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Aktive Kinder, rege Erwachsene: Warum Kinder mehr Bewegung brauchen

Die Stiftung Kindergesundheit äußert in einer aktuellen Stellungnahme
große Besorgnis über den zunehmenden Mangel an körperlicher Aktivität bei
Kindern und Jugendlichen, der ernsthafte Auswirkungen auf die Gesundheit
haben kann. Laut dem kürzlich veröffentlichten Kindergesundheitsbericht
2023 erreichen nur noch wenige Jugendliche die von der WHO empfohlene
tägliche Bewegungsdauer, insbesondere Mädchen bewegen sich noch weniger
als Jungen. Die Digitalisierung des Alltags und die Verfügbarkeit von On-
Demand-Medien tragen zu diesem Problem bei.

Intensive und regelmäßige Bewegung spielt das ganze Leben lang eine
wichtige Rolle für die Gesundheit. Besonders in den ersten Lebensjahren
ist sie von großer Bedeutung für die körperliche, geistige, emotionale und
soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, betont die Stiftung
Kindergesundheit in einer aktuellen Stellungnahme und äußert große
Besorgnis hinsichtlich des aktuellen Trends: Der zunehmende Mangel an
körperlicher Aktivität von Kindern sei zu einem ernsten Problem geworden -
nicht nur für die Familien, sondern für die gesamte Gesellschaft. Die
Folgen reichen über fehlende körperliche Fitness, Haltungsschäden bis zur
Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit der jungen Generation.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt allen heranwachsenden
Mädchen und Jungen, sich jeden Tag mindestens 60 Minuten lang mit
moderater bis hoher Intensität körperlich zu bewegen. Als Faustregel gilt:
Täglich mindestens eine Stunde im Freien toben oder körperlich so aktiv
sein, dass sich das Herz-Kreislauf-System aktiviert und die Kinder außer
Atem kommen und schwitzen.

Es fehlen leicht zugängliche Bewegungsanreize – insbesondere für Mädchen
„Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass mit zunehmendem Alter immer
weniger Kinder diese von der WHO empfohlene Aktivitätsdauer erreichen.
Mädchen bewegen sich dabei noch weniger als Jungen“, berichtet der
Münchner Kinder- und Jugendarzt Prof. Dr. Dr. Berthold Koletzko,
Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. „Wie der kürzlich
veröffentlichte ‚Kindergesundheitsbericht 2023‘ unserer Stiftung belegt,
können unter den Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren nur noch 7,5
Prozent der Mädchen und 16,0 Prozent der Jungen ausreichend Bewegung in
ihren Alltag integrieren. Dadurch steigt aber die Wahrscheinlichkeit, dass
viele junge Menschen aufgrund ihres heutigen bewegungsarmen Lebens später
ein erhöhtes Risiko für Krankheiten wie koronare Herzerkrankungen,
Diabetes und Krebs tragen“.

Informationen, Konsum, Unterhaltung und Kommunikation sind in unseren
Tagen für viele junge Menschen „on demand“, also auf Abruf verfügbar,
stellt Prof. Tim Bindel, Professor für Sportpädagogik und Sportdidaktik an
der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz, im Kindergesundheitsbericht
2023 fest. Diese direkte Verfügbarkeit ist für Jugendliche
selbstverständlich geworden. Man könne deshalb auch von einer „neuen
Jugend“ sprechen, die frühzeitig beginnt, ihre Lebensfragen in den
sozialen Medien zu teilen.

Das Internet verdrängt „frische Luft“
Diese „neue Jugend“ zeichnet sich laut laut Bindel durch drei wesentliche
Merkmale aus, wenn es um die Bewertung von Freizeit, Sport und Bewegung
geht:

Erstens führt die zunehmende Digitalisierung des Alltags zu einer
geringeren körperlichen Aktivität, da viele alltägliche Bedürfnisse
digital erfüllt werden können.

