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Private Pflegeleistung stärker würdigen

Der BDH Bundesverband Rehabilitation e.V. mahnt stärkere finanzielle Unterstützung für pflegende Angehörige an. Sie stünden während der Corona-Krise unter wachsendem finanziellen wie psychischen Druck, so Verbandsvorsitzende Ilse Müller:

 

„Grundsätzlich hat sich an der Feststellung bis heute nicht viel geändert, dass Familien vor allen Dingen in der Pflege als gesellschaftlicher Reparaturbetrieb fest in die politische Kalkulation eingeplant sind. Corona verschärft den Pflegekräftemangel durch einen Anstieg der Pflegezahlen und zahlreiche krankheitsbedingte Ausfälle immens. Viele Betroffene sind aufgrund des Ausfalls von Unterstützungsleistungen gezwungen, ihre Erwerbszeit während der Corona-Krise zu reduzieren, um die Pflege ihrer Angehörigen zu organisieren. Grundsätzlich werben wir für ein Umdenken und eine stärkere Würdigung dieser gesellschaftlich unverzichtbaren Anstrengung. Menschen, die während der Krise ihre Arbeitszeit zur Pflege ihrer Angehörigen reduzieren, entlasten unser Gesundheitssystem und verdienen unsere Unterstützung. Das bedeutet selbstverständlich auch, dass wir als Gesellschaft einen wesentlich größeren Finanzrahmen zur materiellen Entlastung dieser Familien bereitzustellen haben. Ein Kurzarbeitergeld für Arbeitnehmer, die unbezahlten Urlaub zur Pflege nehmen, muss ebenso schnell auf den Weg gebracht werden wie ein entsprechendes Pendant für Selbstständige, die einen Verdienstausfall kompensieren müssen.“

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Neue S2k-Leitlinie zur stationären Behandlung von COVID-19-Patienten veröffentlicht

Seit heute ist eine neue S2k-Leitlinie öffentlich, die Empfehlungen zur
stationären Therapie von Patienten mit COVID-19 umfasst. Sie erweitert die
bereits seit März 2020 vorliegende intensivmedizinische S1-Leitlinie um
den gesamtstationären Bereich und gibt damit Krankenhausärzten erstmals
eine ganzheitliche und fächerübergreifende Handlungsanweisung an die Hand.
Federführend waren drei Fachgesellschaften an der Erstellung beteiligt –
die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und
Notfallmedizin (DGIIN), die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für
Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und die Deutsche Gesellschaft für
Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP).

Elf weitere Fachgesellschaften haben an der Erstellung der Leitlinie
mitgewirkt.

Die zunehmende Anzahl an SARS-CoV-2 Infektionen führt auch zu einem
schnellen und relevanten Anstieg der stationären Patienten mit COVID-19.
Ein strukturiertes, sicheres und ressourcenschonendes Management dieser
Patienten im Krankenhaus ist daher unerlässlich. „Mit der neuen S2k-
Leitlinie ist es uns erstmals gelungen, alle Therapieempfehlungen für die
stationäre Behandlung von COVID-19-Patienten zusammenzufassen“, erläutert
Professor Dr. med. Stefan Kluge, Koordinator der Leitlinie. „Somit können
wir die Therapie endlich ganzheitlich und fächerübergreifend betrachten,
da alle beteiligten Fachgruppen in die Erstellung einbezogen waren“, so
Kluge, der auch Direktor der Klinik für Intensivmedizin am
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ist. Die Leitlinie umfasst
Empfehlungen über den gesamten Verlauf der stationären Behandlung – von
der Aufnahme und Diagnostik über die Therapie bis hin zum weiteren
Krankheitsverlauf. Zusätzlich wurden viele andere Aspekte wie
Besonderheiten bei pädiatrischen Patienten, ethische und
palliativmedizinische Aspekte berücksichtigt.

Die Leitlinie definiert, wann eine stationäre und wann eine
intensivmedizinische Betreuung erforderlich ist. „Bei Patienten mit
ausgeprägter Atemnot, erhöhter Atemfrequenz und Abfall der
Sauerstoffsättigung ist eine Verlegung auf die Intensivstation angezeigt.
Die Leitlinie gibt dem Klinikpersonal bereits für diese Phase Empfehlungen
an die Hand“, sagt Professor Dr. med. Christian Karagiannidis, Präsident
der DGIIN und geschäftsführender Oberarzt sowie Leiter des ECMO-Zentrums
an der Lungenklinik Köln-Merheim.

