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Umfangreiche Förderung: Über 100 Studierende der HMTM mit Stipendien ausgezeichnet

Im Rahmen eines festlichen Stipendienabends am Donnerstag, den 16. Mai
2024 wurden über 100 Studierende der Hochschule für Musik und Theater
München (HMTM) mit verschiedenen Stipendien ausgezeichnet. Dabei wurden
neben den Deutschlandstipendien auch die Stipendien der Orlandus Lassus
Stiftung, der Wölfel-Stiftung, der Stiftung Offene Chancen, des Deutschen
Bühnenvereins sowie die Promotionsstipendien vergeben.

Prof. Lydia Grün, Präsidentin der HMTM: »Die Stipendien sind für unsere
Studierenden eine elementar wichtige Unterstützung, gerade in einer Stadt
wie München mit extrem hohen Lebenshaltungskosten. Besonders freut es
mich, dass die Stipendien auch das gesellschaftliche Engagement unserer
Studierenden auszeichnen. Wir sind allen Förderinnen und Förderern sowie
den verschiedenen Stiftungen sehr dankbar für ihr umfassendes Engagement
und ihre finanzielle Unterstützung. Dieses Engagement möchten wir erhalten
und ausbauen. Jede Unterstützung ist daher herzlich willkommen.«

Das von den Studierenden gestaltete Programm des Abends rückte die
Stipendiatinnen und Stipendiaten, Stifterinnen und Stifter sowie
Förderinnen und Förderer in den Fokus. Neben vielseitigen musikalischen
Beiträgen gab es auch Kurzinterviews mit Studierenden, die den geladenen
Gästen Einblicke in die künstlerische und soziale Arbeit der jungen
Künstlerinnen und Künstler gaben.

Weitere Informationen zu Stipendien und Förderungen für unsere
Studierenden: https://hmtm.de/beratung-und-hilfe/stipendien-und-
foerderungen/
https://hmtm.de

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"Doppebock auf Museum - Das Fördergerüst in Bewegung": Neue Sonderausstellung im Deutschen Bergbau-Museum Bochum

Volles Haus zur Eröffnungsfeier der neuen Sonderausstellung des Deutschen
Bergbau-Museum Bochum, dem Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen. Die
neue Ausstellung „Doppelbock auf Museum“ beschäftigt sich mit dem derzeit
in Sanierung befindlichen größten Museumsobjekt, dem Doppelbock-
Fördergerüst der Zeche Germania.

Das Fördergerüst ist das markanteste Bauwerk eines Bergwerks und erfüllt
eine unverzichtbare Funktion im Bergbau: Es sorgt für Mobilität und
Bewegung. Im Gerüst verbaute Seilscheiben tragen das Förderseil, das von
der ebenerdigen Fördermaschine in den Schacht verläuft. Am Förderseil
befestigte Körbe oder Wagen befördern Material, Personal oder Ausrüstung
zwischen der Oberfläche und der Welt unter Tage. In ehemaligen
Industrieregionen sind Fördergerüste heutzutage landschaftsprägend und
dienen als Landmarken oder Identifikationsobjekte. Allein im Ruhrgebiet
standen ehemals knapp eintausend Fördergerüste – diese Anzahl ist
mittlerweile deutlich geschrumpft.

Das bedeutendste dieser Fördergerüste aus dem Ruhrgebiet ist seit 1974 das
größte Objekt des Deutschen Bergbau-Museums Bochum. Mit über 70 Metern
Höhe und einem Gewicht von 650 Tonnen ist es zugleich unübersehbares
Wahrzeichen der Stadt Bochum. Ursprünglich stand das von Fritz Schupp und
Martin Kremmer entwickelte Fördergerüst von 1944 an auf Zeche Germania in
Dortmund Marten. Die Zeche wurde am 14. Mai 1971 stillgelegt. Auf den Tag
genau 53 Jahre später wird eine Sonderausstellung zu diesem einstmals
größten Fördergerüst der Welt eröffnet.

In ungewöhnlicher, moderner Baustellenoptik präsentiert die neue
Sonderausstellung spannende Exponate aus verschiedenen Jahrzehnten und
macht die Historie des Fördergerüstes an zahlreichen interaktiven
Stationen erlebbar. Die ‚Hördusche‘ mit originalen Tonaufnahmen ist ebenso
Bestandteil des sinnlichen Erlebnisses wie eine Installation mit
originalgetreuen Gerüchen einer Seilfahrt unter Tage. Außerdem wird das
Fördergerüst zu verschiedensten Forschungsaspekten der Bergbaugeschichte
in Bezug gesetzt, beispielweise wenn es um die Entdeckung der
Industriekultur sowie um Konservierungs- und Restaurierungsfragen geht. So
können Besuchende Drohnen steuern und das Fördergerüst von Rost befreien.

