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Kostengünstige Alternative zum PCR-Test

Schnelligkeit oder Genauigkeit? Was Corona-Tests angeht, musste man sich
bisher zwischen diesen beiden Varianten entscheiden. Damit könnte künftig
Schluss sein: Der Pathogen Analyzer verbindet die Vorteile von PCR-Test
und Antigen-Schnelltest – er liefert bereits nach 20 bis 40 Minuten ein
verlässliches Ergebnis. Darüber hinaus kann er gleichzeitig bis zu elf
andere Krankheitserreger nachweisen. Ein Demonstrator des Systems ist vom
14. bis 17. November 2022 auf der Messe MEDICA in Düsseldorf zu sehen
(Halle 3, Stand E74/F74).

Der Hals kratzt, Schlappheitsgefühl macht sich breit. Hat man sich mit
Corona infiziert? Über Antigen-Schnelltests kann man dies zuhause oder im
Bürgertestzentrum schnell überprüfen – die Genauigkeit dieser Tests lässt
jedoch zu wünschen übrig. Tests auf Proteinbasis, bei denen virale
Antigene auf dem Chip erkannt werden, sind schlichtweg nicht so genau wie
Tests auf Nukleinsäurebasis. Sprich: Viele Infektionen bleiben unerkannt,
auch kann es zu fehlerhaften Positiv-Ergebnissen kommen. Für einen
sicheren Nachweis ist ein PCR-Test unerlässlich, allerdings ist dieser
sowohl deutlich teurer als auch langwieriger: Es kann bis zu zwei Tage
dauern, ehe das Ergebnis vorliegt.

Schnelle und verlässliche Ergebnisse

Ein Verbund aus Forscherinnen und Forschern des Fraunhofer-Instituts für
Produktionstechnologie IPT, des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und
Bioverfahrenstechnik IGB sowie des Fraunhofer Center for Manufacturing
Innovation in Boston (USA) möchte das nun ändern. »Mit unserem Pathogen
Analyzer verbinden wir die Vorteile von Antigen- und PCR-Test: Da wir wie
beim PCR-Test das Erbgut der Viren direkt nachweisen, ist der Test äußerst
genau. Um das Erbgut zu vervielfältigen, nutzen wir allerdings ein anderes
Verfahren, daher liegt das Ergebnis bereits nach von 20 bis 40 Minuten
vor«, sagt Daniel Reibert, Wissenschaftler am Fraunhofer IPT. Dazu haben
die Forschenden auf dem Testchip, der ähnlich groß ist wie ein Antigen-
Schnelltest, zahlreiche kleine Hydrogel-Tropfen aufgedruckt, Experten
sprechen von Signalpunkten. Auf diesen Chips wird die Probe – die wie bei
bisherigen Tests über einen Nasen-Rachen-Abstrich gewonnen und in eine
Pufferlösung übertragen wird – aufgebracht. Anschließend wird der Testchip
in einem kompakten und mobilen Analyseinstrument auf 62 Grad Celsius
aufgeheizt. Die Pufferlösung und die hohe Temperatur legen das Erbgut des
Virus frei und vervielfältigen die Nukleinsäuren, um sie innerhalb der
Signalpunkte quantitativ nachweisen zu können. Diese Reaktion findet bei
einer konstanten Temperatur statt – das in der PCR biochemisch nötige
Aufheizen und Abkühlen der Probenflüssigkeit entfällt. Um den Test
personalisiert auszuwerten, können Patientinnen und Patienten eine
Smartphone App mit dem Analyzer verbinden. Über ein Lichtsignal im
Analyzer wird die Menge an Krankheitserreger-Erbgut detektiert und als
Endergebnis direkt an die Betroffenen übermittelt.