Zweitens verbringen Jugendliche vermehrt ihre Freizeit mit Medien, da dort
verlockende Angebote auf Abruf verfügbar sind (On-Demand-TV, Apps,
Spiele).

Drittens haben sich die Ansprüche an analoge Freizeitaktivitäten
verändert, weil die digitalen Angebote für viele Kinder und Jugendliche
attraktiver erscheinen und individuell nutzbar sind.

Zur gleichen Zeit haben sich die Möglichkeiten der Kinder, draußen zu
spielen, in den letzten Jahrzehnten weiter verringert, beklagt die
Stiftung Kindergesundheit. Parallel dazu nahm das Angebot und die
Verfügbarkeit von Medien wie Fernseher, Tablets, Spielekonsolen und
Smartphones beständig zu. In den Jahren der Covid-19-Pandemie führte dies
zu einem rasch weiter angestiegenem problematischen Medienverhalten.

Wie reißt man Kinder vom Stuhl?
Wichtig sind mehr Bewegung und weniger Sitzen, betont die Stiftung
Kindergesundheit. Kleinkinder sollten nicht länger als eine Stunde am
Stück sitzen. Kinder, die stundenlang vor dem Handy sitzen, TV schauen
oder am Computer kleben, sind fast völlig bewegungslos. Da sie zudem in
der Schule und bei den Hausaufgaben stillsitzen, bewegen sie ihren Körper
kaum.

„Durch die übermäßige Mediennutzung wird die Zeit knapp für andere
Bereiche des kindlichen Lebens“, unterstreicht Professor Koletzko.
„Vielseher führen seltener Gespräche mit anderen Kindern oder den Eltern
und spielen seltener ein Musikinstrument als Wenigseher. Zu viel
Mediennutzung wirkt sich auch in der Schule ungünstig aus auf die
Konzentration, die Aufmerksamkeit und das Leistungsniveau der Kinder und
führt sogar nachweislich zu vermehrter Gewaltbereitschaft“.

Der Kinder- und Jugendarzt empfiehlt deshalb: „Eltern sollten den
Fernsehkonsum ihrer Kinder konsequent kontrollieren. Eine Stunde Fernsehen
pro Tag ist für Schüler genug. Außerdem sollten Eltern dringend darauf
achten, dass für ausreichende Bewegung der Kinder gesorgt ist“. Nicht
zuletzt wirkt sportliche Betätigung auch positiv auf die Stimmung und
daher präventiv gegen die Entwicklung einer depressiven Symptomatik.

Die Bedürfnisse der On-Demand-Kultur, wie Flexibilität und ständige
Verfügbarkeit, lassen sich nur schwer mit den Anforderungen des
klassischen, oft leistungs- und wettbewerbsorientierten Sportvereins in
Einklang bringen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Zahl der
Kinder und Jugendlichen, die Sport im Verein treiben, deutlich
zurückgegangen ist. Die Politik ist gefordert, sportliche Anreize zu
schaffen, die für Jugendliche attraktiv und leicht zugänglich sind und mit
der digitalen Welt konkurrieren können, zum Beispiel durch den Ausbau des
städtischen Raums und die Schaffung von sogenannten Jugendspielplätzen.

Ein Tiger bringt Kinder auf Trab
Um die Gesundheit von Kindern im Vorschulalter zu fördern hat die Stiftung
Kindergesundheit das Projekt „Tigerkids – Kindergarten aktiv“ entwickelt,
das seit 2007 bundesweit im Einsatz ist. „TigerKids“ erreicht
Vorschulkinder aus allen Bevölkerungsgruppen und sozialen Schichten. Im
Rahmen des Programms erlernen die Kinder spielerisch das richtige
Ernährungsverhalten. Gleichzeitig werden ihre Ausdauer und Koordination
durch ein Bewegungsprogramm gefördert und ihnen Spaß an körperlichen
Aktivitäten vermittelt.

