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Weiterentwickelter Masterstudiengang: Gesundheits-, Pflege- und Medizinpädagogik M.A.

Portrait Prof. Dr. Ulrike Morgenstern, Studiengangsleiterin Gesundheits-, Pflege- und Medizinpädagogik M.A.  Akkon Hochschule für Humanwissenschaften
Portrait Prof. Dr. Ulrike Morgenstern, Studiengangsleiterin Gesundheits-, Pflege- und Medizinpädagogik M.A. Akkon Hochschule für Humanwissenschaften

Ab dem Sommersemester 2024 bietet die Akkon Hochschule für
Humanwissenschaften die beiden bewährten Masterstudiengänge
Pflegepädagogik sowie Pädagogik und Erwachsenenbildung in der
Gesundheitswirtschaft modifiziert in dem neuen Masterstudiengang
Gesundheits-, Pflege- und Medizinpädagogik M.A. an. Die Studierenden
können zum Studienstart zwischen einem der drei Schwerpunkte
Pflegepädagogik, Gesundheitspädagogik und Medizinpädagogik wählen. Neu ist
dabei der Schwerpunkt Medizinpädagogik. Hiermit schafft die Akkon
Hochschule ein passgenaues Masterstudium im medizinischen Bereich für die
Zielgruppe der Notfallsanitäter*innen, Therapieberufe und Assistenzberufe.

Mit Blick auf sich verändernde individuelle und gesellschaftliche
Anforderungen in der heutigen Wissensgesellschaft wird lebenslanges Lernen
immer wichtiger. Der Bedarf nach spezialisierten Pädagogen – sei es in
Pflegepädagogik, Gesundheitspädagogik oder Medizinpädagogik – nimmt stetig
zu. Der Trend zur Akademisierung der Gesundheitsberufe erfordert, dass
zukünftig pädagogisch qualifizierte Lehrkräfte in Gesundheitsfachschulen
mit abgeschlossener Hochschulausbildung auf Master- oder vergleichbarem
Niveau (z. B. Diplom) den theoretischen Unterricht durchführen sollen. Vor
diesem Hintergrund bietet die Akkon Hochschule für Humanwissenschaften den
Masterstudiengang Gesundheits-, Pflege- und Medizinpädagogik M.A. an, der
das Ziel hat, fachlich-inhaltliche Kompetenz mit dem Bezug zur pflege-,
gesundheits- und medizinpädagogischer Professionalität zu verbinden. Damit
werden den Absolvent*innen attraktive Karrierewege und neue berufliche
Handlungsfelder ermöglicht.

Mit dem neuen Schwerpunkt Medizinpädagogik kann die Akkon Hochschule ein
attraktives und passgenaues Angebot für ein weiterführendes Masterstudium
im medizinischen Bereich  für die Zielgruppe der Notfallsanitäter*innen,
der Pflegefachkräfte im Funktionsbereich (ITS, OP, Anästhesie), für die
Therapieberufe, so zum Beispiel Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie
und für die Assistenzberufe, so z.B. die operationstechnischen und
anästhesietechnischen Assistenzberufe oder auch MFA, MTA-F, MTRA, MTLA
anbieten.

Karriereaussichten Masterstudiengang Gesundheits-, Pflege- und
Medizinpädagogik M.A.:
Der Masterstudiengang Gesundheits-, Pflege- und Medizinpädagogik M. A.
richtet sich an alle, die bereits in der Gesundheitswirtschaft tätig sind
und perspektivisch als Lehrkraft an beruflichen Schulen für Pflege- oder
Gesundheitsberufe, an Rettungsdienstschulen oder in der Aus-, Fort- und
Weiterbildung tätig sein möchten. Sie können sich mit dem Studium auch für
Leitungsfunktionen qualifizieren oder die Gesundheitsförderung und
Gesundheitsbildung in ihren Unternehmen weiterentwickeln.

Studienbeginn und Lehrkonzept:
Studienstart für den Studiengang ist der 1. April 2024. Die
Bewerbungsfrist endet am 15. März 2024.

