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Gesundheit

Der Keuchhusten wird erwachsen

Stiftung Kindergesundheit empfiehlt: Schwangere, Jugendliche und
Erwachsene impfen, um Babys zu schützen

Keuchhusten galt lange als klassische Kinderkrankheit. Seit einigen Jahren
aber verlagert er sich immer mehr ins Jugendlichen- und Erwachsenenalter.
Deshalb reicht es heute nicht mehr, nur Babys dagegen zu impfen: Auch
Schulkinder, Jugendliche und Erwachsene benötigen einen Impfschutz gegen
Keuchhusten (medizinisch: Pertussis), betont die Stiftung Kindergesundheit
in einer aktuellen Stellungnahme.

Die Impfung gegen Keuchhusten gehört bereits seit 1993 wieder zu den
öffentlich empfohlenen Impfungen für alle Säuglinge und Kleinkinder. Die
Impfung wird auch gut angenommen: Laut Robert-Koch-Institut waren im Jahre
2018 rund 93 Prozent der Schulanfänger gegen Keuchhusten geimpft.
„Trotzdem war Keuchhusten 2018 mit 12.907 gemeldeten Fällen die insgesamt
siebthäufigste gemeldete Infektionskrankheit“, sagt Prof. Dr. Johannes
Liese, Professor für Pädiatrische Infektiologie und Immunologie an der
Universitäts-Kinderklinik Würzburg und Kuratoriumsmitglied der Stiftung
Kindergesundheit: „Keuchhusten tritt damit in Deutschland mindestens
25-mal häufiger auf als Masern“.

Zu den Komplikationen des Keuchhustens gehören zusätzliche Infektionen wie
eine Lungenentzündung oder Mittelohrentzündungen, berichtet Professor
Johannes Liese: „Zum Glück sind Todesfälle durch Keuchhusten in
Deutschland auch im internationalen Vergleich sehr selten. So wurden seit
2013 lediglich ein Todesfall bei einem 84-jährigen Mann und drei
Todesfälle bei Säuglingen übermittelt“.

Eine Kinderkrankheit als Todesursache bei einem 84-Jährigen? Das ist heute
nichts Außergewöhnliches mehr. Seit einigen Jahren verlagert sich der
Keuchhusten immer mehr ins Jugendlichen- und Erwachsenenalter. So lag das
Durchschnittsalter bei den dem Robert-Koch-Institut Berlin gemeldeten
Keuchhustenfällen 1995 noch bei 15 Jahren, seit 2013 liegt es jedoch bei
rund 40 Jahren. Heute treten 75 Prozent der Fälle in der Altersgruppe der
über 19-Jährigen auf. Unter den 1.069 Patienten, die laut Statistischem
Bundesamt 2016 wegen Keuchhusten in einem Krankenhaus behandelt werden
mussten, waren 515 Babys, aber auch 120 über 70-jährige Senioren.

Die Immunität hält nicht lebenslang

Warum kommt es trotz hohen Durchimpfungsraten zu so vielen Erkrankungen?
Professor Johannes Liese nennt dazu zwei entscheidende Faktoren: „Eine
durchgemachte Pertussis-Infektion hinterlässt keine lebenslängliche
Immunität. Es kann deshalb auch nach der Erstinfektion im Kindesalter z.B.
20 Jahre später zu einer erneuten Erkrankung kommen. Sie verläuft
allerdings in der Regel milder und weniger ausgeprägt als die
Erstinfektion“.

Ein weiterer Grund liegt im unerwartet schnellen Nachlassen des
Impfschutzes: „Durch die Impfung lassen sich zwar die Erkrankungen und
insbesondere ihre Komplikationen erfolgreich reduzieren. Nach der Impfung
mit den heute zugelassenen sogenannten azellulären Impfstoffen kommt es
jedoch bereits ein bis zwei Jahre nach der Impfung zu einem allmählich
nachlassenden Impfschutz“. Deshalb müssten neue Impfstoffe mit besserer
Langzeitwirkung entwickelt werden, um die Prävention zu verbessern und zu
vereinfachen, unterstreicht der Würzburger Experte.

Eines der Hauptprobleme liegt laut Stiftung Kindergesundheit in den
bestehenden Impflücken bei Jugendlichen und Erwachsenen. Keuchhustenkranke
Erwachsene stellen nämlich eine gefährliche Infektionsquelle dar. Mutter,
Vater und Geschwister, sogar Großeltern können mit ihren Keimen Säuglinge
und kleine Kinder anstecken und in höchste Lebensgefahr bringen.

