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Erfolgreiche „Abspeckkur“ für kommunale Müllfahrzeuge

An der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung der TU Chemnitz wurde ein neuartiger, ultraleichter und reparaturfreundlicher Sammelbehälter für kleine bis mittlere E-Müllsammelfahrzeuge entwickelt.  Foto: Marcus Hartenstein
An der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung der TU Chemnitz wurde ein neuartiger, ultraleichter und reparaturfreundlicher Sammelbehälter für kleine bis mittlere E-Müllsammelfahrzeuge entwickelt. Foto: Marcus Hartenstein

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Professur Strukturleichtbau
und Kunststoffverarbeitung der TU Chemnitz entwickelten einen
ressourceneffizienten und extrem leichten Sammelbehälter für E-Müllautos.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Professur Strukturleichtbau
und Kunststoffverarbeitung (SLK) an der Technischen Universität Chemnitz
haben einen neuartigen, ultraleichten und reparaturfreundlichen
Sammelbehälter für kleine bis mittlere Müllsammelfahrzeuge entwickelt. Im
Vergleich zu den vergleichsweise schweren Stahlschweißkonstruktionen, die
in bisherigen Müllbehältern zum Einsatz kommen, wurde an der Professur SLK
ein Behälter in Multimaterialbauweise konzipiert und gebaut. „Die
Beplankung besteht aus leistungsfähigen Organoblechen – also aus
faserverstärkten Kunststoffplatten, der Skelettrahmen des Behälters
vornehmlich aus Aluminium. Alle Bauteile werden am Ende in einer
Mischbauweise durch Verklebungen sowie Schraub- und Nietverbindungen
gefügt. Die Organobleche müssen hierfür nur zugeschnitten, nicht aber
umgeformt werden“, erläutert Marcus Hartenstein, Mitarbeiter an der
Professur SLK.

Extrem leichter und stabiler Müllbehälter kompensiert Batteriegewicht

Der neue Sammelbehälter ist 280 Kilogramm bzw. ein Drittel leichter als
ein vergleichbares Modell. „Das Mehrgewicht durch die Batterie eines
batterieelektrisch angetriebenen Müllfahrzeuges kann so komplett
kompensiert und die Nutzlast damit erhalten werden“, so Hartenstein. Für
künftige Entwicklungen, welche speziell auf ein spezifisches
Trägerfahrzeug zugeschnitten sind, erwartet er ein noch viel höheres
Gewichtseinsparpotenzial. Das im Verbundprojekt UTILITAS („Ultraleichte
Aufbaustrukturen für Nutzfahrzeuge im kommunalen Servicebetrieb“)
entwickelte Demonstrator-Fahrzeug befindet sich momentan im praktischen
Einsatz bei der Stadtreinigung Leipzig und wird dort u. a. zur Leerung von
Mülleimern eingesetzt. Bei der Entwicklung wurde auch auf praktische
Erfahrungen der Stadtreinigung Dresden zurückgegriffen.

Starke Partner im Verbund

Neben der Professur SLK der TU Chemnitz waren an dem Vorhaben das
Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS Dresden, die EBF
Innovation GmbH, die PROFIL Verbindungstechnik GmbH & Co. KG, die car
systems Scheil GmbH & Co. KG sowie die Marko Pfaff & Co.
Spezialfahrzeugbau GmbH beteiligt. Die Professur SLK war für das
Behälterkonzept und die grobe Auslegung sowie die Dimensionierung und alle
dafür notwendigen Berechnungen zuständig. Da die Behälterkonstruktion
hohen Belastungen standhalten muss, übernahm die Professur außerdem den
experimentellen Nachweis der Leistungsfähigkeit. Zur Absicherung wurden
die Beanspruchungen auf dem Strukturprüfstand im MERGE Research Centre
"Lightweight Technologies" der TU Chemnitz wiederholt simuliert. Das IWS
Dresden entwickelte für das Projekt eigens eine neue Fügetechnologie, die
mithilfe der EBF Innovation GmbH und der PROFIL Verbindungstechnik GmbH &
Co. KG umgesetzt wurde. Die car systems Scheil GmbH & Co. KG setzte die
zur Kippung und Steuerung des Behältersystems notwendige Elektronik um,
während die Marko Pfaff & Co. Spezialfahrzeugbau GmbH sich der Betrachtung
aus Fertigungsperspektive widmete und den Behälter realisierte.

