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Gesundheit

Bluthochdruck: Leiser Killer für Herz und Gefäße – wie schützt man sich?

Herzschwäche, Vorhofflimmern, Schlaganfall: Ursache ist häufig ein über
Jahre unbemerkter Bluthochdruck. Wer früh genug handelt, kann etwas
dagegen tun

Über 20 Millionen Menschen haben in Deutschland einen hohen Blutdruck,
etwa jeder dritte Erwachsene – sehr viele wissen nichts von ihrem
Bluthochdruck. „Diese hohe Dunkelziffer der unerkannten und somit
unbehandelten Bluthochdruckleiden ist besorgniserregend. Denn jede auch so
geringe Erhöhung des Blutdrucks schädigt Gefäße und auf Dauer
lebenswichtige Organe wie Herz, Gehirn oder Nieren“, warnt der
Herzspezialist Prof. Dr. med. Thomas Meinertz vom Wissenschaftlichen
Beirat der Deutschen Herzstiftung anlässlich der bundesweiten Herzwochen,
die sich unter dem Motto „Herz unter Druck“ der häufigsten Volkskrankheit
Bluthochdruck widmen (Infos: www.herzstiftung.de/herzwochen2021). Zu den
schwerwiegenden Komplikationen eines dauerhaften unzureichend oder nicht
behandelten Bluthochdrucks gehören Herzschwäche, Gehirnblutung und
Schlaganfall sowie Vorhofflimmern und Nierenversagen. „Je ausgeprägter die
Blutdruckerhöhung ist, desto schwerer sind die Folgen für die Organe“, so
der Kardiologe im Herzwochen-Ratgeber „Bluthochdruck: Herz und Gefäße
schützen“ (130 Seiten). Dieser kann kostenfrei unter
www.herzstiftung.de/bestellung oder per Telefon unter 069 955128-400
angefordert werden.

Blutdruckmessen: die beste Vorsorge
Das Tückische an Bluthochdruck: Obwohl Organe möglicherweise bereits
geschädigt sind, macht er sich nicht mit Beschwerden bemerkbar. „Vor allem
ein dauerhaft erhöhter Blutdruck lässt den Körper an den hohen Druck
gewöhnen. Man fühlt sich dennoch gut“, berichtet Meinertz. Symptome wie
Schwindel, Ohrensausen, Kopfschmerzen oder Nasebluten können, müssen aber
nicht auftreten. „Wenn sich Bluthochdruck mit Beschwerden bemerkbar macht,
ist es in aller Regel schon zu spät, weil es bereits zur Schädigung von
Gefäßen und Organen gekommen ist“, so Meinertz. Umso wichtiger bei der
Vorsorge ist die früh- und rechtzeitige Erkennung des Bluthochdrucks durch
Messung, damit der Blutdruck medikamentös und mit einem gesunden
Lebensstil gut eingestellt werden kann. Die Deutsche Herzstiftung und
Hochdruckexperten empfehlen deshalb allen Erwachsenen folgende
Zeitintervalle für eine Blutdruckmessung
- mit optimalen Blutdruckwerten (unter 120 mmHg/80 mmHg) mindestens alle
fünf Jahre
- mit normalen Werten (120-129 mmHg/80-84 mmHg) alle drei Jahre
- mit hochnormalem Blutdruck (130-139 mmHg/85-89 mmHg) mindestens einmal
im Jahr
- mit Bluthochdruck Grad 1 (ab 140 mmHg/ab 90 mmHg) regelmäßig zu Hause.

