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Auch für herzkranke Kinder gilt: Jede Bewegung zählt!

Zum Weltkindertag: Herzstiftung informiert über neue Empfehlungen der WHO
zu Bewegung von Erwachsenen und Kindern

Kein Sport in Schule und Verein, zu wenig Bewegung mit Freunden: Zu den
unerfreulichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie zählt für viele Kinder
und Jugendliche ein ausgeprägter Bewegungsmangel und in Folge der Verlust
der körperlichen Fitness. Besonders schwerwiegend können die Folgen für
Mädchen und Jungen mit angeborenen Herzerkrankungen sein. „Die wahren
Konsequenzen von zu wenig Bewegung und zu viel Sitzen während der
Lockdown-Maßnahmen werden sich erst nach der Pandemie bemerkbar machen,
vielleicht erst in Jahren oder Jahrzehnten“, warnt die Kinderkardiologin
Prof. Dr. med. Renate Oberhoffer-Fritz vom Wissenschaftlichen Beirat der
Deutschen Herzstiftung in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift der
Deutschen Herzstiftung und ihrer Kinderherzstiftung „herzblatt“. Darin
schildert die Ärztin und Professorin am Lehrstuhl für Präventive Pädiatrie
der Technischen Universität München,
wie stark nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene mit angeborenen
Herzerkrankungen von regelmäßiger Bewegung profitieren und erklärt, wie
viel körperliche Aktivität die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die
verschiedenen Altersgruppen empfiehlt. Körperliche Aktivität als Mittel
zur Prävention ist auch der Schwerpunkt der „herzblatt“-Ausgabe 2/2021.
Ein Probeexemplar dieser Ausgabe kann kostenfrei bei der Herzstiftung
angefordert werden unter Tel. 069 955128-400 oder per Mail unter
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Täglich 60 Minuten in Bewegung – auch bei chronischen Erkrankungen
Für Erwachsene empfiehlt die WHO ein mäßig starkes Ausdauertraining für
150 bis 300 Minuten über die Woche verteilt – und zwar sowohl für Gesunde
als auch für Menschen mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten.
Alternativ können Erwachsene 75 bis 150 Minuten stärker ins Schwitzen
kommen, sich also kräftiger belasten. Empfehlenswerte Sportarten sind
Walking, Joggen, Radfahren oder Schwimmen. Neu ist die Empfehlung,
zusätzlich an mindestens zwei Tagen pro Woche muskelstärkendes
Krafttraining wie Liegestützen oder Hanteltraining zu betreiben.
Kindern und Jugendlichen empfiehlt die WHO, sich täglich mindestens 60
Minuten zu bewegen, insbesondere im Ausdauerbereich. Dreimal pro Woche
sollten Kinder so richtig ins Schwitzen kommen und dabei auch Sportarten
ausüben, die Muskeln und Knochen stärken. Zusätzlich gilt die Empfehlung,
die Zeit im Sitzen stark zu begrenzen.

Positive Sporterfahrung steigert die Motivation
Lange Zeit wurden Bewegung und Sport für Menschen mit angeborenem
Herzfehler (AHF) kaum gefördert. Zu groß waren die Bedenken hinsichtlich
einer Überbelastung des Herzens und möglichen Folgen. Entsprechend gab es
bislang keine klaren Richtlinien zur körperlichen Bewegung dieser
Zielgruppe. Inzwischen sind sich die Fachgesellschaften einig: Ausreichend
Bewegung ist wichtig, um das Herz zu trainieren, den Blutdruck stabil zu
halten und für Kinder, um ein gesundes Körpergefühl zu entwickeln. Die
aktuellen Empfehlungen der WHO berücksichtigen das und gelten in Bezug auf
den Trainingsumfang sowohl für Gesunde als auch für chronisch Kranke.
Allerdings sollten die Art der Bewegung und insbesondere die Intensität
der körperlichen Verfassung angepasst werden.
„Um der mangelnden Bewegung und deren negativen Folgen speziell bei
herzkranken Kindern entgegenzuwirken, sind Unterstützung und Angebote
nötig, die auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit
angeborenen Herzfehlern ausgelegt sind“, erklärt Oberhoffer-Fritz. Der
Kinderkardiologin zufolge sollten solche Angebote bei den Kindern vor
allem positive Erfahrungen mit Sport und körperlicher Aktivität erzeugen
und so die Motivation für tägliche Bewegung steigern. Ein spezielles
Angebot, das diese Voraussetzungen erfüllt, ist das Projekt KidsTUMove,
das sowohl wöchentliche Sportstunden und halbjährliche Wochenendfreizeiten
als auch verschiedene Online-Sportangebote für Kinder ab 4 Jahren und
Jugendliche bis 15 Jahre mit angeborenem Herzfehler umfasst.

