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Vorstand Business Professional Woman Lucerne ( BPW Luzern)

Business Professional Woman BPW Club Luzern,Lesung mit Lucette Achermann, 24. Oktober 2017, Hotel des Balances Luzern

Vorstand Business Professional Woman Lucerne ( BPW Luzern)
Vorstand Business Professional Woman Lucerne ( BPW Luzern)

Präsentation und Lesung:

Begrüssung und Einführung: Karin Klapproth Brennan  &  Lucette Achermann, Lesung: Thomas Vaszary 

Karin Klapproth Brennan rechts und Carmen von Däniken
Karin Klapproth Brennan rechts und Carmen von Däniken

Fast 90 Mitglieder zählt der BPW  Luzern, also nicht ganz 100. Ganz hundert sind aber die umtriebigen, aktiven Vorstandsmitglieder. Für die Organisation der Lesung von Lucette Achermann vor den Luzerner Business Ladies zeichnete Vizepräsidentin Carmen von Däniken verantwortlich.

Immer aufgestellt, der Vorstand des BPW Luzern
Immer aufgestellt, der Vorstand des BPW Luzern

Nicht ganz, aber fast Hahn im Korb war ich im „Hotel des Balances“ am rechten Luzerner Reuss Ufer, anlässlich dieses Events, waren doch, ausser mir, grad noch drei andere Männer anwesend, darunter Medien – und Tourismusexperte Thomas Vaszari. Minorität des „starken Geschlechts“ kontra geballte Frauenpower? Um dieses Thema drehte sich dieser Abend glücklicherweise nicht. Thomas Vaszari, ein enger Freund der Autorin, übernahm die Rolle des Vorlesers, da er, so die Erklärung der Autobiografin, das weit bessere Hochdeutsch artikuliere, als sie als geborenes Landei.  Ganz zu Beginn begrüsste Vereinspräsidentin Karin Klapproth Brennan die Anwesenden, sehr zu ihrer Freude waren unter den 39 Damen auch einige von befreundeten BPW  Vereinen aus Olten, Zug und gar Zürich. Darauf stellte sich Lucette Achermann selber vor mit einer Kurzbiografie und den Weg, den sie ging, bis sie dort war, wo sie heute steht, beim Geschichten schriftlich, in Form von Büchern, erzählen und Geschichtenerzählerinnen zuzuhören. Entscheidend beeinflusst und bestärkt sich ihren Wunsch des Schreibens zu erfüllen, sei u.a. eine Begegnung und kurze Unterhaltung mit Elias Canetti (der einige Jahre später, 1981, den Literaturnobelpreis erhielt), in einem Londoner Café gewesen, insbesondere dessen Hinweis auf seinen Erstling „Die Blendung“ (Hauptfigur ist der größte lebende Sinologe und Büchersammler Peter Kien, der in einer Vier-Zimmer-Wohnung mit seiner 25.000 Bände umfassenden Bibliothek haust. Durch die Ehe mit seiner Haushälterin Therese Krumbholz wird der weltfremde Sonderling mit der Gemeinheit des Lebens konfrontiert und verfällt dem Irrsinn.)

Spannende Lesung durch Thomas Vaszary

Lucette Achermann, rechts und Thomas Vaszary
Lucette Achermann, rechts und Thomas Vaszary

Dann begann Thomas Vaszary mit dem rezitieren aus verschiedenen Büchern von Lucette Achermann. Vom traurigen Schicksal der Paula Roth, der Wirtin vom „Bella Luna“ im Albulatal, die ermordet wurde. (Die schillernde Wirtin - Bal a l’üna, Leben und Tod der Aussenseiterin Paula Roth – verfilmt von Kuno Bont). Die Memoiren der umtriebigen Wirtin Martha Regli, die u.a. auch einmal in der „Angelfluh“ in Meggen gewirtet hatte. Das Leben von Single Frauen.

