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Xavier Naidoo

Blue Balls Festival 17, Xavier Naidoo, 21. Juli, besucht von Léonard Wüst

Xavier Naidoo
Xavier Naidoo

Grundsätzliches:

Xavier Naidoo – Sänger, Songwriter, Mitbegründer der Söhne Mannheims und Teil des Bandprojektes XAVAS – ist ein Ausnahmekünstler, der mit seiner außergewöhnlich facettenreichen Stimme seit Jahren Menschen nahezu aller Altersgruppen fasziniert und nicht zuletzt auch mit seiner Persönlichkeit überzeugt.

Seine beispiellose Erfolgskarriere beginnt im Juni 1998 mit seinem Debütalbum „Nicht von dieser Welt“. Es verkauft sich über 1,5 Millionen Mal und bleibt über ein Jahr in den Top 20 der Charts. Alles, was darauf folgt, wird veredelt in Gold und Platin. In der letzten Zeit wurde er des Öftern verdächtigt, sich dem rechten Spektrum der Szene anzunähern. Ob dies bloss Gerüchte, oder gezielt gestreute, publicityträchtige Unwahrheiten sind, vermag ich nicht zu beurteilen. An diesem Abend aber gab er sich handzahm, nichts provozierend, fast etwas langweilig.

Rezension:

Trotz heftigem Regen gute Stimmung am ersten Abend des Blueballs Festival 2017,Foto Yanik Probst
Trotz heftigem Regen gute Stimmung am ersten Abend des Blueballs Festival 2017,Foto Yanik Probst

Wie jedes Jahr vor dem ersten Konzert des Blue Balls im Konzertsaal betrat Festivaldirektor Urs Leierer zur Begrüssung die Bühne und kündigte Xavier Naidoos Konzert, mit dem er sich über all die Jahre gut angefreundet hätte an, als Akustikshow vom Allerfeinsten. So kam es denn auch.

Mit 20minütiger Verspätung erschien der 45jährige, in Mannheim aufgewachsene, auf dem Set, das, reduziert auf ein Minimum, grosse Intimität und Nähe versprach. Der Künstler platzierte sich in der Mitte auf einem Hocker sitzend, links von ihm der Pianist, der ihn abwechselnd auf dem Konzertflügel, mal auf dem Keyboard begleitete. Rechts von Naidoo der Gitarrist, bereit für das Konzert „Nicht von dieser Welt 2“. Mit einem gefühlvollen Pianointro startete der Aufruf „Mut zur Veränderung“. Lied nach Lied, zwischendurch mit ein paar Worten näher erklärt, wieso oder für wen der Song entstanden war, auch lobte Naidoo die gute Akustik des Saals usw. „Alles kann besser werden, wir holen uns den Himmel auf Erden“ über die früher, vermeintlich besseren Zeiten.  Die doch eher dürftig banalen Songtexte schienen die Fans nicht zu stören, Hauptsache, es reimte sich. So wurden dann auch mal mit den Fingern mitgeschnipst, ab und zu sogar mitgeklatscht. Erfreulich, dass der Gitarrist ab und zu ein paar kurze Solosequenzen einwob zur Unterbrechung der Monotonie. Lied für Lied wurde abgehandelt, bis hin „Protestsongs“ gegen die Kriege, insbesondere der Bundeswehreinsatz in Afghanistan, wie Naidoo erklärte. Spätestens dann wünschte ich mir aber doch sehnlichst den „Universal Solider“ von Donovan zurück.

Höhepunkt des Abends

Seven trat als Überraschungsgast beim Konzert von Xavier Naidoo im KKL Luzern auf. Foto Dominik Kohler
Seven trat als Überraschungsgast beim Konzert von Xavier Naidoo im KKL Luzern auf. Foto Dominik Kohler

Es folgte das Highlight des Abends, als Naidoo den Schweizer Soulsänger „Seven“ (bürgerlich Jan Dettwyler) auf die Bühne bat. Die beiden kennen sich schon länger, waren auch zusammen auf einer Südafrika Tournee, haben schon öfters zusammen performt, seit der Show „Sing meinen Song – das Tauschkonzert“ auf dem deutschen TV-Sender VOX weiss man, dass sich der deutsche Musiker Xavier Naidoo und der Schweizer Soul-Star Seven bestens verstehen. Schon mehrfach stand der aargauische Wahl-Luzerner auf derselben Bühne wie Naidoo. An diesem Abend sangen sie gemeinsam den Song „A Change Is Gonna Come“ von Sam Cooke, heftig bejubelt vom Auditorium.