Babys haben oft keinen „Nestschutz“

Leider können Babys erst ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat geimpft
werden und besitzen in der Regel keinen natürlichen Nestschutz gegen die
Krankheit, betont die Stiftung Kindergesundheit. Deshalb sind sie darauf
angewiesen, dass enge Kontaktpersonen in ihrer Umgebung wie Eltern,
Geschwisterkinder oder Großeltern durch Impfungen geschützt sind.

Neugeborene und junge Säuglinge sind besonders gefährdet und haben die
höchsten Komplikationsraten, sagt Professor Johannes Liese. Im ersten
Lebensjahr verläuft die Ansteckung mit Keuchhustenbakterien äußerst
heimtückisch. Die Säuglinge sind zwar infiziert, husten aber oft nicht
oder untypisch. Sehr gefährlich für diese Altersgruppe sind
krankheitsbedingte Unterbrechungen der Atmung, sogenannte Apnoe-Anfälle.
Sie setzt mitunter 15 Sekunden und länger aus.

Während solcher Apnoe-Anfälle kommt es zu einem Sauerstoffmangel im
Gehirn, der bleibende Hirnschäden hervorrufen und sogar tödlich enden
kann. Deshalb gehören Babys, bei denen der Verdacht auf Keuchhusten
besteht, unbedingt in eine Klinik, in der ihre Herztätigkeit und Atmung
ständig überwacht werden. „Von den im Krankenhaus betreuten Säuglingen
weisen bis zu 61 Prozent eine Apnoe auf, 23 Prozent entwickeln eine
Lungenentzündung, etwa ein Prozent bekommen Krampfanfälle oder Störungen
der Gehirnfunktionen“, erläutert Professor Johannes Liese.

Heranwachsende und Erwachsene sind sich meist nicht bewusst, welche Gefahr
sie für Babys und kleine Kinder darstellen. Sie kommen oft gar nicht auf
den Gedanken, dass sich hinter einem hartnäckigen, trockenen Husten ein
ansteckender Keuchhusten verbergen könnte. Bei Erwachsenen fehlen nämlich
häufig das charakteristische „Einziehen“ und die typischen bellenden
Hustenattacken. Damit lässt sich erklären, dass sich Babys oft bei ihren
eigenen Eltern anstecken - meist bei der Mutter. In vielen Fällen sind
auch Großeltern die Ansteckungsquelle.

Neue Strategie: Impfung schon in der Schwangerschaft

„Als erfolgreiche Strategie zur Verbesserung des Schutzes von Neugeborenen
hat sich die Pertussisimpfung in der Schwangerschaft vor allem in England
und USA bewährt“, berichtet Professor Johannes Liese. „Dort konnte gezeigt
werden, dass eine Pertussisimpfung von Schwangeren im letzten Trimenon der
Schwangerschaft eine über 90-prozentige Schutzwirkung gegen Keuchhusten in
den ersten beiden Lebensmonaten vermittelt. Entsprechend sind die
Erkrankungszahlen bei Neugeborenen seit Einführung der
Schwangerschaftsimpfung deutlich zurückgegangen. Auch in Australien und
der Schweiz wurden entsprechende Impfprogramme für Schwangere etabliert“.

Diesen Beispielen folgt nun auch die Ständige Impfkommission STIKO beim
Robert-Koch-Institut: Seit März 2020 empfiehlt auch sie eine Keuchhusten-
Impfung für schwangere Frauen zu Beginn des 3. Schwangerschaftsdrittels.
Wenn eine Frühgeburt wahrscheinlich ist, soll die Impfung ins 2. Trimenon
vorgezogen werden. Die Impfung soll unabhängig vom Abstand zu vorher
verabreichten Pertussis-Impfungen und in jeder Schwangerschaft erfolgen.

Zusätzlich sollten enge Kontaktpersonen (Eltern, Geschwister, Freunde) und
Betreuer (z. B. Tagesmütter, Babysitter, Großeltern), die in den letzten
10 Jahren keine Pertussisimpfung erhalten haben, möglichst schon bis vier
Wochen vor der anstehenden Geburt geimpft werden. Auch Beschäftigten in
Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen wird die Pertussisimpfung von
der STIKO als Indikationsimpfung alle zehn Jahre empfohlen.

