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Gesundheit

Vorhofflimmern: Katheter-Ablation verbessert Erfolgschancen

Moderne Therapien gegen Herzrhythmusstörungen: Herzstiftung informiert in
neuer „HERZ heute“ mit Schwerpunkt Elektrostimulation des Herzens

Das Herz rast oder stolpert, dazu kommen Schwindel, Luftnot und eine
verminderte Leistungsfähigkeit: Bis zu zwei Millionen Menschen in
Deutschland leiden an Vorhofflimmern. Nicht jeder Betroffene verspürt
Symptome, doch die Herzrhythmusstörung birgt eine lebensbedrohliche
Gefahr: Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden oder eine Herzschwäche
zu entwickeln, ist bei Patienten mit Vorhofflimmern stark erhöht. „Es ist
daher wichtig, Vorhofflimmern frühzeitig zu erkennen und zu behandeln“,
betont der Herzspezialist Prof. Dr. med. Stephan Willems vom
Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung in der aktuellen
Ausgabe der HERZ heute und erklärt: „Studien haben gezeigt, dass die
Katheter-Ablation der medikamentösen Therapie hinsichtlich des
langfristigen Erhalts des normalen Herzrhythmus überlegen ist.“ Der
Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe von HERZ heute 2/2021 „Zurück in den
Takt – Elektrostimulation des Herzens“ widmet sich der häufigsten
Herzrhythmusstörung und deren Therapiemöglichkeiten. Renommierte
Kardiologen informieren über den Stand der Forschung und erklären moderne
Verfahren zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Auch Patienten kommen
zu Wort und berichten über ihre Erfahrungen. Ein Probeexemplar dieser
Ausgabe kann kostenfrei bei der Herzstiftung angefordert werden unter Tel.
069 955128-400 oder per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. Weitere
Infos zum Thema bietet die Herzstiftung unter
www.herzstiftung.de/vorhofflimmern

Wie Vorhofflimmern entsteht
Bei einem gesunden Herzen schlägt das Organ gleichmäßig: Herzkammern und
Vorhöfe ziehen sich koordiniert zusammen und pumpen das Blut in
regelmäßigen Stößen in die Blutbahnen. Taktgeber ist dabei der sogenannte
Sinusknoten im rechten Herzvorhof: Er erzeugt elektrische Impulse, die
über spezielle Nervenbahnen zunächst in die Vorhöfe und schließlich in die
Herzkammern geleitet werden. Sie ermöglichen einen gleichmäßigen,
koordinierten Herzschlag. „Ist das Reizleitungssystem gestört, kommt es zu
Herzrhythmusstörungen: Das Herz schlägt zu schnell, zu langsam oder es
stolpert“, erklärt Willems, Rhythmologe und Chefarzt der Klinik für
Kardiologie und Internistische Intensivmedizin in der Asklepios Klinik St.
Georg in Hamburg. Bei Vorhofflimmern gehen die zusätzlichen elektrischen
Signale meist von den Pulmonalvenen (Lungenvenen) aus. Zur Behandlung von
Vorhofflimmern kommen häufig frequenzregulierende Medikamente wie
Betablocker oder Kalziumantagonisten zum Einsatz. Sie sorgen dafür, dass
das Herz weder zu schnell noch zu langsam schlägt und lindern so die
Symptome des Vorhofflimmerns – beseitigt wird die Herzrhythmusstörung
nicht. Sogenannte Antiarrhythmika hingegen haben zum Ziel, den normalen
Herzrhythmus wiederherzustellen und das Vorhofflimmern zu beenden.
Langfristig hat sich vor allem die sogenannte Katheterablation bewährt:
Dabei werden durch einen Eingriff per Katheter mittels Kälte, Hitze oder
kleiner Stromstöße die Leitungspfade unterbrochen, die das Durcheinander
der elektrischen Signale verursachen.

