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Gesundheit

Im Labor der Kardiovaskuläre Genetik dienen Stammzellenmodelle als Modellsystem, um genetisch bedingte Herzmuskelerkrankungen zu untersuchen und neue Therapien auf ihre Wirksamkeit zu testen.  Gregor Schläger

Zentrum für Genetische Herz- und Gefäßkrankheiten in Würzburg gegründet

Im Labor der Kardiovaskuläre Genetik dienen Stammzellenmodelle als Modellsystem, um genetisch bedingte Herzmuskelerkrankungen zu untersuchen und neue Therapien auf ihre Wirksamkeit zu testen.  Gregor Schläger
Im Labor der Kardiovaskuläre Genetik dienen Stammzellenmodelle als Modellsystem, um genetisch bedingte Herzmuskelerkrankungen zu untersuchen und neue Therapien auf ihre Wirksamkeit zu testen. Gregor Schläger

Immer wieder schrecken Meldungen über Sportler, die plötzlich tot
umfallen, die Gesellschaft auf.  Nicht selten steckt eine genetisch
bedingte Herzerkrankung hinter dem plötzlichen Herztod. Denn das
unerwartete Auftreten der Erkrankung in jungen Jahren ist typisch für eine
erblich bedingte Herzerkrankung.  Die Krankheitsbilder einer vererbten
Herz- oder Gefäßerkrankung sind häufig komplex und ihre Erforschung und
die Betreuung entsprechend vielschichtig. Um die Betroffenen künftig noch
besser in einem multiprofessionellen und interdisziplinären Ansatz zu
behandeln, wurde am Uniklinikum Würzburg (UKW) jetzt das Zentrum für
Genetische Herz- und Gefäßerkrankungen gegründet.

Eine Mutter pflegt ihren schwerkranken Sohn, der auf ein neues Herz
wartet. Das Herz der Mutter ist ebenfalls schwach, auch sie wird eines
Tages auf ein Spenderherz angewiesen sein. Eine andere Mutter kommt nicht
eher zur Ruhe, bis sie weiß, woran ihre vierjährige Tochter plötzlich
mitten in der Nacht gestorben ist. Ist ihre Familie genetisch vorbelastet?
Wenn ja, trägt ihr Sohn ebenfalls die Mutation? Ein junger Mann wiederum,
gerade 18 Jahre alt, ist bislang kerngesund, möchte aber Klarheit mittels
eines Gentests, ob er die genetische Herzmuskelerkrankung seines Vaters
geerbt hat; das Risiko liegt bei bis zu 50 Prozent. Trägt er die Mutation,
wird er mit großer Wahrscheinlichkeit im Laufe seines Lebens ebenfalls
eine Herzerkrankung und Herzrhythmusstörungen bekommen, in der Regel eher
früher als später. Er wird Medikamente nehmen, sich vermutlich mit einem
Defibrillator vor einem plötzlichen Herztod schützen müssen und vielleicht
sogar eines Tages auf ein Spenderherz angewiesen sein.

Diagnose, Therapie und Forschung
Das sind nur drei Fälle von hunderten, die Prof. Dr. Brenda Gerull in der
Spezialsprechstunde für familiär bedingte Herzerkrankungen am Deutschen
Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) behandelt, betreut und
untersucht. „Nicht alle Verläufe sind so dramatisch, manchmal reicht es
auch, lebenslang zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen. Aber auch das ist
schwer, vor allem, wenn es mit viel Ungewissheit verbunden ist“, erzählt
die Kardiologin, die seit Frühjahr 2016 im DZHI das Department für
Kardiovaskuläre Genetik leitet. Hier diagnostiziert und therapiert sie
nicht nur die genetisch bedingten Herzerkrankungen, hier erforscht die
Wissenschaftlerin auch gemeinsam mit ihrem Team die Ursachen und Auslöser.

