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Landschaftstheater Ballenberg, „Ueli der Pächter“, Première 5. Juli 2016, besucht von Léonard Wüst

Landschaftstheater Ballenberg: Ueli der PächterBesetzung:
Bernhard Schneider als Ueli und über 30 Laienspieler und –spielerinnen aus der Region

Regieteam, Musik usw. landschaftstheater-ballenberg.ch/de/2014/Ueli_der_Knecht/Regie_und_Autor

JeremiasGotthelf von Johann Friedrich Dietler (Quelle Wikipedia)

JeremiasGotthelf von Johann Friedrich Dietler (Quelle Wikipedia)

Grundsätzliches zum Stück von Jeremias Gotthelf (Albert Bitzius 1797 – 1854):

Ueli ist kein kleiner Knecht mehr, sondern Pächter der Glungge. Sein Name strahlt weit, und das Glück scheint ihm zu lachen. Doch von der Sparsamkeit zum Geiz ist es ein kleiner Schritt. Und im Bestreben, nicht nur ein guter Bauer zu sein, sondern der beste, kann man leicht überziehen. Hätte Ueli nicht das Vreneli, das mit beiden Beinen am Boden bleibt, könnte es böse enden. Sie ist es, die ihn das Wichtigste lehrt: Dass ohne ein reines Herz alles andere nichts ist. Gotthelfs weltberühmter Roman von 1841 spricht von inneren Werten und menschlicher Verantwortung, die heute, in Zeiten globaler Finanzkrisen und Börsenkriminalität, nicht aktueller sein könnten.

Vorab:

Das Schlussbild der letztjährigen, ungemein erfolgreichen «Ueli der Knecht» – Inszenierung, zeigte das Liebespaar Ueli und Vreneli, stehend zwischen einer Taufe und Tod – ein zerbrechliches Glück, voller Hoffen und Bangen. Dieses Bild entliess den Zuschauenden mit Neugier auf die Fortsetzung. «Ueli der Pächter» ist eine Geschichte, in der das dauernde Bangen dem Glück keinen Raum lässt. Ein Stoff mit heftigen dramatischen Entwicklungen. Ueli ist es, der seine junge Familie durch sein Handeln in grosse Not bringt. Vreneli ist diejenige, die mit ihrer Hartnäckigkeit, vieles ins Gleichgewicht bringen kann. Und dann ist da noch der Glaube an das Gute, der Wunder schaffen kann.

Die Geschichte «Ueli der Pächter» knüpft beim Glück von «Ueli der Knecht » an

Vrenelis erstes Kind wird getauft. Jedoch, das Glück ist kurz. Der Sog des Geldes ist stark, der Neid und die Missgunst wirken zerstörerisch. Die menschlichen Grundwerte scheinen schnell übergangen zu sein. Am Schluss kommt alles gut, doch diesmal ist das «gotthelfsche» Glück eher still und vorsichtig.

Der Spielort wiederum, wie letztes Jahr beim Haus Madiswil, die überdachte Tribüne Tribune leicht nach links versetzt, teilweise etwas anderes Mobiliar, ein gepflegter Kleingarten neu vor dem Haus.

Die grosse schauspielerische Leistung der 37 Schauspieler und Schauspielerinnen, die während Monaten einen grossen Teil ihrer Freizeit dem Theater gewidmet hatten, wurde allabendlich mit grossem Applaus belohnt. Bernhard Schneider, als «Ueli» der einzige Profi auf der Bühne, verkörperte den Ueli hervorragend und fügte sich perfekt ins Ensemble ein.

Viel zur perfekten Inszenierung beigetragen hat auch die Musik von Ben Jeger. Eigens für die Inszenierung komponiert, verschmolz sie mit dem Geschehen auf der Bühne und bestach immer wieder durch ihre überraschenden Klangfarben. Farben, die in den Kostümen von Katrin Schilt ihre Fortsetzung fanden. Mit der früher eintretenden Dämmerung kam in den August-Vorstellungen mit der Beleuchtung von Martin Brun eine weitere Dimension dazu.