Erst indem man erhöhte Blutdruckwerte durch einen gesunden Lebensstil,
allen voran mit Ausdauerbewegung, Abbau von Übergewicht und der
konsequenten Einnahme der blutdrucksenden Medikamente konsequent senkt,
beugt man wirksam den Folgeerkrankungen des Bluthochdrucks wie
Herzschwäche in Form der hypertensiven Herzkrankheit,
Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und Schlaganfall vor. Als einer der
wichtigsten Lebensstilfaktoren gilt regelmäßiger Ausdauersport wie
Radfahren, Walken, Joggen oder Schwimmen: Wer fünfmal pro Woche mindestens
30 Minuten aktiv ist, kann seine Werte um fünf bis zehn mmHg senken. „Auch
andere Formen der Bewegung sind wirksam – Hauptsache, man wird regelmäßig
aktiv“, rät Meinertz. „Mit Ausdauerbewegung sinkt die Wahrscheinlichkeit,
Übergewicht und damit einen weiteren Risikofaktor für Herzkrankheiten zu
entwickeln.“ Als optimale Blutdruckzielwerte gelten aktuell für jüngere
Patienten bis zum Alter von 65 Jahren weniger als 130 mmHg systolisch,
sofern sie es vertragen. Patienten über 65 sollten auf systolische Werte
unter 140 mmHg kommen, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Die genannten Werte
gelten auch für Patienten mit Nebenerkrankungen wie Diabetes, koronare
Herzkrankheit (KHK) und nach einem Schlaganfall. Weitere Infos zum
Bluthochdruck unter www.herzstiftung.de/bluthochdruck

Hypertensive Herzkrankheit („Hochdruckherz“)
Wie kommt es aber durch hohen Bluthochdruck zu den schwerwiegenden
Komplikationen?  Die schwerwiegendste Komplikation eines unkontrollierten
Bluthochdrucks ist die „hypertensive Herzkrankheit“. Hoher Blutdruck führt
auf Dauer wegen der chronischen Druckbelastung auf das Herz zu einer
Vergrößerung der Muskelmasse der linken Herzkammer, wodurch das Herz an
Elastizität und Leistungskraft verliert. Die Herzkammer kann sich in der
Entspannungsphase (Diastole) nicht mehr ausreichend mit Blut füllen. „Es
entsteht zunächst eine Herzschwäche mit erhaltener Pumpkraft
(Auswurffraktion), aber die Patienten leiden bereits an typischen
Symptomen einer Herzschwäche wie Luftnot und leichte Ermüdbarkeit, weil
der Organismus nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden kann“,
erläutert Meinertz. Schließlich entwickelt sich eine Herzschwäche mit
reduzierter Pumpkraft in der linken Herzkammer mit allen Beschwerden einer
schweren Herzschwäche (Infos: www.herzstiftung.de/herzschwaeche-therapie).
Hinzu kommt in diesem Stadium das Risiko eines plötzlichen Herztods. Denn
Rhythmusstörungen sind die häufigste Folge der auch „Hochdruckherz“
genannten hypertensiven Herzkrankheit.

