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Gesundheit

22. Deutscher Lebertag: „Deine Leber. Dein Leben.“ – kostenfreie Telefonaktionen mit Leberspezialisten

Mit dem Motto „Deine Leber. Dein Leben.“ stellen die Ausrichter des 22.
Deutschen Lebertages, der am 20. November 2021 stattfindet, die
individuelle Gesundheitsverantwortung für das lebenswichtige Organ Leber
in den Mittelpunkt. Weltweit sind Lebererkrankungen eines der größten
Gesundheitsprobleme und gehören zu den häufigsten Todesursachen. Allein in
Deutschland gibt es mindestens fünf Millionen Leberkranke.

Die stetige Zunahme von vermeidbaren Wohlstandserkrankungen, zu der
beispielsweise auch immer öfter die Diagnose nicht-alkoholische Fettleber
(NAFL) als Ausgangspunkt möglicher Lebererkrankungen wie Leberzirrhose und
Leberzellkrebs zählt, verdeutlicht die Notwendigkeit von mehr Aufklärung
und Gesundheitskompetenz. Die Ausrichter des 22. Deutschen Lebertages –
Gastro-Liga e. V., Deutsche Leberstiftung und Deutsche Leberhilfe e. V.
bieten daher an drei Tagen eine kostenfreie Telefonaktion an, bei der
Leber-Experten die individuellen Anrufer-Fragen zu Leber und
Lebererkrankungen beantworten.

„Die Leber ist ein lebenswichtiges Organ, das viele essentielle Funktionen
im menschlichen Körper erfüllt. Das Motto des diesjährigen Deutschen
Lebertages ‚Deine Leber. Dein Leben.‘ lenkt den Fokus auf die große
Bedeutung der Leber und gleichzeitig auf die Verantwortung, die jeder
Mensch für eine gesunde Leber trägt. Lebererkrankungen lassen sich im
frühen Stadium gut behandeln. Manche Lebererkrankungen können bereits
durch Änderungen des Lebensstils positiv beeinflusst werden. Je früher
eine Lebererkrankung erkannt wird, desto höher sind die Chancen auf
vollständige Heilung“, erklärt Professor Dr. Christoph Sarrazin,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberhilfe e. V., und er warnt:
„Unentdeckt – und somit auch unbehandelt – können viele Lebererkrankungen
zur Leberzirrhose, also einer Lebervernarbung, und zum Leberzellkrebs
führen. In Deutschland leiden schätzungsweise etwa fünf Millionen Menschen
an einer Lebererkrankung, die oftmals bereits durch eine Überprüfung der
Leberwerte im Blut (GPT, GOT und GGT) diagnostiziert werden kann. Bei den
Therapien von Lebererkrankungen gab es in den letzten Jahren revolutionäre
Entwicklungen. So gibt es beispielsweise komplett neue Therapieansätze bei
seltenen Lebererkrankungen und moderne Immun-Therapien für Patienten mit
Leberzellkrebs. Doch nur, wenn Patienten und auch Ärzte für das
lebenswichtige Organ Leber sensibilisiert sind und Lebererkrankungen
entdeckt werden, können die erkrankten Menschen einer entsprechenden
Therapie zugeführt werden.“

Die Ausrichter des 22. Deutschen Lebertages unterstützen mit umfangreicher
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit den Aktionstag. Das Ziel ist, eine
höhere Aufmerksamkeit für die Leber und mehr Wissen über Lebererkrankungen
sowie die Wichtigkeit der Lebergesundheit zu schaffen – bei Patienten und
auch bei Ärzten.

Nur wenn das Bewusstsein für Lebergesundheit und Lebererkrankungen
geschärft wird, vorhandene Früherkennungsprogramme für infektiöse
Lebererkrankungen genutzt werden und weitere Screenings beispielsweise für
nicht-infektiöse Lebererkrankungen etabliert werden, kann die steigende
Zahl von Menschen mit Lebererkrankungen reduziert werden.

Details zu den drei großen Lebertag-Telefonaktionen

An den drei Telefonaktionstagen im Rahmen des 22. Deutschen Lebertages
stehen die Leber-Spezialisten am 17., 18. und 19. November 2021 jeweils
von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr zur Verfügung. Unter der kostenfreien
Telefonnummer 0800 666 39 22 beantworten die Leber-Spezialisten jedem
Interessierten und Betroffenen alle Fragen rund um die Themen Leber,
Lebergesundheit und Lebererkrankungen.

