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Gesundheit

Newsweek: DHZB beste Herzchirurgie Europas

Das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) gehört einer jetzt veröffentlichten
Rangliste der US-Zeitschrift Newsweek zufolge zu den zehn besten
herzchirurgischen Fachkliniken der Welt. Neben acht Kliniken aus den USA
und einer Klinik in Tokio belegt das DHZB Platz 9 auf einer Bestenliste
von 150 weltweit in der Kategorie Herzchirurgie ausgezeichneten
Krankenhäusern und ist damit die einzige europäische Klinik in den „Top
Ten“.

Das Ranking „World’s Best Specialized Hospitals 2022” basiert auf einer
Online-Befragung, zu der Newsweek und das internationale Statistik-Portal
„Statista“ nach eigenen Angaben mehr als 40.000 medizinische Expert*innen
– darunter Ärzt*innen, Krankenhaus-Manager*innen und Fachkräfte – aus über
20 Staaten eingeladen hatten. Das Ergebnis dieser Befragung wurde
anschließend von einem international besetzen Fachgremium analysiert und
verifiziert.

„Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung, die nur als Teamleistung
aller beteiligten Fachdisziplinen und Berufsgruppen erreicht werden kann“,
sagt Prof. Dr. med. Volkmar Falk, Ärztlicher Direktor des DHZB. „Mein
herzlicher Dank gilt an dieser Stelle allen Kolleginnen und Kollegen für
ihre herausragenden Leistungen sowie allen zuweisenden Ärzt*innen und
unseren Patient*innen für ihr Vertrauen.“

Die Bewertung als eine der zehn besten herzchirurgischen Kliniken der Welt
sei für alle Teams zugleich großer Ansporn, weiterhin allen Patient*innen
die bestmögliche Behandlung auf dem aktuellen Stand der Medizin anbieten
zu können, so Falk, „zudem wollen wir mit der bevorstehenden Vereinigung
der herzmedizinischen Kapazitäten von DHZB und Charité unsere
internationale Spitzenstellung weiter festigen und ausbauen.“

Bewertet wurden Fachkliniken in zehn Disziplinen, darunter auch die
Kardiologie. Auch hier steht das DHZB auf der weltweiten Bestenliste
(Platz 32).

Weitere Informationen in englischer Sprache gibt es auf der Newsweek-
Website:
https://www.newsweek.com/worlds-best-specialized-hospitals-2022

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Prof. Dr. med. Heribert Schunkert, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, Direktor der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am Deutschen Herzzentrum München.  Foto: DHS/Andreas Malkmus

Wetterempfindlich: Das sollten Herz-Kreislauf-Patienten beachten

Prof. Dr. med. Heribert Schunkert, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, Direktor der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am Deutschen Herzzentrum München.  Foto: DHS/Andreas Malkmus
Prof. Dr. med. Heribert Schunkert, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, Direktor der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am Deutschen Herzzentrum München. Foto: DHS/Andreas Malkmus

Wetterveränderungen können Patienten bei chronischer Krankheit zusätzlich
belasten. Worauf Herzkranke zum Schutz vor Herzinfarkt und anderen
Komplikationen achten sollen, erklären ein Medizin-Meteorologe und ein
Kardiologe

Wetterextreme und kurzfristige Änderungen im Wetterablauf machen vielen
Menschen schwer zu schaffen. Das gilt besonders für Alte und chronisch
Kranke. „Wetterempfindlich sind meist Menschen, deren Körper durch Alter
oder chronische Krankheiten wie Rheuma, Asthma sowie Herz-Kreislauf-
Erkrankungen bereits geschwächt ist oder bei denen eine Abweichung von der
normalen Regulation besteht, etwa ein zu niedriger oder ein zu hoher
Blutdruck“, bestätigt der Medizin-Meteorologe Professor Dr. Andreas
Matzarakis in der aktuellen Ausgabe 3/2021 der Herzstiftungs-Zeitschrift
HERZ heute. Der Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung
(ZMMF) in Freiburg i. Br. weist ferner darauf hin, dass das Herz-
Kreislauf-System „mit seinen komplexen vegetativen, hormonellen und
biorhythmischen Regel- und Steuervorgängen für Wetterreize besonders
sensibel“ ist. Wetterextreme wie Hitzewellen, bereits für Gesunde eine
Belastung, sind für chronisch Kranke ein umso ernsthafteres Problem. Der
Experten-Beitrag „Das liegt am Wetter!“ von Prof. Matzarakis und Kathrin
Graw ist in der aktuellen HERZ heute-Ausgabe als Probeexemplar kostenfrei
erhältlich unter www.herzstiftung.de/bestellung oder als Online-Fassung
abrufbar unter www.herzstiftung.de/wetter-und-herz

