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Gesundheit

Sprechstunde zur psychischen Gesundheit im Betrieb

Die Einrichtung einer Sprechstunde zur psychischen Gesundheit im Betrieb
soll helfen Belastungen am Arbeitsplatz frühzeitig zu erkennen und
psychischen Beschwerden oder sogar schweren Erkrankungen bei den
Beschäftigten vorzubeugen. Dabei spielen unterschiedliche Akteure wie
externe Psychiater und Psychotherapeuten, Führungskräfte, insbesondere
aber Betriebsärzte eine wichtige Rolle, um im Rahmen der betrieblichen
Gesundheitsförderung und des betrieblichen Gesundheitsmanagements die
Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten oder wiederzuerlangen.

Sprechstunde zur psychischen Gesundheit im Betrieb

Erst seit 10 Jahren gibt es die „Sprechstunde zur psychischen Gesundheit
im Betrieb“. Betriebsärzte großer Unternehmen hatten immer häufiger von
Mitarbeitern mit psychischen Symptomen berichtet. Gleichzeitig klagten
Klinik-Patienten verstärkt über arbeitsplatzbezogene Belastungen. Es
folgten ein regelmäßiger Austausch zwischen Betriebsärzten und Kliniken
sowie zunehmend Vorträge zu Burnout und Depression in Unternehmen. Heute
hat sich die Sprechstunde in Unternehmen etabliert. Das kann man durchaus
als Kulturwandels deuten, denn die übergreifenden Prozesse betreffen
sowohl das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) als auch das
psychiatrisch/psychosomatische Versorgungssystem.

Früherkennung und Frühintervention

Die Ziele der Sprechstunde sollten klar formuliert sein: Früherkennung und
frühzeitige Bearbeitung psychosozialer Probleme und Symptome. Die
übergreifende Verbindung von Prävention, Früherkennung, Rehabilitation und
betriebliche (Wieder-)Eingliederung hilft effektiv Belastungen und
Erkrankungen von Beschäftigen vorzubeugen. Oft hängen Arbeitsfähigkeit und
Symptomatik nicht zusammen. Gerade depressiv erkrankte Mitarbeiter können
in der Arbeit gehalten werden wenn sie die betriebliche Begleitung als
unterstützend erleben und die Halt gebende Arbeitsstruktur bestehen
bleibt. Schwerst erschöpfte Mitarbeiter müssen allerdings oft zu
Arbeitsunfähigkeit und Behandlung bewegt werden.

Arbeitsbelastung meistgenannter Anlass

Arbeit gibt zwar einerseits Struktur, motiviert und fördert den
Selbstwert, andererseits kann Arbeit auch als belastend und beanspruchend
empfunden werden. Auswertungen belegen, dass 40-50% die Sprechstunde zur
psychischen Gesundheit im Betrieb aufgrund von Belastungen und
Beanspruchungen am Arbeitsplatz in Anspruch nehmen. Genannt werden vor
allem die Arbeitsmenge, erhöhte Arbeitszeiten, schlechte Beziehungen zu
Arbeitskollegen sowie mangelnde Kommunikation, Partizipation und
Wertschätzung durch die Führungskräfte. Im Privatbereich hingegen (30-40%)
stehen vor allem Paarkonflikte, Probleme in der Kindererziehung und die
Erkrankung von Angehörigen im Vordergrund.

Akzeptanz der Beschäftigten ausschlaggebend

Wichtig sind die Einhaltung der Schweigepflicht des Betriebsarztes sowie
der Ort der Sprechstunde auf dem Betriebsgelände, damit nicht erkenntlich
wird, welche Mitarbeiter die Sprechstunde besuchen. Bemerkenswert ist,
dass Männer sie sehr gut nutzen können aber gerade erschöpfte Mitarbeiter
wenig über Angebote und Möglichkeiten der Gesundheitsförderung im Betrieb
informiert sind. Unerlässlich ist daher ein fortlaufendes Angebot von
Workshops und Informationsveranstaltungen für die Beschäftigten. Bei der
Auftaktveranstaltung zur Etablierung einer Sprechstunde sollte die
Unternehmensführung anwesend sein. Nur wenn diese erkennbar hinter dem
Thema steht und vermittelt, dass auch sie selbst oft Burnout-gefährdet
ist, kommt es zu einer Akzeptanz der Beschäftigten und Führungskräfte.

