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Laurin Müller ist erster Absolvent im Studiengang Digitales

Prof. Dr. Lutz Göcke und Laurin Müller  Hochschule Nordhausen
Prof. Dr. Lutz Göcke und Laurin Müller Hochschule Nordhausen

Laurin Müller hat als erster Studierender den Studiengang „Digitales
Produktmanagement“ an der Hochschule Nordhausen (HSN) mit einem Bachelor-
Abschluss erfolgreich abgeschlossen. Welche Chancen bietet ein Abschluss
im Studiengang Digitales Produktmanagement dem Absolventen?

Der Studiengang „Digitales Produktmanagement“ bietet den Studierenden die
Möglichkeit an einer staatlichen Hochschule, fundierte Kenntnisse in den
Bereichen digitale Produktentwicklung, User Experience, Datenanalyse und
agiles Projektmanagement zu erwerben. Absolventinnen und Absolventen
werden damit qualifiziert, in verschiedenen Bereichen der
Digitalwirtschaft tätig zu sein. Der Fokus liegt auf der Entwicklung von
innovativen digitalen Produkten und der erfolgreichen Vermarktung
derselben.

Digitale Produktmanager spielen eine entscheidende Rolle in der
Digitalwirtschaft, da sie an der Entwicklung innovativer Produkte und von
Geschäftsmodelle arbeiten. Laurin Müller hat während seines Studiums nicht
nur die theoretischen Grundlagen dieses Bereichs erlernt, sondern auch
praktische Fähigkeiten erworben, die er nun erfolgreich in seiner Karriere
einsetzen kann. "Ich bin begeistert, als erster Absolvent des Studiengangs
Digitales Produktmanagement meinen Abschluss zu feiern", sagte Laurin
Müller. "Das Studium hat mir nicht nur fundiertes Fachwissen vermittelt,
sondern auch die Möglichkeit geboten, mich persönlich weiterzuentwickeln
und viele praktische Erfahrungen zu sammeln." Laurin Müller begann sein
Studium an einer großen Universität, wechselte jedoch später zur
Hochschule Nordhausen. Den Wechsel begründet der Bachelorabsolvent mit der
konstant hohen Qualität des Studiengangs und der engen Betreuung an der
Hochschule Nordhausen: „Ganz klar der Vorteil einer kleineren Hochschule“,
so Müller.

Das praktische Studium und die Gelegenheit, anwendungsorientierte Projekte
zu realisieren, haben Laurin Müller dabei unterstützt, sich auf eine
Karriere im Bereich des digitalen Produktmanagements vorzubereiten. Durch
die Förderung von Swiss Life Deutschland als dualer Student erhielt er
tiefe Einblicke in die Praxis des digitalen Produktmanagements und konnte
wertvolle berufliche Erfahrungen sammeln. Diese Erfahrungen führten dazu,
dass Laurin Müller bereits vor Abschluss seines Studiums die Rolle des
Product Owners im Bereich Mobile Application Development bei Swiss Life
übernahm – eine Position, die er bis heute erfolgreich innehat und in
dessen Kontext er unter anderem das zentrale Kundenportal
weiterentwickelt.

Professor Lutz Göcke, Studiengangbeauftragter für den Bachelorstudiengang
„Digitales Produktmanagement“ gratuliert Laurin Müller zu seinem Abschluss
und wünschte ihm alles Gute für seinen weiteren Karriereweg. „Der
Studiengang ‚Digitales Produktmanagement‘ ist ein wichtiger Baustein in
unserem Portfolio, um den Fachkräftemangel in der Digitalwirtschaft
entgegenzuwirken“, so Professor Göcke, „wir freuen uns, dass Herr Müller
als erster Absolvent des Studiengangs so schnell einen erfolgreichen
Einstieg in die Berufswelt gefunden hat. Sein Erfolg ist ein Beweis für
die Qualität unserer Ausbildung und die Fähigkeiten unserer Studierenden,
die den Anforderungen des digitalen Arbeitsmarktes gewachsen sind."