Schlaganfall und Herzinfarkt: Warum durch Bluthochdruck?
Bei Bluthochdruckpatienten besteht allein aufgrund der dauerhaften
Gefäßbelastung durch den erhöhten Blutdruck ein Risiko für Schlaganfall.
„Der permanent hohe Blutdruck ist der mit Abstand wichtigste Risikofaktor
für den Schlaganfall. Dazu kommt es zumeist, weil thrombotisches oder
arteriosklerotisches Material aus den Halsschlagadern mit dem Blutstrom
ins Gehirn schwemmt und dort ein Gefäß verstopfen“, erklärt Meinertz. Eine
andere Ursache für den Schlaganfall sind Blutgerinnsel (Thromben), die
sich aufgrund der Rhythmusstörung Vorhofflimmern im linken Vorhof des
Herzens bilden und ins Gehirn gelangen. Vorhofflimmern ist die häufigste
Rhythmusstörung infolge eines unbehandelten Bluthochdrucks; 70 % der
Patienten mit Vorhofflimmern haben Bluthochdruck. Bei den meisten
Patienten tritt es zunächst anfallsartig auf und geht bei weiterhin
unkontrolliertem Bluthochdruck in ein anhaltendes Vorhofflimmern über.
„Deshalb sollte man beim Blutdruckmessen auch den unregelmäßigen
Herzschlag mit Hilfe der Puls-Anzeige am Blutdruckmessgerät feststellen.
Oder man tastet wiederholt den eigenen Puls oder beobachtet
Pulsunregelmäßigkeiten mit Hilfe einer Smartwatch“, rät Meinertz. Infos
unter www.herzstiftung.de/vorhofflimmern.
Anders als beim Schlaganfall ist Bluthochdruck für die KHK und den akuten
Herzinfarkt nur ein Risikofaktor neben einer Reihe weiterer Faktoren wie
genetische Disposition, Fettstoffwechselstörungen, Rauchen oder
Zuckerkrankheit. „Allerdings geht jeder zweite Herzinfarkt auf das Konto
eines Bluthochdrucks“, betont Meinertz. Die KHK ist eine
Durchblutungsstörung wegen verengter Herzkranzgefäße
(„Arterienverkalkung“) und die Grunderkrankung des Herzinfarkts.
Bluthochdruck wirkt dauerhaft schädigend auf die Blutgefäße, indem er ihr
Endothel, die zarte innere Zellschicht, die die Blutgefäße von innen wie
eine schützende Tapete auskleidet, wirkt. Leidet das Endothel, leiden auch
die Blutgefäße – und das wiederum erhöht das Risiko für Herzinfarkt und
Schlaganfall. „Da die meisten der von einem unkontrolliert hohen Blutdruck
verursachten Schäden nicht reparabel sind, ist die frühzeitige Messung und
therapeutische Einstellung eines hohen Blutdrucks zwingend notwendig.“ Wie
man richtig Blutdruck misst, erklärt ein Herzstiftungs-Video unter
www.herzstiftung.de/herzwochen2021-videos

Herzwochen-Broschüre zu Bluthochdruck – die stille Gefahr
Zu den vielfältigen Herzwochen-Angeboten zählt die Broschüre
„Bluthochdruck: Herz und Gefäße schützen“, in der renommierte
Bluthochdruckexperten laienverständlich über Ursachen, Diagnose und
Therapie des Bluthochdrucks informieren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die
Prävention.  Die 130 Seiten umfassende Broschüre kann bei der Herzstiftung
kostenfrei angefordert werden unter www.herzstiftung.de/bestellung oder
per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder Tel. 069 955128-400.

Die Herzwochen unter dem Motto „Herz unter Druck“ richten sich an alle,
denn jeder kann – auch bereits im Kindesalter – von Bluthochdruck und den
daraus schwerwiegenden Folgen betroffen sein. An der Aufklärungskampagne
beteiligen sich Kliniken, niedergelassene Kardiologen, Krankenkassen und
Betriebe. Infos zu Vortragsveranstaltungen, Online-Beiträgen,
Telefonaktionen und Ratgeber-Angebote (Text, Video, Audio) sind unter
www.herzstiftung.de/herzwochen2021 abrufbar oder per Tel. 069 955128-333
zu erfragen.

Informieren Sie sich in den sozialen Medien über die Herzwochen der
Herzstiftung unter:
https://www.facebook.com/deutsche.herzstiftung/
https://www.youtube.com/user/DeutscheHerzstiftung
https://www.instagram.com/herzstiftung/
https://twitter.com/Herzstiftung

Experten-Videos zum Herzwochen-Thema Bluthochdruck sind erreichbar unter
www.herzstiftung.de/herzwochen2021-videos

Herzstiftungs-Podcast „imPULS – Wissen für Ihre Gesundheit“ mit einer
Podcast-Serie zum Herzwochen-Thema Bluthochdruck – Hören Sie rein!
www.herzstiftung.de/podcasts

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Wie Bewegung zum Blutdruck-Medikament wird

Auch in höherem Alter senkt Sport den Blutdruck effektiv – Herzstiftung
klärt über empfehlenswerte Sportarten und Trainingsumfang auf

