Paläontologie meets Rock! Und zwar im doppelten Wortsinn, denn in unserer neuen Sonderausstellung „Rock Fossils feat. The Rolling Stoneflies“ im Museum am Löwentor werden Fossilien und Objekte gezeigt, die zu Ehren von Stars aus der Rock- und Metalszene benannt wurden. Erstmals sind alle „Rolling Stoneflies“ für das Publikum zu sehen! Diese acht in Bernstein erhaltenen Steinfliegen wurden von Dr. Arnold Staniczek, Insektenkundler am Naturkundemuseum Stuttgart, entdeckt und nach Mitgliedern der Rolling Stones benannt.
„Was passiert, wenn zwei Sachen aufeinanderprallen, die auf den ersten Blick so gar nichts miteinander zu tun haben? Oft genug entsteht Sensationelles! Das gibt es bei der spektakulären Sonderausstellung ‚Rock Fossils‘ zu sehen. Jahrmillionen alte Fossilien werden rockmusikalisch begleitet, entweder von fast vergessenen Rockklassikern von The Doors, Grateful Dead oder David Bowie oder von bisher noch nicht entdeckten Punk-, Folk- und Metalsongs von Bad Religion, Katzenjammer oder Tankard. Viele Fossilienfunde sind nach Musikern, Bands oder Songs benannt – und die gilt es zusammen zu entdecken, ein wissenschaftlich-kulturelles Gesamtkunstwerk“, so Staatssekretär Arne Braun. „Das Naturkundemuseum präsentiert sich hier einmal mehr als zukunftsorientierte und begeisternde Bühne.“
„Unsere neue Ausstellung zeigt, dass Musik und Forschung perfekt zusammenpassen. In einem Dreiklang bieten spektakuläre Fossilien Einblicke in die Evolution des Lebens auf unserem Planeten und in die Geschichte der Rockmusik. Sie zeigen gleichzeitig die vielfältigen musikalischen Vorlieben der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die diese fossilen Arten entdeckt und benannt haben“, so Prof. Dr. Lars Krogmann, der Direktor des Naturkundemuseums Stuttgart.
Die Ausstellung „Rock Fossils“ ist eine Reise durch die Evolution zu den harten Riffs von Rock und Metal. Neben den Fossilien sind überlebensgroße und detaillierte Modelle und Rekonstruktionen der ausgestorbenen Tierarten zu sehen. Diese wurden in Feinarbeit von den Meister*innen des Modellbaus bei „10 Tons“ aus Dänemark hergestellt. Natürlich darf die Musik selbst nicht fehlen: Jedes Fossil wird begleitet von Songs seiner Namenspat*innen, die an Hörstationen für alle Besuchenden erlebbar sein werden. Hier sind Songs von den Beatles, Bad Religion oder Cannibal Corpse zu hören.
Die „Rolling Stoneflies“, unter Ihnen Petroperla mickjaggeri, haben ihren Auftritt im eigenen Backstage-Bereich der Ausstellung. Dr. Arnold Staniczek, der Entdecker der Rolling Stoneflies, hatte schon lange vor, eine fossile Steinfliege nach den Rolling Stones zu benennen. Nicht nur, weil die Namen zueinander passen, sondern auch, weil die Rolling Stones einfach Urgesteine der Rockmusik sind. „Als ich das Glück hatte, gleich acht unterschiedliche fossile Arten in Burmesischem Bernstein zu finden, wusste ich als lebenslanger Stones-Fan sofort, was zu tun ist: Die größte Rockband der Welt angemessen zu würdigen und jedem Rolling Stone eine eigene Steinfliege zu widmen“, so Staniczek.
Auch optisch kommt Konzertstimmung auf, denn die Ausstellungsarchitektur besteht aus Elementen des Konzert-Bühnenbaus. Die Ausstellung „Rock Fossils feat. The Rolling Stoneflies“ ist vom 16.12.2023 bis zum 16.06.2024 für die Besucher*innen im Naturkundemuseum Stuttgart, Museum am Löwentor, zu sehen.