Aus der Bahn geworfen, das Buch von Lucette Achermann
Aus der Bahn geworfen, das Buch von Lucette Achermann

Oder im neuen Buch „Aus der Bahn geworfen“ zwölf Geschichten von Männern, die durch Lebensumstände buchstäblich aus ihrem gewohnten Leben katapultiert wurden, Zum Beispiel das Schicksal eines, zu Unrecht des Missbrauchs seiner Kinder beschuldigten erfolgreichen Geschäftsmannes, der dadurch in den Ruin getrieben wurde. Inzwischen hat die Luzerner Autorin, die pro Buch etwa ein Jahr Zeit aufwenden muss, über 30 Bücher verfasst, davon einige Verlagsbücher, nebst etwa 30 Auftragsbiografien.

Schlussworte und Ausblick der Präsidentin

von rechts, Karin Klapproth, Lucette Achermann, Thomas Vaszari
von rechts, Karin Klapproth, Lucette Achermann, Thomas Vaszary

Die Vereinspräsidentin bedankte sich bei den Protagonisten und stellte fest, dass die Damen so gebannt zugehört hätten, dass man die sprichwörtliche Nadel auf den Boden fallen gehört hätte und konnte noch, sichtlich stolz ankündigen, dass am 10. Januar 2018  mit Iris Bohnet  ( Schweizer Akademikerin, Verhaltensökonomin und Professorin für Public Policy an der Harvard Kennedy School in Cambridge) eine weltweit anerkannte Persönlichkeit beim BPW Luzern zu Gast sein wird. Im kleineren Kreis erläuterte Karin Klapproth noch, dass sie gedenkt, den Vereinsvorstand sukzessive zu verjüngen und sie werde dann sich selbst ins zweite Glied zurückziehen.

Allgemeines über den BPW:

Harvard Professorin Iris Bohnet
Harvard Professorin Iris Bohnet

BPW ist schweiz- und weltweit der bedeutendste Verband berufstätiger Frauen in verantwortungsvollen Positionen. BPW Switzerland gehören rund 2500 Frauen aus verschiedenen Berufen, Positionen, Branchen an, die in 40 lokalen Clubs in allen Regionen der Schweiz vertreten sind.

Business Professional  Woman Lucerne
Business Professional Woman Lucerne

BPW setzen sich ein für die Förderung berufstätiger Frauen, Chancengleichheit und Gleichberichtigung. Für die persönliche Weiterentwicklung bieten wir Programme wie Mentoring und BPW-Erfolgsteams, sowie lebenslanges Lernen.

 

Weltweit ist BPW in mehr als 90 Ländern vertreten und hat ca. 30'000 Mitglieder.

Frauenpower

BPW  Stilecht am Oktoberfest
BPW Stilecht am Oktoberfest

Das BPW Netzwerk bietet Frauen die Möglichkeit, ihre Beziehungen gewinnbringend einzusetzen. Neben der Unterstützung und Pflege des Beziehungsgeflechts ist es uns auch ein Anliegen, den Mitgliedern stets ein attraktives Programm zu bieten, wo man sich gegenseitig kennenlernen und die Kontakte vertiefen kann.

Homepage BPW Club Luzern: www.bpw-luzern.ch/de/Ueber-uns

Homepage Lucette Achermann: www.rohnstock-biografien.ch/

Homepage Thomas Vaszary: www.vazy.ch/

Homepage « Hotel des Balances » : www.balances.ch/

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: www.bpw-luzern.ch/de/Ueber-uns

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Matthias Kurmann , Stefanie Rösner , Anna Rebecca Sehls, Hans Caspar Gattiker, Stefan Schönholzer, Foto Ingo Höhn

Luzerner Theater, Ronja Räubertochter, Première 24. Oktober 2017, besucht von Gabriela Bucher – Liechti

Matthias Kurmann , Stefanie Rösner , Anna Rebecca Sehls, Hans Caspar Gattiker, Stefan Schönholzer, Foto Ingo Höhn
Matthias Kurmann , Stefanie Rösner , Anna Rebecca Sehls, Hans Caspar Gattiker, Stefan Schönholzer, Foto Ingo Höhn

