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Stau auf der Hühnerleiter

Eine Hierarchie auf der Hühnerleiter beobachtete Herbert Huber

Stau auf der Hühnerleiter
Stau auf der Hühnerleiter

Für einmal erklettern wir die Sprossen der Hühnerleiter. Vom Kleinsten bis hinauf zum entmannten Chef der Familie. Hinauf zu den „Truten“, die auch zur Familie gehören. Erzähle Ihre Geschichten und wie man mit dem Federvieh umgeht. Eigentlich habe ich eine sehr intensive Beziehung zur gackernden Familie. Wenn sich in den 50ger Jahren sonntags mein Vater in den Nadelstreifenanzug stürzte, die Krawatte umband, meine Mutter das eleganteste „Jüpli“ anzog und klein Herbertli anstelle der „Knickerbocker“ die eleganteren Röhrlihosen anziehen durfte, war bei Hubers auswärts essen angesagt. Gehörig luxuriös damals.

So ging es ins „Orsini“, wo die „Nonna Mercier“ die hervorragendsten  Güggeli, nach Familienrezept im Ölbad, herrlich knusprig buk. Mit Safran Risotto dazu, weissen Tischtüchern und äusserst kinderliebender Atmosphäre mit viel Italianità.

Viele Jahre später um 1980, erlebten die Orsini Güggeli (die kleinsten der Hierarchie) eine Wiedergeburt. Nach Originalrezept im Restaurant Taverne im Motel Rex in Stans zubereitet als mein Freund Norbert Schmidiger (langjähriger Sekretär des Schweizer Kochverbandes) dort Küchenchef war. Das Rezept im Originalton im Kasten.

 

Im Schangnau wurde gehörig gehühnert.  

Diverse Hühnerleitern
Diverse Hühnerleitern

So vergingen die Jahre. Bis eines Tages ein Name in der „Hühnergastroszene“ auftauchte. D’s Hadorn Rösi mit ihrer Wirtschaft zum Wald im Schangnau. Wo selbst Bundesräte hinpilgerten, respektive mit dem Helikopter flogen. Ob auf Staatskosten sei heute dahingestellt. So wurden Rösi’s Poulets „Hierarchie Stufe zwei“, im Ofen gebraten. Und diese waren mehr als nur eine Reise wert. Denn das ganze „drumherum“ zum Beispiel. Wie vor dem Hühnerzeremoniell von der Chefin mit träfen bärndeutschen Wortfetzen gespickt, der „Esslatz“ den Gästen umgebunden wurde. Dann kam eine Schüssel Salat. Dann wurde nicht „gejufelt“, sondern gütigst gewartet, bis die Hühner innen gar und aussen herrlich knusprig waren. Los ging’s erst auf Rösi’s Kommando : „jetzt cheuter gnaage u schmatze u eifach d’Finger abschläcke, s Zeiche dass es guet esch“ kommentierte Rösi. Denn Besteck gab es keines, dafür Fingerbowlen. So wurde Hadorn Rösi  zur Schangnauer Hühner Legende. Und musste einmal, so erzählte man sich, notfallmässig ins Spital geflogen werden. Weil ihr beim Verzehr ihrer eigenen Hühner ein Knöchlein im Halse stecken geblieben war.

Die Poularde pochée 

Sogar begrünte  Hühnerleitern gibts
Sogar begrünte Hühnerleitern gibts

An meiner Kochlehrabschlussprüfung, war meine Aufgabe eine „poularde pochée“ der grösseren Stufe drei, zu zubereiten. Süferli wurde die Poularde in einem Geflügelfond gekocht. Etwa ¾ Std. Dann aus dem Fond genommen und von der Haut befreit. Rüüdig heiss war dieses Schälprozedere. Dann korrekt zerlegt (Brust und Schenkel) diese an die Wärme gestellt. In der Zwischenzeit eine liebevollst abgeschmeckte „sauce suprême“ (nach Kochbuchlehrbuch Pauli) aus dem Geflügelfond hergestellt.  So geht’s:

Aussen  Hühnerleiter steil gehts rauf
Aussen Hühnerleiter steil gehts rauf

Aus dem kräftigenGeflügelfond wird zuerst eine „Veloute de vollaile“ (weisse Sauce) mit einem Roux (Mehlschwitze) zubereitet. Achtung wegen Knollengefahr heissen Roux immer mit kaltem Fond oder umgekehrt ablöschen. Am Schluss wird die „velouté“ durch Zugabe einer „Liason oder Legierung“ (Rahm und Eigelb vermischt) zur sämigen    „sauce suprême“. Diese darf man am Schluss auf keinen Fall mehr aufkochen weil sie wegen der Eier gerinnen würde. Ausprobieren und sich über den Erfolg freuen lohnt sich mehr als nur. Mir hat es die Note 1,2 eingebracht.

