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Freilichtspiel Tribschen Luzern, Ein Sommernachtstraum von ​ Ueli und Adi Blum (Buch frei nach Shakespeare) ​Première vom 4. Juni 2024, besucht von Léonard Wüst

Szenenfoto von Emanuel Wallimann

Szenenfoto von Emanuel Wallimann

Szenenfoto von Emanuel Wallimann

Produktionsleitung Silvan Setz, Die Waldstätter AG
Abendproduktion Raphaela Leuthold
Produktionsassistenz Marianne Zwahlen
Gesamtleitung Die Waldstätter AG, Christoph Risi
Grafik, Kommunikation & Administration Die Waldstätter AG, E. Wallimann, Stefanie Bissig
Regie & künstlerische Leitung Ueli Blum
Bühne & technische Leitung Dave Leuthold
Kostüme & Masken Brigitte Fries
Komposition & musikalische Leitung Anna Murphy
Musik Anna Murphy, Cégiu, Helen Maier Michel Gsell (6. Juli)
Choreografie Mariana Coviello
Lichtdesign Auviso, Adrian Schnee
Regieassistenz Dunja Keiser
Maske Elena Sigrist, Fabian Fuchs & Fuchs Hairteam
Requisiten Andrea Vonarburg
Spiel Ensemble 2024 der Freilichtspiele Luzern

Grundsätzliches zum Stück und zu den Freilichtspielen:

Seit 2005 finden auf Tribschen bei Luzern, wo 1866 bis 1872 Richard Wagner wohnte, die Luzerner Freilichtspiele jedes zweite Jahr statt.

Szenenfoto von Emanuel Wallimann
Szenenfoto von Emanuel Wallimann

Handwerkertheater, das für unvergessliche Verwirrung sorgt. In Shakespeares bekanntester Komödie verschmelzen Traum und Wirklichkeit: Während am Tag die Vernunft das Zepter führt, finden nachts die unterdrückten Gefühle und Triebe ihren Ausdruck. Inmitten zweier Tribünen, in zirzensischer Atmosphäre, erleben Sie vor der malerischen Villa Schröder eine Aufführung voller Magie und Musik. Es wird geliebt, gehasst, verfolgt, gekämpft, verzaubert und entzaubert. Ein humorvolles Spiel, das lustvoll verborgene Sehnsüchte, Liebe und Eifersucht präsentiert.

Szenenfoto von Emanuel Wallimann
Szenenfoto von Emanuel Wallimann

Die Freilichtspiele Luzern schliessen mit dieser Produktion ihre Shakespeare-Trilogie (2019 / 2022 / 2024) ab. Seit 2005 entstanden neun namhafte Produktionen auf Tribschen sowie einmalig auf dem ewl Areal Luzern. Durch die stetige Zusammenarbeit mit Zentralschweizer Kulturschaffenden sowie national bekannten Autor:innen und Regisseur:innen sind die Freilichtspiele Luzern in der Zentralschweiz kulturell stark verankert und geniessen darüber hinaus grosse Beachtung. Bühne frei also für Shakespeare auf Tribschen im Jahr 2024 – in einer neuartigen Mundartfassung, noch bis am 13. Juli.

Grundsätzliches zu Shakespeares Werk

Hintergrund und Grundlage der Geschichte ist der Aberglaube um die Sommersonnenwende, bei der Geister den Menschen besonders nah sind

Szenenfoto von Emanuel Wallimann
Szenenfoto von Emanuel Wallimann

Die «Midsummer Night» bezeichnet im Englischen die Sommersonnenwende. Diese wird auch als Johannisnacht vom 23. auf den 24. Juni gefeiert. Man feiert sie typischerweise mit Tänzen und dem Johannisfeuer. Das Feuer soll der Sonne neue Kraft geben. Der Glauben besagt ebenfalls, dass junge Leute in dieser Nacht ihre zukünftigen Ehepartner*in finden. Wenn ein Paar gemeinsam über das Feuer springt, gilt es als für immer vereint.

Shakespeares «Midsummer nights dream» zu vertonen, ist schon mehrmals erfolgreich gelungen wie es zum Beispiel die Werke von Benjamin Britten oder Felix Mendelssohn zeigen, respektive, wie man hört.

Aber Shakespeares Text zu verulken? Geht das, und wenn ja, wie?

Also gabs da das grosse Fragezeichen zum neuen Freilichtspiel beim Wagner Museum auf Tribschen

Um es mit des Meisters Worten zu fragen:

Does it work or not work, that’s the question.