Seven (links) sang gemeinsam mit Xavier Naidoo (Mitte) einen Song im KKL Luzern.
Seven (links) sang gemeinsam mit Xavier Naidoo (Mitte) einen Song im KKL Luzern.

Nachdem die beiden noch einige Höflichkeitsfloskeln ausgetauscht und sich gegenseitig gerühmt hatten, machte Naidoo wieder solo weiter, stellten auch noch kurz seine Mitmusiker vor. Auch die nun noch folgenden Lieder waren absehbar, bargen keine Überraschungen. Etwas zwischen Sprachgesang und Protestsong und Chanson für alle etwas, ohne Ecken und Kanten, saftloser Einheitsbrei, Wohlfühloase KKL.in Reinkultur. Immerhin eine schöne Hommage an Andreas Gabalier bot der Protagonist noch, indem er dessen Titel „Amoi seg ma uns wieder“ vorzüglich, sogar mit Ösi Dialekt interpretierte. Dann gings zurück ins vorherige Schema bis zum Konzertende.

Fazit:

Ein braver, solider und handwerklich gutgemachter Konzertabend von einem Sänger mit einer grossartigen, raumfüllenden Stimme,  für ein nicht grad als intellektuell zu bezeichnendes Publikum, zum Schluss von ebendiesem mit einer langanhaltenden stehenden Ovation belohnt, wofür sich der Künstler mit einer Zugabe bedankte.

 
 
 
Kleine Hörprobe des Künstlers:
 
 
 
 
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Celine Dion, Getty Images, Ethan Miller

Céline Dion im Stade de Suisse Bern, 15. Juli 2017, besucht von Léonard Wüst

Celine Dion, Getty Images, Ethan Miller
Celine Dion, Getty Images, Ethan Miller

Besetzung:

Openiing Act:

Veronic DiCaire

Main Act: Céline Dion mit Band

Rezension:

Alles war angerichtet, prächtiges Sommerwetter, mit dem „Stade de Suisse“ in Bern ein perfekter Schauplatz, gutgelaunte Leute, die in langen Schlangen geduldig anstanden, um den kanadischen Superstar live zu erleben. Schon eine Stunde vor Konzertbeginn war das 32000 Personen fassende Stadion (alles Sitzplätze) mit 24000  total gefüllt, da im Sektor hinter der Showbühne natürlich keine Leute platziert werden konnten. Darunter überdurchschnittlich viele gleichgeschlechtliche Paare, ist doch Céline Dion die Ikone der Gay Community schlechthin, dies in Nachfolge von Lady Diana Spencer weltweit, in Nachfolge von Paola del Medico schweizweit

Gute Einstimmung durch Opening Act Veronic DiCaire.

Veronic DiCaire
Veronic DiCaire

Erfreulicherweise begann das Konzert, mit Veronic DiCaire als Opening Act, ebenfalls Kanadierin, sich selbst als Stimmenimitatorin deklarierend, pünktlich, gar etwas verfrüht Sie performte (mit Playback Musik) Songs von Shakira ( mit den entsprechenden Hüftschwüngen), Tina Turner ( mit deren Grimassen ), Pink, Withney Houston usw. und brachte damit das Auditorium so richtig in Stimmung. In Wohlfühlatmosphäre für die darauffolgende Céline Dion, deren Begleitband sich schon mal auf der Bühne installiert hatte und auf die Hauptdarstellerin wartete, die schon heftig bejubelt wurde, bevor sie zu sehen war. Nachdem sie jahrelang jeden Abend das Colosseum  im „Caesars Palace“ in Las Vegas gefüllt hatte, tourt sie jetzt wieder mit überwältigendem Erfolg durch die Welt und füllt die Hallen und Stadien problemlos.

