Zum Hauptinhalt springen

Nicht nur lästiges Herzstolpern: Was man über Vorhofflimmern wissen muss

Tückische Volkskrankheit: Bleibt Vorhofflimmern unerkannt, drohen
Schlaganfall und Herzkomplikationen. Herzstiftungs-Experten zeigen zum
Weltherztag, worauf es bei der Risikovorsorge ankommt

Herzrhythmusstörungen sind für Betroffene meist mit Ängsten und hohem
Leidensdruck verbunden. Das Tückische an Rhythmusstörungen: Je nach
Ursache, Ursprung im Herzen und Schweregrad, können sie entweder harmlos
oder akut lebensbedrohlich, sogar tödlich sein. Vorhofflimmern, die
häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung mit ca. 1,8 Millionen Betroffenen
in Deutschland, kann gerade beim ersten Anfall auch Angst machen und Panik
auslösen, wenn das Herzstolpern plötzlich einsetzt und es zu heftigen
Schlägen bis in den Hals hinauf, Druckgefühl im Brustkorb und Luftnot
kommt. Das Herz schlägt dann meistens völlig unregelmäßig und schnell mit
einem Puls von bis zu 160 Schlägen pro Minute. „Vorhofflimmern ist eine
ernst zu nehmende Herzrhythmusstörung, die manchmal aber auch ohne größere
Symptome auftritt. Unbemerkt und unbehandelt kann Vorhofflimmern zur
lebensbedrohlichen Gefahr bis hin zu Herzschwäche und Schlaganfall
werden“, warnt Herzspezialist Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer,
stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung,
anlässlich des Weltherztags. Über Ursachen, Diagnose und Therapie von
Herzrhythmusstörungen informiert deshalb die Herzstiftung mit nützlichen
Ratgeber-Infos und dem neuen Herzstiftungs-Podcast „imPULS. Wissen für
Ihre Gesundheit“ unter www.herzstiftung.de/weltherztag „Mit Hilfe der
Pulsmessung beim Arztbesuch, in der Apotheke oder einfach zu Hause, lässt
sich ganz leicht ein unregelmäßiger Herzschlag feststellen und lassen sich
somit ein Schlaganfall und andere Herz-Komplikationen aufgrund von
unentdecktem Vorhofflimmern verhindern. Genau dafür sensibilisieren wir“,
betont Voigtländer. Infos zur Pulsmessung unter www.herzstiftung.de/puls-
messen

Risiko für Vorhofflimmern steigt mit Alter und Begleiterkrankungen
In Deutschland ist Vorhofflimmern für 20 bis 30 % der ischämischen
Schlaganfälle und Fälle von Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
verantwortlich. Vorhofflimmern kommt bei Personen über 60 Jahre und bei
Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck gehäuft vor. Bluthochdruck
liegt bei zirka 60 % aller Patienten mit Vorhofflimmern vor. „Besonders
diese Personen sollten regelmäßig ihren Blutdruck und Puls messen, um
dadurch unbemerktes Vorhofflimmern zu vermeiden“, rät Voigtländer, der als
Kardiologe und Intensivmediziner am Cardioangiologischen Centrum Bethanien
(CCB) in Frankfurt a. M. tätig ist. Das Risiko für einen Schlaganfall
durch Vorhofflimmern steigt mit dem Lebensalter und mit zusätzlichen
Erkrankungen. Neben Bluthochdruck fallen darunter insbesondere die
koronare Herzkrankheit (KHK), Herzschwäche, Diabetes,
Schilddrüsenerkrankungen, COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
und Fettleibigkeit/Übergewicht. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt
besonders Herzkranken und Senioren ab 60, bei Routinekontrollen beim Arzt
ihren Herzschlag mittels Pulsmessung prüfen zu lassen. Eine Hilfe können
auch „Wearables“ oder „Smartwatches“ mit Pulsmess- und EKG-Funktion oder
Apps fürs Smartphone mit diesen Funktionen sein. „Die EKG-Dokumentation
durch die Wearables sollte allerdings unbedingt durch den Arzt beurteilt
werden, um die richtige Diagnose zu stellen“, gibt der Herzstiftungs-
Vorstand zu bedenken. Infos unter: www.herzstiftung.de/smartwatches-
herzpatienten