Regelmäßige Bewegung gilt als das ideale Mittel, um den Blutdruck zu
senken und das Herz-Kreislauf-System gesund zu halten. Bei leichtem
Bluthochdruck unter 160 mmHg systolisch wird eine Änderung des Lebensstils
häufig sogar als einzige Maßnahme verordnet, wenn keine weiteren
Risikofaktoren vorliegen. „Bewegung ist das ideale ,Medikament‘ für das
Herz-Kreislauf-System, weil man damit effektiv – optimalerweise im
Zusammenspiel mit weiteren Lebensstilmaßnahmen wie gesunde Ernährung – den
Risikokrankheiten für Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugt: allen voran
Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht“, betont der Kardiologe Prof. Dr.
med. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender Deutschen Herzstiftung
anlässlich der bundesweiten Herzwochen. Welche Sportarten für Patienten
mit Bluthochdruck geeignet sind, wie oft man trainieren sollte und welche
weiteren Maßnahmen und Therapien den Blutdruck senken können, darüber
informiert die Deutsche Herzstiftung in den Herzwochen vom 1.-30. November
unter dem Motto „Herz unter Druck“ mit zahlreichen Informations- und
Veranstaltungsangeboten unter www.herzstiftung.de/herzwochen2021

Das „Medikament Sport“ wirkt in jedem Alter effektiv
Relativ neu ist die Erkenntnis, dass Bewegung auch in höherem Alter einen
messbaren Effekt auf den Blutdruck hat, und zwar auch dann, wenn
Medikamente kaum noch wirken. „Auch bei Patienten, die schlecht auf
Medikamente ansprechen, senkt regelmäßiges Ausdauertraining den
Blutdruck”, erklärt Professor Dr. med. Timm H. Westhoff, Direktor der
Medizinischen Klinik I im Marien-Hospital Herne des Universitätsklinikums
der Ruhr-Universität Bochum. Die Wirkung von körperlicher Aktivität auf
den Blutdruck ist durch Studien gut belegt. Zwar steigt der Blutdruck
während der Belastung kurzfristig an, sinkt danach aber durch verschiedene
Anpassungsprozesse für einige Zeit unter das Ausgangsniveau. Wie stark die
Werte sich verringern, hängt auch vom Ausgangsblutdruck ab: So sinkt der
obere Wert (systolisch) bei Menschen mit normalem Blutdruck um
durchschnittlich 3 mmHg, der untere Wert (diastolisch) um rund 2 mmHg. Bei
Menschen mit hohem Blutdruck ist die Abnahme deutlich höher, sie beträgt 7
bis 8 mmHg systolisch und 5 mmHg diastolisch. „Je höher der
Ausgangsblutdruck, desto höher die Blutdrucksenkung”, fast Prof. Westhoff
die Ergebnisse verschiedener Studien zusammen.
Dass das „Medikament“ Sport” auch in fortgeschrittenem Alter äußerst
effektiv wirkt, konnte eine Studie aus dem Jahr 2007 an 54
Bluthochdruckpatienten im Alter von über 60 Jahren belegen: Ein dreimal
wöchentliches Training senkte den Blutdruck in der 24-Stunden-Messung
sogar um 9 mmHg systolisch und um 5 mmHg diastolisch. (1)

Welche Ausdauersportarten sind ratsam?
Vor allem Ausdauersportarten wie Laufen, Walken, Radfahren oder Schwimmen
haben einen messbaren Einfluss auf den Blutdruck und gelten als besonders
empfehlenswert. Maßgeblich für den Erfolg ist, die Sportart regelmäßig und
langfristig zu betreiben. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt, sich
mindestens dreimal pro Woche für 30 bis 45 Minuten bei moderater
Intensität zu bewegen. Als ideale Belastungsintensität gilt ein Training
bei etwa 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz. Da diese in der Regel nur
geschätzt werden kann, gilt als Faustregel: Man sollte sich während der
Belastung noch unterhalten können – kurz: „Laufen, ohne zu schnaufen”.

