Soziale Isolierung, Zukunftsängste und gesundheitliche Sorgen: Belastungen, wie sie die Corona-Pandemie mit sich bringt, können psychische Erkrankungen fördern und zu einem erhöhten Alkoholkonsum führen. Dabei stehen seelische Störungen und missbräuchlicher Alkoholkonsum in einer unheilvollen Wechselwirkung. Wie sie sich gegenseitig verstärken und wo es niederschwellige Hilfsangebote gibt, berichtet die neue Ausgabe des BZgA-Newsletters „ALKOHOLSPIEGEL“.
„ALKOHOLSPIEGEL“-Newsletter der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert zu Suchtprävention in der Pandemie und dem neuen Angebot http://www.vortiv.de
Soziale Isolierung, Zukunftsängste und gesundheitliche Sorgen: Belastungen, wie sie die Corona-Pandemie mit sich bringt, können psychische Erkrankungen fördern und zu einem erhöhten Alkoholkonsum führen. Dabei stehen seelische Störungen und missbräuchlicher Alkoholkonsum in einer unheilvollen Wechselwirkung. Wie sie sich gegenseitig verstärken und wo es niederschwellige Hilfsangebote gibt, berichtet die neue Ausgabe des BZgA-Newsletters „ALKOHOLSPIEGEL“.
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, erklärt zum Zusammenhang von Pandemie und Substanzkonsum: „Natürlich wissen wir, dass die Situation für suchtkranke Menschen in Deutschland während der Pandemie sehr belastend war und teilweise noch ist. Gerade Kinder mit alkoholabhängigen Eltern waren isoliert und in dramatischen Situationen. Jetzt ist wieder intensive Hilfe möglich, denn Beratungsstellen können auch wieder ‚live‘ Hilfe leisten, Selbsthilfegruppen können wieder stattfinden, Familienhelfer wieder direkten Kontakt mit Betroffenen aufnehmen. Auch der Bund hilft mit einer weiteren Million Euro für die Alkoholprävention.“
Professor Dr. Martin Dietrich, Kommissarischer Direktor der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, ergänzt: „In der Pandemie entfällt im sozialen Miteinander ein wichtiger Schutzfaktor für die eigene Gesundheit. Für Menschen mit hohem Alkoholkonsum oder mit beginnenden Suchtproblemen sowie für ihre Angehörigen ist es dann besonders wichtig, auf möglichst unkomplizierte Weise persönliche Unterstützung in Anspruch nehmen zu können. Dazu zählen Telefonberatungsangebote wie das BZgA-Infotelefon zur Suchtvorbeugung.“
Auch digitale Formate ermöglichen eine niederschwellige Ansprache während der Corona-Pandemie. So können Schulklassen ab Jahrgangsstufe 10 unter http://www.klar-bleiben.de am BZgA-Klassenwettbewerb „Klar bleiben – Feiern ohne Alkoholrausch“ digital teilnehmen. Ein weiteres Thema der ALKOHOLSPIEGEL-Ausgabe ist die Plattform „IRIS“. Das Onlineberatungsprogramm http://www.iris-plattform.de unterstützt Frauen, den Konsum von Tabak und Alkohol in der Schwangerschaft zu beenden.
Der Newsletter informiert außerdem über die neue digitale Serviceplattform „VORTIV – VOR ORT AKTIV“. Die Plattform richtet sich an kommunale Akteurinnen und Akteure, die Projekte vor Ort umsetzen wollen. VORTIV bündelt bundesweit verfügbare Präventionsangebote, Materialien zum Bestellen oder zum Download und bietet Unterstützung und Beratung bei Maßnahmen bis hin zu Möglichkeiten zur Netzwerkarbeit. Das Angebot wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit Unterstützung des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) entwickelt und ist unter http://www.vortiv.de erreichbar.
Bestellt werden kann der neue ALKOHOLSPIEGEL-Online-Newsletter ab sofort unter http://www.vortiv.de/newsletter oder per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..
Infotelefon der BZgA zur Suchtvorbeugung: Eine telefonische Beratung zur Suchtvorbeugung bietet die BZgA anonym und persönlich unter der Rufnummer 0221 89 20 31, Montag bis Donnerstag von 10:00 bis 22:00 Uhr und Freitag bis Sonntag 10:00 bis 18:00 Uhr zu den Kosten für Gespräche in das Kölner Ortsnetz.