Der Studiengang „Digitales Produktmanagement“ ist ein siebensemestriger
Bachelorstudiengang, der an der HSN in Vollzeit angeboten wird. Weitere
Informationen zum Studiengang finden Sie unter: https://www.hs-
nordhausen.de/studienangebote/bachelor/digitales-produktmanagement/

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Professorin der Constructor University ins DFG-Fachkollegium gewählt

Dr. Andrea Koschinsky, Professorin für Geowissenschaften an der Constructor University, wurde in das Fachkollegium Atmosphären-, Meeres- und Klimaforschung der DFG gewählt.  Quelle: Constructor University
Dr. Andrea Koschinsky, Professorin für Geowissenschaften an der Constructor University, wurde in das Fachkollegium Atmosphären-, Meeres- und Klimaforschung der DFG gewählt. Quelle: Constructor University

Dr. Andrea Koschinsky, Professorin für Geowissenschaften an der
Constructor University, ist in das Fachkollegium Atmosphären-, Meeres- und
Klimaforschung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gewählt worden.
Damit entscheidet die Wissenschaftlerin in den kommenden vier Jahren
darüber mit, welche Forschung in diesem Bereich in Deutschland betrieben
wird.

Aufgabe der Fachkollegien der DFG ist die abschließende wissenschaftliche
Bewertung der eingereichten Forschungsanträge, der Gutachten und des
Begutachtungsverfahrens. Zudem machen sie den Vorschlag über Bewilligung
oder Ablehnung an das abschließende Entscheidungsgremium der DFG.

Alle vier Jahre entscheiden rund 150.000 Wissenschaftler*innen per Wahl
über die Zusammensetzung der Gremien. Mit einem Finanzvolumen von rund 3,9
Milliarden Euro und 31.750 geförderten Vorhaben (Stand: 2022) ist die DFG
die mit Abstand wichtigste Quelle für Forschungsmittel in Deutschland.

„Ich freue mich über die Wahl und bin mir der Verantwortung, die sie mit
sich bringt, bewusst“, sagt Andrea Koschinsky, die seit 2003 an der
Constructor University lehrt und forscht, vor allem zu Fragen der
Meeresforschung. Für die DFG war sie lange in verschiedenen
Beratungskommissionen zur Ozeanographie und Erdsystemforschung tätig.

„An der neuen Aufgabe reizt mich die Möglichkeit, Dinge bewegen und
Entscheidungen im Sinne einer bestmöglichen Wissenschaft beeinflussen zu
können“, meint Koschinsky. Das dreiköpfige Fachkollegium für die
Atmosphären-, Meeres- und Klimaforschung nimmt im April die Arbeit auf.
Die Wissenschaftler*innen werden nicht nur forschungswürdige Projekte
identifizieren, sondern wirken auch an der Weiterentwicklung der
Förderprogramme der DFG und bei der Diskussion förderpolitischer Themen
mit.

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Hannover Messe: Fraunhofer IPA zeigt Exponate rund um Energie und Nachhaltigkeit

Diese Roboterzelle kann alle nötigen Arbeitsschritte ausführen, die für die Demontage ausgedienter Batteriesysteme nötig sind.  Rainer Bez  Fraunhofer IPA
Diese Roboterzelle kann alle nötigen Arbeitsschritte ausführen, die für die Demontage ausgedienter Batteriesysteme nötig sind. Rainer Bez Fraunhofer IPA

»Energizing a Sustainable Industry« lautet das Motto der diesjährigen
Hannover Messe. Die Themen Energie und Nachhaltigkeit sind auch ein
umfassender Forschungsschwerpunkt des Fraunhofer IPA. Einblicke in
laufende und Ergebnisse von bereits abgeschlossenen Forschungsprojekten
präsentiert das Institut von 22. bis 26. April 2024 auf zwei Messeständen.