Produktion und Besetzung:

Produktionsteam

Inszenierung: Maximilian Merker Bühne: Martin Dolnik Kostüme: Sara Giancane Licht: Clemens Gorzella Dramaturgie: Friederike Schubert Musikalische Leitung, Songwriting: Matthias Schoch Musikalische Co-Leitung: Stefan Haas

Besetzung

Anna Rebecca Sehls (Ronja Räubertochter) Hans-Caspar Gattiker (Mattis) Stefanie Rösner (Lovis) Michel Kopmann (Birk Borkasohn) Patric Gehrig (Borka) Daniela Luise Schneider (Undis) Matthias Kurmann (Glatzen-Per) Stefan Schönholzer (Klein-Klipp) Sandrine Zenner (Pelle) Stefan Haas (Live-Musik)

 

Rezension:

«Ronja Räubertochter», die allseits bekannte Geschichte von Astrid Lindgren, ist das diesjährige Familienstück des Luzerner Theaters. Und wenn 20 Schulklassen an einem wunderbaren Dienstagnachmittag mäuschenstill im Saal sitzen, dann muss das Luzerner Theater etwas richtig gemacht haben!

Faszination Theater

Selbstverständlich ging’s nicht von Anfang an so gesittet und ruhig zu an der Premiere letzten Dienstag. Im Foyer wogte ein Meer von Kinderköpfen, der Lärmpegel stieg von Minute zu Minute. Im Theatersaal herrschte ein unglaubliches Gewusel, die Kleinen schrien, winkten, hüpften und lachten. «Wenn die Stimmung hier drin nur immer so gut wäre» meinte ein Erwachsener neidvoll. Kaum schlurfte aber Glatzen-Per über die Bühne, wurde es ruhig. Und es zeigte sich, Kinder bleiben Kinder trotz moderner Medien. Die Kleinen lassen sich nach wie vor faszinieren von gut erzählten Geschichten und machen mit vollem Elan mit. Wenn die bösen Wilddruden von der Mattis-Burg herunterschreien, verkriecht sich der eine oder andere schnell bei der Lehrerin. Ist Gefahr in Verzug im Wald, wo Ronja und Birk zusammen hausen, alarmiert der ganze Saal lauthals. Und steppt mal der Bär, oder in diesem Fall rappt mal Mattis und «moon-walked» über die Bühne, kreischen sie und klatschen rhythmisch mit. Wird’s etwas gar spannend, zeigt der tosende Applaus und das laute Lachen, dass die Kids froh sind, dass doch alles gut ausgegangen ist. So gesehen war das Geschehen im Saal an diesem Nachmittag fast so spannend wie jenes auf der Bühne. Dass ein Theaterstück von anderthalb Stunden die Kinder immer noch so zu fesseln weiss, ist ein schönes Gefühl.

Einfach und mit viel Gefühl

Das Bühnenbild ist relativ einfach gehalten, die Burg ein Konstrukt aus Brettern, der Wald ein paar Holzpfähle, das reicht aber durchaus. Es gibt witzige Momente und herrliche Bilder: Die mit silbrigem Lametta behangenen Graugnome oder die Rumpelwichte, die wie Jack in the Box aus ihren Löchern schiessen und wieder verschwinden. Der Kampf zwischen Mattis und Borka, eher erheiternd als gefährlich und von Glatzen-Per kommentiert wie ein Fussball-Match. Aber es wird nichts überzeichnet, kein Spektakel des Spektakels willen. Da wird ganz einfach die berührende Geschichte von Ronja und Birk erzählt, schnörkellos, heruntergebrochen aufs Wesentliche, aber dabei nicht emotionslos. Da steckt viel Gefühl drin, in der Vater-Tochter Szene, in Ronjas Umgang mit der Angst und nicht zuletzt in den aufkommenden Gefühlen zwischen Ronja und Birk.

Anna Rebecca Sehls gibt eine selbstbewusste Ronja, lebendig, fröhlich, stark, überhaupt sind die Frauen das «stärkere Geschlecht» in dieser Geschichte. Michel Kopmann ist ein eher scheuer, fast zarter, aber unheimlich sympathischer Birk.