Der entmannte Güggel

Guter Ausblick von der  Hühnerleiter  aus
Guter Ausblick von der Hühnerleiter aus

Eine ganz besondere Bekanntschaft schloss ich vor Jahren mit dem „entmannten“ Güggel, dem Kapaun. Noch heute gibt es dieses Essvergnügen im Restaurant Blasenberg, oberhalb Zug. www.blasenberg.ch und auf dem Schrofenhof in Kreuzlingen ist Kapaun auf Vorbestellung erhältlich. Vor allem für Weihnachten eine herrliche Alternative. www.schrofen.ch – Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

Vom Truthahn und den Truthennen.

Stolzieren auf der  Hühnerleiter
Stolzieren auf der Hühnerleiter

Und wie ist es mit den Truthennen und dem Truthahn? Diese sind hierzulande eindeutig weniger bekannt und begehrt. Ausser für die hier lebenden Engländer und Amerikaner. Bei ihnen kommt dieses Federvieh einem kulinarischen „Kultobjekt“ gleich. Sehr aufwändig bei der Zubereitung ist das schon, und für ein „Ding“ von 8 kg braucht es den entsprechenden Ofen und die zuverlässige Rezeptur. Und viel Geduld! Bei uns ist Truthahnfleisch als „günstig“ Schnitzel sehr belieb. Für Piccata oder paniert. Oder mit Pilzrahmsauce.

Tips beim Einkauf von „ganzem“ Geflügel

Hochbetrieb auf der  Hühnerleiter
Hochbetrieb auf der Hühnerleiter

Grundsätzlich empfehle ich das Gefiedervieh „pfannenfertig“ zu kaufen. Ich bevorzuge die Marke Optigall von Migros oder „Naturaplan“ von Coop. Schweizer Hühner liegen mir besonders am Herzen. Im Internet gibt es auch immer mehr Anbieter „direkt“ vom Bauernhof. Gefrorene Poulets empfehle ich nicht (schlechter sind sie nicht) aber den kleinen Unterschied merkt man schon. Die Knöchelchen sind beim frischen Poulet heller – beim Gefrorenen eher dunkel. Versuchen sie auch einmal ein frisches „Pouletleberli“ zu erhalten, kurz in Butter sautiert, als Vorspeise mit etwas Salat, schmeckt herrlich. Oder auf dem Beilage Risotto angerichtet. Poulets vor der Zubereitung abwaschen? Ich tu es, aber dann gut abtrocknen – innen und aussen. Beim „Ganz braten“ lege ich immer einen Rosmarinzweig ins Poulet Innere. Würzen nur mit Salz und „weissem“ Pfeffer. Oder eben à la Orsini.

 

Die Poulet Hierarchie des hellen Mastgeflügels

Quelle: Lehrbuch der Küche Pauli

 

1 Hühnchen in der Schweiz als Mistchratzerli, in Frankreich als Coquelet bekannt. Zwischen 400 und 700 g schwer. Pfannenfertig

 

2 Masthähnchen – Poulet / Poulet reine. Hähne und Hennen werden oft als Griller bezeichnet. Zwischen 800 g und 1,3 kg.

 

3 Masthuhn / Poularde. Besonders gemästete Hennen. Bekannteste Sorte ist die Bresse Poularde. Feinknochig und sehr fleischig. Das besondere Merkmal sind die blauen Füsse (pates bleues). Die mit Mais gefütterten gehören ebenfalls in diese Kategorie. Deren Fleisch ist logischerweise eher gelblich.

1,3 – 1,8 kg

 

4 Kapaun/ Masthahn. Ist als kastrierter Hahn das Gegenstück zur Poularde.

2 – 3 kg schwer

 

5 Suppenhuhn / Poulet. Ausgewachsenes Huhn meistens nach der ersten Legeperiode geschlachtet. Wird zur Herstellung von Hühnersuppe verwendet und für Terrinen, Galantinen, Ballotinen und Co.

1,2 – 1,8 kg.