Der Studiengang Masterstudiengang Gesundheits-, Pflege- und
Medizinpädagogik M.A. wird in der berufsbegleitenden Teilzeit-Variante
durchgeführt. In Seminarblöcken absolvieren die Studierenden einmal
monatlich die Lehrveranstaltungen. Diese finden rein online oder hybrid
statt, also vor Ort in der Hochschule in Berlin mit der Möglichkeit zur
online-Teilnahme. Die Lehre an der Akkon Hochschule ist dabei immer 100%
live.

Prof. Dr. Ulrike Morgenstern, Studiengangsleiterin Gesundheits-, Pflege-
und Medizinpädagogik M.A.:
„Wir freuen uns, dass wir mit dem weiterentwickelten Masterstudiengang
Gesundheits-, Pflege- und Medizinpädagogik nicht nur unser Angebot um den
Bereich Medizinpädagogik erweitern können, sondern auch einen Mehrwert für
die Studierenden in Bezug auf interprofessionelles Lernen und den
Austausch untereinander schaffen. Vier von acht Module werden schwerpunkt-
spezifisch angeboten und vier weitere Module und auch das Masterkolloquium
mit Disputation werden gemeinsam mit allen Studierenden des Studiengangs
Gesundheits-, Pflege- und Medizinpädagogik besucht.“

Zulassungsvoraussetzungen:
Das Studium an der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften ist NC-frei.
Um die Zugangsberechtigung für den Studiengang Pflegepädagogik M.A. zu
erhalten, benötigen Interessent*innen eine einschlägige mindestens
zweijährige Berufsausbildung in einem Gesundheitsfach- bzw. Pflegeberuf
und einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss eines Hochschulstudiums
im Umfang von 180 ECTS bzw. 210 ECTS-Punkten mit einem Anteil von
mindestens 30 ECTS in pädagogischen Modulen.
Bewerber*innen, deren Erststudium weniger als 210 ECTS-Punkte umfasst bzw.
die weniger als 30 ECTS pädagogische Inhalte nachweisen können, haben die
Möglichkeit, die Zulassungsberechtigung durch eine nachgewiesene
pädagogische Berufs- oder Praxistätigkeit in einem Anrechnungsverfahren
zur erlangen bzw. diese in Proseminaren an der Akkon Hochschule zu
erwerben.

Studienberatung und Bewerbung:
Mehr Informationen sowie die Online-Bewerbung für den Studiengang finden
Interessierte unter https://akkon-hochschule.de/gesundheitspaedagogik.
Für individuelle Fragen, Beratungsgespräche und Anfragen für
Studienfachberatungen mit der Studiengangsleiterin Prof. Dr. Ulrike
Morgenstern steht die Studienberatung gerne zur Verfügung unter +49 30 809
2332-105 oder <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>.

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Web-Quiz zum Plastik

Plastik im Meer und in der übrigen Umwelt: Das Problem der Vermüllung drängt zum Handeln. Foto: Dustan Woodhouse via unsplash
Plastik im Meer und in der übrigen Umwelt: Das Problem der Vermüllung drängt zum Handeln. Foto: Dustan Woodhouse via unsplash

In der kenianischen Hauptstadt Nairobi gingen vom 13. bis 19. November 2023
die Verhandlungen um das anvisierte globale Plastikabkommen unter dem Dach
der Vereinten Nationen in eine nächste Runde. Forschende des Helmholtz-
Zentrums Hereon liefern mit internationalen Partnern ergänzende
wissenschaftliche Faktenchecks und Hintergründe zum Thema – auch mit einem
neuen Quiz, das sich dem Thema spielerisch nähert. Gebündelt wird das
aufbereitete Wissen in der Online-Anwendung Coastal Pollution Toolbox des
Hereons.

Es ist die dritte Verhandlungsrunde, in der das geplante Plastikabkommen
weiter vorangetrieben werden soll. Nachdem sich die ersten beiden Treffen
des zwischenstaatlichen Verhandlungs-Komitees (INC) in Uruguay und
Frankreich um die Rahmenbedingungen des Abkommens drehten, liegt nun der
sogenannte ‚Zero Draft’ vor – ein erstes Papier mit möglichen Maßnahmen
gegen die Verschmutzung und Risiken durch Plastik über den gesamten
Produktzyklus. – von der Produktion über die Nutzung bis zur Entsorgung.
Bei der INC-3 in Kenia soll dieser Entwurf diskutiert und weiter
ausgearbeitet werden.