Die Sportart den Bedürfnissen anpassen
Auch Kinder mit AHF benötigen körperliche Aktivität für ihre Entwicklung.
Wer zu viel bremst, nimmt Kindern positive Erfahrungen und damit auch die
Freude an der Bewegung. Die meisten Sportarten lassen sich den speziellen
Bedürfnissen der Kinder anpassen, indem beispielsweise auf zu viel Ehrgeiz
und Wettkämpfe verzichtet wird. Wichtig bei der Wahl der Sportart ist, dem
Kind Spaß an der Bewegung zu vermitteln, ohne es zu überfordern.

Weitere Informationen:
www.herzstiftung.de
www.herzstiftung.de/leben-mit-angeborenem-herzfehler
www.herzstiftung.de/leben-mit-angeborenem-herzfehler/herzkrankes-kind
/herzfehler-und-sport

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Leichter Anstieg der kindlichen Kurzsichtigkeit flacht nach dem Lockdown wieder ab

In China ist die Kurzsichtigkeit bei Kindern während des strengen
Lockdowns leicht angestiegen, wie eine großangelegte Untersuchung ergab.
Ursachen waren Tageslichtmangel und verstärktes Sehen im Nahbereich. Eine
neue Studie zeigt nun, dass dieser Trend in der Volksrepublik nach dem
Lockdown wieder rückläufig ist – der Aufenthalt im Freien bei Tageslicht
bremst die Entwicklung kindlicher Kurzsichtigkeit ab. Darauf macht die
Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) aus Anlass des
Weltkindertages am 20. September 2021 aufmerksam.

Wie sich die Situation in Deutschland darstellt und was Eltern gegen die
Kurzsichtigkeit ihrer Kinder unternehmen können, diskutieren DOG-Experten
auf der Vorab-Pressekonferenz zur DOG 2021 online. Der Kongress findet vom
30. September bis 3. Oktober 2021 virtuell statt.

Kurzsichtigkeit entwickelt sich meist im Alter zwischen acht und zwölf
Jahren und hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten weltweit
zugenommen. In asiatischen Ländern wie Singapur und China liegt die Rate
der Myopie, wie der Fachausdruck für Kurzsichtigkeit lautet, unter jungen
Erwachsenen bei über 80 Prozent, in Europa knapp unter 50 Prozent. Vor
allem zwei Faktoren fördern Kurzsichtigkeit: Tageslichtmangel und langes
Nahsehen. „In Asien verbringen Kinder sehr viel Zeit in geschlossenen
Räumen, um zu lernen. Dies ist der Hauptgrund für die stark verbreitete
Myopie in Fernost“, sagt Professor Dr. med. Wolf Lagrèze, Leitender Arzt
der Sektion Neuroophthalmologie, Kinderophthalmologie und Schielbehandlung
an der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg.

Während des strengen Lockdowns in China mit Ausgangsbeschränkungen und
lang andauernden Schulschließungen haben sich Tageslichtmangel und
Nahsehen weiter intensiviert. In der Folge stieg die Kurzsichtigkeit
gerade bei jüngeren Kindern an, wie eine chinesische Studie mit hoher
Fallzahl belegt (1). „Der Unterschied bei den Brillenwerten zu den
Vorjahren war zwar gering, aber statistisch signifikant“, erläutert
Lagrèze.

