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Transformation gestalten: Workbook bietet Methodenmix für Denkansätze und Konzepte der Kreislaufwirtschaft

Wie gelingt Transformation und welche Formen der Zusammenarbeit
unterstützen einen solchen Wandel? Mit diesen Fragen haben sich die
Professorinnen Dr. Isabell Osann und Dr. Henrike Mattheis der Fakultät BWL
an der Hochschule Biberach (HBC) befasst. Entstanden ist das „Workbook
Kreislaufwirtschaft. Innovationen entwickeln – Transformation gestalten“ ,
mit dem die Autorinnen ihrer Leserschaft ganz konkrete Methoden an die
Hand geben, wie Unternehmen und andere Arbeitsbereiche Raum für
Kreativität und Innovationsfindung schaffen können und vor allem: mit
welchen Denkansätzen und Konzepten man Chanceprozesse strukturiert und
steuert.

Das Workbook entstand parallel zu einem Changemaker-Seminar, das die
beiden Professorinnen an der Hochschule Biberach anbieten, um – wie sie es
formulieren –„Agenten des Wandels auszubilden“. Denn Akteure, die die
Herausforderungen der Welt im Wandel angehen und lösen wollen, benötigen
Zukunftskompetenzen, so Mattheis. Unter diesen Future Skills verstehen sie
und ihre Kollegin unternehmerisches Denken, Problemlösungsfähigkeit und
Ambiguitätstoleranz, also die Fähigkeit mit Unsicherheiten umgehen zu
können. „Das Seminar beruht auf theoretischen Grundlagen, die sich aus
innovativen Methoden speisen, die zum Beispiel am renommierten
Massachusetts Institute of Technology (MIT) im amerikanischen Cambridge
entwickelt wurden“, erläutert Isabell Osann, die Management und
Organisation lehrt und das Design Thinking Labor an der Hochschule
Biberach aufgebaut hat. Henrike Mattheis ist Professorin für Grundlagen
des Rechts sowie Didaktikbeauftragte der HBC. Beide vermitteln sie
Methoden des Design Thinkings ebenso wie der Theory U von Otto Scharmer
oder dem Systemdenken nach Peter Senge, etwa im genannten Changemaker-
Seminar, das sie als interdisziplinäres Angebot für Studierende aus allen
Studiengängen und allen Studienphasen angelegt haben.

In der Vorbereitung des neuartigen Formats hatten die Professorinnen
vergeblich nach geeignetem Material recherchiert, das ihnen als Grundlage
hätte dienen können. Sie erkannten die Lücke – und nahmen die
Herausforderung an, sie zu schließen und einen eigenen Methodenkoffer zu
entwickeln. Im Hanser Verlag fand Isabell Osann erneut einen Partner für
die Publikation, denn bereits ihre Bücher „Service Learning“, „Design
Thinking Navigator“ und „Design Thinking Schnellstart“ sind dort
erschienen und letzteres bereits in zweiter Auflage veröffentlicht worden.

Wesentlich für das Gelingen des Vorhabens war zudem die Entscheidung, das
Workbook am Beispiel eines konkreten Themas aufzuzeigen, das eine
besondere gesellschaftliche und unternehmerische Relevanz aufweist: die
Kreislaufwirtschaft. „Unsere Art zu wirtschaften hat keine Zukunft“,
bringen es Autorinnen in der Einleitung zu ihrem Buch auf den Punkt: „Wir
verbrauchen zu viele Ressourcen, vernichten zu viel Lebensraum und
verursachen zu hohe CO2-Emissionen“. Klassische Geschäftsmodelle
berücksichtigen dies nicht; sie sind linear aufgebaut und betrachten
lediglich den eigenen Einflussbereich. „Silo-Strategien“ nennen Osann und
Mattheis diese Denkweise. In der Zukunft jedoch bedarf es weiter gefasster
Systeme, die tatsächlich nachhaltige Wertschöpfung abbilden. Hier setzt
die Kreislaufwirtschaft an, indem zirkuläre Wertschöpfungsketten
geschaffen werden. Eine Herangehensweise, der sich auch die Hochschule
Biberach verschrieben hat. Bereits heute befasst sie sich in Forschung und
Transfer mit Fragestellungen zu nachhaltigen Prozessen im Bauwesen ebenso
wie in der Biotechnologie. Diesen Schwerpunkt will die HBC weiter ausbauen
und sich zu einer transformativen Hochschule für Bioökonomie entwickeln.

