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Greix – Immobilienpreise in Deutschland fallen wieder stärker

Preisveränderung Marktsegmente
Preisveränderung Marktsegmente

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland haben im 3. Quartal 2023
teilweise deutlich nachgegeben. Gegenüber dem 2. Quartal 2023 verbilligten
sich alle Wohnsegmente, wobei es regional starke Unterschiede und
Ausreißer nach oben gibt. Unter den großen Städten sind die Preise in Köln
u. Berlin am stabilsten. Die Anzahl der Immobilientransaktionen ist
deutlich gesunken. Dies zeigt das jüngste Update des German Real Estate
Index, ein Gemeinschaftsprojekt von ECONtribute und IfW Kiel, der die
tatsächlichen Verkaufspreise deutscher Immobilien nach aktuellen
wissenschaftlichen Standards auswertet. Alle Daten für momentan 18
deutsche Städte/Stadtteile sind frei verfügbar: https://www.greix.de/.

Damit zeigt das jüngste Update des Greix (German Real Estate Index), dass
der Preisrückgang am Immobilienmarkt nach einer kurzen Sommerpause wieder
Fahrt aufnimmt. Im Segment der Eigentumswohnungen ist der Preisverfall
insgesamt betrachtet zwar nur noch moderat. Lokal sind aber starke
Preiseinbrüche zu beobachten. Hoffnungen auf eine Stabilisierung und ein
Ende des Preisverfalls, wie es die Entwicklung im 2. Quartal nahelegte,
bewahrheiten sich nicht.

Verglichen mit dem Vorquartal, Q2 2023, gehen die Preise für
Eigentumswohnungen um 1,5 Prozent zurück. Die Preise für Einfamilienhäuser
sinken um 3,2 Prozent, die für Mehrfamilienhäuser um 5,9 Prozent.

Aufgrund der hohen Teuerung fallen die inflationsbereinigten
Preisrückgänge für alle Marktsegmente noch stärker aus. Gemessen in
aktueller Kaufkraft sinken die Preise von Eigentumswohnungen um 2,2
Prozent, für Einfamilienhäuser um 3,9 Prozent und für Mehrfamilienhäuser
um 6,6 Prozent.

Verglichen zum Vorjahresquartal, Q3 2022, liegen alle Wohnsegmente sehr
kräftig im Minus. Preise für Eigentumswohnungen stehen im Vergleich 10,5
Prozent tiefer, Preise für Einfamilienhäuser 12,1 Prozent und für
Mehrfamilienhäuser 24 Prozent. Damit weiten vor allem Ein- und
Mehrfamilienhäuser ihre Verluste im Vorjahresvergleich aus.

Die Anzahl verkaufter Immobilien ist dabei deutlich gesunken. Im Vergleich
zum Vorjahr (Q3 2022) finden in allen Marktsegmenten rund ein Drittel
weniger Verkäufe statt. Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2019, 2020
und 2021 liegt der Einbruch bei bis zu 50 Prozent.

„Die Krise am deutschen Immobilienmarkt setzt sich fort. Die sinkenden
Transaktionszahlen sprechen dafür, dass bei den gegenwärtigen Preisen nur
wenige Verkäufer und Käufer zusammenfinden. Speziell mit Blick auf das
Neubaugeschäft sind das schlechte Nachrichten – für die Konjunktur, aber
auch für den Standort Deutschland, der dringend neuen Wohnraum in den
Städten braucht, um attraktiv für örtlich mobile Fachkräfte zu sein“, sagt
Moritz Schularick, Präsident des IfW Kiel.

Top-7-Städte

Die Verkaufspreise für Eigentumswohnungen in Deutschlands Top-7-Metropolen
(Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München, Stuttgart)
gehen fast durchgängig zurück. Nur in Köln steigen sie leicht um 1,1
Prozent. Den kräftigsten Preisrückgang verzeichnet Düsseldorf mit minus
6,6 Prozent. In Frankfurt am Main (-1,6 Prozent) und Stuttgart (-1,9
Prozent) sinken die Preise moderat, in Berlin (-0,8 Prozent) laufen sie
fast seitwärts.

Hinweis: Für Hamburg und München liegen in diesem Update des Greix keine
Daten für das dritte Quartal vor.