Konsequenzen für das Versorgungssystem

Eine Sprechstunde zur psychischen Gesundheit im Betrieb hat auch
erhebliche Konsequenzen für das Versorgungssystem. Therapeuten müssen über
die Arbeitswelt, das BGM und den RTW-Prozess (Return-To-Work) informiert
werden, um das Behandlungsziel der Erhaltung/Wiedererlangung der
Arbeitsfähigkeit des Beschäftigten zu erreichen. Das ist nur möglich, wenn
sich die Akteure aus Betrieb und Versorgungssystem austauschen. Gerade der
Kontakt mit dem Betrieb vor der geplanten Entlassung aus einer
teil-/stationären Behandlung ist eine der Voraussetzungen für einen
gelingenden RTW-Prozess. Die Sprechstunde kann dann für die Begleitung des
Wiedereingliederungsprozesses genutzt werden.

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie im Beitrag „Sprechstunde „Psychische
Gesundheit“ im Betrieb“ von Dr. Hans-Peter Unger in der aktuellen Ausgabe
der Zeitschrift Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin (ASU) unter:
<https://www.asu-
arbeitsmedizin.com/toc-122704-115895/ausgabe-12-2018-.html>

Fachlicher Kontakt bei Rückfragen:

Alfons W. Gentner Verlag GmbH & Co. KG
Dr. med. Annegret Schoeller
Forststr. 131 • 70193 Stuttgart
Tel. 0711/63 672-896 • Fax 0711/63 672-711
E-Mail: <schoeller@asu-arbeitsmedizin.com>
Web: <www.gentner.de>

Über ASU – Zeitschrift für medizinische Prävention:

Die Zeitschrift Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin ist das
Leitmedium der deutschsprachigen Arbeitsmedizin. Das Publikationsorgan der
Fachinstitutionen DGAUM, ÖGA, SGARM, VDBW, Vereinigung Deutscher
Staatlicher Gewerbeärzte e.V. sowie der arbeitsmedizinischen Akademien und
richtet sich an Betriebsärzte, Arbeitsmediziner und Akteure in wichtigen
Schnittstellenbereichen zur Arbeitsmedizin. Die Zeitschrift ist peer
reviewed. 1965 gegründet, erscheint ASU monatlich und erreicht nahezu alle
arbeits- und präventionsmedizinisch orientierten Akteure im
deutschsprachigen Raum. Weitere Informationen unter <www.asu-
arbeitsmedizin.com>.

Kontakt DGAUM:

Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V.
Hauptgeschäftsführer: Dr. Thomas Nesseler
Presse: Berit Kramer
Schwanthaler Str. 73 b • 80336 München
Tel. 089/330 396-0 • Fax 089/330 396-13
E-Mail: <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>
Web: <www.dgaum.de>

Über DGAUM:

