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Psychische Belastung und Alkohol - ein gefährliches Gespann: „ALKOHOLSPIEGEL“-Newsletter der BZgA

Soziale Isolierung, Zukunftsängste und gesundheitliche Sorgen:
Belastungen, wie sie die Corona-Pandemie mit sich bringt, können
psychische Erkrankungen fördern und zu einem erhöhten Alkoholkonsum
führen. Dabei stehen seelische Störungen und missbräuchlicher
Alkoholkonsum in einer unheilvollen Wechselwirkung. Wie sie sich
gegenseitig verstärken und wo es niederschwellige Hilfsangebote gibt,
berichtet die neue Ausgabe des BZgA-Newsletters „ALKOHOLSPIEGEL“.

„ALKOHOLSPIEGEL“-Newsletter der Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung (BZgA) informiert zu Suchtprävention in der Pandemie und dem
neuen Angebot http://www.vortiv.de

Soziale Isolierung, Zukunftsängste und gesundheitliche Sorgen:
Belastungen, wie sie die Corona-Pandemie mit sich bringt, können
psychische Erkrankungen fördern und zu einem erhöhten Alkoholkonsum
führen. Dabei stehen seelische Störungen und missbräuchlicher
Alkoholkonsum in einer unheilvollen Wechselwirkung. Wie sie sich
gegenseitig verstärken und wo es niederschwellige Hilfsangebote gibt,
berichtet die neue Ausgabe des BZgA-Newsletters „ALKOHOLSPIEGEL“.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, erklärt zum
Zusammenhang von Pandemie und Substanzkonsum: „Natürlich wissen wir, dass
die Situation für suchtkranke Menschen in Deutschland während der Pandemie
sehr belastend war und teilweise noch ist. Gerade Kinder mit
alkoholabhängigen Eltern waren isoliert und in dramatischen Situationen.
Jetzt ist wieder intensive Hilfe möglich, denn Beratungsstellen können
auch wieder ‚live‘ Hilfe leisten, Selbsthilfegruppen können wieder
stattfinden, Familienhelfer wieder direkten Kontakt mit Betroffenen
aufnehmen. Auch der Bund hilft mit einer weiteren Million Euro für die
Alkoholprävention.“

Professor Dr. Martin Dietrich, Kommissarischer Direktor der Bundeszentrale
für gesundheitliche Aufklärung, ergänzt: „In der Pandemie entfällt im
sozialen Miteinander ein wichtiger Schutzfaktor für die eigene Gesundheit.
Für Menschen mit hohem Alkoholkonsum oder mit beginnenden Suchtproblemen
sowie für ihre Angehörigen ist es dann besonders wichtig, auf möglichst
unkomplizierte Weise persönliche Unterstützung in Anspruch nehmen zu
können. Dazu zählen Telefonberatungsangebote wie das BZgA-Infotelefon zur
Suchtvorbeugung.“

Auch digitale Formate ermöglichen eine niederschwellige Ansprache während
der Corona-Pandemie. So können Schulklassen ab Jahrgangsstufe 10 unter
http://www.klar-bleiben.de am BZgA-Klassenwettbewerb „Klar bleiben –
Feiern ohne Alkoholrausch“ digital teilnehmen. Ein weiteres Thema der
ALKOHOLSPIEGEL-Ausgabe ist die Plattform „IRIS“. Das
Onlineberatungsprogramm http://www.iris-plattform.de unterstützt Frauen,
den Konsum von Tabak und Alkohol in der Schwangerschaft zu beenden.

Der Newsletter informiert außerdem über die neue digitale Serviceplattform
„VORTIV – VOR ORT AKTIV“. Die Plattform richtet sich an kommunale
Akteurinnen und Akteure, die Projekte vor Ort umsetzen wollen. VORTIV
bündelt bundesweit verfügbare Präventionsangebote, Materialien zum
Bestellen oder zum Download und bietet Unterstützung und Beratung bei
Maßnahmen bis hin zu Möglichkeiten zur Netzwerkarbeit. Das Angebot wurde
von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit Unterstützung
des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) entwickelt und
ist unter http://www.vortiv.de erreichbar.