Die neu überarbeitete Patientenleitlinie steht nun im Internet bereit. Sie bietet Menschen mit Asthma und ihren Angehörigen ausführliche Informationen über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten und zum eigenständigen Umgang mit der Erkrankung.
Etwa jeder 20. Mensch hat Asthma. Bei dieser chronischen Erkrankung sind die Atemwege ständig entzündet. Viele Menschen mit Asthma brauchen sowohl Bedarfs-Medikamente als auch Dauer-Medikamente: Um plötzliche Beschwerden rasch zu lindern, gibt es Medikamente nach Bedarf, die die Atemwege in der Lunge sofort erweitern. Das wichtigste Dauer-Medikament ist ein inhalierbarer Kortison-ähnlicher Wirkstoff als Spray oder Pulver.
Zudem empfehlen Fachleute ergänzende Maßnahmen, um den Erfolg der Behandlung zu verbessern. Dazu gehören: auslösende Reize meiden, nicht rauchen, Selbsthilfe-Techniken bei Atemnot erlernen, an Asthma-Schulungen teilnehmen sowie ein regelmäßiges körperliches Training.
Ziel der Patientenleitlinie ist es, Menschen mit Asthma evidenzbasiert zu informieren und eine gemeinsame Entscheidungsfindung zu fördern. Grundlage dieser Patientenleitlinie ist die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Asthma. Auf Basis aktueller Studien gibt die NVL Empfehlungen zur Untersuchung und zur Behandlung der Erkrankung wieder. Jetzt ist die allgemein verständliche Version dieser Leitlinie von einem Redaktions-Team aus dem Kreis der Leitliniengruppe grundlegend überarbeitet und aktualisiert worden. Menschen mit Asthma erhalten Informationen darüber, nach welchen Kriterien und Maßgaben ihre Krankheit idealerweise behandelt werden sollte.
Zusätzlich zur ausführlichen Patientenleitlinie gibt es eine Kurzinformation. Das zweiseitige Informationsblatt "Asthma – wenn Atmen schwerfällt" stellt kompakt und allgemein verständlich wichtige Inhalte dar und ist in sechs Fremdsprachen sowie auch in Leichter Sprache verfügbar.
Der neue Deutsche Herzbericht 2020 DHS/Stefanie Schaffer/Cover: Thieme
Deutscher Herzbericht: Koronare Herzkrankheit (KHK) geht Sekunden-Herztod und Herzschwäche meist voraus. Was leistet die deutsche Herzmedizin zur Versorgung von KHK-Patienten?
Durchblutungsstörungen durch Herzkranzgefäßverengungen, die sogenannte Koronare Herzkrankheit (KHK), verursachen mit 639.230 vollstationären Fällen (2019) die meisten Krankenhausaufnahmen und sind die Hauptursachen für Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und plötzlichen Herztod. Jedes Jahr fallen dem Sekunden-Herztod in Deutschland nach Schätzungen ca. 65.000 Menschen zum Opfer. Wie der aktuelle Deutsche Herzbericht 2020 dokumentiert, starben 2019 an der KHK 119.082 Menschen oder 132,0 Verstorbene pro 100.000 Einwohner (alters- und geschlechtsstandardisierte Mortalitätsrate), davon 44.282 am Herzinfarkt. Rund 35.300 Menschen starben 2019 an Herzschwäche. In über 70 % der Fälle von Herzschwäche und plötzlichem Herztod, der unmittelbar durch bösartige Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern) ausgelöst wird, besteht eine KHK als Ursache. Umso erfreulicher ist, dass die Sterblichkeit beider Herzkrankheiten von 2017 bis 2019 spürbar gesenkt werden konnte: KHK-Sterbefälle wurden um 9,1 % von 145,1 auf 132,0 Verstorbene pro 100.000 EW und die Herzschwäche um 12 % von 42,7 auf 37,6 Verstorbene pro 100.000 EW gesenkt. „Diese sehr positiven Daten dürfen nicht den Blick dafür verstellen, dass die KHK immer noch die häufigste Todesursache ist. Die frühzeitige Diagnose und konsequente medikamentöse und interventionelle Behandlung oder seltener auch operative Behandlung von Plaques und Verengungen der Herzkranzgefäße, die unbehandelt zum Herzinfarkt führen können, sind wie die kardiovaskuläre Prävention unverzichtbar in der Bekämpfung der Sterblichkeit durch die KHK“, sagt der Herzspezialist Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, stellv. Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung zur Vorstellung des Deutschen Herzberichts 2020 und betont „Darüber hinaus sinkt durch eine verbesserte Behandlung der KHK die Sterblichkeit des plötzlichen Herztods und der Herzschwäche – dafür müssen wir sensibilisieren.“ Werde die KHK rechtzeitig erkannt und behandelt, so Voigtländer weiter, habe das positive Auswirkungen nicht nur auf die Bekämpfung von plötzlichem Herztod und Herzschwäche, sondern auch anderer Herz-Kreislauf-Komplikationen wie z. B. Rhythmusstörungen. Der aktuelle Deutsche Herzbericht 2020 ist kostenfrei als PDF anzufordern unter www.herzstiftung.de/herzbericht
Anstieg der Klinikeinweisungen bei Männern schon bei den 45- bis 50-Jährigen Zwar konnte die Gesamtzahl der Krankenhausaufnahmen (vollstationäre Hospitalisationsrate) wegen KHK von 2011 bis 2019 deutlich um 12,5 % auf 699,2 (Männer: 1.011,1/Frauen: 387,3) pro 100.000 EW gesenkt werden. Es zeigt sich aber, dass die jüngere Bevölkerungsgruppe der 45- bis unter 65-Jährigen mit 818 KHK-Fällen pro 100.000 EW überdurchschnittlich häufig stationär behandelt werden muss. Die KHK-Sterblichkeit verschiebt sich etwas in das höhere Alter und beginnt bei den Männern ab 55 Jahren und den Frauen ab 70 Jahren bedeutsam zu werden. „Der Anstieg der Krankenhausaufnahmen wegen KHK setzt bei den Männern bereits mit dem 45. bis 50. Lebensjahr ein. Unser Ziel sollte sein, noch bevor es zum therapeutischen Einsatz von Kathetereingriffen wie PCI und Stentimplantation oder der Bypass-Chirurgie kommt, KHK Patienten zu identifizieren und frühzeitig zu behandeln“, erklärt der Herzstiftungs- Vorstand. Die Diagnostik der KHK hat sich wesentlich weiterentwickelt und auch durch die neuen bildgebenden Verfahren Koronar-CT (Computertomographie) und Kardio-MRT können Veränderungen der Herzkranzgefäße (Plaques und Verengungen) und deren Auswirkung auf die Durchblutung des Herzmuskels frühzeitig erfasst werden. Durch diese Verfahren gelingt es, die Zahl der invasiven Herzkatheterdiagnostik und damit auch die Zahl der stationären Aufenthalte zu reduzieren. Durch frühzeitige Diagnostik und Therapie kann das Auftreten von akuten Koronarsyndromen (Herzinfarkt, instabile Angina Pectoris) verhindert oder zumindest in ein höheres Lebensalter „verschoben“ werden.
Regionale Sterblichkeitsunterschiede bestehen fort Wie der Deutsche Herzbericht 2020 dokumentiert, bestehen regionale Unterschiede in der Sterblichkeit und bei den Krankenhausaufnahmen von Herzkrankheiten fort, das gilt auch für die KHK und den Herzinfarkt. Am Beispiel Herzinfarkt zeigt sich: Die niedrigste vollstationäre Hospitalisationsrate für 2019 war 188 in Sachsen, gefolgt von Hamburg mit 209 und Berlin mit 217 zu verzeichnen, die höchste mit 270 im Saarland und 248 vollstationären Fälle pro 100.000 EW in Bremen. Die höchste Sterblichkeitsrate (alters- und geschlechtsstandardisiert) durch einen Herzinfarkt findet sich in den Bundesländern Berlin mit 72,3, Sachsen- Anhalt mit 67,1, Brandenburg mit 67,0, Sachsen mit 60,4 und Mecklenburg- Vorpommern mit 65,4 Verstorbenen pro 100.000 EW. „Allerdings hat sich mit Ausnahme von Berlin die Sterblichkeitsrate in diesen Bundesländern im Vergleich zum Vorjahr spürbar verbessert“, berichtet Voigtländer. Auffällig ist, dass insgesamt die östlichen Bundesländer die höchsten Sterblichkeitsraten für Herzinfarkt haben, die niedrigste Schleswig- Holstein (25,5), Nordrhein-Westfalen (36,6) und Hamburg (40,2).