Zwölf Virenarten mit einem Streich nachweisen

Eine weitere Neuheit: »Jeder Signalpunkt enthält Fängermoleküle, die unter
Bestrahlung mit Licht Fluoreszenzstrahlung anderer Wellenlänge abgeben,
wenn sie das passende Pathogen gefangen haben. Daher ist jeder Signalpunkt
wie ein eigener kleiner Test«, erläutert Reibert. Ein solcher
Multiplexing-Ansatz erhöht zum einen die Verlässlichkeit, zum anderen
ermöglicht er es, bis zu zwölf verschiedene Virenarten gleichzeitig mit
einer Probennahme und einem Chip nachzuweisen. »Da wir das System als
Baukastensystem entwickelt haben, lässt es sich schnell an neue Pathogene
anpassen«, erläutert Reibert.

Eine der Herausforderungen lag darin, die späteren Herstellungsprozesse
des Tests mitzuentwickeln und sie preisgünstig zu gestalten – schließlich
soll der Test in Serie hergestellt nicht mehr als einen Euro kosten. Für
den Chip selbst setzen die Forschenden daher auf das Rolle zu Rolle-
Verfahren. Der Druck der einzelnen Probenpunkte kann entweder über 3D-
Druck oder das etablierte Siebdruckverfahren erfolgen.

Test auch für zuhause

Auf der Messe MEDICA vom 14. bis 17. November 2022 in Düsseldorf stellen
die Forschenden sowohl einen Demonstrator des Chips für drei Pathogene als
auch einen Analyzer-Demonstrator vor (Halle 3, Stand E74/F74). Langfristig
soll der Test auch ohne Analyzer auskommen und komplett über das
Smartphone funktionieren: Lichtquelle und Kamera sind im Handy bereits
vorhanden, das Heizelement kann im Testchip selbst integriert werden.
Dann, so die Hoffnung der Forscherinnen und Forscher, könnte der Test
nicht nur in zentralen Orten wie Stadien oder Arztpraxen, sondern auch
zuhause schnelle, kostengünstige und verlässliche Ergebnisse liefern – und
das direkt für eine Vielzahl an Krankheitserregern.

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Berufsverband der Urologen und Andrologen appellieren: Mehr Aufmerksamkeit für Hodenkrebs und die Selbstuntersuchung

Nach zuletzt mehreren Fällen von Hodenkrebs innerhalb weniger Monate im
Profi-Fußball häufen sich die Anfragen in den Pressestellen des
Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V. (BvDU) und der Deutschen
Gesellschaft für Andrologie e.V. (DGA): Besteht ein höheres Hodenkrebs-
Risiko für Fußball-Profis? Wie kann jeder Einzelne Vorsorge treffen?

Laut derzeitigem Stand gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass
ein höheres Risiko besteht, sodass aktuell von einer Koinzidenz
ausgegangen wird. „Durch die gehäuften Fälle im Profi-Fußball innerhalb
nicht einmal eines halben Jahres wurde die Öffentlichkeit sensibilisiert“,
so Catrin Steiniger, Präsidentin des BvDU e.V. und Fachärztin für
Urologie. „Auch ohne bewiesenen Zusammenhang bleibt die generelle Gefahr
einer Hodenkrebs-Erkrankung, bisher größtenteils ein Tabu-Thema, bestehen
– insbesondere für jüngere Männer. Die meisten jungen Männer wissen gar
nicht, dass sie die Altersgruppe sind, die Hodentumore bekommen kann." Ein
Umstand, der sich dank des offenen Umgangs der Fußballer mit ihrer
Krankheit derzeit zu ändern scheint. „Neben dem Alter gibt es weitere
Risikofaktoren für eine Hodenkrebserkrankung, die alle jungen Männer
kennen sollten“, ergänzt die Präsidentin der DGA, Prof. Dr. Sabine
Kliesch, Chefärztin des Centrums für Reproduktionsmedizin und Andrologie
(CeRA), Universität Münster.