Die neue Ausgabe des ALKOHOLSPIEGEL steht unter
http://www.bzga.de/infomaterialien/alkoholpraevention/alkoholspiegel zum
Download. Der ALKOHOLSPIEGEL erscheint mit der Juni-Ausgabe zum letzten
Mal in gedruckter Form und wird künftig als Online-Newsletter angeboten.

Bestellt werden kann der neue ALKOHOLSPIEGEL-Online-Newsletter ab sofort
unter http://www.vortiv.de/newsletter oder per E-Mail unter
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

BZgA-Angebote in diesem Newsletter:
http://www.vortiv.de (BZgA-Serviceplattform zur kommunalen
Alkoholprävention)
http://www.klar-bleiben.de (Wettbewerb für Schulklassen ab Jahrgangsstufe
10)
http://www.iris-plattform.de (Online-Intervention für Schwangere zum
Alkoholverzicht)

BZgA-Kampagnen der Alkoholprävention:
http://www.null-alkohol-voll-power.de (für Jugendliche von 12 bis 15
Jahren)
http://www.kenn-dein-limit.info (für Jugendliche von 16 bis 20 Jahren)
http://www.kenn-dein-limit.de (für Erwachsene)
http://www.alkoholfrei-sport-geniessen.de (für Sportvereine)

Infotelefon der BZgA zur Suchtvorbeugung:
Eine telefonische Beratung zur Suchtvorbeugung bietet die BZgA anonym und
persönlich unter der Rufnummer 0221 89 20 31, Montag bis Donnerstag von
10:00 bis 22:00 Uhr und Freitag bis Sonntag 10:00 bis 18:00 Uhr zu den
Kosten für Gespräche in das Kölner Ortsnetz.

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Patientenleitlinie "Asthma" überarbeitet

Patientenleitlinie
Patientenleitlinie "Asthma"

Die neu überarbeitete Patientenleitlinie steht nun im Internet bereit. Sie
bietet Menschen mit Asthma und ihren Angehörigen ausführliche
Informationen über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten und zum
eigenständigen Umgang mit der Erkrankung.

Etwa jeder 20. Mensch hat Asthma. Bei dieser chronischen Erkrankung sind
die Atemwege ständig entzündet. Viele Menschen mit Asthma brauchen sowohl
Bedarfs-Medikamente als auch Dauer-Medikamente: Um plötzliche Beschwerden
rasch zu lindern, gibt es Medikamente nach Bedarf, die die Atemwege in der
Lunge sofort erweitern. Das wichtigste Dauer-Medikament ist ein
inhalierbarer Kortison-ähnlicher Wirkstoff als Spray oder Pulver.

Zudem empfehlen Fachleute ergänzende Maßnahmen, um den Erfolg der
Behandlung zu verbessern. Dazu gehören: auslösende Reize meiden, nicht
rauchen, Selbsthilfe-Techniken bei Atemnot erlernen, an Asthma-Schulungen
teilnehmen sowie ein regelmäßiges körperliches Training.

Ziel der Patientenleitlinie ist es, Menschen mit Asthma evidenzbasiert zu
informieren und eine gemeinsame Entscheidungsfindung zu fördern. Grundlage
dieser Patientenleitlinie ist die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL)
Asthma. Auf Basis aktueller Studien gibt die NVL Empfehlungen zur
Untersuchung und zur Behandlung der Erkrankung wieder. Jetzt ist die
allgemein verständliche Version dieser Leitlinie von einem Redaktions-Team
aus dem Kreis der Leitliniengruppe grundlegend überarbeitet und
aktualisiert worden. Menschen mit Asthma erhalten Informationen darüber,
nach welchen Kriterien und Maßgaben ihre Krankheit idealerweise behandelt
werden sollte.

Zusätzlich zur ausführlichen Patientenleitlinie gibt es eine
Kurzinformation. Das zweiseitige Informationsblatt "Asthma – wenn Atmen
schwerfällt" stellt kompakt und allgemein verständlich wichtige Inhalte
dar und ist in sechs Fremdsprachen sowie auch in Leichter Sprache
verfügbar.