Die DGAUM wurde 1962 gegründet und ist eine gemeinnützige,
wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft der Arbeitsmedizin und der
klinisch orientierten Umweltmedizin. Ihr gehören heute über 1000
Mitglieder an, die auf dem Gebiet der Arbeitsmedizin und Umweltmedizin
arbeiten, vor allem Ärztinnen und Ärzte, aber auch Angehörige anderer
Berufsgruppen wie etwa Natur- und Sozialwissenschaftlerinnen und
-wissenschaftler. Die Mitglieder der Fachgesellschaft engagieren sich
nicht nur in Wissenschaft und Forschung, um so bereits bestehende Konzepte
für die Prävention, die Diagnostik und Therapie kontinuierlich zu
verbessern, sondern sie übernehmen die ärztliche und medizinische Beratung
von Arbeitgebern und Arbeitnehmern an der Schnittstelle von Individuum und
Unternehmen. Darüber hinaus beraten die Mitglieder der DGAUM alle Akteure,
die ihren Beitrag zu der medizinischen Versorgung leisten und auf
Fachwissen aus der betrieblichen Gesundheitsförderung und Prävention, der
arbeits- und umweltbezogenen Diagnostik und Therapie, der
Beschäftigungsfähigkeit fördernden Rehabilitation sowie aus dem
versicherungsmedizinischen Kontext angewiesen sind. Weitere Informationen
unter <www.dgaum.de>.

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Rund 80.000 Menschen in Deutschland müssen regelmäßig zur Dialyse. Kurzkettige Fettsäuren könnten eine wichtige Rolle spielen, um die Lebensqualität dieser Patienten zu verbessern. Foto: Fotolia

Propionat: Neue Hoffnung für Dialyse-Patienten?

Rund 80.000 Menschen in Deutschland müssen regelmäßig zur Dialyse. Kurzkettige Fettsäuren könnten eine wichtige Rolle spielen, um die Lebensqualität dieser Patienten zu verbessern. Foto: Fotolia
Rund 80.000 Menschen in Deutschland müssen regelmäßig zur Dialyse. Kurzkettige Fettsäuren könnten eine wichtige Rolle spielen, um die Lebensqualität dieser Patienten zu verbessern. Foto: Fotolia
Kurzkettige Fettsäuren könnten eine wichtige Rolle spielen, um die Lebensqualität von Dialyse-Patienten zu verbessern, bei den Betroffenen Entzündungen im Körper zu lindern und den Prozess zu verlangsamen, bei dem eigene Körperzellen vor allem im Herz-Kreislauf-System angegriffen werden. Zu diesen Ergebnissen kommt eine deutsch-italienische Pilotstudie der Universität Würzburg mit Forschern aus Italien an der Universität Salerno und dem Landolfi Hospital in Solofra. Weitere Studien sollen folgen.

 

Rund 80.000 Menschen in Deutschland müssen regelmäßig zur Dialyse. Diese künstliche Blutwäsche ist dann nötig, wenn die Nierenfunktion stark eingeschränkt ist oder die Nieren völlig versagen. Bei der Dialyse wird das Blut eines Menschen von giftigen Stoffwechselprodukten gereinigt, weil die Nieren dazu nicht mehr in der Lage sind. Trotz verbesserter Verfahren und besserer Begleitbehandlung durch Medikamente kann die Dialyse allerdings bei sehr vielen Betroffenen keine Gesundung erreichen: "Die Sterberate von Dialysepatienten ist mit jährlich rund 20 Prozent bis heute erschreckend hoch", sagt Professor Dr. August Heidland, ehemaliger Leiter der Abteilung für Nephrologie der Medizinischen Universitätsklinik und des Kuratoriums für Heimdialyse in Würzburg. Gemeinsam mit Forschern der Universität Würzburg und den italienischen Kollegen Professor Biagio Di Iorio und der Professorin Stefania Marzocco wurde jetzt eine Studie abgeschlossen, deren Ergebnisse Dialyse-Patienten neue Hoffnung geben könnte: Danach könnte die regelmäßige Einnahme von kurzkettigen Fettsäuren eine wichtige Rolle spielen, um bei den niereninsuffizienten Patienten Entzündungen im Körper abzuschwächen und den Prozess zu verlangsamen, bei dem eigene Körperzellen angegriffen werden und zu Herz-Kreislauf-Problemen führen.