Da genetische Herzerkrankungen sehr komplex sind und viele Fachbereiche
betreffen, hat Brenda Professor Gerull jetzt gemeinsam mit weiteren
Kolleginnen und Kollegen des Uniklinikums Würzburg unter dem Dach des
Zentrums für Seltene Erkrankungen (ZESE) das Zentrum für Genetische Herz-
und Gefäßerkrankungen (ZGH) gegründet. Hier werden unter Gerulls Leitung
die Kompetenzen mehrerer Abteilungen des Uniklinikums Würzburg und des
Instituts für Humangenetik der Universität Würzburg gebündelt.

Vernetzte Patientenversorgung
„Ich freue mich sehr, dass wir den betroffenen Familien im neuen Zentrum
für Genetische Herz- und Gefäßerkrankungen eine intensivere und
fachübergreifende Versorgung bieten können. Die Erwachsenenkardiologie
arbeitet hier noch enger mit der Kinderkardiologie und Herzchirurgie
zusammen, die Ambulanzen für Herzinsuffizienz und Rhythmusstörungen, die
Bildgebungsabteilungen sind ebenfalls eingebunden. Und auch psychologische
Unterstützung können wir im Bedarfsfall vermitteln“, erläutert Brenda
Gerull. „Langfristig streben wir jedoch an, dass die Patienten
kardiologisch und hausärztlich von den niedergelassenen Kollegen
weiterbetreut werden und wir beratend zur Seite stehen.“

Translationale Forschung
Neben der interdisziplinären Diagnose und Behandlung ist die
Translationale Forschung ein weiterer wichtiger Aspekt des neuen Zentrums
für genetische Herz- und Gefäßerkrankungen. Das bedeutet die schnelle
Umsetzung von Forschungsergebnissen in die klinische Behandlung – von der
Laborbank zum Krankenbett und zurück. „Im Fokus stehen die Mechanismen und
Therapien von genetischen Herzerkrankungen“, erklärt Professor Christoph
Maack, stellvertretender Leiter des neuen Zentrums und Leiter des
Departments Translationale Forschung am DZHI. „Gemeinsam versuchen wir
herauszufinden, auf welchen Wegen genetische Veränderungen beim Patienten
zu Herz- und Gefäßerkrankungen führen, um aus diesen Erkenntnissen
spezifische Therapien zu entwickeln, übrigens auch für Erkrankungen, die
nicht genetisch bedingt sind.“

Vererbte Veränderungen führen zwar deutlich seltener zu einer Herz- und
Gefäßerkrankung als Faktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck, Nikotin oder
andere Erkrankungen wie Diabetes, doch die Herz-Kreislauf-Erkrankungen in
Summe führen hierzulande mit Abstand am häufigsten zum Tod.

Weitere Informationen zum Zentrum für Genetische Herz- und
Gefäßerkrankungen finden Sie auf der Webseite: www.ukw.de/zgh.

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Europäische Leitlinie 2018: Bypass-Versorgung für Patienten mit schwerer Koronarer Herzkrankheit

Koronare Bypass-Operation wird nach neuester Leitlinie empfohlen, wenn bei
Patienten eine  sogenannte 3-Gefäß-Erkrankung oder Hauptstammstenose
vorliegt (Empfehlung (IA).

In Deutschland und den westlichen Industrieländern gehören die Herz-
Kreislauferkrankungen zu den häufigsten Erkrankungen. Hierzu zählt auch
die Koronare Herzkrankheit, kurz KHK. Hauptursache der KHK ist die
Arterienverkalkung, die zu relevanten Verengungen der Herzkrankgefäße
führt. Folglich ist die Durchblutung des Herzmuskels eingeschränkt; es
kommt zur Sauerstoff- und Nährstoff-Mangelversorgung des Herzens. Als
Beschwerden treten Angina Pectoris (Herz-/Brustenge),
Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche und der Herzinfarkt auf. Um die
Durchblutung wiederherzustellen, gibt es die operative Therapie des
aortokoronaren Bypasses (ACB) mit Überbrückung der Gefäßengstelle, quasi
eine herzchirurgisch angelegte Umgehungsstraße bzw. Überbrückung, oder das
interventionelle Verfahren mittels Herzkatheter (PCI) bei dem eine
Gefäßstütze an der Engstelle entfaltet wird die das betroffene Gefäß offen
halten soll.

