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George Benson, Kongresshaus Zürich, 10. Juli 2017, besucht von Léonard Wüst

George Benson c Jim Hagopian
George Benson c Jim Hagopian

Besetzung:

George Benson

George Benson, guitar/vocals & band

 

Rezension:

George Benson
George Benson

Der Kongresshaussaal war 15 Minuten vor Konzertbeginn erst spärlich besetzt, es kamen fast alle auf den letzten Drücker. Als es dann, mit einer viertelstündlichen Verspätung losging, war der Saal doch proppenvoll, was logisch ist, wurde Benson doch  in den 1970/80er  mit acht Grammys ausgezeichnet, zwei weitere folgten 2007. Auch spielte er u.a.  zusammen mit Grössen wie Miles Davis und Lou Donaldson. Diesem Leistungsausweis wurde der noch immer vor Spielfreude sprühende im nun folgenden Konzert auch mehr als gerecht, unterstützt von einer grossartigen Band. Ebendiese nahm zuerst ihre Plätze auf der Bühne ein, worauf Bassist Stanley Banks den Leader auf das Set bat. Frenetisch bejubelt vom Publikum klaubte er sich seine Gitarre und legte gleich los mit einer fulminanten Improvisation.

George Benson brachte auch brillante Mitmusiker mit.

George Benson
George Benson

Dann bezog er die Band mit ein und in seinem ursprünglichen Stil von Jazz Fusion lieferten die sieben ein brillantes Set. Herausragend auch die Elektro Piano Soli von David Garfield, verblüffend, dass nebst gestandenen Musikern, mit Lilliana de los Reyes auch eine sehr junge Perkussionistin auf der Bühne stand, die zudem auch noch, zusammen mit dem Gitarristen Michael O’Neill, einen beachtlichen Backgroundgesang ablieferte. Erstaunlich, wie Benson, trotz seiner stattlichen 74 Jahren das Ding ohne Unterbrechung durchzog, ein Song nach dem andern, stilistisch variierend, manchmal gar verblüffend, aber immer bejubelt vom Auditorium

Dann folgte mit „Nothing’s Gonna Change My Love For You“, einem Song von Michael Masser und Gerry Goffin, sein wohl bekanntester Song, der aber erstaunlicherweise 1987  in der Version von Glenn Medeiros noch erfolgreicher wurde. Weiter gings im Programm ohne die junge Perkussionistin, die das Set kurzfristig verlassen hatte, dann aber von der Seite her dieses wieder betrat, mit einem Mikrophon in der Hand und mit ihrem Chef ein kurzes Duett sang. Sie tat dies ebenso gekonnt, wie sie vorher und nachher auch ihre Drums bearbeitete. Zum Erstaunen des Publikums durfte sie dann noch einen Song selber solo singen, dies sehr gekonnt und mit entsprechender Würdigung durch das Auditorium.

Fulminantes Schlussbouquet

George Benson
George Benson

Dann griff der Meister wieder zur Gitarre und groovte drauflos, mal perfekt eingebettet in den Sound der Band, mal mit einem brillanten Solo der Umarmung entfliehend, ab und zu  kontrapunktiert von einem kurzen Schlagzeugsolo, Improvisation des andern Gitarristen oder Piano Sololäufen. Das Publikum war euphorisiert, jubelte den Musikern zu, einige tanzten ausgelassen zwischen den Sitzreihen, was alle zum Aufstehen und applaudieren animierte. Der Kongresshausssaal wurde zum eigentlichen Tollhaus und man bejubelte die Protagonisten zu mehreren Zugaben.

Nach dem langen, nicht aufhörenden Applaus betrat Bensons Tourneemanager die Bühne und rief die Bandmitglieder einzeln nacheinander auf den Set zurück und stellte sie kurz vor. Das reichte dem Auditorium noch lange nicht, wieder brach grosser Jubel aus, der den Musikern, nach längerem Zögern, noch eine Zugabe entlockte.

Ein unvergessliches Konzert in phantastischer Atmosphäre, die vom Publikum massgebend mitgeprägt wurde.

