Kompetenzen für die digitale Arbeitswelt stärken
BIBB und Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg schließen
Kooperationsvereinbarung
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und die Helmut-Schmidt-
Universität (HSU) in Hamburg haben eine Kooperationsvereinbarung
unterzeichnet, um gemeinsam kompetenzorientierte Bildungskonzepte für eine
zunehmend digitalisierte Arbeitswelt zu entwickeln. Das BIBB und die HSU
arbeiten im Rahmen des Projekts „Kompetenzen für die digitale Arbeitswelt
(KoDiA) – Ertüchtigung zur Digitalisierung“ eng zusammen.
Mit der finalen Unterzeichnung gaben BIBB-Präsident Prof. Dr. Friedrich
Hubert Esser und Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann den
offiziellen Startschuss für eine mindestens dreijährige Zusammenarbeit.
Ziel ist es, die Forschung und Lehre im Bereich der notwendigen
Kompetenzen zur Teilhabe an der digitalen Arbeitswelt zu stärken.
Viele Menschen sehen in der fortlaufenden Digitalisierung die Gefahr, dass
es ihre Berufe und Arbeitsplätze in der jetzigen Form bald nicht mehr
geben könnte und bangen um ihre Zukunft. Ihre Fähigkeiten und ihr
Erfahrungsschatz könnten für den zukünftigen Arbeitsmarkt nicht
ausreichen, wenn sie das Arbeiten und das Einbringen ihrer Rechte als
Bürgerinnen und Bürger in der digitalen Welt nicht angemessen erlernt
haben.
Bei diesen Herausforderungen soll das Projekt „KoDiA – Ertüchtigung zur
Digitalisierung“ die Bürger und Bürgerinnen unterstützen. Es wird an der
HSU vom Zentrum für technologiegestützte Bildung (ZtB) gemeinsam mit dem
BIBB durchgeführt. Das Projekt ist Teil des „Zentrums für
Digitalisierungs- und Technologieforschung der Bundeswehr“ (dtec.bw) und
wird von beiden Universitäten der Bundeswehr in Hamburg und München als
gemeinsames wissenschaftliches Zentrum getragen und aus Mitteln des
Konjunkturprogramms der Bundesregierung zur Überwindung der COVID-19-Krise
finanziert.
Dabei entstehen Bildungsangebote mit einem sogenannten „Dual-Use“, einem
doppelten Verwendungszweck, da sie einen Nutzen sowohl für das
Bildungssystem als auch für die Bundeswehr haben werden.
„Mit dem neuen Projekt erreicht die langjährige und erfolgreiche
Zusammenarbeit des BIBB mit der Universität der Bundeswehr in Hamburg eine
neue Dimension“, betont BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser. „Die
Arbeitswelt unterliegt derzeit einer sehr dynamischen Entwicklung. Die
Digitalisierung verändert Berufe und die Qualifikationsanforderungen an
die Beschäftigten. Das gemeinsame Projekt will durch entsprechende
Forschungsarbeiten einen Beitrag dazu leisten, den Kompetenzerwerb der
Beschäftigten für eine digitale Arbeitswelt nachhaltig zu unterstützen.“
„Das Bundesinstitut für Berufsbildung als anerkanntes Kompetenzzentrum zur
Erforschung und Weiterentwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung
in Deutschland ergänzt in vorzüglicher Weise die Expertise in der Berufs-
und Arbeitspädagogik der Helmut-Schmidt-Universität. Das BIBB ist die
ideale Partnereinrichtung, wenn es um die Bewältigung der
Herausforderungen des technologischen Wandels für die Arbeitswelt geht“,
betont Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann.
BIBB-Forschungsdirektor Prof. Dr. Hubert Ertl erklärt: „Durch die
Zusammenarbeit mit der Helmut-Schmidt-Universität ergeben sich für das
BIBB neue Möglichkeiten für eine zukunftsorientierte Auseinandersetzung
mit dem Thema Digitalisierung in der Berufsbildung. In unserer gemeinsamen
Forschung wird zwar die Metropolregion Hamburg im Mittelpunkt stehen,
gleichzeitig wird aber immer auch die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf
das gesamte Bundesgebiet eine wichtige Rolle spielen.“
„Ein doppelter Nutzen des Projektes für Gesellschaft und Bundeswehr
zeichnet sich bereits ab, so profitieren von den Erkenntnissen aus dieser
Kooperation sowohl die Bundeswehr als auch die deutsche Berufsbildung“,
ergänzt Prof. Dr. Eva-Maria Kern, wissenschaftliche Leiterin und
Sprecherin des dtec.bw.
Generalleutnant Michael Vetter, Ressort-CIO und Leiter der Abteilung
„Cyber- und Informationstechnik“ im Bundesministerium der Verteidigung,
betont, dass „Digitalisierung nicht ausschließlich technische Aspekte,
sondern auch weitreichende Auswirkungen auf das Personal, dessen
erforderliche Kompetenzen und Arbeitsweisen hat“. Er sieht in der
Kooperation ein „weiteres positives und ermutigendes Beispiel für die
Vernetzung wichtiger Akteure, um den digitalen Fortschritt unseres Landes
gemeinschaftlich erfolgreich zu gestalten.“
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