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Wie können sich Fabriken autonom an laufend neue Bedingungen anpassen? Wie lässt sich Beton ressourcen- und klimaschonend herstellen? Wie schaffen wir Speicherkapazitäten für den Ausbau erneuerbarer Energien? Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Wie können sich Fabriken autonom an laufend neue Bedingungen anpassen? Wie
lässt sich Beton ressourcen- und klimaschonend herstellen? Wie schaffen
wir Speicherkapazitäten für den Ausbau erneuerbarer Energien? Das
Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelt Lösungen für
vielfältige Herausforderungen. Unter dem Titel „Forschen für eine
nachhaltige Zukunft“ zeigt das KIT auf der Hannover Messe vom 22. bis 26.
April 2024 Exponate und Präsentationen im Future Hub (Halle 2, Stand B35)
sowie bei den Energy Solutions (Halle 13, Stand C76). Zudem ist das KIT am
Stand von Baden-Württemberg international, an weiteren Ständen sowie im
Konferenzprogramm vertreten.

Informationen zu den Ständen und Exponaten des KIT finden Sie auch in der
digitalen Pressemappe des KIT zur Hannover Messe 2024:
https://www.sts.kit.edu/hannovermesse2024.php

„Eine nachhaltigere Industrie ist nicht nur ökologisch sinnvoll und
erforderlich, sie treibt auch die Technologieentwicklung in unserem Land
entscheidend voran: bei ressourcenschonenden Produktionsverfahren genauso
wie bei der Energieversorgung und Automatisierung industrieller Prozesse.
Forschende des KIT arbeiten disziplinenübergreifend an entsprechenden
Lösungen. Wir freuen uns sehr, auch in diesem Jahr einige davon in
Hannover zu zeigen“, sagt Professor Oliver Kraft, Vizepräsident Forschung,
in Vertretung des Präsidenten des KIT.

„Forschung und Innovation gehen am KIT Hand in Hand. Nur in diesem engen
Zusammenspiel und im Austausch mit der Wirtschaft kann uns die
Transformation hin zu einer nachhaltigeren Industrie gelingen. Dabei
müssen wir an entscheidenden Stellen grundlegend neu denken: weg von einem
bisher überwiegend linearen Wirtschaften hin zur Kreislauffabrik der
Zukunft, die wir auf der Hannover Messe vorstellen“, so Professor Thomas
Hirth, Vizepräsident Transfer und Internationales des KIT.

Das KIT im Future Hub (Halle 2, Stand B35)

Im Future Hub (Halle 2, Stand B35) stellen das KIT und das FZI
Forschungszentrum Informatik, ein Innovationspartner des KIT, ihre
Projekte an einem gemeinsamen Stand vor.

AgiProbot: Mobile lernende Roboter mit Multisensorik für ein agiles
Produktionssystem

Ziel des Projekts AgiProbot ist es, dass sich Fabriken autonom an ständig
neue Bedingungen anpassen können. Dabei stellt das Remanufacturing einen
idealen Anwendungsfall dar: Gebrauchte Produkte werden durch Demontage,
Aufarbeitung und Remontage auf den Qualitätsstandard von neuen Produkten
gebracht, sodass sie sich wiederverwenden lassen. Damit trägt
Remanufacturing zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft bei. Wie die
Roboter in AgiProbot lernen, demonstriert das KIT anhand von zwei
Aufgaben: Inspektion gebrauchter Produkte und Erfassung von
Demontageprozessen.

AgiProbot: Inspektion gebrauchter Produkte

Bei der Befundung wird bewertet, ob sich ein gebrauchtes Produkt
aufarbeiten und wiederverwenden lässt. In AgiProbot wird an einer
Befundungsstation das sonst von Menschen vorgenommene anfängliche
Überprüfen gebrauchter Produkte automatisiert. Dazu nutzt die Station
Verfahren der optischen Messtechnik wie ein robotergeführtes Kamerasystem
und Methoden der Künstlichen Intelligenz. So kann die Station lernen,
Zustand und Mängel selbstständig festzustellen.

AgiProbot: Erfassen und Interpretieren von Demontageprozessen

Eine eigens aufgebaute Station dient dazu, den Menschen bei einer
manuellen Demontage zu beobachten. Mit der eingesetzten Sensorik lassen
sich Augen- und Blickbewegung sowie menschliche Haltung, Arm- und
Handbewegungen in Kombination mit benutzten Werkzeugen und
Produktkomponenten sowie einzelne Objekte auf der Arbeitsmatte erfassen.
Diese Daten dienen als Eingabe für das Programmieren eines Roboters durch
Vormachen. Ziel ist eine automatisierte Demontage.