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Plötzlicher Herztod und Herzschwäche: Verengungen der Herzkranzgefäße noch mehr „auf dem Schirm“ haben

Der neue Deutsche Herzbericht 2020  DHS/Stefanie Schaffer/Cover: Thieme
Der neue Deutsche Herzbericht 2020 DHS/Stefanie Schaffer/Cover: Thieme

Deutscher Herzbericht: Koronare Herzkrankheit (KHK) geht Sekunden-Herztod
und Herzschwäche meist voraus. Was leistet die deutsche Herzmedizin zur
Versorgung von KHK-Patienten?

Durchblutungsstörungen durch Herzkranzgefäßverengungen, die sogenannte
Koronare Herzkrankheit (KHK), verursachen mit 639.230 vollstationären
Fällen (2019) die meisten Krankenhausaufnahmen und sind die Hauptursachen
für Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und plötzlichen Herztod. Jedes Jahr
fallen dem Sekunden-Herztod in Deutschland nach Schätzungen ca. 65.000
Menschen zum Opfer. Wie der aktuelle Deutsche Herzbericht 2020
dokumentiert, starben 2019 an der KHK 119.082 Menschen oder 132,0
Verstorbene pro 100.000 Einwohner (alters- und geschlechtsstandardisierte
Mortalitätsrate), davon 44.282 am Herzinfarkt. Rund 35.300 Menschen
starben 2019 an Herzschwäche. In über 70 % der Fälle von Herzschwäche und
plötzlichem Herztod, der unmittelbar durch bösartige Herzrhythmusstörungen
(Kammerflimmern) ausgelöst wird, besteht eine KHK als Ursache. Umso
erfreulicher ist, dass die Sterblichkeit beider Herzkrankheiten von 2017
bis 2019 spürbar gesenkt werden konnte: KHK-Sterbefälle wurden um 9,1 %
von 145,1 auf 132,0 Verstorbene pro 100.000 EW und die Herzschwäche um 12
% von 42,7 auf 37,6 Verstorbene pro 100.000 EW gesenkt.
„Diese sehr positiven Daten dürfen nicht den Blick dafür verstellen, dass
die KHK immer noch die häufigste Todesursache ist. Die frühzeitige
Diagnose und konsequente medikamentöse und interventionelle Behandlung
oder seltener auch operative Behandlung von Plaques und Verengungen der
Herzkranzgefäße, die unbehandelt zum Herzinfarkt führen können, sind wie
die kardiovaskuläre Prävention unverzichtbar in der Bekämpfung der
Sterblichkeit durch die KHK“, sagt der Herzspezialist Prof. Dr. med.
Thomas Voigtländer, stellv. Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Herzstiftung zur Vorstellung des Deutschen Herzberichts 2020 und betont
„Darüber hinaus sinkt durch eine verbesserte Behandlung der KHK die
Sterblichkeit des plötzlichen Herztods und der Herzschwäche – dafür müssen
wir sensibilisieren.“ Werde die KHK rechtzeitig erkannt und behandelt, so
Voigtländer weiter, habe das positive Auswirkungen nicht nur auf die
Bekämpfung von plötzlichem Herztod und Herzschwäche, sondern auch anderer
Herz-Kreislauf-Komplikationen wie z. B. Rhythmusstörungen. Der aktuelle
Deutsche Herzbericht 2020 ist kostenfrei als PDF anzufordern unter
www.herzstiftung.de/herzbericht