Der Auftritt der Königin dieser Nacht

Céline Dion wie man sie kennt mit großer Sonnenbrille und gut gekleidet.  Quelle  www.berliner -kurier.de dpa
Céline Dion wie man sie kennt mit großer Sonnenbrille und gut gekleidet. Quelle www.berliner -kurier.de dpa

Nach einer kurzen Begrüssung des Publikums, natürlich erwähnend, dass Bern eine wunderbare Stadt mit grossartigen Fans sei, legte sie gleich los mit Melodien, die schon von Beginn weg von den Hard Core stehend mitgesungen wurden.

Immer nach zwei, drei Songs gab sie Anekdoten zum Besten, manchmal, für mein Empfinden,  etwas sehr lange. Sie parliert mal auf Französisch, mal englisch. Immerhin hatte sie eingangs  erklärt, dass sie ebenso gerne rede wie singe, da sie, in einer Grossfamilie aufgewachsen, als jüngster Spross,  zuhause nicht so oft zu Wort kam.

Musikleckerbissen am laufenden Band

Open Air Stimmung im Stade de Suisse, Bild Keystone
Open Air Stimmung im Stade de Suisse, Bild Keystone

«I’m Alive», «It’s All Coming Back to Me Now», «All By Myself» – Dion reiht Lied an Lied, die 24’000 Fans singen mit, klatschen, schunkeln und erheben sich immer wieder von ihren Sitzen.

Und sie verstummen, wenn ihr Idol erneut ihrem Rededrang nachgibt. Dann herrscht im Stadion beinah eine kirchliche Atmosphäre. Die «Druidin» Dion spricht über Ängste und Schwächen, über Hoffnung und die Kraft der Liebe. Das erklärt etwas den stolzen Ticketpreis: In den ca. 260 Franken ist etwas Lebens Bekenntnis des Stars inbegriffen.

Ebenso überragende Stimme, wie überzeugende, weil nie pompöse Show

Celine Dion
Celine Dion

Celine Dion hat eine atemberaubende Stimme und bietet eine überzeugende Show unterstützt von wunderbaren Musikern und Backgroundsängerinnen. Dazu gehört für sie auch der Tenü Wechsel, von anfänglich schwarzen Hose und Bluse mit silbernem Blazer, zu einem transparenten Body im Schlangenlook im erotischen Körperdialog mit einem attraktiven Tänzer, eingehüllt in ein bodenlanges schwarzes Cape,  bis am Schluss zu einer schwarzen Hose mit einem schlichten weissen Shirt, alles aber immer mit unglaublich hohen High Heels.

Sie lieferte fast alle ihren grossen Hits ab, immer lautstark bejubelt und angefeuert vom Publikum, das nicht nur Handy Displays, sondern auch, alte Schule, Feuerzeuge anzündet, die sogar dem aufkommenden Abendlüftchen widerstehen.

Die Titanic ist nie wirklich untergegangen

Open Air Stimmung im Stade de Suisse, Bild Keystone
Open Air Stimmung im Stade de Suisse, Bild Keystone

Einer der Höhepunkte sicher das Duett mit dem Backgroundsänger der Titelsong aus „Titanic“ “My Heart Will Go On”. fans werfen ihr Geschenke auf die Bühne, die sie artig entgegen nimmt und auf der Bühne liebevoll platziert. Auch das bringt wieder Sympathiepunkte. Sie erzählte noch, dass ihr verstorbener Mann und Manager René Angelil ihr einmal erklärt hatte, „Du brauchst nicht einen Hit, sondern eine Karriere“ und sie dies auch, ihm und ihren Fans sei Dank, erreicht hätte.