Eine weitere Studie aus China zeigt unterdessen, dass die Myopierate nach
dem Lockdown wieder rückläufig ist (2). „Dies ist ein Beweis, dass
Lichtmenge und Sehgewohnheiten einen Einfluss auf die Myopisierung haben“,
konstatiert der Freiburger DOG-Experte. Hinweise, dass man den
Lockdowneffekt auf Deutschland übertragen kann, gibt es jedoch nicht. „Uns
liegen leider keine vergleichbaren Daten vor“, erklärt Lagrèze. „Zudem war
der Lockdown in China deutlich strenger als bei uns.“

Dass die intensive Nutzung von PC, Tablets oder Smartphones
Kurzsichtigkeit fördert, erscheint unwahrscheinlich: Laut KIGGS-Studie hat
die Myopierate unter deutschen Kindern in den zurückliegenden elf Jahren
nicht zugenommen (3); auch der relative Anteil an Brillen, die wegen
Kurzsichtigkeit verordnet werden, blieb in den vergangenen 16 Jahren
unverändert (4). „Es gibt bislang keine kontrollierte Studie, die einen
Einfluss von Smartphones, PCs oder Tablets auf die Kurzsichtigkeit
belegt“, sagt Lagrèze. Erwiesen ist jedoch, dass Tageslicht vor
Kurzsichtigkeit schützt. „Kinder sollten deshalb täglich zwei Stunden im
Freien verbringen“, fügt der DOG-Experte hinzu. Studien belegten zudem
einen negativen Einfluss der Nutzung digitaler Geräte auf die
psychosoziale Entwicklung und Konzentrationsfähigkeit der Kinder. „Eltern
sind in jedem Fall gut beraten, die digitale Bildschirmzeit ihrer Kinder
zu begrenzen“, so Lagrèze.

Setzt die Entwicklung einer Kurzsichtigkeit ein, sollte das Fortschreiten
abgebremst werden – mit hochverdünnten Atropinaugentropfen, speziellen
Brillen oder Kontaktlinsen. „Starke Kurzsichtigkeit ist neben dem Faktor
Lebensalter der Hauptrisikofaktor für teils gravierende Augenerkrankungen
wie Makuladegeneration, Netzhautablösung oder Glaukom“, betont DOG-
Präsident Professor Dr. med. Hagen Thieme. „Wir erwarten daher mit
Spannung die Ergebnisse einer Studie zur Therapie der Kurzsichtigkeit mit
Atropintropfen, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert.“

Auf der Online-Vorab-Pressekonferenz am 23. September 2021 wird Professor
Wolf Lagrèze auch über den aktuellen Stand zur Therapie kindlicher
Kurzsichtigkeit mit Atropinaugentropfen berichten.

Quellen:
(1)     Wang J, Li Y, Musch DC, et al. Progression of Myopia in School-
Aged Children After COVID-19 Home Confinement. JAMA Ophthalmol.
2021;139(3):293–300. doi:10.1001/jamaophthalmol.2020.6239
(2)     Chang P et al. Ophthalmology 2021; epub
(3)     Schuster, Alexander et al. Prävalenz von Kurzsichtigkeit und deren
Veränderung bei Kindern und Jugendlichen. Ergebnisse der deutschen KiGGS-
Studie. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 855-60; DOI:
10.3238/arztebl.2020.0855
(4)     Wesemann, W. Häufigkeit der Brillenträger in Deutschland.
Ophthalmologe 115, 421–423 (2018).
<https://doi.org/10.1007/s00347-018-0698-9>

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Fortschritte in der Krebsmedizin kommen früher bei Patient*innen an

Die gemeinsame Jahrestagung der
Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für
Hämatologie und Medizinische Onkologie findet in diesem Jahr aufgrund der
fortdauernden COVID-19-Pandemie als Hybridveranstaltung mit einer
begrenzten Teilnehmer*innenzahl statt. Vom 1. bis 4. Oktober 2021 können
die Teilnehmer*innen das umfangreiche Wissenschafts- und
Fortbildungsprogramm mit 236 Sitzungen im CityCube in Berlin oder online
via Livestream verfolgen.

