Zum Hauptinhalt springen

Gesundheit

Die neue hsg-Pflege-Professorin Dr. Anne Roll hat das Ziel, die Gesundheitsversorgung, die Lebensqualität sowie das Wohlbefinden von Menschen mit Behinderung im Alter zu verbessern.  Foto: hsg Bochum

Anne Roll: „Studierende für die Pflege begeistern“

Die neue hsg-Pflege-Professorin Dr. Anne Roll hat das Ziel, die Gesundheitsversorgung, die Lebensqualität sowie das Wohlbefinden von Menschen mit Behinderung im Alter zu verbessern.  Foto: hsg Bochum
Die neue hsg-Pflege-Professorin Dr. Anne Roll hat das Ziel, die Gesundheitsversorgung, die Lebensqualität sowie das Wohlbefinden von Menschen mit Behinderung im Alter zu verbessern. Foto: hsg Bochum

Seit Dezember 2019 ist Dr. Anne Roll Professorin für ‚Gerontologische und
geriatrische Grundlagen der Pflege‘ am Department für Pflegewissenschaft
der Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum). Das Ziel ihrer Forschung ist
es, die Gesundheitsversorgung, die Lebensqualität sowie das Wohlbefinden
von Menschen mit Behinderung im Alter zu verbessern.

Dr. Anne Roll ist neue Professorin für ‚Gerontologische und geriatrische
Grundlagen der Pflege‘ am Department für Pflegewissenschaft an der
Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum). Die Gerontologie wird auch Alters-
oder Alternswissenschaft genannt und ist die Wissenschaft vom Altern der
Menschen.

„Es freut mich sehr, dass wir mit Frau Roll eine hochengagierte
Pflegewissenschaftlerin mit Schwerpunkt Alterswissenschaft als Professorin
für unser Pflege-Department gewinnen konnten. Die Studierenden werden von
ihren langjährigen praktischen und wissenschaftlichen Erfahrungen in den
USA – einem Land, in dem die Akademisierung der Pflege viel weiter ist als
in Deutschland – enorm profitieren“, erklärte Prof. Dr. Markus Zimmermann,
Dekan des Departments für Pflegewissenschaft an der hsg Bochum. Das sei in
ihrer Zeit als Vertretungsprofessorin bereits deutlich geworden.

Das Ziel der Forschung von Anne Roll ist es, die Gesundheitsversorgung,
die Lebensqualität sowie das Wohlbefinden von Menschen mit Behinderung im
Alter zu verbessern. In der Lehre möchte sie Studierende für die Pflege
von älteren Menschen begeistern und ihnen aufzeigen, wie viele
Möglichkeiten und auch Aufstiegschancen es in der Pflege gibt.

Anne Roll hat zunächst ihren Bachelor of Science in Pflegewissenschaft an
der Universität Witten/Herdecke absolviert, hat dann ihren Master im
Rahmen des Programms ‚European Master in Gerontology‘ (EuMaG) erlangt und
ihre Masterarbeit zum Thema ‚Functions and Images of Old Age Homes in
South Africa‘ geschrieben. In Südafrika hat sie dafür Interviews geführt
und ein Jahr an der University of South Africa (UNISA) studiert. Von 2009
bis 2012 war Roll als Lehrerin für Altenpflege an der Vitanas Akademie
gGmbH, einer staatlich anerkannten Berufsschule für Altenpflege in Berlin,
tätig.

Anschließend hat sie an der University of Wisconsin–Madison in den USA im
PhD-Programm an der School of Nursing promoviert. Die Abkürzung PhD steht
für Philosophical Doctorate (doctor philosophiae). Der Abschluss kann in
jedem Forschungsfach erlangt werden und wird als internationaler
Doktorgrad angesehen. In den USA hat Roll zu der steigenden
Lebenserwartung von Menschen mit geistiger Behinderung und den damit
verbundenen gesundheitspolitischen, pflegerischen und berufspolitischen
Herausforderungen geforscht.

Als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der University of Wisconsin–Madison
war sie an der Entwicklung einer App für pflegende Angehörige älterer
Menschen unter der Leitung von Prof. Barbara Bowers (PhD) am Center of
Aging an der University of Wisconsin beteiligt. Im Mai 2018 verteidigte
Roll dort ihre Dissertation mit dem Titel ‚Social Networks of People with
Down Syndrome‘. Die Arbeit befasst sich mit den Unterstützungsnetzwerken
von älter werdenden Menschen mit Down Syndrom und den
Unterstützungsmechanismen, wenn ihre Bezugspersonen – meist ihre Eltern –
die pflegerische Versorgung aufgrund ihres eigenen Alters nicht mehr
übernehmen können.