Hodenkrebserkrankungen – je früher Tumore erkannt werden, desto besser
sind die Heilungschancen

Hodenkrebs stellt die häufigste Krebserkrankung junger Männer dar. Rund
4000 Neuerkrankungen werden jedes Jahr in Deutschland gezählt. Am
häufigsten erkranken Männer zwischen dem 20. und dem 44. Lebensjahr. Ein
erhöhtes Risiko besteht nach einer Vorerkrankung mit einseitigem
Hodenkrebs, einem Hodenhochstand in der Kindheit, Hodenkrebserkrankungen
von Vater oder Brüdern sowie Unfruchtbarkeit.
Eine Früherkennungsuntersuchung für junge Männer im Rahmen des
gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramms gibt es in Deutschland nicht.
Deshalb ist es wichtig, eigenverantwortlich zu handeln. Denn auch bei
Hodenkrebs gilt – je früher der Tumor erkannt wird, desto besser sind die
Heilungschancen. Rund 95 Prozent der Männer mit Hodenkrebs werden wieder
gesund.

Eigenverantwortliches Handeln - richtiger Hodencheck

Der Berufsverband verweist auf die bereits seit Jahren erfolgreiche
Kampagne „Hodencheck“ in Kooperation mit der wissenschaftlichen
Fachgesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU), für die
Früherkennung von Hodenkrebs. Allen Jungen und Männern zwischen 14 und 45
Jahren wird empfohlen, die Hoden einmal im Monat abzutasten. Bei
Auffälligkeiten sollte eine urologische Untersuchung zur Abklärung
erfolgen. Männern mit den genannten Risikofaktoren wird zu besonderer
Aufmerksamkeit geraten. Sie sollten nicht nur auf die regelmäßige
Selbstuntersuchung der Hoden achten, sondern zusätzlich eine fachärztliche
urologische Abklärung wahrnehmen. „Urologinnen und Urologen sind bereit
für die Untersuchungen“, so BvDU-Präsidentin Catrin Steiniger.

Auf www.hodencheck.de wird die Selbstuntersuchung der Hoden erklärt und
niedergelassene Urologinnen und Urologen sowie urologische Kliniken in
ganz Deutschland sind online zu finden. Der Berufsverband fordert darüber
hinaus, die Hodenkrebs-Vorsorge als Früherkennungsuntersuchung für junge
Männer in das gesetzliche Krebsfrüherkennungsprogramm aufzunehmen.

DGA-Präsidentin Prof. Dr. Sabine Kliesch betont, dass es einer medizinisch
wenig aufwendigen Untersuchung durch Abtasten und Ultraschall der Hoden
bedarf, um frühzeitig einen Hodentumor zu entdecken. Um so erfreulicher
sei es, dass bereits der erste Profiverein der Fußball-Bundesliga die
entsprechenden Konsequenzen bezüglich seines medizinischen Check-ups
ziehen will!

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Gender Disclaimer: Zugunsten von besserer Lesbarkeit und Verständlichkeit
wird auf die geschlechtsspezifische Schreibweise ohne jede
Diskriminierungsabsicht durchgängig verzichtet. Alle Bezeichnungen von
Personen oder Positionen in unseren Texten sind somit geschlechtsneutral
zu verstehen.
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Über den Berufsverband der Deutschen Urologen e.V.

Seit fast 70 Jahren vertritt der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V.
(BvDU) erfolgreich die Berufs- und Standesinteressen der urologischen
Fachärztinnen und Fachärzte in Klinik und Praxis. Neben der
berufspolitischen Arbeit widmet sich der Berufsverband stellvertretend für
seine Mitglieder der Entwicklung und dem Ausbau von Kooperationsmodellen
mit der Gesundheitswirtschaft. Wichtige Themen wie Selektivverträge, Fort-
und Weiterbildungsangebote, Vertrags- und Veranstaltungsmanagement,
Sponsoring und Rabattverträge liegen hierbei im Fokus. Als
Interessenvertretung der Urologinnen und Urologen in Klinik und Praxis
fördert der BvDU die Wertschätzung des Berufstands. Unsere Ziele sind u.a.
leistungsgerechte Honorare, Eindämmung der Bürokratie sowie die
Sicherstellung ärztlicher und beruflicher Entscheidungsfreiheit in Klinik
und Praxis.