Anlässlich der Ausstellung ist am Freitag, 15.12.2023 von 16:00 bis 18 Uhr im Radio Harakiri (Freies Radio Stuttgart) die Sendung „Arne: Rock Fossils“ zu hören. Zu Gast bei Arne Braun ist hier der Direktor des Museums, Prof. Dr. Lars Krogmann.
- Hochschule Hannover präsentiert Ergebnisse einer Studie zur flexiblen Arbeitswoche - Im Rahmen des Master-Studiengangs Digitale Transformation wurde die 4+ Tagewoche mit zwei Kooperationspartnern erprobt - Verlauf des Experiments erfolgreich: Forschungsaktivitäten an diesem Thema werden fortgeführt
Die Hochschule Hannover (HsH) präsentiert gemeinsam mit der Landeshauptstadt Hannover (LHH) und der Mecklenburgischen Versicherungsgruppe (Mecklenburgische) Ergebnisse einer Studie zur „4+ Tagewoche“. Im Rahmen eines Symposiums präsentierte Michael Neumann mit seinen Studierenden die Ergebnisse ihrer Studie, an der sie ein Semester lang arbeiteten. Neben einer Keynote zu den Vorteilen und der Sinnhaftigkeit einer 4-Tage-Woche, wurde in einer Podiumsdiskussion über die Hemmnisse und Potentiale solcher Arbeitsmodelle diskutiert. Anhand von Poster-Präsentationen konnten Besucherinnen und Besucher des Symposiums weitere Details der Studienergebnisse erfahren.
Im Rahmen des Master-Studiengangs Digitale Transformation erforschten Studierende der HsH in Zusammenarbeit mit der LHH und der Mecklenburgische ein experimentelles Arbeitszeitmodell: die 4+ Tagewoche. Dieses wurde unter der Leitung von Michael Neumann im Modul „Innovative Methoden des Projektmanagements“ im Rahmen eines Experiments wissenschaftlich erprobt. Dabei wurden insbesondere die Auswirkungen auf das Leistungsvermögen und Stressempfinden der Probandinnen und Probanden untersucht. Das Konzept der 4+ Tagewoche sieht vor, dass ein Tag pro Woche für Team-interne Aufgaben, Weiterbildungsmaßnahmen oder ähnliches verwendet werden kann. Für die eigentliche operative Arbeit stehen im Zeitraum des Experiments demnach vier Tage zur Verfügung.
Diverse Studien zu flexiblen und komprimierten Arbeitszeitmodellen zeigen positive Ergebnisse hinsichtlich Produktivität, Zufriedenheit, Gesundheit und Motivation der Mitarbeitenden. Insbesondere Studien zur 4-Tage-Woche haben vielversprechende Ergebnisse geliefert. Trotz dieser Vorteile kann die Einführung solcher Modelle für Organisationen und ihre Mitarbeitenden herausfordernd sein.
„Die Studie an der HsH wurde angeregt durch die Erkenntnis, dass kleinere, schrittweise Transformationen oft langfristig erfolgreicher sind. Die 4+ Tagewoche ist zudem bislang wenig erforscht, wodurch es an umfassenden wissenschaftlichen Erkenntnissen mangelt. Unsere Forschungsziele konzentrierten sich auf die Veränderung des empfundenen Leistungsvermögens, des Stressempfindens sowie der Nutzung des gewonnenen Plus-Tages.", erklärt Michael Neumann, Verwalter einer Professur.
Über einen Zeitraum von acht Wochen wurde eine multiple Fallstudie durchgeführt, an der in zwei unterschiedlichen Organisationen jeweils zwei Teams ausgewählt wurden. Die 5-Tage-Woche wurde bei den untersuchten Gruppen zu einer 4+ Tagewoche umgewandelt. Während dieser Zeit kamen sowohl quantitative als auch qualitative Datenerhebungs- und Analysemethoden zum Einsatz.