Die jüngst in München vorgestellte Leitlinie der medizinischen
Fachgesellschaften ESC (Europäische Gesellschaft für Kardiologie) und
EACTS (Europäische Gesellschaft für Herz-Thorax-Chirurgie) zur invasiven
Behandlung der KHK, geben nach Bewertung vieler Studienergebnisse eine
eindeutige Empfehlung (IA) für die Koronare Bypass-Operation, wenn
Patienten eine komplexe Erkrankung, sogenannte 3-Gefäß-Erkrankung*,
aufweisen, bei der die Verkalkung der Arterien sehr ausgeprägt ist. Ebenso
gilt die herzchirurgische Bypass-Operation als sogenannter „Goldstandard“,
wenn eine Verengung im Ursprungsbereich der linken Herzkranarterie, eine
sogenannten Hauptstammstenose, vorliegt. Für Patienten mit bestimmten
Begleiterkrankungen wie dem Diabetes mellitus ist ebenfalls die Bypass-
Operation empfehlenswert.

„Mit den etablierten herzchirurgischen Verfahren besteht seit Jahrzehnten
eine hervorragende Methode der Myokardrevaskularisation, also der
Möglichkeit, die Durchblutung der Herzkranzgefäße wieder herzustellen –
und das unabhängig vom Alter als insbesondere auch im Hinblick auf das
langfristige Überleben der Patienten“, betont Privatdozent Dr. Wolfgang
Harringer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und
Gefäßchirurgie (DGTHG). Patienten müssen daher in Ihrer
Entscheidungsfindung Herzchirurgen und Kardiologen begleitet und beraten
werden und die Therapieempfehlung stets auf Grundlage der Empfehlung des
sog. interdisziplinären Herz-Teams erfolgen – ein ebenfalls in den
Leitlinien vorgesehenes Procedere.

*Aktuell veröffentlichte am 18. Dezember 2018 Circulation -
englischsprachiges, wissenschaftliches Online-Medium für medizinische
Studien, Ergebnisberichte und Grundlagenforschung der kardiovasulären
Gesundheit – unter dem Titel Myocardial Revascularization Trials die
Empfehlungen bei der myokardialen Revaskularisation bei linker Haupt- und
Mehrgefäßkranzarterienerkrankung

https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/CIRCULATIONAHA.118.035970#.XBtif5G-P50.email

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Konsultationsfassung zur aktualisierten S3-Leitlinie Palliativmedizin zur Kommentierung freigegeben

Die überarbeitete und erweiterte Fassung der S3-Leitlinie
„Palliativmedizin für erwachsene Patienten mit einer nicht heilbaren
Krebserkrankung“ unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für
Palliativmedizin ist ab sofort zur Kommentierung freigegeben.

Die S3-Leitlinie zur Palliativmedizin wurde erstmalig im Jahr 2015 im
Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie zu sieben Themenbereichen der
Palliativversorgung (u.a. Atemnot, Tumorschmerz, Sterbephase) publiziert.
Nach drei Jahren wird nun eine aktualisierte und erweiterte Fassung mit
zusätzlichen acht Kapiteln (u.a. Übelkeit/Erbrechen, Angst, Umgang mit
Todeswunsch) vorgelegt. Experten, aber auch Betroffene und Interessierte
sind eingeladen, Verbesserungsvorschläge und Ergänzungshinweise im dafür
vorgesehenen Kommentierungsbogen bis zum 04.02.2019 abzugeben. Neben der
Leitlinie steht auch der vorläufige Leitlinienreport sowie ein Dokument
mit den Evidenztabellen zur Verfügung.

An der Erstellung waren ca. 150 ehrenamtlich arbeitende Fachexperten von
insgesamt über 60 Fachgesellschaften/Organisationen beteiligt. Die
Koordination des Projektes erfolgte durch Prof. Dr. med. Claudia Bausewein
(München), PD Dr. med. Steffen Simon und Prof. Dr. med. Raymond Voltz
(beide Köln).