Anlass für die Ausstellung ist unter anderem die am 28. Januar 2024
begonnene Sanierung des Fördergerüsts, das noch das ganze Jahr hinter
einer staubdichten Plane versteckt bleibt.
Prof. Dr. Sunhild Kleingärtner, Wissenschaftliche Direktorin des Deutschen
Bergbau-Museums Bochum, betont die Notwendigkeit zum Erhalt des
Doppelbock-Fördergerüsts: „Unser Fördergerüst ist Zeuge bewegter Zeiten.
Es hat in den Nachkriegsjahren am industriellen Wachstum unseres Landes
mitgewirkt, es hat den Steinkohlenausstieg überdauert und es hat den
Wandel Bochums von der Industriestadt hin zu einer Wissenschaftsstadt
erlebt. Heute steht das Fördergerüst über einem Leibniz-Forschungsmuseum
für Georessourcen, und fasziniert bis heute Jung und Alt. Es steht
stadtbildprägend für Vergangenheit und Zukunft gleichermaßen. Wir laden
alle ein, diese weltweit einzigartige Sonderausstellung zu besuchen und in
die Baustelle „Doppelbock“ einzutauchen.

Hintergrund:
Die Sonderausstellung ‚Doppelbock auf Museum‘ wird vom 15. Mai 2024 bis
zum 18. Mai 2025 im Sonderausstellungsbau (DBM+) des Deutschen Bergbau-
Museums Bochum gezeigt. Der Eintritt zur Sonderausstellung ist im
regulären Eintrittspreis inbegriffen. Der Eintritt für den
ausschließlichen Besuch der Sonderausstellung beträgt 6 EUR (ermäßigt 4
EUR).

Die neue Ausstellung wird finanziell großzügig von der RAG-Stiftung
unterstützt und bietet neben einem 270-Grad-Panoramablick über Bochum auch
spezielle Angebote für Kinder, die bereits die jüngsten Besuchenden an das
Fördergerüst und die Arbeit des Forschungsmuseums heranführen. Zu den
weiteren Unterstützern zählt die Vereinigung der Freunde des Deutschen
Bergbau-Museums Bochum e.V. mit ihren Spenderinnen und Spendern.

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Bio-CNG-Tankstelle im Realversuch des RES4LIVE-Projekts demonstriert Möglichkeiten einer fossilfreien Landwirtschaft

Die Aufbereitung betriebseigenen Biogases zu Biomethan/Bio-CNG bietet
großes bioökonomisches Potenzial, um in der Landwirtschaft fossile
Energieträger, wie Diesel oder Erdgas, vollständig zu ersetzen. Im Rahmen
des EU-Projektes RES4LIVE (Energy Smart Livestock Farming towards Zero
Fossil Fuel Consumption) wurde nun erstmals eine Pilotanlage zur
Aufbereitung von Biogas zu Biomethan/CNG und zur Betankung von
Serientraktoren mit Methanantrieb konzipiert, die dezentral und autark auf
einem Betrieb genutzt werden kann. Diese Errungenschaft wird nun auf der
European Commission's Innovation Radar Plattform als exzellente
Schlüsselinnovation gelistet.

Die Bio-CNG-Pilotanlage ist das Ergebnis intensiver
Forschungszusammenarbeit im Rahmen des RES4LIVE-Projekts, das darauf
abzielt, die Tierhaltung an verschiedenen europäischen Standorten
energieautark und fossilfrei zu gestalten. Die Anlage wurde auf dem
Gelände des landwirtschaftlichen Projektpartners Lehr- und Versuchsanstalt
für Tierzucht und Tierhaltung e.V. in Groß Kreutz errichtet, bereitet das
betriebseigene Biogas zu Biomethan/Bio-CNG auf und ermöglicht so einen
vollständigen Ersatz fossiler Energieträger für mobile Antriebe in der
Landwirtschaft.

Die innovative Komplettanlage wurde in gemeinsamer Entwicklung mit dem
Maschinen- und Anlagenbauer BioG GmbH erstmals in der Größe von 10-35 Nm3
wirtschaftlich marktverfügbar gemacht. Dies wurde durch innovative
Vereinfachungsschritte wie eine 2-in-1 Hybridkompression, eine einstufige
Hohlfasermembranaufbereitung und eine offene Rahmenbauweise mit stark
reduzierten Ex-Bereichen erreicht. Auch nach Projektende ist ein
dauerhafter Betrieb der Tankstelle und des auf Gasbetrieb umgerüsteten
Hoftraktors im Rahmen des Leibniz-Innovationshofs für nachhaltige
Bioökonomie (InnoHof) zu Lehr- und Demonstrationszwecken geplant.