Mittlerweile hat der Tiger in vielen Kindergärten Einzug gehalten, freut
sich das Team der Stiftung Kindergesundheit. Die Zahlen sprechen für sich:
Seit 2019 haben mehr als 3000 Einrichtungen am „TigerKids“-Programm
teilgenommen. Das Programm hat bereits über 150.000 Familien erreicht.
Alle teilnehmenden Teams berichteten, dass die Kinder mehr Obst und Gemüse
verzehrten als vor der Teilnahme am „TigerKids“-Programm.

Das „TigerKids“-Projekt der Stiftung Kindergesundheit dient mittlerweile
als Vorbild für Präventionsmaßnahmen in vielen europäischen Ländern und
wurde international bereits mehrfach ausgezeichnet.

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Sozialdaten besser verstehen – interaktiv und für alle zugänglich

Die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration,
Vielfalt und Antidiskriminierung präsentiert eine neue digitale Lösung zur
Visualisierung von Sozialdaten. Das Sozialinformationssystem (SIS), das im
Jahr 2021 den Berliner Verwaltungspreis erhielt, wird um eine Dashboard-
Funktionalität erweitert. Dies eröffnet die Möglichkeit, Sozialdaten in
Form von Grafiken, Karten und Diagrammen abzurufen. Das Projekt wurde
durch das Fraunhofer-Institut FOKUS wissenschaftlich begleitet und in der
technischen Umsetzung unterstützt.

Derzeit gibt es sechs Dashboards zu folgenden Transferleistungen:

-       Hilfe zum Lebensunterhalt
-       Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung
-       Eingliederungshilfe
-       Hilfe zur Pflege
-       Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
-       Leistungen nach dem Landespflegegeldgesetz.

Senatorin Cansel Kiziltepe: »Mit den modernen Daten-Dashboards tragen wir
dazu bei, Verwaltungsdaten transparent und intuitiv zugänglich zu machen –
für unsere Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung ebenso wie für die
breite Öffentlichkeit.«

Mit den Dashboards können Empfangendenzahlen und zeitliche Entwicklungen
sowie räumliche Verteilung auf einen Blick eingesehen werden. In den
kommenden Monaten wird die Funktionalität schrittweise erweitert, um die
Einbindung weiterer Datensätze zu ermöglichen und die Verknüpfung von
Datensätzen zu erleichtern. Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu
einer integrierten Armuts- und Sozialberichterstattung. Ziel ist es, die
soziale Lage der Berliner Bevölkerung lebenslageorientiert und
sozialräumlich präzise zu beschreiben, um darauf aufbauend gezieltere
Maßnahmen zur Armutsprävention zu entwickeln und zu steuern.

Senatorin Cansel Kiziltepe: »Wir müssen den wachsenden sozialen
Herausforderungen in Berlin entschlossen und zielgerichtet entgegentreten.
Dafür benötigen wir eine solide Datenbasis. Das vorliegende System ist ein
wichtiger Baustein, um die Steuerung der Sozialpolitik in unserer Stadt zu
verbessern und den Kampf gegen die Armut voranzutreiben.«

Das Projekt wurde durch das Fraunhofer-Institut FOKUS wissenschaftlich
begleitet und in der technischen Umsetzung unterstützt. Philipp Martin,
Projektleiter bei Fraunhofer FOKUS:
„Wir freuen uns sehr, einen Beitrag dazu zu leisten, Berliner
Verwaltungsdaten leichter zugänglich zu machen. Mit unserer Lösung zeigen
wir, wie ein niedrigschwelliger Einstieg in Datenanalysen innerhalb der
öffentlichen Verwaltung gelingen kann – und welche Technologien die
Einstiegshürden senken. Dafür nutzen wir Open-Source-Werkzeuge, die
leichtgewichtige Datenanalysen auch in einem kleinen Rahmen ermöglichen
und später flexibel erweiterbar sind. Zugleich unterstützen Low-Code-
Komponenten die Mitarbeiterinnen und Mitarbetier der Verwaltung dabei,
eigenständig und ohne umfassende IT-Vorkenntnisse Datenberichte und
Dashboards zu erstellen, die ihnen ein besseres Verständnis und eine
effektivere Nutzung vorhandener Daten ermöglichen.“

