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Geringere Kosten durch zukünftig ultradünne Carbonfasern + Fortschritt in Alttextilsortierung durch Nahinfrarot-Sensor

Annika Datko und Peter D. Dornier/Peter D. Dornier, Flávio André Marter Diniz und Prof. Dr. Thomas Gries  ITM/TU Dresden
Annika Datko und Peter D. Dornier/Peter D. Dornier, Flávio André Marter Diniz und Prof. Dr. Thomas Gries ITM/TU Dresden

Der ITA-Masterabsolvent Student Flávio André Marter Diniz bewies in seiner
Masterarbeit, wie durch den Einsatz von PE-basierten Precursoren der
Carbonfaserpreis zukünftig um 50 Prozent gesenkt werden kann.

Die ITA-Bachelor-Absolventin Annika Datko zeigte in ihrer Bachelor-Arbeit,
wie Alttextilien durch Nahinfrarot (NIR)-Sensortechnik nach
Faserzusammensetzung sortiert werden können und im Labormaßstab einen
durchschnittlichen mittleren Fehler von nur 4 Prozent aufweisen. Die
Sortierung nach Faserzusammensetzung, um nachfolgend ein Faser-zu-
Faserrecycling durchzuführen, ist die nachhaltigste Möglichkeit, aus
(Alt-)Textilfasern neue Fasern für neue Produkte herzustellen.

Das Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen kann sich in 2023
über zwei Preisträger freuen:
Der ITA-Masterabsolvent Student Flávio André Marter Diniz entwickelte in
seiner Masterarbeit 2 bis 3 Mal dünnere polyethylenbasierte Carbonfasern
als üblich und zeigte auf, wie durch den Einsatz von PE-basierten
Precursoren der Carbonfaserpreis zukünftig um 50 Prozent gesenkt werden
kann. Für seine Masterarbeit „Untersuchung des Stabilisierungs- und
Carbonisierungsprozesses für die Herstellung von ultra-dünnen
polyethylenbasierten Carbonfasern“ wurde er mit dem Förderpreis für die
beste Diplom-/Masterarbeit des deutschen Textilmaschinenbaues und einem
Preisgeld von 3.500 Euro ausgezeichnet.

Die ITA-Bachelor-Absolventin Annika Datko zeigte in ihrer Bachelor-Arbeit,
wie Alttextilien durch Nahinfrarot (NIR)-Sensortechnik nach
Faserzusammensetzung sortiert werden können und im Labormaßstab einen
durchschnittlichen mittleren Fehler von nur 4 Prozent aufweisen. Die
Sortierung nach Faserzusammensetzung, um nachfolgend ein Faser-zu-
Faserrecycling durchzuführen, ist die nachhaltigste Möglichkeit, aus
(Alt-)Textilfasern neue Fasern für neue Produkte herzustellen. Für ihre
Arbeit „Experimentelle Analyse der Sortierbarkeit polyesterhaltiger
Alttextilien mittels Nahinfrarotspektroskopie im Labor- und
Industriemaßstab“ erhielt Frau Datko den mit 3.000 Euro dotierten
Förderpreis für die beste Bachelorarbeit des Deutschen Tex-
tilmaschinenbaues.
Der Vorstandsvorsitzender der Walter Reiners-Stiftung, Peter D. Dornier,
überreichte die Preise anlässlich der Aachen-Dresden-Denkendort
International Textile Conference in Dresden am 30. November 2023.

Neuer Herstellansatz für kostengünstigere Carbonfasern
Carbonfasern werden aufgrund ihrer hervorragenden Eigenschaften häufig in
Wachstumsbereichen wie Windkraftanlagen und Drucktanks eingesetzt. Leider
sind sie durch hohe Herstellkosten sehr teuer und dazu nicht ausreichend
verfügbar. Flávio André Marter Diniz erarbeitete in seiner Masterarbeit
einen neuen und kostengünstigen Herstell-prozess, indem er durch einen
Polyethylen-Präkursor kostengünstige Carbonfasern produzierte. Weitere
Vorteile: die Carbonfasern haben eine hervorragende Oberflächenqualität
ohne erkennbare strukturelle Defizite. Dazu konnte Herr Marter Diniz den
heute zeitlich aufwändigen Sulfonierungsprozess um 25 Prozent senken.
Diese großen Vorteile ebnen den Weg zu einer höheren Anwendungsbreite von
Carbonfasern in Schlüsselbranchen wie Windkraft, Automotive und Luft- und
Raumfahrt.

