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Lifestyle

Nigel Kennedy «Bach Meets Kennedy», KKL Luzern, 19. Januar 2015, besucht von Léonard Wüst

Jazzclub LuzernBesetzung:

Nigel Kennedy, Violin – Doug Boyle, Guitar – Rolf Bussalb, Guitar – Tomasz Kupiec, Bass – Adam Czerwinski, Drums/Percussion

Grundsätzlich über Nigel Kennedy:

Er durchlief eine fast traditionelle Musikerausbildung, bekam, als Kind einer Musikerfamilie, mit sechs Jahren ersten Violinunterricht, erhielt im Alter von sieben Jahren sein erstes Stipendium an der renommierten Yehudi-Menuhin-Schule in London, an der er teilweise von Menuhin persönlich betreut wurde, ging mit 16 Jahren an die Juilliard School in New York, nebenbei führte ihn Jazzgeiger Stéphane Grappelli (Mitglied der Band von Django Reinhardt)in die Jazz-Improvisation ein. 1977 gab Kennedy sein Konzert-Debüt mit dem e-Moll-Violinkonzert von Mendelssohn in der Londoner Royal Festival Hall, begleitet vom Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Riccardo Muti Ab 1980 trat Kennedy regelmäßig mit den Berliner Philharmonikern auf, trat auch mit Kleinformationen auf und bald beeinflusste auch, durch seine polnische Ehefrau, Klezmer Musik sein Schaffen. Seine Improvisationsfähigkeiten und Wandelbarkeit lebte er anfangs nur bei den Zugaben anlässlich seiner Konzertauftritte im Klassikbereich aus, aus dem er sich nach und nach verabschiedete um sein eigenes Ding durchzuziehen. Trotzdem ist seine, im Jahre 1989 veröffentlichte, Einspielung von Vivaldis Vier Jahreszeiten das meistverkaufte Klassikalbum aller Zeiten. Nach Konzerten in den Metropolen der Welt war er immer wieder Gast in den bekanntesten Jazzclubs zu nächtlichen Jamsessions.

Rezension:

 „Wer will, kann mich einen klassischen Geiger nennen; ich selbst verstehe mich als einen Musiker, der einfach Musik spielt – und nicht nur eine Art von Musik.“ Zitat Nigel Kennedy

Nigel Kennedy  „enfant terrible“ zu  nennen ist völlig falsch, „enfant flexible“ wär da schon richtiger, so man denn eine gestandenen 59jährigen überhaupt noch als „enfant“ bezeichnen kann. Kennedy ist simpel und einfach ein aussergewöhnlicher, vielseitiger Musiker, der seinen Job, gesegnet  mit viel Talent, voller Freude und mit viel Spielwitz ausübt. Das Wichtigste aber ist, dass er diese Freude und Begeisterungsfähigkeit auch unmittelbar dem Publikum vermitteln kann.

Ein paar Kilos mehr hat er ja schon auf den Rippen, der Künstler, der schon ein Punk war, als es diese Spezies noch gar nicht gab, das schadet aber seiner Agilität nicht im geringsten und musikalisch war er ja schon immer ein Schwergewicht.

Nigel Kennedy c Volkmar KönnekeEr erläuterte, nach dem Vorstellen seiner Band, dass im ersten Teil des Konzertes Werke von Bach performt würden, im zweiten vor allem die eines andern seiner Lieblingskomponisten, nämlich von ihm selbst. Während des ganzen Konzertes streute Kennedy auch immer wieder witzige Sprüche ein, scherzte mit seinen (ausgezeichneten) Mitmusikern, dabei vor allem den Schlagzeuger foppend und war sichtlich gut gelaunt und spitzbübisch, wie man ihn eben kennt. Da es das einzige Konzert des Jahres in der Schweiz ist, waren Fans aus der ganzen Schweiz und dem benachbarten Ausland nach Luzern gepilgert und füllten den Konzertsaal des KKL. Sie sollten es nicht bereuen. Selbstbewusst nennt er sein Konzert auch: „Bach meets Kennedy“ und nicht etwa „Kennedy meets Bach“. Wo alle andern das Gefühl haben in Bach Kompositionen habe es schon mehr als genug Noten, packt Kennedy noch Sequenzen aus „The fiddler on the roof“ (Anatevka) und ein paar Passagen als Pizzicato aus „Popcorn“ (einem Synthesizer Hit aus den 1970er Jahren) drein. Im Gegensatz zu andern sogenannten Crossover - Stargeiger/innen benötigt er keine Lichtshows oder sonstige Effekte um ein Auditorium zu begeistern. Pur  ist er sich selbst und seinen Fans genug. Die wussten denn auch die Darbietungen des Bachkonzertteiles mit entsprechend lautstarkem Applaus zu würdigen.