Anstieg der Klinikeinweisungen bei Männern schon bei den 45- bis
50-Jährigen
Zwar konnte die Gesamtzahl der Krankenhausaufnahmen (vollstationäre
Hospitalisationsrate) wegen KHK von 2011 bis 2019 deutlich um 12,5 % auf
699,2 (Männer: 1.011,1/Frauen: 387,3) pro 100.000 EW gesenkt werden. Es
zeigt sich aber, dass die jüngere Bevölkerungsgruppe der 45- bis unter
65-Jährigen mit 818 KHK-Fällen pro 100.000 EW überdurchschnittlich häufig
stationär behandelt werden muss. Die KHK-Sterblichkeit verschiebt sich
etwas in das höhere Alter und beginnt bei den Männern ab 55 Jahren und den
Frauen ab 70 Jahren bedeutsam zu werden. „Der Anstieg der
Krankenhausaufnahmen wegen KHK setzt bei den Männern bereits mit dem 45.
bis 50. Lebensjahr ein. Unser Ziel sollte sein, noch bevor es zum
therapeutischen Einsatz von Kathetereingriffen wie PCI und
Stentimplantation oder der Bypass-Chirurgie kommt, KHK Patienten zu
identifizieren und frühzeitig zu behandeln“, erklärt der Herzstiftungs-
Vorstand. Die Diagnostik der KHK hat sich wesentlich weiterentwickelt und
auch durch die neuen bildgebenden Verfahren Koronar-CT
(Computertomographie) und Kardio-MRT können Veränderungen der
Herzkranzgefäße (Plaques und Verengungen) und deren Auswirkung auf die
Durchblutung des Herzmuskels frühzeitig erfasst werden. Durch diese
Verfahren gelingt es, die Zahl der invasiven Herzkatheterdiagnostik und
damit auch die Zahl der stationären Aufenthalte zu reduzieren. Durch
frühzeitige Diagnostik und Therapie kann das Auftreten von akuten
Koronarsyndromen (Herzinfarkt, instabile Angina Pectoris) verhindert oder
zumindest in ein höheres Lebensalter „verschoben“ werden.

Regionale Sterblichkeitsunterschiede bestehen fort
Wie der Deutsche Herzbericht 2020 dokumentiert, bestehen regionale
Unterschiede in der Sterblichkeit und bei den Krankenhausaufnahmen von
Herzkrankheiten fort, das gilt auch für die KHK und den Herzinfarkt. Am
Beispiel Herzinfarkt zeigt sich: Die niedrigste vollstationäre
Hospitalisationsrate für 2019 war 188 in Sachsen, gefolgt von Hamburg mit
209 und Berlin mit 217 zu verzeichnen, die höchste mit 270 im Saarland und
248 vollstationären Fälle pro 100.000 EW in Bremen. Die höchste
Sterblichkeitsrate (alters- und geschlechtsstandardisiert) durch einen
Herzinfarkt findet sich in den Bundesländern Berlin mit 72,3, Sachsen-
Anhalt mit 67,1, Brandenburg mit 67,0, Sachsen mit 60,4 und Mecklenburg-
Vorpommern mit 65,4 Verstorbenen pro 100.000 EW. „Allerdings hat sich mit
Ausnahme von Berlin die Sterblichkeitsrate in diesen Bundesländern im
Vergleich zum Vorjahr spürbar verbessert“, berichtet Voigtländer.
Auffällig ist, dass insgesamt die östlichen Bundesländer die höchsten
Sterblichkeitsraten für Herzinfarkt haben, die niedrigste Schleswig-
Holstein (25,5), Nordrhein-Westfalen (36,6) und Hamburg (40,2).

Mehr Chest-Pain-Units und ambulante Versorgung?
Für die günstige Beeinflussung der Sterblichkeit durch Herzinfarkt kommen
mehrere Faktoren wie Abläufe im Rettungssystem, Notarztsysteme mit hoher
Effizienz auch fernab der Ballungsgebiete in bevölkerungsarmen Gegenden,
Verkürzung der Prähospitalzeiten durch schnelles Handeln einer für die
Infarkt-Symptomatik sensibilisierten Bevölkerung in Betracht. „In
ländlichen Regionen mit längeren Anfahrtszeiten der Rettungsdienste
könnten die für die Versorgung von Patienten mit unklaren Brustschmerzen
wichtigen Chest-Pain-Units, kurz CPUs, für eine Verbesserung der
Versorgung von Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt und anderen
notfallartigen Herz-Kreislauf-Ereignissen wie gefährliche
Herzrhythmusstörungen und Herzklappenproblemen hilfreich sein“, so
Voigtländer. Die über 320 der von der Deutschen Gesellschaft für
Kardiologie (DGK) zertifizierten CPUs in Deutschland verfügen über eine 24
-Stunden-Herzkatheterbereitschaft an sieben Wochentagen, sie entstehen
aber offensichtlich „in den Regionen, die ohnehin schon gut versorgt sind,
leider aber nicht in den Regionen, die einer solchen Versorgung eigentlich
bedürfen“, heißt es im Herzbericht. Auch beim Blick auf die
Versorgungsdichte mit vertragsärztlichen Kardiologen zeigen sich regionale
Unterschiede: am geringsten ist die Versorgungsdichte in Thüringen mit
36.782 EW pro Kardiologen, Mecklenburg-Vorpommern mit 30.342, Brandenburg
mit 28.987 und Schleswig-Holstein mit 26.640. „Ob dies ein Indikator für
Lücken in der ambulanten kardiologischen Versorgung ist und deshalb mit
einer höheren Morbidität und Sterblichkeit korreliert, ist eine
spekulative Annahme und bedürfte fundierter Analysen.“