Stress durch Hitze: Blutdruck kann stark ansteigen, aber auch fallen
Bei Herz- und Kreislaufleiden wie Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit
(Verengungen der Herzkranzgefäße), Rhythmusstörungen oder Herzschwäche
können ungünstige Wetterveränderungen insbesondere durch starke
Temperaturschwankungen zur großen Belastung für den bereits geschwächten
Organismus werden. „Im höheren Lebensalter versteifen Blutgefäße, so dass
ein ohnehin beeinträchtigter Organismus überfordert werden kann, wenn
wegen Wetterveränderungen zusätzliche Regulationsleistungen erforderlich
sind“, erklärt Matzarakis. Hitze und Kälte bewirken beispielsweise eine
Weitung (Vasodilatation) beziehungsweise eine Verengung (Vasokonstriktion)
der peripheren Blutgefäße und können dadurch Änderungen des Blutdrucks
hervorrufen.
„Wer einen zu hohen Blutdruck hat, leidet in Hitzeperioden besonders, weil
extreme Hitze den Körper so unter Stress setzt, dass der Blutdruck
zusätzlich steigen kann“, erklärt der Hochdruckexperte Professor Dr. med.
Heribert Schunkert vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung. Aber auch das
Gegenteil kann laut Schunkert der Fall sein, weil der Blutdruck aufgrund
der Hitze und der sich weitenden Gefäße stark abfallen und so zu Ohnmacht,
Schwindel oder Rhythmusstörungen führen kann. „Manchmal fällt der
Blutdruck so stark ab, dass die Dosis der Blutdruckmedikamente nach
Rücksprache mit dem Arzt angepasst werden muss. Vorbeugen kann man, indem
man die Hitze möglichst meidet und Aktivitäten wie Sport in kühlere Phasen
wie den Morgen oder den Abend verlagert“, so Schunkert, Direktor der
Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am Deutschen Herzzentrum
München. Infos zu Hitze und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck
und Herzschwäche bietet die Herzstiftungs-Seite www.herzstiftung.de
/herzprobleme-bei-hitze

Erhöhte Thromboseneigung bei Hitze und Kälte möglich
Hitze und Kälte können auch die Gerinnungsfähigkeit des Blutes erhöhen und
entzündliche Prozesse in den Gefäßen fördern. Die Zähflüssigkeit des
Blutes (Viskosität) nimmt bei hohen Temperaturen aufgrund des Verlustes
von Flüssigkeit (Schwitzen) zu; bei geringen Temperaturen und
Vasokonstriktion kommt es in den betroffenen Geweben zu einer
Minderdurchblutung sowie zu einem Flüssigkeitsverlust über die Niere und
einer dadurch ebenfalls erhöhten Zähflüssigkeit. „Dies wiederum führt zu
einer verringerten Blutströmungsgeschwindigkeit bis hin zum Blutstau in
den Venen, das Risiko für Verklumpungen und die Bildung venöser Thrombosen
kann ansteigen“, wie Matzarakis in HERZ heute betont. Für Patienten mit
koronarer Herzkrankheit, Verengungen der peripheren Arterien (pAVK) oder
der Venen bedeuten Wetterextreme somit ein zusätzliches Risiko für
Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Gerinnselbildung. Um die
Bevölkerung vor den Folgen von Hitzewellen zu schützen, hat der Deutsche
Wetterdienst (DWD) ein Hitzewarnsystem entwickelt und in die
Routinevorhersage integriert (www.dwd.de).

Bei Hitze auf Trinkmenge achten
Herzpatienten und ganz besonders Personen mit einer Herzschwäche müssen an
heißen Tagen darauf achten genügend zu trinken. Allerdings heißt
„genügend” auch: nicht zu viel! Denn eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr
kann bei herzkranken Patienten ihre Herzleistung verschlechtern. Gerade
für Patienten mit einer Herzschwäche gelten wegen der Einnahme von
Entwässerungsmitteln (Diuretika) einige Besonderheiten hinsichtlich der
optimalen Trinkmenge (siehe auch www.herzstiftung.de/herzprobleme-bei-
hitze).