Philipp Martin betont: „Es war uns wichtig, keine Insellösung zu schaffen.
Darum achten wir insbesondere auf Interoperabilität. Denn ein großes
Potenzial des Berliner Sozialinformationssystems und der zugehörigen
Instrumente für Datenanalysen liegt in der Möglichkeit, die Daten künftig
auch mit anderen Ämtern und Behörden vernetzen zu können und daraus neue
Erkenntnisse abzuleiten. Schließlich ermutigt eine Datenplattform, die
erfolgreich im Einsatz ist, auch andere Akteure des öffentlichen Sektors,
ihre Daten zugänglicher zu machen. Dafür auf Open Source- und Low-Code-
Lösungen zu setzen stärkt die digitale Souveränität der Berliner
Verwaltung.“

Die Dashboards finden Sie unter:
https://dashboards.sozial-informations-system.de

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Klimaretter Ozean? Wie das Meer (noch) mehr Kohlendioxid aufnehmen soll

Neuer „World Ocean Review“ fasst das aktuelle Wissen zu marinen
CO2-Entnahmeverfahren zusammen

- Gemeinsame Presseinformation der maribus gGmbH, des Kieler Future Ocean
Netzwerks, des Konsortiums Deutsche Meeresforschung (KDM) und
International Ocean Institute -

Wie soll der Mensch den Klimawandel wirkungsvoll begrenzen? Oberste
Priorität haben sicherlich Maßnahmen zur Vermeidung von Treibhausgas-
Emissionen. Fakt ist mittlerweile aber auch, dass wir der Atmosphäre in
den kommenden Jahrzehnten viel Kohlendioxid entnehmen und sicher einlagern
müssen. Kann oder sogar muss uns der Ozean bei dieser Aufgabe helfen? Der
neue „World Ocean Review“ (WOR) Nr. 8 erläutert diese Frage anhand der
Rolle des Ozeans im Kohlenstoffkreislauf der Erde und stellt Vorteile,
Risiken und Wissenslücken zu den wichtigsten meeresbasierten Verfahren zur
Kohlendioxid-Entnahme vor. Dürfen und wollen wir Menschen den Ozean zu
Klimaschutzzwecken tatsächlich noch tiefgreifender verändern? Die achte
WOR-Ausgabe liefert Antworten und kann ab heute kostenlos bestellt und
heruntergeladen werden. Zudem gibt der neue WOR den Startschuss für die
bislang fehlende öffentliche Debatte über die Frage, ob wir Menschen den
Ozean zu Klimaschutzzwecken tatsächlich noch tiefgreifender verändern
dürfen und wollen.

Der Ozean hat in den zurückliegenden Jahrzehnten rund ein Viertel der vom
Menschen freigesetzten Kohlendioxid-Emissionen aufgenommen, in seinen
Tiefen eingelagert und den Klimawandel so maßgeblich gebremst. Diese
natürliche CO2-Aufnahme des Meeres zu verstärken, ist das Ziel mariner
Kohlendioxid-Entnahmeverfahren (engl. Carbon Dioxide Removal, CDR).
Forschende untersuchen derzeit in verschiedenen Projekten die Machbarkeit,
Kosten, Vorteile, Risiken und Nachhaltigkeit dieser Entnahmeverfahren. Was
allerdings fehlt, ist eine breite gesellschaftliche Debatte darüber, ob
wir Menschen zum Zwecke des Klimaschutzes gezielt in die Abläufe des
Ozeans eingreifen dürfen, auch wenn nicht alle Risiken und Folgen von
Anfang an absehbar sein werden. Gegnerinnen und Gegner verweisen auf den
ohnehin schon schlechten Zustand der Meere und fehlendes Wissen über die
Folgen von CDR. Befürworterinnen und Befürworter hingegen betonen, dass
wirksame Klimaschutzmaßnahmen alternativlos sind, und wir durch den
Einsatz meeresbasierter CDR-Verfahren Zeit gewinnen könnten, die wir
brauchen, um Alternativen für ein emissionsfreies Leben zu entwickeln.