Keuchhusten-Impfstoffe sind gut verträglich

Einen Einzelimpfstoff gegen Keuchhusten gibt es nicht mehr, heißt es in
der Stellungnahme der Stiftung Kindergesundheit. Alle Impfungen erfolgen
mit einem Kombinationsimpfstoff, der gleichzeitig Bestandteile gegen
Diphtherie, Tetanus, Pertussis und eventuell auch Polio enthält.

Die Impfstoffkomponenten gegen Keuchhusten werden heute nicht mehr wie
früher aus ganzen Keuchhusten-Erregern hergestellt, sondern nur aus
bestimmten Bestandteilen („azellulär“) und sind dadurch wesentlich besser
verträglich.

Als unerwünschte Wirkungen werden am häufigsten Schmerzen an der
Injektionsstelle, Rötungen und Schwellungen registriert. Fieber über 38
Grad Celsius tritt nach einer Impfung mit diesen Impfstoffen nur noch in
fünf bis acht Prozent der Fälle auf. Die Impfreaktionen verschwinden in
der Regel nach ein bis drei Tagen wieder.

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Schwangerschaftsdiabetes – dringender Verbesserungsbedarf im Screening- Verfahren

DDG fordert eine Reform der Mutterschaftsrichtlinien und die
Kostenerstattung von Blutzuckermessgeräten

Obwohl Screenings in der Schwangerenvorsorge festgeschrieben sind, wird
ein Schwangerschaftsdiabetes – der sogenannte Gestationsdiabetes (GDM) –
hierzulande häufig zu spät oder gar nicht diagnostiziert. Um einen GDM
rechtzeitig und besser identifizieren zu können, mahnt die Deutsche
Diabetes Gesellschaft (DDG) erneut eine Reform der
Mutterschaftsrichtlinien an und verweist auf eine aktuelle Nature-
Publikation, die einmal mehr die Mängel des derzeitigen Screening-
Verfahrens aufzeigt.1 Darüber hinaus fordert die DDG den GKV-
Spitzenverband in einer aktuellen Stellungnahme wiederholt dazu auf,
Blutzuckermessgeräte zur Überwachung von Schwangeren mit GDM
verordnungsfähig zu machen, um Mutter und Kind vor diabetischen
Folgeschäden zu bewahren.1 Bereits 2018 hatte die Fachgesellschaft die
medizinische und gesundheitsökonomische Notwendigkeit dieser Maßnahme
aufgezeigt.2

In Deutschland hat sich die Erkrankungsrate für einen
Schwangerschaftsdiabetes in den vergangenen 20 Jahren mehr als
verfünffacht. Inzwischen erkranken jährlich etwa 45.000 Frauen daran, was
fast sechs Prozent aller Schwangerschaften entspricht. Meist zeigen sich
keine klassischen Diabetes-Symptome, wie starker Durst oder Harndrang, und
die Erkrankung wird deshalb häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium
erkannt. „Ein zu spät oder nicht diagnostizierter GDM kann zu schweren
Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen sowie Folgeerkrankungen bei
Mutter und Kind führen“, betont DDG Präsidentin Professor Dr. med. Monika
Kellerer. Sie verweist auch auf das erhöhte Risiko für die Mutter, an
einem späteren Diabetes Typ 2 zu erkranken3. Daher sei eine diagnostische
Früherkennung besonders wichtig.

Bereits seit Jahren kritisiert die DDG, dass in Deutschland zu spät und
unzureichend auf GDM getestet wird. Bei dem hierzulande vorgesehenen
zweistufigen Testverfahren trinkt die werdende Mutter im Zeitraum zwischen
der 24. und 28. Schwangerschaftswoche eine Lösung mit 50 Gramm Glukose
(GCT). Werden erhöhte Blutzuckerwerte gemessen, folgt ein erneuter
Nüchtern-Test mit 75 Gramm Glukose (oGTT). „Leider fallen viele
tatsächlich an GDM erkrankte Mütter in diesem zweistufigen Verfahren aus
dem Raster“, bedauert Professor Dr. med. Ute Schäfer-Graf aus Berlin,
Sprecherin der DDG Arbeitsgruppe „Diabetes und Schwangerschaft“. Denn der
erste Test erfolgt unabhängig von der Tageszeit oder der letzten
Nahrungsaufnahme im nicht-nüchternen Zustand. „Das Problem daran ist, dass
so diejenigen Frauen mit GDM übersehen werden, die nur in nüchternem
Zustand einen erhöhten Blutglukosewert aufweisen – also etwa ein Drittel
aller Erkrankten.“ Das Diagnostikverfahren – so wie aktuell in den
Mutterschaftsrichtlinien vorgesehen – sollte umgehend überarbeitet werden,
da die Zahl der unerkannten oder zu spät erkannten Fälle von
Schwangerschaftsdiabetes weiterhin zu hoch ist. Seit 2012 ist das
Screening auf Schwangerschaftsdiabetes von den Krankenkassen
erstattungsfähig.