Mit diesem Angebot möchten die Ausrichter des 22. Deutschen Lebertages
dazu beitragen, dass das lebenswichtige Organ und seine Erkrankungen mehr
öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Sie weisen gleichzeitig darauf hin,
dass die Beratungsgespräche am Telefon keinen persönlichen Arztbesuch und
keine individuelle Diagnose ersetzen.

Diese Leber-Experten stehen als Ansprechpartner bei der ersten Lebertag-
Telefonaktion am Mittwoch 17. November 2021 von 14 bis 16 Uhr bereit:

Prof. Dr. Christian Trautwein und Dr. Theresa Wirtz, Universitätsklinikum
Aachen

Dieser Leber-Experte steht als Ansprechpartner bei der zweiten Lebertag-
Telefonaktion am Donnerstag, 18. November 2021 von 14 bis 16 Uhr bereit:

Dr. Maurice Michel, Universitätsmedizin Mainz

Dieser Leber-Experte steht als Ansprechpartner bei der dritten Lebertag-
Telefonaktion am Freitag, 19. November 2021 von 14 bis 16 Uhr bereit:

Prof. Dr. Marcus-Alexander Wörns, Klinikum Dortmund

Mehr Infos zum 22. Deutschen Lebertag und alle bislang im Rahmen des
diesjährigen Deutschen Lebertages veröffentlichten Presseinformationen
unter: http://www.lebertag.org

Alle Institutionen, die im Rahmen des 22. Deutschen Lebertages mit einer
Veranstaltung aufklären und informieren möchten, werden von den
Ausrichtern bei der Pressearbeit und mit Veranstaltungsmaterialien
unterstützt. Informationen, Anmeldungen und Downloads unter:
http://www.lebertag.org

Die Ausrichter des 22. Deutschen Lebertages am 20. November 2021:

Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten
von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des
Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e. V.
Prof. Dr. Peter R. Galle, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats
Friedrich-List-Straße 13, 35398 Gießen
Tel 0641 – 97 48 10
<geschaeftsstelle@gastro-liga.de>
https://www.gastro-liga.de

Deutsche Leberhilfe e. V.
Prof. Dr. Christoph Sarrazin, Vorstandsvorsitzender
Krieler Straße 100, 50935 Köln
Tel 0221 – 28 29 980
<Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>
https://www.leberhilfe.org

Deutsche Leberstiftung
Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
Tel 0511 – 532 6815
<presse@deutsche-leberstiftung.de>
https://www.deutsche-leberstiftung.de

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Radiologisches Netzwerk aller deutscher Universitätsklinika RACOON erforscht COVID-19

COVID-19 hat zahlreiche Grenzen des deutschen
Gesundheitswesens aufgezeigt. Unter anderem fehlt es an ausreichender
Digitalisierung, nationaler Zusammenarbeit und der strukturierten
Erfassung medizinischer Daten zur Pandemie. Um das zu ändern, haben sich
sämtliche radiologische Universitätsklinika mit dem Deutschen
Krebsforschungszentrum in Heidelberg, dem Fraunhofer-Institut für Digitale
Medizin MEVIS in Bremen und der Technischen Universität Darmstadt
zusammengeschlossen und das multizentrische Forschungsnetzwerk RACOON
Radiological Cooperative Network ins Leben gerufen.

Mit dem Netzwerk existiert nun eine landesweite Infrastruktur zur
konsequent strukturierten Erfassung radiologischer Daten von
COVID-19-Fällen. Finanziert wird das Projekt vom Bundesministerium für
Bildung und Forschung.