Dass sie mit ihrem Workbook einen Nerv der Zeit treffen, nahmen Isabell
Osann und Henrike Mattheis schon in der Erarbeitung wahr. „Bei
Unternehmen, in Behörden und in der Wissenschaft besteht eine große
Nachfrage nach konkreten Hilfestellungen für Transformationsprozesse“,
sagt Isabell Osann. Die Pandemie habe diesen Bedarf in vielen Bereichen
noch verstärkt. „Mit dem Buch geben wir unser Wissen und unsere
Erfahrungen weiter und schaffen so ein Bewusstsein für die strukturierte
Gestaltung von Transformationsprozessen“, sagt Henrike Mattheis und
Isabell Osann fügt hinzu: „Changemaking ist in erster Linie eine Haltung“.

„Workbook Kreislaufwirtschaft. Innovationen entwickeln - Transformation
gestalten. Mit Methoden, Tools und Checklisten“. In Zusammenarbeit mit Ida
Mayer (Grafik) und René Götzenbrugger (Circular-Design-Expertise).
ISBN 978-3-446-47051-4.
Erhältlich auch als E-Book

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Historische Zeitungen online: Bayerische Staatsbibliothek baut ihr Zeitungsportal digiPress auf 8,2 Mio. Seiten aus

Die Bayerische Staatsbibliothek erweitert erneut ihr digitales Angebot:
Mit der Bereitstellung von weiteren mehr als 361.000 Zeitungsseiten sind
nun insgesamt rund 8,2 Millionen Zeitungsseiten in digiPress aufrufbar. Im
Portal digiPress werden alle digitalisierten historischen Zeitungen
unterschiedlichster Regionen und Sprachen vom 17. bis ins 20. Jahrhundert
aus dem Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek mit einer Fülle an
Funktionalitäten zentral präsentiert.

In Umfang und Service ist digiPress derzeit das mit weitem Abstand größte
kulturelle und wis-senschaftliche Angebot dieser Art in Deutschland. Mit
der für Frühjahr 2022 geplanten Bereitstellung von rund 33.000 Ausgaben
der Münchner Neuesten Nachrichten von 1875 bis 1932 wird das Portal eine
weitere zentrale historische Quelle präsentieren und auf circa 8,5
Millionen Seiten anwachsen.

Sämtliche Titel sind einzeln oder übergreifend im Volltext durchsuchbar.
Die Suchergebnisse können nach Titel, Sprache, Erscheinungszeitraum und
Erscheinungsort gefiltert werden. Neben der Volltextsuche ermöglicht eine
Kalenderübersicht einen datumsorientierten, titelübergreifenden Einstieg
für das Blättern in den Ausgaben. Die Titel sind zudem alphabetisch sowie
nach Verbreitungsort sortierbar. Die Digitalisate lassen sich komfortabel
und stufenlos vergrößern und sind so besonders gut lesbar. Dies ist auf
den Einsatz des so genannten IIIF-Standards (International Image
Interoperability Framework) zurückzuführen. IIIF ist heute der Maßstab für
die Visualisierung, die Strukturierung und den Austausch digitaler Objekte
zwischen Kulturinstitutionen aus aller Welt.

Die in digiPress präsentierten digitalisierten Zeitungen reichen vom 17.
Jahrhundert bis vorwiegend in die 1920er Jahre. Schwerpunkt der in
digiPress präsentierten Digitalisate sind bayerische Zeitungen ab dem 17.
Jahrhundert, einzigartige Titel wie Revolutionszeitungen aller politischen
Richtungen (1848/49), Parteizeitungen unterschiedlichster Couleur,
Verbands- und Vereinszeitungen sowie humoristisch-satirische Blätter.
Zahlreiche der in digiPress verfügbaren Zeitungen sind von überregionaler
Bedeutung, wie z. B. die Allgemeine Zeitung/Cotta’sche Zeitung oder ab
Frühjahr 2022 die Münchner Neuesten Nachrichten.