 

Bei Patienten mit fortgeschrittener Niereninsuffizienz sind insbesondere auch Giftstoffe aus dem Darm an der urämischen Intoxikation, vereinfach gesagt einer Vergiftung des Harns, beteiligt. Diese bilden eine wesentliche Ursache für die systemische Entzündung und den so genannten oxidativen Stress. Unter oxidativem Stress versteht man, dass im Organismus zu viele freie Radikale vorhanden sind, die der Körper nicht mehr "einfangen" kann. Die Folge: Der Körper greift seine eigenen Zellen an. Die permanent erhöhten Entzündungswerte im Organismus und der Angriff auf die eigenen Zellen schädigen das Herz-Kreislauf-System und führen zu Muskelabbau, zu Blutarmut und verminderter körperlicher Leistungsfähigkeit von Dialysepatienten. 
 
"Die biochemische Störung ist zum Teil eine Folge einer unzureichenden Produktion von kurzkettigen Fettsäuren", so war die Vermutung von Professor Heidland. Gemeinsam mit seinen Forscherkollegen in Würzburg und Italien wollten sie herausfinden, ob die Zufuhr von kurzkettigen Fettsäuren als Nahrungsergänzungsmittel- in diesem Fall Natriumpropionat - Dialyse-Patienten helfen kann. 
 
Deutlich verbesserte Entzündungswerte 
An der Pilotstudie nahmen 20 Dialyse-Patienten teil. Sie erhielten über drei Monate hinweg zweimal täglich 500 Milligramm Natriumpropionat als Ergänzung zur Nahrung. Natriumpropionat ist in Deutschland unter dem Handelsnamen Propicum erhältlich. Die Wissenschaftler untersuchten das Blut der Teilnehmer zu Beginn, zur Halbzeit, am Ende sowie vier Wochen nach Abschluss der Behandlung. "Die Ergebnisse waren verblüffend", sagt Studienleiter Professor Heidland. Die Blutwerte verbesserten sich deutlich: So verringerte sich der Wert des hochsensitiven C-reaktiven Proteins (CRP), das Entzündungen im Körper anzeigt, um rund die Hälfte (minus 46 Prozent). 
 
Deutlich zurück gingen auch wichtige Entzündungsparameter (wie Interleukin IL-2 und IL-17a). Gleichzeitig konnte gezeigt werden, dass ein entzündungshemmender Botenstoff (IL-10) während der Behandlung mit Natriumpropionat bei den Patienten durchschnittlich um 71 Prozent anstieg. Günstig beeinflusst wurde ein Faktor, dem eine wesentliche Rolle in der Fibrose-Entwicklung zugeschrieben wird (Transforming Growth Factor). Fibrose ist die krankhafte Vermehrung von Bindegewebe in Organen. Zwei besonders gefährliche im Darm gebildete Urämie-Gifte (Indoxylsulfat und p-Cresolsulfat) gingen zudem signifikant um bis zu 50 Prozent zurück. Diese spielen für die systemische Entzündung eine wichtige Rolle und werden für die Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems verantwortlich gemacht.
 
Weniger oxidativer Stress, besserer Eisen-Stoffwechsel
Auch beim oxidativen Stress fanden die Forscher positive Ergebnisse: Hier sanken die Parameter, die diesen im Körper anzeigen, um rund 30 Prozent. Der Eisen-Stoffwechsel - viele Dialyse-Patienten leiden an einer unter anderem auch durch einen gestörten Eisen-Transport hervorgerufenen Blutarmut - verbesserte sich. Als "eindrucksvoll" bezeichneten die Autoren der Studie auch die Besserung der Insulinresistenz. Diese Störung mit der begleitenden Erhöhung des Insulinspiegels fördert die Entwicklung von Fettstoffwechselstörungen, Herz-Kreislauferkrankungen und die Entstehung von Krebs. Vier Wochen nach dem Ende der Behandlungsphase verschlechterten sich alle verbesserten blutchemischen Parameter erneut.
 
