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Gesundheit

Prof. Dr. Volker Rudolph im neu ausgestatteten Herzkatheterlabor  (Marcel Mompour).  HDZ NRW

Kardiologischer Schwerpunkt auf dem neuesten Stand

Prof. Dr. Volker Rudolph im neu ausgestatteten Herzkatheterlabor  (Marcel Mompour).  HDZ NRW
Prof. Dr. Volker Rudolph im neu ausgestatteten Herzkatheterlabor (Marcel Mompour). HDZ NRW

Neue Herzkatheteranlage am HDZ NRW – Spezialgebiete des Teams von Prof.
Rudolph sind kathetergestützte Klappenverfahren und Eingriffe an den
Herzkranzgefäßen

Mit insgesamt sieben hochmodernen Herzkatheteranlagen zählt das Herz- und
Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, im Fachbereich der
Interventionellen Kardiologie ohnehin zu den führenden und am besten
ausgestatteten Spezialeinrichtungen bundesweit. Sein jüngstes Schmuckstück
unter den Arbeitsgeräten nahm Prof. Dr. Volker Rudolph, Direktor der
Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie/Angiologie, dabei
erst vor wenigen Tagen in Betrieb.

Die rund eine Million Euro teure Anlage der neuesten Generation (Artis
icono, Hersteller Siemens Healthineers) stellt dem Klinikdirektor und
seinem Team in Bad Oeynhausen nicht nur eine der  strahlungsärmsten
Medizintechniken zur Verfügung. Sie bietet auch erweiterte
Anwendungsmöglichkeiten und technische Finessen, die eine besonders
sichere und schonende Patientenversorgung gewährleisten und den
Herzspezialisten die Arbeit im Katheterlabor erleichtern. Im Zuge des
Austauschs der Anlage im Herzkatheterlabor 1 sind auch zwei weitere,
nebeneinander liegende Laboreinheiten aufwendig saniert und u.a. mit neuer
Lüftungs- und Brandschutztechnik ausgestattet worden.

Haupteinsatzbereich der neuen Anlage ist die kathetergestützte
Untersuchung und Behandlung bei koronarer Herzkrankheit. Dieser Bereich
hat in den letzten Jahren einen großen Wandel durchlaufen. Dabei geht es
immer mehr darum, den genauen Mechanismus zu verstehen, der die
Beschwerden der Patientinnen und Patienten erklärt, und daraus eine
gezielte Therapie abzuleiten. So muss nicht jede Engstelle, die in der
Angiographie gesehen wird, behandelt werden, sondern es kommt darauf an,
ob die Engstelle den Blutfluss auch relevant behindert.  In manchen Fällen
kommen die Beschwerden auch nicht von Verengungen der in der Angiographie
darstellbaren „großen“ Herzkranzgefäße, sondern von den nur unter dem
Mikroskop sichtbaren, im Herzmuskel liegenden „kleinen“ Herzkranzgefäßen.
„Unsere neue Katheteranlage liefert uns dabei alle modernen Optionen,
sowohl die großen als auch die kleinen Kranzgefäße optimal zu untersuchen
und so eine differenzierte Diagnostik und Therapie für unsere Patienten
durchzuführen“, sagt Professor Rudolph. Insbesondere für die Behandlung
sehr komplexer Fälle, wie im Falle starker Verkalkungen oder chronisch
verschlossener Herzkranzgefäße, seien durch den Umbau die Möglichkeiten
weiter ausgeweitet worden.