Auch leichtes Krafttraining hat einen positiven Effekt
Wer an den genannten Sportarten keine Freude findet, kann auch Gymnastik
oder Sportspiele mit geringer Belastung wie Tischtennis oder Golf wählen.
Sogar leichtes Krafttraining hat einen positiven Effekt, wenn es richtig
durchgeführt wird. „Lange Zeit wurde Bluthochdruckpatienten von einem
Krafttraining mit isometrischen Übungen, etwa Liegestütz, abgeraten”,
erklärt Prof. Westhoff: „Man fürchtete Blutdruckspitzen”. Dieses Dogma sei
aber mittlerweile gefallen. Auch ein Kraftausdauertraining niedriger
Intensität könne den Blutdruck senken und das Ausdauertraining ergänzen.
Da es vorwiegend bei hochnormalem Blutdruck (bis 139/89 mmHg) oder bei
leichtem Bluthochdruck (bis 159 mmHg) empfohlen wird, sollten sich
Patienten von ihrem Arzt oder ihrer Ärztin individuell beraten lassen.
Grundsätzlich ungeeignet bei Bluthochdruck sind hingegen
Maximalkrafttraining, beispielsweise Gewichtheben, sowie Sportspiele mit
hoher Belastung, wie Squash oder Eishockey.          (cme)

Herzwochen-Broschüre zu Bluthochdruck – die stille Gefahr
Zu den vielfältigen Herzwochen-Angeboten zählt die Broschüre
„Bluthochdruck: Herz und Gefäße schützen“, in der renommierte
Bluthochdruckexperten laienverständlich über Ursachen, Diagnose und
Therapie des Bluthochdrucks informieren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die
Prävention.  Die 130 Seiten umfassende Broschüre kann bei der Herzstiftung
kostenfrei angefordert werden unter www.herzstiftung.de/bestellung oder
per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder Tel. 069 955128-400.

Die Herzwochen unter dem Motto „Herz unter Druck“ richten sich an alle,
denn jeder kann – auch bereits im Kindesalter – von Bluthochdruck und den
daraus schwerwiegenden Folgen betroffen sein. An der Aufklärungskampagne
beteiligen sich Kliniken, niedergelassene Kardiologen, Krankenkassen und
Betriebe. Infos zu Vortragsveranstaltungen, Online-Beiträgen,
Telefonaktionen und Ratgeber-Angebote (Text, Video, Audio) sind unter
www.herzstiftung.de/herzwochen2021 abrufbar oder per Tel. 069 955128-333
zu erfragen.

Informieren Sie sich in den sozialen Medien über die Herzwochen der
Herzstiftung unter:
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Experten-Videos zum Herzwochen-Thema Bluthochdruck sind erreichbar unter
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Berufsrisiko Bluthochdruck: Arbeit treibt Blutdruck in die Höhe

Arbeitsbedingungen beeinflussen den Blutdruck. Herzstiftung informiert,
welche Berufsgruppen gefährdet sind

Ob Stress, Lärm oder Konkurrenzdruck: Ungünstige Arbeitsbedingungen,
beeinflussen den Blutdruck und können Hypertonie (Bluthochdruck) auslösen.
Dies wiederum erhöht langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-
Erkrankungen. Umgekehrt kann ein bestehender Bluthochdruck für bestimmte
Berufsgruppen gefährlich werden. Am besten untersucht sind diese
Zusammenhänge bei Schichtarbeitern: „Studien haben bei
Nachtschichtarbeitern eine deutlich gesteigerte Rate an Herzerkrankungen
ermittelt”, bestätigt Prof. Dr. med. Gerd Bönner vom Wissenschaftlichen
Beirat der Deutschen Herzstiftung. Insbesondere bei längeren
Nachtschichtphasen werde das vegetative Nervensystem, und damit auch der
Blutdruck, negativ beeinflusst. Weitere Informationen über den
Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen und Blutdruck sowie Tipps, wie
Arbeitnehmer und Arbeitgeber das Risiko reduzieren können, gibt die
Deutsche Herzstiftung anlässlich der bundesweiten Herzwochen unter dem
Motto „Herz unter Druck” unter www.herzstiftung.de/herzwochen2021 und in
dem aktuellen Herzwochen-Ratgeber „Bluthochdruck: Herz und Gefäße
schützen”. Der Ratgeber kann kostenfrei bei der Herzstiftung unter
www.herzstiftung.de/bestellung oder per Tel. 069 955128-400 angefordert
werden.