Szenenfoto von Emanuel Wallimann
Szenenfoto von Emanuel Wallimann

Im Original treffen vier Welten aufeinander, deren Grenzen Shakespeare während des Stückes immer weiter verschwinden lässt. Theseus und Hippolyta verkörpern die Welt der Mythen, die jungen Liebespaare die Welt der Moderne, die Feenwelt das Unreale und die Arbeiter um Nick Bottom die ländliche Welt, in der sich alles um  Liebe, Magie und viele Verwechslungen dreht. Im Mittelpunkt stehen zwei Liebespaare aus Athen, die durch einen Zauber plötzlich den Partner des anderen lieben, was natürlich, absehbar, zu Irrungen, Wirrungen, Irrtümern, Eifersüchteleien, Aggressivität, aber auch teils absurder Situationskomik führt.

Die Regisseure Ueli und Adi Blum adaptieren den grundsätzlichen Stoff weitgehend, wenn sie sich auch in dessen Interpretation große, dank fräfem Wortwitz, treffenden Kostümen und teils überzeichneten Charakteren, meist gelungene Freiheiten herausnehmen.

Flüssiger Spielablauf ohne Hänger oder künstlich wirkenden Dialogauffüllern

Szenenfoto von Emanuel Wallimann
Szenenfoto von Emanuel Wallimann

Die Ausführenden sehr gut vorbereitet und bombensicher in der Ausführung, ob Text, Mimik oder Gestik, rutschen aber schon mal in einer, an und für sich schon komischen Szene, ihrer überbordenden Spielfreude geschuldet, auch ins fast kitschig ulkige ab, etwas, woran sich das gutgelaunte Publikum an diesem perfekten Premieren Traum Sommerabend beim Sommernachtstraum, keineswegs störte, sonders mittels Szenenapplaus des Öfteren in ihrem Spiel gar anspornte.

Traumwetter für den Sommernachtstraum

Während bei der Premiere vor zwei Jahren alle Zuschauenden mit einem Regencape ausgerüstet wurden und so tapfer dem strömenden Regen trotzten, herrschten dieses mal optimale Wetterbedingen, entgegen den vorhergegangenen Tagen.

Absehbares versöhnliches Komödienende

Szenenfoto von Emanuel Wallimann
Szenenfoto von Emanuel Wallimann

Schlussendlich endet der „Sommernachtstraum“, wie eigentlich alle Komödien, Operetten usw., versöhnlich: Titania und Oberon beenden ihren Streit um den „indischen Knaben“, Theseus heiratet Hippolyta, Demetrius die Helena und Lysander seine Hermia. Damit hätte jeder Topf seinen Deckel gefunden und die Erwartungen des Publikums sich restlos erfüllt

Gefeiert wird das mit viel Musik von Helen Maier – E-Geige, Anna Murphy – E-Drehleier und Cégiu – E-Cello zu  dem Bergamasker Tanz für dessen Ausführung sich alle Ausführenden auf dem Spielgelände versammelten  und den begeisterten Schlussapplaus geniessen durften.

Fazit

Sehr gut inszeniertes und gespieltes Freiluftspektakel mit einigen äusserst gut in Mundart adaptierten Dialogen.

Die Antwort auf

Does it work or not work, that’s the question lautet: sometimes but not all the times.

Persönliches Resumée

Musikerinnen
Musikerinnen

Solch hochkarätige Klassiker umzudeuten wird wohl immer ein Ding der Unmöglichkeit bleiben Entweder man setzt traditionell um, oder schreibt alle Dialoge neu, was dann natürlich kein Shakespeare mehr wäre sondern halt eine zeitgenössische Komödie einer noch lebenden Autorin. Ob das sich aber so gut «verkaufen» liesse wie eben etwas, was unter dem Label «Shakespeare» läuft, ist fraglich, aber sicher nicht unmöglich, hätte man doch mit dieser grandiosen Spielstätte am Tribschen zumindest hinsichtlich Location schon mal einen grossen Trumpf in der Hand und es gibt eigentlich auch genügend erfolgreiche Schweizer Autor*innen, die fähig, und eventuell auch willens wären, so ein Projekt anzugehen. Dass es dafür auch genügend adäquate Spielleiter*innen für Laientheater gibt, haben nicht nur die Blums, Annette Windlin Livio Andreina, Louis Näf und andere schon genügend unter Beweis gestellt.

