Besetzung und Programm:
Solo für Ansi: Bertolt Brecht (1898-1956) Dreigroschenoper, gespielt und gesungen von Ansi Verwey.
Elisabeth Hauptmann hat die »Beggar‘s Opera« von John Gay aus dem Jahre 1728 ins Deutsche übersetzt. Auf dieser Grundlage erarbeiteten Bertolt Brecht und Kurt Weill »Die Dreigroschenoper«, die Brechts größter Theatererfolg überhaupt wurde. Brecht traf das Lebensgefühl der von Desillusion und Vergnügungssucht geprägten späten 20er Jahre, in dem er die Doppelmoral der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft an den Pranger stellte.
Quelle: Die Dreigroschenenoper – Bertolt Brecht – Inhaltsangabe
https://www.inhaltsangabe.de/brecht/dreigroschenoper

Ansi Verwey ist Studienleiterin am Theater Basel und macht dort legendäre Einzelveranstaltungen und Spielzeitresumées unter dem Titel „Avec Ansi“. Wichtige Stationen davor waren unter anderen die Opernhäuser von Frankfurt, Stuttgart und das Radio. Daneben ist sie eine veritable Weltrekordhalterin(Im Dezember 2003 wurde sie im Guinness Book of World Records als Weltrekordhalterin im Dauerklavierspielen eingetragen: 52 Stunden 59 Minuten mit Werken von Johann Sebastian Bach und Richard Wagner).
Rezension: Im Lindengarten finden im 4. Stock Konzerte statt. Dies im intimen Kreise mit charmantem Dachstockambiente. Bedauerlicherweise die letzte Saison. Die Schauspielerin und Sängerin sagte dazu:
“ Früher spielten die Komponisten immer im kleinen Kreise im Salon oder im Wohnzimmer.“
Ja, es ist eine Oper für Bettler sagt Ansi und präsentiert dieses spätbarocke Stück mit acht Bildern in unterschiedlichen Facetten wie Sprache, Gesang und Gestik. Sie hat ein fabelhaftes Temperament. Sie schilderte in einer Kurzfassung den Werdegang der beiden skrupellosen Geschäftsmänner, dies in geschäftlicher und familiärer Hinsich. Da es sich zur viktorianischen Zeit abspielte und Traditionen wie Ruhm und Gewandtheit, vorwiegend in der männlichen Gesellschaft, ergaben sich spektakuläre, skurrile und aufregende Situationen wie Missverständnisse. Ein Potpourri der Dreigroschenoper. Die Seeräuber/Jenny Song hätte man gerne ganz gehört. Ansi spielte auf einem Bechstein-Flügel aus dem Jahre 1927, die Dreigroschenoper wurde 1928 uraufgeführt, also erst ein Jahr später. Dabei betonte die Protagonistin, dass Weill viele Tanzstile hatte und sie spielte einige davon und animierte das Publikum zum Tanzen, was natürlich niemand tat!
Es manifestierten sich viele Gefühle in der 3 Penny Opera, wie z.B. hochtrabende, bereichernde, täuschende, herzlos/verzweifelnde, versöhnende und herzzerreisende. Unendliche Variationen zwischen Show, Fantasie und Traum. Ein Bild, ausgestrahlt von der Bühne bis hinunter in die wahre Realität. Dies hinterlässt durch diese kulturelle Wiedergabe Denkanstösse und die Kernfrage, ob diese Arrangements reichen zu einer Lebenszufriedenheit. Zum Zuge kommt hier eindeutig die grosse spielerische Opernvielfalt und verliert manchmal so die eher genormte gesellschaftliche Bodenhaftung/Lebensvorstellung.
Grosser Applaus. Sie gab noch zwei Zugaben. Eine Ballade, welche, in der Endfassung, aus der Dreigroschenoper gestrichen wurde: „Die sexuelle Hörigkeit“, und der Trauermarsch von Wagner. Verwey ist eine grosse Verehrerin von Wagner.