Weitere Städte

Auch außerhalb der Top-7-Metropolen verbilligen sich Eigentumswohnungen,
wobei das Ausmaß große regionale Unterschiede aufweist. Die stärksten
Rückgänge sind in Leipzig (-4 Prozent), Duisburg (-4,4 Prozent) und vor
allem in Münster (-6,2 Prozent) sowie in Erfurt (-9,1 Prozent) zu
beobachten.

Ausreißer nach oben sind Chemnitz (+5,2 Prozent) und Potsdam (+4,2
Prozent), wo die Preise gegenüber dem Vorquartal sogar recht deutlich
steigen.

Rückgang seit Höchststand

Gegenüber den jeweiligen Höchstständen verlieren Eigentumswohnungen durch
den abermaligen Preisrutsch weiter an Wert. Ausnahmen sind Berlin und
Köln, wo sich die Preise stabilisieren bzw. leicht anziehen. In den beiden
Metropolen sind die Verkaufspreise für Eigentumswohnungen darüber hinaus
am stabilsten und notieren gegenüber den Boomzeiten mit 6 bzw. gut 4
Prozent im Minus.

Am größten ist der Wertverlust in Düsseldorf mit über minus 17 Prozent und
Stuttgart mit über minus 15 Prozent. Für den Greix, also alle 18 Städte
des Index, liegt der Preisrückgang gegenüber dem Höchststand bei gut 10
Prozent.

Gemessen in aktueller Kaufkraft ist die Wertminderung in allen Städten
noch beträchtlicher und liegt circa 10 Prozentpunkte höher. Für Düsseldorf
und Frankfurt beträgt der inflationsbereinigte Verlust gegenüber dem
Höchststand rund 25 Prozent, für den Greix 20 Prozent.

„Die Zinserhöhungen der EZB haben eine deutliche Trendwende nach unten auf
dem deutschen Wohnungsmarkt ausgelöst, und noch ist der Boden nicht in
Sicht. Immerhin fallen die Preise schon jetzt nicht mehr so drastisch wie
noch im letzten Jahr. Aber der Markt befindet sich auch auf einem
niedrigeren Niveau, mittlerweile etwa auf dem von 2019. Der EZB-Entscheid,
die Zinsen vorerst nicht weiter zu senken, ist zumindest ein
Hoffnungsschimmer für eine Stabilisierung am Immobilienmarkt“, so
Schularick.

Die Immobilienpreisentwicklung im 4. Quartal 2023 wird Anfang 2024
veröffentlicht.


Über den Greix:

• Was ist der Greix?
Der Greix ist ein Immobilienpreisindex für Deutschland auf Basis der
Kaufpreissammlungen der lokalen Gutachterausschüsse, die notariell
beglaubigte Verkaufspreise enthalten. Er bildet die Preisentwicklung
einzelner Städte und Stadtviertel bis zurück ins Jahr 1960 ab und basiert
auf über zwei Millionen Transaktionsdaten. Mit Hilfe des Datensatzes
können langfristige Trends der Immobilienmärkte analysiert und aktuelle
Entwicklungen im historischen Kontext eingeordnet werden.

• Welche Daten und Methoden werden zur Erstellung der Indizes verwendet?
Die Datenerhebung und Auswertung findet in Zusammenarbeit mit den
regionalen Gutachterausschüssen statt. Dabei werden alle
Immobilientransaktionen vollständig erfasst. Die Berechnung der
Preisentwicklung erfolgt nach aktuellsten wissenschaftlichen Standards und
statistischen Verfahren (hedonische Regressionsmethode). Der Greix steht
somit für höchste wissenschaftliche Datenqualität.

• Wer finanziert den Greix?
Der Greix ist durch öffentliche Fördermittel finanziert und ein Projekt
des von der DFG geförderten Bonn-Kölner Exzellenzclusters ECONtribute und
des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) in Kooperation mit den
lokalen Gutachterausschüssen. Ziel ist es, die Transparenz auf dem
Immobilienmarkt zu erhöhen. Unterschiedliche Preisindizes für 18 Städte
sind unter www.greix.de (https://greix.de/) frei zugänglich. Nach und nach
wird der Datensatz um weitere Städte erweitert werden.

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Zündende Inspirationen für die E-Mobilität

Dr. Alexander Olowinsky, Abteilungsleiter Fügen und Trennen am Fraunhofer ILT auf dem Laser Symposium Electromobility 2023.  © Fraunhofer ILT, Aachen.
Dr. Alexander Olowinsky, Abteilungsleiter Fügen und Trennen am Fraunhofer ILT auf dem Laser Symposium Electromobility 2023. © Fraunhofer ILT, Aachen.