Generaldirektor Klaus Ceynowa: „Zeitungen sind der „Sekundenzeiger der
Geschichte“ und damit von hohem Interesse sowohl für die Wissenschaft wie
auch allgemein für die interessierte Öffentlichkeit. Das Zeitungsportal
digiPress ist ein Paradebeispiel dafür, wie digitalisierte Bestände
schnell, unkompliziert und effizient durchsucht und die Ergebnisse von
jedem Bürger genutzt werden können.“

Über die Bayerische Staatsbibliothek
Die Bayerische Staatsbibliothek, gegründet 1558 durch Herzog Albrecht V.,
ist mit rund 34,5 Millionen Medieneinheiten die größte wissenschaftliche
Universalbibliothek Deutschlands und eine der international bedeutendsten
Forschungsbibliotheken. Mit rund 2,7 Millionen digitalisierten Werken
verfügt die Bayerische Staatsbibliothek über den größten digitalen
Datenbe-stand aller deutschen Bibliotheken. Die Bibliothek bietet
vielfältige Dienste im Bereich innovativer digitaler Nutzungsszenarien an.

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Familie, Kindheit, Jugend 2030

Die neue Ausgabe des Forschungsmagazins DJI Impulse berichtet über
zentrale Herausforderungen bis 2030, um jungen Menschen und ihren Familien
eine lebenswerte Zukunft zu eröffnen

Megatrends wie Globalisierung, demografischer Wandel, Migration und
Digitalisierung, aber auch Krisen wie die Coronapandemie beeinflussen das
gesellschaftliche Zusammenleben tiefgreifend. Für Familien, Kinder und
Jugendliche gehen diese Entwicklungen mit Chancen, aber auch mit
Herausforderungen einher. Vor diesem Hintergrund wirft das
Forschungsmagazin DJI Impulse in der neu erschienenen Sonderausgabe einen
Blick in die Zukunft bis 2030 und geht der Frage nach, welche
Unterstützung junge Menschen und ihre Familien angesichts der aktuellen
und bereits absehbaren gesellschaftlichen Entwicklungen benötigen.

Lebensbedingungen werden nicht nur vielfältiger, sondern auch ungleicher

„Die Pandemie traf auf eine Gesellschaft inmitten vielfältiger
Wandlungsprozesse, die im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte die
Lebensbedingungen von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien markant
verändert haben“, schreibt die neue Direktorin des Deutschen
Jugendinstituts (DJI), Prof. Dr. Sabine Walper, in ihrer einführenden
Analyse. In diesen Entwicklungen zeichneten sich bereits zentrale
gesellschaftliche Herausforderungen des kommenden Jahrzehnts ab, wie etwa
die notwendige Anpassung von Gesetzen und Unterstützungssystemen für
Familien.

Anhand differenzierter Forschungsdaten zeigen die leitenden
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DJI und des
Forschungsverbunds DJI/TU Dortmund im aktuellen Schwerpunkt mit dem Titel
„Familie, Kindheit, Jugend 2030“ unter anderem auf, dass die
Lebensbedingungen von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien nicht nur
vielfältiger geworden sind, sondern auch ungleicher. Diese sozialen
Disparitäten offenbaren sich demnach besonders deutlich bei den
gewachsenen Bevölkerungsanteilen mit Migrationsgeschichte.
Erwerbsintegration von Eltern und ganz besonders die Bildungsintegration
ihrer Kinder nennen die Autorinnen und Autoren als zentrale Stellschrauben
für mehr Chancengerechtigkeit in Deutschland und analysieren die damit
verbundenen Zukunftsherausforderungen, wie beispielsweise den Ausbau der
Frühen Bildung und den damit verbundenen Fachkräftebedarf bis 2030.

„Der Bund muss dauerhaft in die Finanzierung von Bildung einsteigen“

„Bildung ist das Startkapital für die Zeit nach Corona“, betont auch der
scheidende DJI-Direktor Prof. Dr. Thomas Rauschenbach in seinem Gespräch
mit DJI Impulse über die Bildung der Zukunft. Da sich das Aufwachsen von
Kindern und Jugendlichen fundamental verändert habe, und öffentliche
Institutionen eine deutlich bedeutendere Rolle dabei spielten, müsse der
Bund dauerhaft in die Finanzierung von Bildung einsteigen, fordert er. In
der aktuellen Sonderausgabe wird der fast 20 Jahre lang amtierende DJI-
Direktor zudem in einem Porträt und in der Rubrik „Mein Rauschenbach-
Moment“ gewürdigt.

Das Forschungsmagazin DJI Impulse berichtet allgemein verständlich über
die wissenschaftliche Arbeit am DJI, einem der größten
sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitute in Deutschland. Regelmäßig
informieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über relevante Themen
aus den Bereichen Kindheit, Jugend, Familie und Bildung.