Bei diesen Beschwerden zum Arzt
Vorhofflimmern wird durch elektrische Fehlreize im Reizleistungssystem des
Herzens ausgelöst, deren Ursprung meist in den Lungenvenen liegt. Diese
münden in den linken Vorhof. Wegen des unregelmäßigen Herzschlags ziehen
sich Herzkammern und Herzvorhöfe nicht mehr koordiniert zusammen: die
Vorhöfe zucken rasch und unkoordiniert, wodurch sich Blutgerinnsel in
einer Ausbuchtung des Vorhofs bilden können. Werden diese ausgeschwemmt
und gelangen über Arterien mit dem Blutstrom in den Kopf, verstopfen sie
möglicherweise ein Hirngefäß („arterielle Embolie“): ein Schlaganfall ist
die Folge. Auf welche Symptome sollte man achten? Dauert das
Vorhofflimmern mehrere Stunden oder Tage, spüren Betroffene häufig eine
allgemeine Leistungsschwäche. Für manche Patientinnen und Patienten sind
die Beschwerden sehr beunruhigend. Herzstolpern und Herzrasen sind oft
verbunden mit
- innerer Unruhe und Angst
- einer Neigung zu schwitzen
- Atemnot
- Leistungsschwäche
- Schwindelattacken
- Brustschmerzen
- kurzzeitiger Bewusstlosigkeit

Bei Herzpatienten, deren angeschlagenes Herz die Rhythmusstörung
schlechter verträgt, sind Atemnot, Brustschmerzen und Schwindel besonders
häufig. „Bei diesen Symptomen sollte man sofort den Arzt aufsuchen!“,
warnt der Rhythmologe Prof. Dr. med. Andreas Götte vom Wissenschaftlichen
Beirat der Deutschen Herzstiftung, Leiter der Kardiologie am St. Vincenz-
Krankenhaus in Paderborn. „Der Arzt kann mit einem EKG, Langzeit-EKG oder
Ereignis-Rekorder klären, ob das Herzstolpern nur eine harmlose
Unregelmäßigkeit des Herzschlags ist oder ob Vorhofflimmern vorliegt.“
Infos: www.herzstiftung.de/vorhofflimmern-symptome

Wie bestimmt man sein Schlaganfallrisiko?
Um Vorhofflimmer-Patienten vor einem Schlaganfall zu schützen, müssen
konsequent gerinnungshemmende Medikamente („Blutverdünner“) gegeben
werden: entweder klassische Medikamente wie die sogenannten
Vitamin-K-Antagonisten aus der Wirkstoffgruppe der Cumarine (z. B.
Marcumar oder Falithrom) oder neuere Direkte Orale Antikoagulantien
(DOAKs). Welches Medikament – alter oder neuer Wirkstoff – für
Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern das bessere Wahl ist, wird
im Einzelfall entschieden. Diese vorbeugende Therapie wird nicht per se
bei Vorhofflimmern verordnet, sondern auf Grundlage des individuellen
Schlaganfallrisikos der betroffenen Person mit Hilfe des sogenannten
CHA2DS2-VASc-Score bestimmt. Risikorelevante Punkte sind z. B.
Herzschwäche, Bluthochdruck, Diabetes, fortgeschrittenes Alter, frühere
Thromboembolien. „Je mehr Punkte sich aufgrund des Scores ergeben, umso
höher ist das Schlaganfallrisiko und desto dringlicher ist die Einnahme
gerinnungshemmender Medikamente“, erklärt Götte. „Umgekehrt gilt aber:
Keine Gerinnungshemmer bei niedrigem Risiko, dafür engmaschige
Nachkontrolle nach vier bis sechs Wochen.“