Roll: „Die Wohn- und Betreuungssituation ist dann in vielen Fällen
ungeklärt, was oft dazu führt, dass diese Menschen mit Down Syndrom oder
anderen geistigen Behinderungen in stationäre Langzeitpflegeeinrichtungen
gebracht werden. Dort sind die Pflegenden derzeit auf die Pflege alter
Menschen mit geistiger Behinderung oft nicht vorbereitet. Die Erforschung
der sozialen Unterstützungsnetzwerke von älter werdenden Menschen mit
geistigen Behinderungen ist mir wichtig, damit diesen negativen Folgen
entgegen gesteuert werden kann.“

Anne Roll ist verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt in Bochum

  • Aufrufe: 344

Zum drohenden Scheitern der Nationalen Diabetes-Strategie kommentiert die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten DANK: Eine Diabetes-Strategie ohne den Bereich Ernährung ist keine Strategie – das ist sicherlich jedem Bürger klar, den verantwortli

Zum drohenden Scheitern der Nationalen Diabetes-Strategie kommentiert die
Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten DANK:

Eine Diabetes-Strategie ohne den Bereich Ernährung ist keine Strategie –
das ist sicherlich jedem Bürger klar, den verantwortlichen
Ernährungspolitikern jedoch offenbar nicht. Auch die Dringlichkeit wird
ignoriert: Diabetes ist tödlich! Jeder 5. Todesfall in Deutschland lässt
sich auf Diabetes zurückführen (1). Zudem verkürzt Diabetes die Lebenszeit
bei Menschen im mittleren Alter um 6 bis 12 Jahre, je nachdem ob schon
zusätzlich Gefäßerkrankungen bestehen (2). Jedes Jahr erkranken in
Deutschland etwa 500.000 Menschen neu an Diabetes – das entspräche in zwei
Jahren der Einwohnerzahl von Köln, in sieben Jahren der von ganz Berlin.
Wir brauchen daher dringend eine nationale Diabetes-Strategie, die
verbindliche Maßnahmen im Bereich Ernährung umfasst. Dazu gehört als
wesentliche Maßnahme ein Verbot von an Kinder gerichtete Werbung für
ungesunde Produkte. Niemand außer der Industrie braucht Werbespots, die
Kinder dazu animieren, mehr Süßigkeiten zu essen. Wir fordern die
entsprechenden Politiker auf, endlich ihre Blockadehaltung aufzugeben, das
Versprechen des Koalitionsvertrages zu erfüllen und den Weg frei zu machen
für einen besseren Schutz der Gesundheit von Kindern.

(1) Jacobs E at al. Diabetes Care 2017; 40: 1703-9
(2) Emerging Risk Factor Collaboration. New Engl. J Med. 2011; 364: 829-41

_______________________________________________________________________

Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) ist ein
Zusammenschluss von 23 medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften,
Verbänden und Forschungseinrichtungen, der sich für Maßnahmen zur
Verhinderung von Krankheiten wie Adipositas, Diabetes, Krebs und Herz-
Kreislaufkrankheiten einsetzt. <www.dank-allianz.de>

  • Aufrufe: 143
Patientin Jutta Poisel und Oberarzt Prof. Raiskup halten zwei Bilder der Fotoausstellung in den Händen. Die linke Aufnahme zeigt, wie verschwommen die Sicht bei degenerierter Hornhautschicht ist.  Foto: Uniklinikum Dresden / Holger Ostermeyer

Augenhornhaut-Transplantationen am Dresdner Uniklinikum: Hauchdünnes Transplantat lässt Menschen wieder sehen

Patientin Jutta Poisel und Oberarzt Prof. Raiskup halten zwei Bilder der Fotoausstellung in den Händen. Die linke Aufnahme zeigt, wie verschwommen die Sicht bei degenerierter Hornhautschicht ist.  Foto: Uniklinikum Dresden / Holger Ostermeyer
Patientin Jutta Poisel und Oberarzt Prof. Raiskup halten zwei Bilder der Fotoausstellung in den Händen. Die linke Aufnahme zeigt, wie verschwommen die Sicht bei degenerierter Hornhautschicht ist. Foto: Uniklinikum Dresden / Holger Ostermeyer

Nicht allein Organspenden bringen schwer kranken Menschen Lebensqualität
zurück. Auch das Transplantieren von Augenhornhäuten (Kornea) sorgt dafür,
dass nahezu erblindete Patienten wieder klar sehen können. Häufigste
Indikation für die Übertragung von Hornhautgewebe an der Klinik für
Augenheilkunde des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden ist die
Fuchs´sche Hornhaut-Dystrophie. Die dafür notwendigen Transplantate
bereitet die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) vor.
Die vom Dresdner Uniklinikum mit gegründete und als einer von fünf
Gesellschaftern getragene gemeinnützige GmbH begleitet auch die
vorhergehende Entnahme der Spenden.