 

6 Junger Truthahn oder Truthenne. Die Sehnen der Schenkel müssen vor der Zubereitung herausgezogen werden. Grössere Tiere werden „roh“ zerlegt und weiter verarbeitet. Brust, Schnitzel, Voressen, Rollbraten

Die Stammheimat ist Nordamerika. Hauptlieferländer sind Frankreich und Ungarn.

Drei Gewichtsstufen: 2 – 3 kg. 3- 6 kg. 5 – 12 kg.

 

Und nun Schmidiger’s Rezept im Originalton: „Die Orsini Güggeli wurden1980 auf die Karte des „Restaurant Taverne“ im Motel Rex gesetzt. Madame Mercier, die ehemalige Patronin des Restaurant Orsini in Luzern, (Hertensteinstrasse) , zeigte uns die Zubereitung dieser in Luzern einmaligen „Sonntagsspezialität“

In einer großen Kupferbraisiere (ein Bräter mit höherer Wandung) wurden Backfett und Erdnussöl gegeben, so dass eine ca 10-12 cm hohes Fritüre Bad zur Verfügung stand.

Dieses wurde mit Gas beheizt,  so konnte auch die Temperaturregelung fein abgestimmt werden. Dann wurden mehre Rosmarinzweige beigefügt, sowie zwei bis drei rohe und halbierte Kartoffeln, um damit sichtbar die Temperatur im Griff zuhaben.

Die frischen Güggeli ca 350 – 450 gr schwer, welche wir pro Woche zweimal frisch geliefert bekamen, wurden dann „à l’americaine“ aufgeschnitten. Das heisst das Rückgrat herausgeschnitten, den feinen Brustknochen herausgedrückt und dann das Güggeli flachgedrückt.

Diese Güggeli wurden mit Senf ordentlich eingeschmiert und abgedeckt kühl gelagert. Mariniert also.

Auf Bestellung wurde pro Person ein ganzes Güggeli in der beschrieben Fritüre während rund 15 Minuten knusprig gebacken, gut abgetropft, halbiert und angerichtet. Dazu gab’s einen Risotto zafferano.

Dieses Rezept ist mit einer „neuzeitlichen“ Friteuse nachkochbar.

Und zwar etappenweise die Mistchratzerli ca. 10 – 15 Min backen und bei 80° im Ofen auf dem Kuchen Blech abstehen lassen.

Oder direkt im Ofen braten und dabei stets arrosieren. Rosmarinzweige auf das Blech legen. Mistchratzerli rausnehmen – halbieren – anrichten und mit Risotto servieren.

Und nun wie immer: Bon Appetit et large soif

 

Text www.herberthuber.ch

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Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados

Grand Théâtre de Genève Les Pêcheurs de perles Opéra de Georges Bizet, besucht von Gabriela Bucher – Liechti

Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados
Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados

DISTRIBUTION
Direction musicale David Reiland
Mise en scène Lotte de Beer
Décors Marousha Levy
Costumes Jorine van Beek
Lumières Alex Brok
Vidéos Finn Ross
Direction des chœurs Alan Woodbridge

Leïla Kristina Mkhitaryan
Nadir Frédéric Antoun
Zurga Audun Iversen
Nourabad Michael Mofidian

Chœur du Grand Théâtre de Genève
Orchestre de la Suisse Romande

Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados
Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados

«Les pêcheurs de perles», die Perlenfischer von Georges Bizet, die wenigsten kennen diese Oper. Sie wird nicht oft aufgeführt, in Genf zum Beispiel zum letzten Mal 1950! Obs an der Geschichte liegt, die praktisch nur auf Zufällen basiert und sehr konstruiert daherkommt? Die beiden Librettisten Eugène Cormon und Michel Carré sollen damals gesagt haben, wenn sie gewusst hätten, wie viel Talent Bizet habe, hätten sie ihm diese abstruse Geschichte nicht vorgelegt.

