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Bund und Land investieren in Standort Erkner

Bundesbauministerium und Brandenburger Wissenschaftsministerium
unterstützen das Leibniz-Institut in Erkner mit 15 Millionen Euro für die
Sanierung des Wissen-schaftsstandortes

In Erkner wird Spitzenforschung betrieben, die Erkenntnisse darüber
liefert, wie sich sozia-le Räume in Deutschland und im internationalen
Vergleich entwickeln. Was erst einmal abstrakt klingt, beschreibt, wie
sich die Umgebung der Menschen verändert und mit ihr der Alltag der
Menschen.

Deutschlandweit wird bezahlbarer Wohnraum gebraucht. Städte müssen sich an
den Kli-mawandel anpassen, Regionen den Strukturwandel stemmen und Dörfer
wieder attraktiv werden. Wie können die notwendigen Veränderungen
organisiert werden? Sind unsere Pla-nungs- und Beteiligungsinstrumente
noch fit für die Zukunft? Wie müssen sie sich weiter-entwickeln, um
Konflikte demokratisch zu lösen und die benötigten Bauprojekte voranzu-
treiben?  Antworten auf diese Fragen geben die Forscherinnen und Forscher
des Leibniz-Instituts für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) schon seit
1995 von Erkner aus. Dort haben sie das denkmalgeschützte
Verwaltungsgebäude des ehemaligen Bakelite Werks bezogen. Knapp dreißig
Jahre später wird es höchste Zeit, nicht mehr aufschiebbare In-
standsetzungsmaßnahmen vorzunehmen. So ist das Dach kaputt, aber auch beim
Arbeits-, Brandschutz und bei der Barrierefreiheit gilt es schnell
nachzuarbeiten.

Dafür stellen das Land Brandenburg durch das Ministerium für Wissenschaft,
Forschung und Kultur (MWFK) sowie der Bund durch das Bundesministerium für
Wohnen, Stadtent-wicklung und Bauwesen (BMWSB) hälftig Mittel in Höhe von
insgesamt 15 Millionen Euro bereit. Damit soll das Dach neu aufgebaut,
Trink- und Abwasserleitungen saniert und die Wärmeversorgung auf den
neuesten Stand gebracht werden. Beim Umbau wird Barriere-freiheit
mitgeplant. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt ab 2025 bis 2027.

Dazu Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle: "Ob Wende oder
(Struktur)Wandel: Brandenburg kennt sich aus mit Transformation! An
disruptiven regionalen Entwicklungen immer dicht dran ist das Leibniz-
Institut für Raumbezogene Sozialforschung - ein hervorra-gender
Ansprechpartner für Akteure des Wandels von Raum und Gesellschaft weit
über Brandenburg hinaus. Ich freue mich, dass wir als Land knapp eine
Million Euro aus dem Brandenburg-Paket in die Energieresilienz sowie
gemeinsam mit dem Bund in den nächs-ten Jahren insgesamt 15 Millionen Euro
in die Instandsetzung des Instituts investieren. Denn: Moderne
Forschungsansätze brauchen auch moderne Bedingungen!"

Klara Geywitz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen:
„Hier am IRS in Erkner wird erforscht, wie sich unser Land entwickelt. Von
Brandenburg aus werden deutschlandweit Informationen erhoben, die es
Dörfern, Kleinstädten und Regionen leichter machen, gute und gleichwertige
Lebensbedingungen für die Menschen vor Ort zu planen. Diese wichtige und
wirkungsvolle Forschung braucht ein repariertes Dach über dem Kopf, eine
moderne CO2-sparende Wärmeversorgung und mehr Zugänglichkeit durch weniger
Barrieren. Gemeinsam mit dem Land Brandenburg investieren wir in die
Sanierung des Gebäudes und damit in gute Forschung, die über Brandenburg
hinaus wirkt.“