Mehr Chest-Pain-Units und ambulante Versorgung? Für die günstige Beeinflussung der Sterblichkeit durch Herzinfarkt kommen mehrere Faktoren wie Abläufe im Rettungssystem, Notarztsysteme mit hoher Effizienz auch fernab der Ballungsgebiete in bevölkerungsarmen Gegenden, Verkürzung der Prähospitalzeiten durch schnelles Handeln einer für die Infarkt-Symptomatik sensibilisierten Bevölkerung in Betracht. „In ländlichen Regionen mit längeren Anfahrtszeiten der Rettungsdienste könnten die für die Versorgung von Patienten mit unklaren Brustschmerzen wichtigen Chest-Pain-Units, kurz CPUs, für eine Verbesserung der Versorgung von Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt und anderen notfallartigen Herz-Kreislauf-Ereignissen wie gefährliche Herzrhythmusstörungen und Herzklappenproblemen hilfreich sein“, so Voigtländer. Die über 320 der von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zertifizierten CPUs in Deutschland verfügen über eine 24 -Stunden-Herzkatheterbereitschaft an sieben Wochentagen, sie entstehen aber offensichtlich „in den Regionen, die ohnehin schon gut versorgt sind, leider aber nicht in den Regionen, die einer solchen Versorgung eigentlich bedürfen“, heißt es im Herzbericht. Auch beim Blick auf die Versorgungsdichte mit vertragsärztlichen Kardiologen zeigen sich regionale Unterschiede: am geringsten ist die Versorgungsdichte in Thüringen mit 36.782 EW pro Kardiologen, Mecklenburg-Vorpommern mit 30.342, Brandenburg mit 28.987 und Schleswig-Holstein mit 26.640. „Ob dies ein Indikator für Lücken in der ambulanten kardiologischen Versorgung ist und deshalb mit einer höheren Morbidität und Sterblichkeit korreliert, ist eine spekulative Annahme und bedürfte fundierter Analysen.“
Auch in der Corona-Pandemie zum Kardiologen in die Klinik oder Praxis Der Deutsche Herzbericht zeigt, wie wichtig die Inanspruchnahme der medizinischen Versorgung in Diagnostik, Therapie und Nachsorge im ambulanten und klinischen Sektor ist, und dies gilt ganz besonders auch während der Corona-Pandemie. Eine notfallmedizinische Versorgung durch Notarzt und Klinik erfordern der Herzinfarkt, bösartige Herzrhythmusstörungen, Schlaganfall, Durchblutungsstörungen des Herzens höherer Dringlichkeit wie Hauptstammstenosen und die instabile Angina pectoris als Vorstufen des Herzinfarkts sowie die entgleiste (dekompensierte) Herzschwäche, die hochgradige Aortenklappenstenose und der Bluthochdrucknotfall. „Diese sind keine aufschiebbaren Krankheitsfälle, sondern unterliegen auch in der Pandemie weiterhin selbstverständlich der Notfallversorgung“, so Prof. Voigtländer, der Kardiologe und Intensivmediziner am Cardioangiologischen Centrum Bethanien (CCB) Frankfurt am Main ist. Während des ersten Lockdowns sank allein die Zahl der stationär versorgten akuten Herzinfarkte um 31 %, das Spektrum auf Durchblutungsstörungen des Herzens (Ischämien) höherer Dringlichkeit wie Hauptstammstenosen, instabile Angina pectoris, dekompensierte Herzschwäche, kardiogener Schock und Herzinfarkt erweitert, kam man sogar auf 42 % weniger stationäre Behandlungen (1).
Senkung der KHK-Mortalität: Neben Apparatemedizin auch dank Prävention Experten sind sich einig, dass für den kontinuierlichen Rückgang der Sterblichkeitsrate der KHK neben Fortschritten in Diagnostik und Therapie auch die Prävention von kardiovaskulären Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes und Übergewicht verantwortlich ist. Aus diesem Grunde müsse deshalb auch „viel mehr in die kardiovaskuläre Vorsorge investiert werden“, wie der Herzstiftungs- Vorstand Voigtländer betont. „Neben Alter und Genetik verursachen die genannten Risikofaktoren die KHK, sind aber mit Lebensstiländerungen zusätzlich zur Therapie gut beeinflussbar.“
Wieso kann es bei KHK zum plötzlichen Herztod und Herzschwäche kommen?