Anschliessend wurden die Besucher zu einem Apéro eingeladen.
Wir wünschen dem Lindengarten-Team viel Glück für das Finden einer neuen Lokalität.
Text: www.irenehubschmid.ch und Ruth Schiesser
Fotos: www.lindengarten.ch
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Besetzung:
Den abwechslungsreichen Klangteppich webte vor allem Keyboarder Michael King, der dazu, nebst dem Konzertflügel, noch ein Elektropiano und eine Hammondorgel bespielte. Dee Dee imitierte vokal auch immer wieder verschiedene Blasinstrumente und liess dabei ihr, trotz fortgeschrittenen Alters (*1950), immer noch pulsierendes Südstaatlertemeperament aufscheinen. Tonangebend, auch im wörtlichen Sinn, dabei immer Theo Croker, der gefeierte Trompeter aus New Orleans und Enkel des legendären Doc Cheatham. Er trieb die Band und die Sängerin an, motivierte mit Gesten und Körpersprache, forderte des Öftern den Saxophonisten Anthony Ware zu wahren Bläserduellen heraus, hielt sich aber auch zurück, wo geboten, um seinen Mitmusikern die Bühne für deren musikalischen Ausrufezeichen zu überlassen. Diese immense Spielfreude rückte die eigentliche Hauptperson Dee Dee manchmal fast etwas in den Hintergrund, hinderte diese aber nicht daran, mit starken Interpretationen einiger Jazzstandards, sich beim begeisterten Publikum eindrücklich wieder in Erinnerung zu rufen. So jagte ein Highlight das andere, da hatte auch Ungewöhnliches Platz, etwa ein Drummerintro, bei dem wir uns nicht sicher waren, ob dies ein 5/4 Takt oder ein eigenwilliger Mambo Rhythmus ist. Die anderen Bandmitglieder nahmen die „Good Vibrations“ auf und nutzten die Möglichkeit für weitere fulminate Soli, so auch der sonst eher zurückhaltend diskrete Eric Wheeler am Bass, der nahtlos dem Schlagzeiger die Basis legte, für dessen überzeugenden, brillanten Schlussspurt dieses Set Abschnitts. Daraufhin folgten einige Songs im unverkennbaren New Orleans Sound, erinnernd an den unvergleichlichen Trauermarsch (New Orleans Funeral).
Dann wurden uns Kompositionen von Theo Croker aus seinem Projekt «DVRKFUNK» und Kostproben aus der neuesten CD, «Dee Dee’s Feathers» serviert. Das brillante Konzert, spannend vom ersten bis zu letzten Ton, wurde, vom altersmässig durchmischten Publikum, heftig bejubelt und forderte die Protagonisten zu einer Zugabe heraus, die dann auch gewährt wurde.
Besetzung und Programm:
Diese Fröhlichkeit manifestierte sich im äusserst jubilierenden Auftakt. Das Ensemble Verbier Festival Chambre Orchestra unter der Leitung von Joshua Bell (Leitung und Violine) und mit der ebenso elegant gekleideten, wie gutaussehenden Regula Mühlemann (Sopran) bildeten mit dem Orchester eine fantastische, tonale Einheit. Dies durch die filigranen Töne der Streicher und Oboen einerseits und durch die sehr pointierten und gehaltvollen Koloraturen andererseits. Der Jubelgesang von Mozart, welcher die Stimmkünstlerin mit ihrem fantastischen Gesang präsentierte, genoss vollste Aufmerksamkeit und wurde mit einem anhaltenden und grossen Applaus vom Publikum entsprechend verdankt.
So tönte es melancholisch und endete dann in einer unermüdlichen Fortissimo-Tonflut. Das Publikum hörte aufmerksam und total begeistert mit. Es war ein echtes Musikerlebnis und der Solist schenkte den Zuhörern nach dem frenetischen Applaus eine Zugabe.
Produktionsteam