„Auch für unseren Schwerpunkt der kathetergestützten Herzklappenverfahren
hat der Umbau mehr Raum geschaffen“, betont Professor Rudolph. „Als
schonende Alternative zu einer herzchirurgischen Operation lassen sich
mittlerweile viele Herzklappenfehler mit dem Herzkatheter behandeln.“
Während immer häufiger die kathetergestützte Implantation der Aortenklappe
(TAVI) von Kardiologen und Herzchirurgen gemeinsam in den beiden Hybrid-
OP-Sälen des HDZ NRW durchgeführt wird, erfolgen kathetergestützte
Eingriffe an der Mitral- und Trikuspidalklappe in aller Regel im
Herzkatheterlabor.  Allein 700 Mal jährlich werde ein Aortenklappenersatz
im TAVI-Zentrum des HDZ NRW durchgeführt. „Das Verfahren ist die Methode
der Wahl bei hochbetagten Patienten, für die eine große Herzoperation ein
zu hohes Risiko bedeuten würde.“

Gleichfalls sei das HDZ ein von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie
zertifiziertes Zentrum für die kathetergestützte Mitralklappentherapie.
„Aber auch die Undichtigkeit der Trikuspidalklappe kann mittlerweile mit
verschiedenen Verfahren per Katheter behandelt werden“, betont Rudolph.
Knapp zweihundert Eingriffe an Mitral- und Trikuspidalklappe werden
mitterweile jährlich am HDZ NRW durchgeführt.
Herzensanliegen des Kardiologen sei es jedoch nicht allein, die
interventionellen Eingriffe so sicher und schonend wie möglich
durchzuführen, sondern ein besonderes Augenmerk auf die Vorsorge zu
richten. „Mit der richtigen Information und Aufklärung zu einem dauerhaft
gesunden Lebensstil, zur korrekten Einnahme und Dosierung von Medikamenten
und den entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt kann man schon
sehr viel für die eigene Herzgesundheit tun“, so der Kardiologe. Ansonsten
seien Betroffene im Falle von notwendigen Eingriffen am Herzen
grundsätzlich gut beraten, ein auf diese Verfahren spezialisiertes Zentrum
aufzusuchen.

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Als Spezialklinik zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und
Diabeteserkrankungen zählt das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-
Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen (Ruhr-Universität Bochum) mit 35.000
Patienten pro Jahr, davon 14.600 in stationärer Behandlung, zu den größten
und modernsten Zentren seiner Art in Europa. Als eines der größten
Herzklappenzentren in Deutschland bietet das HDZ NRW mit jährlich etwa
2.000 konventionellen und kathetergestützten Herzklappen-Eingriffen bei
Patienten aller Altersstufen das gesamte Spektrum in der Behandlung von
Herzklappenerkrankungen an.

Die Kardiologie am HDZ NRW wird durch zwei Fachkliniken vertreten:
Die Klinik für Elektrophysiologie/Rhythmologie des HDZ NRW (Direktor:
Univ.-Prof. Dr. med. Philipp Sommer) ist spezialisiert auf die Behandlung
von Herzrhythmusstörungen mit einem Leistungsspektrum von rd. 1.500
Ablationen jährlich.
Die Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie/Angiologie des
HDZ NRW unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. med. Volker Rudolph ist auf
die Behandlung der Koronaren Herzkrankheit, Herzklappenfehler,
Herzmuskelerkrankungen und entzündliche Herzerkrankungen ausgerichtet. In
der Klinik werden jährlich mehr als 5.000 kathetergestützte Verfahren
durchgeführt. Modernste diagnostische und bildgebende Verfahren sowie alle
modernen Kathetertechniken sichern die bestmögliche und schonende
medizinische Versorgung der Patienten. Die Klinik ist Europäisches und
Nationales Exzellenz-Zentrum zur Bluthochdruckbehandlung, anerkanntes
Brustschmerzzentrum (CPU – Chest Pain Unit), als überregionales Zentrum
zur Herzinsuffizienzbehandlung sowie zur Versorgung Erwachsener mit
angeborenem Herzfehler (EMAH) zertifiziert.

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Seminar Pflegewissenschaft an der UW/H

25 Jahre Pflegewissenschaft an der Universität Witten/Herdecke

Seminar Pflegewissenschaft an der UW/H
Seminar Pflegewissenschaft an der UW/H

Als erste deutsche Universität gründete die Universität Witten/Herdecke
(UW/H) einen Studiengang für beruflich Pflegende: zum Sommersemester 1996.
Seitdem sendet sie starke, dringend erforderliche Impulse in Gesellschaft,
Pflegepraxis und Forschung – aktuell mit dem neuen Master-Studiengang
„Community Health Nursing“.