Herzschwäche: Unmittelbar nach Symptombeginn eines Herzinfarkts zählt jede Minute. Denn aufgrund des vollständigen Verschlusses eines Herzkranzgefäßes durch einen Thrombus wird das betroffene Herzmuskelareal von der Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr abgeschnitten und stirbt unwiederbringlich ab: „Time is Muscle“. Je mehr Zeit bis zur Alarmierung des Rettungsdienstes (112) und zur medizinischen Infarkt-Versorgung im Krankenhaus verstreicht, wo der Kardiologe das verschlossene Herzkrankgefäß durch einen Herzkatheter wiedereröffnet und somit die Durchblutung des Herzmuskels wiederherstellt, nimmt der Herzmuskel mehr Schaden: eine Herzmuskelschwäche droht.
Plötzlicher Herztod: Unmittelbar eingeleitet wird der plötzliche Herztod vor allem durch das plötzliche Auftreten der bösartigsten Herzrhythmusstörung, dem Kammerflimmern. Welche Rolle spielt die KHK bei der Entstehung dieses Kammerflimmerns? Bei der KHK kommt es infolge einer langjährigen Herzkranzgefäßerkrankung zu Verengungen oder zum vollständigen Verschluss der Herzkranzgefäße (Herzinfarkt). Wie Benzinleitungen versorgen sie den „Lebensmotor“ Herz mit sauerstoffreichem Blut. Sind die Herzkrankarterien verengt, bekommt der Herzmuskel nicht mehr ausreichend sauerstoffreiches Blut. Diese Minderversorgung wiederum stört das Reizleitungssystem des Herzens, das die elektrische Erregungsausbreitung und -rückbildung für das Zusammenziehen und Erschlaffen des Herzmuskels und damit seine Pumpfunktion steuert. Es kann dadurch zu unkontrolliert kreisenden Erregungen in den Herzkammern bei Frequenzen mit über 350 Schlägen pro Minute kommen (Kammerflimmern). Das Herz pumpt nicht mehr: Herzstillstand.
Der Deutsche Herzbericht wird von der Deutschen Herzstiftung zusammen mit den ärztlichen Fachgesellschaften, den Deutschen Gesellschaften für Kardiologie (DGK), für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) sowie für Kinderkardiologie und Angeborene Herzfehler (DGPK) alljährlich herausgegeben.
Der Deutsche Herzbericht 2020 ist kostenfrei zum Download (PDF) erhältlich unter: www.herzstiftung.de/herzbericht Herzinfarkt-Risikotest: Die Herzstiftung bietet unter <www.herzstiftung.de/risiko> einen kostenfreien Herzinfarkt-Risikotest an. Infos für Patienten zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen bietet die Herzstiftung kostenfrei unter <www.herzstiftung.de> an.
Die vollständige Pressemappe zur Vorstellung des Deutschen Herzberichts 2020 mit weiteren Pressetexten aller beteiligten Fachgesellschaften sowie druckfähiges Grafik- und Bildmaterial erreichen Sie unter: <www.herzstiftung.de/herzbericht> Grafikmaterial finden Sie unter: <www.herzstiftung.de/herzbericht-2020-grafiken>
Literatur: (1) Der Untersuchungszeitraum reichte vom 16. März bis 5. April 2020, siehe WidO-Report: Günster, C, Drogan D, Hentschker C, Klauber J, Malzahn J, Schillinger G, Mostert C. WidO-Report: Entwicklung der Krankenhausfallzahlen während des Coronavirus-Lockdowns. Nach ICD-10-Diagnosekapiteln und ausgewählten Behandlungsanlässen, Berlin 2020
Originalpublikation: Deutsche Herzstiftung (Hg.), Deutscher Herzbericht 2020, Frankfurt a. M. 2021.
Frankfurt UAS stellt Ergebnisse der bundesweiten Befragung zur Arbeitssituation in der OP-Pflege vor
Durch die Corona-Pandemie sei der Krankenstand in der OP-Pflege deutlich gestiegen. Dennoch gaben Führungskräfte dieses Bereichs in der Befragung, die zwischen Februar und Mitte April 2021 durchgeführt wurde, an, dass sie die Krise weitestgehend gut überstanden hätten und sowohl fachlich als auch strukturell gut auf die Bewältigung der dritten Welle vorbereitet gewesen seien. Dies sind drei zentrale Aussagen des OP-Barometers 2021. Die bundesweite Befragung, die bereits zum achten Mal stattfand, gilt – mit in diesem Durchgang 140 befragten OP-Abteilungen – als größte dieser Art in Deutschland. Durchgeführt wird sie alle zwei Jahre vom Zentrum für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), 2021 erstmals in Kooperation mit der Oberender AG. Wurden in den vorherigen OP-Barometern alle OP- und Anästhesie-Pflegekräfte im OP-Bereich befragt, so richtete sich die Befragung aus aktuellem Anlass ausschließlich an Führungskräfte.