Dreidimensionale Darstellung ermöglicht präziseren Eingriff
Bei der Katheterablation führt der Arzt einen feinen Kunststoffschlauch
(Katheter) über die Leistenvene in den Körper und weiter über die große
Hohlvene bis in den rechten Vorhof. Durch den Katheter lassen sich die
gestörten Leitungspfade entweder mit hochfrequentem Strom (Hitze) oder mit
Kälte veröden. Damit der Eingriff punktgenau gelingt, erfolgte die
Katheterablation früher unter Röntgenkontrolle. Inzwischen gibt es
zusätzlich computergestützte Systeme, die eine wesentlich präzisere
Verödung ermöglichen. „Die moderne Hochfrequenzstrom-Ablation nutzt
dreidimensionale Mapping-Systeme, die Störungen der elektrischen Erregung
des Herzens computergestützt sehr präzise darstellen können“, erklärt
Willems. „Das reduziert die Strahlenbelastung und erhöht die Sicherheit
und Effektivität.“

Am besten frühzeitig und im spezialisierten Zentrum behandeln lassen
Etwa jede zweite Katheterablation ist dauerhaft erfolgreich, das heißt,
das Vorhofflimmern kehrt nicht zurück. Bei anfallsartigem Vorhofflimmern
liegt die Erfolgsquote sogar bei 70 bis 80 Prozent. Bei Patienten, die
bereits länger unter anhaltendem Vorhofflimmern leiden, ist die
Erfolgsquote zwar geringer. Doch auch diese Patienten profitieren von den
modernen Therapien: Je präziser die Vorhöfe durch die Mapping-Verfahren
abgebildet werden, umso größer sind die Aussichten auf Erfolg. Willems
betont: „Insgesamt ist die Behandlung von Vorhofflimmern mit der
Katheterablation effektiv, sicher und einer medikamentösen Therapie
überlegen.“ Entscheidend sei es, die Patienten möglichst früh und
multidisziplinär in spezialisierten Zentren zu behandeln.

Weitere Informationen:
www.herzstiftung.de
www.herzstiftung.de/vorhofflimmern
www.herzstiftung.de/herz-sprechstunde/alle-fragen/paroxysmales-
vorhofflimmern-ablation
Vorhofflimmern im Video: www.youtube.com/watch?v=Hs9UU4nEf_M

Aus der Forschung: EAST-AFNET-Studie zeigt Erfolg frühzeitiger Behandlung
von Vorhofflimmern
Wie wichtig eine frühzeitige Behandlung des Vorhofflimmerns ist, belegt
die internationale EAST-AFNET-Studie an 2.789 Patienten. Es zeigte sich,
dass unter einer rhythmuserhaltenden Therapie – entweder durch
Katheterablation oder durch Antiarrhythmika – deutlich weniger
Komplikationen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt auftraten als bei einer
klassischen, frequenzerhaltenden Therapie. Die Studie wurde durch die
Herzstiftung finanziell unterstützt. Mehr Infos zur EAST-AFNET-Studie in
HERZ heute 2/2021.

Für Interessierte und Betroffene: Aktuelle HERZ heute: Jetzt Probeexemplar
anfordern!
Die Zeitschrift HERZ heute erscheint viermal im Jahr. Sie wendet sich an
Herz-Kreislauf-Patienten und deren Angehörige. Weitere Infos zur
Behandlung von Herzrhythmusstörungen bietet die aktuelle Zeitschrift HERZ
heute 2/2021 mit dem Titel „Zurück in den Takt – Elektrostimulation des
Herzens“. Ein kostenfreies Probeexemplar ist unter Tel. 069 955128-400
oder per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. erhältlich.

  • Aufrufe: 94

KI und digitale Technik verbessern Diagnose und Behandlung der Parkinson- Krankheit

Die Behandlung von an Parkinson erkrankten Menschen lässt sich durch die
Nutzung digitaler Techniken wesentlich verbessern. Im Projekt DIGIPD geht
es darum zu erforschen, wie Künstliche Intelligenz zu einer präzisen und
individuellen Behandlung der Erkrankung beitragen kann, etwa durch die
Auswertung von Sensordaten oder durch die automatische Erkennung von
Änderungen der Sprache, Mimik oder Motorik.

SANKT AUGUSTIN.   Die Parkinson-Krankheit betrifft sieben bis zehn
Millionen Patientinnen und Patienten in den westlichen Gesellschaften –
mit steigender Tendenz. Die Erkrankten leiden unter Symptomen wie Tremor,
Gang- und Sprachstörungen oder Gedächtnisverlust. Digitale Techniken haben
das Potenzial, das Verständnis und die Behandlung der Parkinson-Krankheit
grundlegend zu verändern. Doch bevor sie in der klinischen Praxis zum
Einsatz kommen, soll zunächst ihr Nutzen für Patienten untersucht werden –
dies ist das Ziel im europäischen Forschungsprojekt Validating DIGItal
biomarkers for better personalized treatment of Parkinson’s Disease
(DIGIPD).

