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Luzerner Theater Rigoletto, Oper von Giuseppe Verdi, Première, 16. Oktober 2016, besucht von Léonard Wüst

 Rigoletto Oper von Giuseppe VerdiProduktionsteam

Inszenierung: Marco Štorman Musikalische Leitung: Stefan Klingele Bühne: Frauke Löffel Kostüme: Anika Marquardt Licht: Marc Hostettler Video: Bert Zander Einstudierung Chor: Mark Daver Dramaturgie: Laura Schmidt

Besetzung Mit: Diego Silva (Duca di Mantua), Carlo Jung-Heyk Cho (Duca di Mantua) (30.11. / 02.12.) , Claudio Otelli (Rigoletto), Magdalena Risberg (Gilda), Jason Cox (Conte di Monterone), Marco Bappert (Conte di Ceprano), Bernt Ola Volungholen (Marullo ), Denzil Delaere (Borsa), Vuyani Mlinde (Sparafucile), Marina Viotti (Maddalena), Sarah Alexandra Hudarew (Contessa di Ceprano) Jeanette Neumeister (Contessa di Ceprano)Herrenchor und Extrachor des LT, Luzerner Sinfonieorchester

Rezension:

Das Opernhaus Zürich musste notgedrungen zwischen 1982 bis 1984 (Umbau, Renovation des Stammhauses) ein paar Produktionen u.a. Aida und Boris Godunow im Hallenstadion inszenieren. Das Schweizer Fernsehen wagte das Experiment am 30. September  2008 und brachte die Oper zu den Leuten, strahlte „La Traviata“ von Guiseppe Verdi live aus dem Zürcher Hauptbahnhof aus, in Zusammenarbeit mit dem Opernhaus Zürich.

Der neue Intendant Benedikt von Peter vom Luzerner Theater geht mit seinem „Rigoletto“ einen ähnlichen Weg mit der Inszenierung in der Pilothalle der Viscosistadt in Emmenbrücke, dies in Kooperation mit der Hochschule Luzern – Design & Kunst, die an diesem Ort ihre neue Heimat hat. Ebendort, also vis-à-vis der Spielstätte „Pilothalle“ fand die offizielle Begrüssung durch Benedikt von Peter statt. Dort sind auch die temporäre Garderobe, die Toiletten und eine reduzierte Gastronomie zu finden.

Dann gings auf in die gegenüberliegende „Pilothalle“, in der früher von der Viscosuisse neue Garne gewoben und getestet wurden, daher dieser Name. Die ersten gut 20 Minuten bildeten die Zuschauer Teil der Inszenierung, standen sie doch mittendrin in der Gästeschar, beim Ball, der vom Herzog von Mantua in seinem Palast ausgerichtet wurde. Im Parterre der Pilothalle bestaunte man das Treiben auf dem Fest, lauschte den Liedern, lasziv dargeboten von der Gräfin von Ceprano (Sarah Alexandra Hudarew), begleitet von einem Pianisten. So erkannte man auch bereits die diversen andern Protagonisten, u.a. der Herzog, umgeben von seinen Günstlingen, die sich angeregt über an- und abwesende Damen unterhielten, aber ebenso über eine unbekannte Schönheit im Umfeld des buckligen Hofnarren Rigoletto, eventuell sogar dessen heimliche Geliebte, in  Wahrheit aber seine manisch-ängstlich, wohlbehütete und verheimlichte Tochter Gilda. Nach diesem Auftakt wurde man an seinen Platz auf einem der diversen Tribünenblöcke geleitet, jeder sah so seinen Rigoletto aus einem völlig anderen Blickwinkel, ebenso liess  uns Regisseur Marco Štorman  so in Abgründe blicken, in bauliche ebenso wie in menschliche. Dank einiger aufgehängter Monitore, auf die die Handlung aus andern optischen Standpunkten projiziert wurde, hatte man aber trotzdem eine Art Gesamtübersicht, ergänzt, da in der originalen italienischen Fassung gespielt,  mit Übertiteln in deutscher Sprache

Auffallend sehr viele neue Gesichter und Stimmen in dieser neuen Spielzeit. Meine Bedenken betreffend der Akustik in der Halle erwiesen sich schnell als unbegründet.