Rund 8 bis 10 % der relevanten Krankenhäuser, die über eine OP-Abteilung verfügen, haben an der Befragung teilgenommen. 37 % der Befragten fungierten als Leitungen in der OP-Pflege, 24 % in der Anästhesie-Pflege und 39 % als Gesamtleitungen. Während über 90 % der Befragten angaben, die erste Corona-Welle mit ihren Mitarbeitenden gut überstanden zu haben und auch hoch motiviert waren, ist dieser Wert im Verlauf der Krise auf etwas über 60 % gesunken. Ausschlaggebend hierfür dürfte die Angst um die eigene Gesundheit (bei mehr als 43 %), ein von 20,5 % der Befragten prognostizierter erhöhter Krankenstand sowie eine geschätzte Kündigungsquote von ca. 13 % sein. „Diese Zahlen gewinnen im Vergleich zum OP-Barometer 2019 zusätzlich an Bedeutung: Vor der Corona-Pandemie gaben bereits mehr als 63 % einen hohen Krankenstand an und 46 % beklagten eine große Fluktuation bei OP-Pflegekräften,“ betont Gesundheitsökonom Prof. Thomas Busse, Professor für Pflegemanagement sowie Geschäftsführender Direktor des ZGWR.
6,6 % der Befragten gaben an, dass sich Mitarbeitende ihrer Einrichtung mit dem Coronavirus infiziert hatten. Ob dies direkt am Arbeitsplatz oder in einem anderen Umfeld passiert sei, konnte durch die Befragung nicht erhoben werden. „Erfreulich scheint, dass die Corona-Krise den berufsgruppenspezifischen Zusammenhalt bei mehr als 55 % der befragten Pflegekräfte gestärkt hat“, so Busse. Auch erwarten 51,6 % bessere Arbeitsbedingungen nach der Corona-Krise, 74,5 % zudem einen finanziellen Bonus für ihr Engagement. „Ein ‚Weiter so‘ wird und darf es nach der Corona-Krise auch in dem so wichtigen Pflegebereich nicht geben,“ mahnt Busse und fordert grundlegende Verbesserungen der Arbeitsbedingungen von Pflegekräften in den OP-Bereichen ein. „Mit einmaligen Bonus-Zahlungen ist es nicht getan,“ sind sich die Initiatoren der Studie einig.
80,3 % der Teilnehmenden gaben zudem an, dass in ihrer Einrichtung während der ersten Corona-Welle elektive Operationen, also Eingriffe, die nicht dringend notwendig sind, abgesagt wurden – im Vergleich hierzu habe sich die Situation im Verlauf der Pandemie verbessert: Zum Zeitpunkt der Befragung gaben 63,9 % der Teilnehmenden an, dass elektive Operationen wieder wie gewohnt stattfinden können. Die befragten Führungskräfte gaben außerdem an, dass sie sowohl fachlich (84,4 %) als auch strukturell (75,4 %) auf die Bewältigung der dritten Welle vorbereitet gewesen seien.
Bei Fragen und für Hintergrundinformationen zum OP-Barometer 2021 sowie für Interviews und Statements rund um das Thema steht Prof. Busse gerne zur Verfügung. Die Ergebnisse früherer OP-Barometer können unter www .frankfurt-university.de/op-barometer abgerufen werden.
Zur Person: Prof. Thomas Busse ist seit 2001 Professor für Pflegemanagement an der Frankfurt UAS. Der Gesundheitsökonom leitet den Master-Studiengang Pflege- und Gesundheitsmanagement am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Frankfurt UAS und ist Direktor des Zentrums für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) der Hochschule.
Zentrum für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) Das Zentrum für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) bündelt die Kompetenzen der Frankfurt University of Applied Sciences auf den Gebieten Gesundheitswirtschaft, Gesundheitsökonomie und Gesundheitsrecht und dient als Plattform für die interdisziplinäre, fachbereichsübergreifende Kooperation. Das wissenschaftliche Zentrum wurde 2009 im Zusammenwirken der Fachbereiche Wirtschaft und Recht sowie Soziale Arbeit und Gesundheit gegründet.