Mit digitalen Biomarkern sind im Projekt etwa Sensoren gemeint, die den
Gang der Patientinnen und Patienten überwachen. Dazu werden die kleinen
Geräte an den Schuhen befestigt; sie übermitteln dann drahtlos ihre
Aufzeichnungen an ein Tablet. Hinzu kommen digitale Biomarker, die aus
Aufzeichnungen der Stimme (auch per Telefon) und der Gesichtsbewegung (per
Video) gewonnen werden. Die in klinischen Studien erfassten Daten werden
analysiert und mit weiteren klinischen Studiendaten aus Erlangen, Paris
und Luxemburg kombiniert. Forscherinnen und Forscher bei Fraunhofer SCAI,
sowie an der Universität Luxemburg werten dann die Gesamtheit aller
Studiendaten mit Verfahren der Künstlichen Intelligenz (KI) aus. Dies soll
wichtige Informationen darüber liefern, ob man anhand digitaler Biomarker
verschiedene Krankheitsverläufe unterscheiden kann, ob die Auswertungen
dabei helfen können, den Krankheitsverlauf zu prognostizieren und welche
Beziehungen zwischendigitalen Biomarkern und bei Parkinson etablierten
Messungen bestehen. Neues Wissen, das durch diese Untersuchungen gewonnen
wird, und die im Projekt entwickelten Algorithmen könnten einen
wesentlichen Fortschritt für eine bessere individuelle Behandlung von
Patienten darstellen (Präzisionsmedizin). Behandelnde Ärzte profitieren
von diesen Ergebnissen, da sie ihre Behandlung frühzeitiger anpassen und
so den Krankheitsfortschritt positiv beeinflussen können.

»DIGIPD setzt sehr stark auf die Analyse großer und komplexer
Datenbestände«, sagt Projektkoordinator Prof. Dr. Holger Fröhlich. Er
leitet die Gruppe »KI und Data Science« bei Fraunhofer SCAI. »Wir setzen
hierzu moderne Methoden der Künstlichen Intelligenz und des Maschinellen
Lernens ein, die wir in unserer Forschungsarbeit auf dem Gebiet der
Auswertung biomedizinischer Daten erprobt und entwickelt haben«, so
Fröhlich. Ein wichtiger Punkt dabei ist auch die Untersuchung
datenschutzrechtlicher und ethischer Aspekte bei der Auswertung von
Patientendaten mittels KI.

DIGIPD bringt Expertinnen und Experten aus Medizin und Informatik auf dem
Gebiet der Parkinson-Krankheit zusammen. Partner im Projekt sind das Brain
and Spine Institute (ICM) in Paris, die Universität Luxemburg, das
Universitätsklinikum Erlangen, die Télécom SudParis (Institute
Polytechnique de Paris), die Universität Namur in Belgien, die Portabiles
GmbH in Erlangen und die gemeinnützige Organisation »Asociatión Parkinson
Madrid«.

Das Projekt wird im Rahmen des europäischen ERA-Netzes zur
personalisierten Medizin, ERA PerMed, im »Joint Transnational Call 2020«
gefördert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
übernimmt die Förderung des deutschen Anteils am Projekt. DIGIPD startet
im Mai 2021 und hat eine Laufzeit von drei Jahren.

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DGP: Personalisierte Medizin: Lungenkrebs mit den eigenen Waffen schlagen

Der Weg von gesunden Körperzellen zu Krebszellen führt über Mutationen:
Durch Veränderungen im Erbgut entkoppeln sich die Zellen vom geordneten
Zellverband, vermehren sich ungehemmt und verdrängen gesundes Gewebe.
Andere Mutationen wiederum sorgen dafür, dass die Krebszellen der
Immunabwehr entgehen. Mittlerweile sind einige dieser genetischen und
genregulatorischen Besonderheiten bekannt, die Tumorzellen einerseits
besonders gefährlich machen – andererseits aber auch als Angriffspunkte
für neuartige Wirkstoffe dienen können.