Es war Pionierarbeit, die mit der Gründung des Instituts für
Pflegewissenschaft 1994 und dem neuen Studiengang zum Sommersemester 1996
geleistet wurde. Pionierarbeit, mit der die UW/H auf gravierende
demografische Entwicklungen reagierte. Die Herausforderung, damals wie
heute: Immer mehr Menschen werden immer älter, leiden an chronischen
Krankheiten, brauchen qualifizierte Betreuung und Begleitung. Die Antwort:
Forschung sowie Aus- und Weiterbildungsangebote, die den Bedürfnissen von
kranken und alten Menschen sowie Menschen mit Behinderung gerecht werden –
wobei beide Bereiche, Wissenschaft wie Praxis, Hand in Hand gehen.

„Gute Pflege ist sehr viel mehr als Waschen und Verbandswechsel, sie
erfordert Erfahrung, Wissen und Wissenschaft“, betont Prof. Dr. Margareta
Halek, Leiterin des Departments für Pflegewissenschaft an der UW/H.
Menschen werden gebraucht, die nicht nur helfen wollen, sondern das auch
können – Pflegende, die entsprechend qualifiziert sind, sich etwas
zutrauen und gemäß ihren Fähigkeiten auch Verantwortung übernehmen dürfen:
Diese Vision stand Pate bei der Akademisierung der Pflege vor 25 Jahren.
Seitdem hat sich der Bereich Pflegewissenschaft an der UW/H konsequent
weiterentwickelt. Heute ist er neben Medizin, Zahnmedizin und Psychologie
gleichberechtigter Bereich der Wittener Fakultät für Gesundheit. Jeder der
vier Bereiche stärkt die Fakultät und profitiert zugleich von deren
interdisziplinärem Ansatz – ein in Deutschland einzigartiges Konzept.

Pionierleistung mit starker Wirkung

„Die Anfänge der Pflegewissenschaft waren allerdings etwas holprig“,
erinnert sich Margareta Halek. Entscheidend war aber erst einmal, dass es
losging: „Der Aufbruch und die Möglichkeit für Pflegende, sich
weiterzuentwickeln – das alles setzte sehr viel Energie frei.“

Initiatorin mit großer Strahlkraft war Prof. Christel Bienstein. Sie
leitete das Institut für Pflegewissenschaft von seiner Gründung im Jahr
1994 bis 2017 und gilt als herausragende Persönlichkeit der Pflege und der
Pflegewissenschaft in Deutschland.“

Am 1. September wurde ihr für ihren Verdienst für die Pflegewissenschaft
an der UW/H und in Deutschland die Ehrendoktorwürde verlieren. Margareta
Halek hat ihre Vorgängerin von Anfang an erlebt: Die damalige
Altenpflegerin war eine der 28 Teilnehmer*innen im ersten Studiensemester
1996.

Mit dabei war ebenfalls Prof. Dr. Sabine Metzing. Damals war sie
Krankenschwester und wollte sich ursprünglich durch ein Studium für ihre
Pflegetätigkeit weiterbilden, entschied sich dann aber für die
wissenschaftliche Laufbahn. Unter anderem wirkte sie an einem der
gesellschaftlich besonders relevanten Forschungsprojekte mit – ein
Projekt, mit dem die UW/H ein bis dahin kaum beachtetes, tatsächlich aber
sehr wichtiges Themenfeld in die Forschung gebracht hat: Die
Lebenssituation von Kindern, die enormen Belastungen ausgesetzt sind, weil
sie schwerkranke Angehörige pflegen.