Die Ergebnisse zeichnen ein heterogenes Bild: Während das Stressempfinden bei der Mecklenburgischen Versicherungsgruppe sank, stieg es leicht bei der Landeshauptstadt Hannover. Das Leistungsvermögen zeigte keine signifikanten Veränderungen, wobei bei einer Gruppe eine Steigerung beobachtet wurde. Der Plus-Tag wurde von allen Gruppen geschätzt und für Prozessoptimierung, Team-Building, Weiterbildung und persönliche Entwicklung genutzt.
„Wir gehen von einem Gewöhnungseffekt aus, bei dem es mit zunehmender Laufzeit zu einer Senkung des Stressempfindens führen kann“, betont Michael Neumann. „Die gewonnene Zeit bietet Potenziale zur Optimierung und Weiterentwicklung individueller Kompetenzen.“
Die Hochschule Hannover plant die Forschung an diesem Thema fortzuführen, um umfassendere Daten zu generieren und tiefere Erkenntnisse auch für andere Branchen und Bereiche zu gewinnen, die insbesondere bei den komplexen Transformationsvorhaben helfen können. Interessierte Unternehmen können sich gerne bei Michael Neumann melden. Für die Mecklenburgische Versicherungsgruppe wurde die testweise Einführung der 4+ Tagewoche um sechs Monate verlängert. Es wird zudem in Erwägung gezogen, die Einführung in weitere Unternehmensbereiche zu testen.
Ab sofort bereichert der neue Zertifikatskurs „Klimawandel und Gesundheit“ das Weiterbildungsangebot der APOLLON Hochschule. Der dreimonatige Kurs vermittelt das nötige Wissen, um die vielfältigen Einflüsse des Klimas und des Klimawandels auf das Leben und die Gesundheit der Menschen nachvollziehen zu können. Darüber hinaus lernen die Teilnehmenden, eigenständig Konzepte und Maßnahmen zu entwickeln, die den gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels entgegenwirken. Der Kurs wird sowohl als klassisches Fernstudium mit gedruckten Studienheften als auch als reines Onlinestudium angeboten.
Der Klimawandel gilt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) als größte Bedrohung für die menschliche Gesundheit. Die Auswirkungen sind im Gesundheits- und Sozialwesen bereits heute deutlich spürbar. Neben hitzebedingten Erkrankungen, wie Hitzeerschöpfung oder Hitzschlag, muss sich die Branche auf eine Zunahme von Infektionserkrankungen, wie dem Denguefieber, Malaria oder Borreliose einstellen. Dies gilt insbesondere für schutzbedürftige und vulnerable Bevölkerungsgruppen in sozialen Settings, zu denen etwa Altenheime, Krankenhäuser und Schulen, aber auch Betriebe und Kommunen zählen.
Das Wissen von Expertinnen und Experten, die mit den Einflüssen der Umwelt, des Klimas und des Klimawandels auf die Gesundheit vertraut sind, ist insofern gefragter denn je. Es wird im neuen Zertifikatskurs „Klimawandel und Gesundheit“ vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung mit dem vorherrschenden internationalen Umweltproblem, der Umwelt- und Klimagerechtigkeit sowie den verschiedenen gesundheitlichen Bereichen, auf die der Klimawandel Einfluss nehmen kann, praxisnah vermittelt.
Für wen eignet sich der Zertifikatskurs?
Der Zertifikatskurs eignet sich zum Beispiel für Personen, die im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung tätig sind, für Beschäftigte im Nachhaltigkeitsmanagement und Umweltschutz, Nachhaltigkeitsbeauftragte im Gesundheits- und Sozialwesen, Mitarbeitende von Krankenkassen und Verbänden, die Präventionsprogramme auflegen und umsetzen, Mitarbeitende im öffentlichen Gesundheitsdienst bzw. im Bereich der kommunalen Gesundheitsförderung, Personen, die in sozialen Settings wie Schulen, Kitas und Betrieben tätig sind, Beschäftigte in der kommunalen Stadt- und Regionalentwicklung sowie für Beratende und Selbstständige im Gesundheits- und Sozialwesen, die ihre Kenntnisse gezielt erweitern und vertiefen möchten.