Zum Ende des Konzerts noch eine glänzende Cover Version des Queens Hits „The Show must go on“

Das „Schweizer Lied nicht als Zugabe

Celine Dion, offizielles Konzertplakat
Celine Dion, offizielles Konzertplakat

Als Zugabe erwartete ich eigentlich ( für die Schweizer Fans), dass sie  „Ne partez pas sans moi“ noch interpretieren würde, den Titel, mit dem sie 1988 für die Schweiz singend, den damaligen „Concours Eurovision de la Chanson“, den heutigen Eurovision Song Contest gewonnen hatte und der massgeblich zum Start ihrer Weltkarriere beigetrug. Es gab dann aber nochmals einen Queen Song und mit: „Vous la connaissez un peu?“noch eine weitere Zugabe und Celine Dion steigt ins Publikum und läuft durch die Reihen! Zum Anfassen nah!

Nachtrag:

Celine Dion hat sich anfangs Juli, trotz ihrer 49 Jahren, hüllenlos für das Modemagazin „Vogue“ präsentiert. Eine geschickte PR-Aktion, die für Aufsehen im Netz sorgte und ihrer Popularität wohl kaum geschadet, eher genützt hat.

www.rollingstone.de/celine-dion-posiert-nackt-fuer-die-vogue-1276337/

 

Die Lady im Schlangenoutfit

www.youtube.com/watch?v=pSXEHOP9CQ0&feature=youtu.be

Céline Dion Konzert im Stade de Suisse Bern, 15. Juli 2017 Kleine Fotodiashow von Ruedi Hollenwäger

 

www.fotogalerien.wordpress.com/2017/07/17/celine-dion-konzert-im-stade-de-suisse-bern-15-juli-2017-besucht-von-leonard-wuest/

Céline Dion Konzert im Stade de Suisse Bern, 15. Juli 2017 Livevideos von Ruedi Hollenwäger

 

youtu.be/4WsqvtW8SfI

youtu.be/l_3w9lHe-ZA

youtu.be/CBNuhO9K3cQ

youtu.be/zD-TM-i99Ko

 

Text: www.leonardwuest.ch Fotos: Ruedi Hollenwäger und Léonard Wüst
Videos: Ruedi Hollenwäger,Léonard Wüst und diverse Konzertbesucher

Celine Dion Video von Alex Zaugg

www.youtube.com/watch?v=xr4s0Ts2cC8

Céline Dion – Show must go on – Bern 2017  Evan Kook

www.youtube.com/watch?v=HpiZ-lNGw5c

 

Céline Dion – Pour que tu m’aimes encore – Live Bern 2017 Evan Kook

www.youtube.com/watch?v=liblIv22-T8

Céline Dion – All by myself – Bern 15.7. 2017 Evan Kook

www.youtube.com/watch?v=vAQHgk_y5Lk

Céline Dion – My Heart Will Go On. Berne. 15.07.17 Mélanie Paux

www.youtube.com/watch?v=708RPjupNQY

 
 
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George Benson c Jim Hagopian

George Benson, Kongresshaus Zürich, 10. Juli 2017, besucht von Léonard Wüst

George Benson c Jim Hagopian
George Benson c Jim Hagopian

Besetzung:

George Benson

George Benson, guitar/vocals & band

 

Rezension:

George Benson
George Benson

Der Kongresshaussaal war 15 Minuten vor Konzertbeginn erst spärlich besetzt, es kamen fast alle auf den letzten Drücker. Als es dann, mit einer viertelstündlichen Verspätung losging, war der Saal doch proppenvoll, was logisch ist, wurde Benson doch  in den 1970/80er  mit acht Grammys ausgezeichnet, zwei weitere folgten 2007. Auch spielte er u.a.  zusammen mit Grössen wie Miles Davis und Lou Donaldson. Diesem Leistungsausweis wurde der noch immer vor Spielfreude sprühende im nun folgenden Konzert auch mehr als gerecht, unterstützt von einer grossartigen Band. Ebendiese nahm zuerst ihre Plätze auf der Bühne ein, worauf Bassist Stanley Banks den Leader auf das Set bat. Frenetisch bejubelt vom Publikum klaubte er sich seine Gitarre und legte gleich los mit einer fulminanten Improvisation.

George Benson brachte auch brillante Mitmusiker mit.