Auch in der Corona-Pandemie zum Kardiologen in die Klinik oder Praxis
Der Deutsche Herzbericht zeigt, wie wichtig die Inanspruchnahme der
medizinischen Versorgung in Diagnostik, Therapie und Nachsorge im
ambulanten und klinischen Sektor ist, und dies gilt ganz besonders auch
während der Corona-Pandemie. Eine notfallmedizinische Versorgung durch
Notarzt und Klinik erfordern der Herzinfarkt, bösartige
Herzrhythmusstörungen, Schlaganfall, Durchblutungsstörungen des Herzens
höherer Dringlichkeit wie Hauptstammstenosen und die instabile Angina
pectoris als Vorstufen des Herzinfarkts sowie die entgleiste
(dekompensierte) Herzschwäche, die hochgradige Aortenklappenstenose und
der Bluthochdrucknotfall. „Diese sind keine aufschiebbaren
Krankheitsfälle, sondern unterliegen auch in der Pandemie weiterhin
selbstverständlich der Notfallversorgung“, so Prof. Voigtländer, der
Kardiologe und Intensivmediziner am Cardioangiologischen Centrum Bethanien
(CCB) Frankfurt am Main ist. Während des ersten Lockdowns sank allein die
Zahl der stationär versorgten akuten Herzinfarkte um 31 %, das Spektrum
auf Durchblutungsstörungen des Herzens (Ischämien) höherer Dringlichkeit
wie Hauptstammstenosen, instabile Angina pectoris, dekompensierte
Herzschwäche, kardiogener Schock und Herzinfarkt erweitert, kam man sogar
auf 42 % weniger stationäre Behandlungen (1).

Senkung der KHK-Mortalität: Neben Apparatemedizin auch dank Prävention
Experten sind sich einig, dass für den kontinuierlichen Rückgang der
Sterblichkeitsrate der KHK neben Fortschritten in Diagnostik und Therapie
auch die Prävention von kardiovaskulären Risikofaktoren wie Rauchen,
Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes und Übergewicht
verantwortlich ist. Aus diesem Grunde müsse deshalb auch „viel mehr in die
kardiovaskuläre Vorsorge investiert werden“, wie der Herzstiftungs-
Vorstand Voigtländer betont. „Neben Alter und Genetik verursachen die
genannten Risikofaktoren die KHK, sind aber mit Lebensstiländerungen
zusätzlich zur Therapie gut beeinflussbar.“

Wieso kann es bei KHK zum plötzlichen Herztod und Herzschwäche kommen?

Herzschwäche: Unmittelbar nach Symptombeginn eines Herzinfarkts zählt jede
Minute. Denn aufgrund des vollständigen Verschlusses eines
Herzkranzgefäßes durch einen Thrombus wird das betroffene Herzmuskelareal
von der Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr abgeschnitten und stirbt
unwiederbringlich ab: „Time is Muscle“. Je mehr Zeit bis zur Alarmierung
des Rettungsdienstes (112) und zur medizinischen Infarkt-Versorgung im
Krankenhaus verstreicht, wo der Kardiologe das verschlossene
Herzkrankgefäß durch einen Herzkatheter wiedereröffnet und somit die
Durchblutung des Herzmuskels wiederherstellt, nimmt der Herzmuskel mehr
Schaden: eine Herzmuskelschwäche droht.