Dauer und Kosten
Der Zertifikatskurs dauert drei Monate, kann jederzeit gestartet und bei Bedarf kostenlos um bis zu 1,5 Monate verlängert werden. Die Kursgebühr beläuft sich bei der klassischen Variante auf 216 Euro/Monat (648 Euro für den gesamten Kurs) und bei der Online-Variante auf 200 Euro/Monat (600 Euro für den gesamten Kurs).
Auf welchen pathophysiologischen Mechanismen beruht die präventive Wirkung von Sport? Modifiziert nach: Fan B et al What and How Can Physical Activity Preventio
Dr. Eva Schäffer, Kiel, wird am 9. November beim „Presidential Symposium“ den Aspekt der Prävention bei neurodegenerativen Erkrankungen beleuchten. Denn unter gesundheitsökonomischen, aber auch unter ethischen Aspekten wird die pharmakologische Therapie allein nicht ausreichen, um mit diesen Erkrankungen als Gesellschaft umzugehen.
Die Primärprävention richtet sich prinzipiell an die Allgemeinbevölkerung, die Sekundärprävention an Betroffene in der Frühphase, noch vor der eigentlichen Diagnosestellung, und die Tertiärprävention an die bereits Erkrankten. Das Ziel ist in allen Fällen, den künftigen Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und langfristig die Lebensqualität zu verbessern, indem Beeinträchtigungen bzw. Behinderung vermieden, verlangsamt oder möglichst lange hinausgezögert werden.
Parkinson-Prävention Beispiel Parkinson: Der große Vorteil der begleitenden bzw. präventiven Maßnahmen ist, dass Effekte für alle Erkrankungsphasen, die asymptomatische, die prodromale und die manifeste Phase, nachweisbar sind. Eine beeindruckende Datenlage gibt es zu den Aspekten Ernährung [1–4], Schlaf [5, 6] sowie Training/körperliche Aktivität [7–10].
Eine Studie aus dem Jahr 2020 [11] analysierte 176 Publikationen zum Thema körperliche Aktivität als Intervention bei der Parkinson-Krankheit. Im Ergebnis konnten für mehrere Sportarten positive Auswirkungen auf das Risiko und die Symptome der Parkinson-Krankheit gezeigt werden. Dazu gehören Laufen, Tanzen, traditionelle chinesische Kampfsportarten, Yoga und Krafttraining. Die körperliche Aktivität verbesserte insgesamt die motorische Leistungsfähigkeit, einschließlich Kraft, Gleichgewicht und Flexibilität. Außerdem wurden positive Effekte auf die nicht motorischen Symptome (wie z.B. autonome Dysfunktion und Depressionen) gezeigt. Die Erhebung untersuchte auch, wie es zu der protektiven Wirkung von Sport kommt.
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Exkurs: Auf welchen pathophysiologischen Mechanismen beruht die präventive Wirkung von Sport? Auf molekularer Ebene werden die positiven Effekte von Sport durch verschiedene Mechanismen vermittelt – teilweise abhängig von der Intensität der durchgeführten Aktivitäten. So kann bereits leichte körperliche Aktivität Inflammation und oxidativen Stress reduzieren und die Funktion der Mitochondrien, d.h. den Energiestoffwechsel der Zellen, verbessern. Diese positiven Effekte sind v. a. in der Muskulatur, dem Herzen und im Blut (Konzentration inflammatorischer Zytokine und Blutfluss) nachweisbar; klinisch kam es in den Studien u. a. zu einer besseren Regulation autonomer Funktionen (d.h. Zusammenspiel von sympathischem und parasympathischem Nervensystem) und einer besseren Schlafqualität.