 

Seit bald 50 Jahren ist Benson einer der einflussreichsten Gitarristen

George Benson
George Benson

Obwohl eher einer den unbekannten Bekannten der Beatgeneration der 1960er, hat er eine sehr treue, generationenübergreifende Fangemeinde. Benson war nie ein Blender, keiner der die Öffentlichkeit nebst der Bühne gesucht hat, war also seltener Gast in den Boulevardmedien, wahrscheinlich deshalb weniger populär bei der Masse, umso mehr wissen Musikkenner sein Schaffen zu würdigen. Er ist der Gitarrist, nebst B. B. King und Eric Clapton, der Generationen von Gitarristen seit über 50 Jahren beeinflusst hat und immer noch beeinflusst.

Im Gegensatz zu andern Gitarrengrössen spielt er nicht ein Gibson-Modell, sondern lässt seit Mitte der siebziger Jahre seine Instrumente bei der japanischen Firma Ibanez exklusiv herstellen. Bensons Gitarre Spiel besitzt mit einem leicht perlenden Akzent einen hohen Wiedererkennungswert, ebenso wie sein falsettierender Scat-Gesang. George Benson entwickelt im Lauf seiner Karriere einen ganz eigenen Sound, der nicht vor allzu eng gefassten Stilgrenzen Halt macht.

George Bensons Präsenz in den Charts

George Benson
George Benson

Mit dem Instrumental „Breezin“ erreicht er 1977 in Verbund mit der gleichnamigen Single gleich doppelt Platz eins der US-Charts.

Die Songs „This Masquerade“ und „On Broadway“ erhalten Grammy-Auszeichnungen, von denen er total zehn bekommt bis dato. Sein Song „The Greatest Love Of All“ entwickelt sich später zu einem Riesen-Hit für Whitney Houston

Ein Konzert von: www.allblues.ch

www.georgebenson.com/

Musikalische Kostprobe:

www.georgebenson.com/#media

Text: www.leonardwuest.ch

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Landschaftstheater Ballenberg, «Veronika Gut – Aufruhr in Nidwalden», Première 6. Juli 2017, besucht von Léonard Wüst

Veronika Gut – Landschaftstheater Ballenberg
Veronika Gut – Landschaftstheater Ballenberg

Das Landschaftstheater Ballenberg inszeniert dieses Jahr einen spannenden historischen Stoff. «Veronika Gut – Aufruhr in Nidwalden» erzählt die Geschichte einer mutigen und umstrittenen Frau, die vor 200 Jahren der französischen Besatzung die Stirn bot und dafür einen hohen Preis bezahlte

 

Rezension:

Grundsätzliches:

Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück

Veronika Gut – Aufruhr in Nidwalden“ erzählt die Geschichte einer mutigen und umstrittenen Frau, die vor 200 Jahren der französischen Besatzung die Stirn bot und dafür einen hohen Preis bezahlte. Das Stück spielt in Nidwalden um 1800. Nur zwei Jahre nach dem verheerenden Krieg zwischen Franzosen und Nidwaldner, als rund 400 Einheimische starben und ganze Dörfer zerstört wurden. Die Anhänger des Ancien Régime, Vaterländer genannt, kämpfen im Untergrund gegen die Anhänger der von Napoleon eingesetzten helvetischen Regierung. Veronika Gut, eine reiche Witwe und Mutter von sieben Kindern, steht auf der Seite der Vaterländer. Mit Mut, politischem Geschick und Geld befeuert sie den Widerstand gegen die verhasste neue Ordnung. 1798 war Veronika Gut bereits Witwe des Leonz Joller und siebenfache Mutter. Beim Franzosenüberfall starb ihr 17-jähriger Sohn Leonz in der Schlacht. Bei der Flucht vor angeblich anrückenden französischen Truppen stürzten 1801 ihre vier Töchter Agatha, Franziska, Josefa und Anna in die Engelberger Aa und ertranken.

Freilichtspiele Ballenberg

Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück

Nach zwei sehr erfolgreichen Theatersaisons mit „Ueli der Knecht“ und „Ueli der Pächter“ von Jeremias Gotthelf wagt sich das Landschaftstheater Ballenberg diesen Sommer an einen neuen Stoff. Der Berner Autor Andreas Berger hat ein Theaterstück zu einer der herausragendsten und umstrittensten Frauenfiguren der Schweizer Geschichte geschrieben: Veronika Gut (1757 – 1829). Die reiche Witwe wehrte sich hartnäckig gegen die neue Ordnung, welche die Franzosen um 1800 in die Schweiz brachten, und zahlte dabei einen hohen Preis. Das Landschaftstheater zeigt ein spannendes Stück Schweizer (Frauen-)Geschichte.