Das Helmholtz-Zentrum Hereon liefert dazu in Zusammenarbeit mit der
University of Strathclyde in Glasgow und der Kommunikationsagentur
Ahnen&Enkel ausführliche Faktenchecks und Hintergründe. Die folgenden
Tools und Artikel sind nun auf der Coastal Pollution Toolbox (CPT) –
jüngst zum Projekt der UN-Ozeandekade erklärt – im Internet in englischer
Sprache verfügbar.

Plastic Mythbusters

Das Web-Quiz Plastic Mythbusters eröffnet einen spielerischen Zugang: Mit
dem Tool können Besucherinnen und Besucher ihr Plastikwissen testen.
Welche Aussagen, die in den Medien und im öffentlichen Diskurs viral
kursieren, stimmen wirklich? Welche sind unsicher oder entbehren jeder
wissenschaftlichen Grundlage? Das Quiz basiert auf einer crowdgesourcten
Sammlung von Fakten und Mythen, die Plastik-Expertinnen und Experten vor
vier Jahren eigeninitiativ über soziale Medien zusammenstellten. Ist es
beispielsweise ein Fakt oder ein Mythos, dass wir jede Woche Plastik in
der Menge einer Kreditkarte zu uns nehmen? Experten kommen zu dem
Ergebnis, dass diese Behauptung dem Stand der wissenschaftlichen Forschung
nicht entspricht. Die Tatsache, dass eine gewisse Menge von Mikroplastik
in den Körper gelangt, sei unstrittig, die Menge aber unklar. Andere
Studien gehen davon aus, dass der Mensch weniger als das Äquivalent eines
Salzkorns pro Woche zu sich nimmt.

Das Team des Hereon-Instituts für Umweltchemie des Küstenraumes und
Partner der University of Strathclyde haben die prominentesten
Plastikmythen ausgewählt und mit ausführlichen Faktenchecks geprüft und
aktualisiert. Jeder Faktencheck ist in einer Kurz- und einer Detailfassung
verfügbar, die weitere Informationen liefert. Der detaillierte Check wurde
von anerkannten Forschenden begutachtet, die international zum Thema
Plastik in der Umwelt arbeiten. Neben Mythen werden auch gesicherte
wissenschaftliche Erkenntnisse rund ums Thema in das Quiz eingebettet.

„Ein spielerischer Zugang ist eine großartige Möglichkeit,
wissenschaftliche Themen zu vermitteln, und wir hoffen, dass alle, die
sich für das Plastik-Thema interessieren, diese Möglichkeit der
Auseinandersetzung nützlich finden und es zum Nachdenken anregt", sagt
Prof. Lesley Henderson von der University of Strathhclyde.
„Natürlich geht es nicht darum, das Problem von Plastik in der Umwelt
kleinzureden. Im Gegenteil: Mit Mythen aufzuräumen, ist ein wichtiger
Schritt, sich den Fakten zu nähern. Wissenschaft funktioniert, ganz
wesentlich dadurch, dass Unsicherheiten abgeschätzt und klar kommuniziert
werden. Darauf hat die Gesellschaft einen Anspruch“, sagt Hereon-
Institutsleiter Prof. Ralf Ebinghaus. Dass dies durchaus praktische
Konsequenzen für Entscheidungsträger hat, wird verdeutlicht von Dr.
Melanie Bergmann vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar-
und Meeresforschung (AWI), einer international renommierten Expertin auf
diesem Gebiet: „Wenn man zum Beispiel glaubt, dass es im Nordpazifik einen
Müllteppich von der Größe Frankreichs und Deutschland gibt, befürwortet
man wahrscheinlich Ocean Cleanups. Weiß man jedoch, dass sich das Plastik
dort über riesige Flächen verteilt und eine Art sehr dünne Plastiksuppe
ergibt, erscheint dieser Ansatz weniger sinnvoll, besonders, wenn
gleichzeitig immer mehr Plastik dazu kommt, weil die Produktion nicht
gedrosselt wird.“