Wie wichtig der Austausch in der Krebsmedizin ist, zeigt das Beispiel der
molekularen Tumorboards. Unter Nutzung modernster diagnostischer Methoden,
lernender Systeme und innovativer Informationstechnologien können dort in
einem Team über Fachdisziplinen und Sektorengrenzen hinweg Empfehlungen
für eine auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Therapie entwickelt
werden. Dabei steht das molekulare Tumorboard für ein hohes Maß an
Translation: Onkologische Innovation kommt früher bei Patient*innen an.

Lernende und wissensgenierende Versorgung

Fortschritte in der Krebsmedizin sollen Patient*innen möglichst frühzeitig
zugutekommen. „Digitalisierung und künstliche Intelligenz für die
Bearbeitung großer Datensätze und deren Integration in die klinische
Entscheidungsfindung sowie verbessertes Management von Nebenwirkungen
durch elektronische Einbindung der Patient*innen sind brennende Themen,
die wir auf der Jahrestagung diskutieren wollen“, erklärt Prof. Dr. med.
Andreas Mackensen, diesjähriger Kongresspräsident und Direktor der
Medizinischen Klinik – Hämatologie und Internistische Onkologie des
Universitätsklinikums Erlangen. Dabei nehmen auch niedergelassene
Hämatolog*innen und Onkolog*innen an der wissensgenerierenden Versorgung
teil. Wie das im Detail aussehen kann, wird am Beispiel der molekularen
Tumorboards für den Bereich der niedergelassenen Hämatologie und Onkologie
vorgestellt.

Moderne Krebsmedizin: Noch mehr Kooperation

Durch die Entwicklung der Hochdurchsatzsequenzierung (Next Generation
Sequencing, NGS) werden zahlreiche genetische Veränderungen in Tumorzellen
identifiziert, die unter bestimmten Voraussetzungen auch Ansatzpunkte für
gezielt wirksame Therapien sein können. „Die Sequenzierung allein genügt
deswegen eben nicht als alleinige Entscheidungsbasis für die individuell
beste Krebstherapie“, betont Prof. Dr. med. Lorenz Trümper,
Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO und Vorstand Krankenversorgung
der Universitätsmedizin Göttingen. Die optimale onkologische Behandlung
sollte sowohl auf Basis dieser genetischen Befunde, vor allem aber auch in
persönlicher Kenntnis klinischer und patientenindividueller Faktoren
gewählt werden, wie die DGHO in einem gemeinsamen Positionspapier mit
anderen wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften 2019 bereits
betont hat. In molekularen Tumorboards beteiligen sich deshalb auch
Expert*innen verschiedener Disziplinen an der Entwicklung einer
Therapieempfehlung für die*den individuellen Patient*in, beispielsweise
neben dem betreuenden Fachgebiet wie der Hämatologie/Onkologie auch andere
organspezifische Fächer wie die Pathologie, die Humangenetik, die
Bioinformatik oder die Molekularbiologie/Biochemie. Dabei wird der
Einschluss von Patient*innen in klinische Studien immer diskutiert, weil
nur so aus der Versorgung Erkenntnisse für künftige Patient*innen
generiert werden können. Initiiert wurden molekulare Tumorboards
seinerzeit als forschungsorientierte Einrichtungen für Patient*innen mit
seltenen Tumorerkrankungen. Inzwischen sind sie an allen onkologischen
Spitzenzentren in Deutschland etabliert. Welche Rolle sie zukünftig in der
Routineversorgung spielen werden, ist Gegenstand einer Pro- und Contra-
Diskussion am Sonntag, 3. Oktober 2021.