Im Verlauf der COVID-19-Erkrankung kann es zu einer hypoxämischen
respiratorischen Insuffizienz, also Problemen beim Gasaustausch in der
Lunge, kommen. „Das Hauptziel der unterstützenden Therapie besteht darin,
eine ausreichende Sauerstoffversorgung zu sichern, wofür uns verschiedene
Methoden, wie Sauerstofftherapie oder eine Masken-Beatmung unterstützend
zur Verfügung stehen“, erläutert Professor Dr. med. Michael Pfeifer,
Präsident der DGP. Die Leitlinie hält fest, wann welche Form der
Atemunterstützung, wann eine Intubation und mechanische Beatmung zum
Einsatz kommen. „Die invasive Beatmung und wiederholte Bauchlagerung sind
dabei wichtige Elemente in der Behandlung schwerst erkrankter
COVID-19-Patienten“, so Pfeifer, Universität Regensburg, Chefarzt an der
Klinik Donaustauf und Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg.

„Entscheidend bei der stationären Behandlung von COVID-19-Patienten ist
auch, dass strenge Hygieneregeln eingehalten werden, auch und besonders,
um das Personal zu schützen“, so Professor Dr. med. Uwe Janssens,
Präsident der DIVI und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und
Internistische Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler. So
empfiehlt die Leitlinie die strikte Einhaltung der Basishygiene,
einschließlich der Händehygiene, sowie das korrekte Tragen von adäquater
persönlicher Schutzausrüstung; dies sei im Umgang mit den Patienten
unabdingbar. „Dies ist unverzichtbar, um unsere Mitarbeitenden und
Patienten gleichermaßen zu schützen“, betont Janssens.

Ein wichtiges Kapitel befasst sich mit der medikamentösen Therapie. „Zu
Beginn der Pandemie wurden weltweit verschiedenste Substanzen ohne klare
Datenlage eingesetzt“, so PD Dr. Christoph Spinner, Vertreter der
Deutschen Gesellschaft für Infektiologie. „Wir stellen den aktuellen
Stellenwert der eingesetzten Medikamente in der Leitlinie ausführlich dar,
eine Sterblichkeitsreduktion konnte bisher nur für Dexamethason bei schwer
kranken Patienten nachgewiesen werden.“

Hier finden Sie die Leitlinie:
https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/113-001.html

Folgende Fachgesellschaften waren an der Erstellung der Leitlinie
beteiligt:

Federführend:

1 Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und
Notfallmedizin (DGIIN), Berlin
2 Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin
(DIVI), Berlin
3 Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), Berlin

Unter Mitwirkung von:

4 Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI),
Nürnberg
5 Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI), München
6 Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM), Münster
7 Gesellschaft für Thrombose und Hämostaseforschung (GTH), Köln
8 Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Berlin
9 Deutscher Rat für Wiederbelebung (German Resuscitation Council; GRC),
Ulm
10 ARDS Netzwerk Deutschland, Berlin
11 Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN)
12 Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
13 Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN)
14 Patientenvertretung (individueller Betroffener)

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Symposium zu Fieber bei Kindern und Jugendlichen räumt mit veralteten Informationen und Halbwissen auf

Mit der FeverApp können Eltern Fieber besser managen und so Notaufnahmen
und Kinderarztpraxen entlasten.

An der Universität Witten/Herdecke (UW/H) wurde die erste Registerstudie
zu Fieber bei Kindern durchgeführt. Die Ergebnisse aus dem 20-monatigen
Projekt stellten der Initiator Prof. Dr. med. David Martin und sein Team
beim FeverApp-Symposium online vor. Die Vorträge wurden via Livestream an
die über 350 im Netz angemeldeten Teilnehmenden übermittelt. In
Zusammenarbeit mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ)
soll das Projekt die Entwicklung einer ersten Leitlinie unter Federführung
der deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) als
wissenschaftliche Fachgesellschaft zum Fiebermanagement unterstützen.