Auf Augenhöhe mit Ärzt*innen

Zudem war Sabine Metzing an der Konzeption des neuen Master-Studiengangs
„Community Health Nursing (M. Sc.)“ beteiligt, der zum Wintersemester
2021/22 startet. Er bündelt Erfahrungen und Schlussfolgerungen der
vergangenen Jahre, um gegenwärtigen wie zukünftigen Herausforderungen
gerecht werden zu können. Die sind nach wie vor groß: Der Master-
Studiengang reagiert darauf, dass sich in ländlichen Regionen immer
weniger Ärztinnen und Ärzten niederlassen. Dazu kommen die
Herausforderungen im Gesundheitssystem: demografischer Wandel, Zunahme an
komplexen chronischen Krankheiten, steigende Zahl von Menschen mit
langjährigem Pflegebedarf.

„Ziel ist es, dass Pflegefachpersonen mit Zusatzqualifikation Menschen mit
chronischen Erkrankungen sowie Behinderung begleiten und medizinische
Leistungen übernehmen können, die aktuell noch im ärztlichen Bereich
liegen“, erklärt Sabine Metzing. Idealerweise werden Fachkräfte also mit
hoher Entscheidungskompetenz ausgestattet: „Wir brauchen Pflegende, die
auf Augenhöhe mit Ärztinnen und Ärzten agieren können“, so bringt es die
Wissenschaftlerin auf den Punkt.

Noch aber ist die Realität eine andere. „In Deutschland fehlen Strukturen
und Akzeptanz für hochqualifizierte Pflegende: in ländlichen Regionen wie
in Kliniken und Seniorenheimen“, sagt Margareta Halek. Fachkräftemangel
sieht die UW/H-Leiterin der Pflegewissenschaft als eines der zentralen
Probleme, ebenso mangelnde Wertschätzung und ein niedriges Gehaltsniveau:
„Das alles sind Probleme eines überwiegend weiblichen Berufsstandes.“

Einzigartig in Deutschland

Das 25-jährige Jubiläum der Pflegewissenschaft an der Universität
Witten/Herdecke hat diese beiden Seiten: Zum einen zeigt der Rückblick auf
die Leistungen der vergangenen Jahre, wie viel sich getan hat und welche
Impulse in Gesellschaft, Forschung und Pflegepraxis gegeben werden
konnten. Ebenso sichtbar wird aber auch, wie viel Luft noch nach oben ist:
Auf dem Weg zu einem Berufsbild, das der Pflegerealität ebenso gerecht
wird wie den Potentialen und Leistungen der Pflegenden.

Die UW/H bleibt ihrer Vision treu und entwickelt sich zugleich weiter:
Indem sie den komplexen Themenbereich erforscht und Pflegende für
anspruchsvolle Tätigkeiten qualifiziert. Der Master-Studiengang „Community
Health Nursing“ ist ein weiterer Meilenstein auf diesem Weg: Ein Ansatz,
mit dem andere Länder bereits gute Erfahrungen sammeln – für Deutschland
ist dieses Angebot eine echte Besonderheit.

Das Department hat zum Jubiläum eine eigene Website ins Leben gerufen: www
.uni-wh.de/pflewi25jahre

Ansprechpartner Presseteam:
Malte Langer, Teamleiter Kommunikation, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., (0)2302 /
926-931

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine
Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als
Modelluniversität mit rund 2.700 Studierenden in den Bereichen Gesundheit,
Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma
Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit
Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

www.uni-wh.de / blog.uni-wh.de / #UniWH / @UniWH

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HIV-assoziierte Lymphome: Neues Faltblatt informiert Betroffene

Das Kompetenznetz Maligne Lymphome an der Uniklinik Köln hat ein neues
Faltblatt für HIV-positive Menschen mit Lymphomerkrankungen herausgegeben.
Darin wird die bei HIV-Infizierten relativ häufig vorkommende Erkrankung
beschrieben, ebenso werden mögliche Symptome, Diagnoseverfahren sowie die
vom jeweiligen Lymphomsubtyp abhängigen Therapieverfahren erläutert. Die
Information wird kostenlos an Betroffene abgegeben, auch
Behandlungszentren können beim KML kostenfrei Exemplare zur Auslage
bestellen. Das PDF der Kurzinformation steht auch in der Mediathek unter
<www.lymphome.de>  zum Download zur Verfügung.