Neue Methode zum Faser-zu-Faserrecycling bei Alttextilien kann
Textilrecycling revolutionieren
Die Sortierung von Alttextilien erfolgt derzeit fast ausschließlich
manuell. Für ein Faser-zu-Faserrecycling – die derzeit nachhaltigste Tex-
tilrecyclingmöglichkeit – ist es wichtig, die Textilien nach
Faserzusammensetzung zu sortieren. Das ist manuell, also durch Fühlen,
besonders bei Fasermischungen nicht zuverlässig möglich.
Neu ist Annika Datkos Ansatz, NIR für die Sortierung von Alttextilien zu
nutzen. Die NIR-Sensortechnik ist beim Recycling von Kunststoffabfällen
bereits Stand der Technik, steckt beim Textilsortieren aber noch in den
Kinderschuhen.
Wie funktioniert das genau: Die Textilprobe wird mit NIR-Licht bestrahlt.
Anhand der Wellenlängen des zurückgeworfenen und vom Detektor
aufgenommenen Lichtes wird ein materialspezifisches Spektrum erstellt, das
einem Fingerabdruck ähnelt. In der Bachelor-arbeit verglich Annika Datko
diese Spektren oder Fingerabdrücke von Textilien mit verschiedenen
Faseranteilen. Sie konnte nachweisen, dass die Unterscheidung
verschiedener Faserzusammensetzungen durch NIR möglich ist und im
Labormaßstab einen sehr geringen durchschnittlichen mittleren Fehler von
nur 4 Prozent aufweist.
„Diese Methode weist den Weg, den Bergen von Alttextilien nachhaltig Herr
zu werden“, freut sich ITA Institutsleiter Professor Dr. Thomas Gries.
„Wir sind sehr stolz, dass gleich zwei unserer Studie-renden mit dem
renommierten Walter Reiners-Preis geehrt wurden. Jede Prämierung
unterstreicht die Qualität unserer Ausbildung. Herzlichen Glückwunsch an
unsere beiden diesjährigen Ausgezeichneten!“

Der Verband der Maschinen- und Anlagenbauer VDMA Fachverband
Textilmaschinen engagiert sich durch seine Walter Reiners-Stiftung aktiv
für den Ingenieurnachwuchs. Jedes Jahr verleiht die Stiftung des Deutschen
Textilmaschinenbaues Förder- und Nachhaltigkeitspreise in den Kategorien
Bachelor sowie Diplom bzw. Master. Für die Nach-haltigkeitspreise kommen
akademische Arbeiten in Betracht, in denen Lösungen für
ressourcenschonende Produkte und Technologien entwickelt werden.

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Ein Leuchtturm in einer sorgenvollen Zeit

Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Dr. Stephan Harbarth,
zu Besuch in der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg

Heidelberg, 31. Januar 2024
„In dieser sorgenvollen Zeit und vor allem nach den Ereignissen am 7.
Oktober, die uns alle betroffen gemacht haben, möchte ich mit meinem
Besuch ein kleines Zeichen der Verbundenheit setzen,“ so startet der
Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Dr. Stephan Harbarth,
seinen Besuch der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg. Gleich zu
Beginn wurde klar, wie wichtig ihm sein Kommen war – als ganz persönliches
Anliegen, dem Antisemitismus etwas entgegenzusetzen.
Die Hochschule bezeichnete Harbarth als „besonderen Leuchtturm des
blühenden Jüdischen Lebens in Deutschland“.

Von Seiten der Hochschule startete Professor Ronen Reichman, Inhaber des
Lehrstuhls Talmud, Codices und Rabbinische Literatur, die
Vorstellungsrunde. Er sprach als Mitglied des Forums für den Vergleich der
Rechtsdiskurse der Religionen. Dessen Ziel ist es, wissenschaftliche
Gespräche zu Grundfragen der unterschiedlichen Rechtstraditionen, zu
fördern und vergleichende Perspektiven zu ermöglichen. Gegründet bereits
2015, wird das Forum geleitet von Vertreter:innen der drei
monotheistischen Religionen: Islam, Christentum und Judentum. Gerade das
Thema des letzten Treffens im Jahr 2023: Die interne Sicht und
Positionierung von Religion in Bezug auf weltliche/politische Macht,
knüpfte aus Reichmans Sicht an den aktuellen Bezugsrahmen in Israel an.
Dort gingen die Menschen gegen die geplanten, so genannten Justizreformen
auf die Straße, bewies sich Israel über ein ganzes Jahr hinweg als
„wehrhafte Demokratie“ und die Relevanz und Gefahr sei noch aktuell, so
Reichman: „Diese demokratiegefährdende Maßnahme zeigt einen Versuch, den
Grundsatz der politischen Gewaltenteilung durch die radikale Schwächung
der judikativen Instanz zu brechen.“ Die Zukunft Israels hänge auch davon
ab, welche Interpretation der rechtlichen Definition als Jüdisch-
demokratischer Staat sich im gesellschaftlichen, politischen und
rechtlichen Diskurs durchsetzen werde.
Professor Harbarth fügte hinzu, dass Besucher:innen des Israelischen Hohen
Gerichts just zu dieser Zeit der Demonstrationen zu Gast beim
Bundesverfassungsgericht waren, jedoch am Tag nach der Verabschiedung des
ersten Teils der Justizreform ihre Reise abbrachen und nach Israel
zurückkehrten, um sich den Eilfällen widmen zu können. Ebenso betonte er,
wie essenziell die Judikative für das System der Gewaltenteilung in Israel
sei.