Aufgrund dieser Brisanz und der anstehenden schwierigen Entscheidungen im
Rahmen des Klimaschutzes, widmet sich der achte WOR ausschließlich dem
Thema „Kohlendioxid-Entnahme“. Unterstützt von mehr als 20
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erläutert er die Dringlichkeit
wirksamer Klimaschutzmaßnahmen und erklärt, wie der Ozean Kohlendioxid
aufnimmt und für lange Zeit speichert. Er beschreibt das
CO2-Aufnahmepotenzial der Landvegetation, diskutiert, warum das Meer in
Sachen Klimaschutz in den Fokus gerückt ist und stellt im Anschluss
vielversprechende marine CO2-Entnahme- und Speicherverfahren im Detail
vor, angefangen von der Wiederherstellung und Ausweitung artenreicher
Küstenökosysteme über Eingriffe in die Meereschemie (Alkalinitätserhöhung)
bis hin zur CO2-Speicherung im tiefen Meeresuntergrund. Zum Abschluss geht
er auf wichtige Leitprinzipien und Regeln ein, die nach Ansicht der
Wissenschaft etabliert werden müssen, sollte sich die Gesellschaft eines
Tages für einen Einsatz mariner CDR-Verfahren entscheiden.

Ein Beitrag, um notwendige Maßnahmen und deren Konsequenzen besser zu
verstehen

„Erwärmt sich die Erde weiter in der bisherigen Geschwindigkeit, ist ein
Kollaps von Natur und Gesellschaft unabwendbar. Um unser Klimaziel
einzuhalten, müssen wir zu Methoden greifen, die wirkmächtig und
existenziell sind, denn ein Stopp vermeidbarer Emissionen allein wird
nicht ausreichen. Ich hoffe deshalb sehr, dass der neue ‚World Ocean
Review‘ dazu beiträgt, leider notwendige Maßnahmen besser zu verstehen und
deren Konsequenzen zu erkennen“, sagt WOR-Initiator und maribus-
Geschäftsführer Nikolaus Gelpke. Die maribus gGmbH gibt den „World Ocean
Review“ in Zusammenarbeit mit dem Konsortium Deutsche Meeresforschung, dem
Kieler Future Ocean Netzwerk und dem International Ocean Institute heraus.

„Der WOR 8 beschreibt Maßnahmen, die bereits umgesetzt werden (könnten),
und solche, die als Option bezüglich ihres Nutzens, aber auch wegen
möglicher Risiken noch bewertet werden sollten. Alle Einrichtungen und
Institute der deutschen Meeresforschung sind an entsprechenden Projekten
beteiligt und belegen so einmal mehr, wie eine Zusammenarbeit der
verschiedenen Disziplinen der Meeresforschung dazu in der Lage ist,
schnell tragbare und nachhaltige Beiträge zu Lösungen eines globalen
Problems zu entwickeln. Eindrucksvoll präsentiert der WOR 8 hier ein
Kaleidoskop der aktuellen Forschung im Jahr 2023, zeigt aber auch, welches
Wissen noch fehlt, um noch verlässlichere Empfehlungen an umsetzende
Akteure auszusprechen“, schreibt Professor Dr. Ulrich Bathmann,
Vorsitzender des Konsortiums Deutsche Meeresforschung in seinem Vorwort.