Bessere Lebensqualität und keine gravierenden Nebenwirkungen
Die Patienten der Pilotstudie berichteten auch über eine bessere Lebensqualität, eine erhöhte körperliche Funktionsfähigkeit, eine bessere allgemeine und psychische Gesundheit sowie insgesamt über mehr Vitalität. Außer gelegentliches Völlegefühl traten keine relevanten Nebenwirkungen auf. Kein Patient verließ die Studie wegen Intoleranz gegenüber Natriumpropionat. 
 
Gemeinsam mit seinen Wissenschaftler-Kollegen in Italien plant Professor Heidland eine Fortsetzung der Studie. "Weitere kontrollierte Studien sind in einer größeren Kohorte über einen längeren Zeitraum erforderlich, um die klinische Relevanz zu bewerten", sagt er. Unter anderem soll dann auch untersucht werden, ob - wie er vermutet - kurzkettige Fettsäuren bei Dialyse-Patienten auch die Immunabwehr und die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems verbessern können. 
 
Zahlreiche Studien zu kurzkettigen Fettsäuren
Die Wirkungen kurzkettiger Fettsäuren auf die Zusammensetzung der Darmbakterien und deren Beeinflussung von Körperfunktionen sind derzeit Gegenstand zahlreicher Untersuchungen in Deutschland und im Ausland. Kurzkettige Fettsäuren dienen nach dem aktuellen Stand der Forschung besonders denjenigen Darmbakterien als Nahrung, die eine besondere Schutzfunktion für den Menschen haben: Diese können Entzündungen im Körper verhindern bzw. verbessern und den menschlichen Organismus vor einem Angriff auf körpereigene Zellen schützen helfen. Ein intaktes Zusammenleben der verschiedenen Bakterien schützt die Darmwand und verhindert, dass sie für Krankheitserreger und Giftstoffe durchlässig wird. 
 
Kurzkettige Fettsäuren können die "guten Bakterien" im Darm jedoch nur produzieren, wenn ausreichend Ballaststoffe beziehungsweise Pflanzenfasern mit der Nahrung zugeführt werden. Die Darmbakterien zerlegen Ballaststoffe in einzelne Bestandteile, so dass der Körper sie aufnehmen kann. Viele Menschen schaffen die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Menge von mindestens 30 Gramm Ballaststoffen täglich nicht. Für viele Dialyse-Patienten ist dieser Wert ohnehin schwer erreichbar: Wegen des hohen Gehalts an Kalium und Phosphat dürfen Dialyse-Patienten Ballaststoffe und Obst nur eingeschränkt zu sich nehmen. Aus diesem Grunde erscheint die Gabe von kurzkettigen Fettsäuren bei diesen Patienten besonders vielversprechend. 
 
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Chance für Schmerztherapie - spezielle Schmerzpsychotherapie (SSPT) jetzt in Weiterbildungsordnung!

Die Deutsche Schmerzgesellschaft und die Deutsche Migräne- und
Kopfschmerzgesellschaft begrüßen die Entscheidung des 33. Deutschen
Psychotherapeutentages am 17. November in Berlin, die "Spezielle
Schmerzpsychotherapie" (SSPT) in die Muster-Weiterbildungsordnung
aufzunehmen.

Gestern nun eine weitere gute Nachricht - die regionale Umsetzung;:  auch
die Bayerische Psychotherapeutenkammer  beschloss die Einführung der SSPT
mit 32 gegen 3 bei 10 Enthaltungen mit sehr großer Mehrheit. Bislang war
SSPT nur in Rheinland-Pfalz als Weiterbildung anerkannt. Die
Schmerzgesellschaften hoffen auf eine möglichst zügige Umsetzung der
Aufnahme der SSPT in die Weiterbildungsordnungen aller Landeskammern.

Durch die Weiterbildung werden besondere Kenntnisse, Erfahrungen und
Fertigkeiten in der speziellen psychotherapeutischen Tätigkeit
nachgewiesen, welche dann auch zum Führen einer Zusatzbezeichnung
berechtigen.