Die Zusammensetzung seines noch recht neuen Graduiertenkollegs Ambivalent
Enmity erläuterte Professor Becke, der den Lehrstuhl für Israel- und
Nahoststudien leitet, und gemeinsam mit Wissenschaftler:innen der
Universität Heidelberg das Kolleg letztes Jahr ins Leben gerufen hat. So
steht der Begriff „Enmity – Feindschaft“ zwar stets im Mittelpunkt, doch
die Blickrichtungen kommen aus den unterschiedlichsten Disziplinen. Das
Kolleg vereint Wissenschaftler:innen für Osteuropa und den Nahen Osten mit
Ansätzen aus der Geschichte, Linguistik, Literaturwissenschaft,
Philosophie, Psychologie und Kunstgeschichte. Vielfach sei auch eine
Faszination für den Feind / die Feindin zu beobachten, die zum Beispiel
von Sprache und Kultur ausgehe, so Becke. Ziel der Forschungen sei es, ein
vielschichtigeres, inklusiveres Verständnis für Konflikte, aber auch deren
Lösungen zu erhalten.

Nicht zum ersten Mal dagegen stellte Rawan Osman ihr Projekt ArabsAsk vor,
das sie gemeinsam mit Lukas Stadler und David Lüllemann ins Leben gerufen
hat. Jedoch scheint der Zeitpunkt nie brennender und Osman nie überzeugter
von der Notwendigkeit ihres Handelns: ArabsAsk besteht aus kurzen Videos
auf TikTok und Instagram, in denen Osman aktuelle politische und
gesellschaftliche Themen auf Arabisch erläutert: den Nahostkonflikt,
Antisemitismus, antimuslimischer Rassismus – Themen die polarisieren und
schlimmstenfalls auch radikalisieren. Gemeinsam mit Ihren Kommilitonen
gründete sie nun am 18. Januar nun den Trägerverein Post7October e. V., um
sich auf ein stabiles Fundament für alle weiteren Schritte verlassen zu
können. Der Verein wird von der Hochschule und deren Freundeskreis aktiv
unterstützt.

Ob mit oder ohne Unterstützung: Die Studierendenvertretung der Hochschule
ist seit dem 7. Oktober noch aktiver als zuvor. Überregionale Netzwerke
werden geknüpft und Veranstaltungen gemeinsam bestritten, neue Formate
diskutiert und im nächsten Semester ausprobiert. Über die vielen
Aktivitäten berichtete die Studierende Cornelia D’Ambrosio, die zusätzlich
ihre eigene Zerrissenheit in der eigenen Heimat Deutschland beschrieb. Der
Präsident des Bundesverfassungsgerichts fragte, hörte zu und hakte nach,
ging über vom Sachlichen ins Persönliche und ließ so den Studierenden den
Raum, auch ihre ganz subjektiven Erfahrungen zu schildern.

Bei einem Rundgang durch die Hochschule stellte Bibliotheksleiterin
Angelika Stabenow die Bibliothek mit ihren etwa 50.000 Büchern vor,
darunter ein Buch aus dem Bestand der 1801 gegründeten Jakobson-Schule
Seesen. Stabenow leitete über zum Heidelberger Talmud. Dieser war bereits
1948 von der Heidelberger Druckerei Carl Winter im Auftrag der U.S.-Armee
gedruckt worden, um den befreiten Juden in der amerikanischen Zone mehrere
Ausgaben aushändigen zu können. Als Vorlage diente der der Wilnaer Talmud.
Das Titelblatt zeigt eine Zeichnung eines verlassenen Konzentrationslagers
auf der einen und dem Land Israel als Zukunftshoffnung auf der anderen
Seite.