Hintergrund-Artikel

Der englischsprachige Hintergrund-Artikel Der Weg zum globalen
Plastikabkommen beschreibt den Prozess und die Themen der Verhandlungen
zum gemeinsamen Abkommen. Anhand eines Zeitstrahls wird die ambitionierte
Agenda der Vereinten Nationen nachgezeichnet, die bereits Mitte 2025 ein
Abkommen hervorbringen soll. Statements von Forschenden aus der globalen
Wissenschafts-Community zu Plastikverschmutzung und Kreislaufwirtschaft
erläutern, was aus wissenschaftlicher Sicht berücksichtigt werden muss –
damit die ökologischen, gesundheitlichen und gesellschaftlichen Probleme
von Kunststoffen wirklich gelöst werden.

Microplastic Compendium

Für alle, die tiefer einsteigen möchten, erläutert das Microplastic
Compendium im Detail die wissenschaftlichen Hintergründe zum Thema
Mikroplastik. Im Web-Kompendium finden Userinnen und User fundierte
Informationen und viele anschauliche Grafiken zum Ausmaß der
Verschmutzung, den möglichen Folgen und auch politisch umsetzbaren
Lösungswegen.

„Für ein erfolgreiches Plastikabkommen ist zentral wichtig, dass die
Diskussion und die Entscheidungen auf einer wissenschaftlichen Grundlage
stattfinden“, sagt Projektleiter Ralf Ebinghaus. „Auf der Coastal
Pollution Toolbox wollen wir mit spielerischen, informativen und
hintergründigen Formaten im Internet allen Interessierten einen
fundierten, aber auch unterhaltsamen Einstieg ermöglichen.“

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Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Yvonne Mast & Prof. Dr. Laura Steenpaß vom Leibniz-Institut DSMZ an der TU Braunschweig

Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Yvonne Mast und Prof. Dr. Laura Steenpaß vom Leibniz-Institut DSMZ an der TU Braunschweig  Andreas Greiner-Napp  DSMZ
Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Yvonne Mast und Prof. Dr. Laura Steenpaß vom Leibniz-Institut DSMZ an der TU Braunschweig Andreas Greiner-Napp DSMZ

Die Professorinnen Dr. Yvonne Mast und Dr. Laura Steenpaß vom Leibniz-
Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH
hielten am 11. Oktober 2023 ihre Antrittsvorlesungen an der Technischen
Universität Braunschweig. Aufgrund der Pandemie wurden die
Antrittsvorlesungen um drei Jahre verschoben.

Abteilungsleitung seit 2019: Prof. Dr. Yvonne Mast
Prof. Dr. Yvonne Mast ist seit 2019 Leiterin der Abteilung für
Bioressourcen für Bioökonomie und Gesundheitsforschung am Leibniz-Institut
DSMZ und Professorin für Angewandte Mikrobiologie am Institut für
Mikrobiologie der Technischen Universität Braunschweig. Der Schwerpunkt
ihrer Arbeit an der DSMZ liegt in der Erforschung und Nutzung des
Biosynthesepotentials von Actinomyceten, die eine wichtige Ressource für
die Antibiotikawirkstoffforschung sind. Ihre Antrittsvorlesung bot einen
Überblick über die Bedeutung und Biologie der Actinomyceten, sowie deren
Potential für neue Wirkstoffe aus stillen Genclustern. Durch Aktivierung
der stillen Gencluster können neue Wirkstoffe für biotechnologische
Anwendungen und Antibiotikawirkstoffe erforscht werden.