Rezension von „Ueli der Pächter“, Première 5. Juli 2016

Treffpunkt für geladene Gäste war beim Eingang West. Es folgte die offizielle Begrüssung durch Elisabeth Zölch Bührer, Vereinspräsidentin, a. National- und Regierungsrätin. Hocherfreut teilte sie mit, dass alle Vorstellungen, inklusive die kurzfristig ins Programm genommene Zusatzvorstellung, bereits 14 Tage vor der Première restlos ausverkauft waren und sie bedankte sich namentlich bei allen Mitwirkenden, Gönnern, Sponsoren usw. die zum guten Gelingen dieser, bereits 22. Produktion, des Vereins „Landschaftstheater Ballenberg“ ihren Beitrag, in welcher Form auch immer, geleistet haben. Die Zuschauerkapazität beträgt 760 Plätze pro Aufführung, alles gedeckte Tribünenplätze direkt an der Spielstätte, also beim Haus Madiswil (Baujahr 1709).

Es folgten noch ein paar grundsätzliche Informationen durch Peter Flück, Grossrat des Kantons Bern, neuer Präsident Stiftungsrat vom „Ballenberg, Freilichtmuseum der Schweiz“.

Die 37 Laiendarsteller und der einzige Profi,  Bernhard Schneider als Ueli, sowie eine Schar munterer, aufgeweckter Kinder auf der Szene, bieten Theater vom Allerfeinsten, spielen die Parabel von Missgunst, Habgier, Neid und anderen menschlichen Unzulänglichkeiten mit viel Engagement und Können. Ueli geht in seiner Existenzangst, aber auch einem gewissen Erfolgswahn und Gier nicht immer den guten Weg, was ihm auch prompt eine Anklage wegen Betruges einbringt. Zwar beruft er sich darauf, dass er, mangels Beweisen freigesprochen wurde. Sinngemäss: die Richter wissen das, sonst hätten sie nicht so geurteilt. Als dann die, vom unterlegenen Viehhändler angedrohte Gottesstrafe, in Form eines verhehrenden Gewitters, das die ganze Ernte vernichtet, scheinbar eintrifft, verfällt Ueli in schwere Depressionen, die das „Vreneli“ glauben machen: „är esch nömm richtig im Gring“. Ausgerechnet da funktioniert die oft beschworene Nachbarschaftshilfe doch, u.a. erhalten die Glunggepächter neues Saatgut vom Bodenbauer, bei dem Ueli früher als Knecht gearbeitet hat, geschenkt. Auch der herbeigerufene Arzt engagiert sich stark, hält sogar die Mägde und Knechte dazu an, trotz der Erkrankung des Chefs, ihrer Arbeit ordentlich nachzugehen und ihre Pflichten nicht zu vernachlässigen. Allmählich erholt sich Ueli und erkennt, dass er aus Gier vom Bauernschlauen zum Betrüger geworden ist. Da besinnt er sich eines Besseren und es wendet sich schlussendlich doch noch alles zum Guten.

Bauernhaus aus Madiswil, Kulisse der Inszenierung

 

Die schon fast märchenhaft unglaubliche Erfolgsgeschichte der „Ballenberger“ wird weiter geschrieben: Waren letztes Jahr zwei Wochen vor der Première, also Mitte Juni sämtliche Vorstellungen restlos ausverkauft, traf dies in diesem Jahr schon im Februar zu. Unfassbare fünf Monate vor Start der Aufführungen waren sämtliche Tickets weg. Irgendwas müssen die einfach richtig machen. Das hat auch Ex Magistrat und immer noch SVP Stratege Christoph Blocher offensichtlich festgestellt. Jedenfalls war der Oberpatriot mit Gemahlin Silvia ebenfalls an der Première anwesend.