George Benson
George Benson

Dann bezog er die Band mit ein und in seinem ursprünglichen Stil von Jazz Fusion lieferten die sieben ein brillantes Set. Herausragend auch die Elektro Piano Soli von David Garfield, verblüffend, dass nebst gestandenen Musikern, mit Lilliana de los Reyes auch eine sehr junge Perkussionistin auf der Bühne stand, die zudem auch noch, zusammen mit dem Gitarristen Michael O’Neill, einen beachtlichen Backgroundgesang ablieferte. Erstaunlich, wie Benson, trotz seiner stattlichen 74 Jahren das Ding ohne Unterbrechung durchzog, ein Song nach dem andern, stilistisch variierend, manchmal gar verblüffend, aber immer bejubelt vom Auditorium

Dann folgte mit „Nothing’s Gonna Change My Love For You“, einem Song von Michael Masser und Gerry Goffin, sein wohl bekanntester Song, der aber erstaunlicherweise 1987  in der Version von Glenn Medeiros noch erfolgreicher wurde. Weiter gings im Programm ohne die junge Perkussionistin, die das Set kurzfristig verlassen hatte, dann aber von der Seite her dieses wieder betrat, mit einem Mikrophon in der Hand und mit ihrem Chef ein kurzes Duett sang. Sie tat dies ebenso gekonnt, wie sie vorher und nachher auch ihre Drums bearbeitete. Zum Erstaunen des Publikums durfte sie dann noch einen Song selber solo singen, dies sehr gekonnt und mit entsprechender Würdigung durch das Auditorium.

Fulminantes Schlussbouquet

George Benson
George Benson

Dann griff der Meister wieder zur Gitarre und groovte drauflos, mal perfekt eingebettet in den Sound der Band, mal mit einem brillanten Solo der Umarmung entfliehend, ab und zu  kontrapunktiert von einem kurzen Schlagzeugsolo, Improvisation des andern Gitarristen oder Piano Sololäufen. Das Publikum war euphorisiert, jubelte den Musikern zu, einige tanzten ausgelassen zwischen den Sitzreihen, was alle zum Aufstehen und applaudieren animierte. Der Kongresshausssaal wurde zum eigentlichen Tollhaus und man bejubelte die Protagonisten zu mehreren Zugaben.

Nach dem langen, nicht aufhörenden Applaus betrat Bensons Tourneemanager die Bühne und rief die Bandmitglieder einzeln nacheinander auf den Set zurück und stellte sie kurz vor. Das reichte dem Auditorium noch lange nicht, wieder brach grosser Jubel aus, der den Musikern, nach längerem Zögern, noch eine Zugabe entlockte.

Ein unvergessliches Konzert in phantastischer Atmosphäre, die vom Publikum massgebend mitgeprägt wurde.

 

Seit bald 50 Jahren ist Benson einer der einflussreichsten Gitarristen

George Benson
George Benson

Obwohl eher einer den unbekannten Bekannten der Beatgeneration der 1960er, hat er eine sehr treue, generationenübergreifende Fangemeinde. Benson war nie ein Blender, keiner der die Öffentlichkeit nebst der Bühne gesucht hat, war also seltener Gast in den Boulevardmedien, wahrscheinlich deshalb weniger populär bei der Masse, umso mehr wissen Musikkenner sein Schaffen zu würdigen. Er ist der Gitarrist, nebst B. B. King und Eric Clapton, der Generationen von Gitarristen seit über 50 Jahren beeinflusst hat und immer noch beeinflusst.

Im Gegensatz zu andern Gitarrengrössen spielt er nicht ein Gibson-Modell, sondern lässt seit Mitte der siebziger Jahre seine Instrumente bei der japanischen Firma Ibanez exklusiv herstellen. Bensons Gitarre Spiel besitzt mit einem leicht perlenden Akzent einen hohen Wiedererkennungswert, ebenso wie sein falsettierender Scat-Gesang. George Benson entwickelt im Lauf seiner Karriere einen ganz eigenen Sound, der nicht vor allzu eng gefassten Stilgrenzen Halt macht.

George Bensons Präsenz in den Charts

George Benson
George Benson

Mit dem Instrumental „Breezin“ erreicht er 1977 in Verbund mit der gleichnamigen Single gleich doppelt Platz eins der US-Charts.