Der Sopran von Magdalena Risberg klingt jugendlich hell und weich, ist aber genug kräftig, um die verschiedenen Emotionen der Gilda zum Ausdruck zu bringen. Ihre Koloraturen sind fliessend und die Bögen sanft und stimmig. Diego Silvas lyrischer Tenor verblasst etwas neben den anderen, zudem wirkt das Vibrato doch stark übertrieben, zu passiv, nicht überzeugend  „La Donna e mobile“, eigentlich der Arie mit dem höchsten Erkennungswert dieser Verdi-Oper. Einer aber überstrahlte alles und alle: ein grandioser Claudio Otelli in der Titelrolle. Ob gesanglich, mimisch oder schauspielernd, mächtig traurig oder unsäglich wütend dominierte er die Szene, ohne dass die übrigen Protagonisten etwa abgefallen wären. Der österreichische Bass Bariton überragte einfach, erschütterte das mitfühlende Auditorium mit seinem Schmerz. Das Stück spielt auf verschiedenen Ebenen, die räumlich vorgegeben sind, so hasten die Spieler Stahltreppen rauf und runter, auch dies eine Parforceleistung. Zusätzlich werden auch noch Projektionen eingesetzt, die aber eher mehr verwirren, als erläutern. Gegen Ende funktionierte dann auch die Übertitelung nicht mehr, was aber nicht mehr gross ins Gewicht fiel, die Geschichte war ja schon fast fertig erzählt. Ein Schritt nach draussen, näher zum Publikum, der sich gelohnt hat, erfrischend offensiv, trotz einigen Komfortabstrichen überzeugend. Dieser Schritt ins Mutige, in eine neue Art der Modulation, des Transformierens, wurde denn auch mit grossem Applaus belohnt mit einem tosenden, langanhaltender Beifallssturm, dies war die verdiente Anerkennung und der grosse Dank des begeisterten Publikums. Wahrscheinlich gab es nur keine „Standing Ovation“, weil man der Standfestigkeit der temporären Tribüne nicht so traute. Das souveräne Luzerner Sinfonieorchester übrigens hatte seinen Platz im Parterre und wurde geleitet von Stefan Klingele.

Kleine Fotodiashow von Ingo Höhn, Luzerner Theater:

fotogalerien.wordpress.com/2016/10/16/luzerner-theater-rigoletto-von-giuseppe-verdi-pilothalle-der-viscosistadt-emmenbruecke-premiere-16-10-2016-besucht-von-leonard-wuest/

Kurzer Trailer der Produktion:

https://vimeo.com/187467779

und der Spielstätte:

https://vimeo.com/185972150

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: www.luzernertheater.ch

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Luzerner Theater Dance Box 1 «Pleased to meet you», besucht von Gabriela Bucher – Liechti

Box Luzerner TheaterGrundsätzliches:Mit «Dance Box» werden sechs verschiedene Kleinformate gezeigt, die sich an die jeweiligen Räume der Spielzeit anlehnen. Die zwanzig- bis dreissigminütigen Kurzstücke entstehen ganz aus der Hand der Ensemblemitglieder, die auf aktuelle Themen und Schaffensperioden im Ballettsaal reagieren und ihre eigenen Persönlichkeiten und Erlebnisse in diese Werke tragen.

«Pleased to meet you» hiess die erste Kleinproduktion, welche in der «Dance-Box» letzten Samstag angeboten wurde. Die Tänzerinnen und Tänzer des Luzerner Tanz-Ensembles stellten sich dem Publikum vor.

Es herrschte fast ein bisschen Chilbi-Stimmung in der Box. «Pleased to meet you», röhrten die Rolling Stones über die Lautsprecher drinnen und duellierten sich mit dem Speaker des draussen gleichzeitig stattfindenden Red Bull Xrow Events.  Die Tänzer sassen völlig entspannt auf dem Boden, für einmal in Alltagskleidern und Turnschuhen,  und waren in irgendwelche Bastelarbeiten vertieft. Sie zeichneten, klebten, falteten,  schnitten aus, ein paar Kinder hatten sich unter sie gemischt und halfen mit. Die Stühle und Sitzkissen füllten sich nach und nach mit Besuchern, der Schlagzeuger Vincent Glanzmann genehmigte sich noch was Flüssiges an der Bar. Dann wurden die fertiggestellten Plakate und diversen Landesfahnen an die Wände geheftet, die gefalteten Gegenstände auf die unterschiedlich hohen braunen Kuben gestellt, der Schlagzeuger setzte sich hinter seine Drums, es konnte losgehen.

Was danach folgte war eine sehr kurzweilige Vorstellung, die so unterschiedlich ausfiel wie die Herkunft der Ensemble-Mitglieder. Die einen spielten mit den Klischees ihrer Heimat: Wodka, Pelzmütze und warme Schals für Sada Mamedova aus Russland,  Whisky und Karos für Rachel Lawrence aus Schottland,  ein film- und zirkusreifes Fahrrad aus Menschen mit Licht und Klingel für Tom van de Ven aus Holland, ein feuriger Tanz für Martina Consoli aus Sizilien. Enrique Saéz Martinez liess Alicantes Sommer aufleben, für Dario Dinuzzi aus Italien spielte Glanzmann sein Schlagzeug mit Spaghetti.  Andere erzählten von ihren Vorlieben,  Eigenarten, von den erworbenen Sprachen anlässlich der diversen Engagements in Europa und Shota Inoue aus Japan führte seinen «culture shock» spazieren.

