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HM24: Vorstellung von neuartigen naturfaserverstärkten Compounds für die Verarbeitung im High Speed Additive M

Expertenteams am Fraunhofer LBF haben neuartige naturfaserverstärkte Compounds für die Verarbeitung im High Speed Additive Manufacturing entwickelt.  Saskia Biehl  Fraunhofer LBF
Expertenteams am Fraunhofer LBF haben neuartige naturfaserverstärkte Compounds für die Verarbeitung im High Speed Additive Manufacturing entwickelt. Saskia Biehl Fraunhofer LBF

Große und schwere Komponenten von Landfahrzeugen sollen bald leichter und
nachhaltiger gestaltet werden können. Im Forschungsvorhaben »ECO2-LInE«,
werden Metallkonstruktionen teilweise durch leichte, naturfaserverstärkte
Kunststoffbauteile ersetzt. Um diese langzeitstabil und
witterungsbeständig fertigen zu können, haben Experten aus dem Fraunhofer
LBF ein eigenes Herstellungsverfahren für die Compounds entwickelt. Es
handelt sich um ein naturfaserverstärktes Compound mit besonderen
Eigenschaften in Hinblick auf Hydrophobie und Temperaturstabilität. Es
kann im SEAM-Prozess verarbeitet werden, die Bauteile sind für den
Außeneinsatz geeignet. Mehr dazu: #HM24, Fraunhofer-Stand Halle 2, B24.

Im Projekt »ECO2-LInE«, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und
Klimaschutz (BMWK) innerhalb des Technologietransfer-Programms Leichtbau
(TTP LB) gefördert wird, geht es um die Gewichteinsparung mit neuartigen
naturfaser-verstärkten Leichtbaukomponenten. Gleichzeitig wird der
Fertigungsprozess hinsichtlich Ökobilanz optimiert und eine verbesserte
Recyclingfähigkeit nach mindestens äquivalenter Lebensdauer des
Ursprungsbauteils realisiert. Damit wird ein wichtiger Beitrag zum
Klimaschutz geleistet. Sitzstrukturen für die Elektromobilität,
Zugwagenübergänge und Pick-up-Aufsätze stehen dabei im Fokus.
Stauelemente, die Teile eines Pick-up-Aufsatzes sind, werden gedruckt
gefertigt.

Neues Verfahren hydrophobiert Fasern und sorgt für Temperaturbeständigkeit

Die Fraunhofer-Forschenden ersetzen teilweise Metallkonstruktionen durch
leichte, naturfaserverstärkte Kunststoffbauteile. Sie nutzen dabei den
additiven Highspeed-Prozess SEAM (Screw Extrusion Additive Manufacturing),
der am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU
etabliert ist. Dieses neue 3D-Druck-Verfahren ist achtmal schneller als
herkömmliche 3D-Drucker. Um langzeitstabile witterungsbeständige Bauteile
aus naturfaserverstärktem Kunststoff fertigen zu können, wird am
Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF
ein eigenes Verfahren entwickelt. Es hydrophobiert Fasern und sorgt für
ihre Temperaturbeständigkeit. Der Schwerpunkt der Entwicklungen liegt auf
der kombinierten Holzfasermodifikation durch Acetylierung und
anschließender Epoxidharzbeschichtung.

Naturfasern als Bestandteil von Polyamiden

Durch die Beschichtung mit Epoxidharz wird die erhöhte
Temperaturbeständigkeit erzielt. Dies ist die Voraussetzung, um die Fasern
in Polyamide einarbeiten zu können, was bisher noch nicht möglich ist. Der
Nutzen für den Kunden lässt sich am Beispiel eines
Hochgeschwindigkeitszuges errechnen: Bei einem Zug mit 14 Übergängen und
einer Laufleistung von 12,5 Millionen Kilometern können bei jedem
eingesetzten nachhaltigen Übergangssystem 160 Kilogramm eingespart werden.
Dies entspricht auf den gesamten Zug gerechnet eine Einsparung von fast
115 Tonnen CO2-Äquivalent.

