Zum Hauptinhalt springen

Lifestyle

Luzerner Theater Dance Box 1 «Pleased to meet you», besucht von Gabriela Bucher – Liechti

Box Luzerner TheaterGrundsätzliches:Mit «Dance Box» werden sechs verschiedene Kleinformate gezeigt, die sich an die jeweiligen Räume der Spielzeit anlehnen. Die zwanzig- bis dreissigminütigen Kurzstücke entstehen ganz aus der Hand der Ensemblemitglieder, die auf aktuelle Themen und Schaffensperioden im Ballettsaal reagieren und ihre eigenen Persönlichkeiten und Erlebnisse in diese Werke tragen.

«Pleased to meet you» hiess die erste Kleinproduktion, welche in der «Dance-Box» letzten Samstag angeboten wurde. Die Tänzerinnen und Tänzer des Luzerner Tanz-Ensembles stellten sich dem Publikum vor.

Es herrschte fast ein bisschen Chilbi-Stimmung in der Box. «Pleased to meet you», röhrten die Rolling Stones über die Lautsprecher drinnen und duellierten sich mit dem Speaker des draussen gleichzeitig stattfindenden Red Bull Xrow Events.  Die Tänzer sassen völlig entspannt auf dem Boden, für einmal in Alltagskleidern und Turnschuhen,  und waren in irgendwelche Bastelarbeiten vertieft. Sie zeichneten, klebten, falteten,  schnitten aus, ein paar Kinder hatten sich unter sie gemischt und halfen mit. Die Stühle und Sitzkissen füllten sich nach und nach mit Besuchern, der Schlagzeuger Vincent Glanzmann genehmigte sich noch was Flüssiges an der Bar. Dann wurden die fertiggestellten Plakate und diversen Landesfahnen an die Wände geheftet, die gefalteten Gegenstände auf die unterschiedlich hohen braunen Kuben gestellt, der Schlagzeuger setzte sich hinter seine Drums, es konnte losgehen.

Was danach folgte war eine sehr kurzweilige Vorstellung, die so unterschiedlich ausfiel wie die Herkunft der Ensemble-Mitglieder. Die einen spielten mit den Klischees ihrer Heimat: Wodka, Pelzmütze und warme Schals für Sada Mamedova aus Russland,  Whisky und Karos für Rachel Lawrence aus Schottland,  ein film- und zirkusreifes Fahrrad aus Menschen mit Licht und Klingel für Tom van de Ven aus Holland, ein feuriger Tanz für Martina Consoli aus Sizilien. Enrique Saéz Martinez liess Alicantes Sommer aufleben, für Dario Dinuzzi aus Italien spielte Glanzmann sein Schlagzeug mit Spaghetti.  Andere erzählten von ihren Vorlieben,  Eigenarten, von den erworbenen Sprachen anlässlich der diversen Engagements in Europa und Shota Inoue aus Japan führte seinen «culture shock» spazieren.

Es war ein herzerfrischendes kleines Intermezzo, sozusagen ein «Apéro riche» welches einen helfen wird,  in den nun folgenden «Hauptgängen» während der Saison auch ein Stück weit die Menschen hinter den Künstlern zu erkennen. Nicht nur das Publikum, auch die 14 Tänzerinnen und Tänzer schienen ihren Spass zu haben. Was sie sich wohl für die nächste «Dance Box» vom 3. und 4. November mit dem Titel «Cooking French» ausdenken werden?

Text: www.gabrielabucher.ch  Fotos: luzernertheater.ch

Homepages der andern Kolumnisten: www.leonardwuest.ch
Autoren- und Journalisten-Siegel von European News Agency - Nachrichten- und Pressedienst
  • Aufrufe: 665

Götterdämmerung,Bayreuther Festspiele, 12. August 2016, besucht von Léonard Wüst

Götterdämmerung,Bayreuther Festspiele Szenenbild c Enrico NawrathBesetzung 2016

Musikalische Leitung Marek Janowski
Regie Frank Castorf
Bühne Aleksandar Denić
Kostüm Adriana Braga Peretzki
Licht Rainer Casper
Video Andreas Deinert
Jens Crull
Chorleitung Eberhard Friedrich
Technische Einrichtung 2013-2014 Karl-Heinz Matitschka
 