 

Beginn des zweiten Konzertteils mit zwei Werken von Krzysztof Komeda, der die Musik zu einem Dutzend Roman Polanski Filmen geschrieben hat, als Reminiszenz an Stéphane Grapelli auch noch Gipsy Jazz und dann seine eigenen Werke, die er, jedes jemand anderem gewidmet habe, also alle „dedicated to“. Rasante Improvisationen wurden abgelöst durch präzise Zusammenspiele mit dem Bassisten oder den Gitarristen, ersichtlich, dass alle nebst Improvisation auch das Notenlesen perfekt beherrschen.

 

Dass Kennedy auch einfühlsam nachdenklich kann, zeigte er mit seiner Eigenkomposition: „dedicated to Isaac Stern“. Darauf wieder funkinspirierte Improvisationen, bei denen Kennedy nun auch seinen Mitmusikern Gelegenheit bot, ab und zu ein Solo einzustreuen. Stupende Technik ist natürlich Grundlage des Gebotenen und die zelebrierte die Ikone der Musikrebellen denn auch ausgiebig mit unglaublichen Tonabfolgen in atemberaubenden Tempi, aber immer mit etwas Schalk und souveräner Leichtigkeit dargeboten, kongenial unterstützt von seinen Mitmusikern. Das Publikum war begeistert und feierte die Protagonisten mit stürmischem Applaus, wobei sich etliche erhoben in Erwartung einer stehenden Ovation. Die kam aber nicht ganz zustande, was Kennedy noch ein paar flapsige Sprüche entlockte, bevor er die Musiker an den vorderen Bühnenrand bat für die Zugaben, die noch in Form eines Potpourri querbeet vom Mazurka, Csárdás, Operettenfragmenten über Bonanzamelodie bis Gipsy Jazz im Stile Django Reinhardts,  gewährt wurden, frenetisch bejubelt vom Publikum.

Musik ist auch völkerverbindend und EU kann klappen, zumindest auf der Bühne mit Nigel Kennedy: Drummer und Bassist aus Polen, ein deutscher Gitarrist und, inklusive Kennedy, zwei Engländer.

Trailer: Nigel-Kennedy-Bach-Meets-Kennedy

youtu.be/oLVLNoxF4L0

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: Allblues.ch und Wikipedia

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Luzerner Sinfonieorchester LSO – Sinfoniekonzert mit Gautier Capuçon, Königin von Saba & Schelomo, KKL Luzern, 2. Teil 13. Januar 2016, besucht von Léonard Wüst

LSO Luzerner Sinfonieorchester (c)Christian FlierlEs folgte das eher introvertierte Werk Ernest Blochs: Schemolo. Der gebürtige Schweizer emigrierte im Jahre 1916 während den Wirren des ersten Weltkrieges in die USA. Das Solocello verkörpert Salomon, das Orchester dessen Entourage, ein ideales Terrain also fürGautierCapuçon, der vor allem in den tieferen Lagen mit sonoren Schwingungen brilliert, um sich im Verlauf dieser hebräischen Rhapsodie im Gegen- und Zusammenspiel mit dem Orchester auch in feine höhere Sphären aufzuschwingen, mit fast schwermütig – ziganen   Klängen demonstrierend, dass er zu den grössten Cellisten, nicht nur seiner Generation, gehört   Dazwischen akzentuierte sich das Orchester und erschuf grossartige Klangbilder um umgehend den Solisten wieder nahtlos ins Geschehen einzubinden. Das LSO seinerseits zeigte sich äusserst wandlungsfähig, der Dirigent leitete sehr selbstsicher, ruhig und mit sparsamen Gesten, ab und zu auf der Zehenspitzen leicht wippend. Auch diese grossartige Leistung würdigte das Auditorium mit grossem Applaus, der von Capuçon schlussendlich noch mit einer kleinen Zugabe honoriert wurde. Gutgelaunt und beeindruckt begab man sich in die Pause ins Foyer.

