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Luzerner Theater Tanz, Uraufführung Goldberg-Variationen, besucht von Gabriela Bucher – Liechti

Goldberg-Variationen

TanzLuzern_Goldberg-Variationen_Luzerner Theater_Foto Ingo Hoehn

Produktion und Besetzung:
Choreografie  – Alba Castillo
Musikalische Leitung – Jesse Wong
Bühne – Valentin Köhler
Kostüme – Sarah Hofer
Licht – Lukas Marian
Dramaturgie –  Wanda Puvogel
TanzLuzern
Luzerner Sinfonieorchester

Die «Goldberg-Variationen» als Ballett am Luzerner Theater

Am Samstag, 14. Januar fand die Premiere der «Goldberg-Variationen» mit dem Ensemble Tanz Luzern am Theater Luzern statt.

Das Tanzensemble direkt und von oben nach oben projiziert Foto Ingo Hoehn
Das Tanzensemble direkt und von oben nach oben projiziert Foto Ingo Hoehn

Goldberg-Variationen getanzt, Variationen über Variationen also, dies im wahrsten und gespiegelten Sinn des Wortes. Variationen im Bühnenbild einerseits, ein Teil des Bühnenbildes stammte aus der Produktion «Das Bildnis des Dorian Gray», ganz im Sinne der Nachhaltigkeit. Eine Herausforderung für Choreografin und Tänzer*innen, aber auch eine Chance sei es gewesen, meinte Bühnenbildner Valentin Köhler. Denn das Bühnenbild wurde nicht wie üblich erst im Laufe der Proben entwickelt, es war von Beginn an vorhanden und konnte mit einbezogen werden. Hätte er übrigens ein neues Bühnenbild erschaffen für diese Produktion, hätte es wohl ganz anders ausgesehen, erklärt Köhler.

Variationen auf der ganzen Linie

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Variationen aber auch in den Kostümen (Sarah Hofer), die teilweise aus früheren Produktionen übernommen wurden. Auch dies eine Herausforderung, sind doch die Anforderungen an ein Kostüm für Tänzer*innen speziell. Fliessend und erdfarben im ersten Teil, sind sie schwarz und teilweise recht voluminös anfangs des zweiten Teils. Im dritten Teil finden sich wieder leichte Shirts und Hosen in hellen Tönen, aus nachhaltigem Stoff, eingefärbt mit einer umweltschonenden Technik. Auch hier setzt man auf Nachhaltigkeit. Und nicht zuletzt Variationen in der Choreografie, gewisse Bewegungen wiederholen sich im Stück, mal tanzt sich eine Figur von einer Variation in die nächste, mal steht das ganze Ensemble auf der Bühne, mal begeistert ein Tänzer mit Breakdance ähnlichen Bewegungen, überzeugt ein Trio, verzaubert ein poetischer Pas-de-Deux.

Hanna Hughes_TanzLuzern_Goldberg-Variationen_Luzerner Theater_Foto Ingo Hoehn
Hanna Hughes_TanzLuzern_Goldberg-Variationen_Luzerner Theater_Foto Ingo Hoehn

Eine interessante Ausgangssituation in jeder Hinsicht. Der Abend beginnt mit einem Bild, das an ein barockes Gemälde erinnert: Ein riesiger Reifrock aus Tüll mitten auf der Bühne im gleissenden Gegenlicht, eine Tänzerin schält sich heraus. Die ersten paar Minuten dann auch gleich die Bestätigung, dass hier etwas ganz Neues entstanden ist. Denn irgendwo im Kopf sitzen immer noch Bilder aus «Exploration of Energy», diese rasend schnellen Figurfolgen, die in der letzten Produktion so begeisterten. Die langsamen, fliessenden, fast bedächtigen Bewegungen haben nichts mehr zu tun damit, hier wird ja aber auch Bach gespielt, mit Bach gespielt, und dies sehr virtuos.