Siegfried Stefan Vinke
Gunther Markus Eiche
Alberich Albert Dohmen
Hagen Albert Pesendorfer
Brünnhilde Catherine Foster
Gutrune Allison Oakes
Waltraute Marina Prudenskaya
1. Norn Wiebke Lehmkuhl
2. Norn Stephanie Houtzeel
3. Norn Christiane Kohl
Woglinde Alexandra Steiner
Wellgunde Stephanie Houtzeel
Floßhilde Wiebke Lehmkuhl

Rezension:

Des Dramas letzter Akt: In Wagners „Götterdämmerung“ laufen die Fäden zusammen, das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Marek Janowski hat es eilig, soviel ist nach der ersten „Ring“-Serie in Bayreuth klar. Doch nur selten entstehen dadurch große Momente. Schaffte er es im „Siegfried“, seine hohen Tempi stellenweise auch mit musikalischer Tiefe und breiter Klangfarbenpalette zu verbinden, so bleibt es in der „Götterdämmerung“ überwiegend beim kühlen Abspulen.

Während Siegfried und Brünnhilde sich in der Felsenkammer im Liebesrausch ergehen, sehnt sich Wotan immer noch nach dem Untergang Walhalls und der Welt. Siegfried aber zieht es bald wieder hinaus in die weite Welt.

Brünnhilde lässt ihn gehen, behält aber den Ring als Liebespfand zurück. Als Siegfried bei Alberichs Kindern – Gunther, Hagen und Gutrune – um ein Nachtquartier bittet, flößen diese ihm einen Zaubertrank ein. Der lässt ihn Brünhilde vergessen und für Gutrune entbrennen. Er heiratet Gutrune und will Gunther helfen, Brünhilde zu erobern. Die aber lässt sich selbst mit Tarnkappentricks – Siegfried erscheint in Gunthers Gestalt – nicht hinreißen. Siegfried alias Gunther muss sie vergewaltigen, bevor er ihr den begehrten Ring wegnimmt.

Bei einem rauschenden Fest mit Alberichs Kindern gewinnt Siegfried, wiederum durch einen Zaubertrank gestärkt, seine Erinnerung zurück. Aber nur für eine kurze Zeit der Reue, denn Hagen tötet ihn wenig später. Im Streit um den Ring bringt Hagen auch seinen Bruder Gunther um. Brünnhilde aber wird des verfluchten Ringes mächtig und wirft ihn in das Feuer, in dem gerade Siegfrieds Leiche verbrennt. Sobald die Flammen erloschen sind, werden sich die Rheintöchter ihren vielbeklagten Schatz endlich zurückholen können.

Von Sängerseite gibt es an diesem Abend zwei besonders auffallende: Zum einen Catherine Foster, die eine von Beginn an hochkonzentrierte Brünnhilde ist, gut fokussiert in der Höhe und raumgreifend im Piano; zum anderen Albert Pesendorfer, der kurzfristig für den erkrankten Stephen Milling als Hagen einsprang und mit vokaler Schwärze und müheloser Fülle überzeugt. Stefan Vinke hätte fast noch einen Tag mehr Pause gebraucht – nach Intonationsschwächen zu Beginn findet er nur mit Mühe zur gewohnten Strahlkraft zurück. Markus Eiche als textverständlicher Gunther, Alison Oakes als stellenweise zu nervös-flackernde Gutrune und Marina Prudenskaya als klare Waltraute runden die gute Sängerleistung ab.

Wagner zitiert in der „Götterdämmerung“ viele Motive aus den andern drei Ringopern und fügt so alles zu einem schlüssigen Ganzen, eben einem Ring. Castorf wiederum mit seiner Regie führt des Menschen Streben nach Reichtum, somit nach Macht und Einfluss ad absurdum. Dafür schöpft er aus dem Vollen, nützt die Möglichkeiten der schier unendlichen technisch- gestalterischen Möglichkeiten der Festspielbühne und weiss auch Partner an seiner Seite, die seine Visionen umsetzten können.

Der Weg des diesjährigen Gesamtrings führte von einer Tankstelle an der Route 66 über Baku zu den IG Farben und endete symbolisch an der New Yorker Börse.

Stürmischer Applaus des Auditoriums war der Dank für die grossartigen Leistungen aller Beteiligten, wiederum mit Sonderapplaus für das erstaunliche Stehvermögen des doch bald 80 jährigen Marek Janowski. Eine ebenso schöne, wie anstrengende Woche, auch für das Publikum, fand damit ein würdiges Ende in diesem August 2016 auf dem grünen Hügel.