„Obwohl seit der WHO-Empfehlung von 2013 bereits 90 Prozent der
europäischen Länder das einstufige Testverfahren präferieren, sieht der
G-BA noch immer keinen Handlungsbedarf für ein Umdenken“, kritisiert
Schäfer-Graf. Auch eine aktuell im Fachjournal „Nature Medicine“
publizierte Studie bestätigt die Überlegenheit eines primären 75-g-oGTT
Tests.4 Sie belegt, dass eine frühe Risikobewertung notwendig und die
bisherige in den deutschen Mutterschaftsrichtlinien festgeschriebene
Standardtestung unzureichend ist, um Schwangere mit Gestationsdiabetes
rechtzeitig zu diagnostizieren und zu therapieren. Die DDG bekräftigt
deshalb erneut ihre Forderung, zugunsten der Sicherheit der Schwangeren
und ihrer ungeborenen Kinder die WHO-Empfehlung auch in Deutschland
umzusetzen.

„Darüber hinaus ist die regelmäßige Selbstkontrolle der Blutzuckerwerte
durch die Patientinnen ein wesentlicher Bestandteil der Therapie eines
GDM“, erklärt Professor Dr. med. Michael Hummel aus München, ebenfalls
Sprecher der DDG Arbeitsgruppe „Diabetes und Schwangerschaft“. Doch
bislang sind Blutzuckermessgeräte für nicht mit Insulin behandelte Frauen
leider nicht erstattungsfähig. „Das ist weder aus medizinischer noch aus
gesundheitsökonomischer Sicht nachvollziehbar“, betont Hummel. In einer
aktuellen Stellungnahme spricht sich die DDG daher wiederholt dafür aus,
Blutzuckermessgeräte für alle GDM-Patientinnen in den Hilfsmittelkatalog
des GKV-Spitzenverbandes aufzunehmen, unabhängig von der Therapieform.
„Die im Vergleich relativ geringen Kosten für die Erstattung eines
Messgerätes stehen in keiner Relation zu den möglichen Folgekosten für das
Gesundheitswesen und Folgeschäden durch Komplikationen bei Mutter und
Kind“, sagt DDG Pressesprecher Professor Dr. med. Baptist Gallwitz. So
könne in der frühen Phase des GDM noch mit Lebensstilinterventionen
gegengesteuert werden. Messe die Schwangere jedoch ihre Blutzuckerwerte
nur unregelmäßig, könne sie durch eine Verschlechterung der Werte
schlimmstenfalls insulinpflichtig werden. „Auch in der frühen
Erkrankungsphase ist es also essenziell, dass Schwangere die
Blutzuckermessung selbstständig und ohne eigene Kostenbeteiligung
kontrollieren und steuern können“, so Gallwitz.

Literatur:

1Stellungnahme zur Ermittlung des Fortschreibungsbedarfs für die
Produktgruppe 21 "Messgeräte für Körperzustände/-funktionen" https://www
.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/politik/stellungnahmen/stellungnahme-
zur-ermittlung-des-fortschreibungsbedarfs-fuer-die-produktgruppe-21
-messgeraete-fuer-koerperzustaende/-funktionen


2Gemeinsame Stellungnahme der DDG, der DGGG, des BVND und des BVF zur
mangelnden Verordnungsfähigkeit von Blutzuckermessgeräten bei
Gestationsdiabetes https://www.deutsche-diabetes-
gesellschaft.de/politik/stellungnahmen/gemeinsame-stellungnahme-zur-
mangelnden-verordnungsfaehigkeit-von-blutzuckermessgeraeten-bei-

gestationsdiabetes
Dazu:
Pressemitteilung der DDG: Schwangerschaftsdiabetes: regelmäßige
Blutzuckerkontrolle notwendig - DDG fordert vom GKV Spitzenverband
Kostenerstattung für Blutzuckermessgeräte für werdende Mütter https://www
.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/presse/schwangerschaftsdiabetes-
regelmaessige-blutzuckerkontrolle-notwendig-ddg-fordert-vom-gkv-

spitzenverband-kostenerstattung-fuer-blutzuckermessgeraete-fuer-werdende-
muetter