Eine der entscheidenden Fragen der Verkehrswende lautet: Wie lassen sich
E-Fahrzeuge nachhaltig und zugleich ökonomisch herstellen? Gleich mehrere
Antworten kennt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT aus Aachen,
das gemeinsam mit Industriepartnern elektrisierende Lösungen rund um die
Lasertechnik entwickelt hat. Die Überwachung von lasergeschweißten
Verbindungen zeigen unter anderem nLight Plasmo, Precitec und 4D Photonics
auf dem LSE - Laser Symposium Elektromobility 2024 am 23. und 24. Januar
2024. Die Unternehmen demonstrieren live vor Ort wie ihre
Prozessüberwachung einwandfreie Schweißvorgänge gewährleistet.

Als »Herzstück des Elektroautos und Schlüssel für die Zukunft der
Mobilität« bezeichnete Herbert Diess, der ehemalige Vorstandsvorsitzende
des Volkswagenkonzerns die Batterie. Das schlägt sich auch im Preis
nieder: Bis zu 40 Prozent beträgt laut Bundesministerium für Wirtschaft
und Klimaschutz (BMWK) der Anteil des Akkus an der Wertschöpfung eines
E-Fahrzeugs. Kein Wunder also, dass allein in Europa aktuell 40 Battery
Gigafactories im Bau oder in Planung sind.

Jetzt kommt es darauf an, die bereits signifikant gesunkenen
Batteriekosten von knapp unter 100 US-Dollar pro Kilowattstunde noch
weiter zu reduzieren. Zwei wichtige Aufgaben nannte Prof. Arnold Gillner,
Abteilungsleiter Business Development am Fraunhofer ILT im Januar 2023 auf
dem Lasersymposium Elektromobilität LSE’23: »Wichtig ist neben dem Senken
des Energieverbrauchs bei der Fertigung von Batterien langfristig die
Erhöhung ihrer Energiedichte durch neue Materialien.«

Im hauseigenen Battery Lab steht dem Fraunhofer Team auf knapp 140
Quadratmetern modernste Technologie sowie verschiedenste Anlagen zur
laserbasierten Batteriefertigung zur Verfügung, um neue Materialien und
Verfahren zu erforschen. Es gibt elektrische und mechanische Teststände,
die eine direkte Bewertung der Laserprozesse zulassen sowohl von heute
üblichen Lithium-Ionen-Batterien mit flüssigen Elektrolyten als auch
zukünftigen Festkörper-Akkumulatoren.

Das Battery Lab verfügt über ein mit Argon betriebenes GloveBox-System, in
das die vakuumbasierte PVD-Beschichtungstechnologie sowie ein
Hochtemperaturofen integriert sind. So lassen sich luftempfindliche
Festkörperzellmaterialien beschichten und anschließend zu Testzellen
verbauen.

Trocknung mit Diodenlaser halbiert Energieverbrauch

Wie sich der Energieverbrauch bei der Trocknung der Grafit-Elektroden von
Lithium-Ionen-Akkus drastisch senken lässt, demonstrierten die Aachener
auf der Hannover Messe 2023. Bisher trocknen mit Gas betriebene
Durchlauföfen beim Rolle-zu-Rolle-Verfahren die mit Grafitpaste
beschichteten Kupferfolien bei einer Temperatur von 160 bis 180 Grad
Celsius. Die Forschenden aus Aachen ersetzen dieses energieintensive
Verfahren durch eine Anlage mit Diodenlaser, der die Elektrode mit einer
Spezialoptik großflächig erwärmt. Samuel Fink, Gruppenleiter für
Dünnschichtverfahren am Fraunhofer ILT: »Die Trocknung mit dem Diodenlaser
senkt den Energiebedarf um bis zu 50 Prozent und den Platzbedarf für eine
Trocknungsanlage im Industriemaßstab um mindestens 60 Prozent.«

Die Forschenden haben außerdem die Energiedichte im Visier: In Hannover
stellte das Institut ein High Power Ultrakurzpulslaser vor, der den
infraroten, gepulsten Laserstrahl in 24 Teilstrahlen aufteilt, um die
Batterieelektroden zu strukturieren. Entwickelt und umgesetzt wurde die
Multistrahl-Optik in enger Zusammenarbeit mit der Pulsar Photonics GmbH,
einem 2013 gegründeten Spin-off des Fraunhofer ILT.