Freundschaft auf harter Probe

Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados
Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados

Eine sehr kurze Zusammenfassung: An einem Strand in Ceylon treffen der Perlenfischer Zurga und der Jäger Nadir nach langen Jahren wieder aufeinander. Sie waren enge Freunde und einst in dieselbe Frau verliebt, in die Priesterin Leïla. Sie schworen sich aber, dieser Liebe zu entsagen, um ihre Freundschaft nicht zu gefährden. Eben diese Leïla erscheint nun, verschleiert, auf einem Boot. Sie soll mit ihrem Beten und ihrem Gesang die See beruhigen, damit die Perlenfischer gefahrlos hinausfahren können. Sie muss schwören, über die Zeit des Gebets verschleiert zu bleiben. Nadir erkennt Leïla an ihrer Stimme, als sie betet, sie treffen sich nachts im Tempel, der Gemeindeälteste Nourabad entdeckt sie bei ihrem Liebesspiel. Die beiden Treulosen sollen hingerichtet werden. Vor der Hinrichtung überreicht Leïla Nourabad eine Kette, um sie vor den Flammen zu retten. Die Halskette ist das Geschenk eines jungen Flüchtlings, dem sie vor vielen Jahren das Leben gerettet hatte. Zurga erkennt seine Kette und bereut seinen Hass. Er legt im Dorf Feuer und während die Perlenfischer den Brand löschen, löst er die Fesseln der Verurteilten und lässt sie fliehen. Er bezahlt anschliessend mit seinem Leben dafür.

Vote and stay connected

Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados
Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados

Um die Unwahrscheinlichkeit der Geschichte zu legitimieren, erklärt die junge holländische Regisseurin Lotte de Beer sie zur Reality-Show à la «Dschungel Camp» oder «Paradise Island». Und da läuft nun so einiges ab auf der Bühne, bereits bevor die Oper richtig beginnt. Heile Welt an Ceylons Sandstrand mit Eingeborenen rund um einen Topf auf einem Gasbrenner – mit Benzinfass daneben, erster Hinweis auf die folgende Katastrophe? Erscheint eine TV Crew, die sich diesen Ort für ihr Sendung ausgesucht hat. Sie kauft den Eingeborenen den Strand ab, reisst die Hütte ab, platziert ein paar Palmen, die Show kann beginnen. Es wird herumkommandiert, aufgestellt, kommentiert, fotografiert und alles gefilmt, während Zurga, Nadir, Nourabad und Leïla ihre Arien singen. Mikrofone werden ihnen vors Gesicht gehalten, Kameras zielen direkt auf sie. Im Hintergrund eine riesige Blase, darin die Fernsehzimmer der Menschen (der Chor), die sich das Ganze zu Gemüte führen. Und obwohl alles, was spontan zu passieren scheint, bereits vorgegeben ist, hindert das die TV- Zuschauer*innen nicht, für oder gegen Zurga, für oder gegen die Todesstrafe ihre «Votes» abzugeben. Diese erscheinen dann auf einer riesigen Leinwand, genauso wie der Hinweise «stay connected» vor der Pause oder das «connection lost» am Ende der Aufführung. In der Pause nach dem zweiten Akt bekommt man per Video eine Umfrage auf Genfs Strassen zu sehen mit Fragen wie «schauen Sie die Show? Wie finden sie sie» und «Sollen die beiden sterben?». Die Antworten sind teilweise haarsträubend.

Wunderbare Stimmen

Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados
Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados

Das ist sehr realitätsnah, amüsant, manchmal verwirrend, manchmal irritierend, aber auch faszinierend, unterhaltsam, skurril. E lenkt aber auch ab von der Musik. Im zweiten Teil gibt es dann Momente, wo die herumwuselnde TV Crew entweder zu schlafen scheint oder weggeschickt worden ist und Nadir und Leïla ihr Liebesduett allein singen oder Leïla Zurga um Gnade bittet für Nadir. Da kann man zurücklehnen und geniessen, da ist man einziger Zuschauer vom Saal her, keine Einmischung mehr, Oper halt. Und da kommen die Stimmen wirklich auch zur Geltung; der unglaublich sonore, kräftige und sichere Bariton von Audun Iversen als Zurga, der anfänglich noch etwas schwache, aber immer sicherer werdende Tenor von Frédéric Antoun als Nadir, der schöne Bass von Michael Mofidian als Nourabad – herrlich, wie er den nervigen, überdrehten und kameraverliebten TV-Moderator gibt. Und wunderbar die Sopranistin Kristina Mkhitaryan als Leïla. Auch stimmlich mutiert sie von der jungen Frau mit Yogamatte auf Selbstfindungstrip zur verzweifelten Geliebten, die um Gnade für ihren Liebhaber bittet.

Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados
Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados

Das Orchester de la Suisse Romande begleitet schmelzend, sanft, beschwingt, nie überbordend. Wunderschöne Bläsersolis (ein Oboensolo mit Gänsehaut-Qualität), weiche Harfenklänge, schwelgende Streicher, eine solide, überzeugende Interpretation dieser wundervollen Melodien! Wie Dirigent David Reiland sagt: Zu dieser Musik könnte man ein Küchenrezept singen, es wäre extravagant. Der Chor, der nur aus dem Off, also aus den TV-Zimmern singen kann, hat keine leichte Aufgabe, meistert diese aber bewundernswert.

Die Perlenfischer, TV Show, Oper, Theater, Musical, Operette? Eine Mischung aus allem, musikalisch hochstehend mit emotionsgeladenen Arien, dem Genfer Premierenpublikum hats gefallen, es spendete viel warmen Applaus.

Um sich eine Meinung dazu zu bilden, am besten hingehen, sich darauf einlassen aber vor allem, die herrliche Musik geniessen

Text: www.gabrielabucher.ch

Fotos: Szenenfotos von Magali Dougados        www.gtg.ch

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Max Thürig  www.maxthuerig.ch

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Festival Strings Lucerne

FESTIVAL STRINGS LUCERNE – CD-Release-Konzert mit Arabella Steinbacher Konzert Reihe Luzern #KKL Luzern – Konzertsaal – Mo. 20. DEZ 2021 – 19:30 Uhr

Festival Strings Lucerne
Festival Strings Lucerne

Arabella Steinbacher und die Festival Strings Lucerne vervollständigen den Zyklus der Mozart-Violinkonzerte für das Label Pentatone mit den frühen Violinkonzerten und stellen die Zusammenarbeit im KKL Luzern vor.

 

Arabella Steinbacher Foto Fabrice Umiglia
Arabella Steinbacher Foto Fabrice Umiglia
Arabella Steinbacher – Violine

Daniel Dodds – Violine & Leitung
Festival Strings Lucerne

 

Konzertprogramm:

«Klassik & Inspiration»
O. Respighi: Antiche Danze ed arie per liuto. Suite Nr. 3 für Streichorchester
W. A. Mozart: Violinkonzert Nr. 2 D-Dur KV 211
W. A. Mozart: Adagio für Violine und Orchester E-Dur KV 261
W. A. Mozart: Rondo für Violine und Orchester C-Dur KV 373
S. Prokofjew: Symphonie classique D-Dur op. 25

 

Im Februar 2021, inmitten der Pandemie, kamen die Festival Strings Lucerne mit Arabella Steinbacher in Basel für eine CD-Produktion zusammen, um die 2013 begonnene – und auch damals auf CD gebannte – intensive Beschäftigung mit Mozarts Violinkonzerten fortzusetzen. Das erste, 2014 erschienene gemeinsame Album zählt das britische Fachmagazin Gramophone zu den Top-50 der besten Mozart-Alben der vergangenen Jahrzehnte. Höchste Zeit also, den Zyklus fortzusetzen.

 

«Nachdem ich vor einigen Jahren zusammen mit meinen wunderbaren Kollegen der Festival Strings Lucerne die Konzerte Nr. 3, 4 und 5 aufgenommen hatte, war es mein grosser Wunsch, den Zyklus der Konzerte zu vollenden und die schönen Einzelsätze hinzuzunehmen, die man nicht oft hört. Die Kadenzen, die ich spiele, wurden von dem grossen Geiger Wolfgang Schneiderhan komponiert, der 1956 die Festival Strings Lucerne mitbegründete.»

Arabella Steinbacher

 

Arabella Steinbacher schafft es traumwandlerisch, mit einer Mischung aus Spielfreude, Delikatesse und Innigkeit eine Klangwelt zu erschaffen, die Mozarts Musik geradezu schweben lässt und die direkt ins Herz geht. Das neue Album mit den Violinkonzerten Nr. 1 & Nr. 2 sowie drei, die Violinkonzerte ergänzenden Einzelsätzen ist am 1. Oktober 2021 erschienen: «Was einem sofort ins Ohr springt, ist die äusserts gelungene Melange aus schwingend singenden Linien und einer sich in feinen Nuancen ausprägenden Artikulation, die gleichzeitig ungemein natürlich und entspannt klingt», befand Uwe Krusch in der Online-Musikzeitschrift Pizzicato.