Spiegelbilder

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TanzLuzern_Goldberg-Variationen_Luzerner Theater_Foto Ingo Hoehn2

Das Bühnenbild mit den verschiebbaren Spiegelwänden, der runden Spiegelscheibe, welche ab und an von der Decke schwebt, verspricht interessante An- und Einsichten, die aber für Zuschauer auf den äussersten Sitzen nicht immer gleich gut wirken. Grossartig aber die Szene, wo Hände, Unterschenkel, Arme wie abgeschnitten wirken und sich gleichzeitig verdoppeln. Etliches bleibt aber auf der Strecke, lenkt teilweise fast etwas ab. Wenn sich für einen Sekundenbruchteil eine verzerrte Figur ins Blickfeld schiebt, ist man fast etwas irritiert, fragt sich, ob dies gewollt so kurz ist oder eben dem Sitzplatz geschuldet. Trotzdem, es entstehen starke Bilder, unabhängig von den Spiegeleffekten, vor allem auch in den Nachtszenen nach der Pause, wenn die drei riesigen Figuren, die über die Bühne schreiten, die Tänzer*innen plötzlich ganz klein und unbedeutend erscheinen lassen. Oder wenn sich die Gestalten mit den riesigen Masken unter die Tänzer*innen mischen. Mit ihren grossen, dunklen, traurigen Augen scheinen sie leicht verängstigt und trostsuchend, haben aber durchaus auch etwas Witziges und Berührendes an sich.

Begeisterung pur

TanzLuzern_Goldberg-Variationen_Luzerner Theater_Foto Ingo Hoehn
TanzLuzern_Goldberg-Variationen_Luzerner Theater_Foto Ingo Hoehn

Der Spiegeleffekt hat aber fraglos seinen Reiz und der Abend ist ein voller Erfolg. Die stärksten Momente erlebt man im zweiten Teil, diese wunderbaren Pas-de-Deux, poetisch, verspielt, sinnlich, wie sich die Tänzer*innen in- und miteinander bewegen, wie die Flöten-, Oboen- und Fagottklänge vom Orchestergraben Richtung Bühne schweben und dort in den Körpern der Tänzer*innen ihre Spiegelung finden, das ist grosses Kino. Ein Lob an dieser Stelle den Musikern des LSO unter Jesse Wong, die diese Variationen nuanciert und unterstützend begleiten und untermalen. Und selbstverständlich ein riesiges Lob dem Ensemble TanzLuzern. Die Leichtigkeit, die Perfektion in den teilweise sehr langsam ausgeführten und teilweise auch akrobatischen Figuren, die Elastizität in den Breakdance ähnlichen Einlagen, das begeistert einmal mehr total. Und einmal mehr gabs einen tosenden Schlussapplaus. Es ist immer wieder schön zu erleben, wie das Ensemble von seinen Fans gefeiert und getragen wird!

Text: www.gabrielabucher.ch

Fotos: Fotos von Ingo Hoehn und Martin Volken  www.luzernertheater.ch

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Hanna Hughes_TanzLuzern_Goldberg-Variationen_Luzerner Theater_Foto Ingo Hoehn

TanzLuzern_Goldberg-Variationen_Luzerner Theater_Foto Ingo Hoehn

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Stadttheater Sursee, Die Herzogin von Chicago, Premiere 6. Januar 2024, besucht von Léonard Wüst

Herzogin von Chicago

Die Herzogin von Chicago Szenenfoto von Roberto Conciatori

Die Herzogin von Chicago Szenenfoto von Roberto Conciatori

Produktion und Besetzung:
Katrin Gurtner Künstlerische Leitung Eigenproduktionen
Giuseppe Spina Regisseur
Harald Siegel Musikalische Leitung
Peter Meyer Chorleitung
Solisten, Chor, Kinderchor & Ballett  über folgende Links:
https://www.stadttheater-sursee.ch/dynasite.cfm?dsmid=525848
http://www.stadttheater-sursee.ch/dynasite.cfm?dsmid=525849
https://www.stadttheater-sursee.ch/dynasite.cfm?dsmid=525850
https://www.stadttheater-sursee.ch/dynasite.cfm?dsmid=525851

Wie alle Jahre wieder durfte der Präsident der Musik- und Theatergesellschaft Sursee, Daniel Gloor, im vollbesetzten Theatersaal, nebst dem «gewöhnlichen» Fussvolk, viel lokale und regionale Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft begrüssen und zeigte sich erfreut, dass man dieses Jahr mit dem Kulturpreis der Stadt Sursee ausgezeichnet worden sei, man habe immerhin, wie er verschmitzt meinte, ganze 223 Jahre darauf geplanget. Anmerkung des Autors: Am 14. Dezember 1800 wurde sie als Verein mit dem anfänglichen Namen „Theater- und Freundschaftsgesellschaft” gegründet und besteht seither ununterbrochen.