Es bilden sich sogenannte Channels, die als Ionenautobahnen die Wegstrecke
der Ionen verkürzen und so den Ladeprozess beschleunigen. Das verhindert
das Entstehen von Defekten, steigert die Anzahl an Ladezyklen und erhöht
die Lebensdauer der Batterie. Neu ist das Verfahren nicht, aber den
Fraunhofer-Forschenden gelang es, das Verfahren vom Labormaßstab auf einen
skalierbaren, industriereifen Prozess zu transferieren. »Im nächsten
Schritt werden wir die Technik von dem Prototyp auf eine industrielle
Fertigungsstraße skalieren«, erklärt Matthias Trenn, Teamleiter Surface
Structuring am Fraunhofer ILT.

Inspirationen aus der Arktis

Das Laserschweißen von Batterien ist ein zentraler Aspekt der
industriellen Batteriefertigung und somit auch für die Aachener
Forschenden. Die Bandbreite der Projekte reicht vom großserientauglichen
Fügeprozess für Stromsammelschienen von schnell ladbaren und entladbaren
Batterien, einer Anlage zum Laserschweißen von großen zylindrischen
Lithium-Ionen-Zellen für Hochleistungsanwendungen (40 bis 50
Amperestunden) bis hin zur ganzheitlichen Lösung wie beispielsweise für
Aurora Powertrains aus Finnland.

Das lappländische Start-up hat für sein elektrisches Schneemobil eSled
eine wasser- und staubdichte Batterie mit IP67-Klassifizierung entwickelt,
die eine hohe Energiedichte von mehr als 190 Wh/kg besitzt. Die am
Fraunhofer ILT entwickelte, maßgeschneiderte Lasertechnik verbindet
hierfür den Aluminiumzellableiter mit dem Kupferableiter.

»Weil das Aluminium in der Produktion oben liegt, ist der Vorteil der
Absorption bei grüner oder blauer Laserwellenlänge nicht so gravierend wie
bei Kupfer«, erläutert Dr. Alexander Olowinsky, Abteilungsleiter Fügen und
Trennen am Fraunhofer ILT, die Details der Laserlösung. »Der Single Mode-
Infrarotlaser mit kleinem Strahldurchmesser ist die elegantere, schnellere
und deutlich kostengünstigere Lösung, weil die Strahlqualität bei Grün
oder Blau systembedingt aktuell noch schlechter ausfällt.«

DESY: Tiefe Einblicke in den Schweißprozess

Das Beispiel zeigt, wie die Wahl der richtigen Strahlquelle vom konkreten
Anwendungsfall abhängt. Um das Grundlagen-Know-how zu vertiefen,
untersuchten die Fraunhofer-Forschenden zusammen mit Forschenden des
Lehrstuhls für Lasertechnik LLT und dem Hightech-Unternehmen Trumpf am
Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY in Hamburg, mit welcher Wellenlänge
sich elektrische Kupfer-Kontakte von Hochleistungselektronik für
E-Fahrzeuge prozesssicher, stabil und schnell laserschweißen lassen. Die
Antworten lieferte die hochbrillante Strahlung des Synchrotronrings PETRA
III am DESY, mit dem sich bis zu 20.000 Bilder pro Sekunde aufnehmen
lassen.

Unterstützt von den Fachleuten des Helmholtz-Zentrum Hereon blickte das
Team mit einem Röntgenstrahl durch das geschmolzene Kupfer im Laserstrahl.
Die Versuche bewiesen nicht nur, dass sich das Buntmetall am besten mit
grünem Laserlicht schweißen lässt. Die gestochen scharfen Röntgenvideos
der Laserprozesse zeigten erstmals auch, wie sich kleinste Veränderungen
bei den Laserparametern auf Einschweißtiefe, Porenbildung und
Spritzerbildung auswirken.

Die Auswertung dieser Daten hilft, Laserschweißprozesse tiefgehender zu
verstehen und in den Projekten entsprechend zu optimieren. Das Fraunhofer
ILT geht aber noch einen Schritt weiter: In Aachen laufen bereits
Vorbereitungen für die nächste Strahlzeit. »Neben Schneiden, Schweißen und
Bohren wollen wir uns am DESY in Zukunft den 3D-Druck von Metallen genauer
ansehen«, verrät Alexander Olowinsky.