Das Projekt wurde im Rahmen des Fachprogramms „Neue Fahrzeug- und
Systemtechnologien“ als Teil der Programmsäule „Innovative Fahrzeuge“ vom
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie finanziert und vom
Projektträger TÜV Rheinland betreut.

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Energy-Drinks: Schaden sie Kinderherzen?

Der Leiter der EDUCATE-Studie Dr. med. Felix Oberhoffer (re.), Assistenzarzt, mit Prof. Dr. med. Nikolaus Haas, Klinikdirektor der Abteilung Kinderkardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München.  Klinikum LMU
Der Leiter der EDUCATE-Studie Dr. med. Felix Oberhoffer (re.), Assistenzarzt, mit Prof. Dr. med. Nikolaus Haas, Klinikdirektor der Abteilung Kinderkardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Klinikum LMU

Welche Auswirkungen haben Energy-Drinks auf die Herz-Kreislauf-Funktion
bei jungen Menschen? Das untersuchen Forscher in einer von der Deutschen
Herzstiftung geförderten neuen Studie.

Energy-Drinks werden nicht nur von Erwachsenen, sondern auch von vielen
Kindern und Jugendlichen gerne – und zum Teil auch mehrmals am Tag –
konsumiert, zum Beispiel beim Computerspielen, vor dem Sport, während
einer Prüfungsphase oder beim Feiern mit den Freunden. Meist erhoffen sich
die jungen Konsumenten davon, wacher und leistungsfähiger zu sein. Damit
Energy-Drinks die gewünschten Effekte erzielen, enthalten sie neben jeder
Menge Zucker auch Substanzen wie Koffein, Taurin, Guarana und
Glucuronolacton sowie Farbstoffe und Aromen. Eine Dose Energy-Drink (250
ml) enthält im Schnitt 80 mg Koffein. Bei übermäßigem Konsum können
Energy-Drinks die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems ungünstig
beeinflussen, wie Untersuchungsdaten nahelegen. „Die befürchteten Folgen
reichen von Auffälligkeiten des Herzrhythmus bis hin zu Veränderungen der
Gefäßelastizität und Blutdruckerhöhungen“, erklärt der Kardiologe Prof.
Dr. med. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Herzstiftung. „Welche Risiken von den Inhaltsstoffen der Energy-Drinks für
die noch jungen Herzen und Gefäße von Kindern und Jugendlichen ausgehen,
wollen wir deshalb in einer Studie genauer untersuchen lassen.“ Infos zum
Förderprojekt sind unter www.herzstiftung.de/energy-drinks abrufbar.
Von erhöhten gesundheitlichen Risiken, die sich insbesondere für das Herz-
Kreislauf-System beim Konsum von hohen Mengen an Energy-Drinks ergeben
können, berichtete u. a. das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) 2019
in einer Stellungnahme zu Energy-Drinks. Nicht auszuschließen sei, so das
BfR, dass eine chronisch sehr hohe Zufuhr von Koffein (z. B. mehr als 1
Liter pro Tag an Energy-Drinks), „auch langfristig bei Kindern und
Jugendlichen die Entstehung von Herzkreislauferkrankungen begünstigen
könnte“. Studiendaten sollen nun mehr Erkenntnisse zu möglichen
kardiovaskulären Folgen bei Kindern und Jugendlichen liefern.