Über die Deutsche Gesellschaft für Andrologie

Die Deutsche Gesellschaft für Andrologie (DGA) wurde 1975 gegründet und
ist eine interdisziplinäre wissenschaftlich-medizinische Gesellschaft mit
dem Ziel, die Andrologie sowohl als Forschungsgebiet als auch als
klinisches Fach zu stärken, zu fördern und weiter zu entwickeln. Die DGA
vertritt die Interessen aller mit andrologischen Fragestellungen befassten
Fachgruppen. Andrologie umfasst die Physiologie und Pathologie der
männlichen Fortpflanzungsfunktionen, sexualmedizinische und
endokrinologische Aspekte auf Seiten des Mannes und die Problematik des
alternden Mannes in Forschung und Klinik.

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Lungenärzte und Allgemeinmediziner: Derzeit noch keine Alternative für klimaschädliche Treibgas-Inhalatoren

Noch immer sind Asthma-Patienten auf Inhalatoren angewiesen, die mit
klimaschädlichen Treibgasen betrieben werden. Der Grund: Es mangelt an
umweltfreundlichen Alternativgeräten, die den medizinischen Anforderungen
gerecht werden. Aufmerksam betrachten führende Lungenmediziner daher nun
eine geplante EU-Verordnung, die nur noch eine begrenzte Herstellung
treibgasbetriebener Dosieraerosole ab 2025 vorsieht. „Insbesondere für die
am schwersten Erkrankten könnte dann keine sichere Therapie mehr
gewährleistet werden. Das gilt auch für künstlich beatmete Patienten“,
sagt Professor Torsten Bauer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für
Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP).

Zusammen mit anderen Institutionen appelliert die DGP nun an die
Europäischen Kommission, für diese Sonderfälle eine Ausnahmeregelung für
die Herstellung treibgasbetriebener Dosieraerosole für inhalative
Medikamente bis 2030 zu erteilen. In dieser Zeit wollen die Mediziner
Alternativen anbieten, die sowohl den Patienten, als auch dem
erforderlichen Klimaschutz bestmöglich gerecht werden.

Angeschlossen haben sich dem Appell die Deutsche Lungenstiftung (DLS), die
Deutsche Atemwegsliga, der Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und
Beatmungsmediziner (BdP) sowie der Verband Pneumologischer Kliniken (VPK).
Angewiesen auf Inhalatoren mit den derzeit zum Teil noch klimaschädlichen
Druckgasen seien ihrer Ansicht nach in Deutschland neben rund 3,5
Millionen Menschen mit medikamentös behandeltem Asthma auch 2,6 Millionen
Patienten mit dauerhaft verengten Atemwegen durch die chronische
Lungenerkrankung COPD. Darüber hinaus seien für die Inhalationstherapie in
einer Notsituation treibgasbetriebene Dosieraerosole derzeit in den
allermeisten Fällen nicht zu ersetzen. „Die Forderung nach einem
sofortigen Verbot oder der generellen Umstellung auf beispielsweise
Pulver-Inhalatoren würde den komplexen medizinischen Anforderungen aktuell
noch nicht gerecht“, erklärt deshalb DGP-Präsident Bauer.

Zukunft: Umweltfreundliche Technologien in ärztlichen Therapieempfehlungen

Daher appellieren die Lungenmediziner an die Industrieunternehmen,
Forschung und Entwicklung für alternative und umweltfreundliche
Treibgasaerosole verstärkt voranzutreiben. „Die Lungenärzte aller
deutschen pneumologischen Fachgesellschaften und Berufsverbände treten
gemeinsam im Interesse ihrer Patienten für schnelle und wirksame Maßnahmen
für den Klimaschutz ein“, erklärt Professor Claus Franz Vogelmeier,
Vorsitzender der Deutschen Lungenstiftung. „Unsere Patienten leiden
besonders stark unter der Klimaveränderung!“ Professor Carl-Peter Criée,
Vorsitzender der Deutschen Atemwegsliga, ergänzt: „Grundsätzlich begrüßen
wir ein Verbot von klimaschädlichen fluorierten Treibgasen, die derzeit
neben der Verwendung für inhalative Medikamente noch im weitaus breiteren
Rahmen für die industrielle Nutzung verwendet werden. Wir werden uns
zukünftig im Anbetracht der Bedrohung durch menschengemachte
Klimaveränderungen mit Nachdruck für umweltfreundliche Technologien nicht
nur in der Industrie, sondern auch in unseren ärztlichen
Therapieempfehlungen einsetzen.“

