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Pankreaskrebs: Frühe Diagnose erhöht Überlebenschance

10. Welt-Pankreaskrebstag am 16. November steht unter dem Motto
„Weitergehen – Orientieren – Handeln“ //        Das Nationale Centrum für
Tumorerkrankungen macht mit visuellen Zeichen auf die schwere Erkrankung
und verbesserte Therapien aufmerksam. //     Kochkurse unterstützen
Pankreaskrebspatientinnen und -patienten bei einer gesünderen Lebensweise.

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine der aggressivsten Tumorerkrankungen und
mit einer hohen Sterblichkeit verbunden. Aufgrund verbesserter und weit
verbreiteter bildgebender Diagnoseverfahren gelingt es jedoch immer
häufiger, bereits Vorstufen dieser Krebsart zu entdecken. Die
fächerübergreifende Interpretation des Befundes und die Behandlung an
einem spezialisierten Zentrum ermöglichen es dann in vielen Fällen, die
Geschwulst zu entfernen, bevor sie sich zu einem gefährlichen Karzinom
entwickelt. Anlässlich des Welt-Pankreaskrebstags am 16. November 2023
machen Behandelnde und Betroffene auf die Krankheit aufmerksam. Das
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und das Nationale Centrum
für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) beteiligen sich mit einem
visuellen Zeichen und zeigen damit Hoffnung und Solidarität mit
Patientinnen und Patienten. Von 16.30 bis 21 Uhr erstrahlt das NCT/UCC-
Gebäude auf dem Campus der Hochschulmedizin Dresden in der Johannstadt in
kräftigem Lila.

Eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist vor allem in einem
frühen Stadium tückisch – denn sie verursacht kaum oder nur unspezifische
Symptome. Weil der Pankreaskrebs zu den aggressivsten Krebsarten zählt und
oft sehr spät erkannt wird, überleben nur rund elf Prozent der Erkrankten
die ersten fünf Jahre nach der Diagnose. Jährlich bekommen etwa 19.000
Deutsche die schockierende Nachricht, dass ihre Bauchspeicheldrüse von
Krebs befallen ist – Tendenz steigend. Die demografische Entwicklung und
Risikofaktoren wie Rauchen und hoher Alkoholkonsum sind nur einige Gründe
für die steigenden Fallzahlen. Und doch gibt es eine Entwicklung, die
Hoffnung macht: Es gibt immer mehr Zufallsbefunde, bei denen eine frühe
Veränderung der Bauchspeicheldrüse festgestellt wird. Zeitige Befunde sind
aufgrund der immer besser werdenden Qualität der bildgebenden Verfahren
häufiger möglich. Mithilfe von Computertomographie (CT) und
Magnetresonanztherapie (MRT) werden so bereits Krebsvorstufen aufgespürt
und entsprechend therapiert. „Bei richtiger Diagnose und Therapie haben
wir in diesen Fällen sehr gute Chancen, die Entstehung von Pankreaskrebs
zu verhindern“, sagt Prof. Jürgen Weitz, Direktor der Klinik für
Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie (VTG) am Uniklinikum und Mitglied im
geschäftsführenden Direktorium des NCT/UCC.

Zeitige Diagnose erhöht Überlebenschance

Der Krankheitsverlauf von Ronny Beulke zeigt, wie wichtig eine frühe
Diagnose insbesondere bei dieser aggressiven Krebsart ist. 2016 veränderte
sich das Leben des damals 45-jährigen Dresdners von einem Moment auf den
anderen. Er ist zum Zeitpunkt der Diagnose vergleichsweise jung. Weil
seine Augäpfel extrem gelb verfärbt sind, sucht er seinen Hausarzt auf,
der ihn sofort ins Uniklinikum schickt. Bis auf einen zunehmenden
Gewichtsverlust hatte Ronny Beulke bis zu diesem Zeitpunkt keine weiteren
Symptome. Umso schockierender trifft ihn nach einigen Untersuchungen die
Diagnose: Pankreaskrebs. „Meine erste Frage an den Arzt war: Wie lange
lebe ich noch?“, erinnert er sich heute.