Gesundheitsschäden durch Schichtarbeit verhindern
Schichtarbeit ist in zahlreichen Berufsfeldern üblich. Bei einigen
Modellen – insbesondere bei dem weit verbreiteten Zweischichtmodell mit
frühen und späten Arbeitsschichten von jeweils acht Stunden – wird der
Biorhythmus wenig oder gar nicht beeinträchtigt. Anders sieht es aus, wenn
Arbeitnehmer auch in Nachtschichten zwischen 22 und 6 Uhr arbeiten müssen.
Der Biorhythmus kann sich auf die veränderte Schlaf-Wach-Situation nur
verzögert anpassen: „Wie beim ‘Jetlag’ nach Langstreckenflügen über
mehrere Zeitzonen wird bei wiederholten Umstellungsphasen im Schichtdienst
das vegetative Nervensystem belastet”, erklärt Prof. Bönner. Die Folge
könnten Störungen in der Regulation von Blutdruck, Puls oder Verdauung
sein.
Am wenigsten belastet eine Nachtschichtphase von ein bis drei Nächten. In
dieser kurzen Zeit stellt sich der innere Biorhythmus nicht um. Bei
längeren Nachtschichtphasen von fünf bis sieben Tagen hingegen steigt das
gesundheitliche Risiko. Um Gesundheitsschäden zu vermeiden, sollten sich
Schichtarbeiter einen festen Schlafrhythmus angewöhnen. In Phasen mit
Nachtarbeit ist eine Schlafphase von mindestens viereinhalb bis sechs
Stunden direkt nach der Arbeit empfehlenswert. Einige Menschen profitieren
von einer zusätzlichen Schlafphase direkt vor der nächsten Schicht.

Lärm, psychischer Stress belasten Arbeitnehmer
Körperlich harte Arbeit, Lärm und psychische Belastungen am Arbeitsplatz
sind weitere Faktoren, die den Blutdruck in die Höhe treiben können. So
führt anhaltender Lärm beispielsweise zu einem beschleunigten Herzschlag,
einem Anstieg des Blutdrucks sowie, in schweren Fällen, zu
Fettstoffwechselstörungen. Als Folge können Herzerkrankungen und
Stoffwechselerkrankungen auftreten. Die einzige Möglichkeit, diese
Auswirkungen zu verhindern, ist ein effektiver Lärmschutz am Arbeitsplatz.
In Einzelfällen kann es nötig sein, den Arbeitsplatz zu wechseln.
Vielfältiger und schwerer zu fassen sind psychische Belastungen am
Arbeitsplatz. Arbeiten unter starkem Zeitdruck, Konkurrenzdruck, Mobbing
oder ein drohender Arbeitsplatzverlust sind nur einige Beispiele hierfür.
Auch ein Missverhältnis zwischen hohen Anforderungen einerseits und einem
geringen Handlungsspielraum andererseits gilt als belastend und kann zu
Bluthochdruck führen. So wurden bei Mitarbeitern, die am Arbeitsplatz
hohen Anforderungen ausgesetzt sind, aber kaum Möglichkeiten haben,
Entscheidungen zu treffen, vermehrt Blutdruckanstiege und Herzinfarkte
beobachtet.