Ursachen behandeln: Was steckt hinter dem Vorhofflimmern?
Ist die Diagnose Vorhofflimmern gesichert, besprechen Kardiologe und
Patient die Therapiemöglichkeiten. Dabei rückt neben der Schlaganfall-
Vorbeugung durch Gerinnungshemmer und den Verfahren zur Behandlung der
Rhythmusstörung (frequenzregulierende oder rhythmuserhaltende Therapie mit
Medikamenten, interventionelle/operative Verfahren) die Therapie der
Grunderkrankungen und Risikofaktoren in den Fokus. „Oft ist es sinnvoll,
Vorhofflimmern bei seltenen Anfällen, die nur ein- bis dreimal im Monat
auftreten und nur wenige Sekunden dauern, zunächst nicht zu behandeln,
sondern nur die Grunderkrankung, die die Rhythmusstörung verursacht“,
erklärt Götte. Aufgabe des Kardiologen ist es, mit Untersuchungen
(Blutdruckmessung, Laborwerte, EKG, bildgebende Verfahren wie Herzecho,
Kardio-MRT) Ursachen wie Bluthochdruck, KHK, Herzschwäche oder COPD etc.
aufzudecken und konsequent mit Medikamenten zu behandeln. Ebenso wichtig
ist es, auf einen gesunden Lebensstil zu achten: mit Ausdauertraining je
20-30 Minuten drei- bis fünfmal die Woche, Abnehmen bei Übergewicht,
gesunder Ernährung und Rauchverzicht. Starkes Rauchen, chronischer
Alkoholmissbrauch und eine erbliche Neigung gehen mit Vorhofflimmern
einher. Gerade bei Herzkranken, aber auch bei Gesunden, gibt es Reize
(„Trigger“), die Vorhofflimmern auslösen können: Alkohol (selbst mäßiger
Konsum von ca. 120 Millilitern Wein oder 330 Millilitern Bier pro Tag kann
gefährliches Vorhofflimmern auslösen), Schlafentzug, extremer Stress,
Rauchen sowie starker Koffeinkonsum. Auch Störungen des Salzhaushalts
(Elektrolyte) mit einem Mangel an Kalium und Magnesium können
Vorhofflimmern begünstigen.

Bewährte Therapieverfahren bei Vorhofflimmern
Heute stehen für die Behandlung von Vorhofflimmern viele spezielle
Therapien zur Verfügung: Medikamente, nicht-medikamentöse Verfahren, bei
denen die Katheterablation im Vordergrund steht, und operative Verfahren.
Wenn etwa bei Patienten trotz der Behandlung mit Rhythmusmedikamenten
erhebliche Beschwerden wie Atemnot, Herzrasen, Leistungsschwäche
fortbestehen, ist eine Katheterablation von Vorhofflimmern zur
Wiederherstellung des Sinusrhythmus sinnvoll. „Langfristig hat sich vor
allem die Katheterablation bewährt: Dabei werden durch einen Eingriff per
Katheter mittels Kälte, Hitze oder kleiner Stromstöße die Leitungspfade
unterbrochen, die das Durcheinander der elektrischen Signale verursachen“,
erläutert Götte. Wie wichtig eine frühzeitige Behandlung des
Vorhofflimmerns ist, besonders dann, wenn neben Vorhofflimmern noch
weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen bestehen, belegt die internationale
EAST-AFNET 4-Studie an 2.789 Patienten. Es zeigte sich, dass unter einer
rhythmuserhaltenden Therapie – entweder durch Katheterablation oder durch
Antiarrhythmika – deutlich weniger Komplikationen wie Schlaganfall oder
Herzinfarkt auftraten als bei einer klassischen frequenzerhaltenden
Therapie. Die Studie wurde auch durch die Herzstiftung finanziell
unterstützt.

Weitere Informationen und kostenfreie Ratgeber unter:
www.herzstiftung.de/vorhofflimmern
www.herzstiftung.de/weltherztag
www.herzstiftung.de/puls-messen
Video: www.youtube.com/watch?v=Hs9UU4nEf_M
Podcast www.herzstiftung.de/podcasts

Tipp: Experten-Ratgeber
Der Ratgeber „Herz außer Takt: Vorhofflimmern“ der Deutschen Herzstiftung
informiert über Ursachen, Diagnose und Behandlung von Vorhofflimmern. Der
Band (136 S.) kann kostenfrei per Tel. 069 955128-400 oder unter
www.herzstiftung.de/bestellung angefordert werden. Infos zu Vorhofflimmern
bietet die Herzstiftung unter www.herzstiftung.de/vorhofflimmern

