Bundesamt für Strahlenschutz erhält Radon-Daten für die Forschung
Datengrundlage für die Abschätzung der Radon-Situation in Deutschland wird
verbessert
Um die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu schützen, müssen
Arbeitgeber*innen in Radon-Vorsorgegebieten die Radon-Konzentration an
bestimmten Arbeitsplätzen messen und gegebenenfalls gegen erhöhte Radon-
Werte vorgehen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) kann die
anonymisierten Ergebnisse dieser Messungen künftig zu Forschungszwecken
nutzen, um weitere Erkenntnisse für den Schutz vor Radon zu gewinnen.
Grundlage dafür ist eine Neuregelung in der Strahlenschutzverordnung.
Radon erhöht Lungenkrebs-Risiko
Radon ist ein radioaktives Gas, das überall in Deutschland im Boden
entsteht – je nach Standort in unterschiedlichen Mengen. Über Poren,
Spalten und Risse kann es in Gebäude gelangen und sich dort in der
Raumluft ansammeln. Atmet man Radon über längere Zeit ein, steigt das
Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.
In Radon-Vorsorgegebieten wird der Referenzwert zum Schutz vor Radon in
Gebäuden überdurchschnittlich häufig überschritten. Dort gelten besondere
Anforderungen an den Schutz vor Radon. Unter anderem müssen
Arbeitgeber*innen die Radon-Konzentration an Arbeitsplätzen in Erd- und
Kellergeschossen mit einem qualitätsgesicherten Messverfahren ermitteln
lassen und die Messergebnisse nach einheitlichen Vorgaben dokumentieren.
Schutz vor Radon verbessern
„Das Bundesamt für Strahlenschutz setzt sich seit langem für den Schutz
vor Radon an Arbeitsplätzen und in Wohnungen ein und forscht zu
unterschiedlichen Aspekten – etwa zu erhöhten Radon-Vorkommen, zum
Gesundheitsrisiko oder zu Minderungsmöglichkeiten“, erläutert BfS-
Präsidentin Inge Paulini. „Die Ergebnisse der Radon-Messungen an
Arbeitsplätzen werden unsere Datengrundlage erheblich erweitern.“
„Die neuen Daten können dazu beitragen, unser Bild über die Radon-
Situation in Deutschland zu verbessern. Über die Zeit werden sich
Entwicklungen erkennen lassen. Wir werden sehen können, wie gut die
Regelungen für Arbeitsplätze in den Radon-Vorsorgegebieten wirken“,
schildert Paulini die Perspektive. „Vor allem erhoffen wir uns aus der
Auswertung der Daten Erkenntnisse, um Vorschläge für verbesserte
Schutzmaßnahmen und für die Weiterentwicklung der Regelungen zum Schutz
vor Radon zu machen.“
BfS nimmt Daten von anerkannten Radon-Messstellen elektronisch entgegen
Für Arbeitgeber*innen entsteht durch diese zusätzliche Nutzung der Radon-
Messdaten kein Aufwand. Die Datenübermittelung übernehmen die sogenannten
anerkannten Stellen – das sind die Dienstleister, die die Radon-Messungen
an Arbeitsplätzen qualitätsgesichert durchführen. Damit sie die Radon-
Messdaten schnell, standardisiert und anonymisiert an das BfS überspielen
können, hat das BfS ein elektronisches Datenübermittlungsportal
eingerichtet.
Messdaten werden anonym übermittelt
Aus welchem Betrieb ein Messergebnis stammt, erfährt das BfS nicht. Alle
Messdaten werden vor der Übermittlung an das BfS anonymisiert. Das BfS
erhält ausschließlich Daten, die für eine spätere wissenschaftliche
Auswertung erforderlich sind. Dazu gehören neben Dauer und Ergebnis der
Messungen das Stockwerk, in dem gemessen wurde, sowie Geokoordinaten, die
die Messungen regional zuordnen. Rückschlüsse auf einen konkreten Betrieb
sind grundsätzlich nicht möglich. Welche Daten im Einzelnen übermittelt
werden, ist in der Strahlenschutzverordnung festgeschrieben.
Anerkannte Stellen erhalten vom BfS die Zugangsdaten zum elektronischen
Datenübermittlungsportal.
Bundesamt für Strahlenschutz
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) arbeitet für den Schutz des
Menschen und der Umwelt vor Schäden durch Strahlung. Das BfS informiert
die Bevölkerung und berät die Bundesregierung in allen Fragen des
Strahlenschutzes. Die über 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewerten
Strahlenrisiken, überwachen die Umweltradioaktivität, unterstützen aktiv
im radiologischen Notfallschutz und nehmen hoheitliche Aufgaben wahr,
darunter im medizinischen und beruflichen Strahlenschutz. Ultraviolette
Strahlung und strahlenrelevante Aspekte der Digitalisierung und
Energiewende sind weitere Arbeitsfelder. Als wissenschaftlich-technische
Bundesoberbehörde betreibt das BfS Forschung und ist mit nationalen und
internationalen Fachleuten vernetzt. Weitere Informationen unter
www.bfs.de.
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