Service-Tipp: Aktuelle HERZ heute: Jetzt Probeexemplar anfordern!
Die Zeitschrift HERZ heute erscheint viermal im Jahr. Sie wendet sich an
Herz-Kreislauf-Patienten und deren Angehörige. Weitere Infos zu möglichen
Wettereinflüssen auf Herz und Kreislauf sowie zum Themenschwerpunkt
Herzklappenerkrankungen bietet die aktuelle Zeitschrift HERZ heute 3/2021
„Klappentausch – Wann mit dem Katheter, wann chirurgisch?“ Ein
kostenfreies Probeexemplar ist unter Tel. 069 955128-400 oder unter
www.herzstiftung.de/bestellung erhältlich.

Für Redaktionen
Rezensionsexemplar der aktuellen HERZ heute
Ein Rezensionsexemplar dieser aktuellen Ausgabe von HERZ heute erhalten
Sie gerne per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder per Tel. unter 069
955128-114.

Fotomaterial erhalten Sie auf Anfrage unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder
per Tel. unter 069 955128-114

Literatur:
- Matzarakis, A.; Muthers, S. (2020): Das Hitzewarnsystem des Deutschen
Wetterdienstes. doi: org/10.1515/pubhef-2019-0107
- Schuh, A. (2007): Biowetter – Wie das Wetter unsere Gesundheit
beeinflusst. Verlag C.H. Beck oHG, München
- Zacharias, S. (2012): Literaturstudie zum Einfluss des Wetters auf die
menschliche Gesundheit. Bericht zum Forschungsvorhaben des
Umweltbundesamtes UFOPLAN 371161 238.

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Operiert Krebs minimalinvasiv: Prof. Dr. Andreas Rink  UDE/Frank Preuß

Mini-OPs bei Krebs - Neu an UDE/UK Essen: Andreas Rink

Operiert Krebs minimalinvasiv: Prof. Dr. Andreas Rink  UDE/Frank Preuß
Operiert Krebs minimalinvasiv: Prof. Dr. Andreas Rink UDE/Frank Preuß

An Magen- oder Darmkrebs erkrankt? Inzwischen kann das oft mit
kleinstmöglichen Eingriffen behandelt werden. Prof. Dr. Andreas Rink vom
Universitätsklinikum Essen (UK Essen) möchte die Verfahren in der Klinik
für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie optimieren. Er hat
die Professur für Minimalinvasive Onkologische Chirurgie an der
Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) angenommen.

Neben Tumoren des Magen-Darm-Trakts widmet sich Professor Rink vor allem
dem Krebs der Speiseröhre, des Dick- und des Enddarms. „Mir geht es
besonders darum, die Funktion der befallenen Organe zu erhalten und
wiederherzustellen. So können wir etwa einen dauerhaften künstlichen
Darmausgang bei einer OP wegen Enddarmkrebs meistens verhindern“, erklärt
der 54-Jährige. Er möchte die minimalinvasiven OP-Verfahren auf komplexe
interdisziplinäre Eingriffe ausweiten. Zudem erforscht er, wie diese
Technik beispielsweise bei Bauchfellkrebs eingesetzt werden kann.

Auch Roboter wird Professor Rink bei den Krebs-OPs als Assistenz
hinzuziehen. „Das bringt die minimalinvasive Präzisionschirurgie weiter
nach vorne. Am UK Essen werden wir zudem evaluieren, wie nützlich sie bei
der Behandlung onkologischer Krankheiten ist.“ Studierenden möchte der
anerkannte Chirurg und Spezialist für chirurgische Tumortherapie die
minimalinvasiven OP-Techniken in Seminaren ebenfalls näherbringen.

Nach sehr gutem Medizinstudium (1986-1993) und ausgezeichneter Promotion
(1994) an der Universität Köln war Andreas Rink mit Unterbrechung bis 2007
Arzt am Klinikum Leverkusen. Dann wechselte er bis 2010 an die Mainzer
Uniklinik, danach bis 2012 ans Evangelische Krankenhaus Köln und 2013 ans
Klinikum Leverkusen. Bevor er an die UDE kam, war er unter anderem seit
2020 außerplanmäßiger Professor an der Uni Mainz und Oberarzt in der
dortigen Universitätsmedizin.