Zeitschrift HERZ heute mit Themenschwerpunkt „Herzrhythmusstörungen“
Die Zeitschrift der Deutschen Herzstiftung HERZ heute widmet sich in ihrer
Ausgabe 2/2021 mit dem Titel „Zurück in den Takt – Elektrostimulation des
Herzens“ den Rhythmusstörungen. Ein kostenfreies Probeexemplar ist unter
Tel. 069 955128-400 oder per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
erhältlich.

  • Aufrufe: 72

Unbemerktes Vorhofflimmern: Schlaganfallgefahr

Herzstiftung gibt zum Weltherztag Tipps, wie Herzpatienten sich schützen
können – schon Puls messen hilft beim Erkennen

Ein Schlaganfall trifft oft Menschen mit Vorhofflimmern, die von ihrer
Herzrhythmusstörung gar nichts wissen und somit nicht die schützende
Therapie erhalten haben. Rund ein Viertel der Schlaganfälle in Deutschland
geht auf Vorhofflimmern zurück. Nur bei etwa 50 % der ca. 1,8 Millionen
Patienten mit Vorhofflimmern macht sich die Herzrhythmusstörung mit
spürbaren Beschwerden wie Herzstolpern und Herzschlag bis zum Hals,
Druckgefühl im Brustkorb, Angst, Luftnot, Schwindelgefühl und
Leistungsschwäche bemerkbar. Bei der anderen Hälfte tritt Vorhofflimmern
meist nur untypisch oder ganz ohne Symptome auf. „Der Schlaganfall ist die
größte Gefahr, die vom Vorhofflimmern ausgeht. Vor allem ältere Patienten
ab 60 Jahren, bei denen gehäuft Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie
Bluthochdruck, Diabetes und koronare Herzkrankheit auftreten, haben ein
hohes Risiko, Vorhofflimmern zu bekommen und sollten sich schützen“, warnt
Herzspezialist Priv.-Doz. Dr. med. Gerian Grönefeld vom Wissenschaftlichen
Beirat der Deutschen Herzstiftung. Wichtige Tipps, wie sich
Risikopatienten vor einem Schlaganfall schützen, wie sie im Notfall
reagieren und viele weitere Infos sind unter www.herzstiftung.de
/schlaganfall-durch-vorhofflimmern oder im neuen Herzstiftungs-Podcast
„imPULS. Wissen für Ihre Gesundheit“ unter www.herzstiftung.de/podcasts
abrufbar.
Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt deshalb älteren Menschen ab 60 und
Herzkranken, auch regelmäßig ihren Puls zu messen. „Ist der Puls
unregelmäßig oder liegt er in Ruhe über 100 Schläge pro Minute, sollte man
umgehend einen Arzt aufsuchen, um klären zu lassen, ob Vorhofflimmern
vorliegt“, so Grönefeld, der Leiter der 1. Medizinischen Abteilung für
Kardiologie an der Asklepios Klinik Barmbek in Hamburg ist.

Schlaganfall-Warnzeichen rechtzeitig erkennen
Nicht immer kommt der Schlaganfall aus heiterem Himmel. Oft treten
einzelne Symptome bereits Tage oder Wochen vorher auf, verschwinden aber
nach wenigen Minuten wieder. Meist handelt es sich bei diesen „Vorboten“
um fast die gleichen Symptome wie bei einem Schlaganfall. Anders als bei
einem „echten“ Schlaganfall verschwinden diese „Transitorische Ischämische
Attacke“ (TIA) genannten Warnsignale nach kurzer Zeit jedoch wieder. Eine
TIA zeigt sich ebenso wie ein Schlaganfall durch folgende Symptome, die
jeder Herzpatient kennen sollte:
- Lähmungserscheinungen auf einer Körperhälfte: z. B. Lähmung eines Arms
oder Beins
- Gesichtssymptome: herabhängender Mundwinkel, Schwierigkeiten beim
Lächeln
- Sprachstörungen: plötzlich verwaschene oder undeutliche Sprache,
Wortfindungsprobleme, falsche Satzbildung
- plötzlicher heftiger Kopfschmerz
- Sehstörungen bis hin zur Erblindung oder Schwindel