Net-Zero Circular Concrete: Kreislaufwirtschaft für Beton

Ein innovatives Kreislaufverfahren ermöglicht es, Beton ressourcen- und
klimaschonend herzustellen. Dazu wird Altbeton aus dem Abriss von Gebäuden
gebrochen und in grobe und feine Teile sortiert. Aus dem Feinanteil wird
nach Zugabe von Kalkstein und bei moderaten Prozesstemperaturen ein
Bindemittel hergestellt. Der Grobanteil nimmt das im Prozess entstehende
Kohlenstoffdioxid (CO2) auf und wird gemeinsam mit dem Bindemittel für die
Produktion von neuem Beton genutzt. Am KIT entsteht derzeit eine
Pilotanlage, um das Know-how für die Herstellung größerer Mengen zu
schaffen.

ANYMOS: Datensicherheit in der vernetzten Mobilität

Ob Navigationssysteme oder Ticketkäufe per Smartphone – Dienste für
vernetzte Mobilität erfordern Daten. Wie lässt sich erreichen, dass die
Daten so verwendet werden, dass sie ihren Zweck erfüllen, aber keine
Rückschlüsse auf Individuen zulassen? Mit dieser Frage befasst sich der
Kompetenzcluster „Anonymisierung für vernetzte Mobilitätssysteme“
(ANYMOS), den das KIT und das FZI Forschungszentrum Informatik, ein
Innovationspartner des KIT, gemeinsam vorstellen. Die Forschenden
untersuchen, welche Anforderungen an Methoden der Anonymisierung zu
stellen sind und ermitteln die Umstände, unter denen aus anonymisierten
Daten wieder individuelle Daten werden könnten. Daraus sollen konkrete
Anwendungen entstehen, beispielsweise Ticketsysteme, die eine
zurückgelegte Strecke genau abrechnen, ohne zu verraten, welche Strecke
die Person gefahren ist.

Research to Business – Technologieangebote des KIT

Am Stand im Future Hub ist zudem die Technologiebörse des KIT mit 40
weiteren Angeboten vertreten. Sie zeigt Innovationen des KIT, aus denen
marktfähige Produkte und Verfahren entstehen können.

Das KIT bei den Energy Solutions (Halle 13, Stand C76)

Bei den Energy Solutions geht es um Energiespeicher, denen beim
nachhaltigen Umbau des Energiesystems und beim Ausbau erneuerbarer
Energien eine entscheidende Bedeutung zukommt. Das KIT zeigt Entwicklungen
für verschiedene Anwendungen, für die Strom- und Wärmeversorgung sowie für
die Industrie.

Flüssige Metalle als Wärmeträger

Mit thermischen Energiespeichern lässt sich Energie für industrielle
Hochtemperaturprozesse, beispielsweise in der Chemieindustrie oder bei der
Metallverarbeitung, direkt in Form von Wärme angebots- und
bedarfsorientiert speichern. Flüssigmetalle ermöglichen das Speichern von
Wärme in einem sehr hohen Temperaturbereich. Sie werden mit
Keramikkügelchen kombiniert, die eine hohe Speicherdichte und
Langzeitspeicherfähigkeit aufweisen. Eine Pilotanlage soll den Betrieb
eines flüssigmetallbasierten Wärmespeichers demonstrieren.

BiFlow: Hybridspeichersystem für die Strom- und Wärmeversorgung

Die Energiewende mit dem Ausbau erneuerbarer Energien erfordert große
Speicherkapazitäten. Im Projekt BiFlow entsteht ein Hybridspeichersystem,
das die spezifischen Vorteile der Lithium-Ionen-Batterie und der Redox-
Flow-Batterie miteinander verbindet. Überdies dienen die Elektrolyttanks
der Redox-Flow-Batterie als Wärmespeicher, was den Gesamtwirkungsgrad der
Anlage erhöht. So eröffnen sich neue Möglichkeiten für eine kosten- und
platzeffiziente Strom-Wärme-Kopplung.