3Hummel, Michael, Diabetes und Schwangerschaft, Deutscher
Gesundheitsbericht Diabetes 2020 https://www.deutsche-diabetes
gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Stellungnahmen/Gesundheitspolitik/Gesundheitsbericht_2020.pdf

4Artzi, N.S., Shilo, S., Hadar, E. et al. Prediction of gestational
diabetes based on nationwide electronic health records. Nat Med 26, 71–76
(2020). https://doi.org/10.1038/s41591-019-0724-8

S3-Leitlinie Gestationsdiabetes mellitus (GDM), Diagnostik, Therapie und
Nachsorge:
https://www.deutsche-diabetes-
gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Evidenzbasierte_Leitlinien/2018/057
-008l_S3_Gestationsdiabetes-mellitus-GDM-Diagnostik-Therapie-

Nachsorge_2018-03.pdf

Terminhinweis:
Online-Pressekonferenz der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)
„Weltkindertag am 20. September 2020: Wie gut versorgt sind Kinder und
Jugendliche mit Diabetes in Deutschland? Über die aktuelle Situation und
Veränderungen der letzten 25 Jahre“
Termin: Donnerstag, 17. September 2020, 11.00 bis 12.00 Uhr
Programm
Anmeldung unter:
https://attendee.gotowebinar.com/register/7701426251418950672

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Die aktuelle Ausgabe von HERZ heute 3/2020.  Titelbild: Anja Lehmann

Fehlende Spenderherzen: Kunstherzen können unterstützen

Die aktuelle Ausgabe von HERZ heute 3/2020.  Titelbild: Anja Lehmann
Die aktuelle Ausgabe von HERZ heute 3/2020. Titelbild: Anja Lehmann

Herzunterstützungssysteme werden immer häufiger zur Dauerlösung –
Herzstiftung mahnt mehr Organspendebereitschaft in der Bevölkerung an
Eine Herzmuskelentzündung, langjähriger Bluthochdruck oder ein
überstandener Herzinfarkt: Herzschwäche – medizinisch Herzinsuffizienz –
kann viele Ursachen haben und trifft manchmal auch junge Menschen. Jedes
Jahr kommt es in Deutschland allein wegen Herzschwäche zu über 465.000
Klinikeinweisungen. Bei hochgradiger Herzschwäche bleibt oft als letzte
Option die Transplantation eines gesunden Herzens. Doch schon heute setzen
Chirurgen wegen des Organmangels mehr künstliche Herzen als Spenderherzen
ein. Nahezu 1.000 schwer herzkranke Menschen werden in Deutschland pro
Jahr mit einem Herzkammerunterstützungssystem, wie die „Kunstherzen“
präzise heißen, versorgt. Ursprünglich als Übergangslösung bis zur
Transplantation gedacht, werden die Systeme immer häufiger zur
Dauerlösung. Der Grund ist ein extremer Mangel an Spenderorganen. „Wenn
alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, ist die
Herztransplantation bis heute die beste Therapie einer hochgradigen
Herzschwäche“, betont der Herzchirurg und Transplantationsmediziner Prof.
Dr. med. Jan Gummert vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung. „Aufgrund
des gravierenden Mangels an Spenderorganen beträgt die durchschnittliche
Wartezeit auf ein neues Herz jedoch viele Jahre“, so der Direktor der
Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie am Herz- und
Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen (HDZ NRW). Welche
Chancen moderne Herzkammerunterstützungssysteme bieten und wie sie die
Lebensqualität schwer herzkranker Patienten verbessern, darüber informiert
die aktuelle Ausgabe von HERZ heute, Zeitschrift der Deutschen
Herzstiftung, mit dem Themenschwerpunkt Herztransplantation. Die Ausgabe
3/2020 mit Experten-Beiträgen und Patientenportraits rund um das Thema
Herztransplantation/Kunstherzen kann kostenfrei bestellt werden unter Tel.
069 955128-400 oder online unter <https://www.herzstiftung.de.>