Zu den Messe-Leitthemen führt das Fraunhofer-Institut für
Produktionstechnik und Automatisierung IPA zahlreiche Forschungs- und
Transferprojekte durch. Gleich mehrere Abteilungen beschäftigen sich mit
Energieeffizienz, Wasserstofftechnologie oder Batteriezellenproduktion.
Alle eint die Frage, wie sich der Ressourceneinsatz in der Produktion
effizienter gestalten und Verschwendung vermeiden lässt. Dazu gehört
beispielsweise die Abteilung Industrielle Energiesysteme mit
Lösungsansätzen für maßgeschneiderte Energiesysteme. Den Schwerpunkt
bilden dabei die Optimierung der Energieeffizienz, die Reduzierung von
CO2-Emissionen und die Maximierung der Versorgungssicherheit.

Auf zwei verschiedenen Messeständen stellen die Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler mehrerer Abteilungen von 22. bis 26. April 2024 ihre
Ergebnisse vor und geben Einblicke in laufende Forschungsprojekte:

• Baden-Württemberg International in Halle 12, Stand D15
• Fraunhofer-Gesellschaft in Halle 2, Stand B24

Gleichstrom für die Industrie

Die Solarzellen auf dem Dach und der Batteriespeicher auf dem Hof haben
eines gemeinsam: Sie liefern beide Gleichstrom. Warum also nicht gleich
die ganze Fabrik mit Gleichstrom betreiben? Das spart Energie und
Ressourcen. So liegen die Einsparungen bei Infrastruktur, Logistiksystemen
und Fertigungsrobotern zwischen acht und 20 Prozent. Die oft
überdimensionierten Gleichrichter der einzelnen Maschinen entfallen und
Bremsenergie kann in das Gleichstromnetz eingespeist werden. Ein
Forschungsteam um Isabella Bianchini von der Abteilung Industrielle
Energiesysteme am Fraunhofer IPA hat nun zusammen mit Partnern aus
Wissenschaft und Industrie ein Systemkonzept entwickelt, das die
Einführung von Gleichstromnetzen in Fabriken ermöglicht. Einblicke in
praktische Anwendungsbeispiele geben sie auf dem Messestand von Baden-
Württemberg International: Halle 12, Stand D15.

CO2-Verbrauch von Unternehmen wird transparent

Konsequenter Klimaschutz erfordert einen ganzheitlichen Ansatz über die
gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Im bereits abgeschlossenen
Forschungsprojekt »Climate Solutions for Industries« (CS4I) hat ein Team
um Christian Schneider von der Abteilung Industrielle Energiesysteme am
Fraunhofer IPA zusammen mit Partnern aus der Industrie beispielsweise eine
App entwickelt, mit der sich der sogenannte »True Carbon Footprint« eines
Produkts über Unternehmensgrenzen hinweg ermitteln lässt. Denn Prozesse,
die der Produktion vor- und nachgelagert sind, verursachen in manchen
Fällen bis zu 70 Prozent der gesamten CO2-Emissionen. CS4I adressierte
daher von der Beschaffung des Ausgangsmaterials über
Investitionsentscheidungen, bis hin zur Auslieferung unterschiedliche
Aspekte, damit Unternehmen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit
gleichzeitig berücksichtigen können. Als Entscheidungsgrundlage dient ein
digitales Abbild der Maschinen und Anlagen. Einen Prototyp des offenen
Plattformkonzepts, das CS4I hervorgebracht hat, zeigen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Halle 12 auf Stand D15.