Moderate bis intensive körperliche Aktivität führt über die Herz- und Muskelfunktion hinaus zu positiven Effekten im Gehirn – es kam in den Studien zur Verbesserung von kognitiven Beeinträchtigungen und Depressionen. Biochemische und histopathologische Effekte waren eine Reduzierung der α-Synuclein-Ansammlungen, Modulation der neuronalen Autophagie und verminderte Nervenzellverluste. Auch die Expression von BDNF („brain-derived neurotrophic factor“) wurde gesteigert. Dieser neurotrophe Faktor ist ein Protein, das bei der Entwicklung und Ausdifferenzierung sowie der Regenerationsfähigkeit von Nervenzellen eine Rolle spielt und die synaptische Plastizität bzw. die kognitiven Funktionen (z. B. Gedächtnis) verbessert.
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Demenz-Prävention Prävention spielt auch bei Demenz-Erkrankungen eine große Rolle. Insgesamt könnten 35 % aller Demenzen durch den Lebensstil und die Korrektur verschiedener Risikofaktoren verhindert werden. Neben zu wenig Bewegung und „schlechter“ Ernährung sind das die Abnahme der Hörfähigkeit, Bluthochdruck, Übergewicht, Rauchen, Diabetes mellitus, Depression und geringer sozialer Kontakt. Bereits früh im Leben scheint die Bildung Einfluss zu nehmen, in den mittleren Lebensjahren dann die Abnahme der Hörfähigkeit, Bluthochdruck, Fettleibigkeit, später dann Rauchen, körperliche Inaktivität, Diabetes mellitus, Depression [12].
Im Hinblick auf die Ernährung wird die MIND-Diät, eine Kombination aus mediterraner Diät und der DASH-Diät, empfohlen. Letztere ist eine salz- und fettarme Kost, die speziell für Bluthochdruck-Betroffene entwickelt wurde. Beobachtungsstudien deuteten auf einen positiven Effekt für die Hirngesundheit [2]. Ähnlich vitamin-, ballaststoff- und polyphenolhaltig wie die MIND-Diät ist die in Skandinavien entwickelte Nordische Diät, die den Ernährungsgewohnheiten und dem Sortiment in nordischen Ländern und Bundesländern entgegenkommt und für die ebenfalls positive Effekte auf wesentliche Krankheitsmechanismen neurodegenerativer Erkrankungen beschrieben sind [13].
Früherkennung von großer Bedeutung Beide Erkrankungen, Alzheimer wie Parkinson, entstehen viele Jahre, bevor die typischen klinischen Symptome zutage treten. Das ist wertvolle Zeit, die für Präventionsmaßnahmen genutzt werden kann. Somit gewinnen die Primär- und die Sekundärprävention durch die immer besser werdenden Möglichkeiten der Früherkennung an Bedeutung. „Aus ethischer Sicht ist die Beratung von Menschen in der Prodromalphase, für die noch keine Medikamente zur Verfügung stehen, zu Präventionsmöglichkeiten besonders relevant. Sie ist eine zunehmend wichtige Aufgabe von Neurologinnen und Neurologen“, erklärt Dr. Schäffer.
Noch liegen keine „einfachen Bluttest“ zur Frühdiagnose von Alzheimer oder Parkinson vor, aber die Forschung arbeitet auf Hochtouren daran. Federführend in Deutschland ist auf dem Gebiet der Parkinson-Früherkennung die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Daniela Berg von der Christian-Albrechts- Universität in Kiel (CAU). Im Juni letzten Jahres berichteten Mitarbeiterinnen der Gruppe in Zusammenarbeit mit der Biochemie in Kiel in der Zeitschrift „Brain“ über einen großen Forschungserfolg. Es war erstmals gelungen, in Patientenblut sogenannte α-Synuclein-Seeds in neuronalen Vesikeln nachzuweisen [14]. Neuronale Vesikel sind von Nervenzellen abgeschnürte kleinste Bläschen, die vom Gehirn ins Blut abgegeben werden. Auf dieser Grundlage wurde der Nachweis von fehlgefaltetem α-Synuclein aus Blut entwickelt. Aktuell werden Bestätigungsstudien und die weitere Entwicklung des Tests vorangebracht. Ist die Entwicklung abgeschlossen, müssen weitere klinische Prüfungen erfolgen. „Es ist wichtig, dass alle Tests vor dem routinemäßigen Einsatz in der Klinik zunächst an großen Kohorten evaluiert werden, um die Sicherheit im Hinblick auf die Diagnosestellung nachzuweisen. Denn gerade bei schwerwiegenden Erkrankungen ist die Zuverlässigkeit eines Bluttests von größter Bedeutung“, erklärt Dr. Schäffer.