Es war ein herzerfrischendes kleines Intermezzo, sozusagen ein «Apéro riche» welches einen helfen wird,  in den nun folgenden «Hauptgängen» während der Saison auch ein Stück weit die Menschen hinter den Künstlern zu erkennen. Nicht nur das Publikum, auch die 14 Tänzerinnen und Tänzer schienen ihren Spass zu haben. Was sie sich wohl für die nächste «Dance Box» vom 3. und 4. November mit dem Titel «Cooking French» ausdenken werden?

Text: www.gabrielabucher.ch  Fotos: luzernertheater.ch

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Götterdämmerung,Bayreuther Festspiele, 12. August 2016, besucht von Léonard Wüst

Götterdämmerung,Bayreuther Festspiele Szenenbild c Enrico NawrathBesetzung 2016

Musikalische Leitung Marek Janowski
Regie Frank Castorf
Bühne Aleksandar Denić
Kostüm Adriana Braga Peretzki
Licht Rainer Casper
Video Andreas Deinert
Jens Crull
Chorleitung Eberhard Friedrich
Technische Einrichtung 2013-2014 Karl-Heinz Matitschka
 
Siegfried Stefan Vinke
Gunther Markus Eiche
Alberich Albert Dohmen
Hagen Albert Pesendorfer
Brünnhilde Catherine Foster
Gutrune Allison Oakes
Waltraute Marina Prudenskaya
1. Norn Wiebke Lehmkuhl
2. Norn Stephanie Houtzeel
3. Norn Christiane Kohl
Woglinde Alexandra Steiner
Wellgunde Stephanie Houtzeel
Floßhilde Wiebke Lehmkuhl

Rezension:

Des Dramas letzter Akt: In Wagners „Götterdämmerung“ laufen die Fäden zusammen, das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Marek Janowski hat es eilig, soviel ist nach der ersten „Ring“-Serie in Bayreuth klar. Doch nur selten entstehen dadurch große Momente. Schaffte er es im „Siegfried“, seine hohen Tempi stellenweise auch mit musikalischer Tiefe und breiter Klangfarbenpalette zu verbinden, so bleibt es in der „Götterdämmerung“ überwiegend beim kühlen Abspulen.

Während Siegfried und Brünnhilde sich in der Felsenkammer im Liebesrausch ergehen, sehnt sich Wotan immer noch nach dem Untergang Walhalls und der Welt. Siegfried aber zieht es bald wieder hinaus in die weite Welt.

Brünnhilde lässt ihn gehen, behält aber den Ring als Liebespfand zurück. Als Siegfried bei Alberichs Kindern – Gunther, Hagen und Gutrune – um ein Nachtquartier bittet, flößen diese ihm einen Zaubertrank ein. Der lässt ihn Brünhilde vergessen und für Gutrune entbrennen. Er heiratet Gutrune und will Gunther helfen, Brünhilde zu erobern. Die aber lässt sich selbst mit Tarnkappentricks – Siegfried erscheint in Gunthers Gestalt – nicht hinreißen. Siegfried alias Gunther muss sie vergewaltigen, bevor er ihr den begehrten Ring wegnimmt.

Bei einem rauschenden Fest mit Alberichs Kindern gewinnt Siegfried, wiederum durch einen Zaubertrank gestärkt, seine Erinnerung zurück. Aber nur für eine kurze Zeit der Reue, denn Hagen tötet ihn wenig später. Im Streit um den Ring bringt Hagen auch seinen Bruder Gunther um. Brünnhilde aber wird des verfluchten Ringes mächtig und wirft ihn in das Feuer, in dem gerade Siegfrieds Leiche verbrennt. Sobald die Flammen erloschen sind, werden sich die Rheintöchter ihren vielbeklagten Schatz endlich zurückholen können.