Künstliche Intelligenz erkennt Leckagen in Druckluftanlagen

Die teuerste Energie ist diejenige, die verschwendet wird: Schätzungen
zufolge entweicht durchschnittlich etwa ein Drittel der Druckluft, die ein
Unternehmen erzeugt, ungenutzt aus winzigen Löchern und undichten
Verbindungsstücken. Die Kosten für diese Verschwendung belaufen sich
schnell auf zehntausende Euro pro Jahr. Die Suche nach den Leckagen war
bisher aufwendig. Doch nun haben das Fraunhofer IPA, die Universität
Stuttgart und der Sensorhersteller Sick eine automatisierte Detektion
entwickelt. Das Herzstück bildet ein Durchflusssensor, der laufend
Massenstrom, Druck- und Temperaturverlauf erfasst. Ein intelligenter
Algorithmus wertet diese Kurvenverläufe in Echtzeit aus und erkennt
charakteristische Signaturen, die auf Leckagen hindeuten. Den aktuellen
Stand der gemeinsamen Entwicklungsarbeit veranschaulicht ein Demonstrator
auf dem Messestand von Baden-Württemberg International: Halle 12, Stand
D15.

Produktiv, rein und nachhaltig: Innovationen für Batteriezellen

Noch wichtiger als Druckluft für die Produktion ist die Batteriezelle für
das Elektroauto. Sie soll kompakt und möglichst leistungsstark sein – und
vor allem sicher. Das stellt große Anforderungen an die Produktion. Wie
die in Zukunft aussehen könnte, zeigen Forscherinnen und Forscher vom
Zentrum für Digitalisierte Batteriezellenproduktion am Fraunhofer IPA. Ihr
Ziel ist es, die gesamte Fertigungskette von Lithium-Ionen-Batterien im
Labormaßstab aufzubauen und durchgängig zu digitalisieren. Im Vordergrund
steht, die Produktivität unter Berücksichtigung von strengen ökonomischen
und ökologischen Rahmenbedingungen zu stabilisieren und zu steigern.

Zwingend erforderlich für die Batteriezellenproduktion sind eine absolut
reine Umgebung und eine besonders geringe Luftfeuchtigkeit. Mit dem
mobilen Trockenreinraumzelt DryCleanCAPE® hat ein Forschungsteam um Udo
Gommel und Frank Bürger ein mobiles Reinraumsystem entwickelt. Damit lässt
sich kostengünstig, schnell und flexibel eine reine und trockene
Produktionsumgebung aufbauen, die ähnliche Luftreinheitsklassen erreicht
wie hochwertige konventionelle Reinräume. DryCleanCAPE® besteht aus zwei
unterschiedlichen Hüllen. Dabei entstehen Trockenheit sowie Partikel- und
Chemikalienfreiheit unabhängig voneinander durch separate
Luftaufbereitungseinheiten. Wie das DryCleanCAPE® aussieht und
funktioniert, erfahren Messegäste in Halle 12 auf Stand D15.

Aber nicht nur die effiziente Herstellung von Batteriezellen unter reinen
Bedingungen wird immer wichtiger, sondern auch das Recycling ausgedienter
Batteriesysteme. Denn wenn alle Ankündigungen wahr werden, könnten bis
2030 weltweit fast 50 Millionen Elektroautos auf den Straßen unterwegs
sein. Ihre Batterien enthalten wertvolle Rohstoffe wie Nickel, Kobalt,
Mangan und Lithium, die wiederverwendbar sind. Im Forschungsprojekt
»Industrielle Demontage von Batteriemodulen und E-Motoren« (DeMoBat) ist
deshalb eine Roboterzelle mit ganz verschiedenen Werkzeugen entstanden,
die alle nötigen Arbeitsschritte der Demontage ausführen kann und sich für
sehr viele Batterietypen eignet. Mehr über das Projekt DeMoBat erfahren
Messebesucher in Halle 12 auf Stand D15.

Industrielle Massenproduktion von Elektrolyseuren und Brennstoffzellen

Neben Batterien gilt auch Wasserstoff als vielversprechender
Energieträger, der sauber und vielseitig einsetzbar ist. Interessant ist
Wasserstoff besonders für die Industrie und den Schwerlastverkehr. Damit
aktuell noch emissionsintensive Prozesse durch Wasserstofftechnologien
ersetzt werden können, besteht allerdings noch ein weitreichender
Forschungsbedarf entlang der gesamten Wertschöpfungskette – angefangen bei
der Produktion von Elektrolyseuren und Brennstoffzellen.