Prof. Dr. Laura Steenpaß: Abteilungsleitung seit 2020
Prof. Dr. Laura Steenpaß ist seit 2020 Leiterin der Abteilung für
Menschliche und Tierische Zellkulturen am Leibniz-Institut DSMZ und
Professorin für Zellbiologie am Zoologischen Institut der Technischen
Universität Braunschweig. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit an der DSMZ liegt
bei der Nutzung von menschlichen Krebszelllinien und pluripotenten
Stammzellen zur Erforschung genetisch verursachter Erkrankungen. Zentrales
Thema ihrer Antrittsvorlesung war die Bedeutung von menschlichen und
tierischen Zellkulturen in der zellbiologischen Forschung. Am Beispiel der
Krebserkrankung Retinoblastom wurde die Verwendung von Krebszelllinien und
pluripotenten Stammzellen in der zellbiologischen und vorklinischen
Erforschung von Krankheiten erläutert.

DSMZ-Pressekontakt:
PhDr. Sven-David Müller, M.Sc., Pressesprecher des Leibniz-Instituts DSMZ-
Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH
Tel.: 0531/2616-300
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Über das Leibniz-Institut DSMZ
Das Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und
Zellkulturen GmbH ist die weltweit vielfältigste Sammlung für biologische
Ressourcen (Bakterien, Archaeen, Protisten, Hefen, Pilze, Bakteriophagen,
Pflanzenviren, genomische bakterielle DNA sowie menschliche und tierische
Zellkulturen). An der DSMZ werden Mikroorganismen sowie Zellkulturen
gesammelt, erforscht und archiviert. Als Einrichtung der Leibniz-
Gemeinschaft ist die DSMZ mit ihren umfangreichen wissenschaftlichen
Services und biologischen Ressourcen seit 1969 globaler Partner für
Forschung, Wissenschaft und Industrie. Die DSMZ ist als gemeinnützig
anerkannt, die erste registrierte Sammlung Europas (Verordnung (EU) Nr.
511/2014) und nach Qualitätsstandard ISO 9001:2015 zertifiziert. Als
Patenthinterlegungsstelle bietet sie die bundesweit einzige Möglichkeit,
biologisches Material nach den Anforderungen des Budapester Vertrags zu
hinterlegen. Neben dem wissenschaftlichen Service bildet die Forschung das
zweite Standbein der DSMZ. Das Institut mit Sitz auf dem Science Campus
Braunschweig-Süd beherbergt mehr als 85.000 Kulturen sowie Biomaterialien
und hat rund 220 Beschäftigte. www.dsmz.de

Über die Leibniz-Gemeinschaft
Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 97 selbständige
Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-,
Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und
Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute
widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen.
Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den
übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten
wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte
Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im
Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und
informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-
Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen - in Form der
Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In-
und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen
Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern
Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die
Leibniz-Institute beschäftigen rund 20.500 Personen, darunter 11.500
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute
liegt bei 2 Milliarden Euro. www.leibniz-gemeinschaft.de

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Was die Giftküche der Natur bereithält

Natürliche Abwehrstoffe von Pflanzen sind Schwerpunkt des neuen
„BfR2GO“-Wissenschaftsmagazins

Pflanzen nutzen chemische Abwehrstoffe, um Fressfeinde, Insekten und
Mikroorganismen fernzuhalten. Einige dieser Stoffe können die menschliche
Gesundheit unterstützen – oder ihr schaden. Das Bundesinstitut für
Risikobewertung (BfR) untersucht, ob pflanzliche Inhaltsstoffe in
Lebensmitteln gesundheitliche Beeinträchtigungen auslösen können. Eine
durch das BfR beauftragte bundesweite Befragung zeigt, was die Bevölkerung
über pflanzliche Inhaltsstoffe weiß und welche möglichen Risiken die
Menschen durch den Verzehr erwarten. „Mehr als 60 Prozent der Befragten
sind wegen Rückständen oder Kontaminanten in Lebensmitteln besorgt – bei
natürlich vorkommenden, pflanzlichen Giftstoffen trifft dies nur auf 27
Prozent der Menschen zu. Natürliche Risiken werden häufig unterschätzt,
obwohl die giftigsten Stoffe, zum Beispiel Ricin oder Pilzgifte, aus der
Natur stammen“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel.
„Unsere Umfrage zeigt, wie wenig in der Bevölkerung über die
gesundheitliche Wirkung pflanzlicher Inhaltsstoffe bekannt ist. Hier
besteht Bedarf für die Risikokommunikation.“

