Saisonauftakt des Zürcher Kammerorchesters: Fazil Say in allen Facetten, Tonhalle Zürich, 20. Oktober 2015, besucht von Irène Hubschmid
Besetzung und Programm:
Besetzung:
Zürcher Kammerorchester
Fazil Say «Artist in Residence», Klavier und Leitung
Willi Zimmermann, Konzertmeister
Nicola Mosca, Violoncello
Programm:
Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 25 g-Moll KV 183
Fazil Say: Klavierkonzert Nr.2 op.4 «Silk Road», Space Jump op. 46
Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierkonzert Nr.12 A-Dur KV 414
Rezension:
Das Zürcher Kammerorchester eröffnete die Saison in der Tonhalle Zürich mit dem genialen Musiker Fazil Say.
Das Konzert war kontrastreich. Die Sinfonie Nr. 25 von W. A. Mozart (1756 -1791), startete Willi Zimmermann mit seinem Orchester voller Elan. Im Andante wurde man an den durch die Berge schleichenden Herbstnebel erinnert. Die Fagottistin spielte die traurigen und lieblichen Klänge hervorragend.
Dann folgte der Kontrast mit einer Komposition von Fazil Say (*1970) „Silk Road“ Klavierkonzert Nr.2
Sogar ein Chinesischer Gong fehlte auf der Konzertbühne nicht.
Der türkischstämmige Artist in Residence spielt bereits 17 Jahre mit dem ZKO. Seine Kompositionen und sein Spiel sind so radikal wie facettenreich. Der Zuhörer wurde akustisch in asiatische Klangvariationen entführt.
Als Drittes folgte ebenfalls eine Komposition von Fazil Say „Space Jump“. In seinen Werken sind Tasten, Saiten und Holzteile integriert. Dies ergab eine optische wie auch musikalische Vielfalt und verkörperte eine kosmopolitische Klangart.
Temporeich interpretiert vom Trio Say/Zimmermann und Mosca, schienen Plejaden und Ufos nur so durch den Konzertsaal zu wirbeln.
Zum Abschluss verwöhnten Solist und Orchester das Publikum noch mit dem bekannten Klavierkonzert Nr. 12 von W.A. Mozart. Der Solist am Klavier Fazil Say animierte die Zuhörer mit ausschweifenden Gebärden sich noch mehr ins Werk zu vertiefen.
Der Applaus war frenetisch, einige erhoben sich gar für eine stehende Ovation.
Nachtrag:
Der zeitgenössische Komponist und Klaviervirtuose Fazil Say engagiert sich auch politisch und ist in der Türkei ein bekannter Bürgerrechtler. Für seine CD-Einspielungen erhält Fazil Say von Musikkritikern immer wieder höchste Auszeichnungen.
Das ZKO verzeichnete in der Saison 2014/15 in der Zürcher Tonhalle über 50 Prozent Zuschauerzuwachs, verglichen mit der Spielzeit 2013/14.
Grussvideo von Fazil Say, Artist in Residence 2015/16 unter www.zko.ch/grussbotschaft
Text: www.irenehubschmid.ch
Fotos: zko.ch/Home
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Programm und Besetzung:
Erklangen als Auftakt noch die etwas bekannteren Walzer von Maurice Ravel, folgte mit der Komposition von Ernst Krenek doch Eigenwilligeres des Autors der sogenannt „Zweiten Wiener Schule“, die sich explizit von der vorhergehenden Epoche der Romantik absetzt und deshalb auch nicht grad Ohrwurmcharakter hat. Dafür brillierte Johannes Dickbauer (*1984) als Solist, der für die erkrankte Adelina Oprean kurzfristig verpflichtet werden konnte. in seinem Sog liefen die Musikschüler zur Hochform auf und auch der souveräne Dirigent Dmitri Sitkovetsky hatte sichtlich Spass mit diesen jungen, begeisterungsfähigen Orchestermitgliedern zu musizieren, schwang mit der rechten Hand den Taktstock, während er mit der linken den einzelnen Registern Anweisungen gab. Der langanhaltende Applaus belohnte Orchester und Solisten und gut gestimmt begab man sich ins Foyer zu einem Pausengetränk.
Programm und Besetzung:
Genau diese Rhythmen schienen Nelson Freire besonders zu liegen, überzeugte er doch gerade im mittleren Satz, wo der Solist relativ grosse interpretische Freiheiten geniesst, zudem dürfte dieser etwas weniger „düstere“ Rachmaninow seinem südamerikanischem Naturell entgegenkommen. Das abschliessende Allegro vivace gewährte dann dem brillanten Begleitorchester etwas mehr Raum, ohne dass es den Pianisten überdeckte. Das Publikum würdigte das kongeniale Zusammenspiel denn auch dementsprechend, Freire liess sich aber nicht zu einer Zugabe bewegen.
Gaffigan packte Wagner mal dramatisch an, raffiniert aber auch mal mit Samthandschuhen. Besonders aufgefallen: Solohornist Florian Abächerli, der den heiklen Part in Siegfrieds Götterdämmerung in einer Echokammer auf der Galerie intonierte. Lukas Christinat blies in ein richtiges Stierhorn, auch Barbara Zumthurm-Nünlist mit dem Englischhorn zählt zum ausgezeichneten Bläserensemble, welches Gaffigan mit Gesten während des Applauses auch besonders hervorhob.