Die Leitlinie wurde im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie durch die
Deutsche Krebshilfe gefördert und unter Federführung der Deutschen
Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) erstellt. Alle Leitliniendokumente
und der Kommentierungsbogen sind verfügbar unter: https://www
.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/palliativmedizin/

Das Leitlinienprogramm Onkologie

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen
Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche
Krebshilfe haben sich mit dem im Februar 2008 gestarteten
Leitlinienprogramm Onkologie das Ziel gesetzt, gemeinsam die Entwicklung
und Fortschreibung sowie den Einsatz wissenschaftlich begründeter und
praktikabler Leitlinien in der Onkologie zu fördern und zu unterstützen.
Die Erstellung und Aktualisierung dieser Leitlinien erfolgt durch
multidisziplinär besetzte Fachgruppen in Zusammenarbeit mit
Patientenvertretern. Mittlerweile umfasst das Leitlinienprogramm 24
S3-Leitlinien, die zu einem großen Teil auch als laienverständliche
Patientenleitlinien vorliegen. Mehr unter http://www.leitlinienprogramm-
onkologie.de.
________________________________________

Originalpublikation:
https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/palliativmedizin/

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Schematische Darstellung Mobile Herz-Lungen-Maschine  Quelle: Prof. Dr.-Ing. Christoph Benk

Mobile Herz-Lungen-Maschine ermöglicht akute Notfallversorgung

Schematische Darstellung Mobile Herz-Lungen-Maschine  Quelle: Prof. Dr.-Ing. Christoph Benk
Schematische Darstellung Mobile Herz-Lungen-Maschine Quelle: Prof. Dr.-Ing. Christoph Benk

Die mobile Herz-Lungen-Maschine ermöglicht akute Notfallversorgung von
Herzpatienten vor Ort und einen sicheren Transport.
Klein, kompakt und transportabel – die mobile Herz-Lungen-Maschine (HLM)
ermöglicht schnelle und kompetente Notfallversorgung von Patienten mit
akutem Herz- und Lungenversagen. Im Vergleich zu Herz-Lungen-Maschinen
(HLM) bei Herzoperationen, die ca. 200 Kilo wiegen und einen komplexeren
Aufbau haben, passt die mobile Variante in den Rettungs- oder Notarztwagen
und Hubschrauber.

„Bei Patienten mit einem akut fortschreitenden Herz-Kreislauf- und/oder
Lungenversagen mit der Notwendigkeit der Verlegung respektive des
Transportes in eine Fachabteilung mit sogenannter Maximalversorgung, haben
wir dank dieses technischen Fortschritts die Möglichkeit, Schwerstkranke
besser vor Ort zur versorgen“, erklärt Frank Münch von der Deutschen
Gesellschaft für Kardiotechnik e.V.

Unabdingbare Voraussetzung: Kardiotechniker, Intensivmediziner,
Herzchirurgen und speziell geschulte Einsatzkräfte, müssen adäquat
ausgebildet sein, damit das künstliche Herz-Kreislaufunterstützungssystem
kompetent implantiert, gesteuert und überwacht werden kann. „Hier arbeiten
Herzchirurgen, Notfallmediziner, Anästhesisten und Kardiotechniker Hand in
Hand“, so Dr. Andreas Beckmann, Herzchirurg und Geschäftsführer der DGTHG.

In Deutschland sind regelmäßig mobile HLM im Einsatz. Jährlich werden so
hunderte Patienten akut versorgt und transportiert. „Wir sehen hier für
die Kardiotechniker eine große Verantwortung und setzen bei
Patientenversorgung und Patientensicherheit auf die interdisziplinäre
Zusammenarbeit“ heißt es bei der DGfK weiter.

Die 47. Internationale Jahrestagung und 10. Tagestagung der Deutschen
Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie in Wiesbaden ist daher
wichtige Plattform für den fachlichen und kollegialen Austausch. In diesem
Rahmen findet am 25. November ein Thementag mit dem Fokus „Versorgung und
Transport schwerkranker Patienten“ statt (9.00 bis 12.30h; RheinMain
CongressCenter Wiesbaden).

Weitere Informationen unter:
https://www.dgthg.de/de/fokuskardiotechnik
http://dgfkt.de/fortbildung/kongresstermine.php

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