2017 geht das Landschaftstheater Ballenberg  wieder mal fremd, spielt nächstes Jahr eine Geschichte, die nicht im Kanton Bern spielt.

Man adaptiert, als bereits 23. Inszenierung seit 1991, ein Stück von ennet dem Brünig, aus den Nachbarhalbkantonen Ob – und Nidwalden. Gespielt wird „Veronika Gut“ (Aufruhr in Nidwalden), eine Unterstützerin des Nidwaldner Widerstandes gegen die Helvetik. Näheres über diese bemerkenswerte Frau über unten eingefügten Link. Dafür konnten bereits prominente Mitwirkende verpflichtet werden, u.a. Silvia Jost (bekannt aus der Serie „Motel“ des Schweizer Fernsehens in den 1980er Jahren an der Seite von Jörg Schneider), Karin Wirthner usw. unter der Regie von Marlise Fischer

Trotz jeweils total ausverkaufter Vorstellungen plane man keine Vergrösserung der Tribüne (aktuell 760 Plätze) aus Sicherheitsgründen und man möchte auch keine Mikrofone benützen müssen, so Geschäftsführerin Marianne Kuchen.

Kleine Fotogalerie der Produktion:

fotogalerien.wordpress.com/2016/07/02/landschaftstheater-ballenberg-ueli-der-paechter-premiere-5-juli-2016-besucht-von-leonard-wuest/

 

Das Team dahinter:

Link auf die Produktion «Ueli der Knecht»  vom letzten Jahr 2015

www.innerschweizonline.ch/wordpress/landschaftstheater-ballenberg-ueli-der-knecht-premiere-3-juli-2015-besucht-von-leonard-wuest/

de.wikipedia.org/wiki/Veronika_Gut

 

Noch weitere Detailinformationen zum Stück, dessen Inhalt und Geschichte:

UELI DER PÄCHTER DOKUMENTATION

 

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: Landschaftstheater Ballenberg landschaftstheater-ballenberg.ch/de/2014/Willkommen

 

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Lucerne Festival: Piano-Festival 19. – 27. November 2016

Lucerne Festival am Piano 2013: Foyer KKL: Alessandro d’Episcopo Luzern, den 24.11.2013 Copyright: Lucerne Festival/ Priska KettererRezitale von Grigory Sokolov, Rudolf Buchbinder und Igor LevitKlavier-Konzerte mit Maria João Pires und dem Basler Kammerorchester unter Trevor Pinnock sowie mit Murray Perahia und der Academy of St Martin in the Fields.