In einer Operation entfernten die Bauchspezialistinnen und -spezialisten
des Uniklinikums seinen Tumor. Darauf folgte eine adjuvante Chemotherapie.
„Das war eine harte Zeit. Ich war sehr geschwächt“, sagt Ronny Beulke.
Mithilfe seiner Familie bewältigt er diese körperliche Herausforderung.
Inzwischen gilt der 52-Jährige als geheilt, hat geheiratet und ist im
vergangenen Jahr noch einmal Vater geworden. Seine Geschichte zeigt, dass
Pankreaskrebspatientinnen und -patienten mit einer Diagnose in jungen
Jahren eine sehr gute Chance auf Heilung haben.

Doch auch hier kommt es auf die richtige Behandlung an. Das
Universitätsklinikum Dresden hat für nahezu alle Krebsarten
interdisziplinäre Zentren aufgebaut, die unter dem Dach des Nationalen
Centrums für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) arbeiten – darunter ein
von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziertes Viszeralonkologisches
Zentrum mit besonderer Expertise für Tumoren des Darms, der
Bauchspeicheldrüse, des Magens, der Leber und der Speiseröhre. Allein rund
150 operative Eingriffe jährlich werden am Uniklinikum im Fall einer
Pankreaskrebserkrankung vorgenommen. „Die komplette Entfernung des Tumors
ist aktuell nach wie vor die einzige Chance auf Heilung“, sagt Prof. Lena
Seifert, geschäftsführende Oberärztin der Klinik für Viszeral-, Thorax-
und Gefäßchirurgie und Leiterin der Pankreassprechstunde. In ihrer
Forschungsarbeit untersucht die Expertin Gewebe- und Blutproben
zahlreicher Pankreaspatientinnen und -patienten, um neue Biomarker und
therapeutische Zielstrukturen aufzuspüren. Ein Ziel ist es, dass bereits
Hausärztinnen und -ärzte anhand eines bestimmten Markers erste Hinweise
auf eine Krebserkrankung feststellen, ähnlich wie das mithilfe des PSA-
Wertes bei Prostatakrebs möglich ist.

Sollte eine Operation erforderlich sein, stehen am Uniklinikum hochmoderne
Verfahren zur Verfügung. „Mit dem robotergestützten Da-Vinci-OP-System
können wir in Schlüssellochtechnik hochpräzise und mit geringem
Blutverlust operieren. Das fördert einen schnellen Heilungsprozess“, sagt
Prof. Jürgen Weitz. Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand am
Uniklinikum, betont, wie wichtig die große Expertise in der
Hochschulmedizin Dresden ist, um einen so aggressiven Krebs zu bekämpfen.
„Die erfolgreiche Behandlung von Krebsvorstufen wie auch die Fortschritte
in der Therapie von Pankreaskrebs zeigen, dass Patientinnen und Patienten
in hochdifferenzierten, interdisziplinär organisierten Zentren mit einem
sehr erfahrenen chirurgischen Team behandelt werden sollten“, sagt er.

Kochkurse für eine gesunde Ernährung

Trotz gebündelter Expertise und Erfolgen in der Vermeidung und Therapie
dieser schweren Erkrankung bedarf es weiterer finanzieller und ideeller
Unterstützung, um das ganze Potenzial moderner Krebsmedizin und -forschung
für Betroffene zugänglich zu machen. Dazu gehören auch Erkenntnisse
bezüglich der fördernden Wirkung von Sport und Ernährung während und nach
der Therapie. Anlässlich des Welt-Pankreaskrebstags, der in Deutschland
von TEB e.V. Selbsthilfe (Tumore und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse)
mit initiiert wird, setzt die Klinik für Viszeral-, Thorax- und
Gefäßchirurgie des Uniklinikums Dresden gemeinsam mit dem Nationalen
Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) ein farbenfrohes Zeichen
und lässt erneut ein prominentes Gebäude – dieses Mal auf dem Campus des
Klinikums selbst – in der Aktionsfarbe Lila erstrahlen. In den vergangenen
Jahren hat die Hochschulmedizin Dresden bereits die Semperoper, das Blaue
Wunder, das Lingner Schloss und zuletzt zwei Elbdampfer anlässlich des
Welt-Pankreaskrebstags in Lila getaucht.