Professor Dr. Martin Visbeck, Co-Sprecher des Kieler Future Ocean
Netzwerks führt weiter aus: „Die Themen des WOR 8 werden uns noch viele
Jahre begleiten. International sind sie Teil der Klimaverhandlungen zum
Erreichen des Pariser Abkommens und in der im Jahr 2021 gestarteten
UN­Dekade der Meeresforschung für nachhaltige Entwicklung verankert, die
sich mit der Schnittstelle zwischen Ozean und Klima ebenso beschäftigt wie
mit dem notwendigen gesellschaftlichen Transformationsprozess. Forschung
zu diesem Thema ist daher Zukunftsforschung, und der neue WOR gibt
wichtige Impulse für dieses Forschungsfeld.“

Der WOR erscheint alle zwei Jahre in deutscher und englischer Sprache und
wird weltweit von Interessierten aus Politik, Wirtschaft und
Zivilgesellschaft gelesen. Er liefert aktuelles Hintergrundwissen zu
relevanten Meeresthemen und richtet sich an alle, die in Sachen
Meeresschutz und -nutzung mitreden wollen.

Die achte WOR-Ausgabe mit dem Titel „Klimaretter Ozean? Wie das Meer
(noch) mehr Kohlendioxid aufnehmen soll“ erscheint heute und kann über die
Webseite kostenlos als Druckexemplar bestellt oder als PDF-Version
heruntergeladen werden.

Fotos stehen zum Download bereit:
https://www.uni-
kiel.de/de/pressemitteilungen/2023/20231115-wor-8-titel.jpg
Die achte Ausgabe des „World Ocean Review“ trägt den Titel „Klimaretter
Ozean? Wie das Meer (noch) mehr Kohlendioxid aufnehmen soll.“
© maribus gGmbH

https://www.uni-
kiel.de/de/pressemitteilungen/2023/20231115-wor-8-gesamtausgabe.png
Die achte Ausgabe des „World Ocean Review“ erschien am 15. November 2023
und ist kostenlos als Druckexemplar oder PDF-Version verfügbar.
© maribus gGmbH

Weiterführende Informationen:
Zur Webseite des WOR, https://www.worldoceanreview.com/
Zum Download des WOR, https://worldoceanreview.com/wp-
content/downloads/wor8/WOR8_de.pdf

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Zahnkorrektur per transparenter Zahnschiene: Wie funktioniert ein Aligner?

Zahnkorrektur Symbolbild von Andrey Propov Clipdealer
Zahnkorrektur Symbolbild von Andrey Propov Clipdealer

Ein Aligner unterscheidet sich insofern von festen und losen Zahnspangen mit Draht, als er eben ohne diesen auskommt. Dementsprechend wird er alternativ als Zahnschiene oder durchsichtige Zahnspange bezeichnet. Durch die Form des für den Aligner verwendeten Materials wird aber ebenfalls Druck auf die Zähne ausgeübt, sodass sie sich etappenweise in andere Positionen verschieben lassen. Allerdings ist der Druck nicht so groß wie bei den Zahnspangenarten aus Draht. Deshalb eignet er sich eher für Korrekturen in kleinerem Umfang. Dafür hat er aber auch den Vorteil, dass er kaum zu sehen ist und sich im Gegensatz zu festen Zahnspangen herausnehmen lässt.

 

In welchen Fällen kann eine transparente Zahnschiene angewendet werden?