Und grad mal ketzerisch: Auch «unser», von allen so geschätzter Emil, meine Überzeugung, würde so ein Projekt, Mithilfe seiner Gattin Niccel, die ja als Anbieterin von Lachseminaren  auch nicht mit grad ein Kind von Traurigkeit ist, sicher interessieren und trotz fortgeschrittenem Alter, auch angehen und, auch hier meine Einschätzung, auch noch zu einem äusserst fairen Preis, aber fragen müsste man halt schon mal. Kostet und schadet ja sicher auch nichts. Oder gar das Traumtrio. Emil Steinberger, Franz Hohler und Pedro Lenz. Möglicher Arbeitstitel: Tribschenschwur statt Rütlischwur  (der Bund der drei Eidgenossen gegen Shakespeare und Wagner)

Fotos: www.freilichtspiele-luzern.ch, Emanuel Wallimann

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Szenenfoto von Emanuel Wallimann

Szenenfoto von Emanuel Wallimann

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Es gibt kein hartes Brot, nur kein Brot zu haben ist hart, weiss Herbert Huber

Grosse, vielfältige Auswahl an Brot Foto Aex Raths

Frau mit frisch gebackenem Sauerteigbrot in der Küche

Wir haben eine üppige Brotkultur in unseren Beizen. Brote und Brötli in frechsten Variationen. Oft isst man so viel davon, dass der Magen gefüllt ist, wie der einer Stopfente.

Gut für den Koch, da kann er beim Fleischgang etwas dünnere Tranchen schneiden!

Stilleben mit Brot und Weizen
Stilleben mit Brot und Weizen

Wenn die Brotscheiben schon morgens um neun für den Mittagstisch geschnitten werden, ist das Brot logischerweise schon etwas trocken. Kommt zwar nur noch selten vor. Gut vielleicht für den Wirt war das, denn da musste laufend flüssiger Nachschub geliefert werden. Nun kann man das Brot auch im Olivenöl tünkeln, bis es trieft, auf dass es dann sanft die Speiseröhre hinuntergleitet. Doch nicht jedes Brot ist für das Olivenölbad geeignet. Sauerteigbrot und «Emmentalerzüpfe» zum Beispiel. Oder Roggen- und Dinkelbrot. Da gehört schon «ächte Schwiizer Anke» drauf.

Beizen am See

Möwe beim Brotpicken
Möwe beim Brotpicken

Die Gastgeber mit einer Terrasse am See tun mir manchmal leid. Auf das Essen wartend, werden Schwänchen, Täubchen und Taucherli mit Brotbitzli gefüttert. Der Service kommt ganz schön ins Schwitzen mit Nachschub liefern. Wenn dann ein Vogel den ersten «Brotverdauungsklecks» auf den Tschoopen des Touristen am Nebentisch platziert – dann darf schadenfreudig gekichert werden …Nicht gelacht wird aber, wenn auf der Rechnung «Supplement» für Schwanenfutter figuriert. Obwohl ich für diese Reaktion des Gastgebers volles Verständnis hätte.

Es Witzli

Wenn beim Morgenkafi der Service auf die Frage, ob der Gipfel von gestern sei, antwortet: «Wenn Sie einen Gipfel von heute wollen, dann müssen Sie halt morgen kommen!» Dann möchte ich lieber ein Schwan sein!

Brot und Kindheit

Diverses Brot Gebäck im Körbli
Diverses Brot Gebäck im Körbli

Zum Brot habe ich seit meiner Kindheit eine spezielle Beziehung. Mit Geschichten, welche sich rund ums Brot im St. Galler Rheintal bei meiner Grossmutter Elisa Hasler ranken. Nach dem zwingend gemeinsamen und täglichen Kirchenbesuch in den Ferien – das war 1946 – ging es direkt in die Bäckerei. Fürs ruhige Dasitzen und andächtige Knien gab es zur Belohnung ein «Müüsli» aus Weggliteig. Mit zwei Augen aus Rosinen, welche mich rührselig anschauten. Mit einem «Vergelt’s Gott» bedankte sich die Bäckersfrau für den Einkauf von Müüsli und einem Laib Schwarzbrot für etwa 90 Rappen! Brot war damals etwas Heiliges, wie ich dann am Tisch erfuhr. Bevor die Mahlzeit serviert wurde, bekreuzigte Grossvater Josef mit dem Messerrücken die Rückseite des Brotlaibes. Dann wurde gebetet, erst dann gegessen. So sollte man die Achtung vor dem Brot dankbar weiter pflegen. Auch als Wertschätzung gegenüber den Bäckern, die täglich in der Backstube stehen, während wir noch tief schlafen.