Der Organist Cameron Carpenter gibt sein Festivaldebut
Beim Tastentag am 20. November steht die russische Klavierschule im Fokus
Lars Vogt beschliesst das Festival mit einem kammermusikalischen Programm
Grigory Sokolov eröffnet das Festival am 19. November mit einem Solo-Rezital und Werken vonRobert Schumann. Am 20. November, dem Tastentag, wird die Tradition der russischen Klavierschule vorgestellt. Drei junge Pianisten, die allesamt in der ehemaligen Sowjetunion geboren wurden Georgy Tchaidze, Alexej Gorlatch und Nareh Arghamanyan – spannen einen Bogen vom Gründervater der russischen «Kunstmusik» Michail Glinka bis zu Strawinsky, Skrjabin und Prokofjew. Martin Meyer erläutert in einer Piano Lecture den historischen und theoretischen Hintergrund der russischen
Klavierschule. Eine weitere Piano Lecture mit ihm findet am Samstag, 26. November statt.
Am 21. November stellt sich Cameron Carpenter mit seiner International Touring Organ vor: Neben originalem Orgelrepertoire spielt er Werke wie etwa Skrjabins Klaviersonate Nr. 4, die er für sein High-Tech-Instrument eingerichtet hat. In einer separaten Einführung präsentiert er Kindern die Welt der Orgel. Igor Levit widmet sich in seinem Rezital am 23. November Johann Sebastian Bachs Goldberg- Variationen. Zwei Klavier-Konzerte sind während der Piano-Woche zu erleben: Maria João Pires feiert ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum bei Lucerne Festival und gestaltet am 24. November mit Trevor Pinnock und dem Basler Kammerorchester Schumanns Klavierkonzert a-Moll. Und am 25.
November tritt Murray Perahia als Pianist und Dirigent in Personalunion mit der Academy of St Martin in the Fields auf und interpretiert Beethovens Erstes und Drittes Klavierkonzert. Rudolf Buchbinder konzentriert das Programm am 26. November auf Werke von Robert Schumann und Franz Liszt. Die Reihe Debut präsentiert 2016 den Schweizer Pianisten Louis Schwizgebel und die Amerikaner Andrew Tyson und Kit Armstrong. Der Abschluss des Festivals gehört der Kammermusik:
Der Pianist Lars Vogt widmet sich am 27. November zusammen mit der Geigerin Veronika Eberle,dem Bratschisten Florian Donderer und der Cellistin Tanja Tetzlaff drei Meisterwerken von Johannes Brahms. Der Amerikaner Robert Levin übernimmt vom 15. bis 18. November die Leitung des Meisterkurses Klavier, der in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern – Musik durchgeführt wird.
Vom 22. bis 27. November versammelt Piano Off-Stage acht renommierte Jazz-Pianisten in
Luzerner Restaurants und Bars: Vince Benedetti, Luca Filastro, Jean-Baptiste Franc, Christina
Jaccard, Simon Mulligan, Frank Muschalle, Ricardo Regidor und Christof Sänger. Beim Opening
am 22. November im Luzerner Saal stellen sie sich gemeinsam vor. Der Eintritt ist frei.

Die komplette Programmübersicht zu Lucerne Festival am Piano finden Sie unter diesem Link:
https://www.lucernefestival.ch/de/programm/piano-festival-2016

Mit Hinweis auf Lucerne Festival im Sommer, das am 12. August eröffnet wird, möchten wir Sie ausserdem auf den Festival-Guide „Day by Day“ aufmerksam machen: https://d114xt1mltdkik.cloudfront.net/media/filer_public/7c/86/7c8611b8-be74-4853-87c4-a9d1405d137c/lf_day_by_day_sommer_2016.pdf?1466772399

https://www.lucernefestival.ch/de/programm/sommer-festival-2016

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Luzerner Sinfonieorchester, Beethoven im Dialog, Maria João Pires & Antonio Meneses, KKL Luzern, 10.Juni 2016, besucht von Léonard Wüst

Die beiden Protagonisten des KonzertesBesetzung und Konzertprogramm:

Maria João Pires, Klavier
Antonio Meneses, Violoncello

Ludwig van Beethoven:

Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 2 g-Moll op. 5,2 und Klaviersonate Nr. 32 c-Moll op.111

Johann Sebastian Bach: Suite Nr. 2 d-Moll, BWV 1008

Johannes Brahms: Sonate für Violoncello und Klavier, e-Moll op. 38

 

 

Rezension:

Maria João Pires, wohl eine der begnadetsten Mozartinterpretinnen unserer Zeit, ist auch andern Komponisten sehr verbunden und setzt deren Werke ebenso meisterhaft um, wie diejenigen des Salzburger Genies. Auf gleich hohem künstlerischen Niveau bewegt sich auch der Cellist Antonio Meneses, ergo eine ideale Kombination für ein Rezital mit Werken der drei grossen B der Klassikkomponisten, also Bach, Beethoven und Brahms. Die Entscheidung der Pianistin, kurzfristig eine Programmänderung vorzunehmen und im zweiten Konzertteil anstelle einer Komposition von Manuel de Falla die Sonate für Violoncello und Klavier, e-Moll op. 38 von Johannes Brahms zu interpretieren, erwies sich als genau richtig, wurde diese doch zu einem Glanzlicht des Rezitals, das die Portugiesin und der Brasilianer dem Auditorium im sehr gut besetzten Konzertsaal boten. Dass die beiden Protagonisten auch musikalisch dieselbe Sprache sprechen, verdeutlichte sich unmittelbar beim Start ins Konzert mit Beethovens Sonate für Klavier und Violoncello Nr. 4. Das Piano führte durch die vier Sätze, tonangebend, aber nie dominant, so konnte Meneses klangzaubern auf seinem Instrument, phrasieren, vibrieren, kontrapunktieren, durchaus energisch manchmal, sanft zurückhaltend in ruhigeren Passagen. Ein Werk, das den Cellisten fast bevorzugt, ihm den grösseren Part zuordnet, das Klavier zum Erfüllungsgehilfen bestimmt und es erst beim abschliessenden Allegro vivace wieder gleichberechtigt einbindet, gleichsam zurückführt. Das Publikum würdigte das perfekte Zusammenspiel der beiden mit langanhaltendem starkem Applaus.