Vor allem in der interdisziplinären Versorgung schmerzkranker Menschen im
stationären und teilstationären schmerztherapeutischen
Behandlungseinrichtungen werden damit nachvollziehbare Kriterien für die
Qualität schmerzpsychotherapeutischer Behandlungen geschaffen.

Damit ist die für den ärztlichen Bereich bereits länger bestehende
Anerkennung der erweiterten Qualifikation für die Versorgung von Patienten
mit chronischen Schmerzen zukünftig auch für Psychologische
Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten geregelt.
Die Einführung einer Weiterbildung ist zudem die Voraussetzung für die
sozialrechtlich relevante Einordnung Psychologischer Psychotherapeuten und
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten im DRG-System und damit ein
wichtiger Schritt für eine fachliche Zusammenarbeit „auf Augenhöhe“.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Ansprechpartner für die Presse:
Dr. Paul Nilges, Delegierter zum Deutscher Psychotherapeutentag, Email:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Thomas Isenberg, Geschäftsführer der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V.
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. , www.dgss.org sowie Tel.: 030-39409689-1, Handy:
0171-7831155, Fax: 030-39409689-9
Deutsche Schmerzgesellschaft e. V., Bundesgeschäftsstelle, Alt-Moabit
101b, 10559 Berlin

Prof. Dr. Peter Kropp, Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie
und Medizinische Soziologie, Universitätsmedizin Rostock, Gehlsheimer
Straße 20, 18147 Rostock, Tel.: 0381-494-9531 www.imp.med.uni-rostock.de

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Ärzte sollen mit den Daten von Blutdrucküberwachungs-Apps arbeiten können

Mit der Lockerung des Fernbehandlungsverbots erhalten digitale
Behandlungsansätze auch in Deutschland immer weiter Einzug in den
Praxisalltag. Die Blutdrucktherapie ist prädestiniert für die
telemedizinische Mitversorgung der Betroffenen und die Deutsche
Hochdruckliga e.V. DHL® | Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und
Prävention nimmt bei der Entwicklung telemedizinischer Lösungen eine
Voreiterrolle ein. Ziel ist, die in Blutdruck-Apps von Patienten
dokumentierten Werte datensicher in das Praxissystem zu transferieren und
damit dem behandelnden Arzt nutzbar zu machen. Diese wichtige Anforderung
müssen Blutdruck-Apps laut Ansicht der Deutschen Hochdruckliga zukünftig
erfüllen.

Die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® | Deutsche Gesellschaft für
Hypertonie und Prävention (DHL) hat das Ziel, das Hypertonie-Management zu
verbessern. Die Studiendaten der letzten Jahre u.a. von Richard McManus
(Professor of Primary Care Research and General Practitioner, Fellow of
Green Templeton College/Oxford) belegen die zunehmende Bedeutung der
Heimmessung. Die 2018 im Lancet veröffentlichte TASMINH4-Studie [1] konnte
bei 1.182 Patienten mit nicht optimal kontrolliertem Blutdruck zeigen,
dass die Heimmessung der Praxismessung bei der Therapie-Titrierung
signifikant überlegen ist. Obwohl der Telemonitoring-Ansatz der Studie
hinter den Ansprüchen eines modernen Telemedizinkonzepts zur
Blutdruckbehandlung weit zurückbleibt, konnte die deutlichste
Blutdruckabsenkung in der Telemonitoring-Gruppe verzeichnet werden, jedoch
ohne Signifikanz gegenüber der einfachen Heimmessung. Es wurde in der
ersten Woche jeden Monats der Blutdruck morgens und abends ein Jahr lang
gemessen, einmal im Monat als Text-Nachricht übermittelt und anschließend
vom behandelnden Arzt überprüft.