Litona: Materialien für nachhaltige Natrium-Ionen-Akkus

Das aus dem KIT ausgegründete Start-up Litona entwickelt
Energiespeichermaterialien für Natrium-Ionen-Akkuzellen. Weil sie sich mit
günstigen und gut verfügbaren Rohstoffen herstellen lassen, könnten
natriumbasierte Akkus künftig dazu beitragen, die Kosten von Batterien zu
senken sowie die Abhängigkeit Europas von Rohstoffimporten zu reduzieren.
Litona befasst sich derzeit vor allem mit den Preußisch-Weiß-Analoga.
Diese Speichermaterialien sind besonders für die stationäre
Energiespeicherung und für Anwendungen im Automobilbereich interessant.

Sichere Wasserstoffspeicher

Wasserstoff (H2) eignet sich als sauberer, effizienter und zuverlässiger
Energieträger für viele Anwendungen. Das KIT hat in der Forschung zur
H2-Sicherheit mehr als 30 Jahre Erfahrung. Mit dem Wasserstoff-
Versuchszentrum HYKA verfügt es über weltweit einzigartige Infrastrukturen
für Experimente zu unterschiedlichen Freisetzungs- und
Verbrennungsszenarien. Mit dem PET-Rohr untersuchen Forschende turbulente
Verbrennungsvorgänge in Wasserstoff-Luft-Gemischen in teilumschlossenen
Geometrien, wie sie bei einem undichten H2-Speicher in realen Räumen mit
Türen und Fenstern zu erwarten sind. Ergänzend zu den Experimenten
entwickeln die Forschenden 3-D-Simulationsprogramme, mit denen sich
Sicherheitssituationen gezielt überprüfen und verbessern lassen.

Research to Business – Technologieangebote des KIT

Am Stand bei den Energy Solutions ist zudem die Technologiebörse des KIT
mit 32 weiteren Angeboten vertreten. Sie zeigt Innovationen des KIT, aus
denen marktfähige Produkte und Verfahren entstehen können.

Das KIT an weiteren Themenständen

Der InnovationsCampus Mobilität der Zukunft (ICM) der Universität
Stuttgart und des KIT gibt am Stand von Baden-Württemberg international
(Halle 12, Stand D15) Einblicke in die Spitzenforschung für nachhaltige
und digitalisierte Produktion und Mobilität. Die Wasserstoffwelt des ICM
umfasst Exponate und Projekte aus der Prozesskette in Brennstoffzellen.
Das Projekt RoboCable zeigt einen Roboter, der mithilfe Künstlicher
Intelligenz Kabel und Kabelstränge automatisiert verlegt. Am Demonstrator
DeVee, einem Elektro-Leichtfahrzeug, sind verschiedene Teilsysteme für ein
Fahrzeugkonzept der Zukunft zu erleben.

Das Center for Electrochemical Energy Storage Ulm & Karlsruhe (CELEST)
stellt sich ebenfalls am Stand von Baden-Württemberg international (Halle
12, Stand D15) vor. In CELEST, der deutschlandweit größten Plattform für
elektrochemische Speicher, arbeiten das KIT, die Universität Ulm sowie das
Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg
(ZSW) zusammen.

Das Projekt AppLHy!, vertreten mit einem Exponat am Stand des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung (Halle 2, Stand A28), befasst
sich mit Design und Realisierung einer kombinierten Transportstrecke für
Flüssigwasserstoff und elektrische Energie. Der Strom soll mithilfe von
Hochtemperatur-Supraleitern übertragen werden.

Die KIT-Gründerschmiede (Halle 2, Stand D30) bietet Studierenden und
Beschäftigten des KIT die Chance, sich gezielt mit den Themen Gründen und
Unternehmertum auseinanderzusetzen. Dazu bietet sie Beratung, Lehr- und
Weiterbildungsveranstaltungen an.

Das KIT im Konferenzprogramm

Tech Transfer Conference Stage (Halle 2, Stand B02)

Dienstag, 23. April 2024, 13:55 Uhr: Podiumsdiskussion: Welche
Verantwortung trägt Forschung für eine nachhaltige Zukunft? Expertinnen
und Experten aus Informationstechnologie, Mobilität und Forschungstransfer
diskutieren über die Rolle und Verantwortung der Wissenschaft angesichts
von Klimawandel, Ressourcenknappheit und Auswirkungen auf die
Gesellschaft. Im Fokus steht vor allem der sich sehr schnell entwickelnde
Einsatz der Künstlichen Intelligenz. Teilnehmende sind Ada Streb, FZI
Forschungszentrum Informatik, Leiterin des Hauptstadtbüros und
Bereichsleiterin Innovation, Strategy and Transfer; Dr. Alexander Viehl,
FZI, Bereichsleiter Intelligent Systems and Production Engineering; Dr.
Sandra Kauffmann-Weiß, KIT, Geschäftsführerin InnovationsCampus Mobilität
der Zukunft und Dr. Walter Tromm, Sprecher des KIT-Zentrums Energie. Die
Moderation übernimmt Dr. Wolfgang Breh, Geschäftsführer des KIT-Zentrums
Energie.