 

Einstimmung für die nachfolgende Première

Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück

Treffpunkt für geladene Gäste war beim Eingang West. Es folgte die offizielle Begrüssung durch den Präsidenten des Vereins Freilichttheater Ballenberg Nationalrat Lorenz Hess. Hess bedankte sich namentlich bei allen Mitwirkenden, Gönnern, Sponsoren usw. die zum guten Gelingen dieser, bereits 23. Produktion, des Vereins „Landschaftstheater Ballenberg“ ihren Beitrag, in welcher Form auch immer, geleistet haben. Die Zuschauerkapazität beträgt 700 Plätze pro Aufführung, alles gedeckte Tribünenplätze direkt an der Spielstätte, also beim  Haus aus Wila (Baujahr ca. 1680).

Es folgten noch ein paar grundsätzliche Informationen durch Peter Flück, Grossrat des Kantons Bern, Präsident des Stiftungsrates vom „Ballenberg, Freilichtmuseum der Schweiz“, der seit Amtsantritt Ruhe geschaffen hat, nach den Querelen um die vorherige Geschäftsführung

Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück

Fakt ist: Die Organisatoren haben einen optimalen Weg und Mix gefunden um den gordischen Knoten zu lösen. Vorzügliche Nutzung der örtlichen Gegebenheiten (wie z.B. diesmal das Wila Haus als Schauplatz der Aufführungen, statt Errichtung teurer künstlicher Kulissen). Richtige Grösse ( Anzahl Plätze auf der Zuschauertribüne), kongeniale Einbindung und Mitwirkung der einheimischen Bevölkerung, sehr gute Verankerung und viel Goodwill in der Region. Wenig bis gar keinen Klamauk, Effekthascherei oder Getöse bei der Inszenierung. Authentisches Landschaftstheater.

Gemütliche Wanderung zur Spielstätte

Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück

Danach machte man sich auf den 20minütigen Spaziergang zur Spielstätte. „Nichtwanderer“ wurden mittels Kleinbusshuttle dorthin gefahren. Bei optimalen Wetterbedingungen setzte man sich auf die Tribüne und wartete gespannt der Dinge, die da kommen sollten. Prominentester Premierenbesucher wie jedes Jahr war Altbundesrat Christoph Blocher mit Gattin Silvia. Blocher ist auch einer der grössten Sponsoren des Freilichttheaters, wie Lorenz Hess bei der Begrüssung mitgeteilt hatte.

Die Inszenierung beim Haus Wila

Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück

Zu Beginn erläuterte ein Sprecher die Ausgangslage des Stücks. Ein Teil der ursprünglichen Eidgenossenschaft sei jetzt im Jahre 1798, von den Franzosen besetzt und als „Helvetische Republik“, mit den Grundsätzen der französischen Revolution deklariert und installiert worden. Dies auch hier, im von den Franzosen so genannten Kanton Waldstätten, natürlich unter deren peinlicher, strenger Oberaufsicht, die zudem mit Heinrich Zschokke (gebürtiger Deutscher), als „Kommisär“ der helvetischen Regierung, quasi ihren Statthalter eingesetzt hatten. Dies empörte und entzürnte viele freiheitsliebende Nidwaldner, die schon bald den offenen Aufstand wagten, der brutal, grausam und blutig niedergeschlagen wurde und über 400 Nidwaldner das Leben kostete. Dazu kamen die „üblichen „ Kriegsgräuel wie Vergewaltigungen, Plünderungen und Brandschatzungen.