Im Bereich der Alzheimer-Früherkennung ist der Nachweis der veränderten Proteine im Blut möglich und wird derzeit weiterentwickelt. Nach Ansicht der Expertin ist es somit nur noch eine Frage der Zeit, bis Früherkennungsbluttests für Parkinson und Alzheimer auch in der Routine vorliegen.
[1] Kujawska M, Jodynis-Liebert J. Polyphenols in Parkinson’s disease: a systematic review of in vivo studies. Nutrients 2018; 10 (5): 642 [2] Gardener H, Caunca MR. Mediterranean diet in preventing neurodegenerative diseases. Curr Nutr Rep 2018; 7 (1): 10-20 [3] Dyall SC. Long-chain omega-3 fatty acids and the brain: a review of the independent and shared effects of EPA, DPA and DHA. Front Aging Neurosci 2015; 7: 52. doi: 10.3389/fnagi.2015.00052. [4] Ross GW, Abbott RD, Petrovitch H et al. Association of coffee and caffeine intake with the risk of Parkinson disease. JAMA 2000; 283 (20): 2674-2679 [5] Sabia S, Fayosse A, Dumurgier J et al. Association of sleep duration in middle and old age with incidenceof dementia. Nat Commun 2021; 12 (1): 2289 [6] Schreiner SJ, Imbach LL, Werth E et al. Slow-wave sleep and motor progression in Parkinson disease. AnnNeurol 2019; 85 (5): 765-770 [7] Chen H, Zhang SM, Schwarzschild MA et al. Physical activity and the risk of Parkinson disease. Neurology 2005; 64 (4):664-669 [8] Yang F, Trolle Lagerros Y, Bellocco R et al. Physical activity and risk of Parkinson’s disease in the Swedish nationalmarch cohort. Brain 2015; 138 (Pt2): 269-275 [9] Xu Q, Park Y, Huang X et al. Physical activities and future risk of Parkinson disease. Neurology 2010; 75 (4): 341-348 [10] Hamer M, Chida Y. Physical activity and risk of neurodegenerative disease: a systematic review of prospective evidence. PsycholMed 2009; 39 (1): 3-11 [11] Fan B, Jabeen R, Bo B, Guo C, Han M, Zhang H, Cen J, Ji X, Wei J. What and How Can Physical Activity Prevention Function on Parkinson's Disease? Oxid Med Cell Longev. 2020 Feb 13;2020:4293071. doi: 10.1155/2020/4293071. PMID: 32215173; PMCID: PMC7042542. [12] Livingston G, Sommerlad A, Orgeta V et al. Dementia prevention, intervention, and care. Lancet. 2017 Dec 16;390(10113):2673-2734. doi: 10.1016/S0140-6736(17)31363-6. Epub 2017 Jul 20. PMID: 28735855. [13] Jafari RS, Behrouz V. Nordic diet and its benefits in neurological function: a systematic review of observational and intervention studies. Front Nutr. 2023 Aug 14; 10: 1215358. doi: 10.3389/fnut.2023.1215358. PMID: 37645628; PMCID: PMC10461010. [14] Annika Kluge A, Bunk J, Schaeffer E et al. Detection of neuron- derived pathological α-synuclein in blood. Brain 2022 Sep 14; 145 (9): 3058-3071