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Nicht nur lästiges Herzstolpern: Was man über Vorhofflimmern wissen muss

Tückische Volkskrankheit: Bleibt Vorhofflimmern unerkannt, drohen
Schlaganfall und Herzkomplikationen. Herzstiftungs-Experten zeigen zum
Weltherztag, worauf es bei der Risikovorsorge ankommt

Herzrhythmusstörungen sind für Betroffene meist mit Ängsten und hohem
Leidensdruck verbunden. Das Tückische an Rhythmusstörungen: Je nach
Ursache, Ursprung im Herzen und Schweregrad, können sie entweder harmlos
oder akut lebensbedrohlich, sogar tödlich sein. Vorhofflimmern, die
häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung mit ca. 1,8 Millionen Betroffenen
in Deutschland, kann gerade beim ersten Anfall auch Angst machen und Panik
auslösen, wenn das Herzstolpern plötzlich einsetzt und es zu heftigen
Schlägen bis in den Hals hinauf, Druckgefühl im Brustkorb und Luftnot
kommt. Das Herz schlägt dann meistens völlig unregelmäßig und schnell mit
einem Puls von bis zu 160 Schlägen pro Minute. „Vorhofflimmern ist eine
ernst zu nehmende Herzrhythmusstörung, die manchmal aber auch ohne größere
Symptome auftritt. Unbemerkt und unbehandelt kann Vorhofflimmern zur
lebensbedrohlichen Gefahr bis hin zu Herzschwäche und Schlaganfall
werden“, warnt Herzspezialist Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer,
stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung,
anlässlich des Weltherztags. Über Ursachen, Diagnose und Therapie von
Herzrhythmusstörungen informiert deshalb die Herzstiftung mit nützlichen
Ratgeber-Infos und dem neuen Herzstiftungs-Podcast „imPULS. Wissen für
Ihre Gesundheit“ unter www.herzstiftung.de/weltherztag „Mit Hilfe der
Pulsmessung beim Arztbesuch, in der Apotheke oder einfach zu Hause, lässt
sich ganz leicht ein unregelmäßiger Herzschlag feststellen und lassen sich
somit ein Schlaganfall und andere Herz-Komplikationen aufgrund von
unentdecktem Vorhofflimmern verhindern. Genau dafür sensibilisieren wir“,
betont Voigtländer. Infos zur Pulsmessung unter www.herzstiftung.de/puls-
messen

Risiko für Vorhofflimmern steigt mit Alter und Begleiterkrankungen
In Deutschland ist Vorhofflimmern für 20 bis 30 % der ischämischen
Schlaganfälle und Fälle von Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
verantwortlich. Vorhofflimmern kommt bei Personen über 60 Jahre und bei
Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck gehäuft vor. Bluthochdruck
liegt bei zirka 60 % aller Patienten mit Vorhofflimmern vor. „Besonders
diese Personen sollten regelmäßig ihren Blutdruck und Puls messen, um
dadurch unbemerktes Vorhofflimmern zu vermeiden“, rät Voigtländer, der als
Kardiologe und Intensivmediziner am Cardioangiologischen Centrum Bethanien
(CCB) in Frankfurt a. M. tätig ist. Das Risiko für einen Schlaganfall
durch Vorhofflimmern steigt mit dem Lebensalter und mit zusätzlichen
Erkrankungen. Neben Bluthochdruck fallen darunter insbesondere die
koronare Herzkrankheit (KHK), Herzschwäche, Diabetes,
Schilddrüsenerkrankungen, COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
und Fettleibigkeit/Übergewicht. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt
besonders Herzkranken und Senioren ab 60, bei Routinekontrollen beim Arzt
ihren Herzschlag mittels Pulsmessung prüfen zu lassen. Eine Hilfe können
auch „Wearables“ oder „Smartwatches“ mit Pulsmess- und EKG-Funktion oder
Apps fürs Smartphone mit diesen Funktionen sein. „Die EKG-Dokumentation
durch die Wearables sollte allerdings unbedingt durch den Arzt beurteilt
werden, um die richtige Diagnose zu stellen“, gibt der Herzstiftungs-
Vorstand zu bedenken. Infos unter: www.herzstiftung.de/smartwatches-
herzpatienten