Die COVID-19-Pandemie hat Reformbedarfe im deutschen Gesundheitssystem
aufgezeigt – teils fehlen verlässliche medizinische Daten, bundesweite
Vernetzungsstrukturen und eine adäquate Digitalisierung im
Gesundheitswesen. Mit RACOON Radiological Cooperative Network hat sich
eine Struktur gebildet, die dies in Teilen ändern wird. Denn es ist mit
RACOON gelungen, in der bisher größten universitätsmedizinischen
Vernetzungsinitiative alle Universitätsklinika in Deutschland miteinander
zu verbinden und damit eine bisher unerreichte radiologische
Datengrundlage zur Erforschung von COVID-19 und weiteren repräsentativen
und vergleichbaren Lungenerkrankungen aufzubauen. Diese werden zur
Weiterentwicklung Künstlicher Intelligenz genutzt und somit neue
Erkenntnisse über die Erkrankung gewonnen und verfügbar gemacht. Zu den
Forschungs- und Entwicklungspartnern in RACOON zählen das Deutsche
Krebsforschungszentrum (DKFZ), die Technische Universität Darmstadt, das
Fraunhofer-Institut MEVIS in Bremen, die Mint Medical GmbH und die Firma
ImFusion.

Um die Datengrundlage zur Erforschung von COVID-19 und weiteren ähnlichen
Lungenerkrankungen aufzubauen, wurden an internationalen und nationalen
Standards orientierte radiologische Befundungsstandards sowie ein
umfassendes Bildglossar, ausführliche Dokumentationsmaterialien,
interaktive Workshops und Lehreinheiten geschaffen. Damit soll ein
zentrales Ziel von RACOON erreicht werden: eine hochqualitative, umfassend
strukturierte Datenerfassung. Mit dieser Basis wird die RACOON-Kohorte aus
über 14.000 CT Untersuchungen und über 3.000 Röntgenuntersuchungen
maschinenlesbaren, strukturierten Befunden jeder eingeschlossenen
Bildgebung gebildet. Das ist ein einmaliger, deutschlandweiter Datensatz
zur kollaborativen Bilddatenforschung mit derzeit über 6,6 Millionen
Befunditems. Initiiert wurde das Projekt von Univ. Prof. Dr. Dr. Thomas J.
Vogl und Dr. Andreas Bucher vom Universitätsklinikum Frankfurt am Main
sowie Univ. Prof. Dr. Bernd Hamm, PD Dr. Tobias Penzkofer von der Charité
Berlin und Prof. Dr. Dr. Jens Kleesiek vom Institut für Künstliche
Intelligenz in der Medizin des Universitätsklinikums Essen.

„Die klassische radiologische Befundung, bei der der Befund einfach als
Freitext eingetragen wird, ist für eine groß angelegte maschinelle
Auswertung nicht geeignet“, sagt Prof. Dr. Dr. Thomas Vogl, Leiter des
Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des
Universitätsklinikums Frankfurt. „Erst die strukturierte Befundung schafft
die Voraussetzung, radiologische Befunde in großer Zahl und in Echtzeit zu
verarbeiten.“

Prof. Dr. Bernd Hamm, Direktor der Klinik für Radiologie der Charité in
Berlin erklärt: „Es stehen erstmals hochstrukturierte Daten in dieser
Größenordnung zur Verfügung, die als wertvolle Entscheidungsgrundlage zu
epidemiologischen Studien, Lageeinschätzungen und Frühwarnmechanismen
beitragen können.“
Auf der Abschlussveranstaltung des 102. Deutschen Röntgenkongresses stellt
sich das Netzwerk RACOON am 5. November 2021 in drei Veranstaltungen vor.
Die Veranstaltungen sind für alle Interessierten frei zugänglich. Über die
folgenden Links erhalten Sie inhaltliche Informationen sowie Hinweise zum
Zugang:

14:00 bis 15:15 Uhr: RACOON - die Zukunft durch vernetzte Intelligenz I =
Die Plattform der deutschen Radiologie im Netzwerk Universitätsmedizin
https://www.roentgenkongress.de/de-DE/7162/programm/show/3128/RACOON-die-
Zukunft-durch-vernetzte-Intelligenz-I-Die-Plattform-der-deutschen-
Radiologie-im-Netzwerk-Universitaetsmedizin-im-Anschluss-Verleihung-der-
Hermann-Rieder-Medaille/


15:30 Uhr bis 17:00 Uhr: RACOON - Die Zukunft durch vernetzte Intelligenz
II: Methoden, Definitionen und Umsetzung
https://www.roentgenkongress.de/de-DE/7162/programm/show/3129/RACOON-Die-
Zukunft-durch-vernetzte-Intelligenz-II-Methoden-Definitionen-und-
Umsetzung/