Was eine auf die individuelle Tumorgenetik abgestimmte, personalisierte
Medizin gerade für die Behandlung des Lungenkrebses bedeutet, diskutieren
Expertinnen und Experten auf dem 61. Kongress der Deutschen Gesellschaft
für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP), der vom 2. bis 6. Juni
2021 online stattfindet. Das Thema wird auch auf der kongressbegleitenden
Online-Pressekonferenz am Donnerstag, dem 3. Juni 2021, vorgestellt.

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Mit über 50.000 Neuerkrankungen jährlich ist der Lungenkrebs
(Bronchialkarzinom) die häufigste Krebsart in Deutschland. Zugleich ist er
auch einer der gefährlichsten: Rund 35.000 Menschen sterben jedes Jahr an
dem Krebs, der oft schon metastasiert hat, bevor er entdeckt wird. Doch
Lungenkrebs ist nicht gleich Lungenkrebs. „So wie die Patientinnen und
Patienten sich unterscheiden, bringt auch jeder Tumor seine individuellen
genetischen Eigenschaften mit sich“, sagt Professor Dr. med. Gernot Rohde,
Leiter des Schwerpunktes Pneumologie/Allergologie am Universitätsklinikum
Frankfurt und diesjähriger DGP-Kongresspräsident. Diese Eigenschaften
seien in den letzten Jahren immer genauer entschlüsselt und so der Weg zu
einer personalisierten Präzisionsmedizin geebnet worden.

Ansatzpunkt Treibermutationen: Signalwege hemmen, Tumorwachstum bremsen
Ein Feld intensiver Forschung sind dabei die so genannten
Treibermutationen. Durch diese entkoppeln die Krebszellen ihr Wachstum von
äußeren Einflussfaktoren. „Zellwachstum und -teilung werden normalerweise
durch Wachstumsfaktoren angestoßen, die sich mit bestimmten Rezeptoren auf
der Zelloberfläche verbinden“, erläutert Rohde. Dadurch wird im
Zellinneren eine mehrstufige Signalkette in Gang gesetzt, an der eine
ganze Reihe von Enzymen, unter anderem so genannte Tyrosinkinasen,
beteiligt sind. Bei rund jedem vierten nicht-kleinzelligen
Bronchialkarzinom (NSCLC) finden sich Mutationen, die diesen Signalweg
auch ohne Wachstumsfaktoren permanent aktiv halten. „Mithilfe von
Wirkstoffen, die die Tyrosinkinasen hemmen, kann das Tumorwachstum bei
Patienten mit dieser Lungenkrebsform gebremst werden“, sagt Rohde. Damit
sei es gelungen, ihre mittlere Überlebenszeit von 9,6 auf 31,5 Monate zu
verlängern. Ein weiterer Wirkstoff, der mit dem Enzym K-RAS ein
nachgeschaltetes Glied in der Signalkette anspricht, befindet sich zurzeit
in der Entwicklung. „Für Patienten mit K-RAS-Mutationen gibt es bislang
keine Therapieoption, weil Tyrosinkinasehemmer hier nicht wirken“, so
Rohde. Der neue K-RAS-Hemmer habe sich in klinischen Phase II Studien
bereits als wirksam erwiesen und könne den Krankheitsverlauf bei immerhin
rund 37 Prozent der untersuchten Patienten verlangsamen.

Immuncheckpoints im Fokus: Immunabwehr wieder ermöglichen
Ein weiteres Ziel der individualisierten Krebstherapie sind so genannte
Immuncheckpoints. „Viele Lungenkrebszellen bilden vermehrt spezielle
Oberflächenmoleküle aus, die den Angriff von Immunzellen hemmen“,
erläutert Rohde. Mithilfe neuartiger Antikörperbasierter Wirkstoffe
gelinge es immer besser, diese Hemmung aufzuheben – die Krebszellen
könnten dann vom Immunsystem wieder als gefährlich erkannt und abgetötet
werden. Gerade in Kombination mit einer Chemotherapie ergebe sich daraus
ein deutlicher Gewinn an Überlebenszeit für die Patienten. „Die Entdeckung
der Immuncheckpoints und der Treibermutationen, sowie der gezielt darauf
abgestimmten Wirkstoffe hat die Lungenkrebstherapie in den vergangenen
Jahren revolutioniert“, resümiert der DGP-Kongresspräsident.