Die Bereitschaft der Menschen, nach ihrem Tod Augenhornhäute oder anderes
Gewebe wie bestimmte Blutgefäße zu spenden, ist ungleich höher als die von
ganzen Organen. Dies spiegelt sich auch in der 2019-er Bilanz der DGFG
wider. Um Menschen den Weg von der Entnahme bis zur Transplantation zu
zeigen und Ihnen den Gedanken einer Gewebespende nahezubringen, hat die
DGFG die Fotografin Alexandra Bidian gebeten, diesen Prozess zu begleiten.
Daraus ist die Reportage „Wieder-Sehen“ entstanden, die in den kommenden
Monaten in der Uni-Augenklinik zu sehen ist.

Die DGFG konnte im vergangenen Jahr deutschlandweit 2.753 Gewebespenden
realisieren. 5.740 Patientinnen und Patienten wurden so zeitnah und sicher
mit einem Gewebetransplantat versorgt. Mit 347 Spenderinnen und Spendern
ist Sachsen das drittstärkste Bundesland in der Gewebespende im Netzwerk
der DGFG. Das Dresdner Uniklinikum ist dabei nicht nur bei der Zahl der
Spenden stark, sondern auch bei den Gewebetransplantationen: Insgesamt
wurden 2019 an der Augenklinik 110 Augenhornhäute transplantiert. „Diese
Zahlen erfüllen mich mit Genugtuung. Als einer der ersten Gesellschafter
der DGFG beziehungsweise seiner Vorgängerinstitution haben wir die
Grundlage für die positive Entwicklung bei der Gewebespende geschaffen.
Zum Teil war dies ein steiniger Weg, den wir zurückgelegen mussten. Wir
haben uns von dem Selbstverständnis leiten lassen, dass das Spenden von
Geweben oder Organen ein klares Zeichen für gesellschaftliches Engagements
ist – analog zur Motivation der Spender und deren Angehörige, die sich
bewusst für diese Gabe entschieden haben“, sagt Prof. Michael Albrecht,
Medizinischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums.

Zwei Fotos im Erdgeschoss der Uni-Augenklinik lassen die Folgen der
Fuchs´schen Hornhaut-Dystrophie sichtbar werden: Statt klarer Konturen und
dem Farbenspiel von Blüten sehen Patienten mit einer starken Degeneration
der untersten Zellschicht ihrer Augenhornhäute von einem sommerlichen
Blumenstrauß gerade noch ein wolkig-weißes Gebilde. Menschen in diesem
Stadium können weder lesen, geschweige denn Autofahren oder sich
eigenständig in unbekanntem Gelände bewegen. Dieser Sehverlust lässt sich
mit einer Transplantation komplett rückgängig machen. Denn es ist eine nur
fünf Mikrometer (μm) – also fünf Hundertstel Millimeter – dünne innere
Zellschicht der Augenhornhaut, sogenannte Endothel, die krankheitsbedingt
zum Aufquellen von Hornhautgewebe führt und dadurch die Sicht schleichend
einschränkt.

Prof. Frederik Raiskup ist einer der Experten, die bei der Fuchs´schen
Hornhaut-Dystrophie routinemäßig nicht mehr ganze Augenhornhäute
transplantiert, sondern die hauchdünnen Lamellen. Unter dem Mikroskop
setzt er einen nur drei Millimeter langen Schnitt am äußersten Rand der
veränderten Hornhaut, um mit feinen Instrumenten an deren Unterseite zu
kommen. Wenige Minuten sind nötig, um die degenerierte Zellschicht zu
entfernen. Danach wird das von der DGFG aufbereitete und in einer sehr
feinen Kanüle – auch Injektor genannt – ein aufgerolltes Transplantat
unter die restliche Hornhaut geschoben und entrollt. Aufgrund seiner
kurzen Dauer belastet dieser Eingriff Patienten nur sehr gering: Im
Gegensatz zur herkömmlichen Transplantation aller Hornhautschichten ist
ist es möglich, den Eingriff in örtlicher Betäubung vorzunehmen. Das ist
auch deshalb entscheidend, weil es vor allem ältere Menschen sind, deren
Sehvermögen sich aufgrund der Fuchs´schen Hornhaut-Dystrophie verringert.
In Deutschland sind etwa fünf Prozent der 70 bis 80-Jährigen betroffen.
Ein noch größerer Vorteil dieser Form der Gewebetransplantation ist eine
äußerst geringe Abstoßungsrate. Während sie bei der Übertragung ganzer
Hornhäute zwischen vier und 20 Prozent liegt, sind es bei der 2006
etablierten lamellären Transplantationstechnik lediglich ein bis drei
Prozent. Geradezu beglückt sind viele transplantierte Patienten davon,
dass sie bereits während des knapp einwöchigen Klinikaufenthalts häufig
bis zu 70 Prozent ihrer Sehfähigkeit zurückgewinnen. Bei der Übertragung
ganzer Hornhäute dauert es nicht selten ein Jahr bis zur klaren Sicht.