Lymphome (umgangssprachlich „Lymphdrüsenkrebs“) sind bösartige
Erkrankungen des lymphatischen Systems, welches für die Immunabwehr
zuständig ist. Lymphome entstehen, wenn bestimmte Zellen der Immunabwehr,
sogenannte B- oder T-Lymphozyten, in ihrem Reifungsprozess entarten. Die
fehlerhaften Immunzellen vermehren sich dann unkontrolliert, sind aber
funktionslos. Treten Lymphome bei HIV-positiven Patientinnen und Patienten
auf, handelt es sich um HIV-assoziierte Lymphome.

Grundsätzlich kann jeder HIV-positive Mensch ein Lymphom entwickeln. Es
wurde aber beobachtet, dass das Risiko für ein Lymphom und auch für andere
Krebserkrankungen mit abnehmender Anzahl der Helferzellen steigt;
insbesondere Personen mit Helferzellen unter 100/μl sind besonders
gefährdet. Somit wird die Entstehung eines Lymphoms durch eine HIV-
bedingte Immunschwäche begünstigt. Die Ursachen für die Entwicklung eines
HIV-Lymphoms sind jedoch vielfältig – denn so verschiedenartig das
Erscheinungsbild der Lymphome ist, so unterschiedlich sind auch die
möglichen Entstehungsmechanismen (Pathogenese).

Das Risiko, an einem HIV-Lymphom zu erkranken, steht in einer
Wechselbeziehung zur Anzahl der Helferzellen und zur Viruslast: Je höher
die Anzahl an Helferzellen im Blut und je geringer die Viruslast, desto
geringer ist das Risiko, an einem HIV-Lymphom zu erkranken. Damit nimmt
die  kombinierte antiretrovirale Therapie (cART) eine zentrale Rolle in
der Entstehung eines HIV-Lymphoms ein: Eine verspätet begonnene oder nicht
korrekt durchgeführte cART, auch Therapieunterbrechungen, können das
Auftreten eines Lymphoms begünstigen. Vor der Einführung der cART war die
Inzidenz beispielsweise aggressiver NHL bei HIV-positiven Menschen um das
60- bis 200-Fache gegenüber der HIV-negativen Bevölkerung erhöht. Nach
Einführung der cART ist die Inzidenz deutlich zurückgegangen, sie liegt
jedoch immer noch 4- bis 16-fach über jener von HIV-negativen Menschen.

Die Therapie der HIV-Lymphome hängt vom Typ und dem Stadium des Lymphoms
ab. Zudem spielen bei der Wahl der Behandlung auch der Allgemeinzustand
des Betroffenen, relevante Begleiterkrankungen und die aktuelle Situation
der HIV-Infektion eine Rolle. Das Therapieziel ist in den allermeisten
Fällen die Heilung. Je nach Lymphom-Typ und Stadium des Lymphoms sowie der
HIV-Infektion wird dieses Ziel unterschiedlich gut erreicht.

Das vom Kompetenznetz Maligne Lymphome an der Uniklinik Köln
herausgegebene 14-seitige Faltblatt "HIV-assoziierte Lymphome" wendet sich
an HIV-positive Menschen mit Lymphomen. Die beiden Autoren Prof. Dr. med.
Kai Hübel (Uniklinik Köln) und Prof. Dr. med. Marcus Hentrich
(Rotkreuzklinikum München) sind als Sprecher der AG HIV-assoziierte
Neoplasien der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO)
ausgewiesene Experten auf diesem Gebiet. Sie beschreiben neben dem
allgemeinen Krankheitsbild auch mögliche Symptome, Diagnoseverfahren sowie
die vom jeweiligen Lymphomsubtyp abhängigen Therapieverfahren.