Da passte es doch gut, dass auch der ebenfalls anwesende Kulturminister des Kantons Luzern, Regierungsrat Armin Hartmann, ein paar launige Worte an das Auditorium richtete, bevor die Bühne dann für die einzig wirklich wichtige Sache des Tages freigegeben wurde.

Und schon erscholl aus dem Orchestergraben die furiose Ouvertüre und das Duell Csárdás gegen Charleston nahm seinen Lauf. Später wechseln sich Walzer im Dreivierteltakt, Csárdás, Jazz, Foxtrott, Charleston und selbst exotische Westernklänge in lockerer Folge ab, je nachdem, wer der beiden gegensätzlichen Parteien Europa, traditionell, oder die USA, fortschrittlich, auf der Bühne grad dominiert.

Das Bühnenbild von David Leuthold wird offen, d.h. ohne Spielunterbruch,  umgestaltet,. Das erste Bild als Belle Époque Café in Budapest , während das zweite und dritte an einen Thronsaal in irgendeinem Schloss in Südeuropa nachempfunden sind, zuerst nach alter Väter Sitte, dann von Mary Lloyd  «amerikanisiert» ausgestaltet

Ein festlicher Abend voller Charme: Die Gräfin von Chicago begeistert das Publikum

Die Herzogin von Chicago Szenenfoto von Roberto Conciatori
Die Herzogin von Chicago Szenenfoto von Roberto Conciatori

Die Operette “Die Gräfin von Chicago” entführte das Publikum in eine Welt des Glanzes und der Romantik. Unter der musikalischen Leitung von Harald Siegel, souveräner Regie von Giuseppe Spina und einer beeindruckenden Besetzung wurde die Aufführung zu einem festlichen Ereignis. Die mitwirkenden Künstler, angeführt von Tereza Kotlanova als Mary Lloyd, Emanuel Heitz als Erbprinz von Sylvarien und Raphaela Felder als Prinzessin Rosemary, lieferten eine mitreißende Darbietung ab.

Tereza Kotlanova als bezaubernde Mary Lloyd: Charme und stimmliche Brillanz

Die Herzogin von Chicago Szenenfoto von Roberto Conciatori
Die Herzogin von Chicago Szenenfoto von Roberto Conciatori

Tereza Kotlanova verkörperte die Hauptrolle der Mary Lloyd mit unwiderstehlichem Charme und stimmlicher Brillanz. Ihr nuancenreiches Spiel und ihre klare, ausdrucksstarke Stimme verliehen der Figur eine unvergleichliche Lebendigkeit. Kotlanova beherrschte die Bühne mit einer Mischung aus Eleganz und Humor, was die Zuschauer in den Bann zog. Ihre überzeugende Performance trug maßgeblich zum Erfolg der Aufführung bei.

Emanuel Heitz als Erbprinz von Sylvarien: Ein galanter Liebhaber

In der Rolle des Erbprinzen von Sylvarien brillierte Emanuel Heitz mit seiner charmanten Darstellung eines galanten Liebhabers. Seine Bühnenpräsenz und sein geschicktes Spiel schufen eine glaubwürdige Chemie zwischen den Hauptfiguren. Heitz verstand es, die romantischen und humorvollen Elemente seiner Rolle gekonnt zu vereinen und trug somit entscheidend zur Dynamik der Aufführung bei.

Raphaela Felder als bezaubernde Prinzessin Rosemary: Eleganz und Anmut

Die Herzogin von Chicago Szenenfoto von Roberto Conciatori
Die Herzogin von Chicago Szenenfoto von Roberto Conciatori

Raphaela Felder beeindruckte als Prinzessin Rosemary mit ihrer Eleganz und Anmut. Ihr stimmliches Können verlieh der Figur eine emotionale Tiefe, die die romantische Handlung intensivierte. Felder überzeugte nicht nur durch ihre gesangliche Leistung, sondern auch durch ihre schauspielerische Ausdrucksstärke. Die Interaktion zwischen ihr, Kotlanova, Banz und Heitz bildete das Herzstück der Inszenierung.