Die Songs „This Masquerade“ und „On Broadway“ erhalten Grammy-Auszeichnungen, von denen er total zehn bekommt bis dato. Sein Song „The Greatest Love Of All“ entwickelt sich später zu einem Riesen-Hit für Whitney Houston

Ein Konzert von: www.allblues.ch

www.georgebenson.com/

Musikalische Kostprobe:

www.georgebenson.com/#media

Text: www.leonardwuest.ch

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Veronika Gut – Landschaftstheater Ballenberg

Landschaftstheater Ballenberg, «Veronika Gut – Aufruhr in Nidwalden», Première 6. Juli 2017, besucht von Léonard Wüst

Veronika Gut – Landschaftstheater Ballenberg
Veronika Gut – Landschaftstheater Ballenberg

Das Landschaftstheater Ballenberg inszeniert dieses Jahr einen spannenden historischen Stoff. «Veronika Gut – Aufruhr in Nidwalden» erzählt die Geschichte einer mutigen und umstrittenen Frau, die vor 200 Jahren der französischen Besatzung die Stirn bot und dafür einen hohen Preis bezahlte

 

Rezension:

Grundsätzliches:

Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück

„Veronika Gut – Aufruhr in Nidwalden“ erzählt die Geschichte einer mutigen und umstrittenen Frau, die vor 200 Jahren der französischen Besatzung die Stirn bot und dafür einen hohen Preis bezahlte. Das Stück spielt in Nidwalden um 1800. Nur zwei Jahre nach dem verheerenden Krieg zwischen Franzosen und Nidwaldner, als rund 400 Einheimische starben und ganze Dörfer zerstört wurden. Die Anhänger des Ancien Régime, Vaterländer genannt, kämpfen im Untergrund gegen die Anhänger der von Napoleon eingesetzten helvetischen Regierung. Veronika Gut, eine reiche Witwe und Mutter von sieben Kindern, steht auf der Seite der Vaterländer. Mit Mut, politischem Geschick und Geld befeuert sie den Widerstand gegen die verhasste neue Ordnung. 1798 war Veronika Gut bereits Witwe des Leonz Joller und siebenfache Mutter. Beim Franzosenüberfall starb ihr 17-jähriger Sohn Leonz in der Schlacht. Bei der Flucht vor angeblich anrückenden französischen Truppen stürzten 1801 ihre vier Töchter Agatha, Franziska, Josefa und Anna in die Engelberger Aa und ertranken.

Freilichtspiele Ballenberg

Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück

Nach zwei sehr erfolgreichen Theatersaisons mit „Ueli der Knecht“ und „Ueli der Pächter“ von Jeremias Gotthelf wagt sich das Landschaftstheater Ballenberg diesen Sommer an einen neuen Stoff. Der Berner Autor Andreas Berger hat ein Theaterstück zu einer der herausragendsten und umstrittensten Frauenfiguren der Schweizer Geschichte geschrieben: Veronika Gut (1757 – 1829). Die reiche Witwe wehrte sich hartnäckig gegen die neue Ordnung, welche die Franzosen um 1800 in die Schweiz brachten, und zahlte dabei einen hohen Preis. Das Landschaftstheater zeigt ein spannendes Stück Schweizer (Frauen-)Geschichte.

 

Einstimmung für die nachfolgende Première

Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück

Treffpunkt für geladene Gäste war beim Eingang West. Es folgte die offizielle Begrüssung durch den Präsidenten des Vereins Freilichttheater Ballenberg Nationalrat Lorenz Hess. Hess bedankte sich namentlich bei allen Mitwirkenden, Gönnern, Sponsoren usw. die zum guten Gelingen dieser, bereits 23. Produktion, des Vereins „Landschaftstheater Ballenberg“ ihren Beitrag, in welcher Form auch immer, geleistet haben. Die Zuschauerkapazität beträgt 700 Plätze pro Aufführung, alles gedeckte Tribünenplätze direkt an der Spielstätte, also beim  Haus aus Wila (Baujahr ca. 1680).