Plötzlicher Herztod: Unmittelbar eingeleitet wird der plötzliche Herztod
vor allem durch das plötzliche Auftreten der bösartigsten
Herzrhythmusstörung, dem Kammerflimmern. Welche Rolle spielt die KHK bei
der Entstehung dieses Kammerflimmerns? Bei der KHK kommt es infolge einer
langjährigen Herzkranzgefäßerkrankung zu Verengungen oder zum
vollständigen Verschluss der Herzkranzgefäße (Herzinfarkt). Wie
Benzinleitungen versorgen sie den „Lebensmotor“ Herz mit sauerstoffreichem
Blut. Sind die Herzkrankarterien verengt, bekommt der Herzmuskel nicht
mehr ausreichend sauerstoffreiches Blut. Diese Minderversorgung wiederum
stört das Reizleitungssystem des Herzens, das die elektrische
Erregungsausbreitung und -rückbildung für das Zusammenziehen und
Erschlaffen des Herzmuskels und damit seine Pumpfunktion steuert. Es kann
dadurch zu unkontrolliert kreisenden Erregungen in den Herzkammern bei
Frequenzen mit über 350 Schlägen pro Minute kommen (Kammerflimmern). Das
Herz pumpt nicht mehr: Herzstillstand.

Der Deutsche Herzbericht wird von der Deutschen Herzstiftung zusammen mit
den ärztlichen Fachgesellschaften, den Deutschen Gesellschaften für
Kardiologie (DGK), für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) sowie für
Kinderkardiologie und Angeborene Herzfehler (DGPK) alljährlich
herausgegeben.

Der Deutsche Herzbericht 2020 ist kostenfrei zum Download (PDF) erhältlich
unter: www.herzstiftung.de/herzbericht
Herzinfarkt-Risikotest: Die Herzstiftung bietet unter
<www.herzstiftung.de/risiko> einen kostenfreien Herzinfarkt-Risikotest an.
Infos für Patienten zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen bietet die Herzstiftung
kostenfrei unter <www.herzstiftung.de> an.

Die vollständige Pressemappe zur Vorstellung des Deutschen Herzberichts
2020 mit weiteren Pressetexten aller beteiligten Fachgesellschaften sowie
druckfähiges Grafik- und Bildmaterial erreichen Sie unter:
<www.herzstiftung.de/herzbericht>
Grafikmaterial finden Sie unter:
<www.herzstiftung.de/herzbericht-2020-grafiken>

Literatur:
(1) Der Untersuchungszeitraum reichte vom 16. März bis 5. April 2020,
siehe WidO-Report: Günster, C, Drogan D, Hentschker C, Klauber J, Malzahn
J, Schillinger G, Mostert C.  WidO-Report: Entwicklung der
Krankenhausfallzahlen während des Coronavirus-Lockdowns. Nach
ICD-10-Diagnosekapiteln und ausgewählten Behandlungsanlässen, Berlin 2020

Originalpublikation:
Deutsche Herzstiftung (Hg.), Deutscher Herzbericht 2020, Frankfurt a. M.
2021.

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OP-Barometer 2021: Was macht Corona mit Pflegekräften im OP?

Frankfurt UAS stellt Ergebnisse der bundesweiten Befragung zur
Arbeitssituation in der OP-Pflege vor

Durch die Corona-Pandemie sei der Krankenstand in der OP-Pflege deutlich
gestiegen. Dennoch gaben Führungskräfte dieses Bereichs in der Befragung,
die zwischen Februar und Mitte April 2021 durchgeführt wurde, an, dass sie
die Krise weitestgehend gut überstanden hätten und sowohl fachlich als
auch strukturell gut auf die Bewältigung der dritten Welle vorbereitet
gewesen seien. Dies sind drei zentrale Aussagen des OP-Barometers 2021.
Die bundesweite Befragung, die bereits zum achten Mal stattfand, gilt –
mit in diesem Durchgang 140 befragten OP-Abteilungen – als größte dieser
Art in Deutschland. Durchgeführt wird sie alle zwei Jahre vom Zentrum für
Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) an der Frankfurt University of
Applied Sciences (Frankfurt UAS), 2021 erstmals in Kooperation mit der
Oberender AG. Wurden in den vorherigen OP-Barometern alle OP- und
Anästhesie-Pflegekräfte im OP-Bereich befragt, so richtete sich die
Befragung aus aktuellem Anlass ausschließlich an Führungskräfte.