Sowohl Elektrolyseure als auch Brennstoffzellen werden momentan noch
häufig im sogenannten Manufakturbetreib hergestellt, also mit viel
Handarbeit. »Wenn Brennstoffzellen im Schwerlastverkehr den Verbrenner
ablösen sollen, müssen sie in industrieller Massenproduktion, weitgehend
automatisiert und entsprechend kostengünstig hergestellt werden«, sagt
Erwin Groß von der Abteilung Unternehmensstrategie und -entwicklung am
Fraunhofer IPA. Genau das ist einem Forschungsteam vom Fraunhofer IPA und
vom Centrum für Digitalisierung, Führung und Nachhaltigkeit Schwarzwald
(Campus Schwarzwald) nun gelungen. Im Projekt »H2FastCell« ist eine
Roboterzelle entstanden, in der zwei Roboter in Sekundenschnelle
Bipolarplatten und Membran Elektrodeneinheiten im Wechsel zu
Brennstoffzellenstacks stapeln.

In einer ähnlichen Roboterzelle könnten in Zukunft auch Elektrolyseure
massenhaft hergestellt werden, denn auch sie bestehen aus mehreren
Schichten – zwei Elektroden und eine Protonen-Austausch-Membran (PEM) in
der Mitte – und werden gestapelt. Im Forschungsprojekt »Industrialisierung
der PEM-Elektrolyse-Produktion« (PEP.IN) soll bis Frühjahr 2025 aber nicht
nur dieses sogenannte Stacking, sondern die gesamte Produktionslinie
automatisiert werden – mit sämtlichen nachgelagerten Prozessen bis zum
End-of-line Testing. Einblicke in die Forschungsprojekte PEP.IN und
H2FastCell gibt es auf dem Messestand von Baden-Württemberg International:
Halle 12, Stand D15.

Die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette rückt in den Blick

Noch einen Schritt weiter geht das Forschungsprojekt »Wandlungsfähige,
energieflexible und vernetzte H2-Industrieforschungsplattform« (WAVE-H2)
der Universität Stuttgart. Betrachtet wird hier ein ganzheitliches
industrielles Energiesystem mit dem Fokus auf der Nutzung von Wasserstoff.
Für insgesamt rund 36 Millionen Euro soll in den kommenden Jahren auf dem
Campus der Universität Stuttgart und benachbart zum Campus Schwarzwald in
Freudenstadt eine Industrieforschungsplattform aufgebaut werden. Sie soll
unterschiedliche Technologieoptionen für die Erzeugung, Verteilung,
Speicherung sowie den Verbrauch von Wasserstoff in einem vernetzten
industriellen Energiesystem integrieren und so eine systematische
Entwicklung und Erprobung innovativer Produktions- und Energietechnologien
erlauben. Die Industrieforschungsplattform wird im industriellen Maßstab
aufgebaut und betrieben. So können Firmen ihre Prozesse umrüsten und dort
testen. Mehr über WAVE-H2 erfahren Messebesucher in Halle 12 auf Stand
D15.