Die Nebenrollen überzeugen: Ruben Banzer, Jurij Leopold, Stefan Wieland, Timothy Löw, Andreas Fitze

Die Herzogin von Chicago Szenenfoto von Roberto Conciatori
Die Herzogin von Chicago Szenenfoto von Roberto Conciatori

Die Nebenrollen wurden von einer talentierten Gruppe von Künstlern verkörpert, die die Vielfalt der Charaktere zum Leben erweckten. Ruben Banzer als Mr. Bondy, Jurij Leopold als Drole Primas, Stefan Wieland in den Doppelrollen als König Pankraz und Mr. Lloyd, Timothy Löw als Marquis Perolin und Andreas Fitze als Graf Bojazowitsch trugen mit ihren individuellen Interpretationen zu einem harmonischen Gesamtbild bei. Ihre schauspielerische Vielfalt und stimmliche Ausdrucksstärke trugen zur Dynamik und Unterhaltsamkeit der Inszenierung bei.

Harald Siegel als Dirigent: Meisterhaftes Zusammenspiel

Die Herzogin von Chicago Szenenfoto von Roberto Conciatori
Die Herzogin von Chicago Szenenfoto von Roberto Conciatori

Die musikalische Leitung von Harald Siegel führte das Orchester und den Chor mit Präzision und Einfühlungsvermögen. Das Zusammenspiel zwischen den Orchesterklängen und den gesanglichen Darbietungen der Solisten war meisterhaft. Siegels Dirigat verlieh der Aufführung die nötige Tiefe und emotionale Resonanz, sodass die Musik als eigenständiger Erzählstrang wirkte und die Handlung unterstützte. Wie der musikalische Leiter beim vorangegangenen Mediengespräch erläuterte, bedinge dieses Werk eine sehr grosse Orchesterbesetzung, der man so, umständehalber, nicht ganz nachkommen könne, aber der «Graben» sei rappelvoll. Dazu sei das auf der Bühne agierende Quartett nicht bloss Dekoration, sondern spiele auf ihren jeweiligen Instrumenten, die da waren. Der Primas, logisch, mit der Violine, dazu Bass, Piano und, der neuen Musik geschuldet, das Saxophon.

Dieser Primas übrigens, schlicht genial gegeben von Jurij Drole, war nicht nur instrumental auf der Höhe, nein, er trug auch sängerisch und darstellerisch viel zur Inszenierung auf den Brettern, die die Welt bedeuten bei.

Chor und Kinderchor: Stimmungsvolle Kulisse und bezaubernder Akzent

Die Herzogin von Chicago Szenenfoto von Roberto Conciatori
Die Herzogin von Chicago Szenenfoto von Roberto Conciatori

Der Chor, geschult von Peter Meyer, geführt von  den jeweiligen Stimmführer*innen in den diversen Stimmlagen, schuf eine stimmungsvolle Kulisse, die die Handlung unterstützte und verstärkte. Besonders bemerkenswert war der Kinderchor, der mit entzückender Unbeschwertheit und beeindruckender Präzision agierte. Die Einbindung der Kinder verlieh der Aufführung einen bezaubernden Akzent und trug zur festlichen Atmosphäre bei.

Gute Einbindung der diversen Balletteinlagen

Die Herzogin von Chicago Szenenfoto von Roberto Conciatori
Die Herzogin von Chicago Szenenfoto von Roberto Conciatori

Die fünf jungen Damen und die zwei Herren erhielten dieses Jahr erheblich mehr «Auslauf», waren nicht nur erforderliches Beigemüse und Lückenfüller. Die Choreografien, jederzeit makellos ausgeführt, waren fliessend und wo nötig, perfekt synchron, nicht wie manchmal in früheren Jahren etwas gezwungen angespannt und hölzern.

Fazit: Ein opulentes Spektakel mit bezaubernden Darbietungen

Laien und Profis stehen in «Die Herzogin von Chicago» Seite an Seite auf der Bühne Foto Roberto Conciatori
Laien und Profis stehen in «Die Herzogin von Chicago» Seite an Seite auf der Bühne Foto Roberto Conciatori

“Die Gräfin von Chicago” erwies sich als opulentes Spektakel, das durch bezaubernde Darbietungen, stimmungsvolle Musik und eine gelungene Inszenierung bestach. Die mitwirkenden Künstler, angeführt von der gebürtigen Pragerin Tereza Kotlanova, Emanuel Heitz und Raphaela Felder, lieferten eine mitreißende Performance ab. Harald Siegels meisterhafte musikalische Leitung und das engagierte Spiel des Chors und Kinderchors trugen maßgeblich zum Erfolg des Abends bei. Eine gelungene Aufführung, die das Publikum in eine Welt des Glanzes und der Romantik entführte und es dazu animierte, dem langanhaltenden Schlussapplaus die verdiente stehende Ovation folgen zu lassen.