Bluthochdruck am Arbeitsplatz kann zum Problem werden
Ein bereits bestehender Bluthochdruck sollte – schon allein wegen
möglicher Folgeschäden – immer angemessen behandelt und überwacht werden.
In einigen Berufen ist dies besonders wichtig, da eine Hypertonie
problematisch oder sogar gefährlich werden kann. Dies sind insbesondere
die folgenden:
- Berufskraftfahrer, Lokführer und Piloten sowie weitere Berufe mit Fahr-
und Steuerungstätigkeit
- Berufe mit Arbeiten in großer Höhe, beispielsweise auf Gerüsten, Dächern
oder Leitern
- Arbeiten an laufenden Maschinen, elektrischen Anlagen, an Hochöfen und
offenen Feuern

Auch bei Arbeiten in Lärmzonen, in großer Hitze oder Kälte sowie bei
großen klimatischen Schwankungen sollte der Blutdruck regelmäßig
kontrolliert und optimal eingestellt werden. Das Gleiche gilt für das
Arbeiten im 24-Stunden-Schichtdienst.

Spezielle Regelungen für Beamte
Besondere Regelungen gelten für Beamte: Sie müssen vor ihrer Ernennung
bestimmte gesundheitliche Voraussetzungen erfüllen. Je nach Berufsfeld
kann eine Hypertonie die Eignung in Frage stellen. Auch im Nachhinein ist
eine Entlassung aus dem Beamtenverhältnis auf Widerruf oder Probe noch
möglich, wenn sich Bluthochdruckprobleme in diesen Berufsphasen
einstellen. Besonders streng sind die Regeln hier für Polizeibeamte: Sie
sind im Dienst hohen psychischen und körperlichen Belastungen ausgesetzt
und müssen teilweise lange Bereitschaftsdienste oder Notfalleinsätze
leisten. Gerade bei Außeneinsätzen kann es daher zu starken
Blutdruckanstiegen im Dienst kommen. Ein bestehender Bluthochdruck kann
die Diensttauglichkeit einschränken. Tritt die Erkrankung erst nach der
Verbeamtung auf, ist im Einzelfall zu entscheiden, ob die Arbeit im Dienst
noch möglich ist oder Beschränkungen notwendig sind.   (cme)

Herzwochen-Broschüre zu Bluthochdruck – die stille Gefahr
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Bluthochdruckexperten laienverständlich über Ursachen, Diagnose und
Therapie des Bluthochdrucks informieren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die
Prävention.  Die 130 Seiten umfassende Broschüre kann bei der Herzstiftung
kostenfrei angefordert werden unter www.herzstiftung.de/bestellung oder
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Die Herzwochen unter dem Motto „Herz unter Druck“ richten sich an alle,
denn jeder kann – auch bereits im Kindesalter – von Bluthochdruck und den
daraus schwerwiegenden Folgen betroffen sein. An der Aufklärungskampagne
beteiligen sich Kliniken, niedergelassene Kardiologen, Krankenkassen und
Betriebe. Infos zu Vortragsveranstaltungen, Online-Beiträgen,
Telefonaktionen und Ratgeber-Angebote (Text, Video, Audio) sind unter
www.herzstiftung.de/herzwochen2021 abrufbar oder per Tel. 069 955128-333
zu erfragen.

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Herzstiftung unter:
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https://www.youtube.com/user/DeutscheHerzstiftung
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Schmerzkongress 2021: Cannabis weiterhin auf Rezept?

Deutscher Schmerzkongress 2021
Jahrestagung der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. und der Deutschen
Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) e.V., 19. + 20. Oktober 2021
digital, 21.-23. Oktober 2021 hybrid in Mannheim

Cannabis weiterhin auf Rezept? – Fehlende wissenschaftliche Belege versus
positive Effekte bei chronischen Schmerzen
Schmerzgesellschaft fordert konstruktiven Dialog der beteiligten
Interessensgruppen