Auf der Kongress-Pressekonferenz des 61. DGP-Kongresses, die am 3. Juni
2021 online stattfindet, spricht Rohde auch über die genetischen
Veränderungen, die der Mukoviszidose zugrunde liegen. Hier sind
mittlerweile über 1.000 unterschiedliche Mutationen identifiziert worden,
von denen einige bereits im Sinne einer personalisierten Präzisionsmedizin
mit speziell entwickelten Wirkstoffen adressiert werden können.

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Deine Leber. Dein Leben.“: COVID-19-Impfung und Vorsicht sind für Leberkranke besonders wichtig

Die COVID-19-Impfkampagne läuft in Deutschland seit Ende Dezember 2020 und
mittlerweile sind über 15 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.
Wegen der hohen Nachfrage nach den Impfstoffen und den begrenzten
Produktionskapazitäten wurde und wird in den Impfzentren auch in
Deutschland priorisiert. Die Impfpriorisierung für Arztpraxen wird aktuell
in immer mehr Bundesländern aufgehoben. Viele Lebererkrankte und
Lebertransplantierte zählen zu den prioritär zu impfenden Personen. Die
Ausrichter des 22. Deutschen Lebertages am 20. November 2021 stellen mit
dem Motto: „Deine Leber. Dein Leben.“ das lebenswichtige Organ Leber und
die individuelle Gesundheitsverantwortung in den Fokus.

Im Vorfeld des bundesweiten Aktionstages betonen die Ausrichter – Deutsche
Leberhilfe e. V., Deutsche Leberstiftung und Gastro-Liga e. V. – die
Wichtigkeit der COVID-19-Impfung für die Risikogruppe Leberkranke und
Lebertransplantierte.

„Die Ständige Impfkommission (STIKO) evaluiert regelmäßig die Empfehlung
zur COVID-19-Impfung unter Berücksichtigung der Impfquoten, der Erhebungen
zur Impfakzeptanz sowie der Studien zur Impfeffektivität und -sicherheit.
Zu den Erkrankungen, die aktuell gemäß Studienlage mit einem erhöhten
Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf assoziiert sein könnten, zählt
die STIKO zirrhotische und schwere Leberkrankheiten – inklusive
Leberzirrhose, chronisches Leberversagen und Zustand nach
Lebertransplantation“, erklärt Professor Dr. Christoph Sarrazin,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberhilfe e. V., und führt weiter
aus: „Die Ausrichter des 22. Deutschen Lebertages unterstützen diese
Impfempfehlung, und wir weisen auf erste Analysen hin, die zeigen, dass
das Immunsystem von Organtransplantierten eine reduzierte Immunantwort
sowohl auf Impfungen im Allgemeinen als auch auf die Impfung gegen
COVID-19 zeigt. Deswegen bleibt bei dieser Patientengruppe weiterhin ein
Schutz durch Kontaktbeschränkungen und die Einhaltung der bekannten
Hygiene- und Abstandsregeln wichtig. Einen zusätzlichen Schutz kann die
COVID-19-Impfung der Haushaltsangehörigen von Organtransplantierten
bieten.“

Nach über einem Jahr Pandemie sind viele Corona-Maßnahmen, die eine
Ansteckungsgefahr verringern sollen, wie Maskentragen, Abstandhalten und
Hygieneregeln schon fast selbstverständlich geworden. Darüber hinaus
werden in Deutschland seit Ende Dezember 2020 Impfstoffe gegen das
neuartige Coronavirus verabreicht – bislang sind vier Impfstoffe in der
Europäischen Union zugelassen. Über zehn Prozent der deutschen
Gesamtbevölkerung sind mittlerweile vollständig geimpft. Wegen der hohen
Nachfrage nach den Impfstoffen und den begrenzten Produktionskapazitäten
wurde und wird in den Impfzentren auch in Deutschland priorisiert. Die
Impfpriorisierung für Arztpraxen wird aktuell in immer mehr Bundesländern
aufgehoben. Viele Lebererkrankte und Lebertransplantierte zählen zu den
prioritär zu impfenden Personen.

Die Ausrichter des Deutschen Lebertages empfehlen auf der Grundlage der
bisher vorliegenden Daten und Erkenntnisse eine Impfung mit den aktuell
verfügbaren und zugelassenen Impfstoffen. Dies gilt auch für Patienten mit
Fettleber und chronischer Virushepatitis ebenso wie für alle seltenen
Lebererkrankungen wie Primär Biliäre Cholangitis (PBC), Primär
Sklerosierende Cholangitis (PSC), Autoimmunhepatitis (AIH) und vaskuläre
Lebererkrankungen. Besonders dringend ist die Impfung für Patienten mit
Leberzirrhose, Patienten auf der Warteliste für eine Lebertransplantation
sowie bereits Lebertransplantierte.