Widerstand einer rebellischen, starken Frau

Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück

Nach dem „Franzosenüberfall“, bei dem Veronika Guts 17jähriger Sohn Leonz ums Leben kam und der Einführung der neuen Ordnung wurde Veronika Gut als widerständige Rebellin verhaftet und vor Gericht gestellt. Sie wurde neben einer Geldbusse dazu verurteilt, mit einem Zettel mit der Aufschrift «Ruhestörende Lügnerin» sonntags eine Viertelstunde vor der Kirche zu stehen. Zudem sollte sie ein Jahr lang eine schwarze Haube tragen. Da zu jener Zeit ehrbare Frauen weisse Hauben trugen, stellte das Tragen einer schwarzen Haube eine Demütigung dar. Veronika Gut verwandelte die als Demütigung gedachte Strafe jedoch in eine Auszeichnung indem sie die Haube mit derart offensichtlichem Stolz trug, dass schon bald der Befehl erging, sie solle diese abnehmen, um nicht weiter den Ärger der Regierung zu provozieren.

Der Aufbau einer Widerstandsbewegung mit Guerillataktik

Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück

So organisierten sich die verbliebenen Aufständischen unter Führung der Ratsherrenwitwe und siebenfachen Mutter Veronika Gut als eigentliche Guerilla, deren Taktik jeweils bei konspirativen Treffen in deren Stanser  Hause festgelegt wurde. Die übliche Taktik: franzosentreue Landsleute wurden verprügelt und drangsaliert, dies nicht auf weiche Art, sondern unmissverständlich. Dies solle, so Veronika Gut, solange gemacht werden, bis man deren Angstschweiss in Paris riechen könne. Dazu schmuggelte die Anführerin, nach ihren Besuchen auf dem Markt in Luzern, wo sie ihre Waren feilbot, beim Retourweg Waffen und Munition nach Stans zurück.

 

Weiterer persönlicher Schicksalsschlag für Veronika Gut

Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück

Als sie im September 1801 fälschlicherweise einen neuerlichen Einmarsch der Franzosen erwartete, verlor sie auf der Flucht ihre vier Töchter.Diese ertranken in der Engelberger Aa. 1803 wurde Veronika Gut wegen Pöbelei erneut verhaftet. Napoleons militärische Niederlagen ab 1813 gaben ihr neuen Auftrieb. Mit ihrem zweiten Gatten, Melchior Odermatt, und Landammann Franz Xaver Wirsch bildete sie den Kern das nach ihr benannten Froneggrats, der den Widerstand gegen den Bundesvertrag von 1815 organisierte. Mit dem Einmarsch der eidgenössischen Truppen im August 1815 endete Veronika Guts Einfluss. Die Geschichte wurde blockweise gespielt, Episode für Episode. Da wäre man froh gewesen um einen Sprecher der, wie zu Beginn der Aufführung, jeweils kurz erläutert hätte, was jetzt folgt und wo es spielt, da es für Zuschauer, die sich nicht vorher in die Geschichte eingelesen und schlau gemacht hatten, manchmal schwer war, das gespielte sofort richtig einzuordnen. Bei Gotthelf – Inszenierungen geht es problemlos ohne Erklärer, da wohl alle mal einen Gotthelf Film gesehen, einige sogar ein Gotthelf Buch gelesen haben. Schade, denn gespielt wurde vom Ensemble äusserst intensiv, engagiert, der, von Silvia Jost in die Mundart übersetzte Text war sehr passend und pointiert. Karin Wirthner glänzt als Veronika, sie  «isch en Ächti». Sie ist – wie Veronika Gut – in Stans aufgewachsen, sodass gar die Mundart authentisch war. Überragend auch Slvia Jost als Chalen Dorly, die mit viel Witz, Ironie und Sarkasmus diese Aussenseiterin verkörperte. Unterstützend getragen wurden die beiden Schauspielprofis von über 30 Laiendarstellern aus der Gegend um den Ballenberg, die meisten von ihnen schon lange dabei.

Zusammenfassendes Fazit

Die Musik war völlig überflüssig, ja gar störend, hörte man die Schauspielerinnen dann nur sehr schlecht, da am Ballenberg traditionsgemäss ohne Mikrofone agiert wird. Da wären ein paar Takte der „Marseillaise“ bei Auftritten französischer Soldaten bzw. Repräsentanten effektiver gewesen und hätten nicht gestört, sondern dramatisiert.

Den Premierenbesuchern hats trotzdem sehr gefallen, was es denn auch mit einer langanhaltenden stehenden Ovation bekundete.