Nach den Grußworten des Dekans der Fakultät für Gesundheit, Prof. Stefan
Wirth, sowie des Präsidenten des BVKJ, Dr. Thomas Fischbach, wurden der
aktuelle Stand der Forschung und erste Ergebnisse aus der FeverApp-
Registerstudie präsentiert. Prof. Martin und Projektleiterin Dr. med.
Silke Schwarz stellten den Aufbau der FeverApp und ihre vielfältigen
Dokumentationsfunktionen vor, welche angelehnt an das aktuelle Geschehen
auch das Eintragen von Corona-Testergebnissen und COVID-19-Symptomen
ermöglichen. Mithilfe der App sollen Eltern die aktuelle gesundheitliche
Lage des Kindes einschätzen lernen und erst mit Fiebersenkern oder
Antibiotika eingreifen, wenn es notwendig und sinnvoll ist. Prof. Dr.
Ekkehart Jenetzky, Leiter der Statistikabteilung des Registers, konnte
bestätigen, dass Eltern die App zuverlässig und ernsthaft nutzen. „Mit der
FeverApp konnten nachweislich Eltern auch ohne Fiebersenker ihre Kinder
beim Gesundwerden erfolgreich unterstützen. Prof. Dr. Martin fügt hinzu:
„Wir wollen das Denken der Eltern nicht ausschalten, sondern aktivieren.
Es geht nicht um die Fokussierung auf das Mobiltelefon, sondern um dessen
Nutzung, um die Beobachtung des eigenen Kindes zu schulen und damit die
Eltern-Kind-Beziehung im Krankheitsfall positiv zu beeinflussen.“

Fachgerechte Fieberinformationen können Praxen entlasten und bei der
Leitlinienentwicklung unterstützen

Der Kinderarzt Ingo Fingerhut, in dessen Bochumer Praxis die FeverApp
umfangreich getestet wurde, warb für den Mut, die gewonnen Erkenntnisse
auch im Praxisalltag umzusetzen: „Prof. Martin hat mit der FeverApp ein
Produkt entwickelt, um das ressourcenschonende und effiziente Handeln im
Praxisalltag umsetzen zu können und gleichzeitig den Eltern mehr
Sicherheit im Umgang mit ihren fiebernden Kindern zu geben. Wir können so
bereits am Telefon unnötige Praxisbesuche vermeiden und terminlichen Raum
schaffen, wo er dringend gebraucht wird.“ Fingerhut sieht in seiner Praxis
eine Korrelation zwischen der aktiven Nutzung der App und dem Rückgang von
unnötigen Praxisvorstellungen der fiebernden Kinder ohne negative
Auswirkungen auf deren Genesung.

Laut Prof. Dr. Tim Niehues, Vorstandsmitglied und Leitlinienbeauftragter
der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und
Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Helios Klinikum
Krefeld, fehle im deutschsprachigen Raum eine evidenzbasierte Analyse der
zahlreichen Studien zum Fiebermanagement und eine daraus entwickelte
Leitlinie. Die Erkenntnisse aus der Studie können daher für eine
zukünftige Leitlinienentwicklung genutzt werden: „Direkt aus dem Alltag
der betroffenen Gruppen gewonnene Parameter und Daten erlauben eine
Praxis-Evaluation der zukünftigen Leitlinie. In der Leitlinie sollen
verständliche und für Eltern und Versorger umsetzbare
Handlungsempfehlungen entstehen, die das Umsetzen der Erkenntnisse in das
ärztliche Verordnungsverhalten möglich machen und damit die Versorgung
fiebernder Kinder weiter verbessern.“

Informationen für interessierte Praxen

Wenn Sie Arzt oder Ärztin sind und mit Ihrer Praxis an der Studie
teilnehmen möchten, können Sie sich hier anmelden:
https://www.feverapp.de/feverapp/aerzte- anmeldung. Die Teilnahme ist sehr
einfach über einen Code möglich, der an die Patientinnen und Patienten
weitergegeben wird. Derzeit ist aufgrund der laufenden Forschungen die
FeverApp ausschließlich mit dem Zugangscode nutzbar, der über ausgewählte
Kinderarztpraxen oder direkt vom Projektteam bezogen werden kann.