Natürlich bedient das Werk, trotz Aufbruch in modernere Zeiten, die Operetten üblichen Stereotype, wie: das Paar kriegt sich, dann doch nicht, dann bekommt der falsche die falsche, bevor sich nach turbulenten Wirren, doch noch alles zum vielbesungenen Happy End fügt. Ob das an und für sich sehr treue Sorser Operettenpublikum diesen Ausflug in modernere Zeiten goutieren wird, lässt sich noch nicht schlüssig abschätzen, die Vorverkauszahlen stimmten aber durchaus zuversichtlich, so Daniel Gloor im Vorabgespräch.

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: Roberto Conciatori www.stadttheater-sursee.ch

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Die Herzogin von Chicago Szenenfoto von Roberto Conciatori

Die Herzogin von Chicago Szenenfoto von Roberto Conciatori

Die Herzogin von Chicago Szenenfoto von Roberto Conciatori

Die Herzogin von Chicago Szenenfoto von Roberto Conciatori

Die Herzogin von Chicago Szenenfoto von Roberto Conciatori

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LSO, Neujahrskonzert – Le Grand Tour d’Europe, KKL Luzern, 1.1.2024, besucht von Léonard Wüst

Luzerner Sinfonieorchester

Anu Tali die Taktgeberin

Harfenist Xavier de Maistre und Dirigentin Anu Tali mit spanisch aufrechter Haltung Foto Philipp Schmidli

Ausführende und Programm
Luzerner Sinfonieorchester
Anu Tali Leitung
Xavier de Maistre Harfe
Franz von Suppé (1819 ‒ 1895) Ouvertüre zur Operette «Leichte Kavallerie»
Joaquín Rodrigo (1901 ‒ 1999) Concierto de Aranjuez für Harfe und Orchester
Antonin Dvořák (1841 ‒ 1904) «Das goldene Spinnrad» Op. 109
Maurice Ravel (1875 ‒ 1937) «La Valse», Poème choréographique
Johann Strauss Jr. (1825 – 1899) Kaiser-Walzer» Op. 437

 

Vorab Informationen ab Homepage des Luzerner Sinfonieorchesters, des Residenzorchesters des  KKL Luzern

Ausgangspunkt ist Spalato, das heutige Split, wo Franz von Suppé geboren wurde. Allerdings mit wesentlich ambitionierteren, nämlich italienisch aristokratischen Taufnamen: Francesco Ezechiele Ermenegildo de Suppe..In seinem «Concierto di Aranjuez» entführt Joaquin Rodrigo sein Publikum in die Frühlingsresidenz der spanischen Könige auf den Höhen von Neukastilien, und die Musik evoziert dabei die spezifische Hofatmosphäre um die Wende zum 19. Jahrhundert.In die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg führt dann Ravels «La Valse» ‒ eine Apotheose und gleichzeitig ein letzter Abgesang auf den traditionellen Wiener Walzer aus einer nun definitiv untergegangenen Zeit.

Anstelle des kurzfristig verhinderten französischen Taktstockschwingers Bertrand de Billy übernahm die Estin Anu Tali, dies mit leicht abgeändertem Programm.

Festlicher Auftakt mit Franz von Suppé

Dirigentin Anu Tali
Dirigentin Anu Tali

Das Neujahrskonzert im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) des Luzerner Sinfonieorchesters unter der leitenden Hand von Anu Tali begann mit der festlichen Ouvertüre zur Operette “Leichte Kavallerie” von Franz von Suppé. Schon die ersten Töne versetzten das Publikum in eine feierliche Stimmung, die den Auftakt für einen Abend voller musikalischer Höhepunkte bildete.

Spanische Klänge mit Joaquín Rodrigo

Harfenist Xavier de Maistre und Dirigentin Anu Tali mit spanisch aufrechter Haltung Foto Philipp Schmidli
Harfenist Xavier de Maistre und Dirigentin Anu Tali mit spanisch aufrechter Haltung Foto Philipp Schmidli

Der Übergang zu Joaquín Rodrigos “Concierto de Aranjuez” für Harfe und Orchester faszinierte mit einem bemerkenswerten Wechsel der Stimmung. Der Harfensolist Xavier de Maistre entführte das Publikum in die sonnengetränkten Landschaften Spaniens. Rodrigo’s meisterhafte Komposition und de Maistres virtuoses Spiel verschmolzen zu einem eindrucksvollen Erlebnis, das die Zuhörer in eine Welt voller Emotionen entführte und diese zu einem langanhaltenden Applaus motivierten. Dafür belohnte uns der Solist mit einer kurzen Zugabe auf seiner Harfe.