Den Ausklang bildete das Gespräch mit Rabbi Shaul Friberg, der von seiner
regulären Arbeit, seinen interreligiösen Dialogen und Trialogen, aber auch
dem exorbitant angestiegenen seelsorgerischen Bedarf seit dem 7. Oktober
berichtete. Es war Friberg, der nach dem 7. Oktober darauf bestand, die
monatliche Schabbatfeier nicht ausfallen zu lassen und der trotz eigener
Betroffenheit dazu aufrief, nicht kleinbeizugeben.

Mit seinem Besuch und seinem ehrlichen Interesse ermunterte auch der
Präsident des Bundesverfassungsgerichts die Hochschule auf indirekte Weise
zum Weiterdenken, Weiterentwickeln und Weiterwachsen.

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Nie wieder ist jetzt? Und jetzt? Projekt gegen Antisemitismus gründet Verein

Aktiv unterstützt von Angehörigen der Hochschule für Jüdische Studien
Heidelberg (HfJS) und deren Freundeskreis gründeten die Projektmitglieder
von ArabsAsk in der Hochschule am 18. Januar 2024 den Trägerverein
Post7October e. V..
Mit den Terrorangriffen der Hamas in Israel, geriet auch das Leben einiger
Studierender in Heidelberg aus den Fugen. Zwar waren und sind sie alle
unterschiedlich betroffen, doch in einem waren sie sich drei Studierende
der HfJS einig: Wir müssen etwas tun. Die Idee von ArabsAsk reifte und
wurde nun handfest umgesetzt in die Gründung des dazugehörigen
Trägervereins Post7October e. V..

Worum es bei ArabsAsk geht, ist schnell erklärt: Rawan Osman, eine
syrisch-libanesische Studentin der Hochschule für Jüdische Studien
Heidelberg, die bereits mehrere Jahre als Friedensaktivistin tätig ist,
erstellt aufklärende Kurzvideos für TikTok und Instagram, die sich
einzelnen Aspekten umstrittener Themen, wie zum Beispiel dem
Nahostkonflikt, muslimischem Antisemitismus, Verschwörungstheorien, aber
auch antiislamischem Rassismus widmen. Diese trägt sie vor der Kamera auf
Arabisch vor. Unterstützt wird sie dabei von David Lüllemann, Masterand an
der HfJS, der langjährige Erfahrungen in Schulungen zur Sensibilisierung
für Antisemitismus mitbringt, und Lukas Stadler, Historiker und Judaist an
der HfJS, der bereits für die jüdische Gemeinde Graz eine Broschüre gegen
Antisemitismus verfasste.

„Araber:innen fragen“, so der Projektname – und erhalten Antworten auf
Arabisch. Denn darum geht es: niedrigschwellige Informationsangebote, die
akademisch fundiert und ansprechend gestaltet werden. Zusätzlich liefert
die Beschreibung der Videos Verweise auf wissenschaftliche Literatur in
arabischer, deutscher und englischer Sprache.
Das Projektteam erhofft sich dadurch auch einen Mitmacheffekt unter
arabischsprechenden Menschen in Deutschland, die bisher schweigen.
Mit der Vereinsgründung, die sowohl von Angehörigen der Hochschule als
auch dem Freundeskreis der Hochschule aktiv unterstützt wurde, erfolgte
nun der nächste Schritt, das Projekt auf tragende Säulen zu stellen. Zweck
des Vereins ist laut Satzung „die Förderung der Erziehung, Volks- und
Berufsbildung, die Förderung der internationalen Gesinnung, der Toleranz
auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens, und
die Förderung des Andenkens an Verfolgte, Kriegs- und Katastrophenopfer“.

Aufklärende Videos stehen ebenso auf dem Programm wie die Teilnahme an
Veranstaltungen, um die deutsch-europäisch-israelischen und die jüdisch-
muslimisch-christlichen Beziehungen zu stärken.

Die finanzielle Unterstützung des Antisemitismusbeauftragten der
Landesregierung verweist auf die Wichtigkeit des Vereins und soll anderen
Geldgeber:innen als Anreiz dienen, hoffen die Akteur:innen. Für Werbung
bleibt jedoch gerade wenig Zeit: Weitere Videos warten in der Pipeline und
auch eine offizielle Website ist im Aufbau – erfreuliche Aussichten für
alle Interessierten auch jenseits der Sozialen Medien.