Verlustfreies Lackieren zur Oberflächenveredelung additiv gefertigter
Bauteile

Additive Fertigungsverfahren sind längst in der industriellen Realität
angekommen. Sie bieten eine hohe Flexibilität und ermöglichen neue
Produkte und Lösungen in einer Vielzahl an Branchen. Allerdings weist die
Oberfläche additiv gefertigter Bauteile bei fast allen gängigen Verfahren
eine Porosität oder Rauigkeit auf, sodass eine entsprechende
Nachbehandlung erforderlich ist. Dieser Thematik widmet sich ein Exponat
des Fraunhofer-Verbunds Produktion. Es zeigt verschiedene Möglichkeiten
auf, die Oberflächeneigenschaften additiv gefertigter Bauteile zu
verbessern. Das Fraunhofer IPA präsentiert dabei die Technologie des
verlustfreien Lackierens als eine Möglichkeit zur automatisierten
Dekoration und Beschichtung von additiv gefertigten Kunststoffbauteilen.
Hierbei fließt die Expertise aus den Bereichen Additive Produktion von
Oliver Refle und Lackiertechnik von Oliver Tiedje ein. Optimierte
Prozessführung in der additiven Fertigung kombiniert mit einer gezielten
Nachbehandlung zur Glättung der Bauteiloberfläche bilden die Grundlage für
die nachfolgende Lackierung ohne Entstehung von Lacknebel – mit
Lacksystemen, die speziell auf die Oberflächeneigenschaften additiv
gefertigter Kunststoffbauteile abgestimmt wurden. Damit sind hochwertige
Bauteiloberflächen auch bei personalisierten Bauteilen wirtschaftlich
realisierbar. Zu sehen ist das Exponat auf dem Gemeinschaftsstand der
Fraunhofer-Gesellschaft: Halle 2, Stand B24.

2ndSCIN® – ein Maßanzug für Roboter

»Die Schlüsseltechnologien von morgen kommen nur mit Reinheitstechnik
voran. Sie ist entscheidend: von der Batterieproduktion bis zur
Biotechnologie«, sagt Udo Gommel, Leiter der Abteilung Reinst- und
Mikroproduktion am Fraunhofer IPA. Um diesen Anforderungen zu genügen,
haben Gommel und sein Team die Schutzumhüllung 2ndSCIN® entwickelt. Sie
macht dynamische Automatisierungskomponenten wie zum Beispiel einen
Roboter einsatzbereit für die ultrareine Produktion. 2ndSCIN® besteht aus
einem luftdurchlässigen, beweglichen Textil. Je nach Anwendung können zwei
oder mehr Schichten übereinanderliegen. Die Schichten werden jeweils mit
Abstandshaltern separiert. In jedem Zwischenraum kann zum Beispiel Luft
eingesaugt oder abgeführt werden. So können Partikel entfernt werden, die
aus der Umgebung oder von der Automatisierungskomponente stammen. Die
Zuführung von Spezialgasen in die Zwischenräume des Systems ermöglicht
beispielsweise für Life-Science-Anwendungen die Sterilisation – sowohl von
der eingehüllten Automatisierungskomponente als auch des Maßanzugs selbst.
Die Textilschichten sind außerdem mit Sensoren ausgestattet, die
kontinuierlich Parameter wie Partikelkonzentration, chemische
Kontamination, Druck oder Feuchtigkeit messen. KI-basierte Algorithmen
werten diese Sensordaten aus und ermöglichen eine vorausschauende Wartung
und die Bewertung des aktuellen Sauberkeitszustands. Die Schutzumhüllung
lässt sich in etwa einer Stunde wechseln und kann nach einer
Dekontaminierung wiederverwendet werden. 2ndSCIN® ist auf dem
Gemeinschaftsstand der Fraunhofer-Gesellschaft zu sehen: Halle 2, Stand
B24.

Vorträge und Diskussionsrunden: Das Rahmenprogramm der Hannover Messe

Auch abseits der beiden Messestände werden Gäste im Zuge des
Rahmenprogramms der Hannover Messe auf das Fraunhofer IPA treffen. So
findet am Dienstag, 23. April, auf der Industrial Transformation Stage in
Halle 3 das ganztägige Veranstaltungsformat »Industrial AI« statt. Dabei
erhalten Interessierte Einblicke in gemeinsame Forschungsprojekte rund um
das Thema Künstliche Intelligenz, die das Fraunhofer IPA zusammen mit
namhaften Industriepartnern in Use Cases präsentiert.