Von Sängerseite gibt es an diesem Abend zwei besonders auffallende: Zum einen Catherine Foster, die eine von Beginn an hochkonzentrierte Brünnhilde ist, gut fokussiert in der Höhe und raumgreifend im Piano; zum anderen Albert Pesendorfer, der kurzfristig für den erkrankten Stephen Milling als Hagen einsprang und mit vokaler Schwärze und müheloser Fülle überzeugt. Stefan Vinke hätte fast noch einen Tag mehr Pause gebraucht – nach Intonationsschwächen zu Beginn findet er nur mit Mühe zur gewohnten Strahlkraft zurück. Markus Eiche als textverständlicher Gunther, Alison Oakes als stellenweise zu nervös-flackernde Gutrune und Marina Prudenskaya als klare Waltraute runden die gute Sängerleistung ab.

Wagner zitiert in der „Götterdämmerung“ viele Motive aus den andern drei Ringopern und fügt so alles zu einem schlüssigen Ganzen, eben einem Ring. Castorf wiederum mit seiner Regie führt des Menschen Streben nach Reichtum, somit nach Macht und Einfluss ad absurdum. Dafür schöpft er aus dem Vollen, nützt die Möglichkeiten der schier unendlichen technisch- gestalterischen Möglichkeiten der Festspielbühne und weiss auch Partner an seiner Seite, die seine Visionen umsetzten können.

Der Weg des diesjährigen Gesamtrings führte von einer Tankstelle an der Route 66 über Baku zu den IG Farben und endete symbolisch an der New Yorker Börse.

Stürmischer Applaus des Auditoriums war der Dank für die grossartigen Leistungen aller Beteiligten, wiederum mit Sonderapplaus für das erstaunliche Stehvermögen des doch bald 80 jährigen Marek Janowski. Eine ebenso schöne, wie anstrengende Woche, auch für das Publikum, fand damit ein würdiges Ende in diesem August 2016 auf dem grünen Hügel.

Fotodiashow Szenenbilder Götterdämmerung Bayreuther Festspiele 2016 c Enrico Nawrath

fotogalerien.wordpress.com/2016/10/01/bayreuther-festspiele-goetterdaemmerung-12-august-2016-besucht-von-leonard-wuest/

Einführungsartikel Bayreuther Festspiele 2016

https://www.bochumer-zeitung.com/magazin/lifestyle/87226366-besuch-der-bayreuther-festpiele-fuer-den-gesamtring-6-bis-13-august-2016-durch-leonard-wuest

Das Rheingold, 7. August 2016

https://www.bochumer-zeitung.com/magazin/lifestyle/87226800-bayreuther-festspiele-das-rheingold-7-august-2016-besucht-von-leonard-wuest

Die Walküre, 8. August 2016

https://www.bochumer-zeitung.com/magazin/lifestyle/87227034-die-walkuere-bayreuther-festspiele-8-august-2016-besucht-von-leonard-wuest

Siegfried, 10. August 2016

https://www.bochumer-zeitung.com/magazin/lifestyle/87227253-siegfried-bayreuther-festspiele-10-august-2016-besucht-von-leonard-wuest

Kleiner Trailer über das Festspielhaus Bayreuth

bayreuth.de/tourismus-kultur-freizeit/veranstaltungen/richard-wagner-festspiele-in-bayreuth/bayreuth-filme/

Text: leonardwuest.ch

Fotos: bayreuther-festspiele.de/deutsch/deutsch_2.html

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Siegfried, Bayreuther Festspiele, 10. August 2016, besucht von Léonard Wüst

 Siegfried Szenenbild Bayreuther Festspiele c Enrico NawrathBesetzung 2016

Musikalische Leitung Marek Janowski
Regie Frank Castorf
Bühne Aleksandar Denić
Kostüm Adriana Braga Peretzki
Licht Rainer Casper
Video Andreas Deinert
Jens Crull
Technische Einrichtung 2013-2014 Karl-Heinz Matitschka
 
Siegfried Stefan Vinke
Mime Andreas Conrad
Der Wanderer John Lundgren
Alberich Albert Dohmen
Fafner Karl-Heinz Lehner
Erda Nadine Weissmann
Brünnhilde Catherine Foster
Waldvogel Ana Durlovski

Rezension:

Bühnenbild mit vier grossen Köpfen in einen Felsen gehauen, ähnlich wie die Köpfe der vier amerikanischen Präsidenten am Mount Rushmore, einem Berg in den Black Hills, South Dakota in den USA. In Bayreuth sind es die Köpfe von Karl Marx, Lenin, Stalin und Mao Tse Tung.