Fotodiashow Szenenbilder Götterdämmerung Bayreuther Festspiele 2016 c Enrico Nawrath

fotogalerien.wordpress.com/2016/10/01/bayreuther-festspiele-goetterdaemmerung-12-august-2016-besucht-von-leonard-wuest/

Einführungsartikel Bayreuther Festspiele 2016

https://www.bochumer-zeitung.com/magazin/lifestyle/87226366-besuch-der-bayreuther-festpiele-fuer-den-gesamtring-6-bis-13-august-2016-durch-leonard-wuest

Das Rheingold, 7. August 2016

https://www.bochumer-zeitung.com/magazin/lifestyle/87226800-bayreuther-festspiele-das-rheingold-7-august-2016-besucht-von-leonard-wuest

Die Walküre, 8. August 2016

https://www.bochumer-zeitung.com/magazin/lifestyle/87227034-die-walkuere-bayreuther-festspiele-8-august-2016-besucht-von-leonard-wuest

Siegfried, 10. August 2016

https://www.bochumer-zeitung.com/magazin/lifestyle/87227253-siegfried-bayreuther-festspiele-10-august-2016-besucht-von-leonard-wuest

Kleiner Trailer über das Festspielhaus Bayreuth

bayreuth.de/tourismus-kultur-freizeit/veranstaltungen/richard-wagner-festspiele-in-bayreuth/bayreuth-filme/

Text: leonardwuest.ch

Fotos: bayreuther-festspiele.de/deutsch/deutsch_2.html

Homepages der andern Kolumnisten: www.marvinmueller.ch www.irenehubschmid.ch

www.gabrielabucher.ch Paul Ott:www.literatur.li

Autoren- und Journalisten-Siegel von European News Agency - Nachrichten- und Pressedienst

  • Aufrufe: 884

Siegfried, Bayreuther Festspiele, 10. August 2016, besucht von Léonard Wüst

 Siegfried Szenenbild Bayreuther Festspiele c Enrico NawrathBesetzung 2016

Musikalische Leitung Marek Janowski
Regie Frank Castorf
Bühne Aleksandar Denić
Kostüm Adriana Braga Peretzki
Licht Rainer Casper
Video Andreas Deinert
Jens Crull
Technische Einrichtung 2013-2014 Karl-Heinz Matitschka
 
Siegfried Stefan Vinke
Mime Andreas Conrad
Der Wanderer John Lundgren
Alberich Albert Dohmen
Fafner Karl-Heinz Lehner
Erda Nadine Weissmann
Brünnhilde Catherine Foster
Waldvogel Ana Durlovski

Rezension:

Bühnenbild mit vier grossen Köpfen in einen Felsen gehauen, ähnlich wie die Köpfe der vier amerikanischen Präsidenten am Mount Rushmore, einem Berg in den Black Hills, South Dakota in den USA. In Bayreuth sind es die Köpfe von Karl Marx, Lenin, Stalin und Mao Tse Tung.

Was so ein Pausentag doch alles ausmachen kann: Nach dem etwas eintönigen Rheingold und der zwiespältig wirkenden Walküre gelingt Marek Janowski im dritten Teil - dem "Siegfried" - eine rundum stimmige, stellenweise packende Umsetzung. Die sehr hohen Tempi behält er zwar bei, aber er setzt sie sicherer ein, bündelt die Kräfte und gibt sie mit breiter Klangfarbenpalette auf die Bühne weiter. In den besten Momenten gelingt tolles Musiktheater wie Mimes Halluzination in Todesangst. John Lundgrens Wotan hat an Dominanz und Klarheit gewonnen, Famos ist auch Nadine Weissmann als Erda mit glutvoll-mächtigem Mezzosopran und Catherine Foster als trompetenhafte, höhensichere Brünnhilde. Da hat es Stefan Vinke am Ende nicht leicht neben ihr, aber er gibt, wie schon im letzten Jahr, einen starken Siegfried mit großen Kraftreserven, die er sich klug einteilt.  Überhaupt großartig die schauspielerischen und gesanglichen Leistungen aller Protagonisten, die man dank Videoprojektion genau verfolgen kann. Bedauerlich hingegen Castorfs unsäglicher Krokodil-Gag, nach zweien im Premierenjahr sind es jetzt schon fünf, die das Liebespaar am Ende turbulent, aber völlig unkomisch-unpassend zu stören versuchen, was dem Publikum gar nicht gepasst hat. Dirigat und Gesang schwangen klar oben aus, was auf ein großes Finale hoffen lässt!