https://www.bfr.bund.de/cm/350/bfr-2-go-ausgabe-2-2023.pdf

Neben teils großen Sorgen vor Gesundheitsrisiken durch synthetische Stoffe
im Essen wird die Giftküche der Natur häufig übersehen. Problematisch kann
die konzentrierte Aufnahme eines Stoffes in einer Menge sein, die durch
den normalen Verzehr üblicherweise nicht erreicht wird. Enthält zum
Beispiel ein Nahrungsergänzungsmittel stark konzentrierte Extrakte
pflanzlicher Inhaltsstoffe, gilt es, mögliche gesundheitliche Risiken auch
durch Wechselwirkungen zu bewerten. Jede Substanz muss einzeln betrachtet
werden, mitunter macht nur die Dosis den gesundheitlichen Unterschied.
Etwa Cumarin in bestimmten Zimtarten, das in hohen Dosen leberschädigend
ist und in Lebensmitteln nur begrenzt enthalten sein darf.

Die neue BfR2GO-Ausgabe nimmt neben dem Schwerpunktthema auch Mykotoxine
unter die Lupe. Aktuelle Daten zeigen, dass die unsichtbaren
Schimmelpilzgifte ohne den Umweg über befallenes Futtermittel in Käse und
Wurst lauern können. Am BfR werden verschiedene Analysemethoden
entwickelt, um Spuren zu bisher unbekannten Schimmelpilzgiften
aufzudecken. Gifte, vielmehr – Vergiftungen, sind auch Thema im Artikel
über das neue Nationale Vergiftungsregister am BfR. Bisher werden
Vergiftungsunfälle nicht deutschlandweit erfasst. Das soll sich ändern,
denn besonders Kinder können durch Vergiftungen schwere Gesundheitsschäden
davontragen. Das Ziel ist es, potenziell gefährliche Produkte schneller zu
erkennen und bestenfalls Leben zu retten.

Der Artikel „Den Anfang verstehen“ beleuchtet die ganz frühe
Schwangerschaft und ihre Gefährdung durch chemische Stoffe. Mittels
künstlicher Embryonen untersuchen BfR-Wissenschaftlerinnen, wie sich ein
Embryo in der Gebärmutter einnistet, und wie sich Substanzen auf diesen
Prozess auswirken. Gewebekulturen „simulieren“ dabei Schwangerschaft –
ohne Tierversuche.

Wie BfR-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler den Einfluss von Umwelt
und Lebensstil auf unsere Gene erforschen, ist ebenso Thema im neuen
BfR2GO wie der Nachweis kleinster genetischer Veränderungen und die
Rückverfolgung ihres Ursprungs.

Vorfahrt für Fakten fordert Physiker und Comedian Vince Ebert im Interview
zu Wissenschaft und Risiken. Mit weiteren Themen rund um das mögliche Ende
von PFAS-Chemikalien und ein EU-Forschungsprojekt zu unbekannten
chemischen Stoffen sowie mit Hinweisen für die Fondue- und Raclettesaison
liefert das aktuelle Wissenschaftsmagazin BfR2GO kompakt und bis zum Rand
gefüllt mit Wissen aktuelle und fundierte Informationen über die Forschung
und deren Bewertung im gesundheitlichen Verbraucherschutz sowie zum Schutz
von Versuchstieren.

Jede BfR2GO-Ausgabe stellt ein Thema aus einem aktuellen Arbeitsbereich
des BfR in einem Schwerpunkt vor. Daneben gibt es Berichte, Interviews und
Meldungen aus sämtlichen Arbeitsgebieten des BfR. Das Magazin wird auf der
BfR-Webseite auf Deutsch und auf Englisch veröffentlicht und kann von dort
kostenlos heruntergeladen oder zum darin Blättern direkt kostenlos
bestellt werden. Wer BfR2GO dauerhaft beziehen möchte, kann sich für ein
Gratis-Abonnement anmelden.

https://www.bfr.bund.de/de/wissenschaftsmagazin_bfr2go.html

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich
unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums
für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung
und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und
Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in
engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

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