Dienstag, 23. April 2024, 14:50 Uhr: Vortrag: Net-Zero Circular Concrete
von Dr. Peter Stemmermann, Institut für Technische Chemie des KIT

Mittwoch, 24. April 2024, 10:25 Uhr: Vortrag: SFB 1574 – Die
Kreislauffabrik für das ewige Produkt von Manuel Zaremski, Institut für
Arbeitswissenschaft und Betriebsorganisation des KIT

ENERGY 4.0 Academy (Halle 12, Stand D35/26)

Dienstag, 23. April 2024, 14:20 Uhr: Vortrag: Neues thermisches
Kopplungssystem für stationäre elektrische Energiespeicher im
Gebäudesektor von Dr. Christian Kupper, Elektrotechnisches Institut des
KIT

(or)

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und
vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den
globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie,
Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 800
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in
Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften
zusammen. Seine 22 300 Studierenden bereitet das KIT durch ein
forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle
Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die
Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und
Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und
Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Das KIT ist eine der
deutschen Exzellenzuniversitäten.

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Ringvorlesung: Mobilität – Beweglichkeit vielfältig denken

Öffentliche Veranstaltungsreihe "[mobiliˈtɛːt]“ der Frankfurt UAS startet
am 17. April

Im Sommersemester 2024 lädt die Frankfurt University of Applied Sciences
(Frankfurt UAS) zu ihrer öffentlichen Ringvorlesung „[mobiliˈtɛːt]“ ein.
An vier Terminen beleuchten ab dem 17. April 2024 Forschende der
Hochschule und Expert*innen aus der Praxis auf dem Campus am
Nibelungenplatz das Thema Mobilität. Der Begriff wird dabei nicht nur
verkehrstechnisch verstanden, sondern als Beweglichkeit in vielfältiger
Hinsicht. Thema sind so neben der Verkehrswende gemeinschaftliche
Zwischennutzungen im urbanen Raum, Migration sowie Technologien wie
Robotik als Unterstützung für Menschen mit Beeinträchtigung. Im Anschluss
an die Impulsvorträge der Expert*innen hat das Publikum die Möglichkeit
zum Austausch und zur Diskussion. Die Teilnahme ist kostenfrei und steht
allen Interessierten offen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Termine: Ringvorlesungsreihe „[mobiliˈtɛːt]“
17. April 2024, 15. Mai 2024, 12. Juni 2024 und 10. Juli 2024, jeweils
18:30-20:00 Uhr
Veranstaltungsort: Frankfurt University of Applied Sciences,
Nibelungenplatz 1, 60318
Frankfurt; Gebäude 10, Mehrzweckraum E07/08

Programm:

17. April 2024
Flucht*Migration in Zeiten der Katastrophe. Inklusion und ökosoziale
Interventionen in solidarischen Allianzen
Prof. Dr. habil. Caroline Schmitt, Professorin für Ecosocial Work and Care
und Prof. Dr.-Ing. Jan Dieterle, Professor für Nachhaltige Freiraum- und
Stadtgestaltung, beide Frankfurt UAS, sowie Anas Alakkad, Majd Al Hamoud
und Faris Allahham, Initiative Syrische Freiwillige in Deutschland/Simongo

15. Mai 2024
Vision 31 – Zwischennutzung und Koproduktion am Kulturcampus/FFM & Beyond
Prof. Dr.-Ing. Paola Alfaro - d’Alençon, Professorin für Städtebau und
Entwerfen im internationalen Kontext, Frankfurt UAS, und Tobias Krauch,
Making Frankfurt, beide „New European Bauhaus“-Projekt „Vision 31“

12. Juni 2024
Digital, kognitiv und körperlich mobil sein: Robotik und Assistive
Technologien unterstützen Menschen mit Beeinträchtigungen
Prof. Dr. Thomas Hollstein, Prof. Dr. Heiko Hinkelmann und Leya Küsters,
Forschungszentrum FUTURE AGING der Frankfurt UAS