Brot und Jugendzeit

Bei uns nennt man sie Mutschli
Bei uns nennt man sie Mutschli

Zu Hause im Luzern der Fünfzigerjahre gab es dann wieder genügend Brot. Lange war ja auch dieses während des Krieges bei uns rationiert und nur mit den vom Bund pro Familie zugeteilten «Rationierungsmärkli» zu kaufen. Manch ein Bäcker kam dabei in die Versuchung, „schwarz» zu backen, doch solche Vergehen seien ziemlich hart bestraft worden, ließ ich mir erzählen. Während der Primarschule und nachdem Rumtollen mit meinen „Gspänli“ gab‘s zu Hause den heiß begehrten Ankebock oder das Zuckerbrot – ein Stück Brot mit Butter bestrichen und obendrauf Zucker. Oder, was ich besonders liebte: Das Brot mit dem «Pelz» der frisch gekochten und zum erkalten abgestellten Milch bedeckt mit Zucker drauf. Das versteht heute wohl niemand mehr. Nach und nach gab es auch bei uns an den Sonntagen Weißbrot – das gehörte irgendwie zum guten Ton der «oberen» Gesellschaftsschicht. Wobei mir, aus welchen Gründen auch immer, ein Schwarzbrot besser mundete. Ja, und dann noch die

Brotgeschichte aus dem Militärdienst.

Ein guter Zopf darf auch nicht fehlen
Ein guter Zopf darf auch nicht fehlen

Als Küchenchef hatte ich strikte darauf zu achten, dass die Mannschaft nie frisch gebackenes Brot erhielt. Sonst wurde zu viel davon gegessen, hieß es. Brot musste mindestens drei Tage «gelagert» und für eine allfällige Inspektion durch den QM auch so gekennzeichnet sein. Beinahe verpasste man mir einmal scharfen Arrest, weil ich mich nicht an die Vorschrift gehalten hatte

Brot und Resten

Vollkornbrot ist auch im Angebot
Vollkornbrot ist auch im Angebot

Aus Brotresten kann man sowohl zu Hause wie auch in der Beiz Hervorragendes zubereiten. Hier ein paar Tipps:

Mit älterem Brot (Weiß- und Schwarzbrot) eine Brotsuppe herstellen.

Zwiebeln andünsten, Brot kurz mitrösten, auffüllen mit etwas Fleisch oder Gemüsebouillon. Kurz köcheln lassen. Mit dem Schwingbesen verrühren. Oder mit dem Stabmixer fein pürieren. Am Schluss ganz nach Belieben etwas fein geschnittenen Schnittlauch dazugeben. Oder mit etwas Rahm noch verfeinern.

Käseschnitten: Ruch Brot mit etwas Weißwein beträufeln – in eine feuerfeste Platte geben. Mit Schmelzkäse- Scheiben belegen oder mit einer Käse- Ei-Masse bestreichen und im Ofen backen. Man kann auch Schinken und Tomaten aufs Brot legen und mit dem Schmelzkäse belegen und backen.

Aus übrig gebliebenem Weißbrot (Weggli, Parisette, Zopf) kann man ein hervorragendes Paniermehl selber herstellen. Im Ofen trocknen und durch eine «Reibmaschine» drehen.

Fotzelschnitte
Fotzelschnitte

Fotzelschnitten: Brotscheiben im aufgeschlagenen Ei drehen und goldgelb in der Pfanne in Butter ausbacken. Mit etwas Zimt und Zucker bestreuen.

Apfelrösti: Altbackenes Brot fein schneiden (in Scheiben) in Butter anrösten und mit Boskop-Äpfeln vermischen und mit Apfelmus servieren

Vogelheu: Wie Apfelrösti, nur am Schluss noch etwas aufgeschlagene Eier mit Rahm vermischt darunter geben und kurz weiterbraten. Passt ausgezeichnet mit etwas Salat.

