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Wirtschaft

Ohne Storytelling kaum noch Chancen auf Entwicklung

Storytelling Marketing Symbolbild von Artem Sapagin unsplash
Storytelling Marketing Symbolbild von Artem Sapagin unsplash

In einer Zeit, in der die Menschen der Werbung überdrüssig geworden sind, müssen andere Konzepte angewendet werden, um zu potenziellen Kunden durchzudringen. Hinzu kommt, dass der Markt weitgehend ausgereizt ist und sich die meisten Waren qualitativ kaum noch voneinander unterscheiden. Werden Studienteilnehmern in Blindtests verschiedene Produkte vorgestellt, ist es ihnen regelmäßig unmöglich, die Differenzen zu erkennen und den Marken zuzuordnen.Storytelling ist eine innovative Marketing-Methode, die doch noch den entscheidenden Unterschied zur Konkurrenz herstellen kann. Das ist Grund genug, uns näher damit zu befassen.

 

Warum Storytelling den Unterschied ausmacht

 

Die Erkenntnis, mit reinen Fakten in der Werbung auf wenig Gegenliebe zu stoßen, ist wahrlich nicht neu. Unternehmen haben in der Geschichte der Reklame mit immer schrilleren und auffallenderen Spots versucht, diese Malaise zu vermeiden. Oft genug gingen sie damit den Kunden nur auf den Geist.

Storytelling ist hingegen dazu fähig, den Teufelskreislauf aus Desinteresse und Unbehagen zu durchbrechen, sich in die Herzen der Kunden zu spielen und sie emotional zu packen. Weitere Tipps über Marketing erfahren Sie bei diesem Dienstleister, der Unternehmen speziell zur richtigen Storytelling-Strategie coacht.

 

Gute Geschichten bleiben im Gedächtnis

 

Kulturell üben Geschichten eine wichtige Funktion aus, um tradiertes Wissen über lebenswichtige Erfahrungswerte von Generation zu Generation weiterzugeben. Sie sind die älteste Form der Überlieferung, weit bevor die Schrift erfunden wurde. Die Ausschüttung von Glückshormonen wie Serotonin, Dopamin, Oxytocin, Vasopressin und Noradrenalin macht die Nerven empfindlicher und führt zur Bildung neuer synaptischer Gedächtnisschaltkreise.

 

Fakten bleiben bis zu 22-mal wahrscheinlicher im Gedächtnis, wenn sie in eine Geschichte eingebettet werden, schätzt der Psychologe Jerome Bruner in seinem Werk: Actual Minds, Possible Words. Die Lernpsychologie ist ebenfalls der Ansicht, dass Lernen mit emotionalen Eselsbrücken den stärksten Erinnerungseffekt aufweist.

 

Ganzheitlicher Zugang mit Geschichten

 

Anders als bei der Vermittlung bloßer Fakten ist es Unternehmen mit Storytelling möglich, Kunden ganzheitlich zu erreichen. So konnte in psychologischen Studien nachgewiesen werden, dass sich beim Zuhören von Geschichten bei Probanden sprachliche, sensorische und – dank der Spiegelneuronen – motorische Hirnareale zu aktivieren beginnen. Für Prof. Dan McAdams sind Geschichten „identitätsstiftende Hilfsmittel, mit dem Menschen mit ihren Wünschen, Überzeugungen und Ängsten über eine Reihe von Ereignissen hinweg umgehen.

 

Ein anderer Professor, der experimentelle Verhaltensforscher Frederic Charles Bartletts, äußerte 1932 seine aus Studien entwickelte Hypothese, dass Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens machen, „eine Sammlung von Schemata im Gedächtnis ergeben, eine Art Ur-Geschichte, mit deren Hilfe die gegenwärtigen Erlebnisse interpretiert und bewertet werden.“ Auf diese Weise sind Geschichten ein starkes Mittel, um eine Bindung zu Kunden herzustellen und diese zu begeisterten Markenbotschaftern zu machen. Das Unternehmen und seine Produkte erhalten ein identitätsstiftendes Image, das mit Bedeutung und Sinn aufgeladen ist.

 

Der Aufbau einer guten Geschichte

 

Beim Storytelling kommt es für Unternehmen darauf an, eine Geschichte aufzubauen, die Neugierde weckt, Spannung erzeugt, sinnstiftend ist, auf die Zielgruppen zugeschnitten ist und Möglichkeiten der Identifikation bietet. Mit Blick auf die Interessen der Kunden vermitteln gute Geschichten Orientierung und mit Blick auf ihre Werte ermöglichen sie ihre Positionierung.