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Angeborene Herzfehler: Berliner Forscherin knöpft sich schwere Begleiterkrankung bei Ein-Kammer-Herz vor

PD Dr. Marie Schafstedde, Deutsches Herzzentrum der Charité (DHZC), mit der Urkunde der Gerd Killian-Projektförderung der Deutschen Herzstiftung auf der Jahrestagung der Dt. Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler (DGPK)  David Ausserhofer  DGTHG/
PD Dr. Marie Schafstedde, Deutsches Herzzentrum der Charité (DHZC), mit der Urkunde der Gerd Killian-Projektförderung der Deutschen Herzstiftung auf der Jahrestagung der Dt. Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler (DGPK) David Ausserhofer DGTHG/

Krankhafte Gefäßneubildungen in den Lungengefäßen (pAVM) gefährden ohnehin
stark geschwächte Kinder mit Ein-Kammer-Herz: Forscherin am Deutschen
Herzzentrum der Charité (DHZC) und Team arbeiten mit Gerd Killian-
Projektförderung der Deutschen Herzstiftung an medikamentöser Therapie.

Jedes 100. Kind kommt mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt. Etwa ein
Prozent dieser Kinder werden mit nur einer funktionsfähigen Herzkammer
(univentrikuläres Herz) geboren, einem der schwerwiegendsten Herzfehler.
Für Kinder mit einem Ein-Kammer-Herz ist eine vollständige Heilung nicht
möglich. Doch dank einer speziellen mehrstufigen Operationstechnik in den
ersten Lebensjahren, der Fontan-Operation, wird das Überleben und Wachstum
des Kindes mit nur einer Herzkammer ermöglicht. Bei der Fontan-Zirkulation
pumpt die vorhandene Herzkammer das sauerstoffreiche arterielle Blut aktiv
durch den Körperkreislauf (Infos: https://herzstiftung.de/leben-mit-
angeborenem-herzfehler
).
Krankhafte Gefäßneubildungen in den Lungengefäßen, sogenannte pulmonale
arteriovenöse Malformationen (pAVM), sind schwerwiegende
Begleiterkrankungen von Patient:innen mit einem Ein-Kammer-Herz. Sie sind
mit einer verringerten Lebensqualität sowie einer erhöhten
Erkrankungshäufigkeit und Sterblichkeit verbunden. Folgen der pAVM können
insbesondere Atemnot und eingeschränkte Herz-Lungen-Belastbarkeit,
chronische Zyanose (Blauverfärbung der Haut) aufgrund des
Sauerstoffmangels im Blut und Lungenblutungen sein. Aufgrund der
begrenzten Therapiemöglichkeiten von pAVM untersucht PD Dr. med. Marie
Schafstedde, Assistenzärztin der Klinik für Angeborene Herzfehler und
Kinderkardiologie des Deutschen Herzzentrums der Charité (DHZC) Berlin und
dort am Institut für Kardiovaskuläre Computer-assistierte Medizin tätig,
einen in der Leber gebildeten Stoff, den sogenannten „hepatischen Faktor“.
Wissenschaftler:innen vermuten die Ursache der pAVM im Fehlen eben dieses
„hepatischen Faktors“. „Somit ließe sich durch den Einsatz eines solchen
Faktors die Entwicklung von pAVM verhindern. Der ,hepatische Faktor‘ wird
normalerweise in der Leber produziert und erreicht über das Lebervenenblut
die Lunge“, erklärt Dr. Schafstedde vom DHZC.
Ein mit der renommierten Gerd Killian-Projektförderung der Deutschen
Herzstiftung ausgezeichnetes Forschungsvorhaben von Dr. Schafstedde auf
dem Gebiet der Kinderkardiologie soll nun im Rahmen einer Studie am DHZC
mit 50 Patient:innen langfristig zur Entwicklung einer medikamentösen
Therapieform für pAVM beitragen. Der Titel der mit 60.000 Euro geförderten
Studie lautet „Auf der Suche nach dem ‚hepatischen Faktor‘: Proteom-,
Metabolom- und Zellkulturanalysen bei Patient:innen mit univentrikulärer
Physiologie“. Die Projektförderung wurde von der Herzstiftung auf der 56.
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und
Angeborene Herzfehler (DGPK) in Hamburg vergeben.