Die Information wird kostenlos an Betroffene abgegeben.
Behandlungslungszentren können beim KML kostenfrei Exemplare zur Auslage
bestellen. Das PDF der Broschüre wird auch online über das
Informationsportal des Kompetenznetzes Maligne Lymphome e.V. (KML)
angeboten:
<https://lymphome.de/fileadmin/Media/service/mediathek/lymphomerkrankungen
/WEB_HIV-assoziierte_Lymphome_Flyer_14S_131021.pdf
>

Die Herstellung des Faltblatts wurde von der Firma AbbVie Deutschland GmbH
& Co. KG finanziell unterstützt. Das Unternehmen hatte keinen Einfluss auf
die Inhalte.

Bestellungen:

Kompetenznetz Maligne Lymphome
Uniklinik Köln
50924 Köln
Telefon: 0221 478-96000
Fax: 0221 478-96001
E-Mail: <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>

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Unikliniken: Zuerst Retter in der Not, jetzt tief in den roten Zahlen

Die Pandemie habe den deutschen Unikliniken hohe Mehrausgaben aufgebürdet,
sagt Professor Jürgen Floege. Fast alle seien nun defizitär und dringend
auf die Hilfe der Politik angewiesen. GDNÄ-Mitglied Floege leitet die
Universitätsklinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten in Aachen,
engagiert sich für mehr Forschung auf seinem Gebiet und blickt gern über
die Tellerrand hinaus.

Derzeit betreut das Universitätsklinikum Aachen rund ein Dutzend
Covid-19-Patienten, einige davon jung und ohne Vorerkrankungen. „Es
handelt sich zu hundert Prozent um Ungeimpfte“, sagt Professor Jürgen
Floege, Direktor der dortigen Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten,
Rheumatologische und Immunologische Erkrankungen. Sein Plädoyer im
Interview für GDNÄ-Online: „Gegen diese Krankheit hilft kein noch so
starkes Immunsystem, den besten Schutz bietet die Impfung.“

Die allermeisten der mehr als achttausend Beschäftigten des Klinikums der
Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) seien inzwischen
zweifach geimpft, viele sogar dreifach. „Zwangsmaßnahmen gibt es bei uns
nicht, wir appellieren aber an Vernunft und Rücksichtnahme. Damit sind wir
bis jetzt gut gefahren“, berichtet der renommierte Nierenspezialist
Floege.

Große Sorgen machen sich die Aachener Universitätsmediziner angesichts
eines wachsenden Schuldenbergs. Schon vor der Pandemie seien drei Viertel
der deutschen Universitätskliniken defizitär gewesen, nun steckten fast
alle tief in den roten Zahlen, sagt Jürgen Floege. „Die Pandemie hat uns
hohe Mehrausgaben aufgebürdet, die durch das bestehende Vergütungssystem
nicht ausgeglichen werden.“ Nun sei man dringend auf Zuschläge angewiesen,
die die Politik aber bisher verweigere. In vielen Häusern gebe es einen
Investitionsstau der Sonderklasse, berichtet Floege: „Wichtige Projekte
müssen jetzt warten.“

Dabei ist der Bedarf an medizinischen Fortschritten unvermindert groß,
gerade auch auf dem Gebiet der Nierenheilkunde, fachsprachlich:
Nephrologie. An Nierenschäden leiden in Deutschland sehr viele: Bei rund
vier Millionen Menschen liegt die Nierenfunktion unter 30 Prozent ihrer
Kapazität und bei einer halben Million ist die Nierentätigkeit auf 15
Prozent oder weniger abgesunken. Geht die Funktion auf rund fünf Prozent
zurück, sind die Betroffenen häufig auf eine Dialyse als
Nierenersatztherapie angewiesen.

Dennoch laufen in der Nephrologie aktuell die wenigsten klinischen
Studien. Das habe mit der enormen Komplexität von Nierenkrankheiten zu
tun, sagt Jürgen Floege: „Die wenigsten Patienten haben nur
Nierenprobleme, die meisten leiden zusätzlich an Krankheiten des Herz-
Kreislauf-Systems, der Lunge oder des Magen-Darm-Trakts, um nur einige
Diagnosen zu nennen.“ Insgesamt seien Nierenkrankheiten schwer in den
Griff zu bekommen und schwer zu beforschen.