Zielgerichtete Therapie verbessert Prognose

Ein herausragendes Beispiel für die Identifikation molekularer
Veränderungen von Tumoren als Basis für die Entscheidung für eine
bestimmte medikamentöse Tumortherapie (und damit für ein bestimmtes
Arzneimittel) ist die zielgerichtete Therapie von Patient*innen mit nicht
kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC). Das Netzwerk Genomische Medizin
(NGM) Lungenkrebs hat bereits 2010 begonnen, molekulare/genetische Tests
für Betroffene mit NSCLC verfügbar zu machen. Etwa zwei Drittel der
Patient*innen mit NSCLC weisen eine spezifische genetische Mutation im
Tumor auf. Für immer mehr genetische Veränderungen stehen mittlerweile
zielgerichtete Therapien zur Verfügung. Am Sonntagvormittag, 3. Oktober
2021 beschäftigt sich ein eigenes Symposium mit dem molekular-alterierten
NSCLC. „Dabei gilt dieses Prinzip längst nicht mehr nur für Lungenkrebs.
Auch bei anderen Krebserkrankungen spielt die Diagnose von spezifischen
Mutationen zur Identifikation der am besten passenden medikamentösen
Tumortherapie eine immer wichtigere Rolle“, betont Trümper.

Immuntherapie entwickelt sich rasant weiter

Auch die Immuntherapie kann die Prognose bei vielen Krebserkrankungen
deutlich verbessern. In verschiedenen erkrankungsspezifischen Symposien
werden aktuelle Empfehlungen und Studienergebnisse zum Einsatz von
Immuncheckpoint-Inhibitoren, monoklonalen Antikörpern und CAR-T-Zellen
präsentiert. Ein besonderes Augenmerk wird in einem Symposium am Sonntag,
3. Oktober 2021 auf klinische Erfahrungen mit der CAR-T-Zelltherapie
gelegt. Auch neue Entwicklungen dieses therapeutischen Prinzips wie duale
CAR-T-Zellen, Adapter-CAR-T-Zellen oder NK-CAR-T-Zellen werden im
Symposium vorgestellt.

Ebenfalls im Fokus: Ethische Fragen in der Krebsmedizin

Neben fachspezifischen Fragestellungen beschäftigt sich die Jahrestagung
2021 auch mit wichtigen gesellschaftlichen und ethischen Themen. So werden
am Freitag, 1. Oktober 2021 Forschungsergebnisse zur Priorisierung in der
Krebsversorgung im Kontext der COVID-19-Pandemie vorgestellt, und ein
Symposium am Montag, 4. Oktober 2021 beschäftigt sich mit der palliativen
Versorgung im Kontext der Pandemie. Auch dem Thema der (ärztlich)
assistierten Selbsttötung, das in diesem Jahr wieder auf die
gesellschaftliche und politische Agenda gelangt ist, widmet sich der
Kongress in einem Symposium am Freitag, 1. Oktober 2021. „Wir freuen uns,
dass wir die Bundestagsabgeordneten Renate Künast und Katrin Helling-Plahr
sowie Prof. Alfred Simon von der Akademie für Ethik in der Medizin als
Referentinnen und Referenten gewinnen konnten“, erklärt Mackensen. Auch
die Frage, welche Rolle Ärzt*innen beim assistierten Suizid einnehmen
sollen, wird im Symposium diskutiert.

Ausführliche Informationen unter: https://www.haematologie-
onkologie-2021.com/

Über die DGHO

Die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie
e.V. besteht seit über 80 Jahren und hat heute mehr als 3.800 Mitglieder,
die in der Erforschung und Behandlung hämatologischer und onkologischer
Erkrankungen tätig sind. Mit ihrem Engagement in der Aus-, Fort- und
Weiterbildung, mit der Erstellung der Onkopedia-Leitlinien, mit der
Wissensdatenbank, mit der Durchführung von Fachtagungen und
Fortbildungsseminaren sowie mit ihrem gesundheitspolitischen Engagement
fördert die Fachgesellschaft die hochwertige Versorgung von Patient*innen
im Fachgebiet.

Über die OeGHO

Die Österreichische Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie
hat sich zum Ziel gesetzt, die Betreuung von Patient*innen österreichweit
an den höchsten Standard heranzuführen. Die OeGHO zählt als
Fachgesellschaft aktuell ca. 800 Mitglieder, von denen ein Großteil
Fachärzt*innen für Innere Medizin mit Additivfach Hämatologie und
Internistischer Onkologie sind. Neben der Aus-, Fort- und Weiterbildung
von Ärzt*innen sowie Pflegekräften, der Festlegung von Standards für die
Fachärzt*innenausbildung und Ausbildungsstätten und der Erarbeitung von
Leitlinien will die OeGHO die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen
allen an der Krebstherapie Beteiligten und die Forschung auf dem Gebiet
der Hämatologie und Onkologie aktiv fördern.