10. Juli 2024
Gelingende Verkehrswende? Aktuelle Dynamiken und Hemmnisse
Prof. Dr. Dennis Knese, Professor für nachhaltige Mobilität und
Radverkehr, und Prof. Dr. Timo v. Wirth, Professor für Nachhaltigkeit im
Fachbereich Wirtschaft und Recht, beide Frankfurt UAS, sowie Dipl.-Ing.
Ulrike Gaube, Dezernat für Mobilität der Stadt Frankfurt am Main

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THWS-Studierende tüfteln auf Gran Canaria

Nachhaltigkeits-Makeathon zieht Teilnehmende aus 47 Ländern an

600 kreative Köpfe aus 47 Ländern tüfteln vier Tage lang an komplexen
Ingenieursaufgaben: Das ist die Grundidee des „Smart Green Island
Makeathon“, bei dem Teilnehmende aus Hochschulen und der Industrie in
interdisziplinären Teams zusammenkommen und für knifflige Probleme
nachhaltige Lösungen erarbeiten. Die Veranstaltung des Unternehmens ITQ
fand im Februar bereits zum siebten Mal statt, in diesem Jahr auf Gran
Canaria. Mit dabei waren acht Studierende der Technischen Hochschule
Würzburg-Schweinfurt (THWS), begleitet von Prof. Dr.-Ing. Jörg Missbach.

Wie bereits im vergangenen Jahr kamen die Studierenden aus der Fakultät
Maschinenbau: Drei Studierende aus dem Studiengang Wasserstofftechnik,
vier aus dem Bachelor Maschinenbau und ein Studierender der Mechatronik
nahmen in verschiedenen Teams teil. Insgesamt wurden 33 unterschiedliche
Projekte rund um das Thema Nachhaltigkeit realisiert – die Studierenden
hatten die Möglichkeit, ihre Kreativität mit den im Studium erlernten
technischen Fähigkeiten zu kombinieren. Die Projekte sowie die benötigten
Materialien stellten die Sponsoren, Hochschulen und Universitäten zur
Verfügung. Neben grundlegender Ausstattung wie Kabel oder Schrauben
konnten die Teilnehmenden auch modernste Technik, darunter beispielsweise
Roboterarme und 3D-Drucker, nutzen.

Das von der THWS angebotene Projekt bestand in der Entwicklung eines
mobilen Wasserstoffdetektors. Die Studierenden Khader Karkar, Emma Keidel,
Boas Lex und Jan Schmidt gründeten hierzu das Team „Hydrogen Sniffers“.
Die Studierenden Fabian Englert, Marie Gebert und Julius Lahaye machten
bei einem Projekt der Hochschule Rhein-Waal mit, bei dem es um die
Konzipierung eines auf einer Brennstoffzelle basierenden Range-Extenders
für einen elektrisch betriebenen Traktor ging. Der Studierende Johannes
Bauer widmete sich einer Challenge des Unternehmens B&R, bei der mithilfe
eines Elektrolyseurs zunächst aus Wasser Wasserstoff und im Folgenden
mittels einer Brennstoffzelle Strom zum Laden von Batterien gewonnen
wurde.

Effektiv im Team arbeiten

Insgesamt wurde der Makeathon von allen als eine bereichernde Erfahrung
wahrgenommen. Jan Schmidt beschreibt seine Eindrücke: „Der Makeathon hat
mir gezeigt, was junge angehende Ingenieure innerhalb von nur vier Tagen
auf die Beine stellen können. Besonders beeindruckt hat mich, wie schnell
die vor Ort gebildeten Teams aus unterschiedlichsten Hochschulen und
Nationen schon nach kürzester Zeit zu Ergebnissen gekommen sind. Das zeigt
mir, dass Herausforderungen, wie wir sie beim Makeathon gemeistert haben,
am effektivsten in einem Team, in dem alle am selben Strang ziehen, zu
meistern sind.“ Emma Keidel empfand es zusätzlich als eine gute
Möglichkeit, sich mit anderen Studierenden aus der ganzen Welt zu
vernetzen. Dies brachte nicht zuletzt den Vorteil, Englischkenntnisse
anwenden und verbessern zu können.