Magische Klänge von Antonin Dvořák

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Neujahrskonzertimpression vom Vanessa Bösch

Das Luzerner Sinfonieorchester setzte seine klangliche Reise nach der Pause fort mit Antonin Dvořáks “Das goldene Spinnrad” Op. 109. Die Musik entfaltete sich wie ein märchenhaftes Gewebe, gewoben aus lyrischen Melodien und dramatischen Höhepunkten. Unter Anu Talis Leitung fand das Orchester eine harmonische Balance zwischen den verschiedenen instrumentalen Texturen, was dem Stück eine magische Qualität verlieh.

Maurice Ravels “La Valse” – ein tanzendes Poem

Der Abend ging weiter mit Maurice Ravels “La Valse”, einem poetischen und zugleich tanzenden Poem. Anu Tali führte das Orchester durch die raffinierten rhythmischen Verschiebungen und dynamischen Kontraste dieses Meisterwerks. Die musikalische Erzählung entfaltete sich wie ein Wirbelwind, der das Publikum mit sich riss und in eine Welt voller Wagnisse und Eleganz entführte.

Walzerträume mit Johann Strauss Jr.

Neujahrskonzertimpression vom Vanessa Bösch
Neujahrskonzertimpression vom Vanessa Bösch

Der Höhepunkt des Abends erreichte seinen Gipfel mit Johann Strauss Jr.’s “Kaiser-Walzer” Op. 437. Die Leichtigkeit, mit der Anu Tali das Orchester durch die lebhaften Wirbel des Walzers führte, beeindruckte. Die musikalische Dynamik fesselte das Publikum, das sich in den mitreißenden Melodien verlor. Die künstlerische Interpretation brachte die zeitlose Schönheit von Strauss’ Komposition eindrucksvoll zur Geltung.

Fazit: Ein unvergessliches Neujahrserlebnis

Anu Tali die Taktgeberin
Anu Tali die Taktgeberin

Das Neujahrskonzert im KKL Luzern mit dem Luzerner Sinfonieorchester unter der inspirierenden Leitung von Anu Tali war zweifellos ein unvergessliches Erlebnis. Die sorgfältig ausgewählten Werke spiegelten nicht nur die Vielfalt der musikalischen Epochen wider, sondern zeigten auch die beeindruckende Bandbreite und Virtuosität des Orchesters.

Klangliche Brillanz und künstlerische Sensibilität

Die klangliche Brillanz des Orchesters unterstrich die meisterhafte Interpretation der Werke. Anu Tali zeigte nicht nur technisches Geschick in der Führung des Orchesters sowie gestenreiches Dirigat sondern auch eine tiefe künstlerische Sensibilität. Die Nuancen in den Interpretationen der unterschiedlichen Komponisten wurden feinfühlig herausgearbeitet, was dem Konzert eine bemerkenswerte Tiefe verlieh.

Harfensolist Xavier de Maistre begeistert

Neujahrskonzertimpression vom Vanessa Bösch
Neujahrskonzertimpression vom Vanessa Bösch

Besonders hervorzuheben ist die herausragende Leistung des Harfensolisten Xavier de Maistre im “Concierto de Aranjuez”. Sein Spiel war von einer beeindruckenden Virtuosität und gleichzeitig von einer emotionalen Tiefe geprägt, die das Publikum tief berührte. Die Zusammenarbeit zwischen de Maistre und dem Orchester schuf eine harmonische Symbiose, die das Konzert zu einem wahrhaftigen Höhepunkt machte.

Ich, wie auch viele andere Besucher,  kennen, bzw. kannten das Werk des spanischen Komponisten eher in der Adaption bekannter Jazzmusiker.

Dirigentin Anu Tali – eine inspirierende Kraft

Neujahrskonzertimpression vom Vanessa Bösch
Neujahrskonzertimpression vom Vanessa Bösch

Anu Tali erwies sich als inspirierende Dirigentin, die nicht nur technische Präzision, sondern auch eine tiefgreifende emotionale Verbindung zu den Werken demonstrierte. Ihre energiegeladene Präsenz auf der Bühne wirkte ansteckend und trug zur dynamischen Atmosphäre des Konzerts bei.