IRS-Direktor Prof. Dr. Oliver Ibert: „Die Gesellschaft sieht sich immer
mehr Krisen und disruptiven Ereignissen ausgesetzt. Wir am IRS möchten mit
unserer Forschung dazu beitragen, dass zukunftsfähige Lösungen für
städtische und ländliche Räume gefunden werden. Am Standort Erkner
profitieren wir dabei von der Nähe zur Metropole Berlin und sind zugleich
am Puls der dynamischen Entwicklung Brandenburgs. Unser historisches
Institutsgebäude erinnert uns täglich an die Transformationen der letzten
Jahrzehnte. Die Baumaßnahme gibt uns eine Perspektive für die Zukunft: Das
IRS wird mehr denn je ein Ort für wissenschaftliche Originalität und den
Dialog mit der Praxis sein.“
Das 1992 gegründete Leibniz-Institut für Raumbezogene Soziaforschung (IRS)
forscht zu den dynamiscen Wechselbeziehungen zwischen gesellschaftlicher
und räumlicher Ent-wicklung von Städten und Regionen. Besonders die
Wandlungsprozesse der jüngeren Zeit wie beispielsweise die
Covd-19-Pandemie, der Wandel der Arbeitswelt, Konflikte um Bau- und
Planungsprojekte sowie die Herausforderungen durch den Klimawandel stehen
im Fokus. Das Institut hat mehr als 70 Beschäftigte und arbeitet national
und international mit Universitäten und außeruniversitären
Forschungseinrichtungen zusammen. Mehr Informati-onen: https://leibniz-
irs.de.

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Infrastrukturprojekte: Was ist für den Aufbau intelligenter Städte erforderlich?

Infrastrukturprojekt Symbolbild
Infrastrukturprojekt Symbolbild

Da die Urbanisierung weltweit immer schneller voranschreitet, wird der Bedarf an einer effizienten und nachhaltigen Infrastruktur immer wichtiger. Infrastrukturprojekte spielen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und Umwandlung von Städten in Smart Cities, in denen Technologie und datengesteuerte Lösungen die Lebensqualität der Bürger verbessern. In diesem Artikel werden wir die Schlüsselelemente untersuchen, die für erfolgreiche Infrastrukturprojekte erforderlich sind, mit besonderem Fokus auf den Fall von VM Deutschland und das Konzept der Smart Cities.

Die Bedeutung von Infrastrukturprojekten

Infrastrukturprojekte sind das Rückgrat jeder Stadtentwicklung. Sie umfassen eine breite Palette von Initiativen, darunter Transportsysteme, Versorgungsunternehmen, Kommunikationsnetze und öffentliche Einrichtungen. Diese Projekte sind für das Wirtschaftswachstum, die Verbesserung der Konnektivität und die Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität städtischer Gebiete von entscheidender Bedeutung. Beispielsweise war VM Deutschland, ein führendes Infrastrukturunternehmen, an der Spitze zahlreicher Infrastrukturprojekte, die darauf abzielten, Städte in nachhaltige und technologisch fortschrittliche urbane Zentren umzuwandeln. Ihr Fokus auf Innovation und Zusammenarbeit hat sie zu einem wichtigen Akteur auf diesem Gebiet gemacht.

Planung und Strategie

Um den Erfolg eines Infrastrukturprojekts sicherzustellen, sind eine gründliche Planung und eine klar definierte Strategie unerlässlich. Dazu gehört die Durchführung von Machbarkeitsstudien, die Beurteilung der Bedürfnisse der Gemeinschaft sowie die Festlegung klarer Ziele und Zeitpläne. Eine angemessene Planung stellt sicher, dass Projekte effizient und innerhalb des Budgets ausgeführt werden.

Öffentliche Verlobung

Bei Infrastrukturprojekten ist die Einbindung der Öffentlichkeit und Interessengruppen von entscheidender Bedeutung. Öffentliche Beiträge tragen dazu bei, die Bedürfnisse und Anliegen der Gemeinschaft zu erkennen und so integrativere und nachhaltigere Lösungen zu ermöglichen. Diese Projekte sollten Mechanismen zur Beteiligung der Öffentlichkeit beinhalten, wie etwa öffentliche Anhörungen, Umfragen und Konsultationen.

Nachhaltige Entwicklung

Nachhaltigkeit ist ein Schlüsselfaktor bei modernen Infrastrukturprojekten. Die Einbindung erneuerbarer Energiequellen, die Umsetzung umweltfreundlicher Baupraktiken und die Förderung effizienter Transportsysteme sind einige der Möglichkeiten, eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Diese Maßnahmen verringern die Umweltbelastung und erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Städte.