Münchener Kinderkardiologen untersuchen Folgen bei hohem Konsum
Inwiefern das kardiale Risiko speziell bei jungen Menschen erhöht ist, das
untersuchen nun Kinderkardiologen am Klinikum der Ludwig-Maximilians-
Universität München (LMU) in der EDUCATE-Studie (Energy-Drinks Unexplored
Cardiovascular Alterations in Teens and TwEens), die von der Deutschen
Herzstiftung mit rund 69.000 Euro gefördert wird. „Im Rahmen der Studie
möchten wir erstmalig die akuten Auswirkungen des Energy-Drink-Konsums auf
die Herz-Kreislauf-Funktion gesunder Kinder und Jugendlicher untersuchen“,
erläutert Studienleiter Dr. med. Felix Oberhoffer, Assistenzarzt der
Abteilung Kinderkardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin am LMU-
Klinikum. „Vor allem die mit dem Konsum von Energy-Drinks assoziierten
Herzrhythmusstörungen können zu einem medizinischen Notfall führen, wie
Studiendaten zeigen. Zusätzlich ist der übermäßige Konsum mit einem
erhöhten Blutdruck assoziiert. Daher gehen wir davon aus, dass sowohl der
akute wie auch der chronisch übermäßige Konsum das Risiko für Herz und
Gefäße erhöht”, so der Studienarzt.
Wer wie häufig übermäßig konsumiert, zeigt etwa ein europaweiter Überblick
der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA: European Food
Safety Authority). Ihr zufolge konsumieren Jugendliche sogar
vergleichsweise am häufigsten Energy-Drinks. Und in Deutschland wurden
einer Untersuchung zufolge 6,6 Prozent der Jugendlichen zwischen 10-18
Jahren als „Hochverzehrer“ identifiziert, die die Höchstmengen für Koffein
(nach Vorgaben der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde)
überschritten.

Akute Effekte der Energy-Drinks im Fokus
Die an der Studie teilnehmenden Kinder und Jugendlichen zwischen 10 und 18
Jahren werden an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in der
kinderkardiologischen Abteilung am LMU-Klinikum in München/Großhadern
untersucht. An einem der beiden Tage konsumieren die Probanden eine
definierte Menge eines Energy-Drinks. Am anderen Tag werden sie gebeten
innerhalb von 30 Minuten eine definierte Menge eines zuckerhaltigen
Vergleichsgetränkes, ohne die üblichen Bestandteile eines Energy-Drinks,
zu sich zu nehmen. „Um Verfälschungen der Studienergebnisse zu vermeiden,
wissen die Kinder und Jugendlichen zunächst nicht, an welchem der beiden
Tage der Energy-Drink beziehungsweise das Vergleichsgetränk konsumiert
wurde”, erläutert Dr. Oberhoffer den Ablauf.
Im Anschluss an den Getränkekonsum sollen dann in regelmäßigen Abständen
die Herz- und Gefäßfunktion sowie die Herzströme der teilnehmenden Kinder
und Jugendlichen gemessen werden. Nach einer vierstündigen Überwachung
wird der/die Proband/-in zudem mit einem Langzeit-Blutdruck-Messgerät und
einem Langzeit-EKG ausgestattet, um Blutdruck bzw. Herzströme über weitere
24 Stunden zu kontrollieren.

Sicherheit der jungen Probanden ist gewährleistet
„In der Studie achten wir streng auf die Gesundheit der jungen Probanden”,
betont Oberhoffer. „Es werden sämtliche Maßnahmen ergriffen, um mögliche
gesundheitliche Risiken zu minimieren.” So werden die TeilnehmerInnen vor
dem Konsum der entsprechenden Getränke auf das Vorliegen kardiovaskulärer
Erkrankungen untersucht. Zudem wird die maximale als unbedenklich
erachtete Tageshöchstdosis an Koffein nicht überschritten. Sollten sich
die akuten Effekte der Energy-Drinks auf die Herzfunktionen bestätigen,
erhärtet dies den Verdacht, dass ein übermäßiger Konsum die
kardiovaskuläre Gesundheit von Kindern und Jugendlichen gefährdet. Aus den
Ergebnissen könnten somit für die Zukunft auch präventive Maßnahmen für
den Schutz Minderjähriger abgeleitet werden, hofft Oberhoffer.

Zusatzinfo - Koffein in Erfrischungsgetränken: Wo wird es bedenklich?
Die gesetzlichen Bestimmungen zu Energy-Drinks stehen in der Fruchtsaft-
und Erfrischungsgetränkeverordnung. Danach handelt es sich bei Energy-
Drinks um ein koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk, das maximal 320
Milligramm Koffein pro Liter enthalten darf. Bei mehr als 150 Milligramm
Koffein pro Liter müssen Getränke den Hinweis tragen: "Erhöhter
Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht
empfohlen". Auch für andere Zutaten gelten Höchstgehalte.