Seit mehr als vier Jahren ist in Deutschland die Verordnung von
medizinischem Cannabis, Cannabisblüten und -extrakten sowie von
cannabisbasierten Arzneimitteln auf Rezept möglich – trotz einer fehlenden
Zulassung. Im Jahr 2022 steht die finale Auswertung der gesetzlich
geforderten Begleiterhebung an, zu der alle Ärztinnen und Ärzte
verpflichtet sind, die medizinisches Cannabis verschreiben. Etwa zwei
Drittel der 10.000 dort dokumentierten Patientinnen und Patienten
berichten über positive Effekte nach einem Jahr Behandlung – vor allem bei
chronischen Schmerzen. In hochwertigen Studien gibt es allerdings nach wie
vor keinen sicheren Wirkungsnachweis, und auch die Risiken einer
längerfristigen Behandlung sind kaum untersucht. Was das bedeutet und wie
es mit Cannabis auf Rezept im Jahr 2022 weitergeht, war Thema auf der
heutigen Online-Pressekonferenz zum Deutschen Schmerzkongress. Die Tagung
findet noch bis zum 23. Oktober digital und in hybrider Form in Mannheim
statt.

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„Die Behandlung chronischer Schmerzen mit medizinischem Cannabis steht in
einem wachsenden Spannungsfeld von finanziellen Interessen, Hoffnungen der
Betroffenen und einer nicht nachgewiesenen Effektivität“, sagt Professor
Dr. med. Frank Petzke, Leiter Schmerzmedizin an der Klinik für
Anästhesiologie der Universitätsmedizin Göttingen und Sprecher der Ad-hoc-
Kommission „Cannabis in der Medizin“ der Deutschen Schmerzgesellschaft
e.V.. Im ersten Halbjahr 2021 sei medizinisches Cannabis in Höhe von fast
90 Millionen Euro verschrieben worden. „Diese hohe Summe legt nahe, dass
ein wirtschaftlich interessanter Markt mit erheblichen Kosten für die
Solidargemeinschaft entstanden ist“, so Petzke weiter. Die Deutsche
Schmerzgesellschaft fordert deshalb einen konstruktiven Dialog der
beteiligten Interessensgruppen im Jahr 2022, an dem sie sich auch aktiv
beteiligen wird.

Derzeit zählen manche Formen der Epilepsie, schmerzhafte Spastizität bei
Multipler Sklerose und Übelkeit und Erbrechen nach Chemotherapie bei
Versagen anderer Optionen zu den Indikationen mit speziell zugelassenen
cannabisbasierten Arzneimitteln, die ärztlich direkt verordnet werden
können. Alle anderen möglichen Indikationen für eine Therapie mit
medizinischem Cannabis – einschließlich der Behandlung von Schmerzen –
benötigen ein besonderes Antragsverfahren, da keine arzneimittelrechtliche
Zulassung mit entsprechendem wissenschaftlichen Wirknachweis vorliegt.

Die gesetzlichen Hürden für die Verschreibung von Cannabis-Präparaten
wurden vor diesem Hintergrund festgelegt: Nur wenn eine schwerwiegende
Erkrankung vorliegt, für die die Standardtherapien bereits ausgeschöpft
sind oder nicht zur Anwendung kommen können, kann die Kostenübernahme bei
der Krankenkasse beantragt werden. Der Behandler muss zudem bescheinigen,
dass eine – so das Gesetz – „nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf
eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf
schwerwiegende Symptome besteht“. Werden die Bedingungen erfüllt, steht
mittlerweile ein breites Spektrum an cannabinoidhaltigen
Fertigarzneimitteln und Zubereitungen in Form von diversen Blütenprodukten
oder standardisierten Extrakten zur Verfügung. Zahlreiche Anbieter haben
den Cannabis-Markt für sich entdeckt. Dies schaffe einerseits verbesserte
therapeutische Optionen, sagt Petzke, mache es den Behandlern und
Patienten aber auch schwer, das richtige Präparat auszuwählen.

„Patienten mit schweren Erkrankungen und Schmerzen sowie deren Ärztinnen
und Ärzte haben ein gut nachvollziehbares Interesse an einer
Behandlungsoption mit Cannabis“, sagt Petzke abschließend. Die geringe
Evidenz und die fehlende Zulassung für viele potenzielle Indikationen
erfordere aber auch eine kritische und rationale Auseinandersetzung mit
Genehmigungsverfahren, sinnvollen Indikationen, tatsächlichem Nutzen,
langfristigen Risiken und auch den Kosten der Behandlung.

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