Bei diesen Beschwerden zum Arzt
Vorhofflimmern wird durch elektrische Fehlreize im Reizleistungssystem des
Herzens ausgelöst, deren Ursprung meist in den Lungenvenen liegt. Diese
münden in den linken Vorhof. Wegen des unregelmäßigen Herzschlags ziehen
sich Herzkammern und Herzvorhöfe nicht mehr koordiniert zusammen: die
Vorhöfe zucken rasch und unkoordiniert, wodurch sich Blutgerinnsel in
einer Ausbuchtung des Vorhofs bilden können. Werden diese ausgeschwemmt
und gelangen über Arterien mit dem Blutstrom in den Kopf, verstopfen sie
möglicherweise ein Hirngefäß („arterielle Embolie“): ein Schlaganfall ist
die Folge. Auf welche Symptome sollte man achten? Dauert das
Vorhofflimmern mehrere Stunden oder Tage, spüren Betroffene häufig eine
allgemeine Leistungsschwäche. Für manche Patientinnen und Patienten sind
die Beschwerden sehr beunruhigend. Herzstolpern und Herzrasen sind oft
verbunden mit
- innerer Unruhe und Angst
- einer Neigung zu schwitzen
- Atemnot
- Leistungsschwäche
- Schwindelattacken
- Brustschmerzen
- kurzzeitiger Bewusstlosigkeit

Bei Herzpatienten, deren angeschlagenes Herz die Rhythmusstörung
schlechter verträgt, sind Atemnot, Brustschmerzen und Schwindel besonders
häufig. „Bei diesen Symptomen sollte man sofort den Arzt aufsuchen!“,
warnt der Rhythmologe Prof. Dr. med. Andreas Götte vom Wissenschaftlichen
Beirat der Deutschen Herzstiftung, Leiter der Kardiologie am St. Vincenz-
Krankenhaus in Paderborn. „Der Arzt kann mit einem EKG, Langzeit-EKG oder
Ereignis-Rekorder klären, ob das Herzstolpern nur eine harmlose
Unregelmäßigkeit des Herzschlags ist oder ob Vorhofflimmern vorliegt.“
Infos: www.herzstiftung.de/vorhofflimmern-symptome

Wie bestimmt man sein Schlaganfallrisiko?
Um Vorhofflimmer-Patienten vor einem Schlaganfall zu schützen, müssen
konsequent gerinnungshemmende Medikamente („Blutverdünner“) gegeben
werden: entweder klassische Medikamente wie die sogenannten
Vitamin-K-Antagonisten aus der Wirkstoffgruppe der Cumarine (z. B.
Marcumar oder Falithrom) oder neuere Direkte Orale Antikoagulantien
(DOAKs). Welches Medikament – alter oder neuer Wirkstoff – für
Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern das bessere Wahl ist, wird
im Einzelfall entschieden. Diese vorbeugende Therapie wird nicht per se
bei Vorhofflimmern verordnet, sondern auf Grundlage des individuellen
Schlaganfallrisikos der betroffenen Person mit Hilfe des sogenannten
CHA2DS2-VASc-Score bestimmt. Risikorelevante Punkte sind z. B.
Herzschwäche, Bluthochdruck, Diabetes, fortgeschrittenes Alter, frühere
Thromboembolien. „Je mehr Punkte sich aufgrund des Scores ergeben, umso
höher ist das Schlaganfallrisiko und desto dringlicher ist die Einnahme
gerinnungshemmender Medikamente“, erklärt Götte. „Umgekehrt gilt aber:
Keine Gerinnungshemmer bei niedrigem Risiko, dafür engmaschige
Nachkontrolle nach vier bis sechs Wochen.“