Personalisierte Medizin: Videoanleitung erleichtert Inhalationstherapie

Entsprechend der aktuellen Leitlinien werden Patienten, die unter Asthma
oder der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) leiden, bevorzugt
mit inhalativen Medikamenten behandelt. Diese haben eine schnellere und
stärkere Wirkung, geringere Nebenwirkungen und können in niedrigeren Dosen
verabreicht werden. Die personalisierte Medizin – mit gleichzeitiger
Berücksichtigung der Wirkstoffe und der Fähigkeit der Patienten, die
Applikatoren auch bedienen zu können – ist der Schlüssel zu einer
erfolgreichen Inhalationstherapie. Darüber hinaus müssen
krankheitsspezifische Besonderheiten bei jedem einzelnen Patienten
berücksichtigt werden. Bereits geringe Bedienungsfehler in der
Inhalationstechnik beeinträchtigen die Therapie oder heben die Deposition
des Medikamentes in der Lunge auf. Für eine erfolgreiche Anwendung stellt
die Deutsche Atemwegsliga zahlreiche Videoanleitungen  sowie einen
Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten der Inhalation online zur
Verfügung.

Komplexe Inhalationssysteme: Bisher keine Alternative für ältere Patienten

Für die überwiegende Mehrzahl der inhalative Medikamente stehen vier
verschiedene Inhalationssysteme zur Verfügung: Treibgasbetriebene
Dosieraerosole, Sprühvernebler (System ohne Treibgas), Pulverinhalatoren
und elektrische Vernebler. In der Anwendung hat jedes dieser recht
komplexen Systeme Vor- und Nachteile. Nicht jedes Medikament steht in
jedem beliebigen Inhalationssystem zur Verfügung. Nicht jeder Patient kann
jedes System benutzen. Insbesondere für ältere Patienten mit stark
beeinträchtigter Lungenfunktion sind treibgasbetriebene Dosieraerosole
noch die beste Wahl. Häufig gibt es bei diesen Patienten keine
Alternative.

„Gerade deshalb appellieren wir auch an die nationalen
Gesundheitspolitiker – allen voran Gesundheitsminister Karl Lauterbach –
eine Ausnahmeregelung für die Herstellung treibgasbetriebener
Dosieraerosole für inhalative Medikamente bis 2030 zu berücksichtigen“,
sagt DGP-Präsident Torsten Bauer. „In der verbleibenden Zeit werden
Lungenärzte und Allgemeinmediziner mit der Weiterentwicklung einer
Leitlinie für die überwiegende Anzahl von Betroffenen eine Alternative
anbieten, die sowohl den Patienten als auch dem erforderlichen Klimaschutz
bestmöglich gerecht wird.“

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AOK-Gesundheitsnavigator: DHZB erzielt überdurchschnittliche Qualität bei TAVI-Eingriffen

Das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) zählt bundesweit zu den Kliniken
mit den besten Behandlungsergebnissen bei Operationen zum
Herzklappenersatz. Das ist das Ergebnis des aktualisierten
Gesundheitsnavigators der AOK, der heute veröffentlicht wurde. Bewertet
wurden insgesamt 79 Kliniken, die zwischen 2018 und 2020 bei knapp 23.000
AOK-Versicherten kathetergestützte Aortenklappen-Implantationen (TAVI)
durchgeführt haben.