Technologieintegration

Im Zeitalter der Smart Cities ist die Technologieintegration für Infrastrukturprojekte von entscheidender Bedeutung. Der Einsatz von Datenanalysen, Geräten für das Internet der Dinge (IoT) und künstlicher Intelligenz kann dazu beitragen, die Ressourcenzuweisung zu optimieren, die Servicebereitstellung zu verbessern und die Gesamteffizienz der städtischen Infrastruktur zu steigern. Intelligente Städte nutzen Technologie und Daten, um verschiedene Aspekte des städtischen Lebens zu verbessern. Sie nutzen miteinander verbundene Systeme und Geräte, um Mobilität, Energieeffizienz, Sicherheit und allgemeine Lebensqualität zu verbessern. Um eine Stadt in eine Smart City zu verwandeln, müssen Infrastrukturprojekte die neuesten technologischen Fortschritte integrieren und eine nahtlose Konnektivität gewährleisten.

Finanzierung

Eine der größten Herausforderungen bei Infrastrukturprojekten ist die Sicherstellung einer ausreichenden Finanzierung. Regierungen, private Investoren und öffentlich-private Partnerschaften spielen eine entscheidende Rolle bei der Finanzierung dieser Initiativen. Die Erforschung alternativer Finanzierungsmodelle wie Green Bonds und Impact Investments kann dazu beitragen, die Finanzierungslücke zu schließen.

Gesetzlicher Rahmen

Komplexe regulatorische Rahmenbedingungen behindern häufig den Fortschritt von Infrastrukturprojekten. Die Straffung von Regulierungsprozessen, die Gewährleistung von Transparenz und die Förderung der Zusammenarbeit zwischen staatlichen Stellen und dem privaten Sektor können dazu beitragen, diese Hindernisse zu überwinden.

Internet-Sicherheit

Da intelligente Städte stark auf Technologie angewiesen sind, wird Cybersicherheit zu einem wichtigen Problem. Die Umsetzung robuster Cybersicherheitsmaßnahmen ist von entscheidender Bedeutung, um kritische Infrastruktursysteme vor Cyberbedrohungen zu schützen und die Privatsphäre und Sicherheit der Bürger zu gewährleisten.

 

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Internationale Tagung zur Editionswissenschaft zu Gast in Wuppertal

Vom 20. bis 24. Februar findet die Tagung der Arbeitsgemeinschaft für
germanistische Edition an der Bergischen Universität Wuppertal statt. Die
international und interdisziplinär ausgerichtete Veranstaltung bringt über
100 Wissenschaftler*innen aus der Literatur-, Musik-, Kultur- und
Geschichtswissenschaft, der Philosophie, Theologie sowie den Digital
Humanities zusammen, um sich zum Thema „Edition als Transformation –
Bedingungen, Formen, Interessen und Ziele editorischer Präsentationen“
auszutauschen.

In der Editionswissenschaft geht es um die wissenschaftlich gesicherte
Herstellung, Erschließung und Darstellung von Texten zum Zweck ihrer
kulturellen Überlieferung. Jeder editorische Akt impliziert, ob gewollt
oder nicht, stets eine Transformation seines (historischen)
Ausgangsdokuments. Um die Untersuchung der damit verbundenen Phänomene
geht es bei der Tagung in Wuppertal. Tagungsorganisator Prof. Dr. Wolfgang
Lukas von der Bergischen Universität erklärt: „Wir wollen uns verschiedene
Dimensionen der editorischen Transformation anschauen, sie aus
systematisch-theoretischer wie auch historischer Perspektive betrachten.“
Die Themen reichen von Fragen wie „Gehören Orthographie und Typographie
zum ‚Text‘ oder sind sie aus diesem exkludiert?“ über die
Auseinandersetzung mit dem Akt der Codierung (digitalen Auszeichnung)
eines historischen Dokuments bis hin zur historisch-kulturellen Dimension
des Editionsprozesses.

Weitere Informationen zur Tagung sowie zum Programm finden Sie auf der
Veranstaltungswebseite unter https://www.ized.uni-wuppertal.de/de/ag2024/

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ÜBER DIE TAGUNG

Dies ist bereits die zwanzigste internationale Tagung der
Arbeitsgemeinschaft für germanistische Edition. Mitbeteiligt sind die
Fachgruppe Freie Forschungsinstitute in der Gesellschaft für
Musikfor­schung und die Arbeitsgemeinschaft philosophischer Editionen. Vor
Ort kooperieren zudem das „Interdisziplinäre Zentrum für Editions- und
Dokumentwissenschaft“ (IZED) der Bergischen Universität sowie das
Wuppertaler Graduiertenkolleg 2196 „Dokument – Text – Edition. Bedingungen
und Formen ihrer Transformation und Modellierung in transdisziplinärer
Perspektive“.

ÜBER DIE „ARBEITSGEMEINSCHAT FÜR GERMANISTICHE EDITION”

Die „Arbeitsgemeinschaft für germanistische Edition” ist ein
internationaler Zusammenschluss von Wissenschaftler*innen, die sich mit
deutschsprachigen, insbesondere germanistischen Editionen beschäftigen.
Ziel der Vereinigung, die nächstes Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert,
ist, die Arbeit durch Erörterung theoretischer und praktischer Fragen der
Editorik sowie durch die Intensivierung des Erfahrungsaustausches zu
fördern. Alle zwei Jahre führt die Arbeitsgemeinschaft eine große
Fachtagung durch. Außerdem organisieren die Kommissionen (vielfach
zusammen mit anderen Institutionen) kleine Tagungen und Workshops.

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Ökonomische Folgen: Was Kriege die Welt kosten

Wie hoch sind die ökonomischen Kosten von Kriegen, wie setzen sie sich
zusammen, und wer trägt sie? Eine neue Studie des IfW mit Daten für mehr
als 150 Kriege seit 1870 zeigt, dass die Kosten am höchsten sind für das
Land, das Kriegsschauplatz ist. Dort werden Gebäude, Maschinen und
Infrastruktur zerstört, und das Wachstum bricht für viele Jahre ein. Aber
auch die Nachbarländer zahlen durch höhere Inflation und niedrigeres
Wachstum einen großen Teil der Kosten des Krieges.

Die Erfahrung aus vergangenen Kriegen lässt erwarten, dass die Ukraine bis
zum Jahr 2026 rund 120 Milliarden US-Dollar an Wirtschaftsleistung
verlieren und gleichzeitig der ukrainische Kapitalstock um fast eine
Billion US-Dollar fallen wird. Nicht am Krieg beteiligte Drittländer
dürften BIP-Verluste von rund 250 Milliarden US-Dollar verzeichnen, 70
Milliarden US-Dollar davon allein in der Europäischen Union.

Kriege verursachen oft immensen wirtschaftlichen Schaden. In den
Kriegsschauplätzen wird der Kapitalstock zerstört – also
volkswirtschaftliche Sachwerte wie Maschinen oder Gebäude. Gleichzeitig
bricht die Wirtschaftsleistung durchschnittlich um rund 30 Prozent ein,
und die Inflation steigt um rund 15 Prozentpunkte über fünf Jahre. Aber
auch nicht am Krieg beteiligte Drittländer tragen hohe Kosten,
insbesondere die Nachbarländer des unmittelbaren Kriegsschauplatzes: Das
reale BIP fällt hier nach fünf Jahren durchschnittlich um 10 Prozent,
während die Inflation um 5 Prozentpunkte steigt. Kriege haben erhebliche
negative externe Effekte auf die Nachbarn. Für weiter entfernte Länder
können die Effekte aber positiv sein: Es gibt auch in der Weltwirtschaft
Gewinner und Verlierer von Kriegen.

Diese Ergebnisse beruhen auf einer neuen Analyse von Forschern des IfW
Kiel und der Universität Tübingen, die in dem Kiel Policy Brief „The Price
of War“ (https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/die-kosten-des-
krieges-32528/?ADMCMD_simTime=1707886800
) zusammengefasst und im
gleichnamigen Kiel Working Paper (Federle et al., 2024) methodisch
fundiert ist. Teil der Veröffentlichungen ist ein Online-Tool, mit dem
sich hypothetische Szenarien unter den getroffenen Annahmen ad hoc
abschätzen lassen (Price of War Calculator, PCALC, siehe unten).