Wartezeit auf Augenhornhäute beträgt nur wenige Wochen
Im Durchschnitt werden pro Jahr rund 7.000 Hornhauttransplantationen in
Deutschland vorgenommen. „Mehr als jede zweite Hornhaut kommt von der
DGFG. Wir können mittlerweile bei der Hornhauttransplantation die meisten
Anfragen innerhalb weniger Wochen erfüllen“, sagt GGFG-Geschäftsführer
Martin Börgel. Unter den vermittelten Hornhäuten waren 383
Hornhautlamellen (LaMEK) für die DMEK-Operation (Descemet Membrane
Endothelial Keratoplasty); 82 davon wurden am Universitätsklinikum Dresden
transplantiert. Bei einer lamellären Transplantation ersetzen Ärzte nur
eine dünne Schicht der Hornhaut, wodurch sich die Sehfähigkeit der
Patienten deutlich schneller erholt und das Infektionsrisiko minimal
bleibt.

Auch im Universitätsklinikum Dresden konnte die DGFG zum Großteil
Augenhornhautspenden realisieren: Drei Menschen spendeten kardiovaskuläre
Gewebe, wie Herzklappen und Blutgefäße. 51 der insgesamt 52 Spendenden
gaben ihre Augenhornhaut. Trübt sich die Augenhornhaut wegen einer
Erkrankung oder Verletzung kann eine Augenhornhauttransplantation
Patienten vor der Erblindung bewahren. Doch Hornhauttransplantate sind nur
begrenzt verfügbar: Hinter jedem Transplantat steht ein verstorbener
Mensch, der sich zu Lebzeiten für die Gewebespende nach dem Tod
entschieden hat. Oft treffen auch die Angehörigen die Entscheidung.

Zusammen mit dem Universitätsklinikum macht die DGFG mit einer
Fotografieausstellung auf die Möglichkeiten der Hornhauttransplantation
aufmerksam. Mithilfe von Spendengeldern konnte die DGFG in 2019 eine
Fotowanderausstellung initiieren, die mittlerweile in allen fünf
Gesellschafterkliniken der DGFG zu sehen ist, so auch in der Augenklinik
des Universitätsklinikums Dresden. Fotografin Alexandra Bidian begleitete
für die Reportage „Wieder-Sehen“ eine Patientin mit Fuchs‘scher
Endotheldystrophie auf ihrem Weg vom trüben Blick zurück zum klaren Sehen.
Die Motive der Reportage zeigen, wo das Spendergewebe herkommt, wie es
aufbereitet und gelagert wird und welche Schritte außerdem bis zur
erfolgreichen Transplantation notwendig sind.

DGFG-Bilanz 2019: Ein starkes Jahr für die Gewebespende

Erneut konnte die DGFG mehr Gewebespenden realisieren: In 2019 spendeten
insgesamt 2.753 Menschen ihr Gewebe. In 2018 waren es 2.732 Menschen. „Den
Spendenden und ihren Angehörigen gilt unser besonderer Dank“, betont
Martin Börgel. Insgesamt gingen 39.132 Meldungen potenzieller Spenderinnen
und Spendern aus den Kliniken im Netzwerk bei der DGFG ein. Nach deren
Prüfung auf medizinische Kontraindikationen führten die an 31 Standorten
tätigen rund 50 Koordinatorinnen und Koordinatoren 7.565 Gespräche, um
über die Möglichkeit der Gewebespende aufzuklären. 2.997-mal wurde einer
Gewebespende zugestimmt. Die durchschnittliche Zustimmungsquote zur
Gewebespende lag damit bei 40 Prozent: Gewebespende wird als
gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen.

Treibende Kraft für diese Entwicklung sind diejenigen, die im Auftrag der
DGFG Gewebespenden in den Krankenhäusern koordinieren. „Sie unterstützen
die Kliniken da, wo es nötig ist: vor Ort beim Spenderscreening, dem
Angehörigengespräch, der Gewebeentnahme sowie bei der Klärung
beispielsweise von datenschutzrechtlichen Belangen”, so Börgel. Von
inzwischen 31 Standorten aus realisieren die Koordinatorinnen und
Koordinatoren die Gewebespende an über 100 Krankenhäusern deutschlandweit.
Im offenen Netzwerk der DGFG kooperieren zahlreiche Universitätskliniken,
kommunale und konfessionelle Krankenhäuser, aber auch große
Klinikverbünde. 13 Gewebebanken im Netzwerk ermöglichen eine bestmögliche
Versorgung von Patientinnen und Patienten in ganz Deutschland.