In diesem Jahr erstrahlt das 2020 eröffnete NCT/UCC-Gebäude in der
Mildred-Scheel-Straße in der Aktionsfarbe. Betroffene, Angehörige und
Interessierte sind am 16. November von 16.30 bis 21 Uhr herzlich
eingeladen. Ab 17 Uhr gibt es im Haus 136 verschiedene Vorträge zum Thema
Pankreaskarzinom sowie Führungen durch den Experimental-OP. Vorgestellt
wird auch das neue Kochkursprojekt, das für Patientinnen und Patienten mit
Pankreaserkrankungen am Uniklinikum angeboten wird. Zum Welt-
Pankreaskrebstag 2022 konnte die Klinik und Poliklinik für Viszeral-,
Thorax- und Gefäßchirurgie über die Stiftung Hochschulmedizin Dresden
Spenden in Höhe von 6.500 Euro einwerben, die nun für die Kochkurse
genutzt werden. Ein erster Kurs, an dem neben Ronny Beulke sieben weitere
Patientinnen und Patienten teilnahmen, fand am 7. November in der Küche
des Mitarbeiterrestaurants Caruso auf dem Campus statt.

Spenden für dieses und weitere therapiebegleitende Projekte werden
weiterhin gesammelt: https://stiftung-hochschulmedizin.de/ihre-spende/

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Neuer Masterstudiengang „Digitale Kommunikation und Medieninnovation“ an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Neue Berufsbilder, technische Innovationen, andere Formate: Die
Medienbranche wandelt sich durch die Digitalisierung rasant. Damit einher
gehen nicht nur veränderte Publikumserwartungen, sondern auch neue
Kompetenzanforderungen für den Nachwuchs. Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
(H-BRS) bietet vor dem Hintergrund dieser veränderten Medienpraxis ab dem
Sommersemester 2024 den neuen Masterstudiengang „Digitale Kommunikation
und Medieninnovation“ an. Der Studiengang bereitet Journalistinnen und
Journalisten sowie Kommunikationstalente optimal auf die dynamischen
Herausforderungen in der Medien- und Kommunikationsbranche vor. Die
Einschreibung ist ab sofort möglich.

„In den letzten Jahren hat sich die Medienlandschaft durch die
Digitalisierung und den zunehmenden Einsatz von künstlicher Intelligenz
massiv verändert. Es entstehen ständig neue Produkte und Formate, es
eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten, Informationen zu präsentieren und
sein Zielpublikum zu erreichen“, sagt Professorin Dr. Tanja Köhler, die
den neuen Studiengang leitet. „All das erfordert neben dem klassischen
Handwerkszeug auch neue Kompetenzen, etwa in der Formatentwicklung, im
Digital Storytelling oder im Prompt Engineering. Unser neuer
Masterstudiengang vermittelt dieses Wissen und befähigt die Studierenden
gleichzeitig, diese Kenntnisse auch in die Praxis umzusetzen.“

Der neue Studiengang bietet eine Kombination aus Theorie und Praxis. Die
Studierenden erwerben Kompetenzen in den Bereichen digitaler Journalismus,
digitale Kommunikation, Digital Leadership, Medienästhetik sowie
Formatentwicklung und Medieninnovation. Sie lernen, mediale,
journalistische Produkte und Formate sowohl fachlich-analytisch als auch
unter praxis- und anwendungsorientierten Gesichtspunkten zu entwickeln und
zu produzieren. Vermittelt werden darüber hinaus interkulturelle,
gestalterische und technische Kompetenzen, um innovative Medienformate zu
konzipieren. Zudem fördern die Seminare ein vertieftes Verständnis für
inhaltliche, technologische und strategische Aspekte der Digitalität.

Die H-BRS verfügt über eigene TV- und Radio-Studios, die eine technische
Ausstattung auf höchstem Niveau bieten, um professionelle Audio- und
Videoproduktionen herzustellen. Hinzu kommen ein Newsroom und eine
Printredaktion.