17:30 Uhr bis 18:45 Uhr: RACOON - Die Zukunft durch vernetzte Intelligenz
III: Innovationen und Ausblick
https://www.roentgenkongress.de/de-DE/7162/programm/show/3108/RACOON-Die-
Zukunft-durch-vernetzte-Intelligenz-III-Innovationen-und-Ausblick/

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v.l.: PD Dr. med. Marian Kukucka (Oberarzt Kardioanästhesie) und Prof. Dr. med. Jörg Kempfert (Leitender Oberarzt Herzchirurgie) mit einer graphischen Darstellung des

Die „Harpune fürs Herz“

v.l.: PD Dr. med. Marian Kukucka (Oberarzt Kardioanästhesie) und Prof. Dr. med. Jörg Kempfert (Leitender Oberarzt Herzchirurgie) mit einer graphischen Darstellung des
v.l.: PD Dr. med. Marian Kukucka (Oberarzt Kardioanästhesie) und Prof. Dr. med. Jörg Kempfert (Leitender Oberarzt Herzchirurgie) mit einer graphischen Darstellung des "Harpoon"-Verfahrens. Philipp Külker DHZB

Ein neues Verfahren ermöglicht die Behandlung der
Mitralklappeninsuffizienz am schlagenden Herzen. Es wurde jetzt erstmals
am DHZB eingesetzt.

Die Mitralklappe ist das Ventil zwischen linkem Herzvorhof und linker
Herzkammer. Sie besteht aus zwei Segeln und verhindert, dass Blut zurück
in den Vorhof strömt, wenn die Herzkammer das Blut in den Körper pumpt.
Sehnenfäden sorgen dafür, dass die Segel nicht in den Vorhof
„durchschlagen“. Sind diese Sehnenfäden krankheitsbedingt verlängert, wird
die Klappe undicht. Man spricht dann von einer „primären
Mitralklappeninsuffizienz“, der häufigsten Erkrankung der Mitralklappe.

Durch den Ersatz der „ausgeleierten“ Sehnenfäden durch Kunststofffasern
kann die Mitralklappe wieder abgedichtet werden. Dieser Eingriff kann am
DHZB minimalinvasiv, also über nur wenige Zentimeter lange Einschnitte,
vorgenommen werden. Allerdings muss dazu das Herz stillgelegt und der
Kreislauf mit einer Herz-Lungen-Maschine aufrechterhalten werden.

Eine Patientin, bei der diese Operation aufgrund von Vor- und
Begleiterkrankungen nicht durchgeführt werden konnte, wurde nun erstmals
mithilfe des neuen „Harpoon (Harpune)“-Systems aus den USA behandelt, dass
den Ersatz der Sehnenfäden am schlagenden Herzen ermöglicht.

Über einen kleinen Einschnitt im Brustkorb wird dabei ein wenige
Millimeter dünnes Rohr durch die linke Herzkammer bis unmittelbar an die
Segel der Mitralklappe geführt. Durch diese „Harpune“ werden die Ersatz-
Haltefäden durch die Klappensegel „geschossen“ und mithilfe spezieller
Schlaufen an den Segeln fixiert. Der Vorgang kann mehrfach wiederholt
werden.

Nun zieht die Chirurgin oder der Chirurg die „Harpune“ wieder aus dem
Herzen – ¬ die Fäden werden gestrafft und außen am Herzmuskel befestigt,
die Einstichstelle am Herzen wird vernäht.

Der gesamte Eingriff findet unter exakter Ultraschallkontrolle statt: per
Ultraschallsonde, die über die Speiseröhre bis dicht ans Herz herangeführt
wird. Für diese sogenannte intraoperative transösophageale
Echokardiographie (TEE) spezialisierte Fachärzt*innen für Kardioanästhesie
arbeiten dabei eng mit den Operateur*innen zusammen.

Ein Team um Prof. Dr. med. Jörg Kempfert (Leitender Oberarzt
Herzchirurgie) und PD Dr. med. Marian Kuckucka (Oberarzt Kardioanästhesie)
führte den ersten „Harpoon“-Einsatz am DHZB durch. Er glückte ohne
Komplikationen, die Patient*in erholte sich schnell.
„Die chirurgische Reparatur erkrankter Mitralklappen ist ein etabliertes
und sehr sicheres Verfahren, das ‚Harpoon‘-System dagegen befindet sich
noch im Stadium der Erprobung“, sagt Jörg Kempfert: „Wir setzen es
momentan also nur ein, wenn keine alternative Therapie einer schweren
Mitralklappeninsuffizienz möglich ist – sind aber zuversichtlich, dass uns
bald weitere Belege der Wirksamkeit vorliegen und wir unseren
Patient*innen damit eine zusätzliche, schonende Behandlungsalternative
anbieten können“.