Auch Prof. Dr.-Ing. Jörg Missbach zeigte sich zufrieden: „Es war wunderbar
zu sehen, wie sich Studierende aus den unterschiedlichsten Nationen
gemeinsam in interdisziplinären Teams einer Aufgabe widmeten, ihr eigenes
Projektmanagement erstellten, ihr Projekt in nur vier Tagen zum Ziel
führten und anschließend vor 600 Teilnehmern präsentierten.“

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Akklimatisierung - Lokale Anpassung an den Klimawandel

Kommunale Transformationsprozesse: Der Arbeitskreis "Klimaangepasste
Stadt- und Regionalentwicklung" der ARL hat seine Arbeitsergebnisse in der
renommierten Fachzeitschrift politische ökologie im oekom verlag
veröffentlicht. Die pö, Band 176, nimmt die lokale Klimawandelanpassung in
den Blick.

Es wird merklich ungemütlicher vor unserer Haustür. Hitze- und
Dürreperioden
dauern länger an. Extremwetterereignisse wie Starkregen, schwere Gewitter
und Stürme nehmen auch in Europa zu und richten viel Unheil an. Das stellt
nicht nur die Stadt- und Regionalplanung, sondern vor allem die
öffentliche Verwaltung in Städten und Kommunen vor ungewohnte und große
Herausforderungen.

Vor Ort sind aber nicht nur die Folgen der Erderhitzung direkt spürbar.
Hier entscheidet sich letztlich auch, wie schnell erneuerbare Energien
ausgebaut und ob Wege in die postfossile Zukunft praktisch beschritten
werden. Auch naturbasierte Lösungen müssen immer lokal ausgearbeitet und
umgesetzt werden. Kein Wunder, dass Städte und Regionen in der
Umweltpolitik gefragt sind wie nie. Denn sie sind die vielbeschworene
lokale oder regionale Ebene, die für die konkrete Umsetzung übergeordneter
umwelt- und klimapolitischer Ziele entscheidend ist.

Für die lokalen Verwaltungen sind Klimaschutzanforderungen und die nötige
Anpassung an den Klimawandel eher neue Querschnittsaufgaben, die noch eine
Menge Fragen aufwerfen, weil sie auch diverse andere umwelt- und
sozialpolitische Themenfelder und -politiken berühren. Daraus ergeben sich
für das praktische Verwaltungshandeln Synergien, aber auch Zielkonflikte.
Städten und Regionen fällt es daher nicht immer leicht, sich zu
»akklimatisieren« und die lang erprobte Verwaltungspraxis den neuen
Anforderungen anzupassen. Aber es gibt auch schon etliche Kommunen und
städtische Ballungsräume, die mutig vorangehen und neue Konzepte der
Klimawandelanpassung praktisch umsetzen.

Die pö 176 "Akklimatisierung - Lokale Anpassung an den Klimawandel" stellt
die Arbeitsergebnisse des inter- und transdisziplinär besetzten
Arbeitskreises "Klimaangepasste Stadt- und Regionalentwicklung" der ARL
vor und nimmt die lokale Klimawandelanpassung in den Blick:

- Warum gelten Schwammstädte als Hoffnungsträger?
- Wobei helfen lokale Klimaschutzräte?
- Wie lässt sich lokale Klimawandelanpassung forcieren?

Mit Beiträgen von Marco Pütz, Barbara Warner, Stefanie Rößler, Dominik
Braunschweiger, Hartmut Fünfgeld, Andreas Vetter, Jörn Birkmann, Stefan
Greiving, Wiebke Störmann, Fabian Dosch, u. v. m.

Neugierig geworden?! Lassen Sie sich inspirieren!

Die pö 176 ist Anfang April 2024 im Buchhandel erschienen. Der für die
kommunale Praxis relevante Band wurde von der ARL – Akademie für
Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft mit herausgegeben.

>> Alle Infos zur Publikation und zur Bestellung:
https://www.arl-net.de/sites/default/files/media-
attachments/2024-03/poe176_2024_Postkarte.pdf

***
politische ökologie

Die Welt steht vor enormen ökologischen und sozialen Herausforderungen. Um
sie zu bewältigen, braucht es den Mut, ausgetretene Denkpfade zu
verlassen, unliebsame Wahrheiten auszusprechen und unorthodoxe Lösungen zu
skizzieren. Genau das tut die politische ökologie mit einer Mischung aus
Leidenschaft, Sachverstand und Hartnäckigkeit.
Die politische ökologie schwimmt gegen den geistigen Strom und spürt
Themen auf, die oft erst morgen die gesellschaftliche Debatte beherrschen.
Die vielfältigen Zugänge eröffnen immer wieder neue Räume für das
Nachdenken über eine Gesellschaft, die Zukunft hat.

Herausgegeben wird die politische ökologie vom oekom e.V. – Verein für
ökologische Kommunikation.

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