Der Masterstudiengang „Digitale Kommunikation und Medieninnovation“ wird
am Campus Sankt Augustin der H-BRS angeboten. Alle Lehrveranstaltungen
finden in deutscher Sprache statt. Die Regelstudienzeit beträgt drei
Semester. Der Studienbeginn ist im Sommersemester. Eine Bewerbung ist ab
sofort bis zum 15. März 2024 möglich.

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DIVI zum Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG): „Ein richtiger und wichtiger Schritt, der nur wenig Nachbesserung bedarf

Die Pandemie hat Bevölkerung und Politik deutlich vor Augen geführt, wie
wichtig die Verfügbarkeit von Gesundheitsdaten aus Kliniken und Praxen für
die Forschung ist – und dass diese Daten in Deutschland fast immer fehlen
oder schwer zugänglich sind. „Dringend müssen die Behandlungs- und
Gesundheitsdaten jedes Patienten auch in Deutschland anonymisiert und
automatisiert zur Sicherstellung der optimalen Versorgung der Bevölkerung
und für die Forschung erschlossen werden“, fordert daher der Präsident der
Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin
(DIVI), Professor Felix Walcher.

Das Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG), wie es morgen im Deutschen
Bundestag verabschiedet werden soll, ist ein großer Schritt in die
richtige Richtung. Zur Perfektion fehlen allerdings noch einige Details.
Entsprechend fordert die DIVI Änderungen des Gesetzes.

„Aus Sicht der DIVI sind die Ziele des GDNG ungemein bedeutsam“, erklärt
Professor Rainer Röhrig, Leiter des Instituts für Medizinische Informatik
an der Uniklinik RWTH Aachen. Es sind jedoch noch Nachbesserungen
notwendig, um diese Ziele auch speziell für die Notfall- und
Intensivmedizin erreichen zu können.

DIVI fordert Opt-Out-Lösung auch für die Notfall- und Intensivmedizin

„Die durch das GDNG vorgesehene Einführung einer Opt-Out-Lösung zur
Erhebung von Patientendaten ist zur Beantwortung vieler wissenschaftlicher
Fragen ungemein wichtig“, konstatiert Rainer Röhrig. Durch die Opt-Out-
Lösung würden Fehler in den Stichproben vermieden. Bei der Einschränkung
der Opt-Out-Lösung auf Forschungsvorhaben im besonderen öffentlichen
Interesse wurde aber in der aktuellen Gesetzesvorlage die
Versorgungsforschung vergessen. „Dabei ist eine Opt-Out-Lösung gerade bei
Notfall- und Intensivpatienten erforderlich, um deren Versorgungsrealität
in der Forschung untersuchen zu können“, betont Röhrig.

„In der Notaufnahme oder auf der Intensivstation sei es ethisch nicht
geboten, in einer lebensbedrohlichen Situation auch noch den Patienten
oder Angehörige zu bitten, eine Erlaubnis zur Datennutzung zu
unterschreiben“, kommentiert Professor Uwe Janssens den
Nachbesserungsbedarf des Gesetzes. Er ist Generalsekretär der DIVI und
Direktor der Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin
am St.-Antonius-Hospital Eschweiler. Als Mitglied der Sektion Ethik gibt
er zu bedenken, dass es auch im Nachgang sehr schwierig sei, diese
Erlaubnis einzuholen, denke man z.B. an Patienten ohne festen Wohnsitz
oder auch Patienten, die trotz Akutintervention versterben. „Um Maßnahmen
und Strukturen unseres Gesundheitswesens evaluieren zu können, müssen wir
diese Zustände bedenken!“, so Janssens. Es sei aber hingegen ethisch
geboten die Daten zur Verbesserung der Versorgung aller zu erheben. „Je
mehr wir wissen, desto besser können wir unsere Patienten behandeln!“,
gibt Janssens zu bedenken. Die DIVI fordert deshalb, diese Lücke zu
schließen.

