ebenfalls stattfindende European Song Contest habe ja offensichtlich nicht mehr so die ganz grosse Bedeutung, das sei schon dadurch erwiesen, dass Ihr alle hier im KKL sein. Dann gings weiter im Programm mit dem bekannten Intro von „Smoke on the Water“, mündete schlussendlich in ein aussergewöhnliches Deep Purple Medley, bei dem auch einige Orchestermusiker die Gelegenheit für ein kurzes Solo bekamen. Beginnend mit Posaune, über eine leicht schräge Saxophonimprovisation, führte Gian Walker schlussendlich in einem furiosen Finale wieder alles zusammen. Hier fügte Thurnheer noch die Anekdote ein, dass die Sauterelles bei einem Konzert in Bern, aufgrund einer Doppelbuchung nicht auftreten konnten, deshalb vom Veranstalter kurzfristig durch „Deep Purple“ ersetzt wurden. Dies aber gar nicht zur Freude des Publikums, für das die „Sauterelles“ die bessere und bekanntere Band war. Dann kündigte er den ultimativen „Sound of the 60ties“ an. Diesen startete die Band rasant mit „Surfin USA“ von den Beach Boys (1963) mit einem schönen Saxophonsolo ergänzt, bevor man auf einen gemütlicheren 6/8 Takt wechselte, eine in der Soulmusik oft gebräuchliche Rhythmusvariante (z. B. When a man loves a woman von Percy Sledge usw.) Hier setzte das Xylophon mit schönen Läufen Akzente, abgelöst durch die Posaune, die auch überführte in die Beatles Hymne „Hey Jude“, deren relativ simple Harmonien durch ein brillantes Gitarrensolo und schöne Bläsersätze veredelt wurden, sehr zum Wohlgefallen des gutgelaunten Publikums, das die Darbietung denn auch begeistert applaudierte. Beni kündigte zum Abschluss des ersten Konzertteils noch ein Medley der „Jackson Five“ an. Dieses beinhaltete eine schöne Querflötensequenz, gefolgt von Saxophon und kurzer Schlagwerkeinlage, vom Dirigenten in ein furioses Finale geleitet. Das Auditorium feierte die Musiker ausgiebig mit begeisterten Applauskaskaden, entliess diese aber schlussendlich doch noch in die wohlverdiente Pause. Ebenfalls anwesend andere Koryphäen der Schweizer Musikszene. So grüsste Country Legende Jeff Turner hier und dort Bekannte und Fans, schritt ein anderer mit weissem Pferdeschwanz und im Schottenrock majestätisch durch den Saal.
Nach der Pause betraten dann die vier „Heugümper“, seit über 50 Jahren aktiv, die Bühne und starteten das Set mit einem Medley aus Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band, dem damals wegweisenden Kultalbum der Beatles. Weiter mit bekannten Beatles Songs wie „Nowhere Man“, „Paperback Writer“ usw., gefolgt von „Mr. Tambourine Man“ aus der Feder von Bob Dylan. Dazwischen immer einige Anmerkungen von Toni Vescoli, über die Band, seine Mitmusiker, den Werdegang usw. 2012 feiern Les Sauterelles ihr 50-jähriges Jubiläum und veröffentlichen alle ihre alten Hits auf der Kompilation Yesterday. Als Beweis, dass die Band aber nicht von gestern ist, erscheint ein halbes Jahr später Today mit 17 neuen Songs. Auch erklärte der Bandleader, dass alle Mitglieder der Gruppe über sängerische Qualitäten verfügen und so liess er diese denn auch demonstrieren. Den Anfang machte der jüngste der Altrocker, Gitarrist Peter Glanzmann (*1951), gefolgt vom, mit Jahrgang 1941, ältesten, dem Bassisten Freddy Mangili. Dieser intonierte mit „Cadillac“ einen Song von Vince Taylor, der in den 1960er Jahren von vielen Bands gecovert wurde und eines der Highlights im damaligen Repertoire der „Sauterelles“ war. Dafür erntete Mangili einen grossen Sonderapplaus. Auch Schlagzeuger Düde Dürst (*1946) durfte seine gesanglichen Fähigkeiten noch demonstrieren, bevor