Nach einer Bewertung der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde
(EFSA) liegt die Grenze, bis zu der Koffein gesundheitlich unbedenklich
ist, für:
- gesunde Erwachsene bei einer Einzeldosis von 200 mg (2-3 Tassen Kaffee
oder 2,5 Dosen eines Energy-Drinks),
- gesunde Erwachsene bei einer Tagesdosis von 400 mg (ausgenommen
Schwangere),
- Kinder und Jugendliche bei 3 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht (pro
Tag).

Infos zum Forschungsprojekt: www.herzstiftung.de/energy-drinks
Infos zum Leben mit angeborenem Herzfehler: www.herzstiftung.de/leben-mit-
angeborenem-herzfehler/angeborene-herzfehler


Quellen:

- Bfr.bund.de: Stellungnahme Nr. 018/2019 des BfR vom 27. Mai 2019 „Kinder
und Jugendliche: Übermäßiger Konsum von Energy Drinks erhöht
Gesundheitsrisiko für Herz und Kreislauf“: DOI 10.17590/20190527-103615
- www.verbraucherzentrale.de
- Impact of High Volume Energy Drink Consumption on Electrocardiographic
and Blood Pressure Parameters; Shah SA et al. J Am Heart Assoc 2019; 8:
e011318
- EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA). (2015).
Scientific Opinion on the safety of caffeine. EFSA Journal, 13(5), 4102

Forschung nah am Patienten
Dank der finanziellen Unterstützung durch Stifterinnen und Stifter,
Spender und Erblasser kann die Deutsche Herzstiftung gemeinsam mit der von
ihr 1988 gegründeten Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF)
Forschungsprojekte in einer für die Herz-Kreislauf-Forschung
unverzichtbaren Größenordnung finanzieren. Infos zur Forschung unter
www.herzstiftung.de/herzstiftung-und-forschung

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100 Jahre Stern-Gerlach-Experiment

Das Gemälde des österreichischen Kunstmalers Jürgen Jaumann zeigt Otto Stern (links) und Walther Gerlach (rechts). Die Idee zur Grafik in der Mitte stammt vom Physik-Nobelpreisträger Theodor Hänsch.  Bild: Jürgen Jaumann
Das Gemälde des österreichischen Kunstmalers Jürgen Jaumann zeigt Otto Stern (links) und Walther Gerlach (rechts). Die Idee zur Grafik in der Mitte stammt vom Physik-Nobelpreisträger Theodor Hänsch. Bild: Jürgen Jaumann

Nur wenige Physikexperimente der vergangenen 200 Jahre haben einen so
großen Einfluss auf die Wissenschaften gehabt wie das Stern-Gerlach-
Experiment. Daher feiert die Deutsche Physikalische Gesellschaft zusammen
mit dem Physikalischen Verein Frankfurt, dem Fachbereich Physik der
Frankfurter Goethe-Universität und der Gesellschaft Deutscher Chemiker am
8. Februar 2022 in der Frankfurter Paulskirche die epochale Entdeckung.
Beginn der etwa 90-minütigen Festlichkeit ist um 18:00 Uhr. Die
Öffentlichkeit kann die Veranstaltung via Livestream verfolgen.

4. Februar 2022 – Mit den Messergebnissen der Nacht vom 7. auf den 8.
Februar 1922 gelang den Physikern Walther Gerlach und Otto Stern in der
Alten Physik (Robert-Mayer-Straße) in Frankfurt am Main erstmals der
experimentelle Nachweis der Quantisierung der inneren Struktur von Atomen
sowie Molekülen. Dieser historische Versuch gehört zu den wichtigsten
Experimenten der Physik im 20. Jahrhundert und hatte auch großen Einfluss
auf die Chemie. Stern und Gerlach haben damit die Grundlage gelegt für die
moderne Quantenphysik mit vielen daraus folgenden Entdeckungen: von
Kernspinverfahren, der hochpräzisen Zeitmessung mittels Atomuhren, des
Masers und Lasers sowie von vielem anderen mehr.