Die aktuelle Sonderausgabe von DJI Impulse kann kostenlos bestellt und
heruntergeladen werden, auch ein Abonnement des Forschungsmagazins ist
möglich: www.dji.de/impulse

Das Impulse-Titelthema gibt es auch als Online-Schwerpunkt mit
zusätzlichen Berichten und Interviews: www.dji.de/gesellschaft2030

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Pflege durch Digitalisierung und Bildung verbessern - BIBB legt Forschungsprogramm zur Pflege auf

Die Bundesregierung unterstützt die Pflege mit vielen Maßnahmen, um
Pflegeberufe attraktiver zu gestalten. Ziel ist es, die
Versorgungssicherheit, Selbstbestimmung und Autonomie der zu pflegenden
Menschen zu fördern und den Arbeitsalltag von Pflegekräften zu verbessern.
Digitalisierung kann dies befördern, wenn notwendige Kompetenzen bei
beruflich Pflegenden in Aus-, Fort- und Weiterbildung systematisch
aufgebaut und regelmäßig aktualisiert werden. Aber werden digitale
Technologien in der Pflegeausbildung auch akzeptiert?

Eine Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigt, dass
die Mehrheit der Lehrenden digitale Medien auch nach der Pandemie
dauerhaft als Arbeitsform einsetzen wollen. Hierzu gehören zum Beispiel
Videos, Online-Tutorials, Lern-Apps oder Programme für kreatives Arbeiten.
Hemmnisse werden vor allem in einer noch fehlenden professionellen
Betreuung der digitalen Infrastruktur in den Pflegeschulen gesehen. Die
BIBB-Erhebung erfolgte online im Frühjahr 2021, insgesamt 430 Lehrende aus
179 Schulen nahmen teil. Erhoben wurden unter anderem soziodemografische
Daten und Angaben zur technischen Ausstattung der Schulen beziehungsweise
im Homeoffice sowie zu deren Einsatz bei der Unterrichtsgestaltung. Zudem
wurden die Teilnehmenden nach ihrer Einschätzung zur Qualität der
verfügbaren Lehrmethoden und -medien befragt. Lehrende benötigen demnach
nicht nur digitale Kompetenzen, um das Angebot nutzen zu können, es bedarf
auch eines breit angelegten Diskurses über die Herausforderungen und
Potenziale einer digital-gestützten Lehre.

BIBB-Forschungsdirektor Prof. Dr. Hubert Ertl ist davon überzeugt, dass
die Digitalisierung in der Pflege und Pflegebildung weiter an Bedeutung
gewinnen wird: "Digitalisierung wird die Pflege sowohl in der Bildung als
auch in der Versorgung nachhaltig verändern. Das BIBB hat daher ein
Forschungsprogramm zur Pflegebildung und zum Pflegeberuf entwickelt.
Darüber werden wir Projekte, die aufbauend auf einem professionellen
Pflegeverständnis konzipiert sind, an der Schnittstelle Bildung,
Versorgung und Digitalisierung ausschreiben."

Wie sich die Digitalisierung auf die Pflege und die Ausbildung auswirkt,
wird auch auf der heute beginnenden, zweitägigen Veranstaltung der
Arbeitsgemeinschaft Berufsbildungs­forschungsnetz (AG BFN)
"Digitalisierung in den Gesundheitsberufen" erörtert. Im Mittel­punkt
stehen drei Themenschwerpunkte:

- Digitalität in pflege- und gesundheitsberuflichen Handlungsfeldern
- Professionalisierung des Bildungspersonals im Kontext der
Gesundheitsberufe und
- digital gestützte Lehr-Lernszenarien in den Gesundheitsberufen.

Die Tagung wird neben wissenschaftlichen Erkenntnissen auch Erfahrungen
aus der Praxis aufgreifen und weiterführende Impulse für die Forschung,
die Bildungspraxis und die Politik geben. Die Veranstaltung wird durch die
Westfälische Wilhelms-Universität Münster in Kooperation mit dem BIBB und
der Hochschule Esslingen organisiert und findet in virtueller Form statt.

Weitere Informationen:

- zur BIBB-Untersuchung unter
<https://www.bibb.de/dokumente/pdf/ab26_praesentation_digitales_lehren_in_der_pflege.pdf>
- zum BIBB-Forschungsprogramm unter <www.bibb.de/de/135917.php>
- zur AG BFN-Veranstaltung unter  <https://www.agbfn.de/de
/agbfn_veranstaltungdigitalisierung-in-den-gesundheitsberufen-94619.php>

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