Spende von Herzklappen und Blutgefäßen: Neues Programm zeigt Erfolge

2019 konnte die DGFG 31 Spenden kardiovaskulärer Gewebe bei Herz-
Kreislauf-Verstorbenen vornehmen – mehr als dreimal so viele wie im Jahr
zuvor. Bei dieser Form der Spende entnehmen die Koordinierenden gemeinsam
mit einem Arzt das Herz mitsamt der Herzklappen oder auch die großen
Blutgefäße. Dadurch war es der DGFG in 2019 möglich, insgesamt 166
Herzklappen und 111 Gefäße zur Transplantation zu vermitteln. Der Bedarf
dieser Gewebe in der Transplantationsmedizin ist nach wie vor sehr hoch.
Herzklappen und Blutgefäße stammten bisher aus der Organspende. Die DGFG
hatte daher 2017 ein Programm zur Spende kardiovaskulärer Gewebe (KVG) von
Herz-Kreislauf-Verstorbenen initiiert. Denn auch bei der Spende dieser
Gewebe spielt der Hirntod keine Rolle. Herzklappen und Gefäße können noch
bis zu 36 Stunden nach Todeseintritt entnommen werden.

Amnion aus der Plazentaspende: Das Wunder in der Wundheilung

In 2019 konnte die DGFG 39 Plazentaspenden im Rahmen geplanter
Kaiserschnittgeburten realisieren (28 in 2018). Aus der Plazenta wird die
Amnionmembran gewonnen, die Ärzte vor allem in der Ophthalmologie zur
Behandlung der erkrankten Augenoberfläche verwenden, sowie in der
gynäkologischen Chirurgie, Mund-Kiefer-Chirurgie sowie als temporären
Hautersatz bei thermischen Verletzungen und Wundheilungsstörungen.
Insgesamt 1.802 „Wundpflaster“ kamen 2019 aus diesen Spenden Patienten
deutschlandweit zugute.

Fast jeder verstorbene Mensch kann Gewebe spenden

Gewebe, die nach dem Tod gespendet werden können, sind neben
Augenhornhäuten, Herzklappen und Blutgefäßen auch Knochen, Sehnen, Bänder
und Haut. Aus der Lebend-Gewebespende kommt die Amnionmembran. Der Anteil
der Menschen unter den Organspendenden, die Gewebespenderinnen und
-spender sind, ist insgesamt sehr gering. Die Hirntoddiagnostik spielt bei
der Gewebespende keine Rolle: 2.386 Gewebespendende und damit knapp 90
Prozent sind an einem Herz-Kreislauf-Stillstand verstorben.

Gesetze regeln die Abläufe einer Gewebespende

Die DGFG fördert seit 1997 die Gewebespende und -transplantation in
Deutschland. Auf Basis des Gewebegesetzes von 2007 sind alle Tätigkeiten
und Ablaufprozesse der Gewebespende gesetzlich geregelt. Für alle
Gewebezubereitungen gilt das Handelsverbot. Die DGFG vermittelt ihre
Transplantate über eine zentrale Stelle mit einer bundesweiten Warteliste.
Jede medizinische Einrichtung in Deutschland kann Gewebe von der DGFG
beziehen. Als unabhängige, gemeinnützige Gesellschaft wird die DGFG
ausschließlich von öffentlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens
getragen: Gesellschafter sind das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Dresden, das Universitätsklinikum Leipzig, die Medizinische Hochschule
Hannover, die Universitätsmedizin Rostock sowie das Dietrich-Bonhoeffer-
Klinikum Neubrandenburg. Die DGFG ist in ihrer Aufbaustruktur, der
Freiwilligkeit der Unterstützung durch die Netzwerkpartner und ihrer
Unabhängigkeit von privaten oder kommerziellen Interessen einzigartig in
Deutschland.

  • Aufrufe: 344
Prof. Dr. Bernhard Schwaab, Wiss. Beirat der Deutschen Herzstiftung, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR)  Foto: Bogdan Kramliczek

Vorsätze für 2020: Sieben Tipps für Ihr Herz

Prof. Dr. Bernhard Schwaab, Wiss. Beirat der Deutschen Herzstiftung, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR)  Foto: Bogdan Kramliczek
Prof. Dr. Bernhard Schwaab, Wiss. Beirat der Deutschen Herzstiftung, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR) Foto: Bogdan Kramliczek

Vorsätze für das neue Jahr können viel für Herz und Gefäße sowie das
seelische Wohlbefinden bewirken. Nur nicht alles auf einmal vornehmen!

Neujahrsvorsätze sind ein guter Anlass, alte und überkommene
Verhaltensweisen, die dem Körper und der Seele nicht guttun, aufzugeben
und neue Wege zu gehen. Dabei bewirkt ein gesunder Lebensstil viel für das
Herz-Kreislauf-System, nur sollte man sich nicht zu viel auf einmal
vornehmen. Wie komme ich trotz des inneren Schweinehunds zu mehr Bewegung?
Wie esse ich gesünder? Und habe ich alle meine Risikofaktoren für
Herzinfarkt und Schlaganfall mit Hilfe eines regelmäßigen Gesundheits-
Check-ups im Blick? Helfen kann dabei eine Checkliste mit sieben
Schritten, die wir immer parat haben sollten. Diese Herzstiftungs-
Checkliste für ein gesundes Herz 2020 beinhaltet die folgenden Tipps:

- Sei aktiv, bewege dich mehr
- Iss gesünder, vermeide Zucker
- Achte auf dein Gewicht
- Höre mit dem Rauchen auf
- Achte auf deinen Blutdruck
- Behalte deinen Cholesterinspiegel im Auge
- Achte auf ausreichend Entspannung im Alltag

„Neujahrsvorsätze sollte man nicht mit zu vielen neuen
Gesundheitsmaßnahmen überfrachten. Wir empfehlen generell mit Bewegung
anzufangen und dann erst weitere Vorsätze anzugehen: Man fühlt sich
schnell besser und ist leistungsfähiger. Herzpatienten kommen dadurch
besser mit der herzmedizinischen Behandlung zurecht“, betont der
Kardiologe und Reha-Spezialist Prof. Dr. med. Bernhard Schwaab vom
Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Chefarzt der
Curschmann-Klinik am Timmendorfer Strand.

Sieben Tipps für Ihr Herz

Sei aktiv, bewege dich mehr
Wer sich regelmäßig bewegt, beugt wirksam Herz- und Gefäßkrankheiten, aber
auch Diabetes und Krebserkrankungen wie Darm- oder Brustkrebs vor. Ideal
ist Ausdauerbewegung an fünf Tagen die Woche 30 Minuten. Zum Beispiel bei
einer mäßigen Ausdauerbelastung Joggen, schnelles Gehen, Radfahren,
Schwimmen, Ergometertraining oder auch Tanzen. Am besten man gestaltet
auch seinen Alltag so bewegt wie möglich: Fahrrad statt Auto und E-Roller,
Treppe statt Aufzug, im Büro stehend statt sitzend telefonieren und
arbeiten. „Herzpatienten sollten aber ihre Belastbarkeit mit ihrem Arzt
besprechen“, rät Schwaab. Das gilt auch für Menschen ohne Erkrankung nach
längerer Pause ohne sportliche Aktivität. Bewegung schützt nicht nur vor
Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“), sondern wirkt sich positiv auf andere
Körper- und Organfunktionen wie Zellerneuerung, Anregung der
Hirnaktivität, Stoffwechselprozesse in Leber und anderen Organen aus.
Infos: www.herzstiftung.de/Ausdauersport.html

Iss gesünder, vermeide Zucker
Herzspezialisten propagieren die traditionelle Mittelmeerküche, weil sie
erwiesenermaßen den Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall, aber auch vor
anderen chronischen Leiden wie Diabetes und Krebs erhöht. „Die mediterrane
Kost setzt auf Obst und Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte, wenig Fleisch, dafür
eher Fisch, auf Oliven- und Rapsöl und auf Kräuter anstelle von Salz“,
bestätigt Prof. Schwaab. Salz bindet Wasser im Körper, was einen
Bluthochdruck fördern kann. Speziell der tägliche Konsum von ausreichend
Gemüse und Ballaststoffen kann durch den relativ geringen Energiegehalt
dazu beitragen, Übergewicht zu vermeiden, das wiederum Bluthochdruck
begünstigt. Dazu schmecken die Gerichte der Mittelmeerküche lecker und
sind keineswegs fade. Rezepte unter: www.herzstiftung.de/Rezept-Tipps-
Mittelmeerkueche Zu viel Zucker in Lebensmitteln und Getränken erhöht das
Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes. Deshalb die Devise:
Zucker in Getränken vermeiden. Auch in Lebensmitteln, in denen wir Zucker
in großen Mengen gar nicht vermuten (Joghurt, Salatsaucen, Ketchup), ist
Zucker enthalten. Ein Blick auf die Beschreibung der Zutaten hilft dabei,
Zucker aus dem Weg zu gehen.

Achte auf dein Gewicht
Zusätzlich zur Bewegung fördert die Mittelmeerküche das schrittweise
Abnehmen für ein gesundes Normalgewicht. Auch lohnt es sich, den
Alkoholkonsum einzuschränken. Alkohol hat viele Kalorien und kann indirekt
über die Zunahme an Gewicht zu hohem Blutdruck führen. Übergewicht ist ein
wichtiger und häufiger Auslöser für Bluthochdruck. Angestrebt werden
sollte ein Gewicht mit einem Body-Mass-Index (BMI*) von 25. Beim
Taillenumfang sollten Männer weniger als 102 und Frauen weniger als 88 cm
anstreben. Das Bauchfett produziert Hormone und entzündungsfördernde
Botenstoffe, die sich unter anderem auf den Blutdruck auswirken. „Jedes
Kilo und jeder Zentimeter weniger wirken sich günstig auf den
Bluthochdruck aus“, betont Prof. Schwaab.

Höre mit dem Rauchen auf
Mit dem Rauchen aufzuhören oder gar nicht erst anzufangen lohnt sich!
Nikotin ist ein starkes Gift für die Gefäße und Rauchen ein Risikofaktor
für Herzinfarkt, Schlaganfall und Arterienverkalkung (z. B. pAVK). Auf den
Tabakkonsum gehen hierzulande 120.000 vorzeitige und vermeidbare
Todesfälle pro Jahr zurück: verursacht durch Herzinfarkt und Schlaganfall,
bösartige Tumoren und chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Auch
das dauerhafte Rauchen von E-Zigaretten kann nicht als gesundheitlich
unbedenklich eingestuft werden. Es gibt unterstützende Programme zum
Aufhören mit Rat und Hilfen wie Aussteigerprogramme z. B. unter www
.rauchfrei-info.de/

Achte auf deinen Blutdruck
Bluthochdruck ist tückisch, weil man ihn zunächst nicht spürt ihn nicht
sieht („stiller Killer“). Unerkannt und unbehandelt steigt bei
Bluthochdruck das Risiko, einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine
Nierenschädigung zu erleiden erheblich. Deshalb unbedingt regelmäßig den
Blutdruck messen: ab Schuleintritt beim Kinderarzt und später im Rahmen
von Einstellungsuntersuchungen im Beruf oder der Routineuntersuchung beim
Hausarzt. Von Bluthochdruck sprechen Ärzte, wenn verschiedene Oberarm-
Messungen in der Arztpraxis an unterschiedlichen Tagen Werte von 140 zu 90
mmHg oder höher ergeben. Bei Selbstmessungen für zu Hause gilt eine
Obergrenze von 135 zu 85 mmHg. Die Blutdruckwerte in der Praxis dürfen
etwas höher sein, weil meist die Patientinnen und Patienten bei der
Messung etwas aufgeregt sind („Weißkittelhochdruck“). Um festzustellen ob
ein erhöhter Blutdruck vorliegt, ist eine sorgfältige Messung
erforderlich. Infos: www.herzstiftung.de/blutdruck-mehrmals-messen.html
Die Werte können in einem Blutdruck-Pass protokolliert werden, um den
Verlauf zu dokumentieren. Infos: www.herzstiftung.de/Blutdruckpass.html

Behalte deinen Cholesterinspiegel im Auge
Erhöhte Cholesterinspiegel im Blut sind ein wichtiger Risikofaktor für
koronare Herzkrankheit (KHK), Herzinfarkt und Schlaganfall. Hohe LDL-
Cholesterinspiegel verursachen Gefäßveränderungen in den Arterien des
Herzens (Arteriosklerose) und auch in Hirnarterien mit der Bildung von
Ablagerungen in diesen Gefäßen (Plaques). „Das belegen Studien ganz
eindeutig seit Jahrzehnten“, betont Schwaab. Zusätzlich konnte in Studien
gezeigt werden, dass sich eine medikamentöse Senkung erhöhter
Cholesterinwerte günstig auf den Krankheitsverlauf auswirkt. Zur
Infarktvorbeugung trägt eine Untersuchung des Cholesterinspiegels beim
regelmäßigen Gesundheits-Check ab 35 Jahren ein Mal im Jahr beim Hausarzt
bei. Eine erste Einschätzung, bis zu welcher Höhe Cholesterinspiegel noch
normal sind und unter welchen Kriterien eine medikamentöse Behandlung
notwendig wird, finden Sie unter: www.herzstiftung.de/cholesterin-
ratgeber.html
Oder Sie sprechen Ihren Arzt an.

Achte auf ausreichend Entspannung im Alltag
Stress bei der Arbeit, in der Familie, in der Beziehung und noch in der
Freizeit: Nicht Stress alleine macht krank, sondern fehlende Entspannung.
Bei Stress wappnet sich der Körper sehr gut für die akute
Problemsituation: Stresshormone werden ausgeschüttet, der Blutzucker
steigt, die Insulinausschüttung nimmt zu, das Herz schlägt schneller und
der Blutdruck steigt. Bei anhaltendem Stress kommen diese Vorgänge jedoch
nicht zur Ruhe und schaden dem gesamten Körper.  Die Folge können
Entzündungsreaktionen im Körper sein, im schlimmsten Fall Diabetes,
Schlaganfall, Arteriosklerose und Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen.
Achten Sie daher auf ein Gleichgewicht zwischen Stress und Entspannung.
Sorgen Sie für Inseln der Ruhe, die Sie mit Leben füllen. Also
Aktivitäten, die den Stress vergessen lassen: musizieren, lesen, malen,
tanzen, mit Freunden kochen, mit den Kindern spielen, einem Verein
beitreten oder gemeinsam Konzerte und Sportereignisse besuchen. Auch
Entspannungstechniken sind sehr hilfreich: progressive Muskelentspannung,
Atemgymnastik, Yoga, Qigong oder Tai-Chi.

Vorsätze für 2020: Wie bleibt man trotz des inneren Schweinehunds dran?
Für Lebensstiländerungen sind meistens alte gewohnte Strukturen im eigenen
Leben aufzubrechen. „Das ist in der Regel schwierig“, so Prof. Schwaab,
der auch Präsident der Deutschen Gesellschaft für Prävention und
Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR) ist, und empfiehlt:
„Oftmals ist es hilfreich, in sein Lebensumfeld feste Ankerpunkte
einzurichten: die regelmäßige Lauf-, Walker- oder Herzsportgruppe im
Verein, das mehrmalige gemeinsame Kochen mit der Familie oder mit Freunden
zu Hause und für Raucher der Austausch mit Ex-Rauchern in der
Selbsthilfegruppe.“
*BMI errechnet sich aus: Körpergewicht in kg geteilt durch Körperlänge² in
m. Beispiel: 80 kg: 1,80 (m)² = BMI 24,7

Tipp: Der Herzinfarkt-Risikotest der Herzstiftung zur Besprechung der
persönlichen Risikofaktoren für Herzinfarkt mit dem Hausarzt unter
www.herzstiftung.de kann auch als Faltblatt kostenlos angefordert werden
per Tel. unter 069 955128400 oder per E-Mail unter
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Ratgeber-Service zu den Risikokrankheiten von Herzinfarkt und
Schlaganfall:
Alle Ratgeber können auch telefonisch bestellt werden (Tel. 069
955128-400)

Ratgeber „Bluthochdruck: Was tun?“
www.herzstiftung.de/Bluthochdruck-Sonderband.html

Ratgeber „Herzprobleme bei Diabetes: Was tun?“
www.herzstiftung.de/Diabetes.html

Ratgeber „Hohes Cholesterin: Was tun?“
www.herzstiftung.de/cholesterin-ratgeber.html

Druckfähiges Bildmaterial unter
www.herzstiftung.de/presse/bildmaterial/risikotest

Daten & Fakten zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache
in Deutschland. An Herz- und Kreislauferkrankungen starben 2017 insgesamt
über 344.500 Menschen (2016: 338.700). (Statistisches Bundesamt/Destatis,
2019).
Jährlich werden in Deutschland über 1,7 Mio. vollstationäre Fälle wegen
Herzkrankheit (koronare Herzkrankheit, Herzklappenerkrankung,
Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz, Angeborene Herzfehler) in einer
Klinik behandelt, davon allein fast 218.000 wegen eines Herzinfarkts. Über
207.000 Menschen sterben jedes Jahr an einer Herzkrankheit, davon ca.
48.700 am akuten Herzinfarkt (Deutscher Herzbericht 2018).

Die Risikokrankheiten für Herzinfarkt im Überblick
- Bluthochdruck: ca. 20 Mio. Erwachsene in Deutschland, davon ca. vier
Mio. unerkannte Fälle.
- Diabetes Mellitus: ca. 7 Mio. Betroffene.
- Fettstoffwechselstörungen (Gesamtprävalenz): Insgesamt haben 64,5 % der
Männer und 65,7 % der Frauen im Alter von 18 bis 79 Jahren
Fettstoffwechselstörungen (Gesamtcholesterin ≥190 mg/dl oder ärztliche
Diagnose einer Fettstoffwechselstörung); davon haben jeweils mehr als die
Hälfte der betroffenen Personen eine bislang unerkannte
Fettstoffwechselstörung.
- Rauchen ist nicht nur für Krebs und chronische Lungenleiden ein
Risikofaktor, sondern auch für Herzinfarkt und Schlaganfall. An den Folgen
des Rauchens sterben jedes Jahr in Deutschland zwischen 100.000 und
120.000 Menschen.
- Menschen mit einer starken Belastung durch chronischen Stress zeigen
deutlich häufiger eine depressive Symptomatik, ein Burnout-Syndrom oder
Schlafstörungen als Menschen ohne starke Belastung durch chronischen
Stress. Das Mortalitätsrisiko (alle Todesursachen) in Assoziation mit
psychosozialem Stress steigt um 21%.

Quellen:
Deutscher Herzbericht 2018
PLOS ONE: DOI:10.1371/journal.pone.0133493
Deutscher Gesundheitsbericht, Diabetes 2016; Bundesgesundheitsbl 2013
56:661–66
Robert Koch-Institut (2016), Gesundheit in Deutschland – die wichtigsten
Entwicklungen,
RKI Berlin
Bundesgesundheitsbl 2013·56:749–754DOI10.1007/s00103-013-1690-9

  • Aufrufe: 303