Wer eines dieser Symptome bei sich bemerkt, sollte nicht zögern, sondern
den Notruf 112 wählen. Denn das Wichtigste ist, keine Zeit zu verlieren.
Weitere Tipps, wie sich Herzpatienten vor einem Schlaganfall schützen,
sind abrufbar unter www.herzstiftung.de/schlaganfall

Der beste Schutz vor Vorhofflimmern: Grunderkrankung konsequent behandeln
Wichtigste erste Maßnahme nach der Diagnose Vorhofflimmern ist die
Behandlung mit einem gerinnungshemmenden Medikament („Blutverdünner“).
Aufgrund des unregelmäßigen Herzschlags bei Vorhofflimmern können sich im
Herzen, in einer Ausbuchtung im Vorhof (sog. Herzohr), Blutgerinnsel
bilden. Werden diese ausgeschwemmt und gelangen mit dem Blutstrom in den
Kopf, können sie ein Hirngefäß verstopfen: Es kommt zum Schlaganfall.
Nicht nur das Vorhofflimmern selbst, auch andere Herz-Kreislauf-
Erkrankungen, die Vorhofflimmern verursachen können, sind für die
Risikovorsorge zu berücksichtigen. Deshalb ist neben der Einnahme
gerinnungshemmender Medikamente ebenso wichtig, die Grunderkrankung der
Herzrhythmusstörung konsequent zu behandeln. Neben Bluthochdruck fallen
darunter insbesondere die koronare Herzkrankheit (KHK),
Herzklappenerkrankungen, Herzschwäche, Myokarditis, Diabetes,
Schilddrüsenerkrankungen, COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
und Fettleibigkeit/Übergewicht.

Risikofaktor Bluthochdruck
Bei ca. 60 % der Patienten mit Vorhofflimmern liegt Bluthochdruck vor.
Eine Erweiterung des linken Vorhofs ist ein erstes Zeichen dafür, dass das
Herz durch den hohen Blutdruck bereits geschädigt ist. Hochdruckpatienten
sollten daher therapeutisch gut eingestellt sein, um ihr
Schlaganfallrisiko zu minimieren. So kann bei einem Bluthochdruck die
Senkung des oberen Wertes um nur 10mmHg das Schlaganfallrisiko um fast 40
% verringern. „Patienten mit Bluthochdruck und Vorhofflimmern sind
zweifach belastet: Zum einen erhöht der Bluthochdruck aufgrund der
Gefäßbelastung selbst das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko, zum anderen
besteht durch das Vorhofflimmern die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel
bilden, die wiederum einen Schlaganfall auslösen können“, betont
Grönefeld.

Regelmäßig Puls messen
Herz-Kreislauf-Patienten sowie Gesunde ab 60 sollten zu Hause ihren Puls
messen. So können sie ihr Risiko für einen Schlaganfall senken.
Blutdruckmessgeräte zeigen meist Unregelmäßigkeiten des Pulses an oder man
fühlt selbst seinen Puls. Infos zur Pulsmessung bietet die Herzstiftungs-
Seite unter www.herzstiftung.de/puls-messen „Auch Ärzte sollten besonders
bei Bluthochdruck- und Herzpatienten beim Praxisbesuch immer zuerst den
Puls fühlen und bei Auffälligkeiten ein EKG machen.“ Eine Hilfe können
auch „Wearables“ oder „Smartwatches“ mit Pulsmess- und EKG-Funktion oder
Apps fürs Smartphone mit diesen Funktionen sein. Allerdings sollte die
EKG-Dokumentation der Wearables durch den Arzt beurteilt werden, um die
richtige Diagnose zu stellen, wie die Deutsche Herzstiftung rät.