 

Gute Geschichten erzeugen Kongruenz zwischen Kunden und Unternehmen. Beispiele für gutes Storytelling sind die Marken McDonald's und Coca-Cola, die nicht zuletzt im Kalten Krieg die Sonnenseiten des American Way of Life verkörperten. Eng verzahnt mit dem Extremsport ist Red Bull. Das Getränk verleiht, wie jeder weiß, Flügel.

 

Nach dem INVEST-Modell ist eine gute Geschichte unabhängig (independent), verhandelbar (negotiable), das heißt, sie lässt Raum für eine Weiterentwicklung, und wertvoll (valuable), womit sie den Reason Why in den Fokus rückt. Weiterhin muss sie schätzbar (estimate) und damit an das Vorstellungsvermögen des Kunden mit Blick auf seinen persönlichen Horizont angepasst sein. Abschließend ist der Umfang der Geschichte passend (size) und bestätigt die Erfahrungswerte der Empfänger (testable).

 

Mit dem Storytelling-Marketing gewinnt man Kunden

 

Alles in allem entsprechen gute Geschichten am ehesten dem Ideal der AIDA-Formel, da keine anderen Werbekampagnen derartig Aufmerksamkeit gewinnen, Interesse wecken, Sehnsüchte stimulieren und Kaufabsichten auslösen können. Beim letzten Punkt enthüllten Studien, dass gute Geschichten das Potenzial dazu haben, die Conversion Rate auf einen vielfachen Wert zu steigern.

 

Botschaften lassen sich pointierter und verständlicher vermitteln, die Geschichten bleiben länger und nachdrücklicher im Gedächtnis haften und werden auf eine positive Weise mit dem Unternehmen verknüpft. Die Strahlkraft guter Geschichten ist nachhaltig und kann eine enge Kundenbindung an das Unternehmen herbeiführen.

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Im Gespräch – die Schriftstellerinnnen Odile Kennel und Theresia Prammer

Die beiden Schriftstellerinnen im Gespräch über ihre Texte und ihr
Schreiben an der Kunsthochschule für Medien Köln
Mit Prof. Kathrin Röggla (Begrüßung und Einführung) und Nadja
Küchenmeister (Moderation und Gespräch)
Donnerstag, 15. Juni 2023, 19 Uhr, Aula
Kunsthochschule für Medien Köln, Filzengraben 2, 50676 Köln
Eintritt frei

Seit dem Wintersemester 2021 finden an der Kunsthochschule für Medien Köln
(KHM) im künstlerischen Schwerpunkt "Literarisches Schreiben" regelmäßig
Gastdozenturen zu der künstlerischen Arbeit der Übersetzung statt – eine
wichtige  literarische Kernkompetenz für eine transdisziplinäre und
internationale Institution wie die KHM. In diesem Sommersemester folgte
Theresia Prammer auf Odile Kennel im Nachdenken über die verschiedensten
Formen und Kontexte der Übersetzung. Dieses Aufeinandertreffen ist für den
Schwerpunkt „Literarisches Schreiben" eine wunderbare Gelegenheit, um
Odile Kennel und Theresia Prammer in ihrem Schreiben diesseits und
jenseits der Übersetzungen kennenzulernen, ihr mehrdimensionales
künstlerisches Arbeiten in einen Zusammenhang zu bringen. Das kann das
Hören von Essayistik und Lyrik sein, das kann ein Gespräch über Film und
Literatur oder die wunderbare Internationalität der Lyrik sein, ein tiefer
Blick in die Geschichte und das Erweitern der Gegenwart der Begegnung.

Odile Kennel, schreibt Lyrik und Prosa auf Deutsch und Französisch und
lädt gerne weitere Sprachen in ihre Texte ein. Sie übersetzt überwiegend
zeitgenössische, in Deutschland nicht kanonisierte Lyrik aus dem
Französischen, Portugiesischen, Spanischen und Englischen. Sie erhielt
zuletzt den Paul-Scheerbart-Preis für ihre Lyrikübersetzungen. Unter ihren
zahlreichen Veröffentlichungen finden sich die Romane "Was Ida sagt"
(2011) und "Mit Blick auf See" (2017), die Erzählung „Wimpernflug" (2000),
sowie die Gedichtbände "Hors Texte" (2019) und oder "wie heißt diese
interplanetare Luft" (2013). Ihr (Gedicht-)Essay „Lust" (Verlagshaus 2021)
ist derzeit für den Bücherfrauen-Literaturpreis nominiert.