Maria João Pires, Solistin am Piano

 

Ganz andere Ausgangslage beim folgenden Werk, der Klaviersonate Nr. 32 von Beethoven. Da hatte die Klaviervirtuosin die Bühne ganz für sich, was sie dann auch für eine Demonstration ihres aussergewöhnlichen Könnens nutzte und diese äusserst anspruchsvolle Komposition in Perfektion interpretierte, sowohl die leiseren, wie auch die furiosen Teile der Partitur. Konzentriert und gebannt, fast andächtig lauschte das Auditorium, konnte sich am faszinierenden Spiel kaum satt hören. Diese Sternstunde, die ungefähr 27 Minuten dauerte, hatte denn auch die darauffolgende langanhaltende stehende Ovation mehr als verdient. Tief beindruckt begab man sich in die Pause, gespannt, ob der zweite Teil des Konzertes das Niveau des ersten erreichen könne.

Antonio Meneses, Solist am Violoncello

 

Aber mit der Suite für Violoncello von J.S. Bach bot sich auch Antonio Meneses ausreichend Gelegenheit, sein Cellospiel der absoluten Weltklasse dem Luzerner Konzertpublikum zu vermitteln und wurde dafür mit reichlich Applaus gewürdigt. Zur finalen Sonate von Brahms nahm auch Maria João Pires wieder ihren Platz am Konzertflügel ein und unterstützte ihren Bühnenpartner kongenial bei deren Interpretation. Das Auditorium feierte die beiden mit stürmischer, langanhaltender Akklamation, wodurch diese sich zu einer kleinen Mendelssohn – Zugabe, Lied ohne Worte, Opus 109, bewegen liessen. Wenn zwei sich verstehen, freut sich der Dritte, in dem speziellen Fall also das Publikum.

Nachtrag:

Was für eine Anschlagskunst, ob bei Bach, Mozart, Beethoven oder Chopin. Kompromisslos. Hell und klar. Weich. Poetisch. Sensitiv. Nie sentimental. Immer brennend, Zitat Christine Lemke-Matwey auf Zeit online. Die Musik ist alles, der Interpret ist „nichts“, sagt die 72jährige, immer noch sehr quirlige Maria João Pires.

Trailer mit Beethovens Sonate für Klavier und Violoncello Nr. 4

MyHoa Steger (Piano) & Jean-Sébastien Tremblay (Cello)

www.youtube.com/watch?v=KRRZxrIHBOk

Claudio Arrau Beethoven Piano Sonata No. 32

www.youtube.com/watch?v=1ljq4MwzAbo

 

Kurzer Trailer des Luzerner Sinfonieorchesters LSO

youtube.com/watch?v=2oAW9cmRsX0

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: sinfonieorchester.ch/home

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Angela Hewitts Liebe zu Bach, begleitet vom Zürcher Kammerorchester Tonhalle Zürich, besucht von Irène Hubschmid

Tonhalle Zürich, grosser KonzertsaalBesetzung und Programm
Angela Hewitt, Klavier und Leitung
Zürcher Kammerorchester
Johann Sebastian Bach
Klavierkonzert Nr.3 D-Dur BWV 1054
Klavierkonzert Nr.5 f-Moll BWV 1056
Klavierkonzert Nr.7 g-Moll BWV 1058
Klavierkonzert Nr.2 E-Dur BWV 1053
Klavierkonzert Nr.1 d-Moll BWV 1052

Rezension:

„Man sollte sich selbst treu bleiben – und der Musik.“ Zitat der kanadischen Pianistin Angela Hewitt aus dem Programmheft.