Therapieoptionen bei pAVM nur „sehr begrenzt“ vorhanden
Für die ohnehin chronisch schwer kranken Patient:innen mit Ein-Kammer-Herz
sind die Therapieoptionen bei dem Vorliegen von pAVM sehr begrenzt. „Umso
dringlicher ist für Kinder mit univentrikulärem Herz die Forschungsarbeit
von Frau Dr. Schafstedde und ihrem Team, die den Krankheitsmechanismus der
pAVM untersuchen und nach einem neuen Therapieansatz forschen“, betont
Prof. Dr. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Herzstiftung. Eine medikamentöse Therapie zur Behandlung von pAVM gibt es
bislang nicht und eine Rückbildung von pAVM konnte lediglich (invasiv)
nach chirurgischer oder interventioneller Umleitung von Lebervenenblut in
das Lungengefäßbett erreicht werden. Die mit der Killian-Projektförderung
unterstützte prospektive Studie mit einer zweijährigen Laufzeit könnte
laut DHZC-Ärztin Dr. Schafstedde entsprechend zur Entwicklung einer nicht-
invasiven medikamentösen Therapie führen, „die den ,hepatischen Faktor‘
ersetzt und so die Bildung oder das Fortschreiten von pAVM verhindert“.

In Blutanalysen dem „hepatischem Faktor“ auf der Spur
In vergleichenden Proteom-, Metabolom- und Zellkulturanalysen suchen Dr.
Schafstedde (DZHC) und Kooperationspartner am Max-Delbrück-Centrum für
Molekulare Medizin (MDC) nach einem potenziellen Kandidaten für den in der
Leber erzeugten „hepatischen Faktor“. Der nämlich hemmt das ungerichtete
Wachstum der Blutgefäße (Angiogenese) und verhindert normalerweise die
Ausbildung von pAVM, im Falle seines Fehlens hingegen begünstigt er die
Bildung von pAVM. „Mit der Identifikation eines ,hepatischen Faktors‘
könnten wir einerseits den potenziellen Wirkmechanismus der pAVM ergründen
und andererseits, falls möglich, im weiteren Verlauf medikamentöse
Therapieoptionen gegen pAVM entwickeln, indem wir den fehlenden
,hepatischen Faktor‘ durch einen geeigneten Kandidaten ersetzen“, so Dr.
Schafstedde.
Den „hepatischen Faktor“ erhoffen sich Dr. Schafstedde und ihr Team im
Zuge von gezielten vergleichenden Blutuntersuchungen von Lebervenenblut
und von Blut aus der oberen Hohlvene von 40 Patient:innen mit einem Ein-
Kammer-Herz in unterschiedlichen Stadien der
chirurgischen/interventionellen Behandlung zu bestimmen. Als
Kontrollgruppe dienen 10 Patien:innen mit einem anatomisch korrekten Zwei-
Kammer-Herz, die einer Herzkatheteruntersuchung unterzogen wurden. Alle
Blutproben werden im Rahmen einer routinemäßigen Herzkatheteruntersuchung
entnommen und auf deren Protein- und Metabolitzusammensetzung in erste
Zellkulturversuchen (in vitro) vom Berliner Institut für
Gesundheitsforschung (BIH) und dem MDC untersucht. Eine Metabolom-Analyse
sei notwendig, „weil es bislang keine Gewissheit darüber gibt, ob es sich
bei dem ,hepatischen Faktor‘ überhaupt oder zumindest ausschließlich um
ein Protein handelt. Auch Veränderungen des Lipid- oder
Aminosäurestoffwechsels in der Lunge könnten zur Ausbildung von pAVM
führen“, erklärt die Ärztin.

Übertragbarkeit der Untersuchungsergebnisse neben Herz auch auf andere
Organe?
Bisher gebe es noch keine vergleichbare Studie, in der Blutproben sowohl
direkt aus der Lebervene und der oberen Hohlvene bei unterschiedlichen
Patient:innen mit Ein-Kammer- und Zwei-Kammer-Herz per Proteom-,
Metabolom- und Zellkulturanalysen untersucht wurden. Eine Übertragbarkeit
der Ergebnisse auf weitere Erkrankungen im Kindes- und Erwachsenenalter,
bei denen es zu Leberversagen und/oder einer angeborenen Entwicklung von
arteriovenösen Malformationen in der Lunge, aber auch in anderen Organen
kommt (zum Beispiel Morbus Osler), wäre denkbar. „Auch könnten zukünftige
interventionelle oder chirurgische Therapieoptionen durch die gewonnenen
Erkenntnisse modifiziert werden“, so die Ärztin und Forscherin.
(wi)