Text   www.herberthuber.ch

Fotos  iStock &  www.pixelio.de

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Stilleben mit Brot und Weizen

Arbeiter in einer großen Bäckerei – industrielle Produktion von Backwaren am Fließband

Diverse Brotsorten und anderes Gebäck

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Festival Strings Lucerne, Maria João Pires spielt Beethoven, KKL Luzern, 2. Juni 2024, besucht von Léonard Wüst

Festival Strings Luzern Foto Fabrice Umiglia

Konzertfoto von Grzegorz Wlodarczyk

Solistin am Klavier Maria João Pires Foto Felix Broede

Daniel Dodds Foto Fabrice Umiglia

Besetzung und Prgramm:
Festival Strings Lucerne
Maria João Pires – Klavier
Daniel Dodds – Leitung und Violine
Ludwig van Beethoven
Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37
Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68 «Pastorale»

Ludwig van Beethoven Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37

C-Moll war, wie hinlänglich bekannt, Beethovens Lieblingstonart

Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 in c-Moll, op. 37, ist ein Werk voller dramatischer Kontraste und emotionaler Tiefe. In einer beeindruckenden Darbietung durch die renommierte Pianistin Maria João Pires und die Festival Strings Lucerne unter der Leitung von Daniel Dodds wurde dieses Meisterwerk zum Leben erweckt und bot ein unvergessliches Hörerlebnis.

Ein kraftvoller Beginn

Konzertfoto von Grzegorz Wlodarczyk
Konzertfoto von Grzegorz Wlodarczyk

Der erste Satz, «Allegro con brio», schwungvoll interpretiert. Eine überwältigend meisterhafte wie eloquente Darbietung. mit einer kraftvollen Orchestereröffnung, die sofort die vollste Aufmerksamkeit des Publikums genoss. Maria João Pires trat mit einer bewundernswerten Autorität und Klarheit in den Dialog mit dem Orchester ein. Ihre präzise Technik und ihr nuanciertes Spiel verliehen dem Satz eine faszinierende Dramatik und Intensität. Die Zusammenarbeit zwischen der Solistin und dem Ensemble unter der Leitung von Dodds war harmonisch und ausgewogen.

Poetische Lyrik im zweiten Satz

Konzertfoto von Grzegorz Wlodarczyk
Konzertfoto von Grzegorz Wlodarczyk

Im zweiten Satz, «Largo», zeigte Pires ihre Fähigkeit, tiefes emotionales Verständnis und poetische Lyrik zu vermitteln, verspielt klangen die Töne. Die Solistin wirkte, als wäre sie verliebt in die Tasten, berührte sie fast zärtlich, spielte die Arpeggios virtuos. Ihr Spiel war zart und introspektiv, wodurch sie die lyrischen Qualitäten des Satzes meisterhaft zum Ausdruck brachte. Die Festival Strings Lucerne begleiteten sie mit einer sensiblen und einfühlsamen Unterstützung, die den meditativen Charakter dieses Satzes verstärkte. Dodds’ Dirigat, wie für ihn üblich fast immer sitzend, sorgte für eine perfekte Balance zwischen Klavier und Orchester, die eine berührende Atmosphäre schuf.

Virtuose Brillanz im Finale

Der dritte Satz, «Rondo. Allegro», bot eine spannende und virtuose Darbietung. Pires’ technische Brillanz und ihr energisches Spiel fesselten das Publikum von Anfang an. Die lebhaften Themen und die dynamischen Wechsel zwischen Orchester und Solistin wurden mit einer beeindruckenden Präzision und Lebendigkeit präsentiert. Die Festival Strings Lucerne unter Dodds’ Leitung begleiteten die Pianistin mit sprühender Energie und präziser Synchronisation, was dem Finale eine atemberaubende Intensität verlieh.

Fazit

Maria João Pires und die Festival Strings Lucerne unter der Leitung von Daniel Dodds boten eine herausragende Interpretation von Beethovens Werk. Pires’ tiefes musikalisches Verständnis und ihre technische Meisterschaft, kombiniert mit der fein abgestimmten Begleitung des Orchesters, machten den ersten Teil des Konzertabends zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die Balance zwischen der dramatischen Intensität und der poetischen Lyrik des Werks wurde meisterhaft eingefangen, wodurch die emotionale Tiefe und Komplexität von Beethovens Komposition voll zur Geltung kamen. Dodds’ präzise und einfühlsame, trotzdem sehr temperamentvolle Dirigierkunst, zwar sitzend und teilweise fast auf den Stuhl hüpfend, trug wesentlich dazu bei, dass die Aufführung als Ganzes ein harmonisches und kraftvolles Erlebnis war. Diese Darbietung bestätigte einmal mehr das herausragende Können der beteiligten Künstler*innen und die zeitlose Kraft von Beethovens Musik. Das Auditorium feierte die Solistin und das Orchester mit einem stürmischen, langanhaltenden Applaus und liess nicht nach, bis die portugiesische Meisterin, die im Juli ihren 80sten Geburtstag feiern kann, als Zugabe das Largo aus Johann Sebastian Bachs Klavierkonzert in f-Moll gewährte, das die Streicher mit Zupfen der Saiten begleiteten.