Theresia Prammer, geboren in Niederösterreich, lebt in Berlin.
Veröffentlichungen zur Poesie der Gegenwart und zur literarischen
Übersetzung. 2005 erschien der Band "Lesarten der Sprache. Andrea Zanzotto
in deutschen Übersetzungen“ (Königshausen & Neumann); 2009 die Studie
"Übersetzen, Überschreiben, Einverleiben. Verlaufsformen poetischer Rede"
(Klever Verlag). Die von ihr in Italien herausgegebene Anthologie
„Ricostruzioni" stellte Stimmen deutschsprachiger Gegenwartslyrik in
monographischen Kapiteln vor (Scheiwiller, Mailand, 2011). Sie war und ist
Kuratorin von Festivals und Autorenbegegnungen, Unterrichtstätigkeiten.
2021 erschien der Band "Pier Paolo Pasolini: Nach meinem Tod zu
veröffentlichen. Späte Gedichte" im Suhrkamp-Verlag.

Seit dem WS 2021 waren Esther Kinsky, Karin Betz, Odile Kennel und
Theresia Prammer Gastdozentinnen für die künstlerische Arbeit der
Übersetzung an der KHM.

Originalpublikation:
https://www.khm.de/termine/news.5541.im-gesprach-odile-kennel-und-
theresia-prammer/

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Die Wissenschaft hinter bezahlten Umfragen: Wie Daten die Entscheidungsfindung vorantreiben

Bezahlte Umfragen Symbolbild
Bezahlte Umfragen Symbolbild

Bezahlte Umfragen sind zu einem wichtigen Instrument für Unternehmen geworden, um wertvolle Erkenntnisse von Verbrauchern zu sammeln. Über Plattformen wie The Panel Station können Unternehmen Daten sammeln, die ihre Entscheidungsprozesse vorantreiben. In diesem Artikel werden wir uns mit der Wissenschaft hinter bezahlten Umfragen befassen und untersuchen, wie Daten aus Umfragen zu einer fundierten Entscheidungsfindung beitragen.

  1. Die Macht bezahlter Umfragen

Bezahlte Umfragen dienen als direkter Kommunikationsweg zwischen Unternehmen und Verbrauchern. Sie ermöglichen es Unternehmen, die Vorlieben, Meinungen und Verhaltensweisen der Verbraucher zu verstehen, die fuer die Produktentwicklung, Marketingstrategien und das allgemeine Geschaeftswachstum von entscheidender Bedeutung sind. Durch die Teilnahme an bezahlten Umfragen können Einzelpersonen die Entscheidungen beeinflussen, die die Produkte und Dienstleistungen beeinflussen, die sie konsumieren.

  1. Aussagekräftige Daten sammeln

Wenn es um bezahlte Umfragen geht, sind Daten das Lebenselixier. Die Panel Station und andere seriöse Befragungsplattformen nutzen wissenschaftliche Methoden, um aussagekräftige Daten zu erheben. Die Teilnehmer liefern wertvolle Informationen durch Umfrageantworten, die von demografischen Details und Kaufgewohnheiten bis hin zu Vorlieben und Meinungen reichen können. Diese Daten bieten, wenn sie richtig analysiert werden, tiefe Einblicke in das Verbraucherverhalten und die Trends.

  1. Umfragedesign und -struktur

Der Erfolg einer bezahlten Umfrage liegt in ihrem Design und ihrer Struktur. Umfragepanels wie The Panel Station bemühen sich, Umfragen zu erstellen, die ansprechend, prägnant und einfach zu navigieren sind. Dadurch wird sichergestellt, dass die Teilnehmer genaue und durchdachte Antworten geben können. Die Art der gestellten Fragen, die Länge der Umfrage und die allgemeine Benutzererfahrung werden sorgfältig berücksichtigt.

  1. Gezielte Probenahme

Gezieltes Sampling ist ein entscheidender Aspekt von bezahlten Umfragen. Die Panel Station nutzt demografisches Profiling und Segmentierung, um Umfrageteilnehmer bestimmten Zielgruppen zuzuordnen. Auf diese Weise können Unternehmen Erkenntnisse von ihrer gewünschten Zielgruppe sammeln und sicherstellen, dass die gesammelten Daten den Zielmarkt genau repräsentieren. Eine gezielte Stichprobenziehung erhöht die Relevanz und Zuverlässigkeit der Befragungsergebnisse.

  1. Datenanalyse und Erkenntnisse

Sobald die Umfrageantworten gesammelt sind, beginnt ein strenger Prozess der Datenanalyse. Fortschrittliche statistische Techniken werden eingesetzt, um Muster, Trends und Korrelationen innerhalb der Daten zu identifizieren. Die Panel Station beschäftigt Datenwissenschaftler und Analysten, die verschiedene statistische Tools verwenden, um aussagekräftige Erkenntnisse zu gewinnen. Diese Erkenntnisse helfen Unternehmen, die Präferenzen der Verbraucher zu verstehen, fundierte Entscheidungen zu treffen und ihre Strategien entsprechend anzupassen.