Kleine Fotodiashow der Produktion von Photografie Markus Flück:

fotogalerien.wordpress.com/2017/07/02/landschaftstheater-ballenberg-veronika-gut-aufruhr-in-nidwalden-fotodiashow/

 

Kleine Fotodiashows der Proben zur Produktion von Markus Flück, Landschaftstheater Basllenberg und Gabriela Bucher – Liechti:

Text: www.leonardwuest.ch  Fotos: fotogalerien.wordpress.com/2017/05/27/landschaftstheater-ballenbergveronika-gut-aufruhr-in-nidwalden-probenbesuch-von-gabriela-bucher-liechti/

Zusätzliche Infos über das Stück „Veronika Gut“ sowie Reservationen auf

www.landschaftstheater-ballenberg.ch

Der Vorverkauf ist eröffnet

Nähere Informationen und Ticketbestellung über:

landschaftstheater-ballenberg.ch/de/Willkommen

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Kris Kristofferson, Kongresshaus Zürich, 28. Juni 2017, besucht von Léonard Wüst

Kris Kristofferson c Joseph Hudak
Kris Kristofferson c Joseph Hudak

Besetzung:

Kris Kristofferson

Kris Kristofferson, vocals/guitar/harp

 

Rezension:

Kris Kristofferson im Kongresshaus ZürichEinige der grossen Stars aus den 1960er, 1970er Jahren touren immer noch durch die Lande, einige eher lustlos und ausgebrannt um ihre Rente aufzubessern, andere voll motiviert und spielfreudig. Zur zweiten, der erfreulichen Gattung, gehört der 81 jährige gebürtige Texaner Kris Kristofferson. 1966, also vor 51 Jahren gelang ihm mit der von Dave Dudley herausgegebenen Single „Viet Nam Blues“ ein erster kleiner Erfolg, dem viele grosse folgten. Johnny Cash machte das, von Kristofferson geschriebene „Sunday Morning Coming Down“, zu einem Nummer-eins-Hit in den Country-Charts. Endgültig unsterblich machte ihn „Me and Bobby McGee“, zum Welthit gemacht von Janis Joplin. Parallel zu seinem Aufstieg als Singer – Songwriter gleiste er auch eine Weltkarriere als Schauspieler auf. Zitat des Veranstalters: Ob er als Schauspieler noch wichtiger ist? Wer ihn in Sam Packinpahs Klassiker «Pat Garrett and Billy The Kid» sah, mag dies bejahen, stünde er nicht in einer Reihe mit Johnny Cash oder Willie Nelson als eine der wichtigsten Stimmen der Country- & Folkmusik. Zitatende.

Der Auftritt einer Legende

Ganz in schwarz gekleidet, betrat die grau – weiss haarige Ikone die Bühne des praktisch ausverkauften Saals im, dem Mitte Juli zum Abriss geweihten, Kongresshaus. Ebenso schlicht wie sein Outfit auch das für seinen Auftritt benötigte Equipment. Nebst der lässig umgehängten Akustikgitarre  war da noch ein Ständer mit dem Mikrofon und ein zweiter für die Mundharmonika. Das Publikum, meist gesetzteren Alters,  jubelte ihm schon zu, bevor er das erste Mal die Gitarre gezupft hatte. Er servierte uns drei Songs zum Aufwärmen, alle im countrymässig fast omnipräsenten 6/8 Takt. Dazu bediente er sich auch öfters der Mundharmonika, die er dann aber im Verlaufe des Abends nicht mehr benutzen würde.

Richtig lancierte er das Konzert aber  mit „Me and Bobby McGee“, setzte damit einen ersten Höhepunkt frenetisch gefeiert vom sehr fachkundigen Publikum, das den Song natürlich schon beim ersten Ton erkannt hatte.

Kris Kristofferson
Kris Kristofferson

Kleiner Wehmutstropfen, dass er fast alle Songs in der immer gleichen Tonart spielte, was doch etwas langweilig wirkte. Wenn das schon die Tonart ist, die für seine Stimmlage am besten passt, wäre zwischendurch ein rein instrumentales Intermezzo in einer andern Tonart nicht nur angebracht, sondern notwendig. So aber hatte das Ganze den Touch von Lagerfeuerromantik und es baute sich leider wenig Spannung auf, dies störte aber die Hard Core Fans wenig oder gar nicht. Diese feierten dann umso mehr die ganz grossen Nummern des begnadeten Songwriters, die er geschickt immer zwischen zwei, drei weniger bekannte einfügte. So u.a. auch „Please Don’t Tell Me How the Story Ends” und “The Pilgrim, Chapter 33″. Er zog das Set 50 Minuten non stop durch, dann verordnete er uns und sich eine viertelstündliche Pause.