In der witzigen Rede eines Musikers des ZKO (Zürcher Kammerorchester) annoncierte dieser die fünf Bach-Konzerte des Programms und lud das Publikum, im Anschluss an das attraktive Klavierprogramm, zu einer „Bachanale“ im Foyer ein, einem Sponsoren-Umtrunk der AMAG und der ZKB.

Ein wunderbarer optischer Auftakt gelang der Künstlerin mit ihrem funkelnden, goldenen Kleid. Sie vermochte bereits mit der ersten Kostprobe ihres Könnens – dem ersten Satz „Adagio e piano sempre“ des Klavierkonzerts Nr. 3 D-Dur BWV 1054 den komplett gefüllten Tonhalle-Saal in ihren Bann zu ziehen. Kein Wunder ist sie eine Meisterin ihres (Bach-)Faches, hat sie doch insgesamt 17 CDs mit seinen Kompositionen eingespielt!

Angela Hewitt, Klavier und Leitung

 

Angela Hewitt fühlte sich sichtlich wohl mit den Werken eines ihres Lieblingskomponisten auf dem Fazioli-Flügel mit dem verspiegelten aufgeklappten Innenleben. Mit ihrem sanften Anschlag und ihrem edlen Finger-Legato bewirkte sie spannende Musikaspekte, das Pedal nur sparsam einsetzend. Zur Zeit als die Komposition entstand, existierte das moderne Pedal noch nicht, wie Angela Hewitt erklärte.

Mit Nr. 5, erklang eine vielgehörte, unverkennbare Bach-Melodie, einfühlsam begleitet vom Orchester mit prägnanten Harfenzupf- und Streicherpassagen.

Bei Nr. 7, mit grosser melodischer Diversität sowie mit quirlig munterem Ausklang, führte die begnadete Künstlerin mit selbstsicherer Dynamik die Zuhörer in eine wohlig-angenehme Stimmung. Mit ihrem perlendenden Spiel und dem fliessenden Rhythmus fühlte man sich wie getragen von warmem Wasser. Dies wunderbar umrahmt mit der einprägsamen Begleitmusik der Streicher.

Nr. 2, tänzelnd und ergänzt mit längeren Begleitpassagen im repetitiven, moderaten Stil. Vereint mit ausgewogenen und vereinten Abschnitten zwischen Solistin und Streichern, endet dieses Stück mit einer kurzen Solopartitur der Pianistin.

Angela Hewitt c Richard Termine

 

Zum Abschluss dieses bemerkenswerten Abends gab es die Nr. 1, eine Bach-Komposition, die den Musikern  viel Konzentration für eine elegante und harmonische Wiedergabe des Werkes abverlangt. Bravourös gemeistert vom ZKO und Angela Hewitt. „Wenn man Bach versteht, ist einem für fast alles eine wunderbare Grundlage gegeben“, ist die Solistin überzeugt.

Dass sie sich zwar mit grosser Hingabe, jedoch nicht ausschliesslich auf Bach konzentriert, zeigen ihre Konzerte in 25 Ländern mit Werken von Couperin und Rameau bis hin zur zeitgenössischen Musik.

Der nicht enden wollende Applaus des entzückten Publikums belohnte die Künstlerin mit einer schönen Zugabe: nennen wir es die Bachpraline zum Ausklang.

Text: www.irenehubschmid.ch 

Fotos:   zko.ch/das-zko/

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