 

Neben dem Violinkonzert Nr. 2 KV 211 und Einzelsätzen Mozarts spielen die Festival Strings Lucerne, geleitet von Daniel Dodds am Pult des Konzertmeisters, die Symphonie classique Sergei Prokofjews. Auch das ist eine Premiere für das Kammerorchester und eine neue Herausforderung, symphonisches Repertoire kollektiv und gleichberechtigt zu erarbeiten und ohne Dirigenten aufzuführen.

 

Das Konzert findet unter Einhaltung der Bestimmungen zur Durchführung von «Grossveranstaltungen mit Covid-Zertifikat» statt: 3G (getestet, geimpft oder genesen). Zum Einlass benötigt man ein Covid-Zertifikat mit QR-Code und einen amtlichen Ausweis. Personen unter 16 Jahren benötigen kein Zertifikat. Es gilt eine Maskenpflicht.

 

Weitere Informationen zur Saison finden Sie in der Saisonbroschüre 2021/2022.

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o viel Besteck möchte man nicht im Abwasch

Stil Fragen…für die Festtage besonders aktuell weiss Herbert Huber

o viel Besteck möchte man nicht im Abwasch
o viel Besteck möchte man nicht im Abwasch

An der Hotelfachschule beinhaltete der Servicekurs auch Getränkegläserkunde. Einerseits war das zum Verzweifeln, andererseits schien es irgendwie logisch, dass man den Wein, die Liköre und die Spirituosen im richtigen Glas serviert. Das passende Glas für den edlen Burgunder wie für den weltberühmten Bordeaux. Dann das Gobelet für den Chasselas aus dem Lavaux und das Elsässerweinglas für den Gewürztraminer. Die Champagnerflûte oder der Schaumweinkelch, das Südweinglas für Porto, Malaga und Marsala. Dann die unzähligen Gläser für die Spirituosen. Vom bauchigen Cognacschwenker bis hin zum gestylten Grappa Glas. Nicht zu vergessen den berühmten Whisky Tumbler oder die diversen Cocktailgläser. So könnte ich Ihnen noch weitere Spezialgläser aufzählen.

Trinkgläser Soriment
Trinkgläser Soriment

Allerdings kann man mit derlei Anschaffungen  das Haushaltsbudget arg strapazieren. Auch bei uns gehörte es damals bei den sehr häufigen Einladungen zum guten Ton, die Getränke im dazu passenden Outfit zu servieren. Da brachten wir es doch häufig bei insgesamt acht Gläsern pro Gast bis auf 60 Gläser total. Bei jedem Markenwechsel beim Wein wurde wieder das Glas angepasst, ja, und diese mussten dann auch alle wieder gewaschen werden. Und Kristallgläser gehören definitiv nicht in die Maschine.

Trinkgläser Soriment
Trinkgläser Soriment

Selbst in den Restaurants (ausgenommen in den gehobenen Gourmettempeln) sind heute jedoch, vor allem für die Weine, exklusive Universalgläser im Einsatz. So auch bei uns zu Hause. Champagnerglas, Weissweinglas, Rotwein-Universalglas, Wasserglas. Punkt.

Tipp: Universale Gläser

Trinkgläser Soriment
Trinkgläser Soriment

Man kann sich also für die Weine auf vier bis fünf Gläser beschränken und muss nicht zehn verschiedene Gläser kaufen, um einen optimalen Weingenuss erleben zu können. Für den Rotwein das grössere (etwas bauchige) Glas und für den Weisswein das kleinere.

Edel Besteck Koffer
Edel Besteck Koffer

Auch bei den Likör- und Spirituosengläsern gibt es «Universale». Für alle gilt: Die optimale Qualität gehört ins Glas. Noch ein letzter Tipp für zu Hause, um den Aufwand zu minimieren. Sie planen eine kulinarische Italien-, Spanien- oder Frankreich-Reise. Möchten dabei vier Weine vorstellen. Die erste Flasche ist ausgetrunken. Nun dürfen Sie die neuen Weine in den vorherigen Gläsern servieren. Denn diese sind ja «angeweint» (aviné).

Edelbesteck Set
Edelbesteck Set

Diese Idee gilt selbstverständlich nur für zu Hause und unter Freunden. In der Beiz hat man ja (noch) für den Mehraufwand beim Auswechseln der Gläser die Mitarbeiter. Letztendlich zählt die Gastfreundschaft und nicht die Anzahl der Gläser. So gebe ich Ihnen Recht, dass das Haushaltsbudget nicht mit unnötigen Luxusanschaffungen überstrapaziert werden sollte. Auch nicht mit Besteck. Weniger ist mehr, und auch der aufwendige Abwasch wird wesentlich erleichtert.