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Neue Therapien für Patienten mit Pankreaskrebs

Christian Redo (r.) trifft Prof. Jürgen Weitz, Direktor der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie (l.) im Uniklinikum. Er hat Pankreaskrebs-Patienten im Sommer operiert.  UK Dresden / Marc Eisele
Christian Redo (r.) trifft Prof. Jürgen Weitz, Direktor der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie (l.) im Uniklinikum. Er hat Pankreaskrebs-Patienten im Sommer operiert. UK Dresden / Marc Eisele

Nach wie vor gilt der Pankreaskrebs als eine der aggressivsten
Tumorerkrankungen mit einer unterdurchschnittlichen Überlebenszeit. Doch
moderne Therapiestrategien und strikt interdisziplinär ausgerichtete
Versorgungszenten sorgen dafür, dass sich die Prognosen für Patienten mit
einem Tumor der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) langsam aber stetig
verbessern. Am Donnerstag (19. November) machen Mediziner und Patienten
anlässlich des Weltpankreaskrebstags auf die Krankheit und mögliche
Therapien aufmerksam. Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
setzt dafür am Lingnerschloss ein farbenfrohes Zeichen.

Um Patienten Solidarität zu zeigen und Hoffnung zu geben, erstrahlt das
Gebäude von 16 bis 22 Uhr in kräftigem lila.

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist selten, gehört aber zu den am häufigsten zum
Tode führenden Krebserkrankungen. Um die 20.000 Menschen erkranken pro
Jahr in Deutschland an Pankreaskrebs. Tendenz steigend: Denn
Fettleibigkeit, Rauchen und häufiger Alkoholgenuss sind entscheidende
Risikofaktoren und nach wie vor in der Gesellschaft sehr präsent. Das
Karzinom an der Bauchspeicheldrüse wird oft erst spät erkannt. Denn
geeignete Screeningmethoden in der Vorsorge gibt es nicht. Und die ersten
Beschwerden wie Übelkeit oder Rückenschmerzen werden oft nicht sofort als
Anzeichen des aggressiven Krebses erkannt. Der Tumor bleibt deshalb oft
lange unerkannt, bis er sich nicht mehr oder nur schwer operieren lässt.

Für die Therapie stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Oft werden
Operation und Chemotherapie kombiniert eingesetzt, um die beste Prognose
zu erzielen. So bei Christian Redo: Im Frühsommer wurde bei dem
65-Jährigen aus Pirna Pankreaskrebs diagnostiziert. Ein Schock für den
sonst aktiven Mann. Bei ihm entschieden sich die Mediziner für eine
Entfernung eines Teils des Organs (Kopfresektion). „Die chirurgische
Resektion beim Pankreaskrebs bietet die einzige Chance auf Heilung“, sagt
Prof. Thilo Welsch, stellvertretender Direktor der Klinik für Viszeral-,
Thorax- und Gefäßchirurgie am Uniklinikum Dresden. Nach aktuellen
internationalen randomisierten Studien bietet der Eingriff, bei dem der
Bauchspeicheldrüsenkopf inklusive des Tumors sowie angrenzende Lymphknoten
entfernt werden, gefolgt von einer modernen Chemotherapie, die besten
Überlebenschancen. „Studienergebnisse belegen, dass durch die
Kombinationsbehandlung eine Fünf-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit 40
Prozent erzielt werden kann“, sagt er. Ist der Patient auch fünf Jahre
nach der Therapie tumorfrei, sprechen Onkologen von einem geheilten
Patienten. Diese Ergebnisse rechtfertigen einen Optimismus durchaus, wenn
wir über Pankreaskrebsbehandlung sprechen“, sagt Prof. Welsch. Zurzeit
sind im Körper von Christian Redo keine Tumorzellen nachweisbar.

„Gerade daher ist es wichtig, dass alle Pankreaskrebspatienten, bei denen
eine OP aus medizinischer Sicht möglich ist, auch operiert werden“, betont
Prof. Jürgen Weitz, Direktor der Klinik für Viszeral-, Thorax- und
Gefäßchirurgie. Eine Entscheidung darüber sollte in einem spezialisierten
Zentrum erfolgen, in dem auch die Therapie stattfindet. Die Entscheidung
für oder gegen eine der möglichen Therapieformen hängt maßgeblich von der
Kompetenz des behandelnden Ärzteteams ab. Das Universitätsklinikum Dresden
hat für nahezu alle Krebsarten interdisziplinäre Zentren aufgebaut, die
unter dem Dach des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Dresden
(NCT/UCC) arbeiten. Dazu gehört auch das Viszeralonkologische Zentrum. Für
das Gelingen solcher Therapieverläufe arbeiten am Uniklinikum Chirurgen
der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie mit weiteren
Krebsexperten zusammen. Im Tumorboard diskutieren sie gemeinsam die Fälle
und entscheiden sich für die individuell am besten geeignete Therapie.
„Wir verfügen über einen großen Erfahrungsschatz in der besonders
schonenden, minimalinvasiven Chirurgie aber auch in Situationen, wenn
Blutgefäße vom Tumorgewebe befallen sind. Zusätzlich haben die Kollegen
der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie eine hervorragende
Expertise, sodass wir viele der vor allem älteren Patienten sicher
operieren können“, so der Klinikdirektor weiter.