Resultate der Forschung und Entwicklung des Fraunhofer ILT rund um die
Elektromobilität erfahren Interessenten auf dem LSE - Laser Symposium
Elektromobility 2024 am 23. und 24. Januar 2024. Dort demonstrieren nLight
Plasmo, Precitec und 4D Photonics wie ihre Prozessüberwachung jeweils
einwandfreie Schweißvorgänge gewährleistet.

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Diabetes und Sport

Prof. Dr. Christian Brinkmann zu Gast bei
Prof. Dr. Christian Brinkmann zu Gast bei "Eine Runde mit.." Foto: DSHS Köln

Welcher Sport eignet sich bei Diabetes? Wie passen Leistungssport und
Diabetes zusammen? Der Wissenschaftspodcast zum Weltdiabetestag am 14.
November.

Diabetes mellitus gilt als DIE Volkskrankheit. 8,5 Millionen Deutsche
leben mit der so genannten Zuckerkrankheit, Tendenz steigend. Der
Weltdiabetestag am 14. November möchte auf diese Entwicklung aufmerksam
machen, über die Krankheit aufklären und auf frühzeitige Prävention
hinweisen. Aus diesem Anlass befasst sich auch die neueste Folge des
Wissenschaftspodcasts der Deutschen Sporthochschule Köln mit Diabetes. Im
Vordergrund steht dabei, wie körperliche Aktivität und Sport helfen
können.

Prof. (FH) PD Dr. Christian Brinkmann leitet an der Sporthochschule die
Arbeitsgruppe Diabetes, Sport und Bewegung. Als Diabetes-Experte spricht
er im Podcast über die Erkrankung selbst, über Messmethoden und
Behandlungsformen. Er erklärt, welche Unterschiede es zwischen Diabetes
Typ 1 und Typ 2 gibt – insbesondere bezogen auf Sport und Bewegung.
Körperliche Aktivität nimmt beispielsweise in der Therapie von Diabetes
Typ 2, dem so genannten Alterszucker, eine wichtige Rolle ein. „Bewegung
hilft hier zum Beispiel, Glukosespitzen zu vermeiden“, erklärt Brinkmann.
Studien zeigen, dass Sport und die richtige Ernährung sogar dafür sorgen
können, dass Patient*innen mit Typ-2-Diabetes ohne Medikamente auskommen
können. Prof. Brinkmann schildert, welche Sportarten sich dazu eignen und
warum eine Mischung aus Kraft- und Ausdauertraining besonders förderlich
scheint.

Menschen mit Diabetes Typ 1 leben häufig seit ihrer Kindheit oder Jugend
mit der Diagnose. Tennisspieler Alexander Zverev ist ein prominentes
Beispiel. Brinkmann berichtet über seine Erfahrungen mit
Leistungssportler*innen: „Wenn Leistungssportler*innen die Diagnose
öffentlich machen, ist das auch insofern gut, weil sie als Vorbilder für
junge Menschen mit Diabetes dienen und zeigen können, dass mit Diabetes
Spitzenleistungen möglich sind.“ Zudem spricht der Sportwissenschaftler
über aktuelle Diabetes-Studien und Forschungsprojekte, an denen er
beteiligt ist. Zum Beispiel über ELSAH, ein EU-Projekt, das zum Ziel hat,
ein cleveres elektronisches Pflaster zu entwickeln, welches mit Hilfe von
Mikrosensoren Biomarker (z.B. Glukose) messen und per Funk an ein Endgerät
übermitteln kann. Und Prof. Brinkmann gibt einen Ausblick, inwiefern
künstliche Intelligenz bei der Behandlung von Diabetes oder in der
Sporttherapie unterstützen könnte. „Eine Runde mit …“ ist auf allen
gängigen Podcast-Plattformen und auf der Website der Deutschen
Sporthochschule Köln zu finden: https://www.dshs-koeln.de/einerundemit

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Nicht-einheimische Arten im Wasser schneller erkennen: Behörden testen neue Verfahren

Im Hafen Rostock bestimmen Beschäftigte des Instituts für Angewandte Ökosystemforschung (IfAÖ) Organismen auf die herkömmliche Art und Weise.  BSH
Im Hafen Rostock bestimmen Beschäftigte des Instituts für Angewandte Ökosystemforschung (IfAÖ) Organismen auf die herkömmliche Art und Weise. BSH