Einen Tag später, am Mittwoch, 24. April, nimmt Professor Thomas
Bauernhansl, der Institutsleiter des Fraunhofer IPA, auf der TechTransfer
Conference Stage in Halle 2, Stand B02 ab 10:50 Uhr an der
Podiumsdiskussion »Biointelligente Wertschöpfung im Maschinen- und
Anlagenbau« teil. Er stellt dort zusammen mit Vertretern von der
Universität Hohenheim, vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau
(VDMA) und von Festo die Ergebnisse einer neuen internationalen Benchmark-
Untersuchung zum Thema Biointelligenz vor.

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Pflegepool schließt Personallücken und bietet höchste Individualität

Daniela Richter leitet den Pflegepool am Universitätsklinikum Dresden. Gesundheits- und Krankenpfleger Daniel Gaudig hat hier seine berufliche Heimat gefunden.  UKD/Michael Kretzschmar
Daniela Richter leitet den Pflegepool am Universitätsklinikum Dresden. Gesundheits- und Krankenpfleger Daniel Gaudig hat hier seine berufliche Heimat gefunden. UKD/Michael Kretzschmar

Mit veränderter Strategie im Pflegepool geht das Universitätsklinikum Carl
Gustav Carus einen neuen Weg, um kurzfristige Personallücken zu schließen
und gleichzeitig Mitarbeitenden in der Pflege höchste Flexibilität zu
bieten. Der vor über 20 Jahren initiierte Pool hat jetzt eine
Neukonzeption erfahren. Ziel ist es, noch individueller auf neue
Mitarbeitende einzugehen, sie beim Einstieg in die Pooltätigkeit zu
begleiten und ihnen auch in Hinblick auf die persönliche Karriereplanung
Perspektiven aufzuzeigen. So wurde unter anderem ein Tandemmodell
eingeführt, dass vorsieht, die Neuen im Pflegepool in 1:1-Betreuung in den
ersten vier Wochen zu begleiten und zu unterstützen.

„Unser Pflegepool ist ein Erfolgsmodell, das Lösungen für mehrere
Herausforderungen bietet. Wir können kurzfristig auf Personallücken
eingehen und diese füllen. Gleichzeitig wollen wir jetzt mit attraktiven
Anreizen die Pool-Pflegenden unterstützen und noch mehr Mitglieder
rekrutieren“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand am
Uniklinikum Dresden.

Wenn Mitarbeitende in der Pflege krank werden oder sich um ihre erkrankten
Kinder kümmern müssen, geplante Weiterbildungen absolvieren oder über
mehrere Monate ausfallen, kommt am Universitätsklinikum Dresden der
Pflegepool zum Einsatz. Seit über 20 Jahren sind hier Mitarbeitende als
Pflegeteam etabliert, die kurzfristig einspringen oder längere
Personallücken kompensieren. Damit war das Dresdner Uniklinikum eines der
ersten, das dieses Modell eingeführt hat. Derzeit gibt es über 40
Pflegekräfte im Pool. Der Bedarf ist weitaus höher – etwa doppelt so viele
werden benötigt. Dabei liegen die Vorteile nicht allein nur beim Klinikum.
Neben der beruflichen Flexibilität, die der Einsatz auf unterschiedlichen
Stationen und in verschiedenen Fachbereichen mit sich bringt, profitieren
die Pool-Mitarbeitenden von einer überdurchschnittlichen
Dienstplansicherheit und Betreuung durch die Führungskraft sowie
finanziellen Anreizen. „Die Chancen liegen in der Flexibilität. Durch den
Einsatz auf unterschiedlichen Stationen lernen die Pflegenden ständig neue
Dinge. Sie wachsen an der Verantwortung“, sagt Katrin Weigelt. Sie
arbeitet seit 47 Jahre als Kinderkrankenschwester und Pflegedienstleiterin
am Uniklinikum und engagiert sich nun als „Flexirentnerin“ überwiegend für
dieses Pool-Team. Die Leitung liegt bei Daniela Richter, die seit 23
Jahren am Uniklinikum arbeitet.