Es folgten noch ein paar grundsätzliche Informationen durch Peter Flück, Grossrat des Kantons Bern, Präsident des Stiftungsrates vom „Ballenberg, Freilichtmuseum der Schweiz“, der seit Amtsantritt Ruhe geschaffen hat, nach den Querelen um die vorherige Geschäftsführung

Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück

Fakt ist: Die Organisatoren haben einen optimalen Weg und Mix gefunden um den gordischen Knoten zu lösen. Vorzügliche Nutzung der örtlichen Gegebenheiten (wie z.B. diesmal das Wila Haus als Schauplatz der Aufführungen, statt Errichtung teurer künstlicher Kulissen). Richtige Grösse ( Anzahl Plätze auf der Zuschauertribüne), kongeniale Einbindung und Mitwirkung der einheimischen Bevölkerung, sehr gute Verankerung und viel Goodwill in der Region. Wenig bis gar keinen Klamauk, Effekthascherei oder Getöse bei der Inszenierung. Authentisches Landschaftstheater.

Gemütliche Wanderung zur Spielstätte

Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück

Danach machte man sich auf den 20minütigen Spaziergang zur Spielstätte. „Nichtwanderer“ wurden mittels Kleinbusshuttle dorthin gefahren. Bei optimalen Wetterbedingungen setzte man sich auf die Tribüne und wartete gespannt der Dinge, die da kommen sollten. Prominentester Premierenbesucher wie jedes Jahr war Altbundesrat Christoph Blocher mit Gattin Silvia. Blocher ist auch einer der grössten Sponsoren des Freilichttheaters, wie Lorenz Hess bei der Begrüssung mitgeteilt hatte.

Die Inszenierung beim Haus Wila

Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück

Zu Beginn erläuterte ein Sprecher die Ausgangslage des Stücks. Ein Teil der ursprünglichen Eidgenossenschaft sei jetzt im Jahre 1798, von den Franzosen besetzt und als „Helvetische Republik“, mit den Grundsätzen der französischen Revolution deklariert und installiert worden. Dies auch hier, im von den Franzosen so genannten Kanton Waldstätten, natürlich unter deren peinlicher, strenger Oberaufsicht, die zudem mit Heinrich Zschokke (gebürtiger Deutscher), als „Kommisär“ der helvetischen Regierung, quasi ihren Statthalter eingesetzt hatten. Dies empörte und entzürnte viele freiheitsliebende Nidwaldner, die schon bald den offenen Aufstand wagten, der brutal, grausam und blutig niedergeschlagen wurde und über 400 Nidwaldner das Leben kostete. Dazu kamen die „üblichen „ Kriegsgräuel wie Vergewaltigungen, Plünderungen und Brandschatzungen.

Widerstand einer rebellischen, starken Frau

Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück

Nach dem „Franzosenüberfall“, bei dem Veronika Guts 17jähriger Sohn Leonz ums Leben kam und der Einführung der neuen Ordnung wurde Veronika Gut als widerständige Rebellin verhaftet und vor Gericht gestellt. Sie wurde neben einer Geldbusse dazu verurteilt, mit einem Zettel mit der Aufschrift «Ruhestörende Lügnerin» sonntags eine Viertelstunde vor der Kirche zu stehen. Zudem sollte sie ein Jahr lang eine schwarze Haube tragen. Da zu jener Zeit ehrbare Frauen weisse Hauben trugen, stellte das Tragen einer schwarzen Haube eine Demütigung dar. Veronika Gut verwandelte die als Demütigung gedachte Strafe jedoch in eine Auszeichnung indem sie die Haube mit derart offensichtlichem Stolz trug, dass schon bald der Befehl erging, sie solle diese abnehmen, um nicht weiter den Ärger der Regierung zu provozieren.

Der Aufbau einer Widerstandsbewegung mit Guerillataktik

Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück

So organisierten sich die verbliebenen Aufständischen unter Führung der Ratsherrenwitwe und siebenfachen Mutter Veronika Gut als eigentliche Guerilla, deren Taktik jeweils bei konspirativen Treffen in deren Stanser  Hause festgelegt wurde. Die übliche Taktik: franzosentreue Landsleute wurden verprügelt und drangsaliert, dies nicht auf weiche Art, sondern unmissverständlich. Dies solle, so Veronika Gut, solange gemacht werden, bis man deren Angstschweiss in Paris riechen könne. Dazu schmuggelte die Anführerin, nach ihren Besuchen auf dem Markt in Luzern, wo sie ihre Waren feilbot, beim Retourweg Waffen und Munition nach Stans zurück.