man ein Medley der legendären "Kinks" zum Besten gab, frenetisch bejubelt vom hingerissenen Publikum eher reiferen Alters. Es folgte der erste Hit der Band, das rein instrumentale „Hongkong“, 1965 Nr. 1 in der Schweizer Hitparade, danach „Dream machine“ und diverse weitere Songs, die bei den Zuhörern emotionale Erinnerungen hervorriefen und begeisterten, was sich schlussendlich in einer stehenden Ovation äusserte. Beni Thurnheer, wieder auf die Bühne geeilt, versicherte, dass dies noch nicht das Ende der Fahnenstange sei. Als besondere Delikatesse, würden jetzt die „Sauterelles“ noch zusammen mit der Lucerne Concert Band ein paar Stücke spielen. Nachdem die Orchestermusiker ihre Plätze wieder eingenommen hatten, beorderte Beni auch noch den Dirigenten zurück auf die Bühne und schon gings los mit „Here we are again“. Mit „Heavenly Club“ aus dem Jahre 1968 durfte natürlich der grösste Hit der Kultband nicht fehlen, grossartig arrangiert für das gutgelaunte, ausgezeichnete Orchester, von Toni Vescoli (*1942) noch immer mit grosser Inbrunst gesungen. Da brachen alle Dämme, das Publikum feierte die Künstler mit einer „Standing Ovation“ und Bravorufen.
Dies animierte Beni Thurnheer, die Musiker für ihn als Zugabe noch die Hymne des 1960er Jahre schlechthin zu spielen: „All you need is love“ der Beatles aus dem Jahre 1967. Dem Wunsch entsprachen die Aufgeforderten, sehr zur Freude des Auditoriums, das jetzt schier aus dem Häuschen geriet, worauf eine erneute stehende Ovation losbrach und als weitere Zugabe nochmals „Heavenly Club“ gewährt wurde.
Ein sehr gelungener Konzertabend, voll Nostalgie, längst vergessen geglaubte Erinnerungen wachrufend und der die hohen Erwartungen mehr als erfüllte.
Cadillac:
Michel Camilo, Piano – Tomatito, Gitarre
Michel Camilo, 1954 in Santo Domingo in der Dominikanischen Republik geboren, Er nahm am dortigen Nationalen Konservatorium klassischen Klavierunterricht und wurde im Alter von 16 Jahren Mitglied des Nationalen Sinfonieorchesters der Dominikanischen Republik. 1979 zog er nach New York um und besuchte dort auch die „Juilliard School of Music“ wurde u.a. schon mit dem Grammy, dem Latin Grammy und dem Emmy Award ausgezeichnet. Camilo ist auch in der klassischen Musik zuhause.
Was zuerst nach iberischem Musikstil tönt, löst sich schnell auf, findet sich wieder in den Traditionen des Swing Jazz, einer Fusion aus Flamenco und Oscar Peterson. Handwerklich tadellos, leider etwas eintönig, liess das Set zu Beginn jede Spannung vermissen. Die beiden Künstler performten Songs aus ihren sehr erfolgreichen Alben, ausschliesslich Eigenkompositionen, keine einzige Coverversion anderer zeitgenössischen Musiker. Angekündigt waren auch Variationen von Merengue, Tango, Salsa. In diese Region stiessen aber die beiden nie vor, zu sehr verzettelten sie sich in Kostproben ihrer, unbestrittenen technisch sehr hochstehenden Virtuositäten. Erst wenn sie in langsameren, balladesken Stücken aufeinander eingingen, erahnte man, welch grosses Potential sie brachliegen liessen. Das zeigte sich dann doch noch bei ihrer Version von Erik Saties (1866 – 1925): Gymnopédie No. 1. Schade, dass sie danach wieder zu seichtem, bedeutungslosen musikalischem Bargeplauder zurückkehrten. Das sachkundige Publikum wär die andere Reise sicher gerne mitgegangen. Seis drum, ein Genuss für die Ohren war es allemal, die Ankündigungen aber hatten mehr versprochen. Am Schluss war das Publikum dennoch zufrieden, bedankte es sich doch mit einer stehenden Ovation bei den Künstlern.
Produktionsteam und Besetzung: