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Pädiater des Uniklinikums führt Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin

Prof. Mario Rüdiger ist neuer Präsident der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin.
Prof. Mario Rüdiger ist neuer Präsident der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin.

Prof. Mario Rüdiger ist neuer Präsident der Deutschen Gesellschaft für
Perinatale Medizin. // Der Direktor des Zentrums für feto/neonatale
Gesundheit am Uniklinikum bringt breite Expertise und Netzwerk ein. //
Uniklinikum setzte Akzente bei der perinatalen Versorgung auch im
ländlichen Bereich.

Prof. Mario Rüdiger, Direktor des Zentrums für feto/neonatale Gesundheit
am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, ist zum Präsidenten der
Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) gewählt worden. Sein
zweijähriges Engagement in diesem Amt hat er jetzt angetreten. Mit in das
neue Amt bringt er eine breite Expertise in der Peri- und Neonatologie
sowie Erfahrung beim Aufbau von Netzwerken zur breiten Versorgung von
Schwangeren, Müttern sowie Neugeborenen – in der Stadt und im ländlichen
Raum.

Prof. Dr. med. Mario Rüdiger, Jahrgang 1969, war nach einer Ausbildung zum
Krankenpfleger und dem Studium der Medizin zunächst an der Klinik für
Neonatologie der Charité Berlin als Assistenzarzt tätig. Nach der
Facharztprüfung im Jahr 2000 erhielt er die Schwerpunktbezeichnung
Neonatologie und die Lehrbefähigung für das Fach Kinderheilkunde. Von 2004
bis 2008 war er als Klinischer Oberarzt sowie Leiter der Arbeitsgruppe
„Pulmonary Research in Neonatology“ an der Klinik für Neonatologie der
Medizinischen Universität Innsbruck tätig. Im März 2008 wurde er als
Professor für Pädiatrie der Leiter des Fachbereiches Neonatologie und
Pädiatrische Intensivmedizin an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
des Universitätsklinikums Dresden. Seit 2019 hat er die deutschlandweit
erste Professur für feto/neonatale Gesundheit inne.

Die DGPM ist die älteste wissenschaftliche Fachgesellschaft in
Deutschland, die eine optimale Betreuung von Schwangeren und Neugeborenen
zum Ziel hat und Mitglieder verschiedener Fächer und Professionen vereint.
Anfang Dezember trafen sich mehr als 1.300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
zu dem alle zwei Jahre stattfindenden Kongress in Berlin. Der mittlerweile
31. Kongress der DGPM stand unter dem Motto „Cogito ergo sum“ und
demonstrierte die Lebendigkeit der Fachgesellschaft. Prof. Mario Rüdiger
hatte in diesem Jahr die Kongresspräsidentschaft übernommen.

Neben vielen wissenschaftlichen Themen wurde in einigen Sitzungen die
Zukunft der perinatalen Versorgung sehr intensiv diskutiert. Dabei zeigte
sich, dass das in Ostsachsen gestartete Konzept der engen Zusammenarbeit
verschiedener Einrichtungen im Rahmen des Zentrums für feto/neonatale
Gesundheit auch bundesweit die Chance bietet, den Herausforderungen der
Zukunft gerecht zu werden. „Jetzt müssen wir nur noch Wege finden, diese
enge Zusammenarbeit in Netzwerken zu finanzieren“, so Marian Schemken von
der AOK Plus. „Die Sitzung zur Zukunft der perinatalen Medizin mit
verschiedenen Expertinnen und Experten hat sehr deutlich gezeigt, welche
wichtigen Aufgaben auf mich als Präsident der DGPM warten“, sagt Mario
Rüdiger. „Unsere Erfahrungen in Ostsachsen belegen, welchen Mehrwert
erfolgreiche Netzwerke, kollegialer Austausch und ein starkes
telemedizinisches Netz haben. Diese Impulse möchte ich nun deutschlandweit
einbringen.“

„Erneut haben wir als Hochschulmedizin Dresden in einem Bereich Akzente
gesetzt und die Versorgung von Patientinnen und Patienten verbessert. In
diesem Fall kommt dies jungen Familien, Müttern und Neugeborenen zugute.
Es ist unser Anspruch, Lösungen für die Versorgung der Menschen in der
Fläche zu liefern. Das gelingt uns immer wieder und findet mit dem
Engagement unserer Mitarbeitenden in den Fachgremien und -gesellschaften
Wertschätzung“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand im
Uniklinikum Dresden.

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Neues Projekt für nachhaltige Lebens- und Arbeitswelten älterer Menschen gestartet

Schematische Darstellung der im Rahmen des Projektes zu betrachtenden Region Kreative Wege zu den Praxisforschungsstellen im Projekt
Schematische Darstellung der im Rahmen des Projektes zu betrachtenden Region Kreative Wege zu den Praxisforschungsstellen im Projekt "Alterperimentale" © Annegret Huth

Insbesondere in ländlichen Räumen treffen Schrumpfung und demographischer
Wandel auf schnell fortschreitende Erfordernisse der Transformation hin zu
einer klimaneutralen und digitalen Gesellschaft. Vor allem ältere
Menschen, in den Bereichen Daseinsvorsorge, Gesundheit, Pflege und
Landwirtschaft sind davon betroffen. Dies stellt die Akteure vor Ort vor
große Aufgaben.

Das an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg
(BTU) und der Katholischen Hochschule Berlin angesiedelte Transferbündnis
„Alterperimentale“ zielt darauf ab, die Lebensqualität älterer Menschen in
der peripheren deutsch-polnischen Grenzregion durch gemeinsam mit
zivilgesellschaftlichen Akteur*innen entwickelte Transferideen zu
verbessern. Mit seinem innovativen Ansatz überzeugte das Netzwerk im
Auswahlverfahren der Förderlinie „T!Raum - Innovationen für die Zukunft
der Regionen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und
wird bis August 2026 für drei Jahre mit zunächst insgesamt 5,9 Mio. Euro
gefördert.

Im Fokus des Projektes „Alterperimentale“ stehen soziotechnische,
sozialökologische und sozialräumliche Innovationen. Partizipativ und
gemeinsam mit älteren Menschen sollen nachhaltige Lebens- und
Arbeitswelten in ländlichen Räumen entstehen. Dabei soll nicht nur soziale
Teilhabe gesichert werden. Es sollen insbesondere auch regional relevante
Themen der Sozialen Arbeit, der Gerontologie und der Regionalentwicklung
zusammen mit Praktikerinnen und Praktikern vor Ort bearbeitet und
erforscht werden.

Bündniskoordinatorin Prof. Dr. Alexandra Retkowski und Inhaberin des
Fachgebietes Soziale Dienstleistungen für strukturschwache Regionen an der
BTU hebt hervor: “Auf Grundlage unserer wissenschaftlichen Expertise
wollen wir Sozial-, Technologie- und Naturräume entwickeln, die ältere
Menschen in allen Bereichen gut integrieren. Auf diese Weise sollen
nachhaltige, gute Lebens- und Arbeitswelten entstehen, die vom
Zusammenleben innerhalb einer engagierten Zivilgesellschaft geprägt sind.
Unsere Praxisforschungsstellen fungieren dabei wie Werkstätten.”

Perspektivisch sollen sogenannte Praxisforschungsstellen in der Region
etabliert und nachhaltig verankert werden. Die Praxisforschungsstellen
fungieren als Orte des Austausches und des Wissenstransfers. Sie
bereichern den wechselseitigen Lernprozess zwischen Wissenschaft und
Praxis. Neben der bereits bestehenden Praxisforschungsstelle in
Heinersdorf sollen zwei weitere in Cottbus und Görlitz gegründet werden.
Das interdisziplinär aufgestellte Team besteht aus den Fachgebieten
Soziale Dienstleistungen für strukturschwache Regionen und Regionalplanung
an der BTU sowie der Professur Soziale Arbeit in der digitalisierten
Gesellschaft an der Katholischen Hochschule Berlin und der
Praxisforschungsstelle Heinersdorf. Vor diesem Hintergrund wird eine
Verlängerung des Transferbündnisses um weitere sechs Jahre angestrebt.

Die zivilgesellschaftliche Initiative „Praxisforschungsstelle für
Lebensmodelle im Alter auf dem Land“ in Heinersdorf im Landkreis Oder-
Spree besteht bereits seit 2020. Sie bereichert das neue Projekt durch
wertvolle Erfahrungen in der dreijährigen Zusammenarbeit zwischen
Forschung, Gesellschaft und Praxis auf Augenhöhe. Diese bilden eine
wichtige Grundlage für den neuartigen Transferansatz der Alterperimentale.

Die öffentliche Auftaktveranstaltung des Projekts findet am 25. April 2024
in der Projektregion statt. Dazu sind Akteur*innen aus Kommunen, den
Verwaltungen, aber auch Vertreter*innen von Nichtregierungsorganisationen
(NGOs) und Organisationen aus den Bereichen Daseinsvorsorge, Gesundheit,
Pflege und Landwirtschaft herzlich eingeladen sowie die interessierte
Öffentlichkeit. Interessierte an der Gestaltung des Strukturwandels und
der Bedingungen für gutes Altern auf dem Land können gerne Kontakt zum
Netzwerk-Team aufnehmen oder den Newsletter abonnieren

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Die Rolle der NeuroIntenisvmedizin innerhalb der neurovaskulären Netzwerke (NVN)

Prof. Dr. Jürgen Meixensberger, emeritierter Direktor der Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL)
Prof. Dr. Jürgen Meixensberger, emeritierter Direktor der Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL)

Zur Behandlung kritisch Kranker mit ischämischen Infarkten, spontanen
Subarachnoidalblutungen (SAB) mit rupturierten Aneurysma und spontanen
intrakraniellen Blutungen entsprechend definierter Standards ist
intensivmedizinische Neuro-Kompetenz gefragt. Diese gibt es in jedem
neurovaskulären Netzwerk (NVN) – einem strukturierten Zusammenschluss von
Kliniken zur Versorgung von Schlaganfallpatient:innen. Welche Rolle spielt
die NeuroIntensivmedizin? Prof. Dr. Jürgen Meixensberger, Leipzig, weist
auf die Grenzen einer vollumfänglichen Versorgung in der Praxis hin.

Interdisziplinäre neurovaskuläre Netzwerke (1) haben sich zum Ziel
gesetzt, überregional neurovaskuläre Krankheitsbilder nach strukturierten,
standardisierten Behandlungsprinzipien und -algorithmen zu behandeln, um
bestmögliche Behandlungsergebnisse bei kritisch neurovaskulären Patienten
zu erreichen. Verbesserte Behandlungsprozesse nach zeitgerechter,
interdisziplinärer Entscheidungsfindung, insbesondere bei akuten
zerebrovaskulär komplexen Erkrankungen, aber auch im Rahmen der elektiven
Versorgung inzidenteller zerebrovaskulärer Malformationen
(Aneurysma/Angiom), stellen Voraussetzungen dar, um neurologische und
systemische Komplikationen zu minimieren und das neurologische
Behandlungsergebnis zu verbessern.

In der Versorgung zerebrovaskulärer Patienten ist intensivmedizinische
Neuro-Kompetenz in jedem NVN am koordinierenden Zentrum somit eine
unabdingbare Voraussetzung und ein notwendiges Strukturmerkmal, um
kritisch Kranke mit raumfordernden ischämischen Infarkten, spontanen
Subarachnoidalblutungen (SAB) mit rupturierten Aneurysma und spontanen
intrakraniellen Blutungen adäquat und entsprechend definierter
Behandlungsstandards zu behandeln. Die Erfahrungen der NVN -
Zertifizierung zeigen jedoch auf, dass eine vollumfängliche Versorgung in
der Praxis aktuell in Deutschland auf eigenen spezifischen
NeuroIntensivstationen nicht gewährleistet werden kann und die Behandlung
auf interdisziplinären internistisch bzw. anästhesiologisch geführten
Intensivstationen stattfindet (2). Um eine qualitativ adäquate Behandlung
der kritisch erkrankten ZNS-Patienten zu gewährleisten, ist hierfür eine
ausreichende personelle Vorort-Präsenz zu fordern, die über Neurokompetenz
verfügt und diese gewährleistet.

Die Definition von Diagnostik- und Behandlungsstandards, deren
strukturierte Schulung im intensivmedizinischen Team (ärztlich,
therapeutisch und pflegerisch) und die Implementation in den klinischen
Alltag stellen Voraussetzungen dar, um bestmögliche Behandlungsergebnisse
zu erzielen und optimale Voraussetzungen für eine Neurorehabilitation zu
schaffen (3). Die wissenschaftliche Evaluierung spezifischer
Managementprotokolle zum Beispiel zur Behandlung der SAB und die
Entwicklung weiterer Instrumente zur Abschätzung der Neuroprognose stellen
eine wichtige Zukunftsaufgabe gerade im interdisziplinären
Behandlungskontext dar. Hierdurch kann und muss weiteres evidenzbasiertes
Wissen für eine bestmögliche Therapie und Prognoseabschätzung gewonnen
werden (4). Alle an der Weiterentwicklung der NeuroIntensivmedizin
Interessierten sind aufgefordert, im Interesse der Patienten hieran
mitzuwirken.

(1) Interdisciplinary neurovascular network: A new structure for treatment
of stroke and other cerebrovascular diseases in germany.
O Busse, J Rother, J Faiss, GF Hamann, T Hupp, O Jansen et al.
Nervenarzt 2013;84:1228-12-1232

(2) Interdisciplinary neurovascular networks: state of the art
J Röther, O Busse, A Berlis, A Dörfler, Ch Groden, G Hamann, O Jansen, J
Meixensberger, O Müller, J Regelsberger, H Steinmetz, H Vatter, W Weber, D
Hänggi, D Nabavi
Nervenarzt 2020 Oct,91 (10):902-907

(3) Long-term clinical trajectory of patients with subarachnoid
hemorrhage: linking acute care and neurorehabilitation. A Lindner, L
Brunelli, V Rass, BA Ianosi, M Gaasch, M Kofler, V Limmert, AJ
Schiefecker, B Pfausler, R Beer, E Pucks-Faes, R Helbok
Neurocrit Care 2023 Feb;38(1):138-148

(4) The use of standardized management protocols for critically ill
patients with non.traumatic subarachnoid hemorrhage: a systemic review
S Taran, V Trivedi, JM Singh, SW English, VA
Neurocrit Care 2020 Jun;32(3):858-874

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VDI-Ökobilanzstudie: Erst die grüne Batterie macht die E-Mobilität klimafreundlich

Infografik E-Autos werden klimafreundlicher
Infografik E-Autos werden klimafreundlicher

E-Autos werden klimafreundlicher: VDI analysiert die Ökobilanz von
E-Autos, Plug-In-Hybriden und konventionell angetriebenen Fahrzeugen

• E-Autos und Plug-in-Hybride schneiden im Langzeittest bei der
Klimabilanz am besten ab.
• Ab 90.000 Kilometer Laufleistung sind E-Autos der Kompaktklasse
klimafreundlicher als Verbrenner
• Ökologischer Rucksack: Die tatsächliche Ökobilanz von Autos hängt von
zahlreichen Faktoren ab: neben dem Produktionsstandort und dem verwendeten
Energiemix bei der Fahrzeugherstellung kommt es auf die Antriebsart sowie
den verwendeten Strommix beim Fahren an.
• VDI stellt sieben Handlungsempfehlungen für den Umbau zum
klimafreundlichen Mobilitätsland vor.

(Düsseldorf, 11.12.2023) Wann wird Autofahren grün? Die Transformation der
Automobilwirtschaft in Deutschland zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz
ist in vollem Gange. Das interdisziplinäre Expertengremium Antriebe der
VDI-Gesellschaft Fahrzeug- und Verkehrstechnik hat in einer umfangreichen
Studie die Ökobilanz von E-Autos, Plug-In-Hybriden (Benzin/Diesel) sowie
konventionell angetriebenen Autos (Diesel/Benzin) verglichen.  Die VDI-
Ökobilanzstudie hat dabei den Umwelteinfluss verschiedener Pkw-
Antriebskonzepte von Kompaktklassefahrzeugen (z. B. VW ID.3, Ford Focus,
Toyota Corolla Hybrid, VW Golf) untersucht. Kernergebnis: E-Autos dieser
Fahrzeugklasse sind ab einer Laufleistung von 90.000 Kilometern
klimafreundlicher als solche mit konventionellen Antrieben. In der
Langzeitbetrachtung, die die VDI-Ingenieure und Ingenieurinnen in
Zusammenarbeit mit dem Karlsruhe Institute of Technology (KIT)
durchführten, schneiden bei einer Fahrzeug-Laufleistung von 200.000
Kilometern E-Auto und Hybrid-Fahrzeuge in ihrer Klimabilanz am besten ab,
gefolgt von Diesel- und Benziner-PKW, die mit fossilen Kraftstoffen
betankt werden.

„Bekanntlich hängt bei Autos die genaue Ökobilanz von zahlreichen Faktoren
ab – dem Produktionsstandort, dem Energiemix bei der Produktion von
Fahrzeug und Komponenten sowie dem genutzten Antrieb auf der Straße und
der dabei verwendeten Energie. E-Autos und Hybridfahrzeuge starten durch
die ressourcenintensive Herstellung der Antriebstechnologie bei ihrer
Ökobilanz mit einem ökologischen Rucksack, da die Batterieproduktion
heutzutage fast ausschließlich noch in Asien stattfindet. In der
Langzeitbetrachtung setzen sich bei der Ökobilanz dann E-Autos und
hybridbetriebene Fahrzeuge dauerhaft durch“, sagt Dr. Joachim Damasky,
Vorsitzender der VDI-Gesellschaft Fahrzeug- und Verkehrstechnik. „Für die
klimafreundlichere Mobilität brauchen wir in Deutschland dringend den
Ausbau der Erneuerbaren Energien, den Aufbau einer grünen
Batterieproduktion, aber auch nachhaltig erzeugte Kraftstoffe für
Bestandsfahrzeuge. Erst die grün produzierte Batterie und ihre
Vormaterialien reduziert deren ökologischen Fußabdruck und macht die
E-Mobilität wirklich klimafreundlich.“

Trotz ökologischem Rucksack: E-Autos und Plug-in-Hybride schneiden im
Langzeitbetrieb am besten ab

Im Ökobilanz-Vergleich der Ingenieure und Ingenieurinnen schneiden bei
einer angenommenen Laufleistung von 200.000 Kilometern, die das Fahrzeug
auf der Straße fährt, E-Autos am besten ab. Sie verursachen im
betrachteten Gesamtzeitraum – von der Fahrzeug- und Antriebsproduktion bis
zum Ende der gefahrenen Kilometer – 24,2 Tonnen CO2. Auf Rang 2 liegen
Plug-In-Hybride (wie der Toyota Corolla Hybrid) mit einem unwesentlich
mehr CO2-Emissionen von 24,8 Tonnen. Diesel- und Benzinerfahrzeuge der
Kompaktklasse (wie der Ford Focus, VW Golf) folgen mit deutlichem Abstand
auf den Plätzen 3 und 4 und sind beim Betrieb mit 100 % fossilen
Kraftstoffen für Treibhausgas-Emissionen von 33 Tonnen CO2 (Diesel) bzw.
37 Tonnen CO2 verantwortlich.

Der VDI untersuchte in der umfassenden Ökobilanz-Studie verschiedene
Szenarien der Stromnutzung. Ab einer Fahrleistung von 90.000 Kilometern
sind E-Autos der Kompaktklasse (wie der VW ID.3) in Deutschland
klimafreundlicher als Autos mit konventionellen Kraftstoffen. Würde man in
Deutschland künftig – wie von der Bundesregierung geplant – ausschließlich
Strom aus erneuerbaren Energien für den Fahrzeugantrieb nutzen, wären
E-Autos mit heutigem Standard im Jahre 2035 schon ab 60.000 gefahrenen
Kilometern klimafreundlicher als Diesel- oder benzinbetriebene Fahrzeuge.
Wird ein E-Auto mit fossil erzeugtem Strom betrieben, verschiebt sich der
Wert auf 160.000 gefahrene Kilometer. „Wir müssen uns bei der Ökobilanz
die Treibhausgasemissionen von Produktion, Laufzeit und Entsorgung
anschauen. Erst die grün produzierte Batterie und ihre Vormaterialien
macht die E-Mobilität klimafreundlich. Hier hat die Industrie in Zukunft
einen großen Hebel für eine klimafreundlichere Mobilität, der heute leider
noch nicht genutzt wird. Wir brauchen daher mehr Batterieproduktion Made
in Germany, ein besseres Batterierecycling sowie den schnellen Ausbau der
erneuerbaren Energien - sowohl in Form von grünem Strom als auch grünen
Kraftstoffen. Die Ökobilanzstudie zeigt, dass es zu kurz gedacht ist, nur
über den Verbrauch der Fahrzeuge zu reden“, sagt VDI-Fahrzeugexperte
Joachim Damasky.

Zum Studiendesign: VDI-Ökobilanzstudie 2023

Die Ökobilanzanalyse analysiert den Umwelteinfluss verschiedener Pkw-
Antriebskonzepte am Anwendungsfall von 2021 produzierten
Kompaktklassefahrzeugen (z. B. VW ID.3, Ford Focus, Toyota Corolla Hybrid,
VW Golf). Analysiert wurden die Treibhausgasemissionen, wenn das Auto in
Deutschland fährt. Die angenommene Laufleistung je Fahrzeug beträgt
200.000 Kilometer unter Verwendung des Mittelwertansatzes (mittlerer
Strommix) und des WLTP-Testverfahren ("Worldwide Harmonized Light Vehicles
Test Procedure").

Die VDI-Studie wurde durchgeführt vom interdisziplinären Expertengremium
Antriebe des VDI-Fachbereichs Kraftfahrzeugtechnik in der VDI-Gesellschaft
Fahrzeug- und Verkehrstechnik und durch das Karlsruhe Institute of
Technologie (KIT) unterstützt. Die Methodik und Ergebnisse wurden einem
Review-Verfahren durch das unabhängige Paul Scherrer Institut (PSI)
unterzogen.

Mobilitätsland Deutschland: VDI-Handlungsempfehlungen für eine
klimafreundliche Zukunft

„Die Ergebnisse zeigen, dass wir in vielen Bereichen einen erheblichen
Handlungsbedarf haben. Aus Klimagesichtspunkten wird die Notwendigkeit
unterstrichen, grüne Energieträger für die Produktion und den Betrieb von
Kraftfahrzeugen zu nutzen. Zudem müssen wir im globalen Vergleich wieder
stärker in Wertschöpfung in Deutschland und Europa investieren,
insbesondere im Bereich der Batterie- und Zellfertigung“, so VDI-Präsident
Prof. Dr.-Ing. Lutz Eckstein. Um in Zukunft eine klimafreundliche
Mobilität zu gewährleisten, hat der VDI auf Basis der Ökobilanzstudie
sieben zentrale Handlungsempfehlungen für eine klimafreundliche Zukunft
der Mobilität formuliert.

Die Handlungsempfehlungen im Überblick:

Ohne grünen Strom keine grüne E-Mobilität
Wir brauchen für eine klimafreundlichere Mobilität in Deutschland den
Ausbau der erneuerbaren Energien. Allein der Umstieg auf Elektroautos und
Hybridfahrzeuge wird nicht ausreichen, wenn der Strom „dreckig“ produziert
wird. Der Ausbau von Photovoltaik und Windkraft ist wichtig und wird die
Klimabilanz der Elektroautos in der Nutzungsphase spürbar verbessern.

Erst grüne Batterien ermöglichen grüne E-Mobilität
Die Batterieproduktion für Elektroautos muss zwingend mit regenerativer
elektrischer Energie erfolgen, um Treibhausgasemission bei der Produktion
gering zu halten. Die Studie zeigt, dass die Emissionen von
batterieelektrischen Fahrzeugen entscheidend durch die Produktion der
Batterien bestimmt werden. Hierbei spielt der jeweilige Produktionsort
eine zentrale Rolle.

Standort D stärken: Batterien müssen in Deutschland und Europa mit
erneuerbarem Strom nachhaltig produziert werden
Eine Batterieproduktion in Deutschland und europäischen Ländern mit hohem
erneuerbarem Energieanteil sorgt neben einer europäischen Wertschöpfung
für eine bessere CO2-Bilanz der Autos. Die Studie zeigt, dass gerade
Batterien aus China mit hohen Treibhausgasemissionen durch die Produktion
belastet sind. Aber auch Produktionsstandorte in Europa mit einem hohen
fossilen Stromerzeugungsanteil verursachen eine signifikante CO2-Belastung
der Batterie.

E-Fuels sind ein wichtiger Technologiebaustein
Wir leben in einer Zeit der Transformation. In dieser sind E-Fuels ein
wichtiger Technologiebaustein für eine klimaneutrale Mobilität der
Zukunft. Zur Erreichung der deutschen und europäischen Klimaziele im
Verkehrssektor ist die Nutzung von klimaneutralen Kraftstoffen für die
Bestandsflotte unabdingbar. Hierfür müssen umgehend die regulatorischen
Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit die Industrie in eine
entsprechende Skalierung der nachhaltigen Kraftstofferzeugung investiert.

Plug-In-Hybride leisten bei hohem elektrischen Fahranteil einen positiven
Beitrag
Um möglichst emissionsarm zu fahren, müssen Autofahrende auf den
bestimmungsgemäßen Betrieb von Plug-in-Hybriden achten. D.h. sie müssen
ihre Plug-in-Hybride prioritär und regelmäßig elektrisch laden, um einen
hohen elektrischen Fahranteil zu erreichen.

Eine neue leichtere Fahrzugklasse M0 bietet für den urbanen Bereich
zusätzliches Potenzial
Eine neu zu schaffende Elektro-Kleinfahrzeug-Klasse M0 für den urbanen
Bereich mit entsprechend kleinen Batterien, niedrigem Gewicht und geringer
Stellfläche, aber keinen Abstrichen bei der Sicherheit, kann viele
Mobilitätsbedarfe erfüllen.

F&E von Batterie-Recycling muss weiter vorangetrieben und zielgerichtet
gefördert werden
Um den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort zu stärken, muss in
Deutschland verstärkt produziert und rezykliert werden. Die Studie sieht
neben bereits erfolgten regulatorischen Vorgaben einen verstärkten
Handlungsbedarf hinsichtlich des Recyclings der Traktionsbatterien von
Elektroautos, insbesondere in der Forschung und Entwicklung sowie einer
Skalierung auf einen industriellen Maßstab. Mit Blick auf Materialbedarf
und -verfügbarkeit wird dem Thema Recycling künftig eine immer wichtigere
Rolle zukommen.

Die Langfassung der VDI-Ökobilanzstudie 2023, das VDI Factsheet mit den
Handlungsempfehlungen sowie Grafiken und weitere Informationen zum
Studiendesign finden Sie hier: www.vdi.de/oekobilanz-studie

Fachlicher Ansprechpartner:
Christof Kerkhoff
Geschäftsführer der VDI-Gesellschaft Fahrzeug- und Verkehrstechnik
Telefon: +49 211 6214-645
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

VDI als Gestalter der Zukunft
Seit mehr als 165 Jahren gibt der VDI wichtige Impulse für den technischen
Fortschritt. Mit seiner einzigartigen Community und seiner enormen
Vielfalt ist er Gestalter, Wissensmultiplikator, drittgrößter technischer
Regelsetzer und Vermittler zwischen Technik und Wissenschaft, Wirtschaft
und Politik. Er motiviert Menschen, die Grenzen des Möglichen zu
verschieben, setzt Standards für nachhaltige Innovationen und leistet
einen wichtigen Beitrag, um Fortschritt und Wohlstand in Deutschland zu
sichern. Der VDI gestaltet die Welt von morgen – als Schnittstelle
zwischen Ingenieur*innen, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und
Gesellschaft. In seinem einzigartigen multidisziplinären Netzwerk mit mehr
als 135.000 Mitgliedern bündelt er das Wissen und die Kompetenzen, die
nötig sind, um den Weg in die Zukunft zu gestalten.

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