Meist werden nicht-einheimische Arten erst bemerkt, wenn sie sich bereits
etabliert haben. Das könnte sich nun ändern. Das Bundesamt für
Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und die Bundesanstalt für
Gewässerkunde (BfG) haben erfolgreich genetische Verfahren getestet, um
invasive Arten in Fluss und Meer frühzeitig zu entdecken. So könnte in
Zukunft die Ausbreitung rechtzeitig eingedämmt werden. Die Ergebnisse
wurden kürzlich bei der 2. Verkehrs- und Infrastrukturtagung des BMDV-
Expertennetzwerks in Berlin vorgestellt.

Im Hafen Rostock haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler insgesamt
37 nicht-einheimische Arten detektiert. Das Besondere: sie kombinierten
erstmals herkömmliche und genetische Verfahren, um die Arten zu bestimmen.
„Zusammen konnten wir viel mehr nicht-einheimische Arten identifizieren.
Dies ist wichtig, um sie frühzeitig zu erfassen“, erklärt Mariusz Zabrocki
vom BSH. „So können wir rechtzeitig reagieren, um Mensch und Umwelt zu
schützen.“

In der Studie erfassten sie beispielsweise die Mittelmeer-Miesmuschel und
die Neuseeländische-Zwergdeckelschnecke ausschließlich mit genetischen
Verfahren. Der riffbildende Kalkröhrenwurm, der im Jahr 2020 für Aufsehen
sorgte, haben sie hingegen nur auf die klassische Art und Weise gefunden.
In den Flüssen setzen unter anderem die Wollhandkrabbe und die
Zebramuschel die heimischen Ökosysteme unter Druck.

Im Wasser sind viele der eingeführten Arten potenziell schädlich

Die internationale Schifffahrt begünstigt die Verbreitung von nicht-
einheimischen Arten. Im Bewuchs oder im Ballastwasser von Schiffen können
Arten an Orte gelangen, wo sie natürlicherweise nicht vorkommen. Dort
können sie sich unter Umständen ansiedeln und so große Schäden anrichten.
Daher ist eine frühzeitige Erkennung entscheidend. Oft werden diese Arten
jedoch meist erst bemerkt, wenn sie sich bereits vor Ort etabliert haben.

„Klassischerweise nehmen Expertinnen und Experten die äußeren Merkmale
eines Lebewesens unter die Lupe und bestimmen so die Art jedes
Individuums“, erklärt Saskia Schmidt von der BfG. Dies erfordere viel
Erfahrung und Fachwissen – und vor allem Zeit. Einige Arten sind nur
schwer zu identifizieren und seltene Arten werden so kaum entdeckt. Hier
können genetische Verfahren weiterhelfen.

In Zukunft werden DNA-basierte Methoden angewendet

Um nicht-einheimische Arten schneller zu erkennen, werden neuerdings
genetische Verfahren eingesetzt und getestet. Zuvor zählte der Fund von
erkennbaren Individuen oder -teilen selbst. Die neuen Methoden zeigen das
Vorkommen einer Art an, wenn lediglich das Vorkommen von genetischem
Material (DNA) von Individuen in Probematerial nachgewiesen wird. So
können auch schwer bestimmbare und eher seltene Arten identifiziert
werden. In der Regel sind DNA-basierte Methoden sogar schneller und
günstiger. Derzeit werden sie für das behördliche Monitoring
standardisiert.

Mit den genetischen Verfahren steht BSH und BfG nun ein zuverlässiger
„Werkzeugkof-fer“ für weitere Untersuchungen zur Verfügung. Zusammen mit
der klassischen Artenbestimmung haben sie ein großes Potential als
Frühwarnsystem. Zukünftig können so die Verbreitungspfade besser
identifiziert und effektive Maßnahmen zur Eindämmung von nicht-
einheimischen Arten abgeleitet werden.

Forschung für eine umweltgerechte Schifffahrt

Die Ergebnisse stellten BSH und BfG auf der 2. Verkehrs- und
Infrastrukturtagung vor, die kürzlich in Berlin stattfand. Die Studien
wurden durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV)
gefördert und im BMDV-Expertennetzwerk durchgeführt. Im Vordergrund stehen
gemeinsame Lösungen, um das Verkehrssystem wider-standsfähig und
umweltgerecht zu gestalten.

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