Trotz aller Hürden laufen an der Aachener Nierenklinik zahlreiche Studien.
Dabei geht es beispielsweise um die Zusammenhänge zwischen Herz und Nieren
und um neue Therapieansätze für Covid-19-Patienten. Mit seiner eigenen
Arbeitsgruppe will Jürgen Floege herausfinden, ob hochdosierte Gaben des
Gerinnungsvitamins K2 Dialysepatienten helfen können.

Der Aachener Mediziner schaut gern über den Tellerrand seiner Disziplin
hinaus und interessiert sich für andere Bereiche der Naturwissenschaften.
„Diesem Bedürfnis kommt die GDNÄ mit ihrer Fächervielfalt entgegen und
deshalb engagiere ich mich als Gruppenvorsitzender Medizin.“

Hier geht es zum vollständigen Interview:
https://www.gdnae.de/juergen-floege-die-pandemie-hat-uns-tief-in-die-
roten-zahlen-getrieben/


Zur Person
Seit 1999 leitet Professor Dr. med. Jürgen Floege die Medizinische Klinik
II der Universitätsklinik RWTH Aachen (Klinik für Nieren- und
Hochdruckkrankheiten, Rheumatologische und Immunologische Erkrankungen).
Er studierte er an der Medizinischen Hochschule Hannover und am Albert
Einstein College of Medicine in New York. In Hannover schloss er seine
Facharztausbildung ab, habilitierte sich und trat 1995 eine Stelle als
Oberarzt an. In den 1990er-Jahren arbeitete er zusätzlich drei Jahre als
Gastwissenschaftler an der University of Washington in Seattle. Zu seinen
wissenschaftlichen Schwerpunkten, zu denen er mehr als 600
Originalartikel, Reviews, Editorials und Buchkapitel publiziert hat,
gehören Nierenerkrankungen und ihre zentrale Bedeutung für die Innere
Medizin, etwa bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Professor Floege ist Herausgeber des internationalen Bestseller-Lehrbuchs
„Comprehensive Clinical Nephrology” und Mitherausgeber der führenden
nephrologischen Fachzeitschrift „Kidney International“. Für seine
Forschung erhielt der Aachender Nephrologe zahlreiche Ehrungen, darunter
im Jahr 2020 die höchste Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für
Nephrologie (DGfN), die Franz-Volhard-Medaille. Neben seiner
Kliniktätigkeit engagiert sich Floege in renommierten Gesellschaften,
Gremien und Organisationen. Er ist Gründungsmitglied und Past-Präsident
der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN), Past-Präsident der
Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) und im Leitungsgremium
von KDIGO – einer Organisation, die weltweit gültige Leitlinien der
Nephrologie erstellt. Der GDNÄ gehört Jürgen Floege seit 2019 an; er hat
die Aufgabe des Gruppenvorsitzenden Medizin übernommen.

Über die GDNÄ
Die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte e. V. (GDNÄ) ist die
einzige wissenschaftliche Gesellschaft in Deutschland, die über die
naturwissenschaftlichen, technischen und medizinischen Fachdisziplinen
hinweg allen Interessierten für eine Mitgliedschaft offensteht, auch
Schülern, Studenten und naturwissenschaftlichen Laien. Insofern ergänzt
und bereichert die GDNÄ die von Akademien und Fachgesellschaften geprägte
Landschaft wissenschaftlicher Gesellschaften in Deutschland.
Die GDNÄ pflegt den wissenschaftlichen Austausch über Fachgrenzen hinweg,
fördert mit speziellen Programmen für Schüler, Lehrkräfte und Studierende
die Wissenschaftsbildung und engagiert sich im Dialog mit der Gesellschaft
– mit öffentlichen Vorträgen und Diskussionen sowie über ihre Website.

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