"Wir freuen uns sehr, dass eine unserer Innovationen vom European
Commission's Innovation Radar analysiert und als wichtiger Schritt zur
Defossilisierung der Landwirtschaft anerkannt wurde", sagte Prof. Thomas
Amon, Projektleiter am Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie
e.V. (ATB), einer der 17 Projektpartner von RES4LIVE.

Hierbei wurde die Bio-CNG-Anlage als "Tech Ready" – also technisch
ausgereift und einsatzbereit – eingestuft. Das Potenzial für die Schaffung
eines neuen Marktes wurde außerdem als "hoch" bewertet.

Das RES4LIVE-Projekt zeigt, dass die Biogasnutzung in der Landwirtschaft
nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch umweltfreundlich ist.
Durch die Integration von Bio-CNG-Technologien können landwirtschaftliche
Betriebe langfristig nicht nur ihre Energiekosten senken, sondern auch
einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
„Die praktische Nutzung von aus Gülle und Futterresten eigenerzeugtem
betriebseigenem Biogas als Kraftstoff zeigt, dass die Tierhaltung und
Landwirtschaft nicht ein Problem fürs Klima, sondern ein wichtiger Teil
der Lösung ist“, sagte Detlef May, Geschäftsführer und Betreiber der
Anlage in der LVAT.

Im Rahmen des Projekts fand am 30. April 2024 am Leibniz-Institut für
Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB) in Potsdam ein Workshop statt, der
einen umfassenden Einblick in die wirtschaftlichen und technischen Aspekte
von BioCNG-Hoftankstellen gab. Zum Abschluss hatten die Teilnehmenden
Gelegenheit, die Pilotanlage zur Aufbereitung von Biogas zu Biomethan/CNG
und zur Betankung von Traktoren mit Methanantrieb an der LVAT in Groß
Kreutz zu besichtigen, sowie Traktoren mit Methanantrieb, davon einen von
Diesel auf CNG umgerüsteten Serientraktor, in Aktion zu erleben.

Die Referent*innen aus Industrie, Beratung und Forschung präsentierten
ihre Erfahrungen und Erkenntnisse zu Themen wie der Zertifizierung von
Bio-Methan als nachhaltigen Treibstoff, den Anforderungen an
betriebseigene CNG-Tankstellen und die Potenziale von Bio-CNG-Tankstellen
im Agrarsektor.

Die Bio-CNG-Anlage wird in Kürze auf der European Commission's Innovation
Radar Plattform gelistet sein und steht damit für interessierte Gruppen
zur Verfügung.

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Universität zu Lübeck wirbt neues Forschungsgebäude LEMMI ein - Planung kann beginnen

Die grobe Planungsskizze zeigt die mögliche Lage des geplanten Forschungsgebäudes auf dem Lübecker Campus.  GMSH
Die grobe Planungsskizze zeigt die mögliche Lage des geplanten Forschungsgebäudes auf dem Lübecker Campus. GMSH

Der Wissenschaftsrat empfiehlt den Bau des innovativen Forschungshauses,
in dem es um die immer enger werdende Interaktion von Mensch und Maschine
gehen wird – die Förderphase ist von 2025 - 2029.

Auf dem Lübecker Campus soll in den kommenden Jahren ein zukunftsweisendes
For-schungsgebäude entstehen: Auf einer Nutzfläche von ca. 3.000
Quadratmetern soll LEMMI südlich des Informatikgebäudes gebaut werden.
LEMMI ist die Abkürzung für „Lübeck Environment For Minds And Machines In
Interaction“. Der Wissenschaftsrat, das gemeinsame wissenschaftliche
Gremium von Bund und Ländern, hat am vergangenen Freitag den Lübecker
Vorschlag als „sehr gut bis herausragend“ zur Förderung empfohlen. Somit
können jetzt die weiteren Planungen durch Land, Universität und Stadt
beginnen.

Unter dem Dach des neuen Gebäudes werden rund 140 Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler und Mitarbeitende aus den Bereichen Psychologie,
Neurowissenschaften, Informatik und Robotik daran forschen, wie Menschen
die immer enger und wichtiger werdende Zusammenarbeit mit künstlicher
Intelligenz erleben und gestalten.
Was bedeutet es für die Arbeitswelt, wenn in Teams - neben menschlichen
Experten und Expertinnen - sowohl intelligente lernende Systeme wie
ChatGPT als auch robotische, menschlich anmutende Akteure eng
zusammenarbeiten? Dies wird in vielen Bereichen der Gesundheit, der
Arbeitswelt oder auch der Verwaltung zunehmend der Fall sein.