2. Konzertteil Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68 «Pastorale»

Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 6, bekannt als «Pastorale», ist ein Meisterwerk, das die Schönheit und Ruhe der Natur musikalisch einfängt. In einer beeindruckenden Aufführung, unterstrichen durch „mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei“, klingt die Pastorale hier ausgewogener und ausdrucksstärker denn je. Durch die Festival Strings Lucerne unter der Leitung von Daniel Dodds zeigt sich die Kraft dieser zeitlosen Komposition in ihrer vollen Pracht.

Erste Eindrücke

Konzertfoto von Grzegorz Wlodarczyk
Konzertfoto von Grzegorz Wlodarczyk

Die Eröffnung der Sinfonie, «Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande», wurde von den Strings mit einer Leichtigkeit und Frische dargeboten, die sofort die Zuhörer in eine idyllische Landschaft versetzte. Dodds führte das Ensemble äusserst subtil, wodurch die feinen Nuancen der Partitur hervorgehoben wurden.

Ausdrucksstarke Klangfarben

Im zweiten Satz, «Szene am Bach», zeigte sich die Stärke des Ensembles in der Erzeugung einer fließenden, fast hypnotischen Klanglandschaft. Die Streicher brillierten mit ihrer Fähigkeit, die sanften, wellenartigen Bewegungen des Wassers zu imitieren. Daniel Dodds’ präzise klare Führung ermöglichte es den Musiker*innen, die komplexen harmonischen Strukturen klar und durchsichtig darzustellen.

Lebendige Dynamik

Konzertfoto von Grzegorz Wlodarczyk
Konzertfoto von Grzegorz Wlodarczyk

Der dritte und vierte Satz, «Lustiges Zusammensein der Landleute» und «Gewitter, Sturm», forderten das Ensemble sowohl technisch als auch emotional heraus. Die lebhaften Tänze und das dramatische Gewitter wurden mit einer solchen Energie und Präzision gespielt, dass man förmlich die Spannungen und Freuden des ländlichen Lebens spüren konnte. Besonders hervorzuheben ist hier das dynamische Spiel der Streicher, das die Dramatik und Intensität der Sturmsequenz packend einfing.

Friedliche Auflösung

Der abschließende Satz, «Hirtengesang. Frohe und dankbare Gefühle nach dem Sturm», wurde von den Festival Strings Lucerne mit einer zutiefst berührenden Wärme und Sanftheit interpretiert. Daniel Dodds leitete das Ensemble durch eine sanfte, fast spirituelle Wiederherstellung der Ruhe, die den vorherigen Sturm ablöste. Die Klarheit und Reinheit des Klangs, insbesondere in den lyrischen Passagen, vermittelten ein Gefühl des Friedens und der Zufriedenheit.

Fazit

Konzertfoto von Grzegorz Wlodarczyk
Konzertfoto von Grzegorz Wlodarczyk

Die Aufführung der Sinfonie Nr. 6 «Pastorale» durch die Festival Strings Lucerne unter der Leitung von Daniel Dodds war ein wahrhaft unvergessliches Erlebnis. Die Kombination aus technischer Perfektion, tiefem musikalischem Verständnis und der Fähigkeit, die emotionale Tiefe der Musik zu vermitteln, machte diese Interpretation zu einem herausragenden Ereignis. Die instrumentale Umsetzung dieser Naturhommage durch das Ensemble ist ein Beweis für ihre außergewöhnliche musikalische Qualität und für Dodds’ einfühlsame und präzise Leitung und fängt die Charakteristika der Sätze von sanfter Heiterkeit bis hin zum stürmisch-energischen Tonfall ein, der Orchesterklang bleibt dabei stets transparent und ausgeglichen. Ein äusserst moderner und lebendiger Beethoven, den uns die Ausführenden präsentierten.