Die beiden schafften es, nicht nur die Herzen der Kinder zu erwärmen.

Der Schlussapplaus war tosend, «Zugabe», schrien die Kleinen und hörten nicht auf, bis das ganze Ensemble, inklusive Verantwortliche der Inszenierung, der Bühne und der Kostüme noch einmal das Räuberlied schmetterte und wer in diesem Moment mehr gestrahlt hat, jene auf der Bühne oder jene im Saal sei dahingestellt.

Kleine Fotodiashow von Ingo Höhn www.luzernertheater.ch

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Text: www.gabrielabucher.ch

Fotos: www.luzernertheater.ch  Ingo Höhn

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Luzerner Theater,  Feeling Gatsby  Eine Jazz-Legende Foto Ingo Höhn

Luzerner Theater, Feeling Gatsby Eine Jazz-Legende nach F. Scott Fitzgerald und Zelda Fitzgerald, besucht von Gabriela Bucher – Liechti

Luzerner Theater,  Feeling Gatsby  Eine Jazz-Legende Foto Ingo Höhn
Luzerner Theater, Feeling Gatsby Eine Jazz-Legende Foto Ingo Höhn

Produktionsteam und Besetzung:

Inszenierung: Lennart Hantke Bühne: Lea Burkhalter Dramaturgie: Laura Schmidt Musikalische Leitung und Arrangements: Laurin Moor / Simon Ruckli Kostüme: Moana Lehmann

 Besetzung: Annina Polivka Jason Cox

Rezension:

«Feeling Gatsby», das Stück, welches momentan in Luzern in der Box aufgeführt wird, soll das Lebensgefühl der Zwanzigerjahre wiedergeben und Mythen um die Gestalt von Gatsby und Daisy aus dem Buch «The Great Gatsby», aber gleichzeitig auch um jene von Zelda und Scott Fitzgerald, dem Autor des Buches, aufdecken. Fragmente aus dem Roman und Briefauszüge von Zelda an Scott erzählen von einer Amour Fou, von Reichtum, Leidenschaft, Glamour und Verbrechen.

Zurückhaltende Partystimmung

Der Ansatz, das Publikum anfänglich an einer der legendären Partys von Gatsby teilnehmen zu lassen ist zwar interessant, funktioniert aber nicht ganz. Rauschende Partys wie jene von Gatsby finden nicht im Dunkeln statt und Dunkelheit verlangt – mindestens im Theater – nach Stille und nicht nach Feiern. Statt fröhlicher Stimmung herrscht also eher etwas Ratlosigkeit zu Beginn des Stückes. Die Besucher stehen unentschlossen in der Halbfinsternis, vorne auf einem kleinen runden Podest liegt Daisy (Annina Polivka) und man fragt sich, was genau von einem erwartet wird. Dann beginnt Daisy zu erzählen, Erinnerungen heraufzubeschwören. Das Publikum wird mit schweren Gläsern mit einer undefinierbaren Flüssigkeit versorgt und Statisten, als Partygäste gekleidet in Kostümen in Anlehnung an die «Roaring Twenties» bewegen sich lautlos durch den Raum. Sie versuchen, das Publikum mit einzubeziehen, lehnen sich hier ein bisschen an, was auch schon mal zu irritierten Blicken führt, wiegen sich dort mit jemandem zur Musik. Irgendwo im Hintergrund, für die meisten, oder alle, unsichtbar, singt Jason Cox «Anything goes».

Vorhänge als Ausgrenzung und Schutz zugleich

Das leicht unbehagliche Gefühl bleibt auch noch, wenn das Publikum sich dann setzt. Die Stuhlreihen befinden sich an drei Seiten der Bühne, aber hinter einem leichten schwarzen Tüllvorhang, der die Sicht erschwert. So bleibt man aussen vor und hat ein Gefühl von Voyeurismus. Wenn Daisy nach Gatsbys Tod die Vorhänge herunterreisst, ist das Licht im ersten Moment unheimlich grell und man fühlt sich völlig ausgesetzt. Diese verschiedenen Eindrücke, sicher nicht alle gewollt, lenken teilweise von der Geschichte ab.