So sollte in Artikel 3 - §25b, Absatz 1 des GDNG als Nr. 6 ergänzt werden,
dass es im öffentlichen Interesse sei, dass Maßnahmen und Strukturen im
Gesundheitswesen auf Wirksamkeit und Effizienz von neutralen
Forschungsinstituten evaluiert werden (zum Zweck der
Versorgungsforschung).
Zudem sollte in Absatz 2 ergänzt werden, dass in dem Fall der
Versorgungsforschung (6) nur dann auf eine Einwilligung verzichtet werden
kann, wenn die Einholung einer Einwilligung, nicht oder nur mit einem
unverhältnismäßig hohen Aufwand möglich sei. Dies ist vor allem in der
Intensiv- und Notfallmedizin der Fall.

Kein unnötiger administrativer Aufwand

Es mache ebenfalls keinen Sinn, so Janssens, wie in Art 1 GDNG §6(1) Satz
2ff verlangt, dass Daten auch dann anonymisiert würden, wenn dem Kreis der
datenverarbeitenden Personen die Identität der betroffenen Person bekannt
sei. „Daraus entsteht ein unnötiger administrativer Aufwand. Zusätzlich
können die Betroffenenrechte zur Auskunft und der Wunsch auf Sperrung der
Daten für eine weitere Nutzung bei anonymisierten Daten im Gegensatz zu
pseudonymisierten nicht mehr umgesetzt werden.“ Es gelte diese Definition
nochmals zu überdenken.

Koordinierungsstelle für Gesundheitsdaten braucht einen Vertreter der
Universitätsmedizin

Der Medizininformatiker Röhrig hebt zudem den Plan der Einrichtung einer
Datenzugangs- und Koordinierungsstelle für Gesundheitsdaten (DZKS) hervor.
„Die Einrichtung einer DZKS ist mehr als zu begrüßen“, sagt der Mediziner.
„Von der DZKS wird abhängen, ob die Ziele des Gesetzes erreicht werden
können.“ Für die Freie Forschung sei es wichtig, dass diese Stelle
unabhängig arbeiten könne. Vor allem müsse die DZKS in eine
Gesamtstrategie aller Initiativen der deutschen und europäischen
Gesundheitsforschung eingebettet werden. „Der aktuelle Gesetzentwurf sieht
die Einrichtung eines Arbeitskreises vor, in dem ein Vertreter der
Gesundheitsforschung sitzt“, zitiert Röhrig. Dies sei insgesamt eine sehr
schwache Lösung, um Unabhängigkeit und Anbindung an
Forschungsinfrastrukturen wie das Netzwerk Universitätsmedizin, die
Medizininformatik-Initiative oder die Deutschen Zentren für
Gesundheitsforschung sicherzustellen.

Daher drängt die DIVI darauf, weitere Vertreter, z.B. aus der
Universitätsmedizin in die zentrale Leitung des DZKS einzubinden. „Es
dürfen keine weiteren Parallelstrukturen entstehen und die Nutzung für die
freie Forschung muss einfach sein!“, appelliert DIVI-Präsident Felix
Walcher.

„Deutschland braucht dringend ein Gesundheitsdatennutzungsgesetz – aber in
überarbeiteter Version!“

„Wir müssen die eingeschlagene Entwicklung konsequent weitergehen!“, fasst
DIVI-Präsident Prof. Felix Walcher die Forderungen seiner Fachgesellschaft
zur Überarbeitung des GDNGs zusammen. „Wir konnten mit dem AKTIN-
Notaufnahmeregister, einer Entwicklung aus der DIVI, zeigen, dass mit
einer modernen IT-Architektur der dezentralen Datenhaltung auch unter
strengem Datenschutz tagesaktuelle Daten zur sog. Notaufnahme-Surveillance
zur Verfügung gestellt werden können. Dieses Register liefert seit Jahren
wertvolle Informationen zur Erfassung des Gesundheitszustandes der
Bevölkerung und ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Auffälligkeiten.
Es gibt also gute und pragmatische Lösungen, die Patientendaten für eine
bessere Versorgung der gesamten Bevölkerung nutzbar machen – nun muss die
Gesetzesgrundlage diese Entwicklungen zukunftsfähig unterstützen.
Gleichzeitig muss jeder Patient die Nutzung seiner Daten niederschwellig
ablehnen können.“