Das Publikum im KKL Luzern honorierte die herausragende Darbietung mit enthusiastischem Applaus zu einer stehenden Ovationen reichte es nicht ganz.. Die Magie des Neujahrskonzerts wurde durch die perfekte Symbiose zwischen Dirigentin, Orchester und dem Solisten geschaffen, und die Zuhörer wurden auf eine unvergessliche musikalische Reise, eben dem Konzert vorangestellten Titel entsprechend, auf eine «Grand Tour d’Europe» mitgenommen.

Ein gelungener Start ins neue Jahr

Insgesamt bot das Neujahrskonzert des Luzerner Sinfonieorchesters im KKL Luzern ein beeindruckendes Programm, das die künstlerische Exzellenz des Orchesters und die Leitung von Anu Tali unterstrich. Dieser festliche Abend war zweifellos ein gelungener Start ins neue Jahr für alle Liebhaber klassischer Musik.

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: Vanessa Böscch und www.sinfonieorchester.ch

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Neujahrskonzertimpression vom Vanessa Bösch

Anu Tali Leitung Foto Kaupo-Kikkas

Neujahrskonzertimpression vom Vanessa Bösch

Xavier de Maistre Solist Harfe

Neujahrskonzertimpression vom Vanessa Bösch

Neujahrskonzertimpression vom Vanessa Bösch

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Silvesterkonzert 2023 des Zürcher Kammer Orchesters im KKL Luzern besucht von Max Thürig

Zürcher Kammerorchester Foto Harald-Hoffmann

Silvesterkonzert Konzertimpression von Hemine Tschopp

Organist Cameron-Carpenter Footo Thomas Grube

Simon Hebeisen am neuen mobilen Orgel-Spieltisch auf der Bühne des Konzertsaals Foto Pius Amrein

Besetzung und Programm:
Cameron Carpenter (Orgel)
Willi Zimmermann (Violine und Leitung)
Zürcher Kammerorchester
Georg Friedrich Händel Wassermusik-Suite Nr. 1 F-Dur, HWV 348
Johann Sebastian Bach Präludium und Fuge Es-Dur, St. Anne, BWV 552
François Couperin Les Barricades mystérieuses, aus: Sixième Ordre de Pièces de Clavecin
Antonio Vivaldi Konzert für Violine, Orgel und Streicher d-Moll, RV 541
Johann Sebastian Bach Triosonate Nr. 3 d-Moll, BWV 527
Johann Sebastian Bach Fantasia super «Komm, Heiliger Geist», BWV 651
Georg Friedrich Händel Orgelkonzert F-Dur, HWV 292

Am Silvesterabend 2023 tauchte das Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) in die festliche Atmosphäre eines herausragenden Konzerts ein, präsentiert vom Zürcher Kammer Orchester unter der inspirierenden Leitung des Konzertmeisters Willi Zimmermann. Das Konzert versprach eine reichhaltige Auswahl an Meisterwerken aus verschiedenen Epochen der Musikgeschichte, und das Publikum wurde – trotz regnerischem Wetter zum Jahreswechsel – nicht enttäuscht.

Georg Friedrich Händels Wassermusik: Ein erfrischender Auftakt

Silvesterkonzert Konzertimpression von Hemine Tschopp

Das Konzert begann mit Georg Friedrich Händels erfrischender sprudelnder “Wassermusik”, genauer gesagt der Suite Nr. 1 F-Dur HWV 348. Die wundervollen Klänge der Barockmusik entfalteten sich im Saal, während das ZKO mit präzisem Spiel und lebhafter Interpretation die Zuhörer*innen in eine festliche Stimmung versetzte. Zusätzlich zu diesem gelungenen Einstieg trugen auch die in Rot/Schwarz gekleideten Musiker*innen bei, die für einmal nicht sitzend sondern stehend auf höchstem Niveau musizierten.

Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge Es-Dur, St Anne BWV 552: Monumentale Klanglandschaften

Cameron Carpenter Solist an der Orgel

Das majestätische Präludium und Fuge in Es-Dur, auch als “St. Anne” bekannt, fesselte die Anwesenden mit ihren monumentalen Klanglandschaften. Konzertmeister Willi Zimmermann führte das Orchester geschickt durch Bachs meisterliche Komposition, und die beeindruckende Akustik des KKL Luzern trug dazu bei, die Tiefe und Pracht dieses Werkes hervorzuheben.