Trotz gebündelter Expertise und Erfolgen bei der Therapie von
Pankreaskrebs bedarf es weiterer finanzieller und ideeller Unterstützung.
Nur so kann das ganze Potenzial moderner Krebsmedizin und -forschung auch
für die Pankreaskrebs-Patienten genutzt werden. Die Klinik für Viszeral-,
Thorax- und Gefäßchirurgie des Uniklinikums setzt deshalb ein farbenfrohes
Zeichen. Erneut lässt die Klinik ein prominentes Gebäude in Dresden in
lila Farbe erstrahlen: Nach der Semperoper, dem Operativen Zentrum des
Uniklinikums und dem Kulturpalast können die Dresdner am 19. November von
16 bis 22 Uhr das Lingnerschloss im lila Gewand bewundern. Anlass ist der
an diesem Tag vom TEB e.V. (Tumore und Erkrankungen der
Bauchspeicheldrüse) initiierte Welt-Pankreaskrebstag. „Den Kampf gegen
Pankreaskrebs führen nicht allein die Patienten mit ihren Angehörigen, sie
kämpfen gemeinsam mit uns Ärzten, Pflegenden und Wissenschaftlern. Daher
ist es wichtig, dass die Krankheit in der Öffentlichkeit nicht länger
tabuisiert wird, sondern wir offensiv für die Patienten und ihre Familien
einstehen und für eine Behandlung in spezialisierten Zentren ebenso werben
wie für eine intensivierte Forschung zur besseren Früherkennung“, sagt
Prof. Jürgen Weitz. Der Chirurg hat deshalb mit seinem Team die
Illumination des Lingnerschlosses zum Welt-Pankreaskrebstag am Donnerstag
organisiert. Patienten wie Christian Redo machen auch den Medizinern
Hoffnung. Nachdem Prof. Weitz ihn Ende Juli operierte, haben sich die zwei
jetzt zur Verlaufskontrolle wiedergetroffen.

„Die Behandlung von Patienten mit der Diagnose Pankreaskrebs und die
Erfolge, die wir bei der Therapie erzielen, zeigen, wie wichtig es ist,
Patienten in hochdifferenzierten, interdisziplinär organisierten Zentren
zu behandeln“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des
Uniklinikums. „Für den Erfolg von komplexen Pankreasoperationen ist die
Erfahrung und Ausstattung des gesamten involvierten Teams entscheidend.
Wenn Chirurgen, Anästhesisten, Radiologen und die Pflege optimal geschult
und auf einander abgestimmt sind, lässt sich der Anteil an schweren
Komplikationen niedrig halten.“ Insgesamt werden im Dresdner
Universitätsklinikum jährlich knapp über 150 Eingriffe an der
Bauchspeicheldrüse vorgenommen. Der daraus erwachsene Erfahrungsschatz und
die enge Zusammenarbeit zu Forschern und Fachkollegen innerhalb wie
außerhalb des Uniklinikums bilden die Grundlage für die exzellenten
Behandlungsergebnisse.

TEB e.V. (Tumore und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse)
Der Welt-Pankreaskrebstag wird in Deutschland durch den TEB e.V. (Tumore
und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse) initiiert: Der Verein unterstützt
Menschen mit Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und deren Nachbarorganen,
besonders aber Menschen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs. „Wir haben es uns
zur Aufgabe gemacht, durch intensiven persönlichen Kontakt Erfahrungen
auszutauschen, zu informieren und spezifisch zu beraten“, so die 1.
Vorsitzende Katharina Stang, die selbst betroffen ist. „Dazu gehört aber
auch, auf die Erkrankungen wie Pankreaskrebs aufmerksam zu machen. Wir
freuen uns sehr darüber, dass die Viszeralchirurgen des Dresdner
Universitätsklinikums den Welt-Pankreaskrebstag unterstützen und somit in
besonderer Weise auf das Leid der Betroffenen aufmerksam machen.“

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