 

 

 

 

 

 

 

Und wie steht es mit den Wunschkonzerten bei Einladungen?

Edles Gold Besteck
Edles Gold Besteck

Ein brandaktuelles Thema welches die Einladenden sehr nerven kann. Was nicht unbedingt zur Vorfreude eines gemeinsamen Essens beiträgt. Also packen wir das Thema an.  Als meine Frau und ich nach 30 Jahren den Beruf als Gastgeber und unsere Karriere als Wirtepaar endgültig aufgaben, war unser Freundeskreis logischerweise riesengross. Und wir hatten die Zeit, ab und zu private Einladungen zu gestalten. Die Erwartungen waren dementsprechend hoch und der damit verbundene Aufwand war es ebenso. Zum Teil kannten wir die kulinarischen Vorlieben der Gäste und kochten mit viel Liebe unsere Vier- bis Fünf-Gänge-Menüs.

Trinkgläser Soriment
Trinkgläser Soriment

Es gab, was es gab. Allerdings liessen wir uns kaum auf kulinarische Eskapaden ein und servierten Innereien oder Meeresfrüchte nur für die Gäste, die diese Spezialitäten über alles liebten. Einmal, ich erinnere mich noch gut, gab es als Vorspeise ein Carpaccio vom Kalbszünglein, nach dem Rezept von Elfie Casty, beliebte Kochbuchautorin in den 1980ern und 90ern. Bei einem Gast kam das Gericht aber gar nicht gut an – Zunge, um Himmels willen! Und einmal wiederum servierten wir ein Stroganoff mit Lammfleisch – der Gast, der sonst kein «Schöfig’s» ass, war in diesem Fall begeistert.Vegetarische oder vegane Vorlieben waren noch kaum ein Thema. Allergien ebenso wenig. Und heute? Ist es salonfähig geworden, nicht mehr alles essen zu wollen oder zu können. Doch wie gehen Gast und Gastgeber am besten damit um?

Das Menü besprechen

Trinkgläser Soriment
Trinkgläser Soriment

Wir waren kürzlich bei einer begnadeten Kochfrau eingeladen. Gleich beim Apéroschwärmte sie vom vorbereiteten Menü. Hausgemachte Pfifferling-Terrine, klare Kraftbrühe mit Steinpilzen, Hirsch-Carpaccio mit Feldnüsslisalat und dann Rehrücken mit Beilagen vom Wild. Meine Frau tat kund, kein rohes Fleisch zu essen, mit der Bitte, auch den Rehrücken nicht zu saignant serviert zu bekommen. Kein Problem: Es gab nur Nüsslisalat und wunderbar à point gebratenes Fleisch.

So mein Rat:

Sie dürfen sich vorher erkundigen, was es zu essen gibt. Sie dürfen sagen, was Sie gar nicht mögen. Bei besonders empfindlichen Gästen kann das Menü diesen auch beizeiten (wegen des Einkaufens) zur «Vernehmlassung» geschickt werden. Dann ist es den Gästen möglich, höflich zu intervenieren, sollte etwas gar nicht gefallen. Etwas komplizierter wird es, wenn Allergien im Spiel sind. Hier das Menü vorher ganz genau absprechen.

 

 

 

 

Mein Fazit lautet:

Besteck Garnitur
Besteck Garnitur

Letztendlich geht es bei Privateinladungen um ein gemütliches Zusammensein. Da ist weniger oft mehr. Gschwellti und eine Käseplatte munden vielen Menschen wie auch Raclette oder Fondue. Oder eine feine Suppe. Oder einen Gemüsekuchen. Großmutters Küche kommt in der Regel auch gut an. Seien wir ehrlich. Mehrheitlich kennt man seine Gäste. Unter kulinarisch Gleichgesinnten beispielsweise kann man auch getrost Vegetarisches oder Veganes für alle auftischen. Bon Appetit und viel Spass beim Gläser spülen.

Kleine Fotodiashow zur Kolumne:

fotodiashows.wordpress.com/2021/12/04/stil-fragenfur-die-festtage-besonders-aktuell-weiss-herbert-huber/

Text www.herberthuber.ch

Fotos: www.pixelio.de

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