Patient:innennahe Forschung
Dank der finanziellen Unterstützung durch Stifter:innen, Spender:innen und
Erblasser:innen kann die Deutsche Herzstiftung gemeinsam mit der von ihr
1988 gegründeten Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF)
Forschungsprojekte in einer für die Herz-Kreislauf-Forschung
unverzichtbaren Größenordnung finanzieren. Infos zur Forschung unter
https://www.herzstiftung.de/herzstiftung-und-forschung

Foto- und Bildmaterial erhalten Sie auf Anfrage unter
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder per Tel. unter 069 955128-114

Service-Tipp
Info-Service für Fontan-Patient:innen
Die umfangreiche Broschüre der Kinderherzstiftung „Ich habe ein Fontan-
Herz – Fontan-Infoheft“ für Patient:innen mit einem Fontan-Herzen kann
kostenfrei bei der Deutschen Herzstiftung per Tel. unter 069 955128-400
oder per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. angefordert werden.

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Future Music Camp 2024 – Anmeldung jetzt möglich

Future Music Camp 2023  CAPADOL
Future Music Camp 2023 CAPADOL

Am Donnerstag, den 06. Juni und Freitag, den 07. Juni findet das Future
Music Camp an der Popakademie Baden-Württemberg statt. Expert:innen der
Musik- und Kreativbranche sprechen dabei über Innovationsthemen:
Schwerpunkt dieses Jahr ist die Zukunft von Musikrechten und Marketing.

Aktuell wächst die Bedeutung des Rechtemanagements, beeinflusst durch KI-
gestützte Instrumente im Marketing und in der Musikproduktion sowie sich
wandelnde Lizenzierungsvoraussetzungen. So thematisiert das Future Music
Camp (FMC) 2024 aktuelle und kommende Herausforderungen in der Musik- und
Kreativbranche.
Hochkarätige Keynote-Speaker:innen, u.a. von Warner Chappell, TikTok
Music, Soundcloud, ICE, Bermvda und Place Called Home sprechen zu Fragen
wie:  Was sind Best-Practices und Zukunfts-perspektiven in der
datengetriebenen Arbeit von Musikverlagen? Wie und mit welchen
Innovationen reagieren Streaming- und Videoplattformen auf die neuesten
Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz? Welche neuen
Technologien können (DIY-)Artists nutzen, um ihre Fans und Communities zu
erreichen? Und nicht zuletzt, wie gehen Verwertungsgesellschaften mit
dieser Thematik um, welche Herausforderungen bestehen, und welche Projekte
werden initiiert, um diesen zu begegnen?
Das FMC lädt ein, diese Fragen gemeinsam zu erörtern, innovative Lösungen
zu diskutieren und die Weichen für die Zukunft der Musikindustrie zu
stellen.

Zusätzlich werden auch von Teilnehmer:innen gehaltene Sessions angeboten,
das Format bestimmen die Teilnehmenden selbst. Bis zum 22.04. können
Vorschläge eingereicht werden. Alle Infos zu den Sessions, Beispiele aus
den vergangenen Jahren, Einreichung von Vorschlägen online unter:
https://www.futuremusiccamp.de/call-for-sessions-2024/

Die Teilnahme am FMC ist kostenlos, die Plätze sind begrenzt. Anmeldung
unter: https://www.futuremusiccamp.de/anmeldung-2024/

Das FMC startete 2009 und hat sich als innovatives Konferenzformat für
Führungs- und Nachwuchskräfte aus der Musik- und Kreativbranche etabliert.
Die Popakademie vernetzt hier Expert:innen aus der Praxis mit Studierenden
aus den einschlägigen Fachbereichen Musik-, Medien-, Kultur- und
Kreativwirtschaft. Verantwortlich ist David Stammer, Projektmanager
Digital Innovation, der das Future Music Camp auch moderiert.

Über das Future Music Camp: https://www.futuremusiccamp.de/
Über die Popakademie Baden-Württemberg: https://www.popakademie.de/de/

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Popakademie Talks zum Thema „Musik und Macht“

Im Sommersemester 2024 veranstaltet die Popakademie Baden-Württemberg
wieder die Reihe Popakademie Talks. Es stellen Gäste aus dem Musik- und
Kulturbereich das Thema „Musik und Macht“ vor: mit Marina Fischer, Prof.in
Dr.in Kristine Ringsager und Moses Pelham.