Näheres zum Solisten am Cello:

Gautier Capuçon, VioloncelloGautier Capuçon (* 3. 9.1981) ist der jüngere Bruder von Violinist Renaud Capuçon, mit dem er auch sehr oft zusammen konzertiert, dies mit den besten Orchestern in den renommiertesten Konzerthäusern der Welt. Er spielt ein Violoncello von Matteo Goffriller aus dem Jahr 1701 und ein Violoncello von Joseph Contreras aus dem Jahr 1746 – beides Leihgaben einer Schweizer Bank.

Rezension des zweiten Konzertteiles durch Léonard Wüst:

Andrey Boreyko, LeitungDvořáks siebte Sinfonie ist eher untypisch im Vergleich zu seinen vorangegangenen, geschrieben in der etwas düsteren Tonart D – Moll, weniger angelehnt an böhmische Volkslieder, näher bei den Romantikern wie beispielsweise Johannes Brahms. Hier rückte Boreyko die Bläser etwas zu stark in den Vordergrund, trotzdem gelang es dem Orchester grosse Klanglandschaften zu erschaffen in harmonischem Fluss, grossen sinfonischen Bögen, durchaus den einzelnen Registern genug Raum schaffend zur Profilierung. Majestätisch, fast etwas schnörkelhaft daher schreitend, im ersten Satz, Boryenko auf den Zehenspitzen wippend. Guten Bläsersätzen in Kombination mit den Streicherpizzicato zu Beginn des zweiten Satzes folgten schwärmerische Streicherpassagen mit einer sprudelnden Querflöte, die ein drohendes Abgleiten ins schwermütig slawische abwendeten, unterstützt durch kurz präzis energische Gestik des Dirigenten und die eleganten Blechbläser doch noch etwas heimatlich böhmisch einfliessen lassend. Das folgende Scherzo mit walzerhaft beschwingten Geigen, elegant weitausholend, wurde dann abgelöst durch die Querflöten und Oboen, die in höhere Sphären entführten und sich nachher harmonisch wieder in die wiegenden Streicher einbetteten. Ein komplettes Ganzes in der Symbiose aller Register, gespickt mit exzellenten Soli der diversen Bläser, untermauert durch die aktive Rhythmussektion, vom Dirigenten an der langen Leine, aber trotzdem unter Kontrolle gehalten. Fazit: Das Orchester zog alle Register und bot einmal mehr eine souveräne, ausgereifte Leistung, die durch einen langanhaltenden kräftigen Schlussapplaus vom Publikum sehr honoriert wurde.

Das erste Werk dieses Konzertes bedurfte einer etwas ausführlicheren Beschreibung, weshalb ich diese in einem zusätzlichen Artikel verfasst habe, der über folgenden Link erreichbar ist:

https://www.bochumer-zeitung.com/magazin/lifestyle/67235764-luzerner-sinfonieorchester-lso-sinfoniekonzert-mit-gautier-capucon-koenigin-von-saba-schelomo-kkl-luzern-1-teil-13-januar-2016-besucht-von-leonard-wuest

 

Kurzer Trailer des Luzerner Sinfonieorchesters LSO

youtube.com/watch?v=2oAW9cmRsX0

Ottorino Respighi: Belkis, regina di Saba, Suite n.1 (P. 177) (1934)

www.youtube.com/watch?v=8O7D-DCtdHQ

Dvořák: Symphony no. 7 in D minor, op. 70 | John Eliot Gardiner

youtube.com/watch?v=rus3Ahr8hRE

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: sinfonieorchester.ch/home

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Luzerner Sinfonieorchester LSO – Sinfoniekonzert mit Gautier Capuçon, Königin von Saba & Schelomo, KKL Luzern, 1. Teil 13. Januar 2016, besucht von Léonard Wüst