Nichts Neues im zweiten Konzertteil

Danach ging es Song um Song weiter, leider immer noch in derselben Tonart, dabei interpretierte er viele Lieder von seinem  1972 erschienenen Album „Jesus was a capricorn“, immer verdankt mit stürmischem Applaus des Auditoriums.

 

Als er die Harmonien seines wohl grössten Hits  „For the good times“ antönen liess, war klar, dass das Ende des Konzertes nahte. Umso gebannter lauschte das Publikum ihm zu, hingebungsvoll beeindruckt vom nicht zu verleugnenden unglaublichen Charisma, das er noch immer ausstrahlt und applaudierte ihn heftig noch zu einer Zugabe.

Fazit:

Kris Kristofferson
Kris Kristofferson

Es war der Kris Kristofferson, den man seit 50 Jahren kennt. Keinerlei Experimente oder verpoppen, aufpeppen der Songs. Dieses Konzert hätte durchaus eine Aufzeichnung von früher sein können können, hätte man da den älteren Herrn auf der Bühne nicht gesehen. Das ist kein Problem für seine „ewigen“ Fans, ein jüngeres Publikum könnte er damit wohl nicht mitreissen. In seinem reiferen Alter muss er das ja auch nicht mehr und so ganz allein, ohne Band und grosses Equipment in der Welt herum zu reisen, ist weniger anstrengend und passt ja auch eher zu ihm. Potenzial hätte das performte durchaus, um im Rahmen von intimen Clubkonzerten auch junge Musikfans abzuholen. Das wird er aber kaum tun, denn in naher Zukunft wird auch ihm, obwohl momentan noch fit und gesund, das herumtouren zu anstrengend werden.

Nachtrag zu seiner musikalischen Biografie:

“Sunday Mornin’ Comin’ Down” war auch No. 1 in den USA im Jahr 1970 und er gewann  den  CMA Award for Song of the Year.

1972 wurde “Help Me Make It Through the Night” in der Version von Sammi Smith mit zwei Grammys ausgezeichnet.

Für ihn sei eine besondere Ehre gewesen, so Kristofferson, dass sein  Song “My God, they killed him.”  sogar von Grossmeister Bob Dylan gecovert wurde.

Me and Bobby Mcgee

www.youtube.com/watch?v=G-J7mLyD3yc

Help me make it through the night

www.youtube.com/watch?v=CksF7Kr7Drw

Videos und Fotos: Klaus Rothen:

Video 1 youtu.be/779b6uIi3Q8

Video 2 youtu.be/qObQIQVohXk

Video 3 youtu.be/BrspkQTK8Vg

Ein Konzert von: www.allblues.ch

Text: www.leonardwuest.ch

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Luzerner Sinfonieorchester, Beethoven Projekt 3, Oliver Schnyder, Klavier, 18. Juni 2017, besucht von Léonard Wüst

Oliver Schnyder, Solist am Klavier
Oliver Schnyder, Solist am Klavier

Besetzung und Programm:

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 19

Ludwig van Beethoven
Ouvertüre zu Goethes Trauerspiel «Egmont» op. 84

Ludwig van Beethoven
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 Es-Dur op. 73

 

Rezension:

Mit dem sonntäglichen Konzert endete das Beethoven Projekt des Luzerner Sinfonieorchesters. Die erste Aufführungsserie aller Konzerte begann  mit Kammermusik-Fassungen auf dem Pilatus.

Zum Konzert:

Im ersten Konzertteil wurde das etwas „ruhigere“ zweite Konzert für Klavier und Orchester von Beethoven interpretiert.