Über die SGMO

Die Schweizerische Gesellschaft für Medizinische Onkologie (SGMO)
vereinigt als medizinische Fachgesellschaft Ärzt*innen, die auf die
Erforschung, Diagnose und Behandlung bösartiger solider Tumoren und
hämato-onkologischer Erkrankungen spezialisiert sind. Seit der Gründung
der SGMO im Jahre 1999 hat ihre Mitgliederzahl stetig zugenommen und
erreicht heute 402 ordentliche und außerordentliche Mitglieder. Die SGMO
vertritt die standespolitischen Interessen der medizinischen Onkolog*innen
und setzt sich für Forschung, Weiter- und Fortbildung ein.

Über die SGH

Die Schweizerische Gesellschaft für Hämatologie (SGH) ist die medizinische
Fachgesellschaft der Ärzt*innen mit dem Facharzttitel Hämatologie. Sie hat
folgende Zielsetzungen: Die Förderung der Hämatologie in der Schweiz, die
Forschungsförderung, die Weiter- und Fortbildung und die Wahrung der
beruflichen Interessen der Hämatolog*innen in der Schweiz sowie die
Förderung der Kollegialität unter den Mitgliedern. Die SGH zählt 325
Mitglieder.

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(1) DGHO-Positionspapier „Qualitätsgesicherte Molekulardiagnostik in der
Onkologie“, Januar 2019
(2) Pakkala S, Ramalingam SS. Personalized therapy for lung cancer:
striking a moving target. JCI Insight. 2018;3(15):e120858.
https://doi.org/10.1172/jci.insight.120858

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Deutsche Leberstiftung warnt zum Weltkindertag: Übergewicht bei Kindern hat bereits pandemische Ausmaße

Das Deutsche Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland unterstreichen zum
Weltkindertag am 20. September 2021 ihre Forderung, die Kinderrechte im
Grundgesetz zu verankern. Unter dem Motto „Kinderrechte jetzt!“ sind
bundesweit von zahlreichen Initiativen verschiedene Aktionen geplant, die
ein kinderfreundlicheres Deutschland in den Fokus stellen. Die Corona-
Pandemie hat nochmals verdeutlicht, dass die Belange der Kinder kaum
berücksichtigt werden – unter anderem mit alarmierenden Auswirkungen auf
die Gesundheit.

Den diesjährigen Weltkindertag nimmt die Deutsche Leberstiftung zum
Anlass, erneut auf die immer weiter steigende Zahl von stark
übergewichtigen und adipösen Kindern mit einer geschädigten Leber
hinzuweisen.

Im Mai 2021 warnte das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO),
dass die Corona-Pandemie möglicherweise einen der besorgniserregendsten
Trends in der Europäischen Region noch weiter verstärken könnte – die
wachsende Zahl fettleibiger Kinder. Und auch deutsche Fachgesellschaften
für Adipositas- und Kindermedizin stellen aktuell fest, dass bei Kindern
ein deutlicher Anstieg an Adipositas und Neumanifestationen von
Typ-2-Diabetes während der coronabedingten Einschränkungen zu verzeichnen
ist. Mit Übergewicht und Adipositas assoziiert ist auch bei Kindern die
nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD), die mittlerweile die
häufigste chronische Lebererkrankung im Kindes- und Jugendalter ist.