Rund 8 bis 10 % der relevanten Krankenhäuser, die über eine OP-Abteilung
verfügen, haben an der Befragung teilgenommen. 37 % der Befragten
fungierten als Leitungen in der OP-Pflege, 24 % in der Anästhesie-Pflege
und 39 % als Gesamtleitungen. Während über 90 % der Befragten angaben, die
erste Corona-Welle mit ihren Mitarbeitenden gut überstanden zu haben und
auch hoch motiviert waren, ist dieser Wert im Verlauf der Krise auf etwas
über 60 % gesunken. Ausschlaggebend hierfür dürfte die Angst um die eigene
Gesundheit (bei mehr als 43 %), ein von 20,5 % der Befragten
prognostizierter erhöhter Krankenstand sowie eine geschätzte
Kündigungsquote von ca. 13 % sein. „Diese Zahlen gewinnen im Vergleich zum
OP-Barometer 2019 zusätzlich an Bedeutung: Vor der Corona-Pandemie gaben
bereits mehr als 63 % einen hohen Krankenstand an und 46 % beklagten eine
große Fluktuation bei OP-Pflegekräften,“ betont Gesundheitsökonom Prof.
Thomas Busse, Professor für Pflegemanagement sowie Geschäftsführender
Direktor des ZGWR.

6,6 % der Befragten gaben an, dass sich Mitarbeitende ihrer Einrichtung
mit dem Coronavirus infiziert hatten. Ob dies direkt am Arbeitsplatz oder
in einem anderen Umfeld passiert sei, konnte durch die Befragung nicht
erhoben werden. „Erfreulich scheint, dass die Corona-Krise den
berufsgruppenspezifischen Zusammenhalt bei mehr als 55 % der befragten
Pflegekräfte gestärkt hat“, so Busse. Auch erwarten 51,6 % bessere
Arbeitsbedingungen nach der Corona-Krise, 74,5 % zudem einen finanziellen
Bonus für ihr Engagement. „Ein ‚Weiter so‘ wird und darf es nach der
Corona-Krise auch in dem so wichtigen Pflegebereich nicht geben,“ mahnt
Busse und fordert grundlegende Verbesserungen der Arbeitsbedingungen von
Pflegekräften in den OP-Bereichen ein. „Mit einmaligen Bonus-Zahlungen ist
es nicht getan,“ sind sich die Initiatoren der Studie einig.

80,3 % der Teilnehmenden gaben zudem an, dass in ihrer Einrichtung während
der ersten Corona-Welle elektive Operationen, also Eingriffe, die nicht
dringend notwendig sind, abgesagt wurden – im Vergleich hierzu habe sich
die Situation im Verlauf der Pandemie verbessert: Zum Zeitpunkt der
Befragung gaben 63,9 % der Teilnehmenden an, dass elektive Operationen
wieder wie gewohnt stattfinden können. Die befragten Führungskräfte gaben
außerdem an, dass sie sowohl fachlich (84,4 %) als auch strukturell (75,4
%) auf die Bewältigung der dritten Welle vorbereitet gewesen seien.

Bei Fragen und für Hintergrundinformationen zum OP-Barometer 2021 sowie
für Interviews und Statements rund um das Thema steht Prof. Busse gerne
zur Verfügung. Die Ergebnisse früherer OP-Barometer können unter www
.frankfurt-university.de/op-barometer abgerufen werden.

Zur Person:
Prof. Thomas Busse ist seit 2001 Professor für Pflegemanagement an der
Frankfurt UAS. Der Gesundheitsökonom leitet den Master-Studiengang Pflege-
und Gesundheitsmanagement am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der
Frankfurt UAS und ist Direktor des Zentrums für Gesundheitswirtschaft und
-recht (ZGWR) der Hochschule.

Zentrum für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR)
Das Zentrum für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) bündelt die
Kompetenzen der Frankfurt University of Applied Sciences auf den Gebieten
Gesundheitswirtschaft, Gesundheitsökonomie und Gesundheitsrecht und dient
als Plattform für die interdisziplinäre, fachbereichsübergreifende
Kooperation. Das wissenschaftliche Zentrum wurde 2009 im Zusammenwirken
der Fachbereiche Wirtschaft und Recht sowie Soziale Arbeit und Gesundheit
gegründet.

Weitere Informationen zum Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit unter:
<www.frankfurt-university.de/fb4>; mehr zum ZGWR unter <www.frankfurt-
university.de/zgwr>.

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