 

Weiterer persönlicher Schicksalsschlag für Veronika Gut

Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück
Veronika Gut - Aufruhr in Nidwalden , Impression , Foto Markus Flück

Als sie im September 1801 fälschlicherweise einen neuerlichen Einmarsch der Franzosen erwartete, verlor sie auf der Flucht ihre vier Töchter.Diese ertranken in der Engelberger Aa. 1803 wurde Veronika Gut wegen Pöbelei erneut verhaftet. Napoleons militärische Niederlagen ab 1813 gaben ihr neuen Auftrieb. Mit ihrem zweiten Gatten, Melchior Odermatt, und Landammann Franz Xaver Wirsch bildete sie den Kern das nach ihr benannten Froneggrats, der den Widerstand gegen den Bundesvertrag von 1815 organisierte. Mit dem Einmarsch der eidgenössischen Truppen im August 1815 endete Veronika Guts Einfluss. Die Geschichte wurde blockweise gespielt, Episode für Episode. Da wäre man froh gewesen um einen Sprecher der, wie zu Beginn der Aufführung, jeweils kurz erläutert hätte, was jetzt folgt und wo es spielt, da es für Zuschauer, die sich nicht vorher in die Geschichte eingelesen und schlau gemacht hatten, manchmal schwer war, das gespielte sofort richtig einzuordnen. Bei Gotthelf – Inszenierungen geht es problemlos ohne Erklärer, da wohl alle mal einen Gotthelf Film gesehen, einige sogar ein Gotthelf Buch gelesen haben. Schade, denn gespielt wurde vom Ensemble äusserst intensiv, engagiert, der, von Silvia Jost in die Mundart übersetzte Text war sehr passend und pointiert. Karin Wirthner glänzt als Veronika, sie  «isch en Ächti». Sie ist – wie Veronika Gut – in Stans aufgewachsen, sodass gar die Mundart authentisch war. Überragend auch Slvia Jost als Chalen Dorly, die mit viel Witz, Ironie und Sarkasmus diese Aussenseiterin verkörperte. Unterstützend getragen wurden die beiden Schauspielprofis von über 30 Laiendarstellern aus der Gegend um den Ballenberg, die meisten von ihnen schon lange dabei.

Zusammenfassendes Fazit

Die Musik war völlig überflüssig, ja gar störend, hörte man die Schauspielerinnen dann nur sehr schlecht, da am Ballenberg traditionsgemäss ohne Mikrofone agiert wird. Da wären ein paar Takte der „Marseillaise“ bei Auftritten französischer Soldaten bzw. Repräsentanten effektiver gewesen und hätten nicht gestört, sondern dramatisiert.

Den Premierenbesuchern hats trotzdem sehr gefallen, was es denn auch mit einer langanhaltenden stehenden Ovation bekundete.

Kleine Fotodiashow der Produktion von Photografie Markus Flück:

fotogalerien.wordpress.com/2017/07/02/landschaftstheater-ballenberg-veronika-gut-aufruhr-in-nidwalden-fotodiashow/

 

Kleine Fotodiashows der Proben zur Produktion von Markus Flück, Landschaftstheater Basllenberg und Gabriela Bucher – Liechti:

Text: www.leonardwuest.ch  Fotos: fotogalerien.wordpress.com/2017/05/27/landschaftstheater-ballenbergveronika-gut-aufruhr-in-nidwalden-probenbesuch-von-gabriela-bucher-liechti/

Zusätzliche Infos über das Stück „Veronika Gut“ sowie Reservationen auf

www.landschaftstheater-ballenberg.ch

Der Vorverkauf ist eröffnet

Nähere Informationen und Ticketbestellung über:

landschaftstheater-ballenberg.ch/de/Willkommen

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