LSO Luzerner Sinfonieorchester (c)Christian FlierlVersierte Diamantenschleifer vermutet man wohl eher in Antwerpen als in der Innerschweiz. Dass es die aber hierzulande auch gibt, bewies das Luzerner Sinfonieorchester an diesem Konzertabend. Mit «Belkis, Regina di Saba», Auszüge aus der Ballettmusik von Ottorino Respighi, war der Rohstoff in Form eines wenig bekannten Werkes der Musikliteratur programmiert. Unter der Leitung des russischen Gastdirigenten Andrey Boreyko (Chefdirigent des Orchestre national de Belgique) brachte das älteste Sinfonieorchester der Schweiz diesen Rohdiamanten zum Strahlen und das Publikum in Verzückung. Somit war ungewollt das Highlight des Abends gleich zu Beginn des Konzertes. Fast sanft schmelzig opulent beginnt der erste Satz, danach liessen die feingesponnenen Phrasen der Streicher, die quirligen Passagen der Querflöte, Klarinette und der Oboe das bunte pulsierende Treiben auf einem orientalischen Marktplatz unmittelbar gegenwärtig werden. Mittendrin, wenn die Schlangenbeschwörer ihre Kobras mittels Flötenspiel in Schach halten, exotische Düfte in die Nase steigen, märchenhaft unwirkliche Wesen vorbeihuschen, die Derwische sich drehen, die Verschleierte anmutig entrückt tanzt. Aber auch die Tänze mit den Säbeln im Krieg, setzt Respighi in der straff gekürzten Fassung seines ursprünglich monumentalen Balletwerkes musikalisch um und entführt in eine der tausend orientalischen Nächte mit dem Tanz der Belkis. Das Werk ist sicherlich auch beeinflusst von Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow (Scheherazade), dessen Schüler Respighi u.a. ja auch war. Phasenweise schimmerte zudem etwas von Ravels Bolero durch (oder beim Bolero schimmert etwas von Belkis durch).

Andrey Boreyko, LeitungHöhepunkt der abschließende vierte Satz die „Danza orgiastica“, die in einem fast chaotischen Instrumenten Gewirr gipfelt. Das Publikum im fast vollbesetzten Saal, freudig überrascht und begeistert, applaudierte heftig und langanhaltend. Besonders eindrücklich die drei Ferntrompeten auf der Empore unter der grossen Orgel über der Bühne. Dieses, für die damalige Zeit sehr moderne und auch heute noch zeitgemässe Werk und dessen aussergewöhnliche Interpretation durch das LSO verdient eine etwas ausführlichere Würdigung und dadurch natürlich auch mehr Platz,. Ich habe deshalb den Rest des Konzertes in einem separaten Artikel zusammengefasst, welcher über den folgenden Link erreichbar ist:

https://www.bochumer-zeitung.com/magazin/lifestyle/67235765-luzerner-sinfonieorchester-lso-sinfoniekonzert-mit-gautier-capucon-koenigin-von-saba-schelomo-kkl-luzern-2-teil-13-januar-2016-besucht-von-leonard-wuest

 

Kurzer Trailer des Luzerner Sinfonieorchesters LSO

youtube.com/watch?v=2oAW9cmRsX0

Ottorino Respighi: Belkis, regina di Saba, Suite n.1 (P. 177) (1934)

www.youtube.com/watch?v=8O7D-DCtdHQ

Dvořák: Symphony no. 7 in D minor, op. 70 | John Eliot Gardiner

youtube.com/watch?v=rus3Ahr8hRE

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: sinfonieorchester.ch/home

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Karneval ist die Flirtgelegenheit Nummer eins in Deutschland

Flirten im KarnevalWo gefeiert wird, wird immer auch geflirtet. Aber bei welchem Fest ist die Stimmung besonders prickelnd? Die Bundesbürger sind sich einig: Die wichtigste Flirtgelegenheit hierzulande ist eindeutig der Karneval beziehungsweise Fasching. Drei Viertel meinen, dass es sich hier am besten Schäkern lässt. Das ergab eine repräsentative GfK-Umfrage im Auftrag von FriendScout24.

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