100 Jahre nach der erfolgreichen Durchführung dieses bedeutenden
Experimentes gedenken die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG), der
Physikalische Verein Frankfurt, der Fachbereich Physik der Frankfurter
Goethe-Universität und die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) diesem
historischen Moment, und zwar mit einer etwa 90-minütigen
Festveranstaltung in der Frankfurter Paulskirche. Hauptelemente der
Feierstunde sind der Vortrag „Das Stern-Gerlach-Experiment – Ein
Meilenstein der Physikgeschichte“ von Prof. Dr. Horst Schmidt-Böcking vom
Institut für Kernphysik der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
am Main sowie der Vortrag „Stern-Gerlach in der Moderne“ –
Präzisionsphysik mit gespeicherten Ionen“ von Prof. Dr. Klaus Blaum,
Direktor am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg und
Vizepräsident der Chemisch-Physikalisch-Technischen Sektion der Max-
Planck-Gesellschaft. Das Grußwort hält die Bürgermeisterin Nargess
Eskandari-Grünberg. Zudem findet ein Dialog-Gespräch zwischen Prof. Dr.
Dorothée Weber-Bruls, Präsidentin des Physikalischen Vereins, und Dr. Lutz
Schröter, Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft statt.

Anmeldungen zur Veranstaltung noch bis zum 6. Februar unter labedzke@dpg-
physik.de. Ferner ist die Veranstaltung ohne Anmeldung live zu verfolgen
unter https://hvo.events/dpg/.

Hintergründe
--
Kaum ein Physikexperiment der vergangenen 200 Jahre hat einen so großen
Einfluss auf die Wissenschaften gehabt wie das Stern-Gerlach-Experiment.
Mit der von Otto Stern entwickelten Molekularstrahlmethode gelang es ihm
und Walther Gerlach 1922 ein Messgerät zu bauen, mit dem sie das Innere
von Atomen und später mit einer verbesserten Version sogar deren Kerne
untersuchen und zeigen konnten, dass sich die Bausteine der Atome nicht
nach den Gesetzen der klassischen Physik verhalten. Die bei dem Experiment
verwendete Molekularstrahlmethode wurde 1943 mit dem Physik-Nobelpreis
ausgezeichnet. In der Folge fußten um die 45 weitere Nobelpreise für
Physik oder Chemie auf diesen Erkenntnissen – darunter Nobelpreise für das
Kernspinresonanzverfahren, für die Entwicklung des Lasers sowie für die
Atomuhr. Sie alle sind heute etablierte Techniken, die die Grundlage aller
Präzisionsmessungen bilden.

Eine allgemeinverständliche Erklärung des Experiments und dessen
wissenschaftliche Bedeutung liefert das DPG-Faktenblatt Physikkonkret „100
Jahre Stern-Gerlach-Experiment“ (https://www.dpg-
physik.de/veroeffentlichungen/publikationen/physikkonkret/pix/59
-2021_pk_stern-gerlach.pdf
)

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. (DPG), deren Tradition bis
in das Jahr 1845 zurückreicht, ist die älteste nationale und mit rund
55.000 Mitgliedern auch mitgliederstärkste physikalische Fachgesellschaft
der Welt. Als gemeinnütziger Verein verfolgt sie keine wirtschaftlichen
Interessen. Die DPG fördert mit Tagungen, Veranstaltungen und
Publikationen den Wissenstransfer innerhalb der wissenschaftlichen
Gemeinschaft und möchte allen Neugierigen ein Fenster zur Physik öffnen.
Besondere Schwerpunkte sind die Förderung des naturwissenschaftlichen
Nachwuchses und der Chancengleichheit. Sitz der DPG ist Bad Honnef am
Rhein. Hauptstadtrepräsentanz ist das Magnus-Haus Berlin. Website:
https://www.dpg-physik.de

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Bryan Adams «So Happy It Hurts», Hallenstadion Zürich, 5.2.2022, besucht von Léonard Wüst

Bryan Adams Hallenstadion Zürich, 5. Februar 2022
Bryan Adams Hallenstadion Zürich, 5. Februar 2022

Besetzung;

Bryan Adams und Band

Bryan Adams steht für einen unverwechselbaren «feel-good» Rock’n’Roll und gilt in seinem Genre als legendäre Ikone. Bereits seit vier Jahrzenten tourt der Künstler durch die Welt und begeistert mit seinen energiegeladenen Performances, seiner mühelosen und ansteckenden Bühnenpräsenz und seinem unglaublichen Gesang das Publikum.