Trotzdem hat der Abend etwas Berührendes. Annina Polivka als Daisy ist wehmütig, traurig, sehnsüchtig, ausgelassen und Jason Cox möchte man stundenlang zuhören, wenn er mit samtener Stimme Stücke von Gershwin und Porter interpretiert. Studierende der Jazzabteilung der HSL begleiten hervorragend im Hintergrund. Und es gibt intensive Momente, wo Gefühle greifbar werden. Wenn Daisy Gatsby erklärt, dass er eine andere finden wird, ihm aber gleichzeitig wie magisch angezogen folgt, ist das Knistern zu spüren zwischen den beiden. Und wenn sie verloren, einsam und sehnsüchtig an Gatsbys Grab sitzt und die Melodie einer Musikdose leise im Nichts verklingt, spürt man mitunter einen Kloss im Hals.

Kleine Fotodiashow der Produktion von Ingo Höhn, Luzerner Theater:

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Text: www.gabrielabucher.ch

Fotos: www.luzernertheater.ch

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Tschechische Philharmonie

Tschechische Philharmonie, Truls Mørk (Cello), KKL Luzern, 22. Oktober 2017, besucht von Lèonard Wüst

Tschechische Philharmonie
Tschechische Philharmonie

Besetzung und Programm:

Tschechische Philharmonie

 

Rezension:

Dirigent Tomáš Netopil
Dirigent Tomáš Netopil

Hatte ich bis dato die Tschechische Philharmonie „nur“ dreimal in ihrem Stammhaus, dem „Rudolfinum“ in Prag live erlebt, genoss ich jetzt das Vergnügen, bei ihrem Auswärtsspiel“ im Luzerner KKL mit dabei zu sein. Dies erst noch mit Werken zweier  ihrer Nationalkomponisten, namentlich Antonín Dvořák und Leoš Janáček, veredelt durch den 1961 in Bergen geborenen norwegischen Starcellisten Truls Mørk.

Gestartet wurde mit der Ouvertüre „Eifersucht“ zur Oper „Jenufa“ von Leoš Janáček (1854-1928), die für diesen der endgültige Durchbruch als anerkannter Opernkomponist bedeutete.  Dann folgte das, in New York 1894/95  geschriebene und 1896 in London uraufgeführte  Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 h-Moll op. 104 von Antonín Dvořák (1841-1904).

Absoluter Weltklassecellist demonstrierte seine Virtuosität

Truls Mørk, Solist am Cello
Truls Mørk, Solist am Cello

Truls Mørk ist körperlich, als auch musikalisch ein Hüne und fügte sich mit seinem Spiel perfekt in das Orchester ein, beobachtete den Dirigenten sehr genau. Er spielt ein von Domenico Montagnana im Jahre 1723 in Venedig gebautes Cello („Esquire“), das ihm von der norwegischen SR-Bank zur Verfügung gestellt wird. Dieses Bijou bringt Mørk wunderbar zum Klingen, lässt seine Finger flink über die Saiten huschen, kitzelt gefühlvolle Tremoli aus dem Resonanzkörper. Unterstützt von seinen schwarzbefrackten Mitmusikern setzt er zu einem wahren akustischen Höhenflug an und verzückt das Publikum im praktisch voll besetzten Konzertsaal mit seinem mal sensiblen mal stürmischem Spiel, wird dann von einer tänzelnden Querflöte, einer vorwitzigen Oboe kontrapunktiert, darauf wiederum von den vielschichtigen Streichern durch die Partitur getragen. Das Cello setzt im 1. Satz für ein Konzert relativ spät und plötzlich ein, und entwickelt eigene melodische Linien, die mit den vorgestellten Themen wenig zu tun haben, es entwickelt sich ein Dialog zwischen Orchester und Soloinstrument. Im 2., eher ruhigeren Satz, zitiert Dvořák sein Lied „Lasst mich allein“, das Lieblingslied seiner Schwägerin, die im Frühjahr 1895 verstarb und in die Dvořák einst heimlich verliebt war. Der Schlusssatz wird zunächst vom Orchester ruhig eingeleitet und steigert sich, bevor nach ca. einer halben Minute das Cello einsetzt und das Thema des Satzes vollständig spielt. In der Coda wird noch einmal das Lied „Lasst mich allein“ zitiert. Das begeisterte Auditorium belohne die Protagonisten, insbesondere den Solisten mit stürmischem Applaus, garniert mit einzelnen Bravorufen, was Truls Mørk zu einer kurzen Zugabe animierte.