Verbesserte Lebensqualität beim Warten auf das Spenderherz
Seit der ersten Herztransplantation im Jahr 1967 hat sich die
durchschnittliche Lebenserwartung nach der Operation kontinuierlich
verbessert und beträgt heute rund zehn Jahre. Doch aufgrund des Mangels an
Spenderorganen erhalten nur wenige Patienten die Chance auf ein neues
Herz: Im Jahr 2019 wurden in Deutschland nur 344 Herztransplantationen
durchgeführt. Für sehr alte Menschen, Patienten mit weiteren schweren
Erkrankungen oder mit einer geringeren Dringlichkeit müssen häufig andere
Therapien gefunden werden. „In diesen Fällen ist es das Ziel, mithilfe
eines Herzunterstützungssystems eine möglichst hohe Lebenserwartung und
Lebensqualität zu erreichen“, sagt die Kardiologin Prof. Dr. med. Angelika
Costard-Jäckle, Wissenschaftliche Leiterin des Herzinsuffizienzprogramms
am Zentrum für Herzinsuffizienz des HDZ NRW. Egal ob als Übergangs- oder
als Dauerlösung: Moderne mechanische Herzhilfen, kurz VADs (Ventricular
Assist Devices), sind technisch inzwischen so ausgereift, dass sie die
Lebenserwartung und Lebensqualität von Patienten auf der Warteliste für
eine Herztransplantation deutlich erhöhen. Das „künstliche Herz“ pumpt
wieder mehr Blut durch den Körper, die Patienten sind körperlich wieder
stärker belastbar. Die Systeme haben jedoch auch Nachteile: Das Risiko,
Infektionen oder Blutungen zu bekommen, steigen. Auch Blutgerinnsel bilden
sich häufiger und können Schlaganfälle herbeiführen. Derzeit arbeiten
Forscher daran, diese Risiken mit technischen Verbesserungen zu
minimieren.

Herztransplantation bleibt oft die beste Lösung
Für die meisten schwer herzkranken Patienten wäre eine Herztransplantation
nach wie vor die beste Lösung. Zwar müssen Betroffene ihr Leben lang
Medikamente nehmen, die eine Abstoßungsreaktion des Körpers verhindern.
Nach über 50-jähriger Erfahrung seit der ersten Herztransplantation wurden
jedoch auch hier große Fortschritte erzielt. Nach der Erholungsphase ist
die Lebensqualität nach einer Herztransplantation in der Regel sehr gut:
Die Patienten sind wieder normal belastbar, können Sport treiben, ihren
Beruf ausüben und ein normales Leben führen. Für viele Betroffene, die auf
ein neues Herz warten, wäre eine höhere Spendenbereitschaft in der
Bevölkerung ein Segen. Die Deutsche Herzstiftung weist auf den
gravierenden Mangel an Spenderorganen hin und bietet einen kostenfreien
Organspendeausweis an.

Organspendeausweis rettet Leben
9.500 Menschen in Deutschland warten auf ein neues Organ, rund 1.000 davon
auf ein neues Herz. Doch im Jahr 2019 gab es nur 932 Organspenden nach dem
Tod, 344 Herzen wurden transplantiert. Ein Organspendeausweis kann
Menschenleben retten. Die Deutsche Herzstiftung e.V. bietet einen
kostenfreien Organspendeausweis an, der sich unkompliziert in den
Geldbeutel oder die Handtasche stecken lässt. Mehr Informationen dazu
unter <https://www.herzstiftung.de/service-und-aktuelles/publikationen-
und-medien/organspendeausweis
>

Infos zum Kunstherz
<https://www.herzstiftung.de/infos-zu-herzerkrankungen/herzinsuffizienz
/broschuere-kunstherz
>

Aktuelle Ausgabe HERZ heute: Jetzt Probeexemplar anfordern!
Die Zeitschrift HERZ heute erscheint viermal im Jahr. Sie wendet sich an
Herz-Kreislauf-Patienten und deren Angehörige. Ein kostenfreies
Probeexemplar der neuen Ausgabe HERZ heute 3/2020 ist unter Tel. 069
955128400 oder per E-Mail unter <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.> erhältlich.