Weitere Informationen und kostenfreie Ratgeber unter:
www.herzstiftung.de/vorhofflimmern
www.herzstiftung.de/weltherztag
Video: www.youtube.com/watch?v=Hs9UU4nEf_M
Podcast www.herzstiftung.de/podcasts

  • Aufrufe: 67

Aus dem Takt: Herzstiftung informiert zum Weltherztag über Rhythmusstörungen

Damit Herzrhythmusstörungen nicht zur Gefahr für Herz, Hirn und andere
Organe werden, müssen sie frühzeitig erkannt werden. Was man über
Rhythmusstörungen wissen sollte, darüber informiert die Herzstiftung

Herzrhythmusstörungen sind für Betroffene meist mit Ängsten und hohem
Leidensdruck verbunden. Das Tückische an Rhythmusstörungen ist: Je nach
Ursache, Ursprung im Herzen und Schweregrad, können sie entweder harmlos
oder akut lebensbedrohlich, sogar tödlich sein. Diese Bedrohlichkeit
führte unlängst der tragische Herzstillstand des dänischen Fußballprofis
Christian Eriksen während der EM (heute wieder genesen) deutlich vor
Augen. In Deutschland werden jährlich über 490.000 Menschen wegen
Herzrhythmusstörungen im Krankenhaus behandelt. Allein an der häufigsten
anhaltenden Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern leiden hierzulande ca. 1,8
Millionen Menschen. Nicht jede Herzrhythmusstörung ist bedrohlich oder
sofort behandlungsbedürftig. Meistens führen erst Beschwerden wie
Herzstolpern, Herzjagen und plötzliches Aussetzen des Herzschlages viele
Betroffene zum Kardiologen. „Je nach Art der Rhythmusstörung und der
Grunderkrankung, die zur Rhythmusstörung geführt hat, ist das aber
möglicherweise schon zu spät. Denn unbemerktes Vorhofflimmern kann zum
Schlaganfall führen“, warnt der Kardiologe und Intensivmediziner Prof. Dr.
med. Thomas Voigtländer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der
Deutschen Herzstiftung, anlässlich des Weltherztags.

Über Ursachen, Diagnose und Therapie von Herzrhythmusstörungen, allen
voran Vorhofflimmern, informiert die Herzstiftung unter dem Motto „Herz
aus dem Takt“ mit vielen Ratgeber-Infos und dem neuen Herzstiftungs-
Podcast „Impuls. Wissen für Ihre Gesundheit“ unter
www.herzstiftung.de/weltherztag „Mit Hilfe der Pulsmessung beim
Arztbesuch, in der Apotheke oder ganz einfach zu Hause, lässt sich leicht
ein unregelmäßiger Herzschlag feststellen und somit ein Schlaganfall und
andere Herz-Komplikationen aufgrund von unentdecktem Vorhofflimmern
verhindern. Genau dafür sensibilisieren wir“, so Voigtländer. In
Deutschland ist Vorhofflimmern für 20 bis 30 % der ischämischen
Schlaganfälle und Fälle von Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
verantwortlich. Vorhofflimmern kommt bei Personen über 60 Jahren und bei
Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck gehäuft vor. „Messen Sie
regelmäßig ihren Blutdruck und Puls, um unbemerktes Vorhofflimmern zu
vermeiden“, so der Appell des Herzstiftungs-Vorstands.

Vorhofflimmern und Kammerflimmern – ein großer Unterschied
Vorhofflimmern ist nicht unmittelbar lebensbedrohlich, aber erhöht das
Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Es ist nicht zu verwechseln mit
dem Kammerflimmern, der bösartigsten Herzrhythmusstörung. Diese führt
innerhalb weniger Sekunden zum Herzstillstand. Nach ca. zehn Minuten tritt
der Tod ein, wenn nicht Außenstehende bei einem beobachteten
Herzstillstand sofort den Rettungsdienst (112) rufen und mit der
Herzdruckmassage beginnen. Infos unter www.herzstiftung.de/herznotfall-set
Dies tritt beim Vorhofflimmern so nicht auf und muss daher vom
Kammerflimmern unterschieden werden. Bei Vorhofflimmern rast das Herz oder
stolpert, dazu kommen Schwindel, Luftnot und eine verminderte
Leistungsfähigkeit. Nicht jeder Betroffene verspürt Symptome, doch die
Herzrhythmusstörung birgt eine lebensbedrohliche Gefahr: Das Risiko, einen
Schlaganfall zu erleiden oder eine Herzschwäche zu entwickeln, ist bei
Patienten mit Vorhofflimmern stark erhöht (Infos unter:
www.herzstiftung.de/vorhofflimmern). „Es ist daher wichtig, Vorhofflimmern
frühzeitig zu erkennen und zu behandeln“, rät der Herzstiftungs-Vorstand
Prof. Voigtländer.