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Pflege in Frankfurt dual studieren

Angewandte Pflegewissenschaft: Hochschulausbildung ab jetzt auch im Rhein-
Main-Gebiet

Pflege kann man studieren – und zwar aus gutem Grund! Nicht zuletzt die
COVID-19-Pandemie verdeutlichte den Bedarf an qualifizierten
Pflegefachpersonen, um den stetig wachsenden Herausforderungen im
praktischen Feld der Pflege zu begegnen und eine bestmögliche Versorgung
von Menschen aller Altersgruppen in Krankenhäusern,
Altenpflegeeinrichtungen, aber auch im häuslichen Bereich sicherzustellen.
Zudem ist seit Jahren ein bundesweit bestehender Mangel an hochschulisch
qualifizierten Pflegefachpersonen zu verzeichnen, der schon im Jahr 2012
vom Wissenschaftsrat in seiner Empfehlung im Hinblick auf eine
Akademisierungsquote von 10 bis 20 Prozent eines Ausbildungsjahres
aufgegriffen wurde. Auf diese immer noch hochaktuellen Bedarfe reagiert
der neue achtsemestrige Bachelor-Studiengang „Angewandte
Pflegewissenschaft“ (B.Sc.) an der Frankfurt University of Applied
Sciences (Frankfurt UAS). Die Hochschule ist mit dem Studiengang seit dem
Wintersemester 2021/22 im Studiengangsportfolio unter der Dachmarke
„Duales Studium Hessen“ vertreten. Der Studiengang wird jedes
Wintersemester angeboten.

Bachelor und staatliche Berufszulassung
„Der Studiengang ist im Rhein-Main-Gebiet eine echte Innovation. Vor allem
wurde durch das Angebot ein wichtiger Meilenstein im Hinblick auf die
Etablierung der hochschulischen Pflegeausbildung erreicht, da er auf der
Grundlage des im Jahr 2020 in Kraft getretenen Gesetzes über die
Pflegeberufe (Pflegeberufegesetz PflBG) entwickelt wurde“, so
Studiengangsleiterin Prof. Dr. Julia Lademann. Somit ist es für
Studierende an der Frankfurt UAS erstmals möglich, den akademischen Grad
Bachelor of Science (B.Sc.) und die staatliche Berufszulassung als
Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann zu erwerben. Ein vergleichbares Angebot
hält in Hessen bislang lediglich die Hochschule Fulda bereit, mit der eine
enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit besteht, um mit vereinter
Expertise die Akademisierung der Pflege in ganz Hessen zu stärken.

Pflege von Morgen aktiv gestalten
„An der Frankfurt UAS erleben die Studierenden Pflegepraxis hautnah durch
den optimalen Wechsel von theoretischen Lehrveranstaltungen sowie
Praxisphasen. Sie werden für die Ausübung der direkten Pflege an
Patientinnen und Patienten bzw. Bewohnerinnen und Bewohnern ausgebildet.
Hierbei lernen sie nicht nur ihr pflegerisches Handeln wissenschaftlich
fundiert und evidenzbasiert auszurichten, sondern sie erwerben auch die
Fähigkeit zur kritischen Reflexion auf Basis wissenschaftlicher Kenntnisse
sowie Begründungs- und Argumentationskompetenzen, um die Pflege von Morgen
aktiv mitzugestalten und einen Beitrag zur Weiterentwicklung pflegerischer
Tätigkeit leisten zu können“, so Lademann. Dies kann beispielsweise
bedeuten, dass sie bereits im Studium kleine Forschungsprojekte im
praktischen Feld der Pflege konzipieren und durchführen. Neben der
Ausbildung der klinisch-fachlichen Expertise erwerben die Studierenden
darüber hinaus u.a. Kompetenzen im Bereich der Anleitung, Schulung und
Beratung, des Qualitätsmanagements sowie des Fall- und Case Managements.