Seit heute informiert der Gesundheitsnavigator der AOK erstmals darüber,
welche Krankenhäuser bei kathetergestützten Aortenklappen-Implantationen
(TAVI) besonders gute Behandlungsergebnisse erzielen. Transparent wird
dargestellt, welche Kliniken bei der Behandlungsqualität
überdurchschnittlich, durchschnittlich oder unterdurchschnittlich
abschneiden. Das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) gehört zu den
bundesweit 16 Kliniken, die eine überdurchschnittliche Qualität bei TAVI-
Eingriffen erreichen.

Komplikationen nach der OP als Gradmesser für den Behandlungserfolg
Um die Behandlungsqualität zu messen, wird untersucht, wie oft es während
oder nach einer TAVI-Operation zu Komplikationen kommt. Für den AOK-
Gesundheitsnavigator wurden folgende Qualitätsindikatoren erfasst:
•       Die Sterblichkeitsrate innerhalb von 30 Tagen nach der OP
•       Die Wahrscheinlichkeit von Herzinfarkten innerhalb von 30 Tagen
nach der OP
•       Schlaganfälle oder TIA innerhalb von 30 Tagen nach der OP
•       Die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Aortenklappeneingriffs
innerhalb von einem Jahr nach der OP

Interdisziplinäre Entscheidung über die Wahl der Therapie
Die Auswertungen zur Behandlungsqualität basieren auf dem Verfahren zur
„Qualitätssicherung mit Routinedaten“ (QSR), das vom Wissenschaftlichen
Institut der AOK (WIdO) seit 2002 unter Einbeziehung medizinischer
Expertenpanels weiterentwickelt wird. Dafür wertet das WIdO
Abrechnungsdaten der AOK-Versicherten aus der stationären und ambulanten
Versorgung aus – so können die Behandlungsergebnisse auch über die
Klinikaufenthalt hinaus bewertet werden.

Prof. Volkmar Falk, Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums Berlin,
zu den Ergebnissen: „Generell haben sich TAVI-Prozeduren zu einer sehr
sicheren Behandlungsmethode für Patient*innen mit symptomatischen
Aortenklappenerkrankungen entwickelt. Hohe Fallzahlen gehören nachweislich
zu den Grundlagen für den Behandlungserfolg. Ein weiteres Kriterium: Die
Entscheidung über die individuell beste Therapie sollte immer im
interdisziplinären Heart-Team aus Kardiochirurgie, Kardiologie und
Anästhesie bzw. Intensivmedizin und gemeinsam mit den Patient*innen
vorgenommen werden.“

Seit 2008 wurden mehr als 5.000 TAVI am DHZB durchgeführt; das Programm
gehört inzwischen zu den größten und – laut unabhängigen IQTIG-
Qualitätsreports – auch zu den sichersten Deutschlands. Erfahrene
Kardiolog*innen und Herzchirurg*innen führen jährlich rund 560 TAVI-
Eingriffe gemeinsam im Heart-Team am DHZB durch.

Der AOK-Gesundheitsnavigator
Der Gesundheitsnavigator des AOK-Bundesverbands dient Patient*innen und
behandelnden Ärzt*innen als Orientierungshilfe bei der Suche nach einem
geeigneten Krankenhaus. Er informiert die Nutzer*innen über die Anzahl der
Behandlungsfälle und das Angebot der Kliniken sowie über
Erfahrungsberichte. Für Kliniken, die in einem Zeitraum von drei Jahren
mindestens 30 AOK-Versicherte per TAVI behandelt haben, werden ab sofort
zusätzlich die Behandlungsergebnisse angezeigt.

Originalpublikation:
https://www.aok.de/pk/cl/uni/medizin-
versorgung/krankenhaussuche/suche/?sorting=qsr_TAVI&query=Operation%20an%20einer%20Herzklappe%20durch%20einen%20m%C3%B6glichst%20kleinen%20Schnitt%20(minimalinvasiv)&key=5-35a&type=ops_treatment&initial_search=true

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