Konzertimpression Konzert Bryan Adams Hallenstadion Zürich 5.2.2022
Konzertimpression Konzert Bryan Adams Hallenstadion Zürich 5.2.2022

Nicht zuletzt wegen seinen mitreissenden Live-Shows hat sich Bryan Adams als einer der weltbesten Rocksänger etabliert. Adams hat bis heute 14 Studioalben veröffentlicht und mit Hits wie «(Everything I Do) I Do It For You», «All For Love», das er mit Sting und Rod Stewart sang, oder «Summer Of ’69» die Herzen seiner Fans im Sturm erobert.

Seine Musik hat bis heute in über 40 Ländern #1 Status erreicht. Nun kündigt der Künstler sein neues Album «So Happy It Hurts» an, das am 11. März 2022 erscheinen soll. Sein Songwriting hat dem Künstler bisher ebenfalls zahlreiche Preise und Auszeichnungen eingebracht, darunter drei Academy-Award-Nominierungen, fünf Golden-Globe-Nominierungen und einen Grammy Award.

Erwarteter Grossaufmarsch im «Wädlitempel» dem Zürcher Hallenstadion

Konzertimpression Konzert Bryan Adams Hallenstadion Zürich 5.2.2022
Konzertimpression Konzert Bryan Adams Hallenstadion Zürich 5.2.2022

Im, von den Einheimischen liebevoll als «Wädlitempel» bezeichneten Hallenstadion, erwartete man einen Run auf eines der ersten grossen Konzerte nach dem langen Corona bedingten Unterbruch des «normalen» Konzertbetriebes. Für nicht Insider: Der Begriff «Wädlitempel» stammt aus Zeiten, als das Hallenstadion weltberühmt war für diverse Grossveranstaltungen im Radrennsport, vor allem die legendären  Sechstagerennen, die ja für die Zürcher, die früher sehr restriktive Restaurant Sperrstunden hatten (um 23.00 Uhr war Schluss), eher Sechsnächterennen waren (erstmals 1954 und zuletzt 2014 ausgetragen), da jeweils dort Freinacht, d.h. keine Sperrstunde war. So traf sich denn «Tout Zürich» eben jeweils nach Mitternacht dort, um noch einige Cüpli (die Prominenz und die Cervelat Prominenz) oder Bierchen (das gewöhnliche Fussvolk) zu kippen und die Nacht durchzufeiern. Ja, ab und zu schaute man auch auf das Oval, wo die Pedaleure sich abwechselnd, in Zweierteams, abstrampelten um sich das ausgeschriebene Preisgeld für diesen Sprint oder jenes Omnium zu sichern. Und da diese Rick van Steenbergen, Fritz Pfenniger, Peter Post, Bruno Risi, Kurt Betschart, Patrick Sercu etc. stramme Waden vom  Rennrad treten hatten, sicherte sich  der Name «Wädlitempel» seinen Platz im Zürcher Vokabular.

Das routinierte Konzertschlachtross begeistert noch immer

Konzertimpression Konzert Bryan Adams Hallenstadion Zürich 5.2.2022
Konzertimpression Konzert Bryan Adams Hallenstadion Zürich 5.2.2022

Lange Schlangen vor den Eingängen, da ja die Covid Zertifikate überprüft wurden, versprachen ein volles Haus. Die Leute waren aber sehr diszipliniert, es wurde nicht gedrängelt und auch mit der Makentragpflicht im Innenbereich arrangierte man sich (wie im ÖV die einen mehr, die andern weniger).

Schlussendlich war das Konzert dann doch nicht ganz ausverkauft, wagten sich doch vor allem etwas ältere Konzertgänger, noch nicht ins Getümmel, das, da nur Sitzplätze, nicht mal eines war, zu stürzen. Es war denn auch ein jüngeres Publikum, das den kanadischen Weltenbürger, wenn auch mit 20minütiger Verspätung, mit grossem Applaus und Gejohle willkommen hiess.

Von der Energie, der Performance die den Kanadier noch immer auszeichnet, könnte sich mancher YouTube Star ein grosses Stück einverleiben und statt den heute leider gängigen Playbackauftritten mit vielen zugespielten Videotrailern, auch 100 Prozent live performen.