Die Popakademie Talks starten am Dienstag, den 16.04.2024. Um 19 Uhr
spricht Marina Fischer über Machtmissbrauch an Hochschulen. Sie ist
Psychologin und systemische Beraterin. Fischer forscht im Rahmen des
Promotionskollegs „Gute Arbeit in einer transformativen Welt“ am
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und am Institut Gender in
Medicine der Charité - Universitätsmedizin Berlin zu Arbeitsbedingungen in
der Kunst- und Kulturbranche. Hier untersucht sie Machtmissbrauchs- und
Gewalterfahrungen junger Künstler:innen im Kontext ihrer
Hochschulausbildung und früher Karrierephasen. Besonders interessiert sich
Fischer für Perspektiven (mehrfach-)marginalisierter Künstler:innen, für
Zusammenhänge von Machtmissbrauchserfahrungen und psychischer Gesundheit,
sowie für machtsensible Präventionsansätze für künstlerische Lehr- und
Lernkontexte. Neben ihrer Forschung ist sie Teil von Themis
Vertrauensstelle e.V., der unabhängigen bundesweiten Beratungsorganisation
gegen sexualisierte Gewalt in der Kultur- und Medienbranche. Hier erhalten
Betroffene, Zeug:innen und Arbeitgebende kostenfreie juristische und
psychologische Unterstützung.

Am Dienstag, den 04.06.2024 um 19 Uhr, ist Prof.in Dr.in Kristine
Ringsager zu Gast an der Popakademie. Ringsager ist Professorin an der
Fakultät für Kunst- und Kulturwissenschaften der Universität Kopenhagen.
Ihre Forschung konzentriert sich auf die anthropologische Untersuchung von
Musik, mit Schwerpunkt auf rassifizierte und geschlechtsspezifische
Kulturen und Infrastrukturen und dem Einsatz von Musik in Prozessen des
sozialen Wandels. Sie ist Leiterin des Forschungsprojekts Gendering Music
Matter (2022-2024), hier werden geschlechtsspezifische Ungleichheiten in
der dänischen Populärmusikindustrie untersucht. Ein besonderer Schwerpunkt
liegt, wie die Infrastruktur der Populärmusikindustrie die Erfahrungen und
die Navigation von Frauen und geschlechtsspezifisch minorisierten
Musikschaffenden bei der Verfolgung ihrer Karrieren in diesem Bereich
beeinflusst. Zuvor war sie an den Projekten “Music as Social Intervention”
und “Contemporary Music from the Middle East” (2020-2022) beteiligt.
Ringsager promovierte über die dänischsprachige Rap-Szene mit den
Schwerpunkten Staatsbürgerschaft, Migrationspolitik, erlebte
Andersartigkeit und soziale Transformation.

Am Dienstag, den 18.06.2024 ab 19 Uhr spricht Moses Pelham über Musik und
Macht. Der Rapper, Autor, Produzent und Labelbetreiber Moses Pelham ist
der erste und einzige Rapper weltweit, der über fünf Dekaden in den
Offiziellen Deutschen Charts vertreten war. Er schuf mit seinem Rödelheim
Hartreim Projekt die Blaupause für das, was später Straßenrap genannt
werden sollte, entdeckte und produzierte u.a. Sabrina Setlur, gründete das
Soul-Trio GLASHAUS und signte Azad. Seiner Feder entstammen 29 LPs, 94
Single-Veröffentlichungen, 90 Chartnotierungen und insgesamt 1013 Wochen
in den deutschen Charts. So verkaufte er allein über sein Label 3p
10.000.000 Tonträger. Pelham ist Preisträger des ECHO, der Goetheplakette,
des Ehrenpreises der Deutschen Schallplattenkritik, der Goldenen Kamera
und des HipHop.de-Awards für sein Lebenswerk. Moses Pelham arbeitet
derzeit an seinem letzten Studioalbum, das im Herbst 2024 erscheinen wird
und den Titel „Letzte Worte" trägt. Pelham wird mit seiner Band unter dem
Titel „Letzte Worte LIVE" ein letztes Mal deutschlandweit auf Tour gehen.

Die Talks finden jeweils in der Popakademie in Raum 001 statt, eine
Anmeldung ist nicht nötig.

Über die Popakademie Baden-Württemberg: https://www.popakademie.de

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