Weitere Informationen und kostenfreie Ratgeber unter:
www.herzstiftung.de/vorhofflimmern
www.herzstiftung.de/herznotfall-set
Video: www.youtube.com/watch?v=Hs9UU4nEf_M
Podcasts: www.herzstiftung.de/podcasts

Der Weltherztag am 29. September ist eine Initiative der World Heart
Federation (WHF), in der sich die Herzstiftungen und kardiologischen
Fachgesellschaften von mehr als 100 Ländern zusammengeschlossen haben. Die
Interessen von Deutschland werden von der Deutschen Herzstiftung e. V.
vertreten. an. Der diesjährige Slogan der WHF „Use Heart to Connect“ soll
dazu anregen, digitale Technologien wie Wearables (z. B. Smartwatches),
Gesundheits-Apps oder Telehealth für Herz und Kreislauf zu nutzen, um so
Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall wie Bluthochdruck,
Diabetes und Übergewicht einzudämmen.

Herz aus dem Takt
Die Deutsche Herzstiftung stellt ihre Aktionen in diesem Jahr unter das
Motto „Herz aus dem Takt“ und legt den Fokus auf die Ursachen, Diagnose
und Therapie der häufigsten anhaltenden Herzrhythmusstörung
Vorhofflimmern. Vorhofflimmern erhöht das Risiko für Schlaganfall und
andere Komplikationen, wenn es unbemerkt und unbehandelt bleibt.
Infos: www.herzstiftung.de/weltherztag

  • Aufrufe: 55

Personal gewinnen und binden durch gesundheitsfördernde Maßnahmen?

Virtuelle Fachtagung von Studierenden an der Fakultät Gesundheitswesen der
Ostfalia Hochschule am 1.10.2021

Wie kann ein Arbeitgeber im Gesundheitswesen zur Stärkung der Gesundheit
des eigenen Personals beitragen und beispielsweise bei psychischen
Problemen unterstützen? Ist ein attraktives Programm zur
Gesundheitsförderung auch ein wirksames Mittel, um dem Fachkräftemangel
der Branche zu begegnen?

Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich eine virtuelle Fachtagung
in der neuen Reihe „Forum Gesundheitswesen“ der Ostfalia Hochschule für
angewandte Wissenschaften, die Studierende des Studiengangs „Management im
Gesundheitswesen“ im Rahmen ihres Projektstudiums organisieren. „Für den
Auftakt haben die Studierenden ein interessantes Programm mit spannenden
Referentinnen und Referenten auf die Beine gestellt“, sagt Ostfalia-
Mitarbeiterin Doris Zweck, die das Projektteam betreut.

Mit dabei sind Prof. Dr. Erwin Gollner von der Fachhochschule Burgenland,
Prof. Dr. Dagmar Arndt von der Ostfalia Hochschule, und Sabine Brase,
Pflegedirektorin am Klinikum Oldenburg. Zudem präsentieren die beiden
Ostfalia-Studenten Moritz Linnemann und Steven Josef Laxa ein „Konzept zur
Förderung der betrieblichen Gesundheit".

Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine vorherige Anmeldung ist nicht
notwendig.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Doris Zweck, M.A.
Fachstudienberatung "Management im Gesundheitswesen"
Fakultät Gesundheitswesen
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften
– Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel
Telefon: 05361-8922-23470
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Arten der Pressemitteilung:
Buntes aus der Wissenschaft

Sachgebiete:
Ernährung / Gesundheit / Pflege
Wirtschaft

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.ostfalia.de/g/fakultaet/Fachtagungen/

  • Aufrufe: 76