Das begeisterte Auditorium sparte nicht mit langanhaltendem, stürmischem Applaus für das gesamte Orchester ebenso wie Extraakklamationen für die einzelnen Register und natürlich auch für die souveräne Leitung von Daniel Dodds

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos:  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. und Fabrice Umiglia www.fsl.swiss

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Die portugiesische Weltklassepianistin sitzt konzentriert am Flügel Foto Grzegorz Wlodarczyk

Konzertfoto von Grzegorz Wlodarczyk

Festival Strings Luzern Foto Fabrice Umiglia

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Festival Strings Luzern Foto Fabrice Umiglia

 

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Wie man die perfekte Work-Life-Balance erreicht

Work-Life-Balance Symbolbild unsplash
Work-Life-Balance Symbolbild unsplash

Ob im häuslichen Alltag oder auf der Arbeit - in der heutigen schnelllebigen Zeit fehlt es oftmals an Momenten der Ruhe. Stattdessen sorgt der daraus resultierende Stress bisweilen sogar für gesundheitliche Beeinträchtigungen. Umso wichtiger ist es, die richtige Balance zwischen beruflichen Verpflichtungen sowie dem persönlichen Wohlbefinden zu finden und darauf zu achten, die stets zu wahren.


Den beruflichen Alltag organisieren und vereinfachen


Die Trennung zwischen privaten und beruflichen Bereichen ist ein Aspekt, um den Weg zu einer gesunden und anhaltenden Work-Life-Balance zu finden. Nur auf diese Weise lässt sich sicherstellen, dass klare Grenzen gesetzt werden und ausreichend Zeit für individuelle Interessen, Beziehungen und Erholung bleibt. Ziel dieser strikten Trennung ist es, einerseits den Stress zu reduzieren, die eigene Produktivität zu steigern und das allgemeine Wohlbefinden erheblich zu verbessern. Um dies zu ermöglichen, müssen unterschiedliche Aspekte zunächst analysiert werden.


Für weniger Stress am Arbeitsplatz sorgt zunächst ein effizientes Vorgehen. Dabei kommt es insbesondere darauf an, wichtige und weniger wichtige Aufgaben als solche zu definieren und ihnen Prioritäten zuzuweisen. Nicht selten entsteht der Stress nämlich durch eine unorganisierte Arbeitsweise, in deren Folge einem alles über den Kopf zu wachsen scheint. Wer die Aufgaben aufteilen möchte, der sollte sich aus diesem Grund zunächst fragen, welche Aufgaben dringend zu erledigen sind und welche erst am nächsten Tag oder gar bis zum Ende der Woche Zeit haben.


Besonders schwierige Aufgaben gehen oftmals mit einem unangenehmen und regelrecht erdrückenden Gefühl einher. In einer solchen Situation sollten diese Aufgaben allerdings keinesfalls auf die lange Bank geschoben werden. Denn bleiben sie im Hinterkopf, erzeugen sie unweigerlich Stress. Wer sich dieser Aufgaben jedoch zuerst annimmt, eliminiert diesen Stressfaktor so früh wie möglich und kann sich mit klarem Kopf und ohne Stress den anschließenden, weniger schweren Aufgaben widmen.


Zu guter Letzt sei darauf verwiesen, dass es nicht immer von Vorteil ist, seinen Kolleginnen und Kollegen stets zur Seite zu stehen. Zum eigenen Wohl sollten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Lage sein, in entscheidenden Momenten auch einmal "nein" zu sagen und nicht jede an sie herangetragene Aufgabe zu übernehme. Wichtig ist, dass die Ablehnung dennoch auf freundlicher Basis kommuniziert wird.


Arbeit und Beruf trennen - aber wie?


Grundlegend ist es ratsam, Arbeit und Berufliches stets und strikt zu trennen. Gänzlich anders verhält es sich bei Personen, die seitens ihrer Arbeitsstelle die Möglichkeit haben, in den eigenen vier Wänden zu arbeiten. Wer sich sein Home Office nach den eigenen Vorstellungen gestaltet, schlägt damit gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Doch wie genau sollte das ideale Home Office aussehen, um mit seiner Hilfe Arbeit und Alltag möglichst angenehm und produktiv zu gestalten?


Wer das Glück hat, Zuhause arbeiten zu dürfen, profitiert in erster Linie davon, dass der Arbeitsplatz gänzlich nach den eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen gestaltet werden kann. Ein erster wesentlicher Aspekt der Gestaltung ist die Ergonomie. Ein ergonomischer Arbeitsplatz ist entscheidend, um körperliche Beschwerden und Ermüdung zu minimieren und somit produktiv und effizient die Arbeit erledigen zu können. Neben eines bequemen und unterstützenden Stuhls sollte der Schreibtisch eine geeignete Höhe aufweisen. Auch die Bildschirmposition ist essenziell, um Belastungen für die Augen und die Nackenmuskulatur zu reduzieren. Dabei empfiehlt es sich, den Arbeitsbereich nach Möglichkeit in einem eigenen Raum unterzubringen.