Wer sich mithilfe eines Aligners die Zähne gerade machen lassen möchte, sollte im Vorfeld abklären, wie gravierend die Zahnfehlstellungen sind. Im Mittelpunkt sollten dabei leichtere bis mittelschwere Korrekturen stehen, die in die Bereiche der kieferorthopädischen Indikationsgruppen 1 und 2, zuweilen auch noch 3 fallen. Überdies sollten sich keine Milchzähne mehr im Gebiss befinden und die bleibenden Zähne bereits weitgehend bis vollständig in ihren Endpositionen stehen. Daher eignet sich ein Aligner am besten für Erwachsene, die ihre Zähne richten lassen wollen. Grundsätzlich entscheidet jedoch immer eine Einzelfallprüfung darüber, ob eine durchsichtige Zahnspange für die gewünschte und/oder benötigte Zahnkorrektur infrage kommt. Es darf also in keinem Fall auf ein Vorgespräch und eine Voruntersuchung bei einem fachlich kompetenten Zahnarzt verzichtet werden.

 

Wie funktioniert die Aligner-Therapie?

Das Korrigieren von Fehlstellungen der Zähne mittels Zahnschienen erfolgt in mehreren Etappen.

  1. Zuerst erfolgen das angesprochene Vorgespräch und die Zahnuntersuchung.

 

  1. Danach wird ein Gebissabdruck erstellt oder ein Scan des Gebisses vorgenommen. Dies dient als Grundlage für die Anfertigung der benötigten Zahnschienen mithilfe von Computertechnologien und dem 3D-Druck.

 

  1. Für jeden Behandlungsschritt wird jeweils eine Schiene gedruckt und dem Kunden bei Bedarf zugeschickt. Dabei wird jede einzelne von ihnen zehn bis 14 Tage getragen. Anschließend wird ein Foto zur Kontrolle gemacht, in der zur Therapie gehörenden App hochgeladen und vom behandelnden Experten geprüft. Alternativ kann die Kontrolle aber auch beim zuständigen Zahnarzt vor Ort erfolgen.

 

  1. Je nachdem, wie das Ergebnis der Prüfung ausfällt, wird entweder direkt die nächste Schiene verschickt und getragen oder eine Korrektur vorgenommen. Der Clou an der Zahnkorrektur per Aligner? Alle idealerweise erfolgenden Behandlungsschritte lassen sich bereits im Vorfeld einsehen.

 

  1. Nach Abschluss der Therapie (im Schnitt 10 bis 50 Schienen) wird ein Retainer eingesetzt, der die Zähne dauerhaft an der gewünschten Position hält.

 

Was muss man im Hinblick auf die Anwendung und die Kosten wissen?

Für eine potenziell erfolgreiche Therapie sollte die Zahnschiene 22 Stunden oder länger pro Tag getragen werden. Ausnahmen davon sollten lediglich die Essenszeiten und das Sporttraining darstellen, da es sich beim Aligner nicht um eine Zahnschiene handelt, die dem Schutz des Gebisses dient. Dafür gestaltet sich die Zahnpflege durch die Herausnehmbarkeit der durchsichtigen Zahnspange als sehr unkompliziert. Und auch beim Sprechen und Schlucken dürfte es aufgrund der Konstruktion eigentlich keine Einschränkungen geben.

Allerdings muss man sich hinsichtlich der Kosten darauf einstellen, diese komplett oder zumindest größtenteils selbst tragen zu müssen. Eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen erfolgt in der Regel nicht. Das liegt daran, dass diese die Aligner-Behandlung als ästhetische Korrektur werten, die fast nie in das Leistungsangebot fällt. Und auch ansonsten müsste ein Nachweis der medizinischen Notwendigkeit erbracht werden, der nicht immer allen Zahnkorrekturen per transparenter Zahnspange nach den Grundsätzen der kieferorthopädischen Indikationsgruppen zugrunde liegt. Bis jetzt nicht davon gesprochen, dass die gesetzlichen Krankenkassen kieferorthopädische Behandlungen von Erwachsenen häufig per se nicht tragen. Bei privaten Krankenkassen und Zusatzversicherungen kann dies jedoch anders aussehen. Folglich kann sich eine Einzelfall-Abklärung lohnen. In jedem Fall sollte diese aber vor Antritt der Therapie erfolgen, da die Kosten rückwirkend meist nicht erstattet werden.

 

 

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