  1. Vorantreiben der Entscheidungsfindung

Die Daten, die durch bezahlte Umfragen gesammelt werden, spielen eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung von Geschäftsentscheidungen. Unternehmen koennen Umfrageerkenntnisse nutzen, um bestehende Produkte zu verbessern, neue Angebote zu entwickeln, Marketingkampagnen zu optimieren und das Kundenerlebnis zu verbessern. Der datengetriebene Ansatz trägt dazu bei, Risiken zu minimieren und die Erfolgschancen in der hart umkämpften Marktlandschaft zu erhöhen.

  1. Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen

Bezahlte Umfragen liefern wertvolles Feedback zu bestehenden Produkten und Dienstleistungen. Die Panel Station erleichtert die direkte Kommunikation zwischen Verbrauchern und Unternehmen und ermöglicht es Unternehmen zu verstehen, was Kunden mögen, nicht mögen oder wünschen. Diese Feedbackschleife ermoeglicht es Unternehmen, notwendige Verbesserungen vorzunehmen, neue Funktionen einzuführen oder sogar völlig neue Produkte zu entwickeln, die den Vorlieben der Verbraucher entsprechen.

  1. Marktforschung und Wettbewerbsvorteil

Bezahlte Umfragen tragen zur Marktforschung bei, die Unternehmen hilft, einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Durch das Verstaendnis der Beduerfnisse und Vorlieben der Verbraucher koennen Unternehmen Marktlücken identifizieren und ihre Angebote entsprechend anpassen. Die Erkenntnisse aus bezahlten Umfragen verschaffen Unternehmen einen Vorteil, indem sie es ihnen ermöglichen, Trends einen Schritt voraus zu sein, auf sich ändernde Anforderungen zu reagieren und effektive Marketingstrategien zu entwickeln.

Schlussfolgerung

Bezahlte Umfragen sind mehr als nur eine Möglichkeit für Einzelpersonen, von zu Hause aus Geld zu verdienen. Sie sind ein wissenschaftlich fundierter Prozess, der die Datenerfassung und Entscheidungsfindung vorantreibt. Durch Plattformen wie The Panel Station erhalten Unternehmen wertvolle Einblicke in das Verhalten, die Vorlieben und Meinungen der Verbraucher. Dieser datengesteuerte Ansatz ermoeglicht es Unternehmen, ihre Produkte und Dienstleistungen zu verbessern, Marketingstrategien zu optimieren und einen Wettbewerbsvorteil auf dem Markt zu erhalten. Wenn Sie also das nächste Mal an einer bezahlten Umfrage teilnehmen, denken Sie daran, dass Ihre Meinung die Zukunft von Produkten und Dienstleistungen prägt und Sie ein integraler Bestandteil des wissenschaftlichen Prozesses sind, der die Entscheidungsfindung vorantreibt.

Klicken Sie auf den Link, melden Sie sich an, nehmen Sie an Umfragen teil und werden Sie für die Teilnahme an Online-Umfragen bezahlt: https://www.thepanelstation.com/de

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Kiel Trade Indicator 05/23: Welthandel stagniert, aber wieder mehr Container auf See unterwegs

Der Welthandel tritt im Mai auf der Stelle. Die Entwicklung großer
Volkswirtschaften ist von nur moderaten Veränderungen bei Importen und
Exporten geprägt (Vergleich zum Vormonat, preis- und saisonbereinigt).
Dies zeigt das jüngste Datenupdate des Kiel Trade Indicator. Weltweit
steigt die Menge verschiffter Container. Trotz jüngst starker offizieller
Zahlen werden deutsche Exporte durch den Chinahandel zunehmend belastet.

Das jüngste Datenupdate des Kiel Trade Indicator für Mai weist für den
Welthandel im Vergleich zum Vormonat April einen Rückgang von 0,3 Prozent
aus (preis- und saisonbereinigt).

Für Deutschland zeigt der Kiel Trade Indicator ein Plus bei den Exporten
(+1,5 Prozent) und einen Rückgang bei den Importen (-0,7 Prozent). Die EU-
Werte deuten für die Exporte auf eine rote Null (-0,2 Prozent), für die
Importe auf einen Zuwachs (+1,3 Prozent) hin.