„Wie auch bei Erwachsenen macht sich eine nicht-alkoholische Fettleber
(NAFL) nur in seltenen Fällen durch Krankheitssymptome bemerkbar, sie ist
jedoch stets ein großes Gesundheitsrisiko: Während auch bei Kindern die
einfache Verfettung (NAFL) noch relativ harmlos ist, liegen bei einer NASH
(non-alcoholic steatohepatitis) bereits entzündliche Veränderungen der
Leberzellen und beginnende Ablagerungen von narbigen Fasern vor. Während
sich bei den meisten Lebererkrankungen ein Leberzellkrebs aus der
Leberzirrhose entwickelt, muss dies bei der Fettleber nicht der Fall sein.
Bei fast 50 Prozent der Fettleber-bedingten Krebsfälle litten die
Patienten vorher offensichtlich nicht an einer Leberzirrhose, sondern
lediglich an einer NASH. Daher sollte auch bereits bei Kindern und
Jugendlichen Aufmerksamkeit für dieses Thema geweckt werden“, erklärt
Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Leberstiftung und er fordert: „Um die Zukunft der kommenden Generationen
zu verbessern, müssen vorhandene wissenschaftliche und datenbasierte
Maßnahmen umgesetzt werden, die dazu beitragen können, eine gesündere
Ernährung und mehr Bewegung zu fördern. Unsere Kinder haben ein Recht auf
Gesundheit. Darüber hinaus ist es wichtig, dass in Deutschland an Kinder
gerichtete Werbung für ungesunde Lebensmittel endlich verboten wird – dazu
gehört auch das Anpreisen solcher Produkte von Social Media-Influencern.“

Laut einer aktuellen Marktanalyse der Verbraucherorganisation Foodwatch,
die sich mit den Rechten von Verbrauchern und der Qualität von
Lebensmitteln auseinandersetzt, sind in den vergangenen sechs Jahren für
Kinder beworbene Lebensmittel kaum gesünder geworden. Obwohl es
Selbstverpflichtungen der Industrie sowie eine Reduktionsstrategie des
Ernährungsministeriums gibt, sind mehr als 85 Prozent der an Kinder
vermarkteten Produkte zu süß, zu salzig und zu fettig. Und für diese
„Krankmacher“ wird ausgiebig Werbung gemacht: Eine Studie der Universität
Hamburg hat kürzlich festgestellt, dass ein Kind in Deutschland jeden Tag
durchschnittlich circa 15 Werbespots für ungesunde Produkte sieht – zwei
Drittel davon im Fernsehen, die übrigen über Social Media auf dem
Mobiltelefon oder dem PC.

Es ist bekannt, dass sich ein in der Kindheit erlerntes
Ernährungsverhalten im weiteren Leben häufig manifestiert. Die enormen
Kosten, die – abgesehen vom menschlichen Leid – für heute übergewichtige
Kinder entstehen, trägt letztendlich die Gesellschaft. Experten schätzen
die Ausgaben über die Lebenszeit gerechnet auf 393 Milliarden Euro.

Es sind Aufmerksamkeit und Handeln der Eltern gefragt, um Folgeschäden für
ihr übergewichtiges oder adipöses Kind zu vermeiden. Beispielsweise können
sich bestehende Fettablagerungen in der Leber zurückbilden oder das
Entstehen kann verhindert werden, wenn der Lebensstil mit angepassten
Sportaktivitäten und einer gesunden Ernährung geändert wird.

Bei Kindern mit deutlichem Übergewicht sollte regelmäßig die
Lebergesundheit überprüft werden. Sind die Leberwerte im Blut (GPT, GOT
und GGT) erhöht, ist dies möglicherweise ein Warnzeichen für eine
Lebererkrankung.

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern.
Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die
öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt
und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem
Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und
Apotheker in medizinischen Fragen. Weitere Informationen zur Stiftung
unter https://www.deutsche-leberstiftung.de. Auf der Website finden Sie
unter anderem umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für
Betroffene, Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter.

BUCHTIPP: Jetzt in der vierten, aktualisierten und erweiterten Auflage:
„Das Leber-Buch“ informiert umfassend und allgemeinverständlich über die
Leber, Lebererkrankungen, ihre Diagnosen und Therapien. Es ist im
Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-8426-3043-7, € 19,99 [D]. Weitere
Informationen: https://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch. Sie
können ein Rezensionsexemplar per Mail an <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.> (Frau M.
Asche) anfordern.

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