Infos zu HERZ heute unter
<https://www.herzstiftung.de/service-und-aktuelles/publikationen-und-
medien/zeitschrift-herz-heute
>

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Mit einem Masterstudium in den Bereichen Pflege und Demenz das Gesundheitswesen gestalten

Mit einem Masterstudium in den Bereichen Pflege und Demenz das Gesundheitswesen gestalten

Mit einem Masterstudium in den Bereichen Pflege und Demenz das Gesundheitswesen gestalten
Mit einem Masterstudium in den Bereichen Pflege und Demenz das Gesundheitswesen gestalten

Interessierte können sich bis zum 20. bzw. 30. September 2020 an der Uni
Witten/Herdecke bewerben
Für alle, die das Gesundheitswesen neu denken, verbessern und bedeutende
Impulse setzen möchten, bietet die Universität Witten/Herdecke (UW/H)
verschiedene Masterstudiengänge im Gesundheitsbereich an. Interessierte
haben nun die Möglichkeit, sich bis zum 20. September 2020 zu bewerben.
Die Frist gilt für die Studiengänge Pflegewissenschaft (M.Sc.)  und
Community Health Nursing (M. Sc.). Auf den Studiengang Multiprofessionelle
Versorgung von Menschen mit Demenz und chronischen Einschränkungen (M.A.)
können sich Interessierte noch bis zum 30. September bewerben.

Eine Besonderheit der Studiengänge ist unter anderem, dass sie allesamt
multiprofessionell organisiert sind. Studierende erhalten dabei also nicht
nur einen Überblick über ihr eigenes Fachgebiet, stattdessen wird jeweils
der Austausch mit anderen Gesundheitsdisziplinen gefördert und gemeinsam
an Gesundheitsherausforderungen gearbeitet. Die UW/H fördert dabei
fachübergreifendes Denken und möchte ihre Studierenden darin bestärken,
die Gesundheit der Gesellschaft von morgen positiv zu gestalten.

Pflegewissenschaft (M.Sc.)
Das Department für Pflegewissenschaft ist als Pflegepionier seit über 20
Jahren in diesem Fachgebiet tätig und bietet seit 2008 den
forschungsorientierten Masterstudiengang „Pflegewissenschaft“ an. Er hat
die zwei Schwerpunkte „Akutpflege“ und „Familienorientierte Pflege“ und
befähigt Studierende, in gesellschaftlicher Verantwortung
zukunftsorientiert und wissenschaftlich zu denken und zu arbeiten.

Weitere Informationen: www.uni-wh.de/studium/studiengaenge
/pflegewissenschaft-msc

Mastertag Gesundheit: www.uni-wh.de/mastertag

Community Health Nursing (M. Sc.)
Der Masterstudiengang Community Health Nursing bereitet Studierende auf
ein Berufsbild vor, das in Deutschland von zunehmender Bedeutung sein
wird: Pflegefachpersonen mit Zusatzqualifikation, sogenannte Community
Health Nurses, übernehmen präventive und beratende Aufgaben im Quartier
und begleiten Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderung.
Zudem können sie medizinische Leistungen übernehmen, die aktuell noch im
ärztlichen Bereich liegen. Mit hoher Entscheidungskompetenz ausgestattet
werden sie auf lokaler Ebene maßgebliche Mitgestalterinnen und
Mitgestalter der Gesundheitsversorgung.

Weitere Informationen: www.uni-wh.de/chn

Ein Infotag zum CHN-Studiengang findet am 11. September statt. Anmeldung
unter: www.uni-wh.de/studium/uwh-live-erleben/informationstage-community-
health-nursing


Multiprofessionelle Versorgung von Menschen mit Demenz und chronischen
Einschränkungen (M.A.)
Für die zukünftige Versorgungslandschaft bestehen gesundheits- und
sozialpolitische, ökonomische, humanitäre und zivilgesellschaftliche
Aufgaben, die nur in multiprofessionellen Teams gelöst werden können. Hier
setzt unser Masterstudiengang an. Er widmet sich wissensbasierten,
multiprofessionellen wie interdisziplinären Versorgungslösungen für diese
Herausforderungen. Bewerben können sich Interessierte mit einem ersten
akademischen Abschluss aus ganz unterschiedlichen Fachbereichen. Der
Studiengang ist berufsbegleitend.

Weitere Informationen: www.uni-wh.de/demenz

Schnuppertag Demenz: www.uni-wh.de/studium/uwh-live-erleben/schnuppertage

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine
Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als
Modelluniversität mit rund 2.600 Studierenden in den Bereichen Gesundheit,
Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma
Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit
Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

www.uni-wh.de / blog.uni-wh.de / #UniWH / @UniWH

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