Beispiel Ukraine – das könnte der Krieg bis 2026 kosten

Auf der Grundlage vergangener Kriege schätzen die Autoren, dass die
russische Invasion bis 2026 zu einem BIP-Verlust in der Ukraine von etwa
120 Milliarden US-Dollar führen wird und der ukrainische Kapitalstock um
mehr als 950 Milliarden US-Dollar sinkt. Gleichzeitig ist die
wirtschaftliche Belastung für die am Krieg unbeteiligten Drittländer mit
insgesamt rund 250 Milliarden US-Dollar ebenfalls erheblich. Hiervon
entfallen etwa 70 Milliarden US-Dollar auf Länder in der Europäischen
Union und ca. 15–20 Milliarden US-Dollar allein auf Deutschland.

„Die Berechnungen beruhen auf den Kosten ‚typischer‘ zwischenstaatlicher
Kriege in der Vergangenheit. Je nach Dauer und Intensität des Krieges sind
weniger oder mehr schwerwiegende Szenarien denkbar“, sagt Jonathan
Federle, Forscher am IfW Kiel und Autor der Studie. „Die von uns
berechneten Übertragungseffekte auf andere Länder berücksichtigen vor
allem die durch geografische Nähe bedingten Handelsverflechtungen und die
Größe der jeweiligen Volkswirtschaft, in der ein Krieg ausbricht.”

Beispiele Taiwan und Iran – unterschiedliche Intensität der
Handelsintegration

Ist eine Volkswirtschaft global stark integriert, wie beispielsweise in
Taiwan, bilden die Schätzungen tendenziell den unteren Rand der zu
erwartenden ökonomischen Kriegskosten ab, in diesem Fall rechnen die
Forscher innerhalb von fünf Jahren mit weltweiten BIP-Verlusten von rund
2,2 Billionen US-Dollar.

Sollte beispielsweise der Iran zum Schauplatz eines Krieges werden,
könnten sich die Kosten in Form von für die Weltwirtschaft verlorenem BIP
über einen Zeitraum von fünf Jahren auf bis zu 1,7 Billionen US-Dollar
belaufen. Der Iran ist auch aufgrund von Sanktionen nicht so stark in den
Welthandel eingebunden, daher liegen die von den Forschern geschätzten
externen Kosten in diesem Fall wahrscheinlich am oberen Rand.

Moritz Schularick, Präsident des IfW Kiel und Ko-Autor der Studie fasst
die zentralen Einsichten zusammen. „Der russische Angriff auf die Ukraine
hat enormen wirtschaftlichen Schaden in der Ukraine, aber auch in den
Nachbarländern und in Deutschland angerichtet. Insgesamt zeigen die
Berechnungen einmal mehr, wie hoch auch ökonomisch der Wert des Friedens
ist und wie katastrophal ein Krieg auf eigenem Boden in jeder Hinsicht
ist. Militärische Stärke und glaubwürdige Abschreckung, die Angriffe von
außen unwahrscheinlich machen, sind insofern auch aus ökonomischer
Perspektive sinnvoll.“

Zum Kiel Policy Brief „The Price of War“: https://www.ifw-
kiel.de/de/publikationen/die-kosten-des-
krieges-32528/?ADMCMD_simTime=1707886800


Price of War Calculator – PCALC
Das Online-Tool Price of War Calculator (PCALC) ist unter
https://priceofwar.org/ frei zugänglich. Es ermöglicht, die
wirtschaftlichen Auswirkungen eines Krieges auf den Kriegsschauplatz sowie
die wirtschaftlichen Übertragungseffekte auf andere Länder zu
überschlagen. Das Tool basiert auf der in „The Price of War“ (Federle et
al., 2024) vorgestellten Studie und verdichtet somit die historischen
Erfahrungen der letzten 150 Jahre. Neue oder hypothetische Kriegsszenarien
können in verschiedener Hinsicht vom historischen Durchschnitt abweichen,
daher können die Berechnungen nur als Schätzung betrachtet werden.

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