Zweiter Konzertteil mit der Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88von Antonín Dvořák

Zur düsteren Stimmung der 7. Sinfonie  bildet die 8. Sinfonie einen gelösten, lyrischen Kontrast, das Thema beginnend in G Moll durch Violoncello, Klarinette und Fagott. Das Hauptthema steht in G-Dur und wird von der Flöte vorgetragen.  Das Adagio in C Moll und 2/4-Takt und ist von Pjotr Iljitsch Tschaikowski beeinflusst, den Dvořák kurz zuvor kennengelernt hatte. der 3. Satz beginnt in G Moll mit einemwalzerartigen Thema der transparenten Violinen. Der 4. in G Dur geschrieben beginnt mi einer Trompetenfanfare in D. Anschließend wird das zweiteilige Variationsthema von den Celli vorgestellt. Ein Horntriller und eine virtuose Flötenmelodie prägen die ersten Variationen. Die anschließende markant-rhythmische dritte Variation trägt den Namen „Slawische Variation“. Eine lyrische Passage führt schließlich zur virtuosen Coda chromatischen Charakters, welche dem Werk ein triumphales Ende verleiht. Der tschechische Klangkörper unter seinem Dirigenten zog hier, im wahrsten Sinne des Wortes, sämtliche Register, verlieh dem Werk viel Herz und Ausstrahlung. Tschechische Musik in Reinkultur, eben.  Das begeisterte Publikum spendete heftigen langanhaltenden Applaus, der aber nicht in eine „Standing Ovation“ mündete. Das liessen die Tschechen aber nicht so stehen und holten sich diese (wohlverdiente) mit der Zugabe von Brahms ungarischem Tanz Nr.5 doch noch ab. Ein grossartiges Konzert der diesjährigen Migros – Kulturprozent Classics Saison.

Souveränes Dirigat von Dirigent Tomáš Netopil

Dirigent Tomáš Netopil führte das tschechische Renommierorchester stilsicher, engagiert und trotzdem unaufgeregt durch die Partituren, den sicheren Instinkt für Werkdetails demonstrierend. Auch verstand er es ausgezeichnet, die Nuancen raffiniert heraus zu schälen. Er arbeitete relativ viel mit Gesten, setzte des Öftern auch seinen ganzen Körper ein, war immer souverän und hielt alle Zügel fest in der Hand, motivierte seine Mitmusiker und animierte sie zur Höchstleistung.

Antonín Dvořáks Musik beeinflusste nachfolgende Komponistengenerationen nachhaltig

Die Kompositionen von Antonín Dvořák zeigen seine starke Verwurzelung in seiner Heimat, die Affinität zur böhmischen Volksmusik, die immer gegenwärtig ist und auf der die meisten seiner Kompositionen aufbauen. Die oft sehnsuchtsvoll slawischen Motive werden des Öftern spontan von fröhlich animierten Zwischenspielen garniert, auch Zigeunerweisen schimmern ab und zu durch. Es sind diese Gipsy Rhythmen, die nachfolgende Komponisten wie z.B. Django Reinhardt prägten und die darauf aufbauend  dann den mitreissenden Gipsy Jazz, auch Jazz Manouche oder Sinti-Jazz genannt, entwickelten.

 

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: http://www.migros-kulturprozent-classics.ch/

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