Frank Castorf's Set für Siegfried Dass dieses Jahr, aus Sicherheitsgründen keine Sitzkissen ins Festspielhaus mitgenommen werden durften, liegt  im Interesse der Puristen unter den Wagnerianern, da, ganz im Sinne des Komponisten,  wenige, am besten gar keine, schallschluckenden Materialien, also Vorhänge, Sitzpolster usw. im Saal sein sollten, um eine möglichst reine Akustik zu haben.

Zitat www.derwesten.de: Maestro Marek Janowski behält sein auf sprechende Farben und Rhythmen fokussiertes Dirigat bei, so wird der Puls des Schmiede-Hämmerns zum rasenden Herzschlag im Hintergrund. Janowski hat hier aber merklich Probleme mit der Abstimmung zwischen dem Orchester und den Sängern, die in der portalhohen Bühnen-Architektur viele Treppenstufen erklettern müssen. Sängerisch bleiben wenige Wünsche offen. Stefan Vinke ist ein Siegfried mit goldenem Tenor, mit dem er an die Grenzen geht, ohne zu brüllen, und der bei aller Kraft berückende Momente der Innigkeit gestalten kann. Aber dieser Siegfried kann auch anders. Fafner knallt er ohne Umstände mit der Kalaschnikow ab (die Festspiele verweisen eigens darauf, dass dieser laute Bühneneffekt das Gehör des Publikums nicht schädigt), und Mime ersticht er mitleidlos. Zitatende.

Einmal mehr episches Musik-Schauspiel mit vielen Verfremdungseffekten in einer weiteren spektakulären Drehbühne von Aleksandar Denic.

Ein neuer Held ist geboren: Der furchtlose Siegfried fügt das zerstörte Schwert "Nothung" zusammen und erlegt den Drachen Fafner. So kommt er in Besitz des Nibelungen-Rings und gewinnt zudem Brünnhilde

www.br-klassik.de/video/wagner-bayreuth-siegfried-doremikro-100.html

 

Siegfried Szenenbilder Bayreuther Festspiele, 10. August 2016

 

fotogalerien.wordpress.com/2016/09/25/siegfried-szenenbilder-bayreuther-festspiele-10-august-2016/

Einführungsartikel Bayreuther Festspiele 2016

https://www.bochumer-zeitung.com/magazin/lifestyle/87226366-besuch-der-bayreuther-festpiele-fuer-den-gesamtring-6-bis-13-august-2016-durch-leonard-wuest

Das Rheingold, 7. August 2016

https://www.bochumer-zeitung.com/magazin/lifestyle/87226800-bayreuther-festspiele-das-rheingold-7-august-2016-besucht-von-leonard-wuest

Die Walküre, 8. August 2016

https://www.bochumer-zeitung.com/magazin/lifestyle/87227034-die-walkuere-bayreuther-festspiele-8-august-2016-besucht-von-leonard-wuest

Götterdämmerung, 12. August 2016

https://www.bochumer-zeitung.com/magazin/lifestyle/87227404-goetterdaemmerung-bayreuther-festspiele-12-august-2016-besucht-von-leonard-wuest

Kleiner Trailer über das Festspielhaus Bayreuth

http://www.bayreuth.de/tourismus-kultur-freizeit/veranstaltungen/richard-wagner-festspiele-in-bayreuth/bayreuth-filme/

Text: leonardwuest.ch

Fotos: bayreuther-festspiele.de/deutsch/deutsch_2.html

Homepages der andern Kolumnisten: www.marvinmueller.ch www.irenehubschmid.ch

www.gabrielabucher.ch Paul Ott:www.literatur.li

Autoren- und Journalisten-Siegel von European News Agency - Nachrichten- und Pressedienst

  • Aufrufe: 918

Zürcher Kammerorchester, Saisoneröffnung mit Daniel Hope, Tonhalle Zürich, 27. September 2016, besucht von Irène Hubschmid

Tonhalle Zürich, grosser KonzertsaalBesetzung und Programm:

Zürcher Kammerorchester

Daniel Hope Violine und Leitung, Willi Zimmermann Konzertmeister

Johann Sebastian Bach Violinkonzert a-Moll BWV 1041
Felix Mendelssohn Streichoktett Es-Dur op. 20
Mieczyslaw Weinberg Concertino op. 42 für Violine und Streichorchester, Schweizer Erstaufführung
Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36

Rezension:

Der Direktor des ZKO Michael Bühler begrüsste die Anwesenden wie z. B. Mario Fehr den Regierungspräsidenten des Kantons Zürich und erwähnte gewisse Erneuerungen in der Programmgestaltung: „Musik und. Wort“ sowie Standortwechsel aufgrund baulicher Veränderungen. Auch wurden alle Anwesenden zu einem Drink eingeladen, offeriert durch die Sponsoren Amag und Zürcher Kantonalbank.