Die Forschung zu stärken, ohne das Grundrecht der informationellen
Selbstbestimmung des Einzelnen zu schwächen, ist in höchstem Maße
erstrebenswert und zum Nutzen aller. Das Gesundheitsdatennutzungsgesetz
muss daher unbedingt kommen. Damit diese Ziele auch für die
Wissenschaftler der Intensiv- und Notfallmedizin erreicht werden können,
sind die wenigen, aber wichtigen Änderungswünsche der DIVI, unumgänglich.

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Klimakrise und Gesundheit - Podiumsdiskussion: „Hamburg – eine resiliente Stadt?"

Die Podiumsdiskussion zum Thema „Hamburg – eine resiliente Stadt? Wie sich
trotz Klimakrise die Gesundheit der Menschen schützen lässt“ widmet sich
Fragen der Gesundheit im Zusammenhang mit der Klimakrise. Zu diskutieren
ist, welche Rolle städtebauliche und stadtplanerische Maßnahmen haben
können. Denn in einer Zeit, in der die Auswirkungen des Klimawandels immer
spürbarer werden, müssen Stadtentwicklungsstrategien die Bedürfnisse der
Bürgerinnen und Bürger in besonderem Maße berücksichtigen. Die
Projektgruppe „Resilience and Diversity in Complex Systems“ der Akademie
der Wissenschaften in Hamburg lädt zu der Podiumsdiskussion am 21.
November 2023 um 19:00 Uhr im Baseler Hof in Hamburg.

Die Diskussionsrunde wird sich darauf konzentrieren, wie sich Hamburg an
die bereits eingetretenen und zu erwartenden Veränderungen anpassen kann,
während gleichzeitig soziale Ungleichheiten im Zuge der Klimakrise durch
städtebauliche Maßnahmen minimiert werden können. Dabei wird die Gruppe
der älteren und kranken Menschen im Besonderen beleuchtet.

Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Verwaltung und Politik
diskutieren, wie Hamburg auf seinem Weg zu einer nachhaltigen und
widerstandsfähigen Zukunft unterstützt werden kann. Die Vortragenden Prof.
Dr. Jörg Knieling, PD Dr. Jobst Augustin, Dr. Birgit Schiffmann und
Christa Möller-Metzger geben Einblicke aus unterschiedlichen Perspektiven.
Die Moderation der Veranstaltung hat Dr. Charlotte Schubert, Ärztin für
Neurologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Sprecherin der
Young Academy Fellows der Akademie der Wissenschaften in Hamburg.

Vortragende
Prof. Dr. Jörg Knieling
Professor für Stadtplanung und Regionalentwicklung an der HCU Hamburg,
Stellvertretender Vorsitzender des Klimabeirats Hamburg
PD Dr. Jobst Augustin
Leiter der Forschungsgruppe „Gesundheitsgeographie“ am UKE Hamburg,
Herausgeber des Buches „Nachhaltige StadtGesundheit Hamburg“
Dr. Birgit Schiffmann
Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft Hamburg,
Leitung Stabsstelle Klimaanpassung/RISA
Christa Möller-Metzger
Sprecherin der Senior:innen der Bürgerschaft Hamburg für die Partei Die
Grünen


Moderation: Dr. Charlotte Schubert
Ärztin für Neurologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf,
Sprecherin der Young Academy Fellows der Akademie der Wissenschaften in
Hamburg

Die Podiumsdiskussion „Hamburg – eine resiliente Stadt? Wie sich trotz
Klimakrise die Gesundheit der Menschen schützen lässt“ findet statt:

Dienstag, 21. November 2023, 19:00 Uhr
im Gartensaal im Baseler Hof,
Esplanade 15, 20354 Hamburg

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Für die Teilnahme im Baseler Hof ist eine Anmeldung erforderlich unter:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Sie erhalten von uns eine Bestätigung.

Aktuelle Informationen finden Sie unter www.awhamburg.de

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