Was so ein Pausentag doch alles ausmachen kann: Nach dem etwas eintönigen Rheingold und der zwiespältig wirkenden Walküre gelingt Marek Janowski im dritten Teil - dem "Siegfried" - eine rundum stimmige, stellenweise packende Umsetzung. Die sehr hohen Tempi behält er zwar bei, aber er setzt sie sicherer ein, bündelt die Kräfte und gibt sie mit breiter Klangfarbenpalette auf die Bühne weiter. In den besten Momenten gelingt tolles Musiktheater wie Mimes Halluzination in Todesangst. John Lundgrens Wotan hat an Dominanz und Klarheit gewonnen, Famos ist auch Nadine Weissmann als Erda mit glutvoll-mächtigem Mezzosopran und Catherine Foster als trompetenhafte, höhensichere Brünnhilde. Da hat es Stefan Vinke am Ende nicht leicht neben ihr, aber er gibt, wie schon im letzten Jahr, einen starken Siegfried mit großen Kraftreserven, die er sich klug einteilt.  Überhaupt großartig die schauspielerischen und gesanglichen Leistungen aller Protagonisten, die man dank Videoprojektion genau verfolgen kann. Bedauerlich hingegen Castorfs unsäglicher Krokodil-Gag, nach zweien im Premierenjahr sind es jetzt schon fünf, die das Liebespaar am Ende turbulent, aber völlig unkomisch-unpassend zu stören versuchen, was dem Publikum gar nicht gepasst hat. Dirigat und Gesang schwangen klar oben aus, was auf ein großes Finale hoffen lässt!

Frank Castorf's Set für Siegfried Dass dieses Jahr, aus Sicherheitsgründen keine Sitzkissen ins Festspielhaus mitgenommen werden durften, liegt  im Interesse der Puristen unter den Wagnerianern, da, ganz im Sinne des Komponisten,  wenige, am besten gar keine, schallschluckenden Materialien, also Vorhänge, Sitzpolster usw. im Saal sein sollten, um eine möglichst reine Akustik zu haben.

Zitat www.derwesten.de: Maestro Marek Janowski behält sein auf sprechende Farben und Rhythmen fokussiertes Dirigat bei, so wird der Puls des Schmiede-Hämmerns zum rasenden Herzschlag im Hintergrund. Janowski hat hier aber merklich Probleme mit der Abstimmung zwischen dem Orchester und den Sängern, die in der portalhohen Bühnen-Architektur viele Treppenstufen erklettern müssen. Sängerisch bleiben wenige Wünsche offen. Stefan Vinke ist ein Siegfried mit goldenem Tenor, mit dem er an die Grenzen geht, ohne zu brüllen, und der bei aller Kraft berückende Momente der Innigkeit gestalten kann. Aber dieser Siegfried kann auch anders. Fafner knallt er ohne Umstände mit der Kalaschnikow ab (die Festspiele verweisen eigens darauf, dass dieser laute Bühneneffekt das Gehör des Publikums nicht schädigt), und Mime ersticht er mitleidlos. Zitatende.

Einmal mehr episches Musik-Schauspiel mit vielen Verfremdungseffekten in einer weiteren spektakulären Drehbühne von Aleksandar Denic.

Ein neuer Held ist geboren: Der furchtlose Siegfried fügt das zerstörte Schwert "Nothung" zusammen und erlegt den Drachen Fafner. So kommt er in Besitz des Nibelungen-Rings und gewinnt zudem Brünnhilde

www.br-klassik.de/video/wagner-bayreuth-siegfried-doremikro-100.html

 

Siegfried Szenenbilder Bayreuther Festspiele, 10. August 2016

 

fotogalerien.wordpress.com/2016/09/25/siegfried-szenenbilder-bayreuther-festspiele-10-august-2016/

Einführungsartikel Bayreuther Festspiele 2016

https://www.bochumer-zeitung.com/magazin/lifestyle/87226366-besuch-der-bayreuther-festpiele-fuer-den-gesamtring-6-bis-13-august-2016-durch-leonard-wuest

Das Rheingold, 7. August 2016

https://www.bochumer-zeitung.com/magazin/lifestyle/87226800-bayreuther-festspiele-das-rheingold-7-august-2016-besucht-von-leonard-wuest

Die Walküre, 8. August 2016

https://www.bochumer-zeitung.com/magazin/lifestyle/87227034-die-walkuere-bayreuther-festspiele-8-august-2016-besucht-von-leonard-wuest

Götterdämmerung, 12. August 2016

https://www.bochumer-zeitung.com/magazin/lifestyle/87227404-goetterdaemmerung-bayreuther-festspiele-12-august-2016-besucht-von-leonard-wuest

Kleiner Trailer über das Festspielhaus Bayreuth

http://www.bayreuth.de/tourismus-kultur-freizeit/veranstaltungen/richard-wagner-festspiele-in-bayreuth/bayreuth-filme/

Text: leonardwuest.ch

Fotos: bayreuther-festspiele.de/deutsch/deutsch_2.html

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