Daniel Hope

 

Anders als im Programm vorgesehen eröffnete das Orchester mit Felix Mendelssohns Streichoktett Es-Dur op. 20. Dies an Stelle von Bach. Daniel Hope stand mit sieben Musikern aus dem ZKO auf der Bühne und fiedelte. Der Bogen flog nur so über die Saiten. Musikalischer Auftakt fliessend mit Übergang zu melodiöseren bis sanfteren Klängen. (Daniel Hope: „Ich rede immer“ erklärte er bei seinem Interview im Tagesanzeiger vom 22. September 20169 und dies tat er auch hier. Bei seiner Ansprache beginnend mit dem Gedicht „Wolkenflug“ aus Walpurgisnacht von Goethe. Mit seinen guten „Deutsch-Dialektkenntnissen“ betonte er die genial existierende  Musikgeschichte und dass er die Briefe des Komponisten, gelesen habe, worin erkenntlich ist, dass er sich oft mit den Landsleuten unterhielt: Gott sei Dank  gibt  es diese Briefe noch,  hier erwähnt Mendelssohn unter anderem, dass die Schweiz das schönste Land sei.

Seine Ansprache endete, dass in seiner Muttersprache Englisch wie auch in  Deutsch/Schweizerdeutsch viele Endungen mit i/y sind und als Schlusswort zitierte er das Wort „happy“, was er auch bekundete mit seinem musikalischen Einsatz.

Dann folgte Johann Sebastian Bach, Violinkonzert a-Moll BWV 1041 mit dem ganzen Orchester.  Die Musiker spielten mit einer sehr guten Koordination und Daniel Hope brillierte als Solist. Jeder Ton war genüsslich; anfangs eher pathetisch/langsam, was sich ins lebhafte ja Virtuose änderte und den Eindruck „Wach mit Bach“, vermittelte.

Daniel Hope

 

Nachfolgend, anders als die Programmansage,  eine Schweizer Erstaufführung von Mieczylaw Weinberg (1919-1996), Schweizer mit polnischen Wurzeln. Es erinnert an Schostakowitsch. Mit feinen Klängen und dann wieder streng bis turbulent. Die Töne wirbelten in die Höhe, in die Weite und suchten verspielt nach verschiedenen Varianten und Wege im musikalischen Angebot der Töne. Daniel Hope bot auch hier als Solist eine Meisterleistung.  Das Orchester  wirkte dezent  und angenehm als Hintergrundbegleitung. Man konnte sich fragen, ist dies extravagant, exklusiv, oder eher eine Aufreihung von Tönen, was eine modern tonale Komposition ergibt, welcher man mit Interesse zuhört und vergleichbar sein könnte mit einem modernen Bild.

Das ZKO hat eine hervorragende Wahl getroffen mit seinem neuen musikalischen Direktor.

Nach der Pause spielte das vollzählige Orchester Ludwig van Beethoven, Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36. Teils wuchtig, teils mit zarten Tönen der Bläser und später auch im harmonischen Zusammenspiel mit dem ganzen Ensemble. Der Konzertmeister Willi Zimmermann brillierte virtuos in dieser Sinfonie. Der Paukenschlag war ebenfalls voll im Einsatz. Das internationale „Tonhallenpublikum“, wie es Direktor M. Bühler erwähnte, applaudierte euphorisch und so wurde es anschliessend mit einer Beethovenzugabe beschenkt.

Ein  absolut gelungener und „happy-Start für das ZKO und die  begeisterten Besucher.

Text: www.irenehubschmid.ch 

Fotos: zko.ch/Home

Homepages der andern Kolumnisten: www.leonardwuest.ch

www.marvinmueller.ch www.gabrielabucher.ch
Paul Ott/Paul Lascaux:www.literatur.li

Autoren- und Journalisten-Siegel von European News Agency - Nachrichten- und Pressedienst

  • Aufrufe: 424