Im Handel der USA ist im Vormonatsvergleich ein Rückgang der Exporte (-1,8
Prozent) und ein kleines Plus (+0,5 Prozent) bei den Importen zu
verzeichnen. Die Zahlen für China liegen sowohl bei Exporten (+1,6
Prozent) als auch Importen (+0,9 Prozent) im grünen Bereich.

„Sowohl der weltweite Handel insgesamt als auch der Handel großer
Volkwirtschaften entwickelt sich im Mai mehr oder weniger seitwärts. Die
große Erholung nach dem globalen Dämpfer im vergangenen Winterhalbjahr
lässt also nach wie vor auf sich warten. Um die großen Preisschwankungen
bereinigt laufen die deutschen Exporte nun schon seit zweieinhalb Jahren
seitwärts“, sagt Vincent Stamer, Leiter des Kiel Trade Indicator.

Für den deutschen Export wird zunehmend der Handel mit China zur
Belastung. Der Exportwert deutscher Waren nach China ist im Zeitraum von
Januar bis April im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4 Prozent gefallen,
trotz jüngst starker Handelszahlen. Laut Chinesischer Statistikbehörde
haben sich Exporte anderer Nationen ins Reich der Mitte teilweise noch
deutlich gravierender reduziert: Die Exporte von Japan nach China sind um
über 18 Prozent, die aus dem Vereinigten Königreich sind um rund 17
Prozent gefallen. Die Vereinigten Staaten exportieren 2 Prozent weniger.

„Die Handelsstatistiken zeigen, dass China zunehmend Importe aus
Industriestaaten durch eigene Produktion ersetzt. Das ist ein negativer
Impuls für den Welthandel. Ein Lichtblick für den globalen Warenaustausch
bildet die leichte positive Tendenz des globalen Containerhandels seit
Beginn des Jahres, sowie die einhergehende Auflösung der Schiffsstaus“, so
Stamer.

Der Trend im weltweiten Containerhandel zeigt seit gut 6 Monaten nach
oben, und die Menge an verschifften Containern steigt. Mit 13,9 Millionen
Standardcontainern wurde im Mai allerdings immer noch über 1 Prozent
weniger verschifft als vor einem Jahr.

Weltweit stehen nur noch 6,8 Prozent aller verschifften Waren im Stau, was
dem Durchschnitt der Jahre vor der Pandemie entspricht.

Die nächsten Aktualisierungen des Kiel Trade Indicator erfolgen am 20.
Juni (ohne Medieninformation) und am 5. Juli (mit Medieninformation für
die Handelsdaten im Juni).

Weitere Informationen zum Kiel Trade Indicator und die Prognosen für alle
75 Länder finden Sie auf www.ifw-kiel.de/tradeindicator.

Über den Kiel Trade Indicator

Der Kiel Trade Indicator schätzt die Handelsflüsse (Im- und Exporte) von
75 Ländern und Regionen weltweit sowie des Welthandels insgesamt. Im
Einzelnen umfassen die Schätzungen über 50 Länder sowie Regionen wie die
EU, Subsahara-Afrika, Nordafrika, den Mittleren Osten oder Schwellenländer
Asiens. Grundlage ist die Auswertung von Schiffsbewegungsdaten in
Echtzeit. Ein am IfW Kiel programmierter Algorithmus wertet diese unter
Zuhilfenahme von künstlicher Intelligenz aus und übersetzt die
Schiffsbewegungen in preis- und saisonbereinigte Wachstumswerte gegenüber
dem Vormonat.

Die Auswertung erfolgt zweimal im Monat. Um den 20. (ohne Pressemeldung)
für den laufenden und den folgenden Monat und um den 5. (mit
Pressemeldung) für den vergangenen und den laufenden Monat.

An- und ablegende Schiffe werden dabei für 500 Häfen weltweit erfasst.
Zusätzlich werden Schiffsbewegungen in 100 Seeregionen analysiert und die
effektive Auslastung der Containerschiffe anhand des Tiefgangs gemessen.
Mittels Länder-Hafen-Korrelationen können Prognosen erstellt werden, auch
für Länder ohne eigenen Tiefseehafen.

Der Kiel Trade Indicator ist im Vergleich zu den bisherigen
Frühindikatoren für den Handel deutlich früher verfügbar, deutlich
umfassender, stützt sich mit Hilfe von Big Data auf eine bislang
einzigartig große Datenbasis und weist einen im Vergleich geringen
statistischen Fehler aus. Der Algorithmus des Kiel Trade Indikators lernt
mit zunehmender Datenverfügbarkeit dazu (machine learning), so dass sich
die Prognosegüte im Lauf der Zeit weiter erhöht.

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