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ISOE-Lecture mit Lisen Schultz vom Stockholm Resilience Centre: "Social ecology for decision-makers"

Die Erde kommt an ihre Grenzen: Im Anthropozän haben die Menschen die
ökologischen Lebensgrundlagen so grundlegend verändert, dass die
planetaren Belastungsgrenzen mehrerer Erdsysteme erreicht sind. Die
Symptome wie Erderwärmung, Artensterben und Wasserknappheit sind
hinreichend bekannt, doch die notwendige Trendwende im Umgang mit unseren
Lebensgrundlagen bleibt aus. Wie lassen sich Entscheidungsträger*innen für
nachhaltige Lösungen gewinnen? Dieser Frage geht die schwedische
Nachhaltigkeitsforscherin Lisen Schultz in der ISOE-Lecture 2024 nach. Ihr
Vortrag „Bringing ecology to decision-makers – a comparison of approaches“
findet am 8. Februar an der Goethe-Universität Frankfurt statt.

Das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt am Main
setzt im Wintersemester 2023/24 seine jährliche „ISOE-Lecture“ fort – eine
Veranstaltung, die sich seit 2012 aktuellen Fragen der
Nachhaltigkeitsforschung widmet. Die nächste ISOE-Lecture findet am 8.
Februar um 18:15 Uhr im Casino der Goethe-Universität Frankfurt statt.
Gastrednerin wird die schwedische Wissenschaftlerin Lisen Schultz sein.
Sie ist außerordentliche Professorin an der Universität Stockholm und seit
Juli 2023 stellvertretende Direktorin des renommierten Stockholm
Resilience Centre. In ihrem Vortrag in englischer Sprache rekapituliert
die Nachhaltigkeitsforscherin zunächst die Entwicklung menschlicher
Ressourcenwirtschaft.

Die Menschen haben die ökologischen Lebensgrundlagen des Planten Erde
durch ihre Aktivitäten wie Land- und Forstwirtschaft, Verstädterung,
Energie- und Ressourcenverbrauch grundlegend verändert. Weltweit haben
industrielle Aktivitäten das globale Ökosystem mehr und mehr in ein
Produktionssystem verwandelt, das für bestimmte Dienstleistungen und Waren
wie Kraftstoffe, Nahrungsmittel oder Textilfasern optimiert scheint. Dies
hat viele Jahrzehnte lang durchaus zu mehr Wohlstand und Gesundheit für
viele Menschen geführt. Doch die natürlichen Lebensgrundlagen auf der Erde
wurden über die Maßen strapaziert. Sowohl der Weltklimarat IPCC als auch
der Weltbiodiversitätsrat IPBES fordern deshalb einen grundlegenden
Wandel, doch unklar ist, wie er gelingen kann.

Die Nachhaltigkeitsforscherin Lisen Schultz fragt: Wie finden die für den
Wandel notwendigen wissenschaftlichen Erkenntnisse ihren Weg in die
Umsetzung? Und wie können Forschungsergebnisse die Entwicklungswege in der
Praxis in Richtung Nachhaltigkeit und Regeneration verschieben? Lisen
Schultz forscht am Stockholm Resilience Centre unter anderem zu Lernen für
Nachhaltigkeit und zur Ko-Produktion von Wissen. In der ISOE-Lecture
stellt sie experimentelle Wege vor, über die einflussreiche Akteure für
nachhaltiges Handeln erreicht werden können. Schultz zeigt Beispiele dafür
auf und erläutert, welche Lehren sich im Umgang mit komplexen sozial-
ökologischen Systemen ziehen lassen.

Über die ISOE-Lecture

Die jeweils im Wintersemester stattfindende Lecture  des ISOE – Institut
für sozial-ökologische Forschung widmet sich aktuellen Fragen der
Nachhaltigkeitsforschung sowie konkreten Beispielen aus Wissenschaft und
Forschung. Die „ISOE-Lecture Nachhaltige Wissenschaft“ möchte insbesondere
Studierenden und jungen Wissenschaftler*innen, aber auch der
interessierten Öffentlichkeit Denkanstöße geben, wie Übergänge in eine
nachhaltige Entwicklung gelingen können und welche Rolle der Hochschule
und der Wissenschaft dabei zukommt.

ISOE-Lecture WS 2023/2024
“Bringing ecology to decision-makers – a comparison of approaches” Lisen
Schultz,
Stellvertretende Direktorin Stockholm Resilience Centre, Schweden

Datum und Uhrzeit: 8. Februar 2024, 18:15 – 19:45 Uhr
Ort: Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend. Casino Raum
1.811
Veranstalter: ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung in
Kooperation mit dem Schwerpunkt Industrie- und Organisationssoziologie,
Umweltsoziologie, FB 03, Goethe-Universität
Mitdiskutieren: #ISOE_Lecture
Hinweis: Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.

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