Luzerner Sinfonieorchester, Bild Christian Flierl
Luzerner Sinfonieorchester, Bild Christian Flierl

Schnyder arbeitete die Konturen klar heraus, feinfühlig und doch bestimmt, baute die Spannungen auf, klar strukturierend, dennoch nie dominant. Keinerlei Effekthascherei, instinktiv den Vorgaben des Komponisten folgend, ermöglichte dies ein wunderbares Miteinander von Solist und Orchester, das von Dirigent James Gaffigan konziliant, doch souverän bestimmt  zusammengefügt wurde. Gebannt, fast angestrengt – angespannt, lauschte das Publikum, im vollen Konzertsaal, diesem Musikgenuss und feierte die Künstler dann auch mit einem langanhaltenden starken Applaus.

Bei der darauf folgenden Ouverture zu Goethes  „Egmont“ konnte das Orchester ebenso brillieren, wie vorher Solist Oliver Schnyder., dazu liess ihm der Dirigent sehr viel Freiheiten, indem er nur sehr marginal mittels wenigen Gesten führte. Auch hier geizte das Auditorium nicht mit Applaus, bevor es sich wohlgestimmt in die Pause begab.

Zweiter Konzertteil:  

James Gaffigan, Leitung
James Gaffigan, Leitung

Das 5. Konzert für Klavier und Orchester Im englischsprachigen Raum auch unter dem Titel Emperor bekannt, gehört zu den meistaufgeführten Klavierkonzerten weltweit und erfreut sich größter Beliebtheit.(Aufgrund seiner fortgeschrittenen Schwerhörigkeit konnte Beethoven das Werk nicht selber uraufführen und hat deshalb präzise Anweisungen, wie der Solopart durch den Pianisten zu spielen sei, in der Partitur eingefügt). Zu Beginn intoniert das ganze Orchester erhaben und prunkvoll einen gehaltvollen Akkord, dreimal gefolgt  vom Soloklavier mit fabelhafter Kadenz, worauf das Orchester das Hauptthema mit grossem sinfonischen Glanz beginnt, eine einzigartige Verschmelzung von konzertierenden Passagen und sinfonischer Grösse. Trotz dem, von Beethoven diktierten engen Korsett der Interpretation, gelingt es Oliver Schnyder auf eindrückliche Art, dem Werk seine persönliche Note zu verleihen. Er schuf eine meditativ verinnerlichte Atmosphäre im langsamen Satz, schälte die Nuancen heraus, ruhte oft in sich selbst, über sein Instrument gebeugt, um sich kurz darauf entspannt zurückzulehnen für besonders schöne Tremolo oder eine Abfolge feiner Arpeggien. Diesen Intuitionen folgte Gaffigan mit seinem  Residenzorchester des KKL, so der neue Name des LSO, aufs trefflichste und lässt dadurch den Solisten brillieren, ohne das Licht des Orchesters unter den Scheffel zu stellen. Der ruhigen Verhaltenheit folgt als einziger Ton ein H. das von den Hörnern behutsam um einen halben Ton zum einem B hinuntergefedert wird, so den Boden legend für das intonieren des Themas des Finales durch das Solopiano, bevor es sich ungestüm überschäumend Bahn bricht zu einer 6/8 Taktfolge voller Übermut und so die ganze Spannung im grossen Finale auflöst. Entspannt und begeistert brachte das Publikum  eine wahre Applauskaskade ins Rollen, durchsetzt mit Bravorufen, von den Protagonisten sichtlich genossen. Nebst dem Solisten und dem Dirigenten durften auch die einzelnen Register ihren Sonderapplaus abholen.

Man sagt ja gemeinhin, dass der Applaus das Brot des Künstlers sei.  Am Ende dieses Konzertabends bekamen die Protagonisten sehr viel Brot für ihre Darbietungen und auch noch eine verdiente stehende Ovation.

Grundsätzliches zum Solisten am Piano Oliver Schnyder

Solist Oliver Schnyder startete seit seinem Debüt-Rezital 2000 im John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Washington, D.C. und seinem Solo-Debüt 2002 mit dem Tonhalle-Orchester Zürich unter David Zinman anlässlich der Orpheum-Musikfesttage zur Förderung junger Solisten Zürich (heute: Orpheum – Young Soloists on Stage) eine weltweite, sehr erfolgreiche Konzerttätigkeit.

 

Kurzer Trailer des Luzerner Sinfonieorchesters LSO

youtube.com/watch?v=2oAW9cmRsX0

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: sinfonieorchester.ch/home

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