Adams hat schon zwei Covid Infektionen durchgemacht

Konzertimpression Konzert Bryan Adams Hallenstadion Zürich 5.2.2022
Konzertimpression Konzert Bryan Adams Hallenstadion Zürich 5.2.2022

Der überzeugte, aber nicht sektiererische Veganer, hat  einen schon fast unglaublichen Drive drauf und ist, trotz seinen 62 Jahren,  immer noch in bester körperlicher Verfassung. Umso bemerkenswerter, hatte Bryan Adams sich doch bereits zwei Mal mit Corona nfiziert und das innerhalb kürzester Zeit.

Schon beim ersten Song «Kick ass» hörbar, die Arrangements sind rockiger geworden, er will offensichtlich vom Softrocker Weichspüler Image weg, sich etwas anders positionieren, die Gitarrenriffs knapper, härter und, ja, halt auch etwas lauter, was vor allem den jüngeren Fans sehr zusagte, die sehr rasch aufstanden und mitrockten, gute Stimmung also von Beginn weg.

Zukünftiger Konkurrent der etablierten Hardrock Bands?

Konzertimpression Konzert Bryan Adams Hallenstadion Zürich 5.2.2022
Konzertimpression Konzert Bryan Adams Hallenstadion Zürich 5.2.2022

Wenn er so weiter macht, wird er im Rentenalter vielleicht noch zum Hardrocker und zum direkten Konkurrenten  von «Metallica», »Iron Maiden», «Black Sabbath* usw. Adams und seine Mitmusiker performten ohne Pausen zwischen den einzelnen Songs und bereits der vierte «Shine a light» war wieder ein richtiger Kracher, bevor nach vier weiteren mit «Woman» die erste seiner Balladen kam, worauf er mit «You belong to me» wieder Vollgas gab, immer unterstützt von seinen hervorragenden Mitmusikern von denen der Leadgitarrist grossartige Improvisationen darreichte.

 

 

 

Trotz allem bleiben seine Balladen die Highlights der Performance

Konzertimpression Konzert Bryan Adams Hallenstadion Zürich 5.2.2022
Konzertimpression Konzert Bryan Adams Hallenstadion Zürich 5.2.2022

«Everything I do» entzückt die Fans und wenn er dann «Please forgive me» hinhaucht, ist die ganze Damenwelt hin und weg. Zwischendurch aber platziert er geschickt die knallig arrangierten schnellen Nummern, scherzt auch mal mit dem Publikum, vom «Good evening Zürich» bis «You are the best audience ever» usw. wie sich das eben gehört.

 

 

 

 

 

 

Das Publikum geht begeistert mit

Konzertimpression Konzert Bryan Adams Hallenstadion Zürich 5.2.2022
Konzertimpression Konzert Bryan Adams Hallenstadion Zürich 5.2.2022

Das Auditorium geht begeistert mit, meist stehend und tanzend, mit dem Handy fotografierend und gar mitsingend. Wie immer bei Bryan Adams, der nette Nachbar von nebenan, ein «feel good», Friede Freude Eierkuchen Konzert, gradlinig, ohne Ecken und Kanten für jeden etwas, wenn auch etwas rockiger als gewohnt, aber nicht so, dass es seine ewigen Fans abschrecken würde.

Der kanadische Musiker, der sich inzwischen auch weltweite Anerkennung  als Photograph geniesst, unterhält das «Konzert ausgehungerte» Publikum aufs Beste, auch mit den kurzen Anekdoten, die er ab und zu einstreut. Bryan Adams, wie man ihn kennt und liebt gewährte noch zwei Zugaben, umjubelt vom begeisterten Publikum, das dann, sichtlich zufrieden, den «Wädlitempel» verliess und sich auf den Heimweg begab.

Kleiner Trailer der Konzertes:

www.youtube.com/watch?v=m3Psc5GyKBE

www.youtube.com/watch?v=0so9Meza7q0

Text: Léonard Wüst www.leonardwuest.ch

Fotos:

https://www.bryanadams.com/

http://www.abc-production.ch/index,   und Léonard Wüst

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