Förderung, Kooperationen, Studienausbildungsvertrag und Vergütung der
Praxisphasen
Die Konzeptionsphase des Studiengangs wurde durch das Förderprogramm
proDUAL des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst
unterstützt. Vorangetrieben wurde die Umsetzung insbesondere durch das
Engagement der Studiengangsleitungen, Prof. Dr. Julia Lademann und Prof.
Dr. Klaus Müller, sowie deren wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Katja
Kraus und Dr. Lisa Luft. „Stolz sind wir auch, dass wir für nun
anknüpfende zentrale Arbeitsschritte weitere Drittmittel einwerben
konnten“, so Müller.

Neu am Studiengang ist ebenfalls, dass die Frankfurt UAS direkt mit
Einrichtungen des Gesundheitswesens kooperiert und keine zusätzlichen
Kooperationen mit Pflegefachschulen bestehen. Die Studierenden bewerben
sich direkt bei den kooperierenden Gesundheitseinrichtungen, die im
Studium die Praxiseinsatzplätze bereitstellen. Dennoch behält die
Frankfurt UAS die Gesamtverantwortung. „Ganz besonders wichtig war es uns,
dass die Studierenden mit den kooperierenden Gesundheitseinrichtungen
einen sogenannten Studienausbildungsvertrag abschließen“, erläutert
Müller. „Diese Verträge stellen entsprechend des Kriterienkatalogs der
Dachmarke ,Duales Studium Hessen‘ nicht nur die Einhaltung der hohen
Qualitätsstandards im Hinblick auf die Durchführung des Studiengangs
sicher, sondern regeln auch zentrale arbeitsschutzrechtliche Aspekte für
die Studierenden.“

Die Studiengangsleitungen freuen sich sehr, dass so hochmotivierte und
innovative Kooperationspartner zur gemeinsamen Durchführung des
Studiengangs gewonnen werden konnten. „Für uns wird es im weiteren Verlauf
ein wichtiges Ziel sein, gemeinsam mit den Kooperationspartnern
Berufsperspektiven für unsere Absolventinnen und Absolventen noch
attraktiver auszugestalten, auch wenn schon jetzt zukunftssichere Arbeits-
und Karrierechancen bestehen“, so Müller. Der Studiengang kooperiert
aktuell mit dem Krankenhaus Nordwest, dem Bürgerhospital Frankfurt am Main
und dem Clementine Kinderhospital, dem Caritasverband für den Bezirk
Hochtaunus e.V., dem ambulanten Pflegedienst APT sowie dem Haus Jacobus in
Osthofen. Eine Ausweitung der Kooperationen ist nach Abschluss des ersten
Semesters vorgesehen, da an die Studiengangsleitungen immer wieder neue
Kooperationsanfragen gestellt werden und sich deutlich abzeichnet, dass
das Interesse an diesem Studienangebot auch im Hinblick auf die Sicherung
von qualifizierten Fachkräften wächst.

„Im ersten Durchlauf sind wir zunächst mit einer kleineren
Studierendengruppe von 14 Personen gestartet. Perspektivisch werden wir 30
Plätze anbieten. Uns ist es wichtig, die Studierenden in angenehmen
Gruppengrößen optimal zu unterstützen. Zudem bieten wir eine qualifizierte
Begleitung in der Praxis an und modernisieren derzeit unsere Skills Labs“,
so Lademann. „Die im Pflegeberufegesetz verankerten Logiken ließen sich
leider nur schwer mit den hochschulischen Logiken vereinen. Deshalb danken
wir insbesondere unseren Kooperationspartnern, durch deren eigene
Initiative und Bereitschaft hinsichtlich einer Finanzierung aus eigenen
Töpfen eine Vergütung der Praxisphasen möglich wurde.“ Dies sei als eine
Notlösung zu werten, denn eine gesetzlich geregelte Finanzierung, wie sie
beispielsweise für die Fachdisziplin der Hebammenwissenschaften
verabschiedet wurde, ist aus Sicht der Studiengangsleitungen auch für die
Disziplin der Pflegewissenschaft eine Voraussetzung, um den Studiengang
auch für kommende Kohorten attraktiv zu gestalten.

Weitere Informationen zum Studiengang unter <https://www.frankfurt-
university.de/pflege>.

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