 

 

Francois Couperin’s Les Barricades Mystérieuse: Ein Hauch von Raffinesse

Impression des Konzertes tags darauf in der Tonhalle

Die subtile Eleganz von Francois Couperins “Les Barricades Mystérieuses” brachte einen Hauch von Raffinesse in den Silvesterabend. Die feinen Nuancen dieser Barockkomposition wurden vom Orchester hervorragend umgesetzt und zart und einfühlsam dargeboten.

 

 

Antonio Vivaldis Konzert für Violine und Orgel d-Moll RV 541: Virtuosität vereint.

Impression des Konzertes tags darauf in der Tonhalle

Der Stargast des Abends, der amerikanische Organist Cameron Carpenter – er zählt mit seiner aussergewöhnlichen Musikalität und einer nahezu grenzenlosen technischen Fertigkeit zu den Ausnahmetalenten der internationalen Musiklandschaft –  betrat die Bühne für Vivaldis Konzert für Violine und Orgel in d-Moll. Carpenter verzauberte das Publikum mit seinem virtuosen Spiel auf der hauseigenen Goll Orgel. Im Zusammenspiel mit Willi Zimmermann als excellenter Solist an der Violine, sorgten die beiden für einen Höhepunkt des Silvesterabends, meisterlich unterstützt durch das anmutige und kraftvolle Spiel des gesamten Orchesters. Ein wahrlicher Genuss!

Johann Sebastian Bachs Trisonate Nr. 3 d-Moll BWV 527 und Fantasia super «Komm heiliger Geist» BWV 651: Bachsche Brillanz

Silvesterkonzert Konzertimpression von Hemine Tschopp

Das Konzert setzte sich nach einer 20 minütigen Pause mit Johann Sebastian Bachs Trisonate Nr. 3 in d-Moll fort, präsentiert mit unvergleichlicher Bachscher Brillanz. Die feine Abstimmung zwischen den Instrumenten und die harmonische Balance faszinierten das Publikum. Die Fantasia super “Komm heiliger Geist” BWV 651 offenbarte Bachs tiefen spirituellen Ausdruck, den Stargast Carpenter mit den erhabenen Klängen der Orgel sehr beeindruckend interpretierte.

Georg Friedrich Händels Konzert für Orgel F-Dur HWV 292: Triumphaler Abschluss

Solist an der Orgel Cameron Carpenter

Das Konzert erreichte seinen triumphalen Höhepunkt mit Georg Friedrich Händels Konzert für Orgel in F-Dur. Cameron Carpenter, an der beeindruckenden Goll Orgel, entfesselte eine kraftvolle Klangwelt, die den Saal mit festlichem Glanz erfüllte. Das Zürcher Kammer Orchester mit Willi Zimmermann als Konzertmeister begleitete ihn mit beeindruckender Präzision und Einfühlsamkeit.

Das Silvesterkonzert 2023, das die Magie der Musik in all ihrer Pracht entfaltete, wird zweifellos in den Herzen der Zuhörer als ein klangliches Highlight in Erinnerung bleiben. Ein weiterer grossartiger Auftritt des ZKO reiht sich so nahtlos in die bereits zur Tradition gewordenen Silvesterbegegnungen in Luzern ein.

 

Die Ausführenden bedanken sich für den Applaus

Das Publikum belohnte die Musiker*innen mit einem langanhaltenden Applaus und wurde dafür mit zwei kurzen aber sehr inspirierenden Zugaben belohnt. Ein Konzert der ersten Güteklasse begleitete so die Besucher*innen in die Silvesternacht und anschliessend ins neue Jahr!

Fotos:  Hermine Tschopp und www.zko.ch

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www.gabrielabucher.ch www.herberthuber.ch

Silvesterkonzert Konzertimpression von Hemine Tschopp

Silvesterkonzert Konzertimpression von Hemine Tschopp

Silvesterkonzert Konzertimpression von Hemine Tschopp

Cameron Carpenter freut sich zusammen mit Willi Zimmermann und den andern Ausführenden über den Applaus

Silvesterkonzert Konzertimpression von Hemine Tschopp

Die Ausführenden bedanken sich für den Applaus, Foto vom Konzert tags drauf in der Zürcher Tonhalle

Cameron Caroenter mit seiner International Touring Organ

Cameron Caroenters International Touring Organ

 

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