„Wir freuen uns auf den Forschungsbau LEMMI, der perfekt auf den Lübecker
Campus passt“, sagt Prof. Gabriele Gillessen-Kaesbach, kommissarische
Präsidentin der Universi-tät zu Lübeck. „Unser Standort bietet sich
besonders an, da er bereits stark von der Ver-netzung von Mensch und
Technik geprägt ist. Das Gebäude wird eine innovative For-schungsumgebung
schaffen, in der die Interaktionen von Mensch und Maschine, das Verhalten
des Menschen sowie das Verhalten von künstlich-intelligenten Systemen un-
tersucht und verstanden werden kann“, sagt Prof. Gillessen-Kaesbach.
Karin Prien, Ministerin für Allgemeine und Berufliche Bildung,
Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, ergänzt:

„Es ist ein toller Erfolg für die Forschungsinfrastruktur Schleswig-
Holsteins, dass es – ge-rade in Zeiten knapper Haushaltsmittel – gelungen
ist, einen weiteren, überregional be-deutsamen Forschungsbau nach Lübeck
zu holen. Mit seinem Schwerpunktthema ,Interaktion von Mensch und
Maschine‘ trifft der Forschungsbau nicht nur den Puls der Zeit, sondern
findet auch in Lübeck geeignete Anknüpfungspunkte mit dem 2023 ge-
gründeten KI-Transfer-Hub SH und dem KI-Anwendungszentrum SH.“

Prof. Jonas Obleser, der als Psychologe und Hirnforscher die Idee des
Forschungsgebäu-des LEMMI mitgestaltet hat, sagt: „In unserer heutigen
Welt sind wir immer enger und immer mehr mit technischen Systemen
verbunden, und das verändert auch, wie wir uns fühlen und uns verhalten.“
Künstliche Intelligenz, also technische Systeme, die sehr gut Muster
erkennen und selbst lernen können, würden den Alltag und den Blick auf
Arbeit, Gesundheit, und Sicherheit prägen. „Wir erleben gerade die
Entstehung von `hybrider In-telligenz‘“, sagt Prof. Obleser. „Ein modernes
Hörgerät zum Beispiel steckt voller Algo-rithmen und trifft – vereinfacht
gesagt – auch heute schon Entscheidungen für mich, was mein Gehirn
eigentlich zu hören bekommt. Oder eine Medizinerin trifft Diagnose-
Entscheidungen mithilfe einer Vielzahl ihrerseits sehr komplexer
technischer Systeme, die mitunter bereits Empfehlungen geben. Aber bevor
wir diese hybride Intelligenz sinnvoll und sicher nutzen können, sollten
wir sie besser verstehen, erklären und vorhersagen können, und das soll
gezielt im neuen Forschungsgebäude passieren.“

Prof. Nele Rußwinkel aus dem Institut für Informationssysteme fügt hinzu:
“Im LEMMI wollen wir gemeinsam mit unseren Kolleg*innen aus der
Psychologie erforschen, wie Menschen - auch ältere Menschen oder kleine
Kinder - künstliche Intelligenz überhaupt als solche erkennen können, wie
wir sie erleben (beispielsweise als wie vertrauenswürdig) und mit ihr
interagieren, zum Beispiel mit Robotern. Im neuen Gebäude werden die
hierfür notwendigen Labore geschaffen, in denen alltägliche Kontexte, wie
das Spielen von Kindern oder das Arbeiten im Büro, als auch
hochspezialisierte Situationen oder kritische Kontexte, wie die
robotergestützte Chirurgie, erforscht werden können.”

Das geplante Forschungsgebäude LEMMI wurde, neben nur zwei anderen
Forschungsgebäuden der Universität Hamburg und der Technischen Universität
Berlin, in der dies-jährigen Ausschreibungsrunde vom Wissenschaftsrat zur
Förderung empfohlen. Die Bau- und Einrichtungskosten für die neuen
Räumlichkeiten werden mit bis zu 63,6 Millionen Euro gefördert. Die
Bauphase für das LEMMI wird nach jetzigem Stand von 2025 bis 2030 dauern.

Seit 2007 fördern die Bundesregierung und die Bundesländer gemeinsam
Forschungs-bauten und Großgeräte an Hochschulen. Die Gelder kommen
entsprechend zu gleichen Teilen vom Bund und vom Land. Wie in diesem
Verfahren üblich, steht die jetzt verkün-dete Empfehlung unter dem
Vorbehalt der endgültigen Entscheidung durch die Gemein-same
Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern, die im Juni 2024 das nächste
Mal tagen wird.

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