Ursachen behandeln: Was steckt hinter dem Vorhofflimmern?
Ist die Diagnose Vorhofflimmern gesichert, besprechen Kardiologe und
Patient die Therapiemöglichkeiten. Dabei rückt neben der Schlaganfall-
Vorbeugung durch Gerinnungshemmer und den Verfahren zur Behandlung der
Rhythmusstörung (frequenzregulierende oder rhythmuserhaltende Therapie mit
Medikamenten, interventionelle/operative Verfahren) die Therapie der
Grunderkrankungen und Risikofaktoren in den Fokus. „Oft ist es sinnvoll,
Vorhofflimmern bei seltenen Anfällen, die nur ein- bis dreimal im Monat
auftreten und nur wenige Sekunden dauern, zunächst nicht zu behandeln,
sondern nur die Grunderkrankung, die die Rhythmusstörung verursacht“,
erklärt Götte. Aufgabe des Kardiologen ist es, mit Untersuchungen
(Blutdruckmessung, Laborwerte, EKG, bildgebende Verfahren wie Herzecho,
Kardio-MRT) Ursachen wie Bluthochdruck, KHK, Herzschwäche oder COPD etc.
aufzudecken und konsequent mit Medikamenten zu behandeln. Ebenso wichtig
ist es, auf einen gesunden Lebensstil zu achten: mit Ausdauertraining je
20-30 Minuten drei- bis fünfmal die Woche, Abnehmen bei Übergewicht,
gesunder Ernährung und Rauchverzicht. Starkes Rauchen, chronischer
Alkoholmissbrauch und eine erbliche Neigung gehen mit Vorhofflimmern
einher. Gerade bei Herzkranken, aber auch bei Gesunden, gibt es Reize
(„Trigger“), die Vorhofflimmern auslösen können: Alkohol (selbst mäßiger
Konsum von ca. 120 Millilitern Wein oder 330 Millilitern Bier pro Tag kann
gefährliches Vorhofflimmern auslösen), Schlafentzug, extremer Stress,
Rauchen sowie starker Koffeinkonsum. Auch Störungen des Salzhaushalts
(Elektrolyte) mit einem Mangel an Kalium und Magnesium können
Vorhofflimmern begünstigen.

Bewährte Therapieverfahren bei Vorhofflimmern
Heute stehen für die Behandlung von Vorhofflimmern viele spezielle
Therapien zur Verfügung: Medikamente, nicht-medikamentöse Verfahren, bei
denen die Katheterablation im Vordergrund steht, und operative Verfahren.
Wenn etwa bei Patienten trotz der Behandlung mit Rhythmusmedikamenten
erhebliche Beschwerden wie Atemnot, Herzrasen, Leistungsschwäche
fortbestehen, ist eine Katheterablation von Vorhofflimmern zur
Wiederherstellung des Sinusrhythmus sinnvoll. „Langfristig hat sich vor
allem die Katheterablation bewährt: Dabei werden durch einen Eingriff per
Katheter mittels Kälte, Hitze oder kleiner Stromstöße die Leitungspfade
unterbrochen, die das Durcheinander der elektrischen Signale verursachen“,
erläutert Götte. Wie wichtig eine frühzeitige Behandlung des
Vorhofflimmerns ist, besonders dann, wenn neben Vorhofflimmern noch
weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen bestehen, belegt die internationale
EAST-AFNET 4-Studie an 2.789 Patienten. Es zeigte sich, dass unter einer
rhythmuserhaltenden Therapie – entweder durch Katheterablation oder durch
Antiarrhythmika – deutlich weniger Komplikationen wie Schlaganfall oder
Herzinfarkt auftraten als bei einer klassischen frequenzerhaltenden
Therapie. Die Studie wurde auch durch die Herzstiftung finanziell
unterstützt.

Weitere Informationen und kostenfreie Ratgeber unter:
www.herzstiftung.de/vorhofflimmern
www.herzstiftung.de/weltherztag
www.herzstiftung.de/puls-messen
Video: www.youtube.com/watch?v=Hs9UU4nEf_M
Podcast www.herzstiftung.de/podcasts

Tipp: Experten-Ratgeber
Der Ratgeber „Herz außer Takt: Vorhofflimmern“ der Deutschen Herzstiftung
informiert über Ursachen, Diagnose und Behandlung von Vorhofflimmern. Der
Band (136 S.) kann kostenfrei per Tel. 069 955128-400 oder unter
www.herzstiftung.de/bestellung angefordert werden. Infos zu Vorhofflimmern
bietet die Herzstiftung unter www.herzstiftung.de/vorhofflimmern

Zeitschrift HERZ heute mit Themenschwerpunkt „Herzrhythmusstörungen“
Die Zeitschrift der Deutschen Herzstiftung HERZ heute widmet sich in ihrer
Ausgabe 2/2021 mit dem Titel „Zurück in den Takt – Elektrostimulation des
Herzens“ den Rhythmusstörungen. Ein kostenfreies Probeexemplar ist unter
Tel. 069 955128-400 oder per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
erhältlich.

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