Unterschieden wird zwischen kurzfristigen Einsätzen, die Woche für Woche
geplant werden, und langfristigen Diensten, die bis zu sechs Monate
andauern. Das Ziel ist stets gleich: personelle Ausfälle kompensieren. Zu
den über 40 Pool-Pflegenden gehören auch Medizinische Fachangestellte, die
speziell für Funktionsbereiche und Ambulanzen ausgebildet sind. Rekrutiert
werden weitere Mitglieder aus den eigenen Reihen, aber auch von extern.
Dabei betonen die Koordinatorinnen die starken Chancen für die berufliche
Weiterentwicklung, die entweder in Richtung Führungsposition oder
Fachexpertise gehen. Zehn bis 15 Anfragen nach personellem Support werden
pro Woche von den einzelnen Stationen neu gemeldet – immer donnerstags
werden nach Dringlichkeit die Lücken in den Plänen der Folgewoche gefüllt
und Personal aus dem Pool angewiesen. „Die Mitarbeitenden auf den
Stationen sind über jede Unterstützung dankbar. Das zeigt auch, wie sich
festes Personal und Pool-Mitglieder begegnen. Wir erleben eine
Zusammenarbeit auf Augenhöhe“, sagt Daniela Richter. Damit dies gelingt,
bekommen neue Mitglieder im Pool einen erfahrenen Pool-Mitarbeiter an die
Seite gestellt. Das Tandem-Modell sieht vor, dass neue Mitarbeitende in
den ersten vier Wochen begleitet werden. In ihrer ersten Woche ist die
Pflegekraft noch nicht regulär auf der Station eingeplant, sondern läuft
mit und lernt. Nach und nach arbeitet sie eigenständig und hat dabei den
Tandem-Partner stets für Fragen an der Seite.

Daniel Gaudig hat im vergangenen Sommer als Gesundheits- und
Krankenpfleger am Uniklinikum begonnen. Zuvor war er in einem anderen
Krankenhaus in der Region tätig. Der 30-Jährige hat sich bewusst für den
Pflegepool entschieden. Die Möglichkeit auf unterschiedlichen Stationen
zum Einsatz zu kommen und dabei seine individuellen beruflichen Interessen
zu verwirklichen, haben ihn angesprochen. „Ich scheue mich nicht vor neuen
Herausforderungen und habe seitdem schon viel gelernt. Dabei hat mir auch
geholfen, dass ich in einem Tandem eingearbeitet wurde. Diese Zeit war
sehr wertvoll“, sagt er. Bisher war er als Pfleger in der Orthopädie und
Unfallchirurgie und dann in der Dermatologie tätig, seit Dezember ist er
im OP-Bereich der Orthopädie und Unfallchirurgie eingesetzt. „Es gefällt
mir gut, dass der Job auf meine beruflichen Wünsche eingeht, ich
Flexibilität und Individualität bei der Dienstplanung erlebe und immer
dazulernen kann. So habe ich die Möglichkeit, vor allem Dinge zu tun, die
mir besonders Spaß machen.“ Auf seinen Stationen hat er vor allem Teamwork
und Zusammenhalt erfahren. „Die Kolleginnen und Kollegen sind froh und
dankbar, dass wir sie unterstützen. Das spüren wir sehr. Und wir können
untereinander und voneinander viel lernen.“

Neben bereits im Berufsalltag angekommenen Pflegekräften kann sich auch
Medizinisches Personal aus nahezu jeder Klinik melden, die schon im
Vorruhestand angekommen sind. Auf Stundenbasis werden auch sie im
Pflegepool eingesetzt, selbstverständlich nach ihren konkreten Wünschen
und Erfahrungen. Weiterhin sind Studierende im Pool vor allem für die
Wochenenddienste verantwortlich.

Informationen für Interessierte gibt es im Internet unter:
www.ukdd.de/karriere

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