Bei allen zugelassenen COVID-19-Impfstoffen handelt es sich nicht um
Lebendimpfstoffe, sie sind nicht ansteckend und sind auch für
immunsupprimierte Patienten geeignet. Zu den bekannten Nebenwirkungen
zählen grippeähnliche Symptome und Reaktionen direkt an der
Einstichstelle. Nur in seltenen Fällen sind schwere allergische Reaktionen
aufgetreten, deswegen sollten bei Menschen mit bekannter Veranlagung in
Absprache mit einem Arzt zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.
Der Nutzen der Impfung, die vor einer SARS-CoV-2-Infektion schützt,
überwiegt theoretisch mögliche unerwünschte Impfreaktionen bei weitem,
sodass für alle Patienten die Impfung empfohlen wird.

In sehr seltenen Fällen wurden bei zwei Vektorimpfstoffen
Hirnvenenthrombosen und andere Thrombosen beobachtet. Beim Impfstoff
Vaxzevria von AstraZeneca gilt ein Kausalzusammenhang mittlerweile als
wahrscheinlich. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) betont auch für
diesen Impfstoff das positive Nutzen-Risiko-Verhältnis. Seit dem 1. April
2021 empfiehlt die STIKO den Impfstoff nur noch für Menschen ab 60 Jahren.
Auf Wunsch können auch jüngere Männer und Frauen nach ärztlichem Ermessen,
persönlicher Risikoabwägung und sorgfältiger Aufklärung eine Impfung mit
Vaxzevria erhalten. Auch für die Anwendung des COVID-19-Vektorimpfstoffs
von Janssen-Cilag/Johnson & Johnson hat die EMA am 20. April 2021 eine
Stellungnahme publiziert und bewertet die Gesamt-Nutzen-Risiko-Abwägung
weiterhin positiv. Auch der Einsatz dieses Impfstoffes unterhalb der
Altersgrenze von 60 Jahren bleibt weiterhin nach ärztlicher Aufklärung und
bei individueller Risikoakzeptanz durch die zu impfende Person möglich.

Bislang sind für Lebererkrankte keine zusätzlichen Impfrisiken bekannt.
Sämtliche Nebenwirkungen werden überwacht, in Registern gesammelt und
ausgewertet. Insbesondere Patienten mit autoimmunen Lebererkrankungen sind
häufig sehr vorsichtig und skeptisch gegenüber einer Impfung, weil sie
eine Verschlimmerung ihrer Erkrankung befürchten. Auch hier gilt, dass der
Nutzen des Impfstoffs die möglichen Risiken überwiegt. In jedem Fall ist
es für Lebererkrankte ratsam, vor einer COVID-19-Impfung mit dem Hausarzt
oder dem behandelnden Facharzt zu sprechen – speziell, wenn Fragen oder
Ängste vorhanden sind. Damit zeigen sie die Eigenverantwortung, die die
Ausrichter des 22. Deutschen Lebertages mit dem Motto „Deine Leber. Dein
Leben.“ bei jedem Menschen aktivieren möchten.

Mehr Infos zum 22. Deutschen Lebertag unter: http://www.lebertag.org

Alle Institutionen, die im Rahmen des 22. Deutschen Lebertages mit einer
lokalen Veranstaltung aufklären und informieren möchten, werden von den
Ausrichtern bei der Pressearbeit und mit Veranstaltungsmaterialien
unterstützt. Informationen, Anmeldungen und Downloads unter:
http://www.lebertag.org

Die Ausrichter des 22. Deutschen Lebertages am 20. November 2021:

Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten
von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des
Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e. V.
Prof. Dr. Peter R. Galle, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats
Friedrich-List-Straße 13, 35398 Gießen
Tel 0641 – 97 48 10
<geschaeftsstelle@gastro-liga.de>   |   https://www.gastro-liga.de

Deutsche Leberhilfe e. V.
Prof. Dr. Christoph Sarrazin, Vorstandsvorsitzender
Krieler Straße 100, 50935 Köln
Tel 0221 – 28 29 980
<Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>   |   https://www.leberhilfe.org

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