Obwohl die Arbeit im Home Office erledigt werden kann, entsteht auf diese Weise ein eigener Bereich für die Arbeit, der nach Erledigung aller Aufgaben verlassen wird. Ähnlich sollte übrigens jede Arbeitnehmerin oder jeder Arbeitnehmer nach der Arbeit am Arbeitsplatz vorgehen. Sobald sich die Tür hinter einem schließt, sollten die Gedanken auf die Freizeit gelegt werden. Dies erleichtert es ungemein, die Gedanken nach getaner Arbeit abzuwenden und sich den Annehmlichkeiten des Lebens zu widmen. Wem dies schwerfällt, der kann sich ein zusätzliches Hobby aneignen, dem er nach der Arbeit nachgeht, um den Kopf freizubekommen. Bereits ein kleiner Garten hinter dem Haus kann dabei helfen, ausreichend Abstand von der Arbeit zu gewinnen und sich gleichzeitig an dem dort Geschaffenen zu erfreuen.


Grundsätzlich sollten Aktivitäten neben der Arbeit so gewählt sein, dass sie einen entspannenden Einfluss auf das Wohlbefinden haben. Ob ein gutes Buch, ein kleiner Spaziergang und Entspannungsmaßnahmen wie eine Massage oder ein Bad - es gibt zahlreiche Optionen, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, und dennoch den gewünschten Effekt erzielen.


Jobwechsel als letzte Alternative


Mitunter kann es vorkommen, dass selbst zahlreiche Versuche und Tipps nicht zum gewünschten Ergebnis einer ausgewogenen Work-Life-Balance führen. In etwaigen Situation sollte dennoch niemand den Kopf in den Sand stecken, sondern vielmehr mögliche Optionen überdenken. Wird der Stress am Arbeitsplatz trotz Achtsamkeit zu groß, kann es bereits helfen, die Arbeitszeit zu reduzieren. Nicht immer erfordert dies einen Jobwechsel. Zunächst ist es ratsam, die Situation mit vorgesetzten Personen zu besprechen und nach Lösungen zu suchen. In vielen Fällen hat sich gezeigt, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmerinnen durchaus bereit sind, die wöchentliche Stundenzahl - zumindest für einen gewissen Zeitraum - zu reduzieren.


Sofern keine Alternativen bleiben, muss auch ein Jobwechsel zum Wohle der Gesundheit in Betracht gezogen werden. Zwar gibt es vermutlich keinen Beruf, in dem Stress gänzlich ausgeschlossen werden kann, doch gibt es einige Optionen, die mit deutlich weniger Stress einhergehen. Keinesfalls sollte eine solche Entscheidung unüberlegt und überstürzt getroffen werden. Sofern der Stress dauerhaft zu groß wird, ist es ratsam, genau zu überlegen, in welcher Branche man sich künftig sieht und anschließend den Markt nach freien Positionen zu durchforsten.


Eine Alternative hierzu stellt das Home Office dar. Wie bereits angeführt, bietet dies bereits grundsätzliche Annehmlichkeiten. Allerdings ist dies nicht immer mit dem Beruf vereinbar. Bevor jedoch ein Jobwechsel in Betracht gezogen wird und es der Job theoretisch hergibt, sollte auch hier zunächst ein Gespräch mit Vorgesetzten erfolgen. Mitunter besteht die Möglichkeit, dass das Home Office zumindest zeitweise oder zu festgelegten Zeiten genutzt werden darf. Allein die zeitlichen Ersparnisse bezüglich des Arbeitsweges können dazu beitragen, den Stress durch den beruflichen Alltag signifikant zu reduzieren und wieder mit mehr Elan und gleichzeitiger, ausreichender Freizeit agieren zu können.


Eine gesunde Work-Life-Balance erreichen


Der Weg zu einer ausgewogenen und gesunden Work-Life-Balance ist nicht immer einfach und von mehreren Faktoren abhängig. Zunächst einmal ist es wichtig, sich mit den Stressfaktoren auseinanderzusetzen und zu evaluieren, woher diese kommen und ob es Möglichkeiten gibt, um diese zu reduzieren. Im Zweifel ist es immer ratsam, Probleme und potenzielle Lösungen gemeinsam mit dem Arbeitgeber oder der Arbeitgeberin zu besprechen.

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