Prof. Martin Middeke, Sprecher der Kommission Telemedizin und eHealth
erläutert die Schwächen. „Das Ergebnis ist nicht überraschend. Genau
genommen haben wir es hier gar nicht mit Telemedizin im engeren Sinne zu
tun. Die Patienten geben die Blutdruckwerte per Hand ein, das ist eine
große Fehlerquelle. Zudem reagieren die Ärzte nur einmal pro Monat mit
großer zeitlicher Verzögerung. Das nimmt der Methode den großen Vorteil
der Telemedizin, als Arzt zeitnah auf die übermittelten Blutdruckwerte
reagieren zu können.“

Die Kommission Telemedizin und eHealth favorisiert aufgrund der aktuellen
Studienlage und jahrelanger Erfahrung eine tägliche automatische digitale
Blutdruckdaten-Übermittlung an den Arzt sowie eine Reaktion bei Unter-
bzw. Überschreiten vorher klar definierter Blutdruckgrenzen (Einzel- und 5
-Tages-Durchschnittswerte) für einen begrenzten Zeitraum von zwei Monaten
bzw. für ein längeres Intervall bei speziellen Indikation wie z.B. der
Schwangerschaftshypertonie.

Gleichzeitig verzeichnen die Mediziner eine steigende Zahl von Patienten-
genutzter Blutdruck-Apps, z.T. zur Verfügung gestellt von Blutdruck-
Messgeräte-Herstellern und verbunden mit dem klaren Wunsch der Patienten,
die so von ihnen dokumentierten Blutdruckwerte mit dem behandelnden Arzt
zu teilen und darauf basierende ärztliche Therapieempfehlungen zu
erhalten.

Um diese Datenflut zu ordnen, zu steuern sowie sinnvoll und praktikabel
zur Diagnosestellung und Therapiesteuerung zu nutzen, müssen idealerweise
die Werte eines vom Arzt definierten begrenzten Zeitraums in dem
jeweiligen Praxisverwaltungssystem verwertbar vorliegen, so die
übereinstimmende Meinung der Mediziner in Deutschland und Europa wie auch
dem TASMINH4-Studienleiter Richard McManus.

„Die Patienten leisten gute Vorarbeit, wir müssen jetzt dafür sorgen, dass
wir Ärzte mit den Blutdruckdaten praxistauglich arbeiten können,“ so Prof.
Dr. Martin Middeke.

Die so generierte Konstellation entspricht dem oben genannten zeitlich
begrenzten Telemonitoring, für dessen klinische Effektivität sowie
Akzeptanz bei Patienten und Medizinern eine gute Datenlage existiert.

Die Kommission Telemedizin und eHealth wird sich kurzfristig bewertend mit
den aktuell verfügbaren Hypertonie-Apps befassen, wobei u.a. die digitale
Übermittlung der Blutdruckdaten aus dem Blutdruckmessgerät in die App und
die Konnektivitäts-Möglichkeit mit Praxisverwaltungssystemen (PVS/AIS)
unter Wahrung des Datenschutzes eine wesentliche Rolle spielen wird. „Wir
dürfen die vom Patienten digital dokumentierten Blutdruckwerte nicht
ungenutzt lassen, sondern in die Praxis-Software strukturiert und sicher
integrieren. Allerdings muss sichergestellt sein, dass die gemessenen
Werte unverfälscht digital vom Blutdruckmessgerät in die App gelangen,“
fordert Kommissionsmitglied Dr. Egbert Schulz.

Die technische Umsetzung wurde von der DHL ärztlich und als Stakeholder
begleitet und in Form einer speziell hierfür entwickelten hochsicheren
Datenverarbeitungs-/Integrations-Plattform bereits mit einigen PVS/AIS
realisiert, um eine End-zu-End-Digitalisierung ohne Medienbruch zu
ermöglichen.

[1] McManus et al. Efficacy of self-monitored blood pressure, with or
without telemonitoring, for titration of antihypertensive medication
